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Die Zeitungsverleger sollten von Apple lernen

Die Frage, wie man mit Journalismus Geld machen kann, ist f√ľr mich als Journalist nat√ľrlich von existenziellem Interesse. Aber auch wer sein Geld nicht in diesem Gewerbe verdient, sollte sich diese Frage stellen. Denn wenn das nicht geht, wird es entweder keinen Journalismus geben, oder nur Sensationsjournalismus, der nach wie vor Massenauflagen erzielen kann, oder nur staatlich subventionierten Journalismus.

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Folter und Doppelmoral

Auf die Gefahr hin, die Weihnachtsstimmung der Leser zu verderben, m√∂chte ich ein wenig bei der Frage der Folter verbleiben. Genauer: bei der Frage der Folter von Terrorverd√§chtigen durch die CIA. Ginge man nach der Aufregung in manchen Medien, so k√∂nnte es scheinen, als habe der Geheindienstausschusses des US-Senats Folter in bisher unbekanntem, schockierendem Ausma√ü enth√ľllt. ‚ÄěDie USA sind ein Folterstaat”, meint Jakob Augstein auf¬† SPON. “F√ľr den Westen geht es jetzt um alles: seine Werte, sein Wesen, seine Identit√§t.‚Äú

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Der Schwanengesang des Imperiums, Teil 2

Von Sonja Margolina:

General Dawydow, ein Protagonist meines Romans “Brandgeruch” (Berlin-Verlag 2011), hat eine steile Karriere in der sowjetischen Au√üenaufkl√§rung hinter sich. In den 70er Jahren war er einem Zirkel von Geheimdienstverschw√∂rern beigetreten, die zum Ziel hatten, das unf√§hige Politb√ľro zu entmachten und die Konfrontation mit dem Westen zu beenden. Anfangs von der Perestroika und dem Zerfall der Sowjetunion (SU) √ľberrumpelt, gelang es den Verschw√∂rern doch noch, ihren Einfluss zur√ľckzugewinnen und ihn sogar noch auszubauen.

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Aufruf mit vergifteten Argumenten

Der Aufruf der 60 Prominenten “Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!” ist ein Dokument der Angstmache und der Realit√§tsverleugnung. In immer neuen Wendungen wird die Angst vor einem neuen Krieg, dem Krieg der NATO gegen Russland, beschworen: “In diesem Moment gro√üer Gefahr f√ľr den Kontinent”/ “Die Menschen in Europa m√ľssen wieder Angst haben”. Man reibt sich die Augen und fragt, welche Zeitungen die Urheber des Textes lesen und welche Fernsehprogramme sie schauen. Findet in Donezk und in Luhansk nicht l√§ngst ein Krieg statt? Ausgel√∂st von sogenannten Separatisten, die als Offiziere des russischen Geheimdienstes identifiziert sind. Weiterlesen

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Dirty Harry kehrt zur√ľck

Manchmal hilft einem das aktuelle Geschehen auf die Spr√ľnge. Mir ist ja klar, dass ich mich als Verteidiger der Pr√§sidentschaft des George W. Bush
nicht dr√ľcken kann vor der Diskussion des Senatsberichts √ľber die Verh√∂rpraktiken der CIA. Als ich heute ‚Äď Montag ‚Äď dabei war, diesen Artikel im Kopf vorzuformulieren, h√∂rte ich in der BBC zwei Nachrichten, die, wie mir scheint, f√ľr die Diskussion durchaus relevant sind. In China gab die Justiz zu, einen Unschuldigen hingerichtet zu haben. Und in Sydney √ľberfiel ein Terrorist ein Caf√©.

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Der Schwanengesang des Imperiums, Teil 1

Von Sonja Margolina:

Der Aufruf der 60 Russland-Versteher ‚ÄěWieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!‚Äú ist in der √Ėffentlichkeit auf scharfe Kritik gesto√üen. Zahlreiche Medien und inzwischen auch eine √ľberw√§ltigende Mehrheit der Osteuropa-Experten monieren einseitige Schuldzuweisungen an die Adresse des Westens und eine deprimierende Ahnungslosigkeit bezogen auf Russland und Osteuropa. Die inzwischen gewonnenen Erkenntnisse √ľber den asymmetrischen Krieg Russlands gegen die Ukraine und √ľber die subversiven Aktivit√§ten des Kremls in den europ√§ischen Staaten erlauben es nicht mehr, Russland zum Opfer des imperialistischen Westens zu stilisieren.

Allm√§hlich wird der √Ėffentlichkeit bewusst, dass besonders am Anfang des Konflikts in den deutschen Medien der Standpunkt der russischen Propaganda unreflektiert wiedergegeben wurde. Weiterlesen

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Der Ostausschuss und seine n√ľtzlichen Idioten

Zuweilen wird unterstellt, der Assoziierungsvertrag zwischen der Europ√§ischen Union und der Ukraine sei Ausdruck der imperialen Interessen westlicher Kapitalisten. Mein Freund und Sparringpartner Henryk M. Broder bringt es sogar fertig, einerseits diese Sicht der Dinge zu unterstellen, andererseits die Assoziierung abzulehnen, weil sich die EU damit einen Versorgungsempf√§nger aufb√ľrden w√ľrde:

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Atemberaubend, schockierend, ersch√ľtternd

Man h√§tte gedacht und gehofft, dass die luftschnappende Hyperbole mit dem Tod Frank Schirrmachers nach und nach aus dem Repertoire Frankfurter Allgemeiner FeuilletonistInnen verschwinden w√ľrde. Leider nicht.
In einem Text f√ľr die ‚ÄěFrankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‚Äú berichtet die Feuilletonistin Julia Encke von einem ‚Äěatemberaubenden und schockierenden‚Äú Text √ľber die ‚Äědeutschen Hauptstadtjournalisten‚Äú, den sie gerade gelesen hat.

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