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Das schleichende Gift der Politischen Korrektheit

¬†“Politische Korrektheit ist die √úbertragung des Waschzwangs auf die Sprache” (Bonmot)

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Alice-Salomon-Hochschule f√ľr Sozialarbeit in Berlin-Hellersdorf hat in einem Offenen Brief an das Rektorat die Entfernung des Gedichts ‚Äěavenidas‚Äú von Eugen Gomringer von der Fassade der Hochschule verlangt. Hier der Text des ¬†¬†Gedichts:

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

√ľbersetzt:

alleen / alleen und blumen / blumen / blumen und frauen / alleen / alleen und frauen / alleen und blumen und frauen und / ein bewunderer

Die weiblichen Studierenden schreiben in ihrem Brief,¬† dass Gomringers Gedicht¬† ‚Äěnicht viel anderes in den Fokus [stelle], als den omnipr√§senten objektivierenden Blick auf Weiblichkeit; [‚Ķ] [dadurch] erinnert es unangenehm daran, dass wir uns als Frauen* nicht in die √Ėffentlichkeit begeben k√∂nnen, ohne f√ľr unser k√∂rperliches ‚ÄěFrau*-Sein‚Äú bewundert zu werden. Eine Bewunderung, die h√§ufig unangenehm ist, die zu Angst vor √úbergriffen und das konkrete Erleben solcher f√ľhrt.‚Äú Weiterlesen

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Norman Finkelstein und die Freiheit der Wissenschaft

Worin besteht die Wissenschaftsfreiheit? Genauer: Bedeutet die Freiheit von Forschung und Lehre einen Freibrief f√ľr Propaganda? Diese Frage ist aufgeworfen worden durch Veranstaltungen an der Hochschule f√ľr Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim und am Max-Planck-Institut f√ľr ethnologische Forschung in Halle. In beiden F√§llen wurde seitens der Hochschulleitung die Durchf√ľhrung von Veranstaltungen mit einer parteilichen antizionistisch-antisemitischen Tendenz von der Hochschulleitung bzw. der Direktorin verteidigt, indem sie sich auf die ‚ÄěWissenschaftsfreiheit‚Äú beriefen. Weiterlesen

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Darf Satire wirklich alles?

Selten gehe ich mit der Meinung¬† konform, die Jakob Augstein in seiner Kolumne “Im Zweifel links” auf SPIEGEL-online ¬†¬†√§u√üert. Mit seinem letzten Kommentar “Witz, komm raus!” (18. 04. 2016) bin ich allerdings¬† voll und ganz einverstanden. Die Botschaft ist so einfach wie treffend: Bei Jan B√∂hmermanns Machwerk handele es ¬†sich weder um Kunst noch um Satire, sondern um eine Beleidigung. Und eine Beleidigung sei nach unserer Rechtsordnung strafbar – Kanzlerin-Erm√§chtigung hin oder her.

Mich hat in der √∂ffentlichen Debatte ¬†gewundert, wie sehr ¬†die feinsinnigen Feuilletonisten der liberalen Bl√§tter bem√ľht waren, das beleidigende Potential des anst√∂√üigen “Gedichts”¬† hinter dem Pathos der Verteidigung von Meinungsfreiheit und¬† Kunstprivileg ¬†zu verstecken. Man stelle sich einmal folgendes vor: Ein Pegida-Anh√§nger h√§tte ein solches Schm√§hgedicht gegen die Ausl√§nderbeauftrage der Bundesregierung (eine Deutsche mit t√ľrkischem Hintergrund) oder gegen Cem √Ėzdemir von den ¬†Gr√ľnen oder – noch schlimmer – gegen einen homosexuellen Politiker verfasst. Dann w√§ren die Wogen der Emp√∂rung hochgeschlagen und die ¬†wackeren Verteidiger der Meinungsfreiheit h√§tten nach dem Kadi gerufen. Weiterlesen

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Wo Dieter Nuhr Recht hat …

Dieter Nuhr ist ein m√§√üig lustiger Komiker, aber das will in Deutschland schon viel hei√üen. F√ľr Comedy sei er nicht bl√∂d genug, f√ľr Kabarett zu lustig, meint er selbst, aber dass Comedy bl√∂d und Kabarett ernst sein m√ľsse, ist ja das eigentliche Problem. Egal, anderes Thema. Zu Nuhrs bevorzugten Gegenst√§nden geh√∂rt die Religion. Hier zum Beispiel macht er sich √ľber die Sch√∂pfungsgeschichte des ‚ÄěAlten‚Äú und die Verk√ľndigungsgeschichte des ‚ÄěNeuen‚Äú Testaments lustig.

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Meinungsfreiheit, darum geht es; nicht um bunte Eier.

Der alberne Hase mit seinen bunten Eiern hat hier eigentlich gar nichts zu suchen. Kein Ostern ohne Karfreitag. Das ist der h√∂chste christliche Feiertag. ¬†Karfreitag erinnert an die infame Ermordung des Aufr√ľhrers Jesus von Nazareth, den seine Zeitgenossen wegen seines Zeugnisses zusammen mit M√∂rdern und Verbrechern bestialisch an das Kreuz geschlagen haben. Karfreitag feiert einen M√§rtyrer.

Hier ist die alte Vorstellung, dass jemand Zeugnis ablegt, etwas bezeugt, von dem er zutiefst √ľberzeugt ist. Mit der Konsequenz, dass ihn die herrschenden Ideologen seiner Zeit ermorden. Schieben wir die religi√∂sen Mythen der Auferstehung, also den Ostersonntag, f√ľr einen Moment beiseite, kommt der Kern des M√§rtyrertums wieder zum Vorschein. Es geht um Meinungsfreiheit. Weiterlesen

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Es fehlen Gelassenheit und Humor

Nach zwei Wochen Sarrazin und drei Tagen Steinbach, nach einer mäßig komischen Rede des Bundesgesundheitsministers in einem Bierzelt wissen wir es genau: Die Deutschen haben nicht nur ein Problem mit der Meinungsfreiheit.

Sie haben ein massives Problem, Unterschiede zu machen. Weiterlesen

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Der Trick mit dem Tabu, das es nicht gibt

Wo lebe ich eigentlich? In Deutschland höre ich wirklich tagtäglich, dass die Meinungsfreiheit bedroht, gar eingeschränkt ist? Das Grundgesetz ist abgeschafft? Droht eine Diktatur?

Ich kann es nicht mehr h√∂ren. √úberall soll es Tabus geben. “Man muss es doch mal sagen k√∂nnen” sagen all diejenigen, die alles sagen. Und doch immer und √ľberall behaupten, man d√ľrfe es nicht. Weiterlesen

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Wohlstand ist wichtig. Aber die Menschenrechte sind wichtiger

Was halten wir die Menschenrechte hoch. Keine gro√üe Rede¬† vor der UNO oder im Bundestag die nicht betont, dass die Menschenrechte unantastbar sind. Die W√ľrde des Menschen ist in unserem Grundgesetz ein zivilisatorischer Erfolg.

Komischerweise scheinen uns diese Prinzipien im Ausland verhandelbar zu sein.¬† Manche Zyniker behaupten Wirtschaftswachstum und Gesch√§fte sind letztendlich wichtiger, als die Menschenrechte. Die kommen dann sp√§ter, irgendwann ein mal, vielleicht, wer wei√ü das schon. China scheint daf√ľr der beste Beweis zu sein. Weiterlesen

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