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Die Zeitungsverleger sollten von Apple lernen

Die Frage, wie man mit Journalismus Geld machen kann, ist für mich als Journalist natürlich von existenziellem Interesse. Aber auch wer sein Geld nicht in diesem Gewerbe verdient, sollte sich diese Frage stellen. Denn wenn das nicht geht, wird es entweder keinen Journalismus geben, oder nur Sensationsjournalismus, der nach wie vor Massenauflagen erzielen kann, oder nur staatlich subventionierten Journalismus.


Die Frage ist zwar nicht neu. Aber sie wird durch das Internet auf eine qualitativ neue Art gestellt. Es handelt sich dabei nicht einmal in erster Linie darum, dass alle Print-Qualitätsmarken durch kostenlose Internet-Angebote eine Erwartungshaltung, eine Umsonst-Mentalität, bei den LeserInnen hervorgerufen haben, die man nun mit eher mäßigem Erfolg durch Paywalls der einen oder anderen Art oder der Unterscheidung in Gratis- und „Premium“-Angebote zu konterkarieren versucht.
Es geht darum, dass es prinzipiell unmöglich scheint, Inhalte hinter Bezahlschranken zu verbannen, wenn sie einmal online erschienen sind. Das fiel mir heute auf, als ich, einem Lektürehinweis nachgehend, den Artikel „Biology’s Next Revolution“ von Nigel Goldenfeld und Carl Woese suchte. Da ich wusste, dass er in „Science“ veröffentlicht worden war, fand ich ihn leicht:

http://www.nature.com/nature/journal/v445/n7126/full/445369a.html

Hmm. 16 Euro für einen Artikel? Alles was recht ist, aber … Nun, eine erweiterte Stichwortsuche bei Google löste das Problem:

http://guava.physics.uiuc.edu/pubs/preprints/Goldenfeld-Woese-Nature-2007.pdf

Nun könnte man sagen, es handele sich um einen älteren Artikel (2007); bei neueren Artikeln sei die Umgehung von Bezahlschranken nicht so leicht. Nehmen wir also einen Beitrag aus dem „Wall Street Journal“, der mir vor einigen Tagen auffiel. Hier geht es nicht um Mikroben, sondern um den „Islamischen Staat“, genauer um den früheren General John Allen, der im Auftrag Barack Obamas die Koalition der Willigen gegen den IS zusammenhalten soll:

http://www.wsj.com/articles/joe-rago-inside-the-war-against-islamic-state-1419636790?tesla=y&mod=djemMER_h&mg=reno64-wsj&url=http://online.wsj.com/article/SB12265722269804043990704580345142530672292.html?mod=djemMER_h

Klingt interessant, aber da ist gleich die Paywall. Hm. Nochmal googeln:

http://fortunascorner.com/2014/12/27/inside-the-war-against-the-islamic-state-wall-street-journal-weekend-interview-with-u-s-special-envoy-in-the-war-against-the-islamic-state-gen-john-allen/

Mit einem Wort: Paywalls und andere Bezahlschranken kann man mit etwas Aufwand in der Regel umgehen. Warum also sollten LeserInnen eine Zeitung, Wochenzeitung oder Zeitschrift, die online erscheint, überhaupt abonnieren? Die Antwort lautet: Aus Bequemlichkeit und aus Vertrauen.
Es ist mit einigem Aufwand verbunden, sich täglich oder wöchentlich die wichtigsten Artikel zum Verständnis des Weltgeschehens zusammenzugoogeln. Die Bequemlichkeit legt es nahe, die Sichtung, Darstellung und Interpretation der Fakten Leuten zu überlassen, die das von Berufs wegen machen. Aber wem vertraue ich diese Aufgabe an – wem vertraue ich überhaupt? Traditionell sind das die großen Zeitungsmarken. Der Studienrat liest „Die Zeit“, die Professorin die „FAZ“, der Banker die „Financial Times“ und so weiter. Die Identifikation einer Leserschicht mit der Marke – „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ / „Spiegel-Leser wissen mehr“ – ist die Grundlage für das Geschäftsmodell: diese Leser liefert die Marke den Anzeigenkunden.

Die Verlage haben zwar dieses Modell selbst zerstört, indem sie das Produkt mehr oder weniger vollständig umsonst online angeboten haben. Dieser Fehler hat allerdings nur eine Tendenz beschleunigt, die bereits im Gange war: die Ablösung jüngerer Leser von der Marke, der Niedergang der Zeitung als Weltinterpretations- und Selbstdefinitionsportal. Diese Entwicklung verläuft parallel zur Schwächung der Bindung an andere Institutionen, insbesondere die politischen Parteien, aber auch Kirchen und Vereine. Um es kurz zu machen: die Bequemlichkeit allein reicht nicht als Motiv, eine Zeitung zu abonnieren; das Vertrauen aber, die Leserbindung, die Markentreue schwindet.
Unter diesen Bedingungen sind Paywall-Modelle zum Scheitern verurteilt. Die Leserin, die bei der „FAZ“ auf eine Bezahlschranke stößt, switcht zur „Welt“ und umgekehrt.
Heißt das, die Verlage müssten sich damit abfinden, dass über die Leser kein Geld zu holen ist? Ich glaube nicht. Denn die Motive Bequemlichkeit und Vertrauen wirken weiter.
Noch vor einigen Jahren schien es eine ausgemachte Sache zu sein, dass mit Musikaufnahmen kein Geld mehr zu machen sei, die Zukunft schien kostenlosen Tauschbörsen wie Napster zu gehören. Dann kam iTunes. Indem iTunes es möglich machte, statt ganzer Alben einzelne Songs für 99 Cent – unterhalb der Schmerzgrenze der allermeisten Konsumenten – zu kaufen, rettete sie das Geschäft mit der Musik. Es ist für die meisten Konsumenten bequemer, im Apple-Store per Mausclick einzukaufen, als sich auf irgendwelchen illegalen Websites herumzutreiben. Außerdem bürgt Apple mit seinem Namen für Qualität. Man vertraut der Marke.
Mein Vorschlag nun lautet, dass sich alle deutschen Zeitungsverleger und sonstigen Anbieter von Online-Journalismus (z.B. Rundfunk- und TV-Sender) zusammentun, um einen Online-Kiosk zu schaffen, der wie iTunes funktioniert. Die LeserIn kann dort. sofern sie Zahlungsdetails hinterlegt hat, per Click ganze Zeitungen oder gar Abonnements kaufen, oder eben auch nur einzelne Artikel, Videos und dergleichen. Das Entscheidende wäre, dass es außer diesem Kiosk keinen legalen Weg gäbe, an das Online-Material heranzukommen. Sicher würden Dienste wie „Google News“ oder „Perlentaucher“ mit Zitaten an die Grenze des Erlaubten gehen, hier und dort – etwa auf Facebook oder auf individuellen Blogs – würden Artikel ganz oder auszugsweise illegal erscheinen. Aber erstens könnten die im Online-Kiosk zusammengeschlossenen Content-Anbieter sehr viel effektiver gegen Piraterie vorgehen, als es jetzt der Fall ist. Und zweitens könnte man vermutlich auf die Bequemlichkeit der LeserInnen vertrauen. Denkbar wäre auch ein Modell, bei dem der Leser ein Kiosk-Abo kauft, mit dem Recht, alle dort angebotenen Artikel usw. zu lesen; der Erlös wird je nach Clickzahl und Verweildauer unter den Content-Anbietern aufgeteilt.
Man sage nicht, durch dieses Modell würde der Wettbewerb unter den Verlagen aufgehoben. Im Gegenteil. Am herkömmlichen Kiosk findet Tag für Tag der Wettbewerb statt; so wäre es auch bei diesem Online-Kiosk. Ja, man kann sagen, dass erst die Schaffung eines solchen Kiosks einen funktionierenden Markt im Internet herstellt. Möglicherweise müsste er – wegen der großen Bedeutung der Zeitungen für die Meinungsbildung – per Gesetz begründet und der Kontrolle der Bundesnetzagentur oder einer ähnlichen staatlichen Behörde unterstellt werden.
Zweifellos enthält dieser Vorschlag einige Gedankenfehler; ob sie derart gravierend sind, dass man das gesamte Konzept als unsinnig verwerfen sollte, muss die Diskussion ergeben. Jedenfalls halte ich den Versuch, eine solche Einrichtung zu schaffen, für viel sinnvoller als das impotente Jammern über die Übermacht von Google.

85 thoughts on “Die Zeitungsverleger sollten von Apple lernen

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    Für eine “OPEC-Methode” fairer Bezahlung der Medien im Netz / eine Branchenvereinbarung als Ausweg (SR 2013, Auffälle-Blog)

    Es kann wohl als Ausweg v.a. aus den finanziellen Problemen der Presse nur – wenn überhaupt – eine allg. Branchenvereinbarung im Bereich Printmedien /Nachrichten-Sites geben: nämlich die von (weitgehend) allen Printmedien u.a. news sites gleichzeitig eingeführte (nicht mehr als faire) Bezahlung für professionellen journalistischen Inhalt im Internet! Im Gegenzug dürfen solche miserabel-unkritischen “Performances” wie jüngst in den journalistischen Fällen Grass, “Wulff Rush” und Brüderle nicht mehr vorkommen – selbstverständlich; denn es kann dann umso mehr nur um eine konzertierte Aktion “Qualität für faire Bezahlung” gehen – “Qualität…”, die in obigen Fällen weder vom (dort oft verächtlichen, ja hetzenden) Stil noch vom (weithin mangelhaften) Reflektionsniveau noch von der (oft dem Mitläufertum geopferten) Vielfalt vorhanden war, ja: die Grenze zum Amateurjournalismus oder Hobbyschreiber verwischte so – und genau so etwas lässt den Tod für den professionellen Journalismus ahnen. Auf den guten und loyalen Willen von Usern schließlich zu setzen, die für “Ihr” Blatt bei gesonderter Einführung eines Bezahlungsmodus’ etwas auszugeben und *nicht* auf andere Medien auszuweichen bereit wären, ist illusorisch und wird es bis auf Ausnahmen bleiben. Es bleibt nur eine Art sanfte OPEC-Methode der Siebziger, soviel schöner ein Menschenbild vom fairen Konsumenten wäre…
    Dabei aber stellt sich die Frage der Kartellgesetzgebung (u.U. ihrer Angemessenheit hier?) – auf die an anderer Stelle einzugehen ist.

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    Lieber KJN,
    ich habe darüber noch mal nachgedacht, irgendwas ist an Springer und der Telekom anders (ich lese gerne Springerpresse und wäre, wenn es sie hier gäbe, gerne Telekomkunde), ich weiß nicht was, aber mit alles aus einer googligen Hand (Googlesuche, Googlefiber, usw.) hätte ich vermutlich kein Problem. hmm.

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    Ist es eigentlich die Aufgabe von Journalisten des öffentlich rechtlichen Rundfunks rumzuspekulieren, ob das ne False-Flag-Aktion (von wem überhaupt?) in Paris war?

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    Lieber EJ, ich weiß nicht, was sie genau geschaut haben, aber das sind auch für mich keine Nachrichten. Bei internationalen Sendern wie euronews (öffentlich-rechtlich, die einzigen Sender in Europa die nicht teilnehmen sind ARD und ZDF…; sowas meinte ich) geht’s nicht um Mord in Lüneburg.

    Lieber KJN, ok, aber das gibt’s ähnlich doch schon: viele Internetanbieter liefern Virenscanner (gegen einen kleinen Obulus) mit und bieten ne Emailadresse (ist die Telekom da jetzt über 2 GB hinausgekommen? darf man die Adresse behalten, wenn man den Internetanbieter wechselt?), die Telekom hatte früher auch noch t-online-News oder wie das heißt. So pralle fand ich diese eierlegenden Wollmilchsauangebote, da sie manchmal auch noch teurer und schlechter sind, nie.

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    @EJ
    privaten Rundfunk und den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine Stufe?
    So ist es. Und zwar genau da: bei der politischen Information. Politisch informative Sendungen gibt es auch bei NTV, N24 und Servus TV. Empfehlenswert auch BBC – Radio 4. Wr braucht da noch Monitor, Jauch Plasberg & Co. Und der Deutschlandfunk hat eine seiner ureigensten Aufgaben, die Übertragung der Parlamentsdebatten auf der deutschlandweit empfangbaren Langwelle am 31.12.2014 eingestellt. Überdies senden ARD, ZDF sowie öff. rechtliche Radiosender mehrheitlich Werbung und daher bin ich bin mit meiner Kritik an diesem Selbstversorgungsunterhaltungsmoloch noch recht moderat. Mein letztes Angebot: 1 TV, 1 Radiosender deutschlandweit empfangbar auf MW oder LW, nach BBC-manier: max. 5 Euro/Monat.
    Die FAZ scheitert wirtschaftlich an deren Verzettelung, ich denke das darf auch ARD/ZDF.

    @lucas
    Ich hatte es doch mehrfach versucht darzustellen – es ist mir offensichtlich nicht gelungen, daher nochmal: Ein Zusatznutzen macht ein Angebot attraktiv. Das kann der attraktive Internet-Zugang sein (‘bei uns brauchen Sie keinen Virenscanner’, plus eine Email mit ‘Reputation’ wie t-online.de, warum auch immer), oder ein Zeitungsformat, das ich auch im German-Wings-Flieger lesen kann. Überhaupt kommen ‘kompakte Formate’, auch inhaltlich, offensichtlich gut an und das muss kein Qualitätsnachteil sein.

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    @ lucas

    Heute zwischen 19 und 20 Uhr Nachrichten bei einem Privatsender:

    1. “Grexit” – die Kanzlerin zeigt den Griechen die kalte Schulter, so wörtlich. Wie Sie das tut und was genau das heißt, können Sie nur wissen, wenn Sie sich bereits anderswo informiert haben.
    2. Forderung: Maut auf allen Straßen
    3. Doppelmord in Lüneburg
    4. Prozess gegen den Boston-Bomber – der Täter hält sich für unschuldig, weiß die Stimme aus dem Off. Und sie weiß auch – woher? – dass die Menschen in Boston hoffen, dass die Geschworenen das anders sehen. – Die Pointe, dass der Beschuldigte der drohenden Todesstrafe entgehen könnte, wenn er sich schuldig bekennt, entgeht der Stimme aus dem Off. Überhaupt wird die in den USA kontrovers geführte Diskussion um den Prozess mit keinem Wort erwähnt.
    5. Schwierigkeiten bei der Untersuchung der “Norman Atlantic”
    6. Königin Elisabeth kommt im Sommer nach Deutschland
    7. Elektronikmesse in Las Vegas – wenn die Messe so ist wie die “Berichterstattung” …
    8. Moderator: Mögliche neue Zeitstrafe im Fußball
    9. Heneß im Freigang
    10. Dax
    11. Wetter

    Sehr schön, lucas. Mit Ihren Nachrichtensendern – sofern Sie die privaten meinen – sind Sie ja anscheinend bestens informiert. Glückwunsch!

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    Danke für diesen Einblick, lieber Alan Posener! Für mich gibt’s von jetzt welt24 nur welt.de. Dann kennen faz, Spiegel und nzz ja schon die Lösung für ihre Probleme. 😀

    Lieber Moritz Berger, danke für die Warnung, ich verstehe nur nicht wo das nicht Medien sind: “Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Druckbetriebe, Pressevertrieb, Fernsehsender, Radio, Onlinedienste, TV-Produktion”

    Lieber KJN, jain, ich kann natürlich nicht in die Zukunft schauen, aber bisher haben Browser meist alle gut funktioniert und keine Viren hereingelassen. EPost will ich nicht, ich hab nen Briefkasten, falls mir jemand rechtssichere Post zuschicken will, soll er das darüber machen.

    Lieber Parisien, ich kenne Leute, die wollen Chlorfleisch, weil es ihnen besser bekommt. Dass der Tiroler Speck nicht aus den Rockys oder der Walachai kommen sollte, habe ich zwar irgendwie verstanden; würde das fallen, und mir das wichtig sein, würde ich beim Kauf kurz nachschauen, so what? Es wird Herstellern doch vermutlich nicht verboten werden so etwas wie Demeter-, Bioland- oder ähnliche Siegel für die Herkunft mit Bedingungen zur Vergabe zu erfinden.

    Wie macht die welt bei geringerer Auflage mehr Gewinn als die faz? Vielleicht in dem sie sich mehr auf wichtigeres (wo es niemanden stört, dass es fehlt) konzentriert und deshalb Arbeitskosten einsparen kann.

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    Lieber Edmund Jestadt, ich gucke das, worauf sich bezogen wird: Nachrichtenagenturen und -sender. Manche berichten un-, manche gefärbt; Färbung entspricht meist politökonomischen Interessen des Herausgebers; wobei sie weitgehend neutral berichten müssen, sonst schwindet über kurz oder lang und bei besseren Alternativen das Vertrauen, die Finanzierung und der Einfluss.

    Ich schaue die Tagesschau seit zehn Jahren nicht mehr. Falls sie die gucken wollen, müssten sie eigentlich auch die Verantwortung übernehmen und Frau Slomka bezahlen.

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    @ KJN: Veröffentlichen private Medien (Zeit, Süddeutsche, Spiegel, Welt) nur Schrott (Promi-Busen-OPs etc.)??

    Nein. Aber sie sind eben auch nicht bzw. immer weniger marktgängig. (Das bzw. dem abzuhelfen, ist das Thema des Threads. Oder?)

    KJN: aber das ‘öffentlich rechtliche’ ist längst auf dem Niveau der vielgeschmähten ‘Privaten’

    Wir sprechen von politischer Information! Unter dem Aspekt stellen Sie den marktgängigen privaten Rundfunk und den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine Stufe? – Ich vermute, Sie haben weder Radio noch Fernsehen.

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    Dieses Stück von Hannes Stein werde ich mir aber merken (auch richtig klasse):
    Es muss aber mitunter auch lästig sein, in Deutschland zu leben. Denn Deutschland hat genau dasselbe Problem, nur andersherum: Hier gibt es zu viel politischen Konsens. Der sichtbarste Ausdruck dafür ist Angela Merkel, die, weil sie ihre Pappenheimer kennt, weiß, dass sie den Deutschen die Wahrheit nur in winzigen Dosen zumuten darf und sich darum schon jetzt einen Preis als langweiligste Rednerin des 21. Jahrhunderts verdient hat (ein welthistorischer Fortschritt: Deutschland wird von einer Politikerin geführt, bei deren Reden man nach fünf Minuten begeistert einschläft!).
    http://www.welt.de/debatte/kom.....erden.html

    Darunter nennt Stein den einzigen Grund, amerikanischer zu sein, und das ist nicht TTIP. TTIP ist auch in Amerika umstritten, und das ist der Grund: Streitkultur. Bin begeistert. Falls es jemals eine Renaissance davon geben sollte, hat Stein einen Grundstein gesetzt.
    Frage: Wie kann man die GroKo zum Platzen bringen?
    Lieber zerstritten versagen mit immerhin einem Juwel von First Lady und einem Meilenstein: Erster farbiger Präsident, als in dieser Sauce.
    Des Präsidenten Kompetenz scheint zugenommen zu haben. Hier aber sieht alles nach einem Kompetenzabbau aus, in Deutschland wie in Frankreich.

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    @ Alan Posener
    Erzählen Sie mal, wie passt jetzt das zusammen

    Die verkaufte Auflage beträgt 305.747 Exemplare.[2] Die Zeitung hat die höchste Auslandsverbreitung aller deutschen Zeitungen (abgesehen von Boulevardzeitungen).
    wikipedia, Frankfurter Allgemeine

    Zusammen mit der nicht einzeln ausgewiesenen Welt Kompakt hat die Welt eine verkaufte Auflage von 202.630 Exemplaren. …..
    Die Medienseite der taz fasst den Wandel wie folgt zusammen: „Kurz vor Feierabend wird zwar noch eine Zeitung gedruckt, doch das ist eher ein Abfallprodukt dessen, was für welt.de sowieso geschrieben wurde. Eine Papierausgabe für all die treuen Abonnenten, die noch nicht gestorben sind. Fast ohne störende Anzeigen.
    2014 wurde bekannt, dass rund 42 % der gemeldeten verkauften Auflage nicht an Abonnenten oder in den Straßenverkauf gehen, sondern als Bordexemplar oder per Sonderverkauf abgesetzt werden. Der Verlag erhält dafür keine oder wesentlich geringere Erlöse.
    wikipedia, Die Welt

    mit Ihren Aussagen?

    Zweite Frage: Könnte es möglich sein, dass ein mutiger Harausgeber, der kritische Fragen nicht scheut, Folgendes nach sich ziehen kann?:
    Im Geschäftsjahr 2012 machte die Verlagsgesellschaft durch den weiteren Rückgang der Anzeigenerlöse einen Verlust von 4,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr durch den Verkauf von Vermögen noch ein Ertrag von 19,3 Millionen Euro erwirtschaftet worden war.
    wikipedia, Frankfurter Allgemeine

    Das würde doch bedeuten, dass es keinen unabhängigen Journalismus mehr gibt und Zeitungen genauso zerstört werden können wie andere Firmen oder ganze Staaten.
    Sollte das stimmen, würde Sie dann wundern, wenn Verlage eingehen? Märchen Erzählen können die meisten Leute auch allein und Einkaufen auch, ohne aufdringliche Werbung.

    1. avatar

      Lieber Parisien, sehen sie es mir bitte nach: ich habe Ihre Frage zur Auflagen- Anzeigen- und Gewinnentwicklung bei FAZ und Welt nicht verstanden. Ich würde mir aber auch keine Mühe machen, sie zu beantworten, wenn Sie tatsächlich der Ansicht wären, in der FAZ und der Welt würden “Märchen erzählt”. Also, wenn Sie ein ehrliches Interesse an der seriösen deutschen Publizistik haben, formulieren sie bitte Ihre Frage so, dass auch ich sie verstehe, und ich bemühe mich um eine Antwort.

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    Die Lit. Welt, großartig:
    “An mehreren Stellen dringt der Fluss zwischen steilen Berghängen hervor, die lotrecht über dem Wasser stehen und von Geißblatt und Sumpfkirsche, von Weißdorn und Erle, von Vogelbeere und Weide ganz überwachsen sind, und es gibt nicht viel, was an einem warmen Sommertag angenehmer sein könnte, als auf dem kleinen, dunklen Fluss zu rudern und nach oben zu schauen, auf all das weiche Grün, das sich an die schroffen Felshänge klammert.”
    http://www.welt.de/kultur/lite.....rbuch.html

    M.E. eines der größten Werke der europäischen Literatur. Neu übersetzt von Thomas Steinfeld.
    Danke, Welt. Der Tod bei Astrid Lindgren, die im Artikel (über Selma Lagerlöf) auch erwähnt wird, am besten, zusammen mit Auferstehung, nicht im Löwenherz, sondern in “Mio, mein Mio.”

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    @lucas
    “Warum sollte das jemand kaufen, wenn es freiere Internetzugänge gibt?”
    Ich würde es nicht kaufen, ich habe ein Betriebssystem, daß (derzeit noch) ohne Virenscanner /Security Suites und oder wie diese Zeitfresser sonst noch heißen mögen, auskommt. Aber ein geschütztes Informationsportal hätte m.E. schon einen Markt. Und nehmen wir mal an, das Outernet, der weltweit freie satellitengestützte Internet-Zugang würde sich durchsetzen: Ist es so abwegig, einen ‘zertifizierten’ viren- und trojanergeschützten Zugang zu einem seriösen Informationsportal – natürlich mit Zugang zum ‘freien’ Internet mittels einer Suchmaschine, zu bezahlen? Für, sagen wir 17,98 Euro/Monat? Inclusive einem gewissen Schutz für die E-Post?

    Generell wird Geld für Werte, wie Sicherheit, Seriösität, Qualität (inclusive gutem Journalismus) ausgegeben – wenn allerdings alle voneinander abschreiben, dann nicht.

  14. avatar

    Diese Frau. Ich bin so angetan von dieser Frau, dass ich hoffe, dass sie niemals Politikerin wird, niemals bitte. Sie ist weiblich, charmant, wunderschön und intelligent und hat zwei tolle Mädchen großgezogen.
    Wenn ich mich über den President ärgere, kann sie mich wieder ‘runterholen. Sie ist die wirkliche Schwarze und die wirkliche Nachkommin von Sklaven. Dass sie FLOTUS wurde, war richtig gut. Man sollte sie öfter anschauen, wenn man sich über sowas Ätzendes wie billige Chlorhühnchen ärgert: Michelle, la belle:
    http://www.welt.de/politik/aus.....Obama.html

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    Lieber Lucas,

    glauben Sie nicht alles was der ” Journalist ” bei der Welt 🙂 schreibt.

    Das Geld bei der AS AG wird zwar auch im online Medienbereich z.B. Bild, Welt und ein wenig mehr verdient.

    Der Profit liegt aber eindeutig im nicht Medienbereich:

    http://www.mediadb.eu/de/daten.....er-se.html

    “Christoph Keese zufolge “nicht der Journalismus sei, mit dem man das Geld im Netz verdiene, sondern Firmen wie idealo.de oder Zanox”

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    Lieber Alan Posener!
    Ganz so verkehrt ist das nicht:
    “Wir verdienen Geld, lieber lucas, weil wir so tolle Autoren haben wie Alan Posener zum Beispiel, die sich prima monetisieren lassen.”
    Sie haben auf jeden Fall, wie auch Broder, immer gut comments und daher Leser, und Sie lesen die comments, machen also Kundenpflege.
    Sie haben dort ein paar gute Leute, weitere will ich nicht anführen, weil ich sonst welche vergesse. Habe kürzlich wieder was Interessantes von Stein gelesen, kann mich um’s Verrecken nicht erinnern, was, sorry, aber dass es gut war. Doch wirklich, es war gut. Habe vielleicht zuviel gelesen oder irgendein Prachtessen verdaut und war geistig nicht dabei.
    Was man nicht vergessen sollte, ist die Literarische Welt. Muss diese Positivaussage mal der Grammatikfehler-Klage gegenüber stellen.
    Aber dass die FAZ nicht so viel verkauft, mag daran liegen, dass sie nun echt nicht für Krethi und Plethi schreibt. Tun Sie zwar auch nicht, klar, aber Sie haben schon mehr drin, was man mit 100 versteht. So eine Art mixture zwischen alter “Welt”, “Bild” und “Focus”. Es fällt aber auf, dass Spiegel, Welt und Focus oft ähnliche Themen in derselben Reihenfolge haben. Das muss Kunden kosten. Wieso soll ich dreimal den gleichen Bericht lesen?

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