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Republik der Missgunst

30 Jahre nach dem Mauerfall glaubt weniger als die H√§lfte der Deutschen, dass die Wiedervereinigung Vorteile f√ľr das Land gebracht habe. Das ist eines der vielen deprimierenden Ergebnisse einer Umfrage von YouGov und des Sinus-Instituts. Umfragen sind zwar mit Vorsicht zu genie√üen, aber es w√§re andererseits erstaunlich, wenn die deutsche Neigung zu N√∂rgelei und Selbstmitleid nicht auch das unverhoffte Gl√ľck von 1989 irgendwann eingeholt h√§tte.

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Das Land r√ľckt nach rechts

Es hat sich etwas ver√§ndert in Deutschland: Gr√ľne Politiker fordern mehr Polizei; Politiker der Linken wollen Fl√ľchtlingen das¬† Gastrecht aufk√ľndigen, wenn sie sich daneben benehmen; sozialdemokratische Innenminister, wie z.B. Boris Pistorius, gerieren¬† sich als beinharte Sheriffs. Dem n√§chsten¬† Bundestag wird voraussichtlich eine Partei angeh√∂ren, die einen hasserf√ľllten¬† rassistischen und neonazistischen Fl√ľgel aufweist. Im gegenw√§rtigen Bundestag hat Rot-Rot-Gr√ľn mit 340 von 631 Sitzen noch eine Mehrheit inne. 2013 h√§tten die drei Parteien also bequem¬† eine linke Regierung bilden k√∂nnen. ¬†Dass dieses B√ľndnis nicht zustande kam, liegt an der notorischen Feindschaft zwischen SPD und Linkspartei (“Familie Lafontaine”), die – bislang – un√ľberwindbar scheint. Diese linke Mehrheit ist nach allen aktuellen Meinungsumfragen vor der Bundestagswahl 2017¬† perdu. Eine Woche vor dem Wahltermin ¬†k√§me Rot-Rot-Gr√ľn ¬†gerade einmal ¬†auf 36,5 ¬†Prozent der Stimmen (Infratest Dimap vom 14. 09. 2017).¬† Weiterlesen

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Die unmenschliche Quote

Vor einiger Zeit machte die Deutsche Telekom damit Schlagzeilen, bis 2015 drei√üig Prozent aller F√ľhrungsposten im oberen Management mit Frauen besetzen zu wollen. Der Verlag Axel Springer zog alsbald nach, und √ľberhaupt ist die L√∂blichkeit solcher Vorst√∂√üe in √∂ffentlichen und ver√∂ffentlichten Meinung weitgehend unumstritten.

Die Wirtschaft, heißt es in entsprechenden Kommentaren dann meist, könne sich nicht länger leisten, auf diese kompetenten weiblichen Fachkräfte zu verzichten. Woraus wir schließen, dass auch die ansonsten in puncto Eigennutz recht kompetente Wirtschaft hier Nachhilfe braucht.

Lediglich √ľber die Art und Weise, wie dieses Ziel erreicht werden soll, gibt es Debatten. Plausibel und folgerichtig sind derartige Initiativen allerdings nur, wenn man unterstellt, dass eine anteilm√§√üige Gleichverteilung sozialer Merkmale in der Gesellschaft gewisserma√üen der Normalfall sein m√ľsste, dem mit derlei Quoten auf die Spr√ľnge zu helfen sei. F√ľr diese Art von regelm√§√üiger Homogenit√§t gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Weiterlesen

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Ritualisiertes Gedenken zum Mauerfall

Vor ein paar Wochen gab B√§rbel Bohley im SZ-Magazin ein langes Interview. Vieles, von dem, was sie sagt, hat mich in der Direktheit und Unkonventionalit√§t erstaunt. Sie durchkreuzt die Linien, sagt nicht nur Dinge, die man von ihrer Generation, von den ehemaligen B√ľrgerrechtlern erwarten w√ľrde. Ich fand darin den Satz: ‚ÄúIch freue mich, dass es die Mauer nicht mehr gibt. Aber ich habe etwas gegen Jubil√§umsfeiern. Ritualisiertes Gedenken finde ich schrecklich ‚Äď weil dadurch das, woran man sich wirklich erinnern m√ľsste, begraben wird.‚ÄĚ

Ich glaube das auch. Ich glaube, dass das dauernde Erinnern an den Mauerfall und die Wende die eigentlichen, individuellen und authentischen Erinnerungen unter sich begraben, sie abtöten. Weiterlesen

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