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Die Grenze des Sagbaren

Sprache hat die schöne Eigenschaft, den gesellschaftlichen Wandel abzubilden. Mit zeitlicher Verzögerung sickern sprachliche Prägungen  sozialer Bewegungen in den allgemeinen Sprachgebrauch ein und werden vom flexibel reagierenden Sprachkörper absorbiert. So hat die  Studentenbewegung von 1968  sprachliche Wendungen geprägt, die heute selbstverständlich zum Sprachgebrauch der Deutschen gehören: “Selbstbestimmung”, “mĂĽndiger BĂĽrger”, “Basisdemokratie”, “ziviler Ungehorsam”, “strukturelle Gewalt”, “antiautoritäre (partnerschaftliche) Erziehung”, “etwas ausdiskutieren”. Auch die  GrĂĽnen waren seit ihrer GrĂĽndung im Jahre 1980 beim Prägen neuer Begriffe sehr erfolgreich: “Nachhaltigkeit”, “biologische Nahrungsmittel”, “regenerative Energiegewinnung”, “Klimaschutz”  zählen zu ihren groĂźen Hits. In der Pädagogik ist ihnen ein besonderer Clou gelungen. Mit der Forderung nach “längerem gemeinsamen Lernen” haben sie eine Formel geprägt, die durch die positive Konnotation des Wortes  “gemeinsam” bei vielen Eltern gut  ankommt. Weiterlesen

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