avatar

Wer ist das Volk? Was ist ein Volk? Und √ľberhaupt Pal√§stina

Zu den r√ľhrigsten Vertretern der arabischen Sache im Nahen Osten geh√∂rt eine Dr. Gabi Weber aus Freiburg, von deren ‚ÄěCaf√© Palestine‚Äú auch ich als Medienvertreter immer wieder Erkl√§rungen und Ank√ľndigungen erhalte. So auch am Freitag letzter Woche. Weiterlesen

avatar

Die Spardiktatur aus Berlin

Das ist eine schallende Ohrfeige f√ľr die Kanzlerin und ihr stur befolgtes europ√§isches restriktives Spardiktat. Urheber der Klatsche¬† sind indessen keine R√ľpel und Rabauken von der Stra√üe, sondern zwei hochangesehene ehemalige Spitzenpolitiker der SPD: Erhard Eppler und¬† Hans Jochen Vogel.

In der Wochenendausgabe der S√ľddeutschen Zeitung melden sie sich in h√∂chster Sorge um den Bestand der Europ√§ischen Union und auch des Euro zu Wort mit der Schlagzeile ‚ÄěWenn uns die Europ√§ische Union nicht um die Ohren fliegen soll, muss Deutschland ein Zeichen setzen‚Äú.

Parallel zu den Horrorzahlen vom europ√§ischen Arbeitsmarkt mit mehr als 25 Prozent Arbeitslosen in Spanien und Griechenland und fast 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit auf der iberischen Halbinsel appellieren sie sorgenvoll an Berlin f√ľr eine Kurs√§nderung in der dominanten deutschen Europapolitik. Weiterlesen

avatar

Aus f√ľr Ulis Spielgeld: Das Kapital sorgt jetzt f√ľr die Moral

Man kriegt einen Mann aus dem Ghetto, aber niemals das Ghetto aus einem Mann. Man macht einen ballklugen Metzgerssohn zum Vorstand, aber er verliert den Geruch des Schlachthofs nicht. Das Depot mit ‚Äěwindfall profits‚Äú f√ľllen wie das gegnerische Tor mit Treffern wie den Schafsdarm mit Br√§t. Tragisch endet, wer als solcher Held nicht sieht, dass die Spiele der Gro√üen nicht mehr die Rosst√§uschereien der Kleinen sind.

Das ist der Moment, wo die Aufsteiger in die Gosse zur√ľckfallen, der sie entronnen sind. Idol hin, Idol her, sie werden fallen gelassen, weil niemand mit ihnen durch das Blut des Schlachthofs waten m√∂chte. Weiterlesen

avatar

Neulich in Kreuzberg

Wie die meisten Gro√üstadtbewohner kenne ich meine Stadt nicht wirklich. Mein allt√§gliches Leben spielt sich ab zwischen meinem Wohnquartier im gutb√ľrgerlichen S√ľdwesten der Stadt, meinem Arbeitsplatz an der Grenze Kreuzberg und Mitte, der Wohnung meiner Tochter in der N√§he des Kottbusser Tors in Kreuzberg, und den diversen Kinos, Museen, Galerien, Caf√©s und Restaurants, haupts√§chlich in Charlottenburg, Mitte und Kreuzberg, in denen ich einen Teil meiner Freizeit verbringe. (Und nat√ľrlich dem Gartencenter um die Ecke.)

Selten verirre ich mich in Neubau-Bezirke wie Marzahn oder Hellersdorf im Osten; in die Gropiusstadt oder das Märkische Viertel im Westen. Weiterlesen

avatar

Alles auf Anfang: Wie die SPD den Umschwung noch schaffen kann

Nein, es wird nichts mehr werden mit der Kanzlerschaft des Peer Steinbr√ľck.¬† Zu fremd sind sich Wahlvolk und Kandidat seit Steinbr√ľcks¬† Ausrufung ¬†zum Kandidaten der SPD geblieben. Viel hat der Kandidat ¬†seither falsch gemacht.

Vor allem hat ihm seine lose Zunge ¬†manchen Streich gespielt: vom Pinot Grigio – D√ľnkel¬† √ľber¬† das zu niedrige Kanzlergehalt¬† bis zur Geschlechtertrennung beim Schulsport. Stets hat er den richtigen Ton vermissen lassen oder ¬†Debatten losgetreten, die ihm in seiner ¬†Kanzlerambition eher schaden als n√ľtzen. ¬†Die SPD-F√ľhrung hat ihren Kandidaten zus√§tzlich geschw√§cht, indem sie ihm den Slogan ‚ÄěDas Wir entscheidet‚Äú aufs Auge gedr√ľckt hat.¬† Weiterlesen

avatar

Als die Quote begann: gegen den Mythos von der Frau als besserem Menschen

Eine große Frau trat ab. Die Bilder vom Staatsbegräbnis der ehemaligen Premierministerin des Vereinigten Königreiches gingen in der letzten Woche um die Welt. Alles war dort, was jemals Rang und Namen hatte. Margaret Thatcher, die erste Frau dauerhaft an der Spitze einer europäischen Nation, erhielt die letzte Ehrenbezeugung. Über ein Jahrzehnt hatte sie schon in den achtziger Jahren gezeigt, dass auch Mutti es kann.

Aber stand irgendwo unter den pathetischen Szenen aus London ihr Name? Margaret Hilda Roberts,Tochter eines Frömmlers und Gemischtwarenhändlers aus einer piefigen Kleinstadt, studierte Naturwissenschaftlerin, spätere Baroness Thatcher of Kesteven, wurde nicht genannt. Es war nur von der Eisernen Lady die Rede. Und die Welt wusste, wer gemeint war. Das ist mehr als erstaunlich. Der politische Mythos ersetzt die Person. Eine Frau macht Geschichte. Weiterlesen

avatar

Die Sozialdemokraten und Europa

Die SPD hat¬† nun ihr Regierungsprogramm f√ľr die Jahre 2013 bis 2017 vorgelegt. Man k√∂nnte dar√ľber mit einem Achselzucken vor√ľbergehen, da es nach der Bundestagswahl im Herbst vermutlich eine Gro√üe Koalition unter Angela Merkels F√ľhrung geben wird, in der die SPD als Juniorpartner brav die Merkel‚Äôsche Politik des Stocherns im Nebel – ‚ÄěFahren auf Sicht‚Äú nennt sie es ‚Äď mittr√§gt.

Andererseits zeigt das Programm, wie jedes Parteiprogramm, wes Geistes Kind diejenigen sind, die es verabschiedet haben. Und in so fern verdient es Beachtung. Weiterlesen

avatar

Das WIRR entscheidet

 

Keine Wechselstimmung im Lande. Die Stimme des Volkes ist nicht zu vernehmen, weil es nichts zu sagen gibt. Der Bauch grummelt nur leicht. Und dann knurrt er wohlig: Irgendwie macht die Merkel das gar nicht so schlecht. Na gut, die Bubis in der FDP; aber wer bekennt sich noch zur FDP? Liberale w√§hlen eh l√§ngst gr√ľn. Und sollten die Sozis eine gute Idee haben, kann man sicher sein, dass die neue Union die klaut.

Der Merkelsche Politikstil hei√üt Wunschkonzert: ‚ÄěGib Zeichen, wir weichen!‚Äú Eigentlich wollte sie fr√ľher das eine, aber zur Not macht sie auch das andere. Siehe Energiewende. Was also wird kommen? Schwarz-gr√ľn. Durchwurschteln als K√∂nigsweg. Weiterlesen

avatar

Obamas Sexismus

Ja, es gibt wichtigere Dinge: Nordkorea, der Iran, die Desintegration Europas, der islamische Radikalismus und meinetwegen die Frage, ob ausgerechnet Journalisten aus einem Land, in dem die Pressefreiheit nur dem Namen nach existiert, so einen Tanz auff√ľhren sollten, weil sie nicht einer vermutlich auf weite Strecken langweiligen Gerichtsverhandlung beiwohnen d√ľrfen.

Trotzdem.

US-Pr√§sident Barack Obama hat in Amerika einen Mini-Shitstorm geerntet, weil er √ľber die Justizministerin von Kalifornien gesagt hat, sie sei ‚Äěthe best-looking attorney general in the country‚Äú. (Man kann das schwer √ľbersetzen, weil die Amtsbezeichnung ‚Äěattorney general‚Äú im Englischen geschlechtsneutral ist. Auf Deutsch klingt das noch sexistischer als im Original.) Weiterlesen

avatar

Der Euro: Wunsch und Wirklichkeit

Die Einf√ľhrung des Euro als Zahlungsmittel in 17 europ√§ischen L√§ndern im Jahre 2002 war ein politischer Akt. Helmut Kohl l√∂ste ¬†durch die Zustimmung zum Euro ein Versprechen ein, das er im Jahre 1990 dem damaligen franz√∂sischen Pr√§sidenten Francois Mitterand gegeben hatte.

Dieser hatte seine Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands davon abh√§ngig gemacht, dass in der EU eine ‚ÄěVertiefung der Wirtschafts- und W√§hrungsunion‚Äú stattfindet. Durch den Vertrag von Maastricht wurde sie ¬†1992 in Angriff genommen. Frankreich erhoffte sich durch die gemeinsame W√§hrung, die wirtschaftliche St√§rke des wiedervereinigten Deutschland¬† b√§ndigen zu ¬†k√∂nnen, indem es in den Entscheidungsprozess der 17 Euro-L√§nder eingebunden wird. Bei Helmut Kohl¬† schwang das Gef√ľhl mit, Deutschlands historische Schuld, die es durch die ¬†monstr√∂sen Verbrechen der Nazis auf sich geladen hatte, durch das Aufgehen in der W√§hrungsgemeinschaft teilweise wieder gut machen zu ¬†k√∂nnen. Beide Erw√§gungen waren ehrenwert und vom nationalen Standpunkt aus legitim. Sie waren jedoch rein politisch motiviert und hatten mit wirtschaftlichem Sachverstand wenig zu tun.¬† Weiterlesen

Scroll To Top