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Die neue Spaltung – warum wir mehr Zukunft wagen m√ľssen

‚ÄěNicht wir spalten das Land, Deutschland ist gespalten‚Äú, sagte der Spitzenkandidat der ‚ÄěAlternative f√ľr Deutschland‚Äú (AfD), Alexander Gauland, in der letzten Fernsehrunde vor dem Wahlsonntag. Deutschland hat seine erste postfaktische Wahl erlebt. Die Deutschen leben in unterschiedlichen Welten und Wahrheiten. Vor allem in Ostdeutschland breitet sich ein Gef√ľhl von Ohnmacht und Orientierungslosigkeit, von Wut und Angst und von √úberforderung und √úberreizung aus. Hier wurde die AfD nach der CDU zweitst√§rkste Partei. Der emotionale Klimawandel hat den √∂kologischen abgel√∂st. Vor 35 Jahren waren die Gr√ľnen Profiteure der Angst vor dem Kollaps, heute sind es die Rechtspopulisten. Weiterlesen

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„Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat“ (Friedrich Nietzsche)

Von der ¬†Dichterin Bettina von Arnim gibt es ein Gedicht, das eindringlich¬† beschreibt, was f√ľr den Menschen Heimat bedeutet:

Auf diesem H√ľgel √ľberseh ich meine Welt!
Und k√∂nnt ich Paradiese √ľberschauen,
Ich sehnte mich zur√ľck nach jenen Auen,
Wo Deines Daches Zinne meinem Blick sich stellt,
Denn der allein umgrenzet meine Welt.

Der Mensch braucht anscheinend eine eng umgrenzte Welt, in der er sich heimisch und aufgehoben f√ľhlen kann. Dazu geh√∂rt vor allem die Sprache der Region, aber auch die ¬†Landschaft, in der man sich von Kindesbeinen an bewegt hat. Auch der Duft der B√§ume und Wiesen, das Ger√§usch eines Flusses pr√§gen sich als Heimatgef√ľhl ein. Heimat¬† ist auch der Ort, an dem ¬†die ersten menschlichen Beziehungen gewachsen sind, vielleicht die erste Liebe gefunden wurde. Weiterlesen

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Aus Wahlen lernen – aber das Richtige

Der Wahlerfolg der rechtsradikalen AfD und die Verluste auch der Union verf√ľhren zu dem Kurzschluss, „mit etwas mehr AfD w√§re das nicht passiert.“ Man sagt das so nat√ľrlich nicht expressis verbis, aber die Botschaft ist klar. Die Union m√ľsse vor allen Dingen „die rechte Flanke schlie√üen“.

Aber dieser Ansatz ist rein defensiv. Er √ľbersieht au√üerdem, dass die Union an die FDP mehr verloren hat (1,3 Mio) als an die AfD (1 Mio). Die W√§hler haben die Union in entgegengesetzte Richtungen verlassen.¬† Weiterlesen

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Das Land r√ľckt nach rechts

Es hat sich etwas ver√§ndert in Deutschland: Gr√ľne Politiker fordern mehr Polizei; Politiker der Linken wollen Fl√ľchtlingen das¬† Gastrecht aufk√ľndigen, wenn sie sich daneben benehmen; sozialdemokratische Innenminister, wie z.B. Boris Pistorius, gerieren¬† sich als beinharte Sheriffs. Dem n√§chsten¬† Bundestag wird voraussichtlich eine Partei angeh√∂ren, die einen hasserf√ľllten¬† rassistischen und neonazistischen Fl√ľgel aufweist. Im gegenw√§rtigen Bundestag hat Rot-Rot-Gr√ľn mit 340 von 631 Sitzen noch eine Mehrheit inne. 2013 h√§tten die drei Parteien also bequem¬† eine linke Regierung bilden k√∂nnen. ¬†Dass dieses B√ľndnis nicht zustande kam, liegt an der notorischen Feindschaft zwischen SPD und Linkspartei („Familie Lafontaine“), die – bislang – un√ľberwindbar scheint. Diese linke Mehrheit ist nach allen aktuellen Meinungsumfragen vor der Bundestagswahl 2017¬† perdu. Eine Woche vor dem Wahltermin ¬†k√§me Rot-Rot-Gr√ľn ¬†gerade einmal ¬†auf 36,5 ¬†Prozent der Stimmen (Infratest Dimap vom 14. 09. 2017).¬† Weiterlesen

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Karl Marx muss weiter tr√§umen – zur Diskussion √ľber ein bedingungsloses Grundeinkommen

„Jeder nach seinen F√§higkeiten – jedem nach seinen Bed√ľrfnissen“, so stellte sich Karl Marx das Schlaraffenland vor. Die klassenlose Gesellschaft werde es jedem erm√∂glichen, „heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je J√§ger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden“. In den bisherigen Versuchen hat es mit der Realisierung nicht geklappt. Sie wurden 1990 beendet, weil beide Versprechen vom real existierenden Sozialismus nicht erf√ľllt werden konnten.

Manche glauben, die Digitalisierung werde uns die Arbeit abnehmen, und wenn wir¬īs nur richtig anstellten, dann lie√üe sich das Ziel doch noch erreichen. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen k√∂nne man gewisserma√üen auf Sparflamme schon einmal anfangen, sich auf die arbeits-lose Gesellschaft der Zukunft vorzubereiten.

Ich denke nicht, dass es so kommt. Wie bei der ersten und zweiten industriellen Revolution werden Arbeitsplätze wegfallen. Vor 200 Jahren arbeiteten 80 Prozent in der Landwirtschaft, heute sind es noch 4 Prozent. Und sie produzieren ein vielfaches mehr. Hätte man die Bauern vor 200 Jahren gefragt, sie hätten vielleicht gedacht: dann muss ich ja nicht mehr arbeiten und bekomme trotzdem zu essen. Die Arbeit ist durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft aber nicht ausgegangen. Sie hat sich vom Feld in die Fabrik verlagert.

Auch durch die Digitalisierung werden Arbeitsplätze wegfallen. In der Industrie und im Handel. Weil mehrere Sektoren unserer Wirtschaft gleichzeitig betroffen sein werden und weil die Veränderungen nicht linear sondern eher exponentiell verlaufen, wird der Strukturwandel schneller ablaufen und uns vor größere Herausforderungen stellen, als dies bisher der Fall war.

K√ľnstliche Intelligenz, Roboter, neue Vernetzungen w√ľrden dazu f√ľhren, dass uns die Arbeit ausgeht. Deshalb helfe nur ein arbeitsloses Grundeinkommen. Zwei Fliegen mit einer Klappe also: die Arbeitsplatzsorgen bek√§mpft und den alten Traum von Marx endlich erf√ľllt.

Auch diesmal wird es nicht so kommen. Wir haben Arbeit, weil Menschen Bed√ľrfnisse haben. Und wir bekommen Geld daf√ľr, weil wir in organisierter Arbeitsteilung zur Befriedigung der Bed√ľrfnisse anderer Menschen beitragen, die uns daf√ľr bezahlen.

Diese Bed√ľrfnisse ver√§ndern sich mit den M√∂glichkeiten und sind, darauf kommt es hier an, prinzipiell unbegrenzt. Wir k√∂nnen heute noch nicht wissen, was sich die Menschen in 30 oder 40 Jahren w√ľnschen werden. Bei uns stand 1990 auch noch kein Handy auf dem Wunschzettel. Aber wir wissen schon, dass es auch Weihnachten 2050 Wunschzettel geben wird.

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Von guten und von schlechten Tieren

Menschen, denen die Gr√ľnen nicht sympathisch sind, k√∂nnen aufatmen. Es wird nach der Bundestagswahl keine Koalition mit den Gr√ľnen geben. Sie haben sich selbst aus dem Rennen katapultiert, indem sie ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 zur Bedingung f√ľr eine Regierungsbeteiligung machen. Darauf werden sich die¬† beiden gro√üen Parteien CDU/CSU und SPD nicht einlassen. Ihnen sind die Verbotsall√ľren der Gr√ľnen seit langem zuwider. Zudem wissen sie aus Erfahrung, dass Festlegungen √ľber 13 Jahre hinweg in der Politik abwegig und unrealistisch sind. Gerade im Bereich der Technik¬† verl√§uft ¬†die Entwicklung rasant und ist¬† nie genau vorhersehbar. Als Volksparteien sehen CDU und SPD es zudem als ihre Pflicht an, die Arbeitnehmer vor dem Verlust ihrer Arbeitspl√§tze zu bewahren. In der Automobilindustrie arbeiten immerhin 800.000 Menschen. Die Gr√ľnen haben als Partei der Besserverdienenden solche Sorgen¬† nicht. Die Planstellen ihrer Klientel im √Ėffentlichen Dienst sind sicher und krisenfest. Weiterlesen

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„Wenn Gott schl√§ft“ eine Filmkritik

Wenn Gott schläft.

Ein Dokumentarfilm von Till Schauder

(Kinostart am 12. Oktober 2017)

Till Schauders demn√§chst im Kino zu sehender Film ‚ÄěWenn Gott schl√§ft‚Äú erz√§hlt die Geschichte des iranischen Rappers Shahin Najafi, gegen den 2012 eine Todes-Fatwa erlassen wurde und ein Kopfgeld von 100.000$ ausgesetzt wurde.

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Die Russland-Connection

Gerhard Schr√∂der hat mit der Nachricht, er werde demn√§chst¬†¬† Vorstandsdirektor¬† der russischen √Ėlfirma Rosneft, dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz geh√∂rig den Wahlkampf verhagelt. Schnell einigten sich die SPD-Gr√∂√üen auf die Lesart,¬† es sei Schr√∂ders pers√∂nliche Angelegenheit, ob er den Posten¬† annimmt oder nicht. Die Politik der SPD werde davon nicht ber√ľhrt. Nun ist Gerhard Schr√∂der nicht irgendein beliebiges Parteimitglied. Er war einer der drei Bundeskanzler der BRD, die die SPD je gestellt hat. Und er wird auf Parteitagen immer¬† gerne als Redner ans Pult gebeten, weil man um seine Einpeitschqualit√§ten wei√ü. So geschah es auch am 25. 6. 2017¬† beim Wahlkampfparteitag der SPD¬† in Dortmund. Schr√∂der erhielt von den anwesenden Genossen mehr Beifall als Martin Schulz. Weiterlesen

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