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Politischer Mord als „Handwerkertip“

Der Basisdruckverlag in Berlin verlegt die Lebenserinnerungen von Norbert Kröcher („Bewegung 2. Juni“)

Linken Terrorismus wie in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es heute in der Bundesrepublik Deutschland nicht. Warnungen vor einer Wiederauflage eines solchen Terrorismus sind nicht selten lediglich Teil einer Kampagnenpolitik des AfD- Umfelds. Allerdings machen die Instrumentalisierungen friedlicher Massenproteste in Hamburg anlässlich des G-20 Gipfels für autonomen Straßenkampf mit der Polizei deutlich, dass das Potential eines linken Terrorismus durchaus vorhanden ist. Darüber hinaus reagieren linke und liberale Medien nur sehr zögerlich auf neuere Publikationen, die wie eine Rechtfertigung des linken Terrorismus klingen. Diese machen sich die Ahnungslosigkeit eines unaufgeklärten Publikums zu Eigen und  betreiben unter dem Mantel historischer Aufklärung, Propaganda für terroristische Politik. Read more

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Unheimliche Brüder

Die Muslimbruderschaft ist wie eine Schattenarmee. Niemand bestreitet ihren Einfluss auf die Vertreter des politischen Islam in ganz Europa. Und doch bekennen sich nur sehr wenige Muslime offen zur Bruderschaft. Das ist angesichts der Tatsache, dass die Organisation in Deutschland wie in den meisten anderen europäischen Ländern als antidemokratisch eingestuft wird, die offene Mitgliedschaft also nicht karriereförderlich ist, auch nicht verwunderlich.

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Kardinal Marx sollte den Begriff des „christlichen Abendlands“ nicht den Neurechten überlassen

 

Kardinal Reinhard Marx lehnt den Begriff „christliches Abendland“ ab, da selbiger inzwischen „vor allem ausgrenzend“ sei. Doch sollte man diese tradierte Bezeichnung nicht vorschnell den Neurechten überlassen. Vielmehr ist eine zeitgemäße pluralistische Konnotation des „christlichen Abendlands“ angezeigt, die auch dessen historische Licht- wie Schattenseiten im Blick hat.

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich kürzlich bei einer Diskussion mit dem Publizisten Michel Friedman im Berliner Ensemble gegen den Begriff „christliches Abendland“ ausgesprochen. Wörtlich sagte er: „Davon halte ich nicht viel, weil der Begriff vor allem ausgrenzend ist“. So werde die „große Herausforderung, in Europa dafür zu sorgen, dass verschiedene Religionen mit jeweils eigenen Wahrheitsansprüchen friedlich zusammenleben“, verkannt. „Ein friedliches Europa“ sei „kein Selbstläufer“. Read more

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Luthers judenfeindliches Testament

Ein Gastbeitrag von Stefan Weinert

„Und der Teufel, Luthers Teufel, Faustens Teufel, will mir als eine sehr deutsche Figur erscheinen, das Bündnis mit ihm, die Teufelsverschreibung, um unter Drangabe des Seelenheils für eine Frist alle Schätze und Macht der Welt zu gewinnen, als etwas dem deutschen Wesen eigentümlich Naheliegendes.“ (Thomas Mann)

Teil A

Die Ideologie der Judenfeindschaft, die in Manifesten und Pamphleten seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts massenhaft zirkulierten (z. B. durch Karl Eugen Dühring mit seinen rassistischen Verschwörungsphantasien, oder Otto Glagau mit seiner Denunziation im populären Wochenblatt “Die Gartenlaube”, wo er den Juden Schuld an der wirtschaftlichen Misere von 1873, dem “Gründerkrach” gab), war eine Bewegung der Abwehr gegen die Moderne. In vielen Traktaten wurden simple Welterklärungen für schlichte Gemüter geboten, in denen die Juden als Sündenböcke Schuld für alle wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme zugewiesen bekamen.  Read more

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Für Luther war der Jude keine Individuum, sondern Objekt und Parasit

Ein Gastbeitrag von Stefan Weinert

„Nietzsche hat über die Deutschen gesagt: ‚Ein Volk, das sich der Intelligenz eines Luther unterordnet!‘ – Nein Hitler ist kein Zufall, kein illegitimes Unglück, keine Entgleisung. Von ihm fällt ‚Licht‘ auf Luther zurück, und man muss diesen weitgehend in ihm wiedererkennen. Er ist ein echtes deutsches Phänomen.“ (Thomas Mann, Tagebucheintrag vom 20. Oktober 1937).

Im Nachgang zum großen Religionskrieg 1618 bis 1648 –  ausgelöst durch Luthers Reformation (besser und richtiger muss es heißen „Luthers Kirchenspaltung“) – begann 70 Jahre später die Diskussionen um die bürgerliche Integration der Juden in die europäische Gesellschaft. Read more

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Kaschrut-Stempel für Israel-Hasser

 

Islamophobie, Moslemhass, antimuslimischer Rassismus – wie man das Kind auch nennen will: Nur Islamfeinde leugnen, dass es so etwas gibt. Ich werde mich also nicht an einem Streit um Worte beteiligen. Doch nur mutwillig Blinde können leugnen, dass einige Muslime viel tun, um diesen Kulturrassismus – noch einmal: ich streite mich nicht um Worte – zu fördern. Es gibt antidemokratische, antiemanzipatorische und antisemitische Tendenzen im Islam – oder: unter Muslimen – , und sie dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden, bloß weil sie von Moslemhassern missbraucht werden, um alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen.

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Hitlers Holocaust wäre ohne Luthers Antisemitismus nicht möglich gewesen

Ein Gastbeitrag von Stefan Weinert

„Luthers Juden­attacken besaßen eine Jahrhunderte überdauernde tödliche Explosivkraft.“
Martin Stöhr, evangelischer Theologe

Mit dem Doktor Martinus Luther und seiner vorangetriebenen Reformation der bisherigen allein selig machenden Kirche kam es erstmals zu dem theologisch und religiös begründeten rassistisch gemeinten Antisemitismus. Das Selbstverständnis der Christen als “Verus Israel” führte dazu, den Juden die Zugehörigkeit zum Gottesbund abzusprechen. Als „Gottesmörder“ seien sie dazu verdammt, heimatlos in der Welt umherzuirren. Read more

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Kehrt der genetische Determinismus zurück?

Genetiker machen immer mehr genomweite Assoziationsstudien und berechnen polygenetische Werte. So wollen sie auch unsere komplexesten Merkmale wie Intelligenz und Bildungserfolg vorhersagen. Die Medien sind begeistert. Doch was ist wirklich dran am Hype?

Eine Titelgeschichte in der ZEIT, ein Aufmacher im Wissen der Süddeutschen Zeitung. Veröffentlichungen des bekannten britischen Verhaltensgenetikers Robert Plomin in Fach- und Publikumszeitschriften und viele weitere Artikel in diesen und anderen populären Medien lassen keinen Zweifel aufkommen: Die Gen-​Deterministen schlagen zurück. Dem aufmerksamen, naturwissenschaftlich interessierten Leser kann in diesem Sommer und Herbst nicht entgangen sein, aus welcher Richtung gerade der biologische Wind weht. Die Gene sind wieder an der Macht. „Eine neue Genetik der Intelligenz” hat Robert Plomin gar versprochen.

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