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Billiges Geld und die Folgen

Unter Kollateralschäden versteht man im Militärischen die Begleitschäden, die unbeabsichtigt erfolgen, die aber um der  eigentlichen Waffenwirkung willen in Kauf genommen werden. In der Wirtschafts- und Finanzpolitik gibt es auch Kollateralschäden. Nur sind sie weniger offensichtlich als die militärischen, weil es die Opfer nur allmählich merken, dass sie durch etwas in Mitleidenschaft gezogen werden, das sie nicht beeinflussen können.

Am 10. M√§rz 2016¬† hat die Europ√§ische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,05 % abgesenkt. Das Volumen der monatlichen Anleihek√§ufe wurde auf 80 Milliarden Euro angehoben. Der Strafzins, den Banken f√ľr Einlagen bei der EZB zahlen m√ľssen, wurde auf minus 0,4% abgesenkt. Gleichzeitig wurde signalisiert, dass¬† dies noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeute. Im Jahre 2012 hat¬† Notenbankchef Mario Draghi¬† mit seiner geldpolitischen Bazooka die Politik des billigen Geldes eingel√§utet. Draghi wollte damit einerseits das Abgleiten in eine Deflation verhindern, andererseits die Unternehmen dazu veranlassen, mit Hilfe von billigen¬† Krediten ¬†Investitionen vorzunehmen, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln sollten. Damit glaubte er die Wachstumsschw√§che in der Europ√§ischen Union √ľberwinden zu k√∂nnen. Nach vier Jahren ist es an der Zeit zu fragen, ob¬† sich diese Voraussagen erf√ľllt haben. Weiterlesen

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Schwarz-Gelb hofft auf „Angela im Wunderland“

Clever, clever, wie Schwarz-Gelb die versprochenen Steuersenkung finanzieren will. Noch in diesem Haushaltsjahr sollen bis zu 50 Mrd. Euro zus√§tzliche Schulden aufgenommen werden – doch nicht, um die Steuern zu senken. Sondern um die k√ľnftigen Defizite in den Sozialhaushalten vorab zu begleichen. Das meldet die Financial Times Deutschland heute. Und obwohl die allermeisten der derzeitigen Spekulationen nichts anders sind als wilde Ger√ľchte, ist dieses au√üerordentlich plausibel. Denn es hat den logischen Charme, den Bundeskanzlerin Angela Merkel besonders sch√§tzt. Weiterlesen

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Zum Jubeln ist es zu fr√ľh

War das schon die Krise? Klingt so. Immerhin freuen sich Wirtschaftsforscher und Notenbanker immer freiz√ľgiger √ľber das Ende der Rezession. Die Firmen, die sich gerade in Berlin zur Funkausstellung trafen, jubeln √ľber dicke Auftragsb√ľcher. Und sogar die Banker atmen auf. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein zum Beispiel beschw√∂rte diese Woche bei einer Stippvisite in Frankfurt das Krisenende: ‚ÄěDas Schlimmste liegt hinter uns!‚Äú

Seltsam. Die Krise scheint √ľberstanden. Aber was hat sich ge√§ndert? Schlie√ülich hatten doch die aufgeschreckten Akteure aus Politik und Wirtschaft noch vor Monaten sich in ihren Warnungen √ľberboten. Alles werde sich √§ndern, nichts so bleiben, wie es war. Ge√§ndert hat sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise, die sich schnell zu einer Weltwirtschaftskrise auswuchs, wirklich viel: Billionen von Steuergeld flossen in marode Banken, Milliarden von Anlegergeld hat sich scheinbar in Luft aufgel√∂st, Millionen von Arbeitspl√§tzen wurden ausradiert. Weiterlesen

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