avatar

Wo waren Sie am 26.4.1986, als die Tschernobylkatastrophe begann?

Heute fand im Bundestag eine bemerkenswerte Debatte zur 30 Jahre Tschernobyl-5 Jahre Fukushima statt zu den Folgerungen aus den beiden grossen Atomtechnologiekatastrophen, die immer noch weitergehen,um deren Opfer sich wohl das Europaparlament , der Bundestag,unz√§hlige Helferinnen z. B. die KInder von Tschernobyl-weltweit mehr k√ľmmerten als die sowjetische und russische alte und neue Nomenklatura. Die Halbwertzeit von Plutonium kennen sie die?Glauben Sie , dass wie ein Autor in der Welt schrieb, es nur 4000 Todesopfer gab?Die anderen Opfer, die hunderttausend Schilddr√ľsenkrebskranken, darunter viele Kinder, die heutige medizinische und soziale Lage der noch lebenden 600 000 Liquidatoren erw√§hnte er nicht.Ich erinnere mich an den 26.-29.4.1986:¬† Weiterlesen

avatar

Muslimische Staaten in der Pflicht

Seit Ausbruch des B√ľrgerkriegs in Syrien im Jahre 2010 sind √ľber¬† 11¬† Millionen Syrer auf der¬† Flucht. Das ist knapp¬† die H√§lfte der urspr√ľnglich 23 Millionen Einwohner. Die meisten davon – ¬†7,6 Millionen – sind Binnenfl√ľchtlinge, die noch relativ sichere Landesteile aufsuchen. 4 Millionen sind in die Nachbarstaaten geflohen, vor allem in die T√ľrkei, nach Jordanien und in den Libanon. Aus den ¬†Lagern in diesen L√§ndern¬† haben sich im Sommer und Herbst 2015 rund 1,5 Millionen Menschen auf den Weg nach Europa gemacht, weil die Lebensmittelversorgung in den Lagern schlechter geworden war. Die Balkanroute glich zeitweilig einer Autobahn der V√∂lkerwanderung. In Deutschland sind seit Sommer 2015 ungef√§hr 1,1 Millionen Menschen aufgenommen worden. Bei dem gigantischen Andrang, der die Beh√∂rden vor Ort vor enorme Herausforderungen gestellt hat, lie√ü es sich nicht vermeiden, dass sich auch Fl√ľchtlinge aus anderen muslimischen Staaten in den Strom gemischt haben, um sich als „Syrer“ das sichere Ticket f√ľr den Eintritt nach Deutschland zu sichern. Hoch ist vor allem der Anteil junger M√§nner aus Afghanistan, Pakistan, Eritrea ¬†und den Maghrebstaaten. Weiterlesen

avatar

Wider die Generationengerechtigkeit

Wer Generationengerechtigkeit sagt, meint Raub an den¬†Lebenden. Der Begriff ist ansonsten unsinnig. Es gibt schon innerhalb der Generationen keine Gerechtigkeit. So lebt jemand, der wie ich 1949 geboren wurde, in China oder¬†Indien heute¬†in der Regel schlechter als ich und hat daf√ľr ein schwereres Leben gehabt.¬†¬†Und das gilt nat√ľrlich f√ľr viele, vielleicht sogar die meisten Menschen meiner Generation in Europa, ja sogar Deutschland, da ich ein in vielerlei Hinsicht¬†privilegiertes Dasein f√ľhren durfte. Die Vorstellung, es k√∂nne oder m√ľsse gar eine Gerechtigkeit √ľber Generationengrenzen hinweg geben, ist Unsinn und maskiert in aller Regel nur den Wunsch, es von den Lebenden zu nehmen; ob es den Nachgeborenen gegeben wird, k√∂nnen die derart Besteuerten naturgem√§√ü nicht √ľberpr√ľfen; darum ist die Generationengerechtigkeit als Forderung auch undemokratisch.

Weiterlesen

avatar

Darf Satire wirklich alles?

Selten gehe ich mit der Meinung¬† konform, die Jakob Augstein in seiner Kolumne „Im Zweifel links“ auf SPIEGEL-online ¬†¬†√§u√üert. Mit seinem letzten Kommentar „Witz, komm raus!“ (18. 04. 2016) bin ich allerdings¬† voll und ganz einverstanden. Die Botschaft ist so einfach wie treffend: Bei Jan B√∂hmermanns Machwerk handele es ¬†sich weder um Kunst noch um Satire, sondern um eine Beleidigung. Und eine Beleidigung sei nach unserer Rechtsordnung strafbar – Kanzlerin-Erm√§chtigung hin oder her.

Mich hat in der √∂ffentlichen Debatte ¬†gewundert, wie sehr ¬†die feinsinnigen Feuilletonisten der liberalen Bl√§tter bem√ľht waren, das beleidigende Potential des anst√∂√üigen „Gedichts“¬† hinter dem Pathos der Verteidigung von Meinungsfreiheit und¬† Kunstprivileg ¬†zu verstecken. Man stelle sich einmal folgendes vor: Ein Pegida-Anh√§nger h√§tte ein solches Schm√§hgedicht gegen die Ausl√§nderbeauftrage der Bundesregierung (eine Deutsche mit t√ľrkischem Hintergrund) oder gegen Cem √Ėzdemir von den ¬†Gr√ľnen oder – noch schlimmer – gegen einen homosexuellen Politiker verfasst. Dann w√§ren die Wogen der Emp√∂rung hochgeschlagen und die ¬†wackeren Verteidiger der Meinungsfreiheit h√§tten nach dem Kadi gerufen. Weiterlesen

avatar

‚ÄěJe suis Fassbinder‚Äú ‚Äď Falk Richter und Stanislas Nordey bringen in Stra√üburg den europ√§ischen Ausnahmezustand auf die B√ľhne

‚ÄěDeutschland im Herbst 2016‚Äú. So lautet der Untertitel des neuen St√ľcks ‚ÄěJe suis Fassbinder‚Äú von Falk Richter, das dieser Anfang M√§rz im Th√©√Ętre National in Stra√üburg in gemeinsamer Regie mit dem dortigen Intendanten Stanislas Nordey auf die B√ľhne gebracht hat. Richter und Nordey zeigen, wie die Angst vor dem Terror in das Privatleben hineinwirkt, wie rechte Scharfmacher sich diese zunutze machen und wie wichtig eine klare Haltung von K√ľnstlern zu dieser Entwicklung ist. ‚ÄěJe suis Fassbinder‚Äú setzt so Ma√üst√§be f√ľr die Relevanz des Gegenwarttheaters.

112-Répétition-Stanislas Nordey et Falk Richter © Jean-Louis Fernandez_NB_033

Weiterlesen

avatar

Todenhöfers Einfall: Hug an Islamist

J√ľrgen Todenh√∂fer, ehemaliger CDU-Bundesabgeordneter und heute als politischer Aktivist in eigener Sache unterwegs, hatte sich mit seinem Buch ‚ÄěInside IS‚Äú schon als inoffizieller Pressesprecher des IS empfohlen. Den finden die Menschen zunehmend uncool, weshalb Todenh√∂fer sich einen neuen Trick √ľberlegt hat: Er unterst√ľtzt ab sofort lieber die deutschen Islamisten rund um Pierre Vogel bei ihrem Kampf um gesellschaftliche Anerkennung (Seite wird hier aus Prinzip nicht verlinkt). Frei nach dem Motto: Hug an Islamist, dann gibt es auch keinen Krieg mehr (aber irgendwann ist halt auch die Freiheit fl√∂ten, aber das nur am Rande, Herr Todenh√∂fer). Weiterlesen

avatar

Causa Böhmermann: Warum die Kanzlerin jetzt gehen muss

Ich muss gestehen, ich habe die Debatte rund um B√∂hmermann und Erdogan mit einer gewissen Fassungslosigkeit verfolgt. Ob das Gedicht nun von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, oder nicht, interessiert mich dabei nur am Rande. Das sollen die Gerichte entscheiden. Viel interessanter finde ich den politischen Kontext. Denn er wirkt weit √ľber den konkreten Fall B√∂hmermann hinaus. Denkt man lange genug dar√ľber nach, wird der Abgang der Kanzlerin zum w√ľnschenswerten Szenario. Weiterlesen

avatar

Ein Gespr√§ch √ľber B√∂hmermann

In der Causa Böhmermann gibt es meines Erachtens vier mögliche Betrachtungsweisen.
Entweder das Gedicht war eine Beleidigung (1.), oder es war keine Beleidigung (2.).
Wenn es keine Beleidigung war, dann deshalb, weil es eine Belehrung (1.1.) oder eine Satire (1.2.) war. Wenn es eine Beleidigung war, dann hat Erdogan sie entweder verdient (2.1.), oder er hat sie nicht verdient (2.2.), in welchem Falle Böhmermann eine Strafe verdient hätte.

Weiterlesen

avatar

Die Angst der AfD-Spitze vor der Basis

Die Parteif√ľhrung der Alternative f√ľr Deutschland muss f√ľrchten, dass ihr Programmentwurf auf dem Stuttgarter Bundesparteitag Ende April durchf√§llt.

Man stelle sich vor: Eine Partei erarbeitet zwei Jahre lang in einem aufw√§ndigen Prozess unter Einbeziehung der Basis ein Programm. Dieses soll nun auf einem Bundesparteiparteitag verabschiedet werden. Bei jeder anderen Partei w√§re die Zustimmung eine ‚Äěgmaade Wiesn‚Äú, wie man in Bayern sagt. Eine Selbstverst√§ndlichkeit also, so sicher wie ein Heimsieg des FC Bayern gegen das Tabellenschlusslicht der Bundesliga. Nicht so bei der AfD. Dort zittert die Parteispitze, ob der gemeinsame Leitantrag der Bundesprogrammkommission und des Bundesvorstands am Ende April stattfindenden Bundesparteitag das Placet der Basis finden wird. Weiterlesen

avatar

Böhmermann, Erdogan und kein Ende

Ja, darf er denn das? Bei vielen Diskussionen um Jan B√∂hmermanns Schm√§hgedicht gegen den Pr√§sidenten der T√ľrkei habe ich den Eindruck, die Diskutanten w√ľssten nicht, wovon sie reden. Der ‚ÄěMusik-Express‚Äú hat dankenswerterweise den Text dokumentiert. Hier ist es nachzulesen (und hier):

Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdońüan, der Pr√§sident…

Weiterlesen

Scroll To Top