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Warum greifen sie ausgerechnet uns an?

Seitdem die Israeliten die Verantwortung des Einzelnen vor Gott erfanden, leben die Religionen des Buchs in einem Spannungsverh√§ltnis zum Staat. Die G√∂tter der √Ągypter, Griechen, R√∂mer und Germanen st√ľtzten die Herrscher; die Propheten Israels kritisierten sie. Dieser epochemachende Schritt macht die Religionen des Buchs zu einem √Ąrgernis f√ľr jeden √ľbergriffigen Staat.

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Asal Dardan lebt wieder hier

Asal Dardan ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin. Vor zwei Jahren gab sie an, in Deutschland wegen des hier grassierenden Rassismus nicht mehr leben zu wollen. Jetzt ist sie wieder da. Ich freue mich dar√ľber. Aber nicht √ľber die kulturrelativistischen Thesen, die sie hier publiziert.

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Der Fall Mauró

Bevor ich selbst im Alter von 50 Jahren Feuilletonredakteur wurde, hatte ich keine Ahnung, wie böse es unter Feuilletonisten zugeht. Besonders böse geht es unter Musikkritikern zu, und zwischen ihnen und ihren Opfern, und einer der besten Musikkritiker Deutschlands sagte mir, nur halb im Scherz, man könne etwa Opernbesprechungen nur verstehen, wenn man wisse, wer gerade mit welchem Tenor schlafe. Ich sage nicht, dass das zutrifft, ich sage nur, dass es mir von einem Kenner so gesagt wurde. Womit wir bei Helmut Mauró wären.

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Holocaustgedenken als koloniales Denken

Ralf Michaels ist ein deutscher Jurist und Gesch√§ftsf√ľhrender Direktor des Max-Planck-Instituts f√ľr ausl√§ndisches und internationales Privatrecht in Hamburg. Au√üerdem ist er nach eigener Einsch√§tzung ein Kenner der ‚Äěkolonialen Denkungsart‚Äú, zu der nach seiner Meinung die ‚ÄěUniversalisierung des Holocausts‚Äú geh√∂rt. Mit anderen Worten: Er relativiert den Holocaust mit linken Argumenten.

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Alter weißer Mann

Im Lauf einer dieser unerfreulichen Twitter-Verkampfungen, bei denen es oft nur darum geht, sich gegenseitig niederzuschreien, wurde ich von einer Frau als ‚Äěalter wei√üer Mann‚Äú kritisiert. Ich bin nat√ľrlich schuldig im Sinne der Anklage.

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‚ÄěRechtsoffen‚Äú, antimodern und wissenschaftsfeindlich – Zur Ph√§nomenologie der ‚ÄěQuerdenker‚Äú-Demonstranten

Foto: Credit: imago images / Michael Schick

Auf der „Querdenker“-Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin fanden esoterische, bestimmte christliche Milieus und Rechtsextremisten zusammen. Inzwischen bilden sich erste Erkl√§rungsans√§tze f√ľr diese gleicherma√üen bizarre wie beunruhigende Mischung heraus. Eine √úbersicht zentraler Aspekte.

Fragen werfen sie auf, die Proteste gegen die Corona-Schutzma√ünahmen. Viele Fragen. Undenkbar erschien es vor der Pandemie, dass, wie am vergangenen Samstag in Berlin auf der durch den Verein ‚ÄěQuerdenker‚Äú angemeldeten Demonstration, eine ausgesprochen heterogene Gruppe aus Impfgegnern, Esoterikern, Anh√§ngern der Alternativmedizin, Hare-Krishna-J√ľngern, Lobpreislieder anstimmenden Christen, aber auch unauff√§llig wirkenden Leuten gemeinsam mit Rechtsextremisten auf die Stra√üe gehen w√ľrde

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Kritik der Großtheoretiker

F√ľr Eva Quistorp sind Gro√ütheoretiker ‚Äď egal ob wei√ü wie Hegel und Marx oder schwarz wie Fanon, Cleaver und Mbembe als Welterkl√§rer bzw. Erkl√§rer politischen Handelns nicht mehr sonderlich attraktiv √úberdies h√§lt sie die Rede von Mbembe zum 14. August 2020 f√ľr schwach. In ihrem Beitrag schildert sie ihre Beweggr√ľnde.

Am 14. August sollten die Ruhrfestspiele mit einer Rede des Historikers und Philosophen Mbembe er√∂ffnet werden, dessen Thesen und Buch, in denen er Israel als einen Apartheids-Staat kritisiert ebenso wie sein ablehnendes¬† Verhalten gegen√ľber einer Kollegin aus Israel durch Felix Klein, den Antisemitismusbeauftragten der Bundesrepublik, als antisemitisch charakterisiert worden waren. Mbembes Rolle als Er√∂ffnungsredner f√ľr ein staatlich mit Millionen Steuergeldern gef√∂rdertes Festival ist in Zeiten zunehmenden Rechtsextremismus und Antisemitismus von Klein meiner Ansicht nach mit Recht in Frage gestellt worden. Die Leiterin der Ruhrfestspiele findet offensichtlich Klimaschutzaktivistinnen aus Kenia oder Frauenrechtlerinnen aus Tunesien, ANC und Korruptions-Kritikerinnen aus S√ľd-Afrika nicht so intellektuell interessant. Jedenfalls waren solche anders als Mbembe nicht eingeladen.

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Herr Lehmann wäre gern Journalist

Immer wieder kontaktieren mich Leute, die gern Journalisten wären. Oft Lehrer. Ich glaube, der Prozentsatz von Leuten, die mit ihrer Existenz unzufrieden sind und lieber etwas Anderes wären, ist von allen Berufen bei Lehrern (ich wähle hier bewusst die männliche Form) am höchsten.

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Das Problem heißt Klasse

Warum die Leugnung sozialer Unterschiede Fremdenfeindlichkeit befeuert

Ein Gastbeitrag von Konstantin Sakkas

Wenn es je eine Leitkultur des Westens gab, dann hie√ü sie St√§ndegesellschaft. Die Unterteilung der Gesellschaft erst in St√§nde, dann Klassen, dann Schichten ist der vielleicht entscheidende Unterschied des Westens als Kulturregion zum Rest der Welt. Die urspr√ľngliche Funktion dieser Unterteilung war, die Arbeitsteilung in der agrikulturellen Gesellschaft zu gew√§hrleisten ‚Äď und die sich daraus ergebenden Unterschiede in der Verm√∂gensverteilung zu zementieren.

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