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Krise als Chance

„Wo aber Gefahr ist, w√§chst das Rettende auch“ (Friedrich H√∂lderlin)

Das Wort Krise bedeutet¬†¬† im urspr√ľnglichen griechischen Wortsinn ¬†neben der heute gebr√§uchlichen √úbersetzung¬† „krisenhafte Zuspitzung“¬†¬† auch „Wendepunkt“ und „Entscheidung“. Das sollte man im Auge behalten, wenn man √ľber die gegenw√§rtige Krise in der Weltpolitik diskutiert. Weiterlesen

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TTIP: die letzte Schlacht der Achtundsechziger

Im Oktober 2015 fand in Berlin eine der gr√∂√üten Demonstrationen der letzten Jahrzehnte statt. ¬†200.000 Menschen demonstrierten unter dem Motto „F√ľr einen gerechten Welthandel“ gegen das Freihandelsabkommen der EU mit den USA, TTIP. Die Demonstranten waren dem Aufruf eines B√ľndnisses aus √ľber 60 Organisationen gefolgt, deren wichtigste Greenpeace, Foodwatch, Compact, Oxfam und¬† Attac sind. Auch die Gewerkschaft der Polizei (sic) und Brot f√ľr die Welt waren ¬†mit von der Partie.¬† Schaute man sich die Berliner Demonstranten genauer an, fiel auf, dass neben vielen jungen Teilnehmern – vermutlich aus dem studentischen¬† Milieu – viele Silberk√∂pfe unterwegs waren, Menschen zwischen 60 und 75, die auch schon anderenorts ¬†durch Militanz und Renitenz aufgefallen waren (Beispiel: Stuttgart 21). H√§tte man sie nach ihrer Protestbiografie gefragt, h√§tten sie sicher viel erz√§hlen k√∂nnen: von den Schlachten um Brokdorf, Wackersdorf und Wyhl; von der Freien Republik Wendland,¬† von der Rathausbesetzung in Bonn;¬† von der¬† Demo im Bonner Hofgarten gegen die NATO-Nachr√ľstung und vieles mehr. Vermutlich hat sie der antiamerikanische Unterton, der alle Proteste gegen TTIP begleitet, angezogen. Warum sollte man nicht noch im fortgeschrittenen Alter gegen den Staat ¬†auf die Stra√üe gehen, den man schon¬† als jugendlicher Rebell¬† ¬†als „Feind der Menschheit“ bek√§mpft hat („Nieder mit dem US-Imperialismus!“; „USA: SA – SS“). In der Werbeindustrie gilt die Devise: „Sex sells“. In der deutschen Protestkultur gilt: „Gegen die USA geht immer.“ Weiterlesen

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