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Thomas Wagner liefert der Querfront Argumente

Vor 12 Jahren kritisierte ich den Vorschlag, die Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umzubenennen. (Und nein, ich tat das nicht, um irgendjemandem im Hause Springer einen Gefallen zu tun. Die Linie des Hauses lautete, sich möglichst gar nicht in die Entscheidungsfindung einzumischen.) Meine Argumentation war, kurzgefasst, dass Dutschke mit seiner Verachtung für die liberale Gesellschaft des Westens und seiner ästhetischen Begeisterung für die Gewalt am Ende den Faschisten, die er zu bekämpfen meinte, näher war, als ihm selbst lieb sein konnte. „Es ist kein Zufall, dass (Dutschkes) Weggefährte Horst Mahler bei der NPD gelandet ist“, schrieb ich. „Und sein Genosse Bernd Rabehl wäre vermutlich auch dort, hätte er nicht Angst um seine Professorenpension.“

Diese Sätze werden oft zitiert, meistens aber nur – wie es etwa der anonyme Autor des Wikipedia-Eintrags über mich tut – um darauf hinzuweisen, dass Mahler zeitweise wie ich in der maoistischen KPD (KPD/AO) organisiert war; als ob diese Tatsache meine Beobachtung irgendwie außer Kraft setzen würde. Im Gegenteil. Gerade weil ich in der KPD/AO war, weiß ich, wovon ich rede. Denn sie wurde – ursprünglich gegründet, um eine „proletarische Wende“ der antiautoritären Linken herbeizuführen – im Laufe relativ kurzer Zeit zu einer nationalbolschewistischen Partei.

Maoisten und Nationalbolschewisten

Unter dem Einfluss der Theorie Mao Zedongs, dass der „Hauptwiderspruch“ in der Welt nicht jener zwischen den Klassen sei, sondern der zwischen den „um ihre Befreiung ringenden Völkern und Nationen und den imperialistischen Supermächten“, rezipierten wir die vom ZK der KPD 1930 verabschiedete „Proklamation zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes“, die nicht zufällig die Adjektive „national“ und „sozial“ in unmittelbare Verbindung ,mit „Volk“ brachte.

Den nationalen Schwenk der deutschen Maoisten hat Arne Freiwald durchaus anerkennend und weitgehend zutreffend in der neurechten Zeitschrift „Sezession“ geschrieben. Eine nachträglich betrachtet eher bizarre Episode, die aus dieser Orientierung folgte und die dazu führte, dass ich ein Einreiseverbot in die DDR bekam, habe ich in der „Welt“ beschrieben.

Was die 89er von den 68ern lernten

Ich führe das hier aus, weil ich gerade Thomas Wagners Buch „Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten“ ausgelesen habe. Auf 351 Seiten breitet Wagner seine Erkenntnis aus, dass 1968 nicht nur die Geburtsstunde einer Neuen Linken, sondern auch die einer Neuen Rechten gewesen sei, und dass beide Bewegungen personell und ideenmäßig mehr miteinander zu tun hätten, als der „antifaschistischen“ Linken und der gegen den „grün-versifften Mainstream“ wetternden Rechten gemeinhin bewusst ist.

Wagner bringt viele Beispiele, vor allem für die Übernahme der Aktionsformen der Neuen Linken durch die Neue Rechte: Provokationen, bei denen sich die inzwischen arrivierten ehemaligen 68er (oder solche, die es gern gewesen wären) als genauso sprachlos erweisen (wenn auch  weniger gewaltgeneigt) als es die Generation der Belasteten gegenüber den aufbegehrenden Studenten 1965ff war. Klar wird auch, dass die krisenhafte lebensgeschichtliche Situation vieler Kader beider Bewegungen – jeweils ins Weltgeschichtliche aufgeblasen –  als Antrieb oft wichtiger war und ist als etwa eine intellektuelle Analyse der sozialen Verhältnisse, ihrer Fehler und der zur Verfügung stehenden Besserungsmöglichkeiten. auch darüber habe ich geschrieben.

Aufschlussreich sind Wagners Gespräche mit einigen der Theoretiker der Neuen Rechten wie etwa Götz Kubtischek, Ellen Kositza, Martin Sellner und Alain de Benoist, die sich betont nichtradikal geben und deren Denken geradezu durchsetzt scheint von marxistischen oder pseudomarxistischen Kategorien. Offensichtlich haben sie ihren Gesprächspartner klug manipuliert. Denn es wird offenkundig, dass Wagner ihnen gegenüber kein angemessenes theoretisches Rüstzeug hat und allenfalls kritische Randbemerkungen anbringt. Denn er ist selbst Linker und Pseudomarxist, und im Grunde begegnet er seinem Gegenüber mit kaum verhüllter Sympathie, weil die neuen Rechten denselben Feind haben wie er: den „Globalismus“, so der Terminus der Rechten, den Wagner als „neoliberale Weltordnung“ bezeichnet, und die „Globalisten“, die für ihn die ideologischen Handlanger jener Weltordnung sind, also zum Beispiel Leute wie ich.

Wieder einmal: lechts und rinks

Weil Wagner keinen Begriff dafür hat, dass Linke und Rechte in der Ablehnung des Liberalismus schon immer an einem Strang zogen (was schon Karl Marx kritisierte), hält er die dialektische Verbindung von 68ern und 89ern für etwas Neues. Nirgends diskutiert er die Geburt des Faschismus aus dem Geist des Leninismus oder die Zusammenarbeit von NSDAP und KPD bei der Zerstörung der Weimarer Demokratie, nirgends den Nationalbolschewismus, dem Ernst Nolte aufschlussreiche Passagen gewidmet hat, oder die sozialistische Strasser- und Röhm-Strömung in der NSDAP und ihre Hoffnung auf eine „zweite Revolution“, nirgends einen Roman wie „Söldner und Soldat“, in dem Bodo Uhse seine Konversion vom männerbündischen Faschisten zum männerbündischen Kommunisten schildert, nirgends die Totalitarismustheorie Hannah Arendts, nirgends die faschistischen Züge der 68er Bewegung, die Götz Aly in seinem selbstkritischen „Unser Kampf“ analysiert hat, und der heutigen militanten „Antifa“, die sich in Habitus und Denke kaum von den rechten Schlägertrupps unterscheidet, mit denen sie sich so gern prügelt.

Keine Juden, nirgends. Und auch keine Russen

Die Tatsache, dass Wagner außer in Detailfragen mit seinem Sujet einverstanden ist, erklärt zwei der auffälligsten Leerstellen in seinem Buch: Nirgends setzt sich Wagner mit dem Antisemitismus auf der Linken und auf der Rechten auseinander, außer um den heutigen Rechten wiederholt und völlig zu Unrecht zu bescheinigen, sie seien keine Antisemiten. Und nirgends taucht auch nur das Wort Russland auf, obwohl Russland heute Schutzmacht, Stichwort- und Geldgeber sowie Hauptnutznießer des Rechtspopulismus in Europa ist.  Wagner ist nämlich mit den heutigen Rechtspopulisten der Meinung, dass der „Neoliberalismus“ an den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten und dem Elend in Afrika – und damit an der Flüchtlings- und Migrantenwelle sowie am Islamismus – schuld ist. Von den Massakern der Russen und ihrer Freunde an Muslimen in Afghanistan, Tschetschenien, Bosnien und Syrien schweigt der Linke vornehm, wie vom linken Antizionismus und von den antisemitischen Anzüglichkeiten des Kubitschek-Freunds Björn Höcke – und von Kubtischek selber.

Es gibt keinen Sozialismus ohne Nationalismus. Und umgekehrt.

In der „Jungle World“ unternahm vor einiger Zeit mit reichlich Zitatenmaterial Jens Benicke den Versuch, „den Nationalismus der K-Gruppen“ vom leninistischen Standpunkt aus zu kritisieren. Vergeblich natürlich, denn Lenin hat ja den Nationalismus in den Sozialismus eingeführt (oder besser: wieder eingeführt; er war ja im Lassalleanismus und davor bei den „Deutschen oder Wahren Sozialisten“ angelegt, wie jeder Leser des Kommunistischen Manifests weiß). Aber das sind Spiegelfechtereien. Der wirkliche Gegensatz ist und war nie jener zwischen Links und Rechts, Sozialismus und Nationalismus, sondern zwischen Individualismus und Kollektivismus, Gesellschaft und Gemeinschaft, Selbstständigkeit und Identität, Offenheit und Enge, Freiheit und Zwang. Sozialismus, Islamismus, Nationalismus und Faschismus sind nur Varianten jenes Ideengerüsts, an das sich schwache Existenzen anlehnen, die mit der „Republik ohne Mitte“ (Richard Herzinger), in der es keine „Leitkultur“, keinen verbindlichen Glauben und keine Führergestalt gibt, nicht klar kommen.

Eine Fibel für Querfront-Anhänger

Zustimmend zitiert Wagner darum als Fazit seines Buchs Linke, die der Ansicht sind, das linke Denken müsse „sich aus der Gefangenschaft des von Merkel personifizierten liberalen Denkens befreien“; erforderlich sei ein „linker Populismus“. (Wie es scheint, hat Sigmar Gabriel die gleiche Schlussfolgerung gezogen.) Die Rechte, so suggeriert Wagner, stelle schon teilweise die richtigen Fragen, aber „das theoretische Rüstzeug der Linken ist dem der Rechten haushoch überlegen.“ Darum lohne sich die Diskussion.

Unausgesprochen schwingt da die Hoffnung mit, Anhänger der Neuen Rechten im Dialog für die Linke zu gewinnen. Unwahrscheinlich. Geschichtlich ist das jedenfalls nie im nennenswerten Umfang gelungen; die Bolschewiki erfreuten sich in Russland nie einer Zustimmung, wie sie Mussolini in Italien genoss; die SED war nie so populär wie die NSDAP; die Linkspartei hat längst vor der AfD kapituliert; Zizek ist nur noch Stichwortgeber für Kubitschek, und der wiederum für Höcke. Und Wagners Buch, in dem die Stichwortgeber der Neuen Rechten als eigentlich ganz nette Typen rüberkommen, als ob es darauf ankäme, dürfte, wenn es überhaupt eine Funktion hat, als Fibel dienen zur Vorbereitung und Festigung der Querfront, statt als Aufklärungsbuch für Demokraten. Es erscheint bei Aufbau, hätte aber ohne Abstriche auch bei Antaios erscheinen können.

80 thoughts on “Thomas Wagner liefert der Querfront Argumente

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      O.K., jetzt habe ich schon soviel Rezension gelesen, daß ich in der Zeit das Buch auch hätte selber lesen können .. ;- . Auch bei Ihrer Seite fällt mir das große Bedürfnis an der Kritik an einer real existierenden und wahrscheinlich treffend als irgendwie ‚links‘ empfundenen Moderne auf, die mit ihrer ganzen Lebensintelligenzen verschwendenden Bürokratie, Kleingeistigkeit, Programmatik, Neurotik, correctness, einem immer barscher werdenden Feminismus, Gesundheits-Imperativen, Weltfremdheit gegenüber dem Islam, autoritärem, pejorativem Konformismus (du ist ein Rechter/Nazi, wenn du nicht so denkst/fühlst, wie ich), CO2-Erbsünde, Angst macht.
      Dabei ist dieser neue Puritanismus doch nichts anderes, als ein bestimmtes seit Chlodwig existierendes eiferndes germanisches Christentum (diesmal ohne Jesus Christus), das in seine ganze radikale Intoleranz ähnlich wie die (Selbst-)Geißler des ausgehenden Mittelalters auf sich selbst richtet. Ein Sündenkult, der auch noch als Stolz daherkommt (und Auschwitz dazu benutzt).
      Die einzig wahrnehmbare Kritik daran kommt von der AfD, was ich tatsächlich mittlerweile als Gefahr sehe. Nicht weil mir Identitätsnarrative so zuwider wären, wie einem Linken, sondern weil ich erkennen muss, daß die – lediglich versteckten, bisweilen unter ‚man-wird-ja- wohl-noch-sagen-dürfen‘ – Ressentiments weiter existieren und von der AfD immer wieder aktiviert und zur Mobilisierung benutzt werden. Ich sehe da bis dato keine Besserung.
      Daher würde ich gerne von meiner sicher unbedeutenden Seite her anregen, eine Alternative zur Alternative zu gründen, zumindest falls es die FDP nicht schafft, eine solche zu werden. Eine Partei, die statt rückwärtsgewandter linker Romantik (Romantik = deutsche Geisteskrankheit) gesunden Menschenverstand und nüchternes Denken, Individualität und Humanismus propagiert.
      (Ich denke, nicht nur mir fehlt eine existierende politische Resonanz im realen Politikbetrieb. So abstrus ist das nicht,was ich schreibe.)

      PS: ‚Linkenhasser‘ (Aktivist des sog. ‚Institutes für politische Schönheit‘?) braucht meinen Beitrag gar nicht zu loben, es sei denn, er macht es unter Klarnamen.

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    Etwas verspätet ein frohes neues Jahr, Herr Posener und Mitkommentatoren!

    Ich habe mir jetzt Ihren Beitrag und auch den von Herrn Werner durchgelesen, die sich beide auf Linke und Rechte beziehen, und frage mich, auch angesichts der sehr bestimmten, energischen Kommentare, ob denn alle ein gemeinsames Wissen darüber teilen, was heute links und rechts bedeutet? Denn wenn nicht, reden sie über irgendetwas, aber nicht über dasselbe, aneinander vorbei.

    Ich weiß selber nicht, was das ist – links und rechts im politischen Sinn – und ob man das überhaupt klären kann und muss, denn man könnte ja auch einfach über Ziele reden (ob man die erreichen soll und wenn ja, wie man die erreichen könnte).

    Ich würde folgende drei Säulen aufstellen:
    1. Einstellung zu Fremden. Rechts: negativ, links: positiv. Dies scheint mir heute der fundamentale Unterschied zu sein. Das heißt natürlich nicht, dass Linke alle Fremden mögen und Rechte vor allen Ausländern gleichermaßen Angst haben, aber im Prinzip verhält es sich so. Wenn ich mal zeitgenössische rechte Texte lese, dann sehe ich überall diese Abgrenzung vor den anderen, Fremden, den Bedrohenden, den Invasoren usw. als Grundlage durchscheinen.

    2. Einstellung zur Geldverteilung. Rechts: positiv, links: negativ. Das heißt Linke wollen umverteilen, Rechte wollen das Geld da lassen, wo es ist (im Zweifelsfall bei sich selbst – Reiche sind meistens rechts, was ja auch nachvollziehbar ist). Nur so ist es erklärbar, wie es dazu kommt, dass arme Rechte so jemanden wie Trump wählen, was erstmal widersinnig und rätselhaft erscheint.

    3. Einstellung zur Gewalt. Rechte: positiv, Linke negativ. Jetzt wird man gleich mit der Antifa kommen. Im Grunde sind aber Linke gegen Gewalt. Gelegentlich rechtfertigen sie ihre eigene Gewalt durch die Gewalt ihrer Gegner. Rechte dagegen schimpfen immer gern gegen Pazifisten, die sich viel lieber im linken Milieu tummeln, und erfreuen sich gern an gewalttätigen Fantasien, wie wir auch hier auf dem Blog nachlesen können.

    Wie man sieht kommen in dieser Skizze weder Karl Marx noch die Sowietunion vor. Auch nicht der Liberalismus (der eigentlich immer ein Linksliberalismus ist, weil er alle Menschen als gleichberechtigt ansehen muss). Ich nehme also an, dass es ganz andere Bedeutungen von links und rechts gibt, die dazu führen, dass man beides austauschbar findet. Das soll mir auch recht sein. Ich schlage also vor, diese grobschlächtigen Richtungszuweisungen aus der politischen Diskussion auszumotten.

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    Sehr geehrter Herr Posener,

    mich dünkt, wir haben unterschiedliche Begriffe von „Inhalt“. In meinem Verständnis habe ich Ihnen ausschließlich „Inhalte“ und Argumente geliefert und das vor dem Hintergrund der Kenntnis der Bücher der von Ihnen ins Mittelmaß delegierten Autoren. Bekommen habe ich von Ihnen Urteile und Wertungen aus der Hüfte.

    Sie müssen auch nicht meine Bücher lesen – es wäre schon hilfreich, wenn Sie Menschen nicht nach wenigen Zeilen in Kategorien einordnen und Ratschläge geben.

    Die Idee mit der „Welt“ ist gar nicht mal schlecht, obgleich ich fürchte, daß das derzeitige Management sich eher Ihren Meinungen zuneigt: es ist noch nicht reif für klare Analysen oder gestattet sie nur in der Narrenkappe Ihres Freundes Broder.

    PS: Wieso suchen Sie zuerst auf Youtube?

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      Lieber Seidwalk, ich habe „Seidwalk“ in Google eingegeben und es ploppte YouTube hoch. Wenn Sie mir ein paar Titel von Ihnen nennen, will ich mich gern damit beschäftigen. Es tut mir Leid, wenn Sie finden, meine Urteile kämen „aus der Hüfte“. Ich denke, wenn Sie ein wenig googeln (und sich etwas mehr Mühe geben als ich), werden Sie finden, dass ich mich recht ausführlich mit einer Reihe der von Ihnen geschätzten Autoren und ihren Gedanken (und das schließt meinen Freund Henryk ein) auseinandergesetzt habe. Nur kann ich diese Argumente nicht immer wiederholen. Dies hier ist ein Hobby, und ich muss mir mein Geld woanders verdienen.

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        „Thomas Schmid“, Sie verwenden einen falschen Namen und eine falsche Mail-Adresse. Lassen Sie das bitte.

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    Meines Wissens gibt es keine Nationalbolschwisten oder linke Patrioten in der BRD. Oder kann mir jemand auch nur einen einzigen Politiker einer linken Partei nennen, der Patriot ist?
    Linke Wähler dieser Art mag es geben, aber die sind dann auch vollkommen desinformiert, wen sie da wählen. Oder weiß Zonen-Gabi und Wessi-Kevin, dass Gregor Gysi, Claudia Roth und andere Merkel-Konsorten ihnen das Aussterben wünschen?

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    Sehr geehrter Herr Posener,

    Ihre Selbstverliebtheit ist himmelschreiend, Ihr Belehrton, der allen Wille zum Verstehen offenbar schon eingestellt hat, sehr unangenehm!

    Sie haben recht und alle anderen sind „Mittelmaß“. Dabei sind Sie nicht einmal Willens, genau zu lesen und unterstellen zudem Dinge, die nie gesagt wurden.

    So kommt es z.B., daß Sie jemandem, der sich seit drei Jahrzehnten mit der ökologischen Problematik als d e r Zentralfrage des Überlebens beschäftigt und dazu veröffentlicht hat (was Sie freilich nicht wissen können, aber das macht das Urteil nicht besser!), thematische Engstirnigkeit vorwerfen.

    Zugleich bestätigen Sie als „Welt“-Autor zumindest in Ihrem Falle meine These über diese Zeitung (die ich im Übrigen als WaS wöchentlich lese – von den big 5 ist sie immerhin noch die beste, wenn oft auch schwer erträglich). Sie geben ein schönes Beispiel medialer Überheblichkeit ab – daran wird auch die „Welt“ zugrunde gehen, wenn sie sich nicht bald von solchen Autoren trennt.

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      Lieber Seidwalk, würden Sie sich mit Klarnamen hier anmelden, könnte ich Ihre sicherlich erhellenden Beiträge zum Weltgeschehen lesen. Woher soll ich wissen, wer Sie sind? vielleicht sind Sie dieser hier:
      https://www.youtube.com/channel/UC2tIrhe2FmcDPmW4uw2DWZw
      Sie schließen daraus, dass ich Ihre Arbeiten zur Ökologie nicht kenne (wie Sie zugeben: nicht kennen kann), dass ich himmelschreiend selbstverliebt und nicht bereit bin, irgendjemanden zu verstehen. Jeder regelmäßige Kommentator hier auf „SM“ wird Ihnen das Gegenteil berichten können. Sie fällen anscheinend schnell ein Urteil nach dem Motto: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich und obendrein doof, ätsch, bätsch. Nun, ich kenne die Regung.Man sollte sie zügeln. Sicherlich wären Sie ein viel besserer Autor für die WELT als ich es bin. Allein die Redaktion hat anders entschieden. Bitter für Sie, aber damit müssen Sie einstweilen leben.
      Vielleicht nehmen Sie mal inhaltlich Stellung. Dann bekommen Sie auch eine inhaltliche Antwort.

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      Hallo Seidwalk
      ich kann Ihren Eindruck hinsichtlich der Diskussionskultur hier nur bestätigen. Auch in diesem Beitrag wurde ich wieder ad hominem abgefertigt. Ist halt so. Eine Debatte über die Gräben hinweg sehe ich hier als gescheitert an.
      Nun denn es gibt auch andere Foren.

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        Ach Quatsch, Waldgänger. Aber ich bin nicht traurig, wenn Sie gehen.

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    Lieber Alan Posener, Sie schreiben:

    „Die Rechte, so suggeriert Wagner, stelle schon teilweise die richtigen Fragen, aber „das theoretische Rüstzeug der Linken ist dem der Rechten haushoch überlegen.“ Darum lohne sich die Diskussion. Unausgesprochen schwingt da die Hoffnung mit, Anhänger der Neuen Rechten im Dialog für die Linke zu gewinnen.“

    Daß viele das Angebot der linken Parteien nicht mehr gut finden und stattdessen AfD wählen ist aber doch schon zu erkennen und es wäre m.E. völlig verkehrt, hier nicht nachzubohren. Eben weil, wie Sie weiterhin schreiben, es nach Betrachtung der Historie unwahrscheinlich ist, diese Wähler zurückzugewinnen. Wenn der wirkliche Gegensatz, wie Sie davor schrieben, der zwischen Individualismus und Kollektivismus ist, dann lassen sich z.B. Sigmar Gabriels Aussagen zu Ökonomie und Heimat (letzteres auch bei den Grünen jetzt, bzw. mal wieder) damit sezieren:
    Natürlich ist eine von einem Wahl-/Staatsvolk/Verwaltungsbezirk eingesetzte Regierung (lt. Grundgesetz!) nicht nur vorwiegend, sondern ausschließlich für das Wohl dieses Wahl-/Staatsvolks verantwortlich, weswegen ich die große Aufregung um Trumps ‚America first’überhaupt nicht verstanden habe.
    Es kann doch m.E. nur darum gehen, aufzuklären, inwieweit solche Aussagen hohl sind, bzw. inwieweit tatsächliche Politik-Verantwortung durch das Beschwören von Legenden bzw. ‚Narrativen‘ (‚Identität‘ auf rechter Seite, ‚Emanzipation‘ auf linker Seite) ersetzt werden soll.
    Wenn man berücksichtigt, daß die wahre und einzige Triebkraft der Globalisierung Pioniertum, Erfindergeist und Technik sind, müsste doch eigentlich jedem klar sein, daß die Nationalökonomie kaum noch Bedeutung hat. Und das gilt genauso für westliche Vorstellungen von Emanzipation. Was ersteres betrifft, stellt Thomas Piketty die besten Fragen – bei letzterem herrscht wohl erheblicher Bedarf an Philosophie.

    Ihnen und den ‚Anwesenden‘ hier ein gutes neues Jahr!

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        Naja, ich habe behauptet, daß viele der Linken den Rücken kehren, weil das, was die Linke derzeit propagiert bzw. thematisiert (gender mainstreaming, PC, Klimawandel) deren Klientel nicht (mehr) interessiert.
        Und ich habe geschrieben, daß Sigmar Gabriel dies genauso erkannt hat und mit dem Thema ‚Heimat‘ und dem Beschwören einer national abgrenzbaren Ökonomie vielleicht oder wahrscheinlich zu herkömmlich denkt und zu kurz fasst, aber andererseits den Nerv seiner Wähler trifft, die sich überfordert fühlen.
        Außerdem habe ich versucht, zu verstehen und zu beschreiben, was derzeit die Narrative der Linken und der Rechten sind (Emanzipation vs. Identität).

        Sie schreiben ‚Seidwalk‘, daß er auch ‚rechts‘ sei, wenn er intellektuell zu mittelmäßig wäre, Klimawandel etc. als die vordringlichen Probleme anzusehen. Diese mittlerweile recht verbreitete Aussage ist allerdings auch nur eine Meinung, wenn sie auch von interessierten Kreisen als ‚Wahrheit‘ verkündet wird – auch hier geht es um Prioritäten und Verhandlung derselben. Für mich z.B. ist das vordringliche Zukunfstproblem die Verhinderung von Meteoriten und Asteroideneinschlägen, was ihnen natürlich frei steht, als lächerlich irrelevant darzustellen.
        Ich für meinen Teil kann die gut verstehen, die sich durch eine allzu programmatische moderne Avantgarde nicht verstanden bzw. gegängelt fühlt. Wenn das ein Treffen von ‚links‘ und ‚rechts‘ ist, mag sein, aber Eliten-Arroganz ist auch nicht liberal.

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        Lieber Klaus J. Nick, ich glaube nicht, dass die Frage, welche Probleme vordringlich sind, eine reine Meinungssache ist. Ich glaube, wir können uns einigen, dass die Judenfrage nicht das vordringlichste Problem des deutschen Volkes 1933 war. Dennoch haben die Deutschen eine Partei an die Macht gebracht und dort bestätigt, die genau das behauptet hat. (Und man komme mir nicht mit der bekannten Ausrede, den Leuten sei es „eigentlich“ um Arbeitsplätze usw. gegangen.) Und heute gibt es Menschen und Parteien, die behaupten, es gebe einen Plan zur „Umvolkung“ Europas, und das vordringliche Problem sei es, diesen Plan zu vereiteln. Ich glaube nicht, dass es Arroganz ist, den Vertretern dieser Theorie entgegen zu halten, dass es vordringlichere Probleme gibt (und dass es einen derartigen Plan nicht gibt). Wir wissen mittlerweile aus der Kommunikationstheorie, dass man Menschen fast alles einreden kann, und es war der begnadete Kommunikator Adolf Hitler, der meinte, einfache und emotional aufgeladene Botschaften seien dem einfachen Volk, das er als „weibisch“ bezeichnete, angemessen. Ich hingegen traue allen Menschen zu, auch komplexe Zusammenhänge zu verstehen und ihre Emotionen im Zaum zu halten. Das ist nicht „arrogant“, wie Sie behaupten. Die Kubitschek und Konsorten sind arrogant. Gauland, der seine Partei verachtet, und seine Wähler erst recht, ist arrogant.

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        O.K. Alan Posener ich schreibe von Klimawandeltheorien, PC, gender mainstreaming usw. und Sie von den Prioritäten der Nazis. Und nein, ich habe nicht behauptet, es sei arrogant oder falsch, denen, die mit Verschwörungstheorien von ‚Umvolkung‘ billige Politik machen wollen, zu entgegnen, daß sie Nazi-Argumente benutzen und damit eine vergleichbare Agenda verfolgen. Und Ihre Argumentation habe ich auch nicht als arrogant bezeichnet – wer sich auf Diskussionen einlässt, wie Sie seit Jahren, das will ich ‚Seidwalk‘ gerne bestätigen, ist genau das bestimmt nicht. Aber das
        „Ich hingegen traue allen Menschen zu, auch komplexe Zusammenhänge zu verstehen und ihre Emotionen im Zaum zu halten.“
        könnte ich polemisch ergänzen mit „..solange sie der in Eliten und Wissenschaft vorherrschenden Ansichten und Interpretationen entsprechen.“
        Tu ich aber nicht, weil es mir hier mal um was anderes geht (ich zitiere Sie nochmal):
        „Es ist ein Zeichen intellektuellem Mittelmaßes, nicht unter die Oberfläche zu schauen und die wirklichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu erkennen: AI, Klimawandel, Verschmutzung der Meere, Zusammenbrechen staatlicher Ordnungen weltweit, während gleichzeitig autoritäre Staaten, allen voran China, expandieren, Verlangsamung des Wachstums, Belagerung der liberalen Demokratie durch Populisten u.a.m.“
        Über die Wichtigkeit dieser Punkte kann man, finde ich, durchaus sehr unterschiedlicher Meinung sein ohne deswegen in ein „intellektuelles Mittelmaß“ abzurutschen oder als postfaktisch und nur emotional gesteuert zu gelten. Deswegen taugt die alleinige Nennung dieser Themen oder die Betonung derer Wichtigkeit überhaupt nicht als Argument gegen diese Umvolkungstheorien. Wer von ‚Umvolkung‘ spricht, dem ist nicht klar, wie Wohlstand generiert wird, nämlich i.d.R. durch bessere Ausbildung und das bedeutet i.d.R. weniger Kinder und das bedeutet i.d.R. wieder bessere Ausbildung usw. Bis zu einem bestimmten Punkt: Wo wir über Wachstum reden müssen, bzw. was wir darunter verstehen wollen usw. usf. Jedenfalls muss man das durchdeklinieren, statt die Leute, die diesen Umvolkungs-Quatsch plausibel finden per se als doof zu bewerten. Ja, die Neurechten sind auch arrogant (deswegen die ständige Betonung des „Philosphischen“), aber Arroganz ist keine Stärke, sondern eine Schutzhaltung. Und sicher, sie beeindruckt nur eher dumme. Genau deswegen sollte man sie vermeiden, was mir sicher auch nicht immer gelingt.
        Und deswegen meine ich, daß man denen nicht die Diskussion über die Zumutungen der Moderne (Ihre Formulierung übrigens!) überlassen sollte, die den Zweiflern an der wissenschaftlichen Moderne (und an Merkel!) eben eine völkische, nationalsozialistische oder nationalbolschewistische politische Heimat bieten.
        Ich hoffe diesmal verständlicher geschrieben zu haben.

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        Jjjjaaa… Also, lieber Klaus J. Nick, ich glaube, dass ich Ihnen zustimme. Kleine Anmerkung: Die Vorstellung, es gebe ein „Judenproblem“, war kein Monopol der Nazis. In den Diskussionen der „Weißen Rose“ taucht dieses Problem ebenso auf wie in den Diskussionen der Zionisten, bei Henry Ford ebenso wie bei Joseph Stalin und Papst Pius XII. Und doch handelt es sich um ein Hirngespinst. Für mich ist ein Argument oder eine Maßnahme also nicht damit abgetan, dass ich auf die Nazis verweise. Die Abschaffung des Sütterlin und der Fraktur halte ich für einen Fortschritt. Das Verbot der Schächtung lehne ich ab, obwohl ich auch die Schächtung nicht gut finde; aber ich lehne das Verbot nicht deshalb ab, weil es zuerst von den Nazis eingeführt wurde. Und so weiter.
        Ich bin dafür, sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. Aber nur bis zu einem bestimmten Grad und nur mit Menschen, die das wirklich wollen. Wir hatten und haben hier immer wieder mit Leuten zu tun, denen es nicht um Argumente geht.

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      Lieber Herr Nick,
      zunächst einmal auch Ihnen ein frohes Neues Jahr! Ich freue mich schon auf viele anregende Diskussionen.
      Wenn Sie als „einzige und wahre Triebkraft der Globalisierung Pioniertum, Erfindergeist und Technik“ sehen, verengen Sie meiner Meinung nach den Blick. Das trifft zwar auf die Länder des Westens untereinander zu, was die Mobilität der Menschen zwischen diesen Ländern angeht; das ist vielleicht auch so aus der Perspektive derer, bei denen moderne Technikprodukte hergestellt werden (etwa China), weil sie sich die aufwendige Wirtschaftsspionage für die Nachahmerprodukte sparen können. Aber man kann kaum mit Pionier- oder Erfindergeist erklären, daß beispielsweise das Unternehmen Apple (um nur ein prominentes Beispiel zu nennen) für den US-Markt in China produzieren läßt; hier ist eher Gewinnstreben in seiner reinen Form die Triebfeder.
      Gewinnstreben (oder vielleicht Streben nach – wohlgemerkt: – kurzfristiger Effizienz) ist auch der Grund dafür, Bauxit um den halben Globus zu schippern, um es in Island oder Norwegen verhütten zu lassen, weil die Elektrizität dort dank Geothermie oder Wasserkraft extrem billig ist und der ökologische Fußabdruck des Transports nicht auf der Rechnung erscheint. Gewinnstreben ist auch die wesentliche Triebfeder, nicht-technische Produkte wie Textilien in Kleptokratien oder Unrechtsstaaten produzieren zu lassen, weil dort Gewerkschafter, die sich für höhere Löhne oder für Arbeitsschutz oder gegen Kinderarbeit oder Behördenwillkür engagieren, mit Besuch von Todesschwadronen rechnen müssen.

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        Lieber Opa Krempel, ich will das gerne anders formulieren: Die Triebkraft der Globalisierung ist die Gier und der erforderliche Katalysator Pioniertum, Erfindergeist und Technik. Und auch Pioniertum, Erfindergeist und Technik sind ihrerseits oft Folge von Gier (nach was auch immer). Gier ist so gut oder so schlecht, wie jeder Treibstoff, aber wenn ich versuche, darüber nachzudenken, wie eine Welt ohne Treibstoff, ohne Gier und ohne Globalisierung, Wachstum usw. aussehen würde, fällt mir nur die Vergangenheit ein, der viele bescheinigen, sie wäre besser gewesen, weswegen ich mich dann frage, weshalb man sie nicht beibehalten hat. Und wenn man über ein Zwischending nachdenkt, zwischen unbegrenzter Globalisierung mit allen denen von Ihnen ja zu recht angesprochenen Fehlentwicklungen und der Bildung von Reservaten, die bekanntlich auch Nachteile haben, fällt mir die Entwicklungshilfe ein, die wohl so gar nicht funktionieren will. Wenn ich von solchen Unglücken und Bränden, wie in diesen Sweatshops z.B. in Bangladesh höre, wünsche ich mir auch Zwischendinge, also etwas Begrenztes, Moderiertes – aber wer soll das begrenzen, moderieren – und nach welcher Maßgabe? Welche Interessen verfolgen die NGOs?
        Ich hatte das nur geschrieben gegen diese Ideen vieler Leute, die hinter allem gerne etwas, wie ‚Soros & Co.‘ sehen wollen.

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        Lieber Herr Nick,
        danke für die Präzisierung; ich verstehe nun, worauf Sie hinaus möchten – habe aber wiederum einen Einwand: Pioniertum, Erfindergeist und Technik treten zweifelsohne bei all jenen Global Playern als „Schmierstoff“ auf (um die technische Sprache zu bemühen und die passende Ergänzung zum Treibstoff zu verwenden), schlagen aber bei Low-Tech- oder No-Tech-Unternehmen fehl. Zu solchen gehören vor allem die Weltmarktführer aus der Lebensmittel- oder Textilbranche, etwa Nestlé, Kraft Foods, Coca Cola, Pepsi, Levi’s oder Wrangler. So hat etwa die Entscheidung der Coca Cola Company, wieder echte Vanille für die Produktion der Brause zu verwenden, massive Auswirkungen auf den Weltmarktpreis von Vanilleschoten. Das „Schmiermittel“, das diese Unternehmen befeuert, ist nicht das Streben der Kunden nach neuer Technik oder Innovation, sondern ein gewisser propagierter Lebensstil.
        Dies ist auch eventuell der Hebel, der angesetzt werden kann, um die Globalisierung vor ihren Exzessen zu schützen: Diejenigen Initiativen wenigstens moralisch zu unterstützen, die mit Lokalisierung der Globalisierung etwas entgegensetzen und diese Gegenbewegungen nicht automatisch als chauvinistisch abzuqualifizieren. Daß das funktionieren kann, hat sich schon vereinzelt gezeigt; selbst McDonald’s wirbt in seinen Filialen damit, daß die Zutaten aus regionaler Produktion stammen. Anderes Beispiel: In Frankfurt hat es erhebliche Widerstände gegeben, als bei der Fußball-WM 2006 nur die Getränke der Großsponsoren in den Stadien und offiziellen Fanmeilen ausgeschenkt werden durften, der Sauergespritzte der einheimischen Ebbelwoi-Keltereien aber nicht. In Südafrika und Brasilien hat solcher Widerstand der Einheimischen keinen Erfolg gehabt, weil die Leute dort weniger zahlungskräftig waren als die Frankfurter Bembelstemmer. Hier hätte etwa eine ausführlichere Berichterstattung (will heißen: schlechte Presse in zahlungskräftigen Ländern) durchaus hilfreich sein können, und eine Spätfolge der Exzesse der Kommerzialisierung des Sports konnten wir 2016 beobachten: Die Paralympics in Rio fanden in ausverkauften Stadien statt, die eigentlichen Olympischen Spiele vor halbleeren Rängen – eine nicht gerade kleine Blamage, die man vielleicht als Hebel nutzen kann. Und daß sich ein propagierter Lebensstil auch wandeln kann, sollte jedem auffallen, wenn er die gerauchten Zigaretten in den Hollywoodfilmen der 1960er und der 2010er zählt.

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        Lieber Opa Krempel, Sie haben mit Ihrer Analyse („..gewisser propagierter Lebensstil.“) und Ihren daraus folgenden Vorschlägen wahrscheinlich recht, ich bin zu nüchtern und zu minimalistisch, um solche emotional-sozialen Dimensionen, wie Lebensstil, Statussymbole usw. erfassen zu können (und das ist keine Attitüde sondern ein tatsächlich blinder Fleck bei mir, da brauchen Sie nur die Menschen in meiner Umgebung zu fragen).

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      „Natürlich ist eine von einem Wahl-/Staatsvolk/Verwaltungsbezirk eingesetzte Regierung (lt. Grundgesetz!) nicht nur vorwiegend, sondern ausschließlich für das Wohl dieses Wahl-/Staatsvolks verantwortlich, weswegen ich die große Aufregung um Trumps ‚America first’überhaupt nicht verstanden habe.“

      Ich hab das sehr gut verstanden, denn die BRD-Eliten sehen das ganz anders. Die denken an ihr Bankkonto und schei….. aufs Volk.

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        Lieber Gerd Weller, wer vorwiegend an sein Bankkonto denkt und auch nur grob die Wahrscheinlichkeiten abschätzt, womit man am schnellsten an Geld kommt, macht einen riesigen Bogen um Politik. Sie kommen der Wahrheit wohl näher, wenn Sie davon ausgehen, daß die „BRD-Eliten“ und die Vertreter des ‚grünversiffte Mainstreams‘ tatsächlich das selber glauben und sogar versuchen, zu praktizieren, was sie verkünden. Wenn Ihnen die Einstellungen dieser Mehrheit nicht gefällt, gibt es Argumente. Sogar recht gute. Verschwörungstheorien braucht man da gar nicht.

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        Herr Nick,
        die Schulwahl für die Kinder der BRD-Eliten sprechen gegen ihre These. Die wissen schon genau, was sie da anrichten und das wollen sie sich und ihrer Brut nicht antun, dafür geben sie viel Geld aus. Und Claudia Roth als Prototyp hatte wohl kaum andere Optionen „richtig viel Geld“ zu verdienen, außer Politik simulieren. Martin Schulzens Buchladen hätte auch nicht die Millionen eingebracht, die er sich in Brüssel eingeschaufelt hat, beim Sitzung absitzen.

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        Sehr richtig, Herr Weller.

        Übrigens hat mich u. a. das Wirken der Fr. Roth dazu gebracht, darüber nachzudenken, ob nicht das Wahlrecht für Frauen, aktiv wie passiv, ein Irrweg der Weltgeschichte war.

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        Lieber Herr Weller, mit „die Schulwahl für die Kinder der BRD-Eliten sprechen gegen ihre These“ meinen Sie vermutlich Frau Schwesig, die Ihr Kind auf eine Privatschule schickt und wo die SPD-Basis moppert. Irgendeine ‚Basis‘ hat immer was auszusetzen (-> Kindergarten), weswegen sie die Scheinheiligkeit ihrer Eliten geradezu verlangt oder generiert. Nachzulesen z.B. in Orwells ‚Farm der Tiere‘.
        Und Sie machen Umkehrschlüsse: Herr Schulz ist reich, also wird man in der Politik reich. Warum gehen Sie dann nicht in die Politik? Eben.

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        Ich geh nicht in die Politik, weil ich kein linker Lügner bin und weil ich als AfD-Mann nicht mein Auto abgefackelt bekommen möchte.
        Es ist nicht nur Frau Schwesig, Herr Nick, sie müssen sich mal besser informieren. Englische Edel-Internate werden gern gebucht, von unseren linken Eliten, z.B. von Brigitte Büscher, die bei „Hart aber fair“ die Kommentare nach links selektiert und stotternd vorliest.

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        Eins verstehe ich nicht: Warum ist es verwerflich, wenn Linke für ihre Kinder die bestmögliche Schule wählen? Und dafür auch noch Geld ausgeben? Wäre es besser, sie würden ihre Kinder in schlechte Schulen stecken? Ich verstehe die Logik nicht.

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        APo: ‚Warum ist es verwerflich, wenn Linke für ihre Kinder die bestmögliche Schule wählen?‘

        … das ist nicht verwerflich. Verwerflich ist, dass Anderen bestmögliche Schulen, aus welchen Gründen auch immer, verweigert werden. Ich verstehe unter Chancengleichheit, dass die beste Bildung allen zur Verfügung steht und nicht einer Ideologie vorbehalten ist. Allein der Intellekt (Erkenntnisvermögen, Einsicht, Verstand) sollte maßgeblich für die Schulwahl sein. Das ist der erste Auftrag des Volkes an den Staat. Alles andere ergibt sich bestmöglich. So geht Politik.

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        @Gerd Weller
        Warum „muss“ ich mich besser darüber informieren, wer alles seine Kinder auf Privatschulen schickt? Das interessiert mich überhaupt nicht.

        @Alan Posener
        Es ist eine Logik, die aus der Zielsetzung erwächst, daß alle zuerst mal ein Kollektiv zu sein haben, wo alle gleich sind und alle das gleiche machen müssen. (Deswegen musste das Führer-Schwein Napoleon in ‚Animal Farm‘ auch ‚gleicher, als gleich‘ sein.) Es ist also eine Logik, die für ein imaginäres Kollektiv gilt und Frau Schwesig hat mit ihrer auf individuellen Interessen beruhenden Logik gegen diese kollektive Logik, die sie ja als SPD-Politikerin auch propagiert, verstoßen. Also sozusagen Wasser gepredigt (Gesamtschule) und Wein getrunken (Privatgymnasium).

        nochmal @Gerd Weller
        Da Sie das ja stört, daß Frau Schwesig individuell das beste für ihr Kind will, fühlen Sie wie ein Linker und sind folgerichtig auch ein AfD-Mann.

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        Na, lieber APO, vielleicht sollte für einen Linken die bestmögliche Schulbildung bzw. (bei geeigneten individuellen Voraussetzungen des Schülers) die Chance darauf nicht von Einkommen der Eltern abhängen.

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        Ähm … Linke, als noch welche gab, nannten das mal, glaube ich, Chancengleichheit. Gleiche Chancen für gleiche Intelligenz, Lernbereitschaft, Selbstdisziplin usw. Schien mir immer sehr einleuchtend, auch weil sehr ressourcen-effizient.

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        Ja Herr Posener, es wäre für uns alle besser, wenn Linke ihre Kinder in schlechte Schulen schicken müssten, dann würde sich die Lüge nicht fortpflanzen, sondern die Realität würde die linke Gehirnwäsche im Schleudergang wieder zurechtrücken. Und die Richtigen bekämen ihre eigene Medizin zu schmecken.

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        Lieber Gert Weller, die staatlichen Schulen sind fast überall Mittelmaß, egal ob Linke oder Rechte regieren. Das hat wenig damit zu tun, dass sie staatlich sind. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von der Klientel über die Macht der Lehrerorganisationen, starre Curriculumsvorgaben, fehlende Führungspersönlichkeiten auf den Direktorenposten, mangelnde Transparenz und Wahlmöglichkeiten für Eltern bis hin zu politischer Einmischung von links und rechts, ständiger Skandalisierung in der Presse und chronischer Unterfinanzierung. Ich möchte nicht Schulsenator in Berlin sein, aber auch nicht Kultusminister in Bayern.

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    Sehr geehrter Herr Posener,

    das ist eine interessante Frage, ob meine „kaum verhüllte Bewunderung für intellektuell mittelmäßigen Akteure damit zusammenhängt, dass (ich) „Ost-Linker“ bin“ – interessant für mich. In der Tat habe ich eine sehr viel differenziertere Sich auf die DDR … Hier spielt das jedoch keine Rolle. Immerhin kann ich für mich in Anspruch nehmen, mich unmittelbar auf die Linie Marx-Engels-Lenin zurückführen zu können (im Buddhismus oder im Reiki ist das viel wert) ohne irgendwelchen sektiererischen Umwege. Aber das tut nichts zur Sache. Es sei denn man versteht das als Derailing Ihrerseits – eine typisch linke Kommunikationsstruktur, wenn man Lichtmesz/Sommerfeld: „Mit Linken leben“ folgt.

    Auf meine Argumente sind Sie nicht eingegangen – stattdessen hangeln Sie sich an den paar persönlichen Informationen weiter. Mehr noch: Sie legen Ihrem falschen Bewußtsein noch eines drauf und sprechen apriori von „mittelmäßigen Akteuren“. Es gibt bei der Neuen Rechten aber auch hervorragende Akteure, die entweder durch intellektuelle Leistung (Lichtmesz: Kann nur ein Gott uns retten/Sellner: Heidegger/Kaiser: Querfront/Weißmann: Historie und Politanalyse/Gerlich: Geschichte/Scholdt: Literaturwissenschaft)) oder doch zumindest durch Standhaftigkeit, Offenheit und Taktik (Kubitschek) auffallen. Zumindest wenn es um die politischen und moralischen Wesensfragen geht; das Spektrum ist ohne Frage limitiert. Mir ist – bedauerlicherweise – auf der linken Seite nichts dergleichen aufgefallen. Die Linke ist intellektuell ermattet. Der letzte originelle Denker von Format in D ist Sloterdijk und auch diesen schlägt man gegen seinen Willen auf die rechte Seite. Das können Sie natürlich anders sehen, aber auch ich arbeite seit Jahrzehnten philosophisch und darf mir ein Urteil zutrauen.

    Wenn ich Wagners Buch betrachte, dann ist der erste Teil für mich eher ermüdend informativ, weil trockene Geschichtsabhandlung einer Geschichte, deren Teil ich nicht bin, weder der linken noch der rechten 68er. Aber ich kann sehr gut bei der Neuen Rechten andocken, insbesondere nach 2015, dem deutschen Schicksalsjahr. Das Geheimnis ihres Erfolges liegt doch in der Aktualität der Themen: Während man auch in der „Welt“ noch immer das heiße Eisen scheut, wird es hier ohne Furcht angepackt: Migration, Islam, PC, Gender, Demographie etc. Und das ist es, was Wagner sieht und als erster Linker öffentlich ausplaudert. Und er kann den Rechten nichts entgegensetzen – von seinem Glaubenssatz: „Wir haben die bessere Theorie“ abgesehen -, weil er exakt dieses geistige Vakuum auf der linken und auch „mittigen“ Seite spürt.

    Wenn Sie eine seriöse Quelle kennen, die mir das Gegenteil beweist, dann halten Sie sich bitte nicht zurück, diese mitzuteilen.

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      Lieber Seidwalk, wenn sie sich als „Linken“ bezeichnen, aber Kubitschek und Konsorten bewundern, dann beweisen Sie nur meine These, dass es zwischen „Rechts“ und „Links“ mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen gibt. Dass Sie als ehemaliger DDR-Bürger eine „differenzierte“ Sicht auf das System haben, dem Sie gedient haben, verwundert nicht. bis 1968 (und weit darüber hinaus) hatten die meisten Deutschen im Westen auch eine „differenzierte“ Sicht auf den Nationalsozialismus. Wenn Sie schreiben, dass „man auch in der „Welt“ noch immer das heiße Eisen scheut, wird es hier ohne Furcht angepackt: Migration, Islam, PC, Gender, Demographie etc. Und das ist es, was Wagner sieht und als erster Linker öffentlich ausplaudert“, dann beweisen Sie nur, dass Sie die „Welt“ nicht kennen. Und wenn Sie glauben, „Migration, Islam, PC, Gender, Demographie etc.“ seien die wichtigsten Probleme unserer Zeit, dann gilt mein Urteil über Kubitschkek und Co. auch für Sie. Es ist ein Zeichen intellektuellem Mittelmaßes, nicht unter die Oberfläche zu schauen und die wirklichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu erkennen: AI, Klimawandel, Verschmutzung der Meere, Zusammenbrechen staatlicher Ordnungen weltweit, während gleichzeitig autoritäre Staaten, allen voran China, expandieren, Verlangsamung des Wachstums, Belagerung der liberalen Demokratie durch Populisten u.a.m.

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    Sehr geehrter Herr Posener,

    Ihre methodische Kritik an Wagner halte ich für verfehlt. Nicht, was der Autor aus methodologischen Gründen nicht sagt – was keineswegs einem „Verschweigen“ gleich kommt -, sondern was er sagt, ist Aufgabe des Rezensenten. Wagner beschränkt sich historisch und das ist legitim. Nicht legitim ist es, ihm daraus einen Strick zu drehen.

    Wagner setzt historisch an. Er meint – ohne die viel älteren Traditionslinien zu negieren – im Jahre 68 einen Bruch im konservativen Denken ausmachen zu können, weil zum einen ein einender Gegner und ein Feindbild entstand und weil man sich zum anderen bei den Aktionsformen und im linken Analysepool großzügig bedienen konnte. Das führte auch zu seltsam dialektischen Verwerfungen, denn der Linken ging ein klar konturierter Gegner – der klassische Nazi – verloren, die eingeübten Argumentationen brachen zusammen. Heutzutage sind zahlreiche linke Themen – direkte Demokratie, Kriegsverweigerung, Establishmentkritik, Religionskritik, Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit etc. – von rechten Positionen abgedeckt.

    Und dann klappert Wagner die ganze neuere Geschichte der Konservativen im Westen ab. Wer nicht Teil dieser Geschichte ist, für den ist das im günstigsten Falle – interessant. Für Sie hingegen sollte das aufschlußreich sein.

    Spannend wird es ab Seite 200: Das ist der Moment, an dem die „Neuen Rechten“ selber zu Wort kommen. Im Gespräch gelingt es Wagner, die Protagonisten zu klaren und eindeutigen Formulierungen zu führen. Sieh an: die Leute, die in der Öffentlichkeit ausschließlich verteufelt werden, haben wirklich etwas zu sagen. Überragend Martin Sellner, leider viel zu kurz geraten das Gespräch mit Benedikt Kaiser, der die linken Denkschulen absorbiert, und immer wieder erhellend die Beiträge von Kubitschek und Kositza.

    Ihrer Querfront-Argumentation kommt lediglich Benedikt Kaiser nahe … den Sie nicht erwähnen!

    Man gewinnt den Eindruck, daß Wagner selbst von den Argumenten überwältigt wird, denn hin und wieder verfällt er in den typisch linken Erklärmodus, etwa wenn er die „Arbeit am Mythos“ der Identitären als „konstruiert“ meint darstellen zu müssen, deren Wert „sich nicht am Wahrheitsgehalt, sondern an der Nützlichkeit“ bemesse u.ä. Wo er anfängt zu analysieren, ist er am schwächsten. Trotzdem, gegen alle Evidenz, behauptet Wagner, daß „das theoretische Rüstzeug der Linken auf diesem Gebiet (Gesellschaftsanalyse) dem der Rechten haushoch überlegen ist.“

    Sie hingegen insinuieren erneut eine habituelle Unaufrichtigkeit der Neuen Rechten, „die sich betont nichtradikal geben und deren Denken geradezu durchsetzt scheint von marxistischen oder pseudomarxistischen Kategorien“ und die „offensichtlich klug manipuliert.“ Ich – als Ost-Linker – beschäftige mich nun seit Langem intensiv mit Kubitschek, Lichtmesz, Sellner und Co. und wenn etwas nicht stimmt (soweit ich sehen kann), dann sind es diese unterstellten Charakterschwächen. Im Gegenteil: diese Leute kämpfen mit offenem Visier.

    Seinen Grundfehler spricht Wagner selber aus, wenn er „rechts“ mit „fortschrittliche Kräfte“ kontert. Das ist eine falsche und ideologische Dichotomie. „Fortschritt“ ist bei ihm a priori als Positivum gesetzt! Ein eklatantes Zeichen – bei aller beeindruckenden Offenheit ohne Berührungsängste – von Lernverweigerung.

    Und was Wagner präsentiert, ist eine große Mannigfaltigkeit an theoretischen Ansätzen, eine unerwartete historische und zeitgenössische Binnenvielfalt, ein wahrer Schatz. Um es ganz links auszudrücken:

    Den Rechten gibt es nicht. Der Rechte ist ein Konstrukt.

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      Lieber Seidwalk, Ihnen geht es wie Wagner: Sie fallen auf Kubitschek, Sellner und Co. herein: „Im Gespräch gelingt es Wagner, die Protagonisten zu klaren und eindeutigen Formulierungen zu führen. Sieh an: die Leute, die in der Öffentlichkeit ausschließlich verteufelt werden, haben wirklich etwas zu sagen.“ Natürlich haben sie etwas zu sagen, und sie haben dafür auch Presseorgane wie „Sezession“ und „Junge Freiheit“. Nur wer diese und ähnliche Organe nicht kennt, kann glauben, Wagner habe ihnen entlockt, was sie wirklich denken. Ohne Ihnen zu nahe zu treten, würde ich annehmen, dass Ihre kaum verhüllte Bewunderung für diese intellektuell mittelmäßigen Akteure damit zusammenhängt, dass Sie „Ost-Linker“ sind. In der DDR war die herrschende Ideologie national-sozialistisch, antisemitisch und identitär. Vieles davon ist hängengeblieben bei Ost-Rechten und Ost-Linken, die ihre eigene Herkunft, wie 99 Prozent aller Ostdeutschen, glorifizieren statt kritisch zu hinterfragen. Ich als 68er muss mir ständig Fragen zu meinen früheren Irrungen und Wirrungen gefallen lassen, und sofern die Fragen nicht dumm sind, ist das OK so. ich stelle sie mir ja selber. Ostdeutsche scheinen zu glauben, eine ungebrochene Diktaturerfahrung von 1933 bis 1989 sei etwas Positives, als führe so etwas nicht zu einer intellektuellen und moralischen Korrumpierung ungeheuren Ausmaßes. Wenn Sie erstens der Ansicht sind, der „klassische Nazi“ sei bis 68 der Hauptgegner der westdeutschen Linken gewesen, so haben Sie sich offensichtlich nie um eine Geschichte jener Linken bemüht: Ostermärsche, Vietnam- und Springer-Demos, Kampagne gegen die Notstandsgesetze und die Hochschulreform usw. usf., Streiks bei Opel und Ford, die beginnende Frauenbewegung, Kinderläden und Randgruppenarbeit (Heimkinder, Trebegänger, Psychiatrie-Patienten) hatten nichts mit irgendwelchen Nazis zu tun. Sie schreiben schließlich: „Den Rechten gibt es nicht. Der Rechte ist ein Konstrukt.“ Ein fataler Irrtum, aber einer, der in der Geschichte der Linken eine lange Geschichte hat. Man denke an die Sozialfaschismustheorie der KPD. Sie belegen wieder einmal, dass am Ende nicht die Linke, sondern die liberale Mitte die einzige Kraft ist, die dem Radikalismus von rechts etwas entgegensetzen kann.

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    … schreiben ‚wir‘ mal so: Es gibt gar keine ‚Linke‘. In der sozialistischen Ideologie gibt es eigentlich nur einen ‚Linken‘, genau der eine, der am weitesten ‚links‘ ist. ( … ahem, bis zu dem hier.)

    Warum?

    In der sozialistischen Ideologie ist ‚links‘ sein, so weit wie möglich, Pflicht. ‚Links‘ erhöht sich, allein aus Gründen der Machterhaltung, selber. Daher! sind andere, automatisch, immer ‚rechts‘. Selbst die eigenen Genossen.

    Die Historie hat ’s bewiesen. Vom Lagersystem Gulag und KZ, über Massenmord, bis hin zum Brudermord mittels Eispickel. Etwa 150’000’000 (150 Millionen) ermordete Menschen, allein im vergangenen Jahrhundert.

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      Lieber blonderhans, Ihre Argumentation ist immer gleich und gleicht der von Ihnen kritisierten „linken“ Ideologie aufs Haar: ich habe die Wahrheit gepachtet, alle anderen irren. Selbst Ihnen müsste auffallen, dass da etwas nicht stimmen kann.

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        … ja, ich habe immer die gleiche/selbe Argumentation. Die Wahrheit kann sehen wer will, werter APo, nicht pachten, nicht kaufen. Guten Rutsch ins neue Jahr.

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    Zwei Anmerkungen zum Thema:
    1. Die „heutige militante „Antifa“, die sich in Habitus und Denke kaum von den rechten Schlägertrupps unterscheidet…“: Wenn Sie damit auf die Autonomen Nationalisten anspielen, wird genau umgekehrt ein Schuh daraus: Diese kopieren die linken Autonomen. – Was nicht besagen, soll, daß die besser sind, weil auch der linke Schwarze Block in seiner Uniformität auf die Vorbilder von SA und Rotfrontkämpferbund zurückgreift.
    2. „Von den Massakern der Russen und ihrer Freunde an Muslimen in Afghanistan, Tschetschenien, Bosnien und Syrien…“: In dieser Aufzählung fällt Bosnien etwas aus dem Rahmen, weil es der dschihadistischen Internationalen trotz aller Bemühungen nie gelungen ist, den Bürgerkrieg im früheren Jugoslawien als Glaubenskrieg von Christen gegen Moslems darzustellen; dazu haben die Moslems zu lange gemeinsam mit Katholiken gegen Orthodoxe gekämpft. Und umgekehrt hat die russische Öffentlichkeit (wie übrigens auch die französische) eher die alte Waffenbruderschaft zu den Serben aus der Zeit der Weltkriege bemüht, um ihre Beißhemmungen gegen Milosevic & Co zu erklären, nicht aber den Kampf gegen die Moslems auf dem Balkan.

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      Ähm, lieber Opa Krempel, ich schreibe von den „Massakern der Russen und ihrer Freunde“, und erwähne die Massaker der Serben in Bosnien. Sie schreiben, die Russen „die alte Waffenbruderschaft zu den Serben aus der Zeit der Weltkriege bemüht, um ihre Beißhemmungen gegen Milosevic & Co zu erklären“. Eben.

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        Richtig. Aber es war eben von den weltlichen Waffenbruderschaften die Rede, nicht von den Verbindungen der Orthodoxen Kirchen, egal wie gern der alte Pavle, Patriarch von Belgrad, das gesehen hätte. Umgekehrt war Bosnien während des Krieges auch nie ernsthaft zum Tummelplatz der Dschihadisten geworden – anders als Afghanistan seit den 1980ern, Tschetschenien seit den 1990ern, der Irak ab 2003 oder Syrien ab 2011.

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    Ich stimme der Analyse zu: zweifellos zeigen Mahler und zeigte Dutschke das Schema des antiliberalen sich „links“ oder „rechts“ gebenden Ton in aller Klarheit.
    Entscheidend war für sie und ist für Mahler noch immer die Gegnerschaft zu wirtschaftsliberalen Positionen, aber auch politisch liberalen und demokratischen Institutionen, das Gerede von der „Basisdemokratie“ sollte das verhüllen. So gesehen sind „Neue Rechte“ und „Linke in der Tradition der Bolschewisten“ strukturell gleich. Die sog. „antiimperialistische Linke“ kokettiert doch damit. Allerdings gab es 1968 noch sehr viele alte Rechte und Alt-Nazis. Diese sind nun ausgestorben. Wir kämpfen als gegen diese beiden, sich in so vielen Aspekten so ähnlichen Ideologien.

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      Ja, liebe Monika Frommel. und ich würde liebend gern zu diesem oder zu jedem beliebigen Thema wieder einen Beitrag von Ihnen lesen!

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    Nachtrag und Ergänzung:
    Es ist nicht Aufgabe des Staates sich um das Wohl der Menschen außerhalb seiner Grenzen zu sorgen, auch nicht dann wenn sie, aus sicheren Staaten kommend, an den selbigen stehen.

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    Aus der Kommentarspalte von sezession.de habe ich mich zurückgezogen, weil mir der ganze Verein zu sektiererisch wurde und weil ich dafür zahlen sollte, dort schreiben zu dürfen und weil die meinen Klarnamen wissen wollten, für die Rechnungsstellung.

    Die Begriffe Rechts und Links definiere ich anders als Sie und der mainstream. Ich meine mich damit besser zurecht zu finden in der Politik der Gegenwart und im Verständnis der Geschichte der letzten 200 Jahre,

    Links nenne ich den Glauben, dass die Geschichte ein vom Menschen erkennbares Ziel hat und dass es möglich ist die Geschichte dahin zu lenken, Wie einst der Baron von Münchhausen soll der Mensch in der Lage sein, sich selbst am Schopfe zu packen und sich aus dem blutigen Sumpf der Geschichte zu ziehen. Politisches Programm wurde diese Idee wohl erstmals mit der französischen Revolution und in Namen des Fortschritts wurden Köpfe mit falschen Ideen vom Rumpf getrennt. Und so ging es weiter, Gulag, Holocaust, killing fields, Kulturrevolution. Millionen von Menschen geopfert für das Glück kommender Generationen und das Endziel der Geschichte.

    Rechts nenne ich die Negation dieser Idee. Es mag einen Fortschritt in der Geschichte geben, sie hat vielleicht sogar ein Endziel. Aber wir können es nicht erkennen und nichts dazu tun es schneller oder mit weniger Leid zu erreichen. Karl Popper brachte es wohl auf den Punkt: Der Fortgang der Geschichte wird vom technischen Fortschritt bestimmt. Wir wissen nicht was wir morgen wissen werden. Also können den Fortgang der Geschichte nicht vorhersehen oder gar steuern.
    Damit hat für mich rechte Politik immer eine Schlagseite zum Anti-Etatismus. Kernaufgaben des Staates sind äußere und innere Sicherheit. In Zeiten großer Not und zur Linderung von Leid kann der Staat weitere Aufgaben an sich ziehen, muss jedoch ständig prüfen, ob er diese Aufgaben immer noch wahr nehmen muss.
    Liberal im heute verwendeten Sinn ist diese Haltung nicht unbedingt. Es ist nicht das Recht des Staates zu definieren, wann das menschliche Leben beginnt oder was eine Ehe ist. Es ist nicht Aufgabe des Staates sich um das Wohl der Menschen außerhalb seiner Grenzen zu sorgen, auch nicht dann wenn sie an den selbigen stehen. Aber durch steuerliche Vorteile kann und soll er natürlich private Mildtätigkeit fördern.

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      Lieber Waldgänger, es steht Ihnen frei, eine private Definition von „links“ und „rechts“ zu entwickeln, aber ich persönlich glaube, man tut besser daran, sich an die sprachlichen Konventionen und die Selbstbezeichnungen der Leute zu halten. Sie vereinnahmen zum Beispiel Karl Popper als „Rechten“, obwohl er sich selbst als Liberalen betrachtete. Ihr Ansatz mag es Ihnen ermöglichen, sich rechts einzuordnen, ohne die geistige Verantwortung für die Untaten der Rechten zu übernehmen, so wie manche Linke sagen, Stalin, die DDR, die RAF usw. usf. seien keine „wirklichen Linken“ gewesen. Am Ende ist das nicht mehr als Selbstgerechtigkeit, bekanntlich eine der liebsten Sünden des Teufels.

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    Warum nicht? Gut ist, was der Mehrheit der Menschen nützt – also warum keine Querfront?

    Gute Lebensbedingungen für ethnisch Deutsche im eigenen Land. Gut so. 🙂

    Freilich, eine Absage an Imperialismus in jeder Form wäre unbedingt nötig. Mein Ideal wäre eine Existenz Deutschlands wie die Japans zu Sakoku-Ära. Weder wir noch die Außenwelt würden etwas vermissen, sehen sich doch beide Seiten gegenseitig als minderwertig an.

    Aber, so wie ich das sehe, würden wir Deutschen gewiß vom Ausland nicht in Ruhe gelassen. Auch wenn wir uns nicht für den (im wesentlichen angelsächsisch-internationalistischen) Feind unserer Rasse interessieren, interessiert er sich leider doch für uns.

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      Also, Linkenhasser, das ist doch absurd. Wir Angelsachsen gehören zur selben Rasse wie die Deutschen. Nur dass wir weniger slawischen und dafür mehr keltischen und skandinavischen Einschlag haben. Was in Ihrem Koordinatensystem eher für uns und gegen euch spricht. Es ist doch kein Wunder, dass wir euch 1940 in der Luftschlacht Mann gegen Mann schlugen, als ihr mit der slawischen Macht Russland verbündet wart. Eins zu eins sind wir euch einfach überlegen. Siehe auch Rommel gegen Montgomery. Übrigens können sie sich nicht gleichzeitig „Linkenhasser“ nennen und für die Querfront sein. Das ist unlogisch.

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        Ich rekurriere gar nicht auf den Krieg. Als Krieger sind Ihresgleichen uns nur wegen der Insellage der Teufelsinsel, äh, ich meinte, Britanniens, überlegen. Daher haben die Engländer auch in ihrer Geschichte in allen Kriegen stets „oberhalb ihrer Gewichtsklasse“ kämpfen können, weil sie sich ggf. immer auf ihre sichere Insel zurückziehen konnten.

        Ansonsten sind die Angelsachsen aber der Bodensatz der verfluchten Menschheit, und sie stehen ethisch-moralisch und geistig unter der Stufe derjenigen Tiere, die auf allen vieren gehen. Jeder Besuch in Internetforen, in welchen Angelsachsen (mit)diskutieren, beweist es mir aufs neue.

        Ich würde keinem von ihnen auch nur die Hand geben, weil diese dann hinterher wohl nach Pech und Schwefel stänke.
        Aber seien Sie nicht traurig: die Linken in diesem Land sind genauso absolut böse wie die Angelsachsen – nur mit deutschen Körpern, ähnlich wie Pol Pot von der ethnisch vietnamesischen Minderheit Kambodschas als „Vietnamesen in Khmerkörpern“ gesprochen hat. 🙂

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        P. S. merkwürdig finde ich auch, daß Sie in den folgenden zwei Sätzen das Gegenteil behaupten: „Wir Angelsachsen gehören zur selben Rasse wie die Deutschen. Nur dass wir weniger slawischen und dafür mehr keltischen und skandinavischen Einschlag haben.“

        Das ist ein bedeutender genetischer Unterschied, der wohl dafür verantwortlich ist, daß die Angelsachsen in ihrer Mehrheit so viel brutaler, grausamer und mitleidsloser sind als die Deutschen (und auch bei anderen Völkern und Rassen haben die Angelsachsen in diesen Punkten nicht viel Konkurrenz).

        In jedem Krieg in der Geschichte ist dies den Angelsachsen jedoch zweifellos von Nutzen gewesen. Auch rhetorisch, also beim Phrasendreschen, sind sie i. d. R. besser (das Wort „Smalltalk“ kommt nicht umsonst aus dem Englischen).

        Der Krieg verlangt jedoch nach anderen menschlichen Eigenschaften als der Friede, und ich stelle fest, daß sie dafür weniger fleißig und genau sind als wir (und bitterlich zu bedauern ist, daß sie – wie ich denke – Liebe, Respekt oder menschliche Güte nicht zu kennen scheinen. Dadurch fehlt ihnen bis zum wahren Menschsein noch einiges…) 🙂

        Fazit: wenn Sie jemanden brauchen, der etwas zerstören oder einen unangenehmen Sachverhalt in Honigworte einwickeln soll, nehmen Sie einen Angelsachsen. Wollen Sie jedoch jemanden für gewissenhafte, sorgfältige und liebevolle Aufbauarbeit, nehmen Sie einen Deutschen 🙂

        Und was Kriege betrifft: wir haben jahrelang einer Welt von Feinden standhalten können – ob dies nun nun gut oder schlecht war. So schlechte Krieger sind wir also gar nicht, wenn es sein muß 😆 – nur, daß für uns Krieg, Haß und Vernichtung kein Selbstzweck sind…

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        Die polnischen Piloten waren doch die Erfolgreichsten in der Luftschlacht 1940, also hatte die Luftwaffe nicht zuviel, sondern zu wenig slawische Gene. Aber im ernst, Churchill hat gewonnen, weil die Wehrmacht im Osten weilte. Es war ein Sieg ohne anwesenden Gegner.

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        Das lernt man bei der Welt, dummes Zeug schwätzen, von dem man keine Ahnung hat? Wieviele Abschüsse hatten die besten deutschen Piloten in der Luftschlacht um England? Wieviele die besten britischen? Obwohl es ja viel mehr deutsche Flugzeuge gab und Bomber deutlich einfacher abzuschießen sind, als Jagdflugzeuge? Selbst der beste britische Pilot des ganzen Krieges, hat nicht soviele Flugzeuge abgeschossen, wie Helmut Wick in der Luftschlacht um England. Wir haben euch „Mann gegen Mann“ einfach platt gemacht, bis ihr weinend nach Washington gelaufen seit. Und es waren auch diese 500 US Panzer die eurem Montgomery vor Kairo den Arsch gerettet haben. Oder sollen wir sein Market Garden Heldenstück thematisieren? Also keinen Schwachsinn verbreiten, den man bei Monty Python gesehen hat und besser selbst mal einen Blick in ein Geschichtsbuch werfen.

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    So ist es.
    Eines noch, weil alle es nachschwafeln: Die Neue Rechte soll die „Methode Provokation“ von den 68ern übernommen haben. Aber stimmt das? So eins zu eins und ausschließlich?
    Auf den Gedanken, sie könnte beim sog. Gauleiter Berlins in die Lehre gegangen sein, kommt kaum jemand. Dabei ist genau diese Analogie treffend, denn Göbbels ( er wurde übrigens am Schicksalstag der deutschen Geschichte sog. Gauleiter Berlins, am 09.11.1926) mischte Berlin und dann die gesamte Republik mit der Methode fakenews auf, wie vor ihm niemand.
    Woraus man wiederum den Schluss ziehen kann, dass auch „die 68er“ bei Göbbels in der Lehre (Leere) waren.

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      Könnte man, Herwig Finkeldey, aber das wäre ahistorisch. Die 68er – das weiß ich, weil ich dabei waren – schauten nicht zurück, sondern nach Westen. Sit-ins, Go-ins usw. übernahmen sie von den – oft jüdischen – Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung in den USA, und die Gruppe „Spur“ um Kunzelmann, aus der dann die linksradikale Gruppe „Viva Maria!“ um Dutschke hervorging, orientierte sich an Guy Debord und der Situationistischen Internationalen. Aber natürlich gibt es Strömungen von Mussolini über Sorel hin zu den Situationisten einerseits und zu Goebbels andererseits. Mein Punkt – deshalb zitiere ich auch die Proklamation der KPD von 1930 mit ihrer quasi-nationalsozialistischen Sprache – ist ja, dass sich von Anfang an Rechts und Links vermischen.

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        Ja, das war auch mehr Polemik als Analyse. Freilich nur im zweiten Teil. Dass die Neue Rechte bei Göbbels in der Lehre war, dafür spricht einiges.

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      @Herwig Finkeldey
      Ich bin ein eifriger Leser rechter Blogs, und dort gibt es in erster Linie Fake-News Korrekturen, und zwar von verbreiteten „News“ der linken Mainstreammedien, die bei kritischen Themen immer gefälscht sind.

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    Sehr geehrter Herr Posener
    vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Gedanken. Ich bin auch dem Link zu Ihrer Stellungnahme gegen die Umbenennung eines Abschnitts der Kochstraße gefolgt – und bin ob Ihres Gegenvorschlags „Brigitte-Bardot-Boulevard“ irgendwie perplex. Es genügt ja ein kurzer Blick auf die Wikipedia-Seite um sich Bardots wild-krude Mixtur aus ideologischen Versatzstücken wie Tierschutz, Überfremdungsdiktion, Rassismus etc. in Erinnerung zu rufen. Die ganze braune Sülze reicht ja mindestens bis in die 1990er Jahre zurück – bemerkenswert, dass Sie „die Bardot“ zu einem Straßennamen adeln wollten anstatt sie als prominentes Gesicht und Sprachrohr der „Neuen Rechten“ oder gar „Querfront“ zuzuordnen. Ich halte Ihre Namenswahl dennoch für sehr aufschlussreich; nicht etwa um Ihnen irgendwelche Widersprüche o.ä. attestieren zu können, sondern um immer wieder darauf hinzuweisen, dass die „Neue Rechte“ so neu gar nicht ist – dieser ganze freiheits- und individualitätsfeindliche Dreck reicht genealogisch weit zurück ins 20. Jahrhundert, so dass es viel aufschlussreicher ist, die Kontinuitätslinien dieses rechtsextremistischen „Denkens“ bzw. Fühlens herauszuarbeiten.
    Beste Grüße
    franzferdl

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      Lieber franzferdl, vermutlich haben Sie, was Brigitte Bardot angeht, Recht. Ich hatte nicht recherchiert, bevor ich den Vorschlag machte, sondern rekurrierte auf den Film „Viva Maria!“ . Dann eben Jeanne-Moreau-Boulevard.

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      … dieser ganze freiheits- und individualitätsfeindliche Dreck reicht genealogisch weit zurück ins 20. Jahrhundert, …

      … ts, ts, ts, als ob die Politik von Merkel und Genossen allein zur ‚Systembankenrettung‘, Europa, Atomausstieg und Klima, weltweite Kriegspolitik, gewollt millionenfache, menschenfeindliche Ideologiezuwanderung, freiheits- und individualitätsfreundlich ist. Ich glaub‘ mein Hamster bohnert. Vielleicht sollte ‚Dreck‘ definiert werden, damit vor der eigenen Haustür gekehrt werden kann? Das hat was mit Recht zu tun. Und das ist nicht neu.

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        …in Ihrem Fall, „derblondehass“, schlag ich vor, gar nicht vor irgendeiner Haustür zu kehren, sondern endlich einmal in Ihrem eigenen Haus selbst. Ich bin sicher – ts, ts, ts -, dass sich darin bereits sehr viel uralter Dreck angesammelt hat. Und womöglich bietet sich auch an, endlich einmal die Rollos hochzuziehen und die Fenster zu öffnen, damit frische Luft und Licht reinkommt! Erstens, stinkt es dann nicht vielleicht weniger; zweitens, können Sie den Dreck dann auch viel besser sehen!

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        Vielleicht, werte Genossen, bleiben wir beim Thema? Nämlich meiner Kritik am Buch von Thomas Wagner. dieses gegenseitige Anrauzen erinnert mehr an die Schaukämpfe von Rappern als an eine Diskussion.

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        APo: ‚Vielleicht, werte Genossen, bleiben wir beim Thema? Nämlich meiner Kritik am Buch von Thomas Wagner. dieses gegenseitige Anrauzen erinnert mehr an die Schaukämpfe von Rappern als an eine Diskussion.‘

        … puuuh, gut dass Sie ‚werte Genossen‘ geschrieben haben. Ich melde mich trotzdem. Ja und nein. Jeder Beitrag passt, irgendwie, zum Thema. Ein Betrag signalisiert auf seine Weise Zustimmung oder Ablehnung. Ihre Aufforderung, werter APo, erinnert an Verhöre. Der ‚Vernehmer‘ will nur ganz bestimmte Antworten, um (s)ein Bild, für eine Weitergabe an die anklagende Staatsanwaltschaft, zu rechtfertigen. Eine wirkliche Verteidigung des Beschuldigten wird somit nicht zu gelassen. Aber einen noch – vom ‚Blonden‘ für den Sissi-Filmer. Bitte. Ja?

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        @APo

        … nein, kein Verhör, Sie hätten eh keine Chance, ein Vergleich und Vergleiche hinken immer. Ein bisschen. 😉 Zum Thema hatte ich hier schon geschrieben.

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      franzferdl schreibt:„wild-krude Mixtur aus ideologischen Versatzstücken wie Tierschutz, Überfremdungsdiktion, Rassismus etc. in Erinnerung zu rufen. Die ganze braune Sülze..“
      Ich vermag nun nicht zu erkennen, was an Tierschutz braune Sülze sein soll und genauso erschließt sich mir nicht, was daran falsch sein soll. Auch wenn eine ‚rechte‘ Frau Bardot sich für gequälte Tiere einsetzt, so ist ihr Ansinnen doch richtig und sie bleibt auch eine faszinierende Schauspielerin, nach der man durchaus eine Straße benennen darf. in diesen „Argumentationen“ erkenne ich immer mehr den autoritären Subtext von Eiferei, den strengen haugout von Klassenkampf, Gesinnungsschnüffelei und Bücherverbrennung. Tut mir leid, Alan Posener, wieder nichts zum Thema, aber ich muss leider ganz humorlos werden, wenn ich feststellen muss, daß sich auf der linken Seite die gleiche widerliche totalitäre Muff breitmacht, den sie eigentlich als ’68er‘ beseitigen wollten.

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        Ja, Herr Nick, manches, was früher als „rechts“ galt, gilt heute als „links“ und umgekehrt.

        Ernst Jandls Bonmot zu der ganzen Problematik könnte einem in den Sinn kommen 😆

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