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„[Ich bin] ein Teil von jener Kraft, Die… das Gute will und… das B√∂se schafft.“ (frei nach Goethes „Faust“)

Angela Merkel hat in ihrer bisherigen politischen Karriere ein deutlich ausgepr√§gtes¬† Machtbewusstsein bewiesen, mit dem es ihr gelungen ist, ¬†¬†innenpolitische Kontrahenten¬† aus dem Feld¬† zu¬† schlagen.¬† Auch au√üenpolitischen¬† Gegnern – selbst egomanen¬† Autokraten –¬†¬† hat sie erfolgreich ¬†Paroli¬† geboten. Dass Trump sich auf sie einschie√üt, hat mit diesen Qualit√§ten zu tun, die er (starken) Frauen missg√∂nnt. ¬†Die Kanzlerin ¬†hat einen √ľberragenden Verstand und die F√§higkeit, politische Prozesse ¬†von ihrem vermutlichen Ende her zu bewerten. Dies hat blendend funktioniert, bis die Kanzlerin von dieser Rationalit√§t abgelassen und ihren Emotionen freien Lauf gelassen hat: im denkw√ľrdigen September 2015, als sie f√ľr den √ľber die Balkan-Route anmarschierenden Fl√ľchtlingsstrom die Grenzen des Landes √∂ffnete. Weiterlesen

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Die Grenze des Sagbaren

Sprache hat die sch√∂ne Eigenschaft, den gesellschaftlichen Wandel abzubilden. Mit zeitlicher Verz√∂gerung sickern sprachliche Pr√§gungen ¬†sozialer Bewegungen in den allgemeinen Sprachgebrauch ein und werden vom flexibel reagierenden Sprachk√∂rper absorbiert. So hat die ¬†Studentenbewegung von 1968¬† sprachliche Wendungen gepr√§gt, die heute selbstverst√§ndlich zum Sprachgebrauch der Deutschen geh√∂ren: „Selbstbestimmung“, „m√ľndiger B√ľrger“, „Basisdemokratie“, „ziviler Ungehorsam“, „strukturelle Gewalt“, „antiautorit√§re (partnerschaftliche) Erziehung“, „etwas ausdiskutieren“. Auch die ¬†Gr√ľnen waren seit ihrer Gr√ľndung im Jahre 1980 beim Pr√§gen neuer Begriffe sehr erfolgreich: „Nachhaltigkeit“, „biologische Nahrungsmittel“, „regenerative Energiegewinnung“, „Klimaschutz“ ¬†z√§hlen zu ihren gro√üen Hits. In der P√§dagogik ist ihnen ein besonderer Clou gelungen. Mit der Forderung nach „l√§ngerem gemeinsamen Lernen“ haben sie eine Formel gepr√§gt, die durch die positive Konnotation des Wortes ¬†„gemeinsam“ bei vielen Eltern gut ¬†ankommt. Weiterlesen

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Gaulands agitatorische Rede auf dem Parteitag der AfD in Augsburg ‚Äď eine Analyse

Alexander Gauland, Co-Bundesvorsitzender der AfD, hat auf dem j√ľngsten Parteitag in einer agitatorischen Rede klar gezeigt, wie doppelz√ľngig sein Verst√§ndnis von Pluralismus ist. W√§hrend die AfD seiner Auffassung nach im Bundestag f√ľr Pluralismus sorgt, √ľberzieht Gauland die politische Konkurrenz mit DDR-Vergleichen wie ‚ÄěBlockparteien‚Äú und attestiert der CDU gleich ganz, ‚Äěin der Demokratie nichts verloren‚Äú zu haben. Eine ausf√ľhrliche Analyse.

Seit mehr als f√ľnf Jahren existiert die AfD nun und irgendwie hat man sich an ihre st√§ndigen Tabubr√ľche schon so sehr gew√∂hnt und wird von diesen auf Trab gehalten, dass man den Blick f√ľr den jetzigen Grundsound der Partei verliert. Deshalb lohnt es sich, einen n√§heren Blick auf die Rede zu werfen, mit welcher der Co-Bundesvorsitzende Alexander Gauland den Bundesparteitag der AfD am vorletzten Wochenende in Augsburg er√∂ffnet hat. Weiterlesen

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Orwells Schafe

Ich hatte hier Rainer Werners Kritik an Willi Jaspers Buch √ľber 68 und die Folgen meinerseits kritisiert. Darauf antwortete Rainer ausf√ľhrlich in einem Kommentar. Auch dieser Beitrag kann nicht unwidersprochen stehen bleiben.

Lieber Rainer,
1. Herr Keuner ist ein Weiser. Er wei√ü, dass nicht nur Linke sich irren, sondern dass Irren menschlich ist. Vielleicht kann man die Welt sogar einteilen in solche, die dem√ľtig wie Herr Keuner sind und solche, die glauben, ihre politische Position ‚Äď links, rechts, gr√ľn, liberal, feministisch, antiimperialistisch ‚Äď mache sie f√ľr Fehler immun.

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Kritik im Selbstschongang

Der Beitrag meines Freunds und Ex-Genossen Rainer Werner kann nicht unwiderprochen bleiben.

Lieber Rainer,
du wirfst vielen ehemaligen 68ern zu Recht vor, Ihre Jugend zu verklären.
Genau dagegen richtet sich Jaspers Buch. Erstaunlich, dass du das nicht erkennst. Jasper macht klar, dass 68 mitnichten eine frohes antiautorit√§res Fest der Fantasie war, sondern eben schon voller Gewalt steckte; dass Mao lange vor Gr√ľndung der K-Gruppen S√§ulenheiliger des 68er Establishments war.

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Selbstkritik im Schongang

Wie ein f√ľhrender Maoist der 1970er Jahre die 68er-Bewegung erkl√§rt

¬†Es ist menschlich, die Zeit, die man als Jugendlicher und Heranwachsender verbracht hat,¬† in rosiges Licht zu tauchen,¬† Unliebsames und ¬†¬†Peinliches auszublenden. Politische¬† Aktivisten, die einst angetreten waren, Geschichte zu schreiben, sind davor nicht gefeit. Allzu gerne reden sie sich ihr Engagement nach dem Scheitern ihrer Ambitionen sch√∂n. Wie das funktioniert, kann ¬†man an den „Erinnerungen“ ehemaliger ¬†„68er“¬† sehen: ¬†¬†Sch√∂nf√§rbereien und¬†¬† Geschichtsklitterungen zuhauf. ¬†Ein extremes Mittel der Realit√§tsverdr√§ngung ist ¬†die F√§lschung. Eine solche Retusche nahm z. B. der Schriftsteller Peter Schneider in seinem Buch ‚ÄěRebellion und Wahn‚Äú (2008) ¬†vor. Bei der Strategiekonferenz des SDS im Jahre 1969 habe er den Gedanken vorgetragen, es komme darauf an, ‚Äěin die Betriebe [zu] gehen und die Arbeiterklasse [zu] mobilisieren.‚Äú Vor allem aber forderte¬† er, wie ¬†Tonbandprotokolle jener Sitzung ¬†belegen, ¬†in¬† einem¬† flammenden¬† Pl√§doyer,¬† ‚Äěeine zentralisierte Organisation nach marxistisch-leninistischem Vorbild‚Äú zu gr√ľnden. Joschka Fischer und J√ľrgen Trittin versuchten, ihr¬† gewaltt√§tiges Auftreten im Frankfurter Stra√üenkampf (Fischer) und an den Z√§unen der Atomanlagen von Brokdorf, Kalkar, Grohnde¬† (Trittin) ¬†kleinzureden, als sie Minister ¬†waren.¬† Weiterlesen

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