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Die verlorene Ehre des Alexander Gauland

Keine Frage: Die ‚ÄěFrankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‚Äú hat journalistisch unsauber gearbeitet. Die √úberschrift ‚ÄěGauland beleidigt Boateng‚Äú war nicht durch das gedeckt, was der stellvertretende Parteivorsitzende der AfD gesagt hat, und was er √ľbrigens seit mindestens einem Jahr immer wieder in Hintergrundgespr√§chen von sich gibt; auch mir gegen√ľber hat er sich so oder so √§hnlich ge√§u√üert.

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Die Hälfte des Himmels

“Wo das Weib aufh√∂rt, f√§ngt der schlechte Mann an.” (Heinrich Heine)

“Frauen tragen die H√§lfte des Himmels” lautet ein chinesisches Sprichwort. Auch der Kommunist Mao Zedong ging damit hausieren. ¬†In der ganzen Welt ist die Verhei√üung, die in diesem ¬†Satz ¬†steckt,¬† noch nicht zur G√§nze¬† eingel√∂st worden. Zu stark sind noch die Traditionen √ľberkommenen Stammesdenkens oder die Vorurteile, die aus einer fragw√ľrdigen, vormodernen ¬†¬†Religionsauslegung ¬†resultieren. In China will es die konfuzianische Tradition, dass M√§dchen, die ¬†heiraten, f√ľr immer aus der Herkunftsfamilie ausscheiden und sich der Familie des Br√§utigams anschlie√üen. Diese Reduktion ¬†eines M√§dchens auf die ¬†k√ľnftige Funktion als ¬†Schwiegertochter erkl√§rt ihren ¬†gegen√ľber einem Jungen niedrigeren Rang. Im Islam verhindert eine konservativ-orthodoxe Auslegung des Koran vielerorts¬† die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Wie sieht es in unserem westlichen, christlich gepr√§gten Kulturkreis aus? Wo Demokratien herrschen, ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau immerhin ¬†rechtlich garantiert. Auf einem anderen Blatt steht die Benachteiligung im Alltag, in der beruflichen Entlohnung und in der Besetzung von F√ľhrungspositionen in Staat und Wirtschaft. Immerhin haben die Frauen hier kr√§ftig aufgeholt. Unter den Abiturienten bilden M√§dchen schon seit einigen Jahren die Mehrheit. Jetzt¬† kommt ¬†es darauf an, diesen Vorsprung bis zum Ende des Studiums und dar√ľber hinaus ¬†zu bewahren. Weiterlesen

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“Alte S√§cke Politik” – Provokanter Titel, seri√∂ser Inhalt

Wolfgang Gr√ľndinger ist ein netter Mensch. Einer von der Sorte, denen man einen Wutausbruch kaum zutrauen w√ľrde. Nun hat genau dieser Wolfgang Gr√ľndinger ein Buch geschrieben, dessen Titel auf 220 Seiten Wutausbruch schlie√üen l√§sst. ‚ÄěAlte S√§cke Politik‚Äú ‚Äď das klingt nach Provokation. Aber wie passt dazu das staatstragend in schwarz-rot-goldenen Farben gehaltene Cover und die Bemerkung gleich zu Anfang, dass mit ‚Äěalten S√§cken‚Äú nicht die Vertreter einer gewissen Altersgruppe, sondern vielmehr die einer gewissen Geisteshaltung gemeint sind? Weiterlesen

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Birgit Kelle und der d√ľnne Firnis der Zivilisation

Die konservative Autorin Birgit Kelle liefert reaktionären und rechtsradikalen alten Männern schon länger erfolgreich Empörungsvorlagen und hat daraus ein einträgliches Geschäftsmodell entwickelt. Immer wieder wehrte sie sich dagegen, mit AfD, Pegida und Co. in einen Topf geworfen zu werden. Mit ihrem neuen Text zeigt sie aber: Genau dort gehört sie hin. Weiterlesen

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TTIP: die letzte Schlacht der Achtundsechziger

Im Oktober 2015 fand in Berlin eine der gr√∂√üten Demonstrationen der letzten Jahrzehnte statt. ¬†200.000 Menschen demonstrierten unter dem Motto “F√ľr einen gerechten Welthandel” gegen das Freihandelsabkommen der EU mit den USA, TTIP. Die Demonstranten waren dem Aufruf eines B√ľndnisses aus √ľber 60 Organisationen gefolgt, deren wichtigste Greenpeace, Foodwatch, Compact, Oxfam und¬† Attac sind. Auch die Gewerkschaft der Polizei (sic) und Brot f√ľr die Welt waren ¬†mit von der Partie.¬† Schaute man sich die Berliner Demonstranten genauer an, fiel auf, dass neben vielen jungen Teilnehmern – vermutlich aus dem studentischen¬† Milieu – viele Silberk√∂pfe unterwegs waren, Menschen zwischen 60 und 75, die auch schon anderenorts ¬†durch Militanz und Renitenz aufgefallen waren (Beispiel: Stuttgart 21). H√§tte man sie nach ihrer Protestbiografie gefragt, h√§tten sie sicher viel erz√§hlen k√∂nnen: von den Schlachten um Brokdorf, Wackersdorf und Wyhl; von der Freien Republik Wendland,¬† von der Rathausbesetzung in Bonn;¬† von der¬† Demo im Bonner Hofgarten gegen die NATO-Nachr√ľstung und vieles mehr. Vermutlich hat sie der antiamerikanische Unterton, der alle Proteste gegen TTIP begleitet, angezogen. Warum sollte man nicht noch im fortgeschrittenen Alter gegen den Staat ¬†auf die Stra√üe gehen, den man schon¬† als jugendlicher Rebell¬† ¬†als “Feind der Menschheit” bek√§mpft hat (“Nieder mit dem US-Imperialismus!”; “USA: SA – SS”). In der Werbeindustrie gilt die Devise: “Sex sells”. In der deutschen Protestkultur gilt: “Gegen die USA geht immer.” Weiterlesen

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Quo vadis, SPD?

Auch f√ľr Parteien gibt es Konjunkturen,¬† wie es Moden¬† f√ľr Musik- und Kleidungsstile gibt. Die SPD hatte ihre starke Zeit mit Willy Brandt – also in den 1960er/1970er Jahren. Zum einen gab es damals¬† einen Reformstau im Inneren (“Mehr Demokratie wagen!”) und in der Au√üenpolitik (“Neue Ostpolitik”). F√ľr beides hatte die SDP das passende Konzept und die richtige Pers√∂nlichkeit (“Willy w√§hlen!”) parat. Au√üerdem hat ihr die Studentenbewegung von 1968 viele jungen Menschen zugef√ľhrt, die zwar stark theorielastig waren, die in der traditionsbewussten Arbeiterpartei aber ¬†wie¬† ein Jungbrunnen wirkten. In den 1970er Jahren hatte die SPD √ľber eine Million Mitglieder, heute weniger als die ¬†H√§lfte. Nicht zu Unrecht spricht man von der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts als vom “sozialdemokratischen Zeitalter”. Das Konzept der “sozialen Gerechtigkeit”, das zum Markenkern der Sozialdemokratie geh√∂rt, war so erfolgreich, dass andere Parteien es zu kopieren versuchten. Die Gr√ľnen erg√§nzten ihr √∂kologisch ausgerichtetes Programm um sozialpolitische Forderungen (inklusive Umverteilung durch Steuern), die teilweise radikaler waren als die der SPD. Auch die CDU wollte beim Wettkampf um die sozial gerechte Gesellschaft nicht zur√ľckstehen. Angela Merkel und Ursula von der Leyen standen f√ľr eine moderne Familien- und Sozialpolitik, die zuvor ¬†in der CDU undenkbar gewesen w√§re. Weiterlesen

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Cigdem Toprak: Folklore und Klischees statt W√ľrdigung der Zuwanderung

Cigdem Toprak hat in der Berliner Lokalzeitung ‚ÄěTagesspiegel‚Äú die ‚ÄěWelt‚Äú kritisiert. Das Blatt habe in einer Berlin-Sonderausgabe angeblich die Bedeutung von Migranten f√ľr die Stadt unterschlagen. Das ist erstens Unsinn. Zweitens aber ist Topraks Artikel im ‚ÄěTagesspiegel‚Äú selbst ein Beispiel f√ľr einen folkloristischen, ja fast rassistischen Blick auf Zuwanderung.
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Der Untergang des Abendlandes

“In der Stunde wilder Ausgelassenheit, wo jede Leidenschaft entflammt und jede Z√ľgel entfernt war, […] wurde ein grausames Gemetzel unter den R√∂mern angerichtet […], und die Stra√üen der Stadt waren mit Leichen bedeckt.” Dies ist ein Zitat aus “History of the Decline and Fall of the Roman Empire” von Edward Gibbon (1737-1794), dem bedeutendsten britischen Historiker der Aufkl√§rung. Das sechsb√§ndige Monumentalwerk umfasst¬† den Zeitraum¬† von der Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christus bis zur Einnahme Konstantinopels durch die T√ľrken im Jahre 1453. Das Zitat beschreibt die Exzesse, die¬† die Westgoten unter ihrem Heerk√∂nig¬† Alarich im¬† Jahre 410 n. Chr.¬† anrichteten, als sie Rom drei Tage lang pl√ľnderten. Gibbon begn√ľgt sich nicht mit der Beschreibung der Massaker. Er will den Ursachen auf den Grund gehen, warum ein wildes Reitervolk ein bislang milit√§risch hocheffektives Imperium kl√§glich zu Fall bringen konnte. Er schildert ausf√ľhrlich den Sittenverfall, der sich vor allem in der Hauptstadt des Reiches, in Rom, ausgebreitet habe. Brot und Spiele und ein √ľppiges Luxusleben h√§tten die Moral geschw√§cht und die Widerstandskraft vor allem der Eliten gel√§hmt. Weiterlesen

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Was will Berlin architektonisch?

‚ÄěIch denke mir in der Gegend zwischen Potsdamer Platz und Alexanderplatz jede Baubeschr√§nkung aufgehoben. Hier entstehen m√§chtige Bautenreihen aus Glas, Stein und Eisen, so hoch, wie das Bed√ľrfnis es verlangt und der Baugrund es zul√§sst‚Ķ‚Äú So tr√§umte sich Walter Rathenau 1902 ein Gesch√§ftszentrum Berlins herbei, das er schon damals mit dem englischen Wort City bezeichnete.

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