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Lechte und Rinke missverstehen ein Buch

Mein alter Freund und Ex-Genosse Willi Jasper hat seine Erinnerungen an 68 – und davor und danach – vorgelegt. Ich habe sie in der WELT besprochen. Wie ich dort schrieb, dĂŒrfte „Der glĂ€serne Sarg“ fĂŒr manche „VerklĂ€rer der eigenen Jugend und Karriere, die ‚68‘ zu einem Fest des demokratischen Aufbruchs umdeuten und die ‚K-Gruppen‘ als sektiererische Verirrung abtun“, ein „Ärgernis“ sein. Denn Jasper zeige, „wie viel Mao in der Außerparlamentarischen Opposition (APO) steckte, wie viel APO in den Maoisten“.

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Thomas Wagner liefert der Querfront Argumente

Vor 12 Jahren kritisierte ich den Vorschlag, die Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umzubenennen. (Und nein, ich tat das nicht, um irgendjemandem im Hause Springer einen Gefallen zu tun. Die Linie des Hauses lautete, sich möglichst gar nicht in die Entscheidungsfindung einzumischen.) Meine Argumentation war, kurzgefasst, dass Dutschke mit seiner Verachtung fĂŒr die liberale Gesellschaft des Westens und seiner Ă€sthetischen Begeisterung fĂŒr die Gewalt am Ende den Faschisten, die er zu bekĂ€mpfen meinte, nĂ€her war, als ihm selbst lieb sein konnte. „Es ist kein Zufall, dass (Dutschkes) WeggefĂ€hrte Horst Mahler bei der NPD gelandet ist“, schrieb ich. „Und sein Genosse Bernd Rabehl wĂ€re vermutlich auch dort, hĂ€tte er nicht Angst um seine Professorenpension.“

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SchĂŒler ohne Meister?- Björn Höckes Dresdner Rede und Götz Kubitschek

 

Götz Kubitschek hat sich jĂŒngst im „Spiegel“-Interview mit Melanie Amann von der Dresdner Rede seines WeggefĂ€hrten Björn Höcke distanziert. Und zwar nachdem er diese zuvor vehement verteidigt hatte. Über Dissonanzen im neurechten Milieu und die Schwierigkeit, den „schmalen Grat“ zu definieren, auf dem Götz Kubitschek sich so gerne bewegen möchte.

Götz Kubitschek, Verleger, Publizist und Vordenker der Neuen Rechten, hat dem „Spiegel“ ein bemerkenswertes, von Melanie Amann gefĂŒhrtes Interview gegeben, das in der am 4. Februar 2017 erschienenen Ausgabe des Magazins abgedruckt ist. Weiterlesen

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Donald Trump und seine deutschen Freunde

Ich finde es einigermaßen typisch, dass hierzulande weniger darĂŒber diskutiert wird, was ein PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr Deutschland und Europa bedeutet, sondern vielmehr darĂŒber, ob die medialen Reaktionen auf seine Wahl angemessen seien oder nicht.

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Die Außenpolitik der AfD

Die „Alternative fĂŒr Deutschland“ hat sich nicht nur innenpolitisch, sondern auch außenpolitisch stetig radikalisiert. Von einer prowestlichen, aber eurokritischen Partei hat sie sich in wenigen Jahren gewandelt zu einer Partei, die, wie die ihr in vielen außenpolitischen Positionen geistig verwandte Linkspartei, antiwestliche Positionen einnimmt.

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Semantische Spitzfindigkeiten

Patrick Bahners hat sich im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ĂŒber einen Essay von Andreas Wirsching mit dem Titel „Der latente BĂŒrgerkrieg“ echauffiert, der zuvor im Feuilleton der „SĂŒddeutschen Zeitung“ erschienen war. Eine Gegenrede.

Wer am letzten Dienstag das Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ las, erblickte auf dessen erster Seite einen Text des Kulturkorrespondenten Patrick Bahners. Der Titel klang interessant: „Wir haben die Demokratie von unseren Lehrern nur geborgt“. Der Untertitel ließ keinen Zweifel daran, dass es sich bei Bahners‘ Artikel um eine scharfe Gegenrede zu einem Essay von Andreas Wirsching handelt, der tags zuvor ebenfalls auf der ersten Seite eines Feuilletons erschienen war, nĂ€mlich dem der „SĂŒddeutschen Zeitung“. Wirsching ist Direktor des „Instituts fĂŒr Zeitgeschichte“ in MĂŒnchen. Weiterlesen

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Boris Johnson und Nicolaus Fest

Bevor Boris Johnson in den Orkus der Geschichte verschwindet, wohin er gehört, möchte ich aus gegebenem Anlass an sein Urteil ĂŒber die EuropĂ€ische Union erinnern. Die EU, meinte Johnson im Interview mit der „Daily Telegraph“, wolle „wie Hitler einen Superstaat“ errichten. Zwar wĂŒrden die „BĂŒrokraten in BrĂŒssel andere Methoden“ als Hitler verwenden, ihnen gehe es aber um das gleiche Ziel, die Vereinigung Europas unter einer „AutoritĂ€t“. Dies habe dazu gefĂŒhrt, dass Deutschland mĂ€chtiger geworden sei, „die italienische Wirtschaft ĂŒbernommen“ und „Griechenland zerstört“ habe. Laut Johnson seien die letzten 2000 Jahre von dem wiederholten Versuch geprĂ€gt worden. Europa unter einer Regierung zu vereinen, um das “goldene Zeitalter” Roms wiederherzustellen. “Napoleon, Hitler, verschiedene Leute haben das versucht, und es endet immer tragisch.”

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Was im „Cicero“ gesagt werden darf: „Kriegs- und Auschwitz-Komplex“

Sollten sich Historiker dereinst fragen, wo sich die immer rasanter verlaufende Rechtsdrift im BĂŒrgertum besonders deutlich manifestierte, werden sie gewiss frĂŒher als spĂ€ter auf den „Cicero“ stoßen. Inzwischen wird dort sogar die These vom „Kriegs- und Auschwitzkomplex“ der Deutschen propagiert.

Das 2004 von Wolfram Weimer gegrĂŒndete Magazin „Cicero“ genoss lange einen tadellosen Ruf, galt in liberal-konservativen Kreisen als eine Art PflichtlektĂŒre, stieß Debatten an und wurde ob seiner QualitĂ€t auch in eher linksliberalen Milieus geschĂ€tzt. Kurz: es war ein seriöses Blatt. Weiterlesen

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Die bĂŒrgerliche Maskerade der AfD fĂ€llt

Die Wahlergebnisse, die Protestparteien bislang in der Bundesrepublik erreichen konnten, hat die AfD am Sonntag deutlich ĂŒbertroffen. Mit ĂŒber 24 Prozent ist sie in Sachsen-Anhalt in einen Bereich vorgedrungen, der bislang fĂŒr eine Rechtspartei als unvorstellbar galt. Kommentatoren, die glauben, das in der Partei vorhandene bĂŒrgerliche Element, welches z. B. der Spitzenkandidat in Baden-WĂŒrttemberg und Co-Parteivorsitzender Jörg Meuthen verkörpere, werde nun angesichts der Wahlerfolgen in Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz mehr Gewicht erhalten, tĂ€uschen sich gewaltig. Weiterlesen

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