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Die Griechen und wir


Europa atmet auf. Griechenland will brutalstm√∂glich sparen. Auch gegen das eigene Volk. Auf Dauer wird die Politik ohne Akzeptanz und Unterst√ľtzung durch die eigenen B√ľrger das Blut-und-Tr√§nen-Paket nicht durchhalten. Mehr Phantasie und neue Gesch√§ftsmodelle sind gefragt. Klientelpolitik und Korruption haben das Land in die Katastrophe gef√ľhrt.

Konsequenter und zukunftsf√§higer w√§re ein Schuldenschnitt im Wege einer Umschuldung gewesen. Europa √ľbernimmt zwar eine Ausfallb√ľrgschaft f√ľr Griechenlands Gl√§ubiger, verweigert bislang jedoch ein echtes Aufbauprogramm. Wenn die Kassen leer sind, reichen Kredite allein nicht aus. Weiterlesen

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Roland Emmerich erledigt William Shakespeare

Am 7. Februar 1601 wurde im Globe Theatre das St√ľck ‚ÄěRichard II‚Äú von William Shakespeare aufgef√ľhrt. Eine Abordnung des Grafen Essex hatte Shakespeares Truppe, ‚ÄěThe Lord Chamberlain‚Äôs Men‚Äú, f√ľr die private Auff√ľhrung ‚Äě40 Shilling √ľber ihre gew√∂hnlichen Einnahmen hinaus‚Äú versprochen, denn Essex sah in dem St√ľck, das die Absetzung eines unf√§higen K√∂nigs durch einen f√§higen und durch diesen K√∂nig unrechtm√§√üig behandelten Adeligen eine Parallele zu seinem eigenen Fall und erhoffte sich vom St√ľck¬† die Schaffung einer g√ľnstigen √∂ffentlichen Meinung f√ľr seinen geplanten Putsch gegen die alternde K√∂nigin Elizabeth, deren G√ľnstling er einst gewesen war.

Nat√ľrlich wurde nichts von alledem den Schauspielern mitgeteilt, die dennoch nach dem Scheitern des Putsches von Elizabeths Geheimdienst verh√∂rt wurden, wor√ľber es einen Bericht gibt. Weiterlesen
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Steuern runter, Schulden rauf?


Westerwelle ist tot, es lebe die neue FDP? Wer geglaubt hat, mit dem halben Abgang des Au√üenministers seien die Liberalen wieder mitten im Leben angekommen, der hat sich gr√ľndlich geirrt.

Die Partei der Steuersenkung lebt und hat nichts gelernt. Aus purer Verzweiflung und Ideenlosigkeit holt die neue F√ľhrung die alte Steuernummer aus der Schublade. Zwar sprudeln die Steuereinnahmen dank der guten Konjunktur, doch die Krise der Jahre 2008 und 2009 ist noch l√§ngst nicht √ľberstanden. Weiterlesen

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Wenn Frieden droht – eine Polemik

Heute, Jahre nach der Kapitulation, kann wohl keiner mehr so recht sagen, wann der Krieg in Afghanistan verloren ging und das Land begann, zum Steinzeit-Islamismus zur√ľckzukehren. Aber der eine oder andere wird sich zumindest noch schemenhaft daran erinnern, wie die Taliban erstmals als „Teil der afghanischen Gesellschaft“ bei einer Friedenskonferenz willkommen gehei√üen wurden.

War das nicht in Bonn, ungef√§hr Ende 2011? Richtig, es begann mit etwas versch√§mten Gespr√§chen zwischen amerikanischen Milit√§rs und den Radikal-Islamisten. Dann folgte der Kotau. Vern√ľnftig nannte man die Verhandlungen, schlie√ülich m√ľsse am Hindukusch endlich Ruhe einkehren. Was konkret bedeutete: Blo√ü raus hier! Weiterlesen

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Was passiert, wenn Amerikas Wille zur Macht erschlafft

In den Vereinigten Staaten haben die Republikaner mit dem Auswahlverfahren begonnen, das zur Nominierung ihres Pr√§sidentschaftskandidaten f√ľhren soll. Alle Kandidaten der Rechten haben sich in ihrer ersten √∂ffentlichen Debatte letzte Woche von der transformatorischen Au√üenpolitik George W. Bushs verabschiedet und einem mehr oder weniger radikalen Isolationismus das Wort geredet. Die Kriege im Irak, in Afghanistan und in Libyen sollen beendet werden.

Das entspricht √ľbrigens dem Wunsch von gesch√§tzten zwei Dritteln und mehr der amerikanischen W√§hlerschaft. Weiterlesen

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Die Gr√ľnen: Vor dem wichtigsten Parteitag ihrer Geschichte

Es geht um alles, wenn sich die Gr√ľnen diesem Samstag in Berlin zu einem au√üerordentlichen Parteitag treffen. Stimmt die Mehrheit dem schwarz-gelben Ausstiegsbeschluss aus der Atomkraft zu, vollendet sich die historische Mission der Partei.

Gewinnen die Gegner die Oberhand, w√ľrde ausgerechnet die Partei, die immer gegen die Atomkraft gek√§mpft hat, im Bundestag gegen den endg√ľltigen Ausstieg aus der Kernenergie stimmen m√ľssen. Weiterlesen

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Wozu noch FDP?

Die FDP versucht es seit Monaten mit den Bremer Stadtmusikanten: ‚ÄěEtwas Besseres als den Tod finden wir √ľberall‚Äú. Nur wo und mit wem? Hei√üen die ausrangierten Westerwelle, Br√ľderle und Homburger heute R√∂sler, Bahr und Lindner? Das Rezept der blo√üen biografischen Verj√ľngung wird nicht aufgehen.

Erinnert sich noch jemand an Ahlhaus und Mappus? Die vor wenigen Monaten bzw. Wochen aus dem Regierungsamt (der einen in Hamburg, der andere in Baden-W√ľrttemberg) gefegten M√§nner waren mit knapp unter bzw. √ľber 40 Jahren die ‚Äěj√ľngsten Alten‚Äú der Republik. Nein, Jugend allein ist keine Tugend. Weiterlesen

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Advocatus Dei

Nach dem Pfingstsonntag, der ja den Beginn der Missionstätigkeit der Ur-Kirche markiert, möchte hier sozusagen als Advocatus Dei zwei Einwände gegen den Atheismus vorbringen, die meines Erachtens auch ein Gegner der Religion ernst nehmen muss, wenn er selber ernst genommen werden will.
Der erste Einwand ist der Einwand aus der Schönheit. Weiterlesen
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Warum Schwarz-Gelb bis 2013 hält

Die Stimmung ist schlecht in der FDP, die Aussichten sind kaum besser. Der gro√üe Personalwechsel hat bislang kaum etwas gebracht. Fraktionschef Rainer Br√ľderle und die Parteispitze unter Philipp R√∂sler und Generalsekret√§r Christian Lindner k√∂nnen erkennbar nicht miteinander. Inhaltlich dringen die Liberalen nicht durch. Kanzlerin Angela Merkel hat den neuen FDP-Chef R√∂sler beim Atomausstieg auflaufen lassen und Finanzminister Wolfgang Sch√§uble l√§sst ihn in Sachen Steuerreform leerlaufen. Und auch die Umfragewerte zeigen eine Partei, die aus dem F√ľnf-Prozent-Loch nicht herauskommt.

Der Frust sitzt also tief bei den Liberalen. Doch deswegen Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen ‚Äď und die Koalition platzen lassen? Weiterlesen

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Wir Panikmacher

Die Diagnose liegt auf der Hand: Ein Bakterium bringt uns zusehends um den Verstand. Wir bewegen uns seit Tagen am Rande des Nervenzusammenbruchs – und keine Besserung ist in Sicht.

Im Gegenteil. Ehec hat sich l√§ngst nicht nur einiger Hundert K√∂rper bem√§chtigt, sondern auch Tausender K√∂pfe. Und dort treibt die Krankheit ihr Unwesen noch ungez√ľgelter als in manch bedauernswertem Darm. Viele Gehirne sind offenbar schon ausgefallen. Anders ist es kaum zu erkl√§ren, dass der Ehec-Wahnsinn Deutschland fest in seinen Klauen hat. Weiterlesen

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