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„Hannemann, geh Du voran, …“

„Du hast die größten Stiefel an!“

So heißt es in der Geschichte von den sieben mutigen Schwaben.

45 Milliarden Dollar fehlen dem ukrainischen Staat nach eigenen Angaben im Jahreshaushalt 2026. Für 2026 und 2027 zusammen wären es das Dreifache, schätzt Ursula von der Leyen. Irgendwoher muss die Knete kommen. Von wem? Na, zuerst von dem, der die größten Stiefel anhat. Der muss vorangehen! Weiterlesen

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Deutschland wieder im Herbst – Ein (Corona-)Film von Daniel Popat

Der Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Daniel Popat unternimmt den Versuch, die Geschichte des Films „Deutschland im Herbst“ aus dem Jahr 1978 fortzuschreiben. Es gab bereits zwei Versuche dazu: „Neues Deutschland“ (1993) und „Deutschland 09“ (2009) Das Ergebnis von Popats Versuch – „Deutschland wieder im Herbst“ – ist eine gnadenlose Zustandsbeschreibung der Gesellschaft am Beispiel eines Künstlers zu Zeiten der Corona-Pandemie und des damit im Nachgang verbundenen Umbruchs. Weiterlesen

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Andratx und Peguera im November

Mallorcas Westen: Zwischen Meer und Bergen in der Nachsaison

Wenn der Sommer sich zurückzieht, das Licht sanfter wird, beginnt auf Mallorca die schönste Zeit des Jahres. Im November gehört die Insel an vielen Orten wieder ganz sich selbst. Das Meer hat die Wärme der vergangenen Monate gespeichert, die Strände liegen in nachsaisonaler Ruhe.

In Andratx, im Westen der Insel, ganz in der Nähe von Palma de Mallorca mit seiner regen Kunst- und Kulturszene, entfaltet sich in dieser Jahreszeit eine seltene Art von Schönheit. Das grelle Licht des Sommers weicht einem weichen Glühen, die Schatten werden länger, die Farben tiefer. Jetzt, wenn die Touristenströme versiegt sind und die großen Hotels nach und nach schließen, offenbart die Region ihr eigentliches Wesen.

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Quiet Simplicity – Das neueste Werk des Musikers Mike Hans Steffl

Steffl macht seit den 70er Jahren Musik, meistens allein, hin und wieder kollaboriert er mit anderen Künstlern. Gemeinsam ist allen Projekten die Konsistenz eines Schaffens, das sich aus überbordendem Talent, aus der Lust auf Entdeckung und aus unbedingter Hingabe an originäres Musikmachen speist. Sein umfangreiches Werk bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen Experiment, Nostalgie und Traum. Weiterlesen

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Kann ein deutsches Gericht einen Ukrainer unter dem Vorwurf der Beschädigung russischen Eigentums in internationalen Gewässern verurteilen?

Kann eine deutsche Strafkammer einen Ukrainer verurteilen unter dem Vorwurf, dass er  russisches Eigentum in internationalen Gewässern zerstört habe?

Die anwaltliche Auskunft wird sie enttäuschen.

Ein deutsches Gericht kann Unglaubliches, wenn es will oder glaubt, wollen zu müssen.

Das Kammergericht Berlin zum Beispiel hatte nach Zeitungsberichten 2017 einen syrischen Staatsbürger unter dem Vorwurf eines in Syrien begangenen Verstoßes gegen das deutsche Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt. Zur Ehre der deutschen Justiz sei noch hinzugefügt, Weiterlesen

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Ein Gedicht. Zur Beruhigung.

Die Brelzmaschine

Schaut nur, Knorrbert und Rabine, dieses Wömpelwerk aus Stein!

Die Pumpenwurst in uns‘rem Haus! Das ist eine Brelzmaschine.

Und stopft man oben Rimpen rein, So kommen unten Sulze raus.

Der Stulpen ist voll Margarine, man bimst ihn hart mit Hühnerbein.

Dann brackt das fahle Blinklicht aus. Die Bronzen sprellantieren in die Mine,

sie frempeln über Stock und Stein. Und paspellieren am Ende die Laus.

Wichtig ist auch die Sackturbine. Die formt des Bompels hellen Schein.

Am Faden schwappt die Milzbrandmaus. Den Bompel nutzt auch die Marine

Er darf nur nicht vergoren sein. Nur so umfährt sie alle Staus.

Auf dass der Apparat dir diene, musst du ihn im Mondlicht frein‘n,

Sonst spölkt er dir die Zündschnur aus. Die Brelzmaschine heißt Christine.

Man taufte sie mit Grillwurstwein. Doch am Anfang hieß sie Klaus.

Klaus ist eine Arbeitsbiene. Gleichwohl hör‘ ich ihn seit Stunden schrei‘n:

„Wann ist der Scheissdreck endlich aus?“

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Lehrer und Künstler. Mein Vater Ernst Zimmer (1917-2004)

Dieses Schlagzeug, das da im Fenster des kleinen Heidelberger Musikgeschäfts stand, das musste ich haben. Es war 1971, ich war 15, und ich nervte meinen Vater. Einmal, zweimal, dreimal. Bis er es mir kaufte. Ich räumte es in den Keller und begann darauf einzuprügeln. Meine Mutter war entsetzt, die Nachbarn irritiert, Vater grinste sich einen. Vielleicht war das typisch für diesen Mann, der eigentlich – das spürte ich schon als pubertierender Möchtegern-Rockstar – so gern freischaffender Künstler geworden wäre. Aber sein Vater Carl, mein Großvater, war Volksschulrektor gewesen. Eine gefürchtete Autorität im Umkreis von zehn Kilometern um seine Schule, nach Zeitzeugenaussagen ein wahres Denkmal schwarzer Pädagogik. Eine Figur, die mich damals ein wenig an Wilhelm Buschs Lehrer Lämpel erinnerte. Inklusive Monokel. Und so beschloss also Carls Sohn Ernst, mein Vater, auch Lehrer zu werden. Vielleicht einfach deshalb, weil er nach dem Krieg auf Sicherheit setzte.

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Ewige Ruhe? Von wegen!

Denken Sie nicht, verehrter Leser, Sie hätten nach Ihrem Ableben Ruhe vor dieser Welt.

Erst diese Woche, am Montag, hat der französische Staatspräsident Emmanuel Macron den am 12. Juli 1935 verstorbenen französischen Offizier Alfred Dreyfus zum Brigadegeneral befördert.

Dreyfus musste sich aus Abrahams Schoß erheben und in den Elysee-Palast eilen.

Verstorbene, das wissen wir nämlich aus dem zweiten der Henoch-Bücher, haben keineswegs Ruhe in den Himmeln. Weiterlesen

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Selbstmord! Dörf’n die d’nn das?

Die Kessler-Zwillinge, geboren in Nerchau (sächsisch: „Nerche“), heute ein Ortsteil von Grimma, sind gestorben. Alle beide. Am gleichen Tag. Im Alter von 89 Jahren. Alle beide.

Darf man so was überhaupt machen bei uns im christlichen Abendland? Falsche Frage, denn das „darf man“ auch im christlichen Morgenland „nicht machen“. Also dort, wo das orthodoxe Kreuz überm Zwiebelturm prangt. Fahren Sie doch mal an die chinesische Grenze nach Chabarowsk am Amur und fragen Sie den dortigen Popen. Er wird es Ihnen bestätigen: Das gehe gar nicht!

Warum eigentlich nicht? Weiterlesen

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Wie Libertäre zu nützlichen Idioten der Autoritären werden

Hitler ist wieder Mode, schreibt der amerikanische Libertäre Austin Petersen im konservativ-jüdischen „Tablet“ und fragt, keineswegs rhetorisch: „Ist meine eigene libertäre Bewegung daran schuld?“  Ähm, ja. Es gibt, wie Peterson schreibt, eine „Pipeline zwischen den Libertären und der Neuen Rechten“. Besonders – aber eben nicht nur – in den USA, wo viele Libertäre Donald Trump unterstützen oder im Bunde mit Evangelikalen oder katholischen Fundamentalisten wie J.D. Vance eine „postliberale Ordnung“ befürworten, in der es um den zentralen Wert der Libertären, die individuelle Freiheit, erheblich schlechter stehen würde als jetzt.

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