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Der Feingeist Klonovsky und der “Pissdeutsche” Y√ľcel

Michael Klonovsky, ein M√∂chtegern-Feingeist vom rechten Rand, stellt seinem Blog das Motto bei: ‚ÄěDie¬†Zugeh√∂rigkeit zum intellektuellen P√∂bel manifestiert sich in keiner Eigenschaft deutlicher als in der Unf√§higkeit, die literarische Qualit√§t eines Textes zu w√ľrdigen, dessen inhaltliche Tendenz einem zuwider ist.‚Äú Wenn das stimmt, dann hat sich die AfD mit ihrem absurden Bundestags-Auftritt in Sachen Deniz Y√ľcel selbst die Zugeh√∂rigkeit zum intellektuellen P√∂bel bescheinigt. Klonovsky mit seinen Kommentaren zum Fall auch.

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Darf Satire wirklich alles?

Selten gehe ich mit der Meinung¬† konform, die Jakob Augstein in seiner Kolumne “Im Zweifel links” auf SPIEGEL-online ¬†¬†√§u√üert. Mit seinem letzten Kommentar “Witz, komm raus!” (18. 04. 2016) bin ich allerdings¬† voll und ganz einverstanden. Die Botschaft ist so einfach wie treffend: Bei Jan B√∂hmermanns Machwerk handele es ¬†sich weder um Kunst noch um Satire, sondern um eine Beleidigung. Und eine Beleidigung sei nach unserer Rechtsordnung strafbar – Kanzlerin-Erm√§chtigung hin oder her.

Mich hat in der √∂ffentlichen Debatte ¬†gewundert, wie sehr ¬†die feinsinnigen Feuilletonisten der liberalen Bl√§tter bem√ľht waren, das beleidigende Potential des anst√∂√üigen “Gedichts”¬† hinter dem Pathos der Verteidigung von Meinungsfreiheit und¬† Kunstprivileg ¬†zu verstecken. Man stelle sich einmal folgendes vor: Ein Pegida-Anh√§nger h√§tte ein solches Schm√§hgedicht gegen die Ausl√§nderbeauftrage der Bundesregierung (eine Deutsche mit t√ľrkischem Hintergrund) oder gegen Cem √Ėzdemir von den ¬†Gr√ľnen oder – noch schlimmer – gegen einen homosexuellen Politiker verfasst. Dann w√§ren die Wogen der Emp√∂rung hochgeschlagen und die ¬†wackeren Verteidiger der Meinungsfreiheit h√§tten nach dem Kadi gerufen. Weiterlesen

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Ein Gespr√§ch √ľber B√∂hmermann

In der Causa Böhmermann gibt es meines Erachtens vier mögliche Betrachtungsweisen.
Entweder das Gedicht war eine Beleidigung (1.), oder es war keine Beleidigung (2.).
Wenn es keine Beleidigung war, dann deshalb, weil es eine Belehrung (1.1.) oder eine Satire (1.2.) war. Wenn es eine Beleidigung war, dann hat Erdogan sie entweder verdient (2.1.), oder er hat sie nicht verdient (2.2.), in welchem Falle Böhmermann eine Strafe verdient hätte.

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Böhmermann, Erdogan und kein Ende

Ja, darf er denn das? Bei vielen Diskussionen um Jan B√∂hmermanns Schm√§hgedicht gegen den Pr√§sidenten der T√ľrkei habe ich den Eindruck, die Diskutanten w√ľssten nicht, wovon sie reden. Der ‚ÄěMusik-Express‚Äú hat dankenswerterweise den Text dokumentiert. Hier ist es nachzulesen (und hier):

Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdońüan, der Pr√§sident…

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Zivilgesellschaft und Zensur

Vorletzte Woche wandte sich ein Redakteur der ‚ÄěJ√ľdischen Allgemeinen‚Äú an mich mit der Frage, ob ich f√ľr die n√§chste Ausgabe den Feuilleton-Aufmacher schreiben wollte. Das Thema, ‚Äěanl√§sslich diverser Mohammedfilmchen und ‚Äďkarikaturen‚Äú sollte sein: ‚ÄěBlasphemie und die Frage, was Satire darf. Darf sie in multikulturellen Gesellschaften immer noch alles? Oder darf sie zwar, sollte aber tunlichst nicht alles tun, was sie kann oder darf? Warum ist ein Titanic-Cover mit dem inkontinenten Papst kein Aufreger, Mohammedkarikaturen aber schon? Weiterlesen

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