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Götz Kubitschek und die Juden

In einem Gespräch mit dem AfD-Hausphilosophen Marc Jongen über den Fall Wolfgang Gedeon hat Götz Kubitschek, Chefideologe der Neuen Rechten in Deutschland, den Antisemitismus rehabilitiert.  Um es vorwegzunehmen: Schlimmer als der Antisemitismus Kubitscheks, über den gleich zu reden sein wird, ist die  Attitüde dieses Halbgebildeten, der sich als Großintellektuellen inszeniert: „Mir bleiben ja nun leider die Ordnungs- und Sortierungskämpfe innerhalb Ihrer Partei nicht verborgen …“ „Mir und vor allem meiner Frau Ellen Kositza entgeht nichts von Bedeutung.“ Das philosophische Namedropping wäre zum Fremdschämen, könnte man sich dazu durchringen, sich für einen Dreigroschenjungen Wladimir Putins zu schämen: „Im ehernen Zeitalter (Evola), in verblühenden Epochen (Spengler), welthistorischer Häutungen (Nolte) oder Ausstiegsprozessen ganzer Kulturkreise aus der Geschichte (Sloterdijk) wird man bestimmt durch die nicht hintergehbare Zeit und das daraus bestimmte Sein (Heidegger).“ Yo man.

Mir fällt dabei eine Anekdote ein, die mir mein Vater erzählte. Bevor er 1933 in die Emigration ging, besuchte er seinen verehrten Lehrer Ulrich Haacke, der damals schon glühender Nationalsozialist war und später Geschichtsbücher für das Regime verfasste. „Sie müssen verstehen, Marquis“, sagte Haacke, „das deutsche Volk braucht einen Führer.“ „Ja,“ erwiderte mein Vater, „und es nimmt ihm ohne Ansehen der Person.“ Offenbar nimmt die Neue Rechte auch ihre Philosophen nach dem gleichen Prinzip.

In Preußen galt die Devise, „Mehr sein als scheinen“, in Schnellroda gilt das Gegenteil. Und weil viele Leute auf die Selbsterhebung Kubitscheks zum Großdenker hereinfallen, zuletzt auch mein Freund Tuvia Tenenbom, der sich auf Kubitscheks „Rittergut“ vom Fotografen des „Spiegel“ zum Horst machen ließ, muss man sich wohl oder übel mit dem Quatsch befassen, den Kubitschek absondert.

Wolfgang Gedeon, das Minenopfer

Kubitschek steigt schon verharmlosend in die Diskussion ein, indem er behauptet, es gehe um den „ob seiner antizionistischen Schriften in die Kritik geratene Wolfgang Gedeon“. (Da haben wir schon wieder dieses Getue: „ob“ statt „wegen“. Egal.) Es geht bei Gedeon aber nicht um Antizionismus, und er ist nicht „in die Kritik geraten“. Wenn der Ex-Maoist und Abgeordnete des Baden-Württembergischen Landtags von den Juden als „innerer Feind des christlichen Abendlandes“ spricht, dann hat das weder mit Zionismus noch mit Antizionismus zu tun; und dann „gerät er nicht in die Kritik“, sondern fordert die Kritik heraus. Wie denn Kubitschek sagt: „Es gibt nun einmal Themenfelder voller Minen, und nicht immer ist klar, wer sie gelegt hat und warum jemand hineinspringt, um einen möglichst lauten Knall herbeizuführen.“

Wobei selbst diese Kritik – sofort übrigens abgeschwächt durch den Hinweis, Gedeons „Antrieb“ sei vermutlich „redlich gewesen“, er „denkt sicherlich gut über unser Land“ – eine Unterstellung enthält, nämlich die: Irgendjemand habe „Minen“ – diese hinterhältigsten aller Kriegsgeräte – gelegt, um einen gutdenkenden, redlichen Deutschen wie Gedeon in die Luft zu sprengen.

Gegen den „weltanschaulichen Hygienefimmel“ – für den ideologischen Schmutz

Wer sind denn diese Minenleger? „Wir bewegen uns ja fraglos sofort in tabubewehrten Zonen, wenn wir über die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums, des Zionismus oder der Holocaustindustrie nachdenken und unsere Gedanken äußern“, so Kubitschek, entweder für das Kollektiv der Deutschen sprechend oder das Pluralis Majestatis verwendend. „Man kann die Tabus aus wissenschaftlicher Sicht aber auch ablehnen, und zwar ohne jede Prüfung der Sachverhalte, nämlich schlicht, weil es keine Frage- und Forschungstabus geben sollte.“

Gewiss kann man das. Die nicht nur tabu-, sondern auch strafbewehrte Leugnung des Holocausts etwa sollte nach meiner Meinung so straffrei sein wie die Leugnung der Tatsache, dass die Erde eine Kugel ist oder dass die Evolution die Vielfalt der Arten hervorgebracht hat. Nur darf man unterstellen, dass wer „die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums, des Zionismus oder der Holocaustindustrie“ in einem Atemzug nennt, es mit den Juden nicht so gut meint wie der gute Wolfgang Gedeon mit den Deutschen. Und dann sollte man das auch laut und deutlich sagen. Für Leute, dies es mit den Juden nicht gut meinen, gibt es eine Bezeichnung, und die lautet: Antisemit. Das, um eine beliebte Redewendung aus rechtsextremen Kreisen aufzugreifen, wird man wohl noch sagen dürfen.

Kuitschek kritisiert den „weltanschaulichen Hygienefimmel“ derjenigen, die Gedeon kritisiert haben. Mit anderen Worten: Wer den Antisemitismus kritisiert, ist psychisch krank, wie einer, der einen Waschzwang hat. Man wird das ja noch sagen dürfen, nicht wahr. Gedeon aber „gehört zu jenen, die das, was unserem und anderen Völkern widerfährt, für den Ausdruck eines Ringens machtvoller Akteure halten. Es steckt dahinter das Bedürfnis, den vermeintlich zum straffen, mündigen und dienstbereiten Leben fähigen Menschen als Opfer sehr viel mächtigerer Kräfte zu beschreiben.“

Nun stimmt Kubitschek mit diesen Ausführungen zu, dass „unserem und anderen Völkern“ (über die Grammatik sehe ich hier hinweg) etwas „widerfährt“. Nur hält er Gedeons Theorie der jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung „für lehrreich, aber nicht hinreichend“. Immerhin aber doch lehrreich. Denn „natürlich habe ich mich auch mit der welthistorischen Rolle des Volkes ohne Staat beschäftigt: mit dem Judentum, das nicht auf einem Territorium, sondern aufgrund intensivster Identitätserzählung, Abstammungsdisziplin und dem Bewusstsein göttlichen Auserwähltseins sich als unverwechselbare Gruppe behauptete.“

Hitler als Vordenker, Glaser als Nachbeter

„Natürlich“ ist nur eins, nämlich dass diese Kennzeichnung der Juden völliger Unsinn ist. Sie leitet sich weniger aus jener intensiven geistigen Beschäftigung mit der „Weltgeschichte“ und der Rolle der Juden darin als vielmehr der offensichtlich zustimmenden Lektüre der Schriften Adolf Hitlers. So findet sich der Hinweis auf die angebliche „Abstammungsdisziplin“ der Juden im ersten und bekannten Werk Hitlers über die „Judenfrage“, nämlich im Brief vom 16. September 1919 an Adolf Gemlich: „Durch tausendjährige Innzucht (sic!), häufig vorgenommen in engstem Kreise, hat der Jude im allgemeinen seine Rasse und ihre Eigenart schärfer bewahrt, als zahlreiche der Völker unter denen er lebt.“

Gleichzeitig sei der Jude, wie Hitler in „Mein Kampf“ und in seinem „Zweiten Buch“ ausführt, „zur Staatenbildung unfähig“, weshalb er als „Volk ohne Staat“, als „bodenlose Rasse“ – oder, um mit Kubitschek zu reden, sich „nicht auf einem Territorium“ behauptendes Volk – die universellen Gedankengebäude des Liberalismus und den Marxismus zwecks „Entnationalisierung“ und Unterwerfung der anderen Völker entwickelt habe. (Die Gleichsetzung von Marxismus und Liberalismus als „One-World-Ideologie“, die den Zweck habe, die Nationen und mit ihnen die „Volksherrschaft“ zu zerstören, bildet den ideologischen Kern des neuen Programms der AfD, wie Vorstandmitglied Albrecht Glaser auf dem Kölner Parteitag mit dankenswerter Klarheit ausführte.)

Dass man schließlich den Juden ihr „Bewusstsein göttlicher Auserwähltheit“ immer noch vorhält, zweitausend Jahre, nachdem nach Ansicht der Christen Gott einen Neuen Bund mit einem neuen Gottesvolk geschlossen hat, und zwar mit den Christen; 1400 Jahre, nachdem Mohammed gesagt hat, dieser Bund sei nun mit ihm und seinen Anhängern geschlossen worden, und 70 Jahre, nachdem Hitler die Deutschen zum Auserwählten Volk der Vorsehung erklärt hat, verbuche ich unter böswilliger Ignoranz. Denn dass diese Auserwähltheit den Juden – im Gegensatz zu Christen, Muslimen und Ariern – besondere Bürden auferlegt, ihnen geradezu das Auftrumpfen, Unterwerfen und Vernichten verbietet, wie man es von jenen Nachfolgern kennt, das weiß jeder, der nur ein Buch über das Judentum gelesen hat, das nicht aus der Feder eines ausgemachten Scharlatans und Antisemiten stammt.

Das Gerücht über die Juden

Kubitschek aber, der eine innige Beziehung zur Scharlatanerie hat, schwadroniert weiter: „Den Juden ihre besondere und zweifelsohne welthistorische Rolle abzusprechen, hieße, sie zu verkennen. Das hieße es übrigens auch beim Blick auf unser oder andere welthistorisch wirkmächtig gewordene Völker.“ Nun, sagen wir es so: ein welthistorisch wirkendes Kollektiv namens „die Juden“ gibt es nicht. Das zu unterstellen, so dass, sagen wir, Jesus von Nazareth, Moses Mendelssohn, Mayer Amsel Rothschild, Karl Marx, Theodor Herzl, Sigmund Freud, Leo Trotzki und Sam Goldwyn Ausdruck der Rolle des jüdischen Volkes sind, das auf diese Weise „wie unser Volk oder andere Völker welthistorisch wirkmächtig“ wurde – schon das ist eine antisemitische Unterstellung, als wären die Genannten zuallererst Juden und dann erst Deutsche, Österreicher, Russen, Amerikaner – oder Aufklärer, Kommunist, Kapitalist, Filmproduzent – gewesen. Genau das nämlich unterstellte Hitler, unterstellen alle Antisemiten: Dass die Juden als Juden „welthistorisch wirkmächtig“ geworden seien, weil sie sich dank Rassendisziplin und „Identitätserzählung“ über die anderen Völker erhoben hätten.

Zwar fügt Kubitschek sozusagen salvatorisch hinzu, die Geschichte „auf den Kampf zwischen judaischem und christlichem Entwurf zu reduzieren und dabei die Attribute gut und böse, aufbauend und zersetzend, schaffend und raffend zuzuordnen, ist falsch und gefährlich.“ Und das will man gern glauben. Das ist ihm zu simpel. War übrigens auch den intellektuell etwas anspruchsvolleren Nazis zu simpel. Es bleibt aber, dass Kubitschek unter der Maske einer Kritik an Gedeons „Antizionismus“ die Kernvorstellungen des Antisemitismus wieder salonfähig gemacht hat. Jedenfalls für Leute, die einen Kubitschek für salonfähig halten.

Marc Jongen und die Völkerpsychologie

Dazu gehört der Sloterdijk-Schüler und Hobbyphilosoph mit akademischem Lehrstuhl Marc Jongen: Obwohl er das disziplinarische Vorgehen der AfD-Spitze gegen Gedeon verteidigt, fügt er im pathetischen Ton hinzu: Er wolle bitteschön die „heuchlerischen politischen Instrumentalisierungen des Holocaust kritisieren können“. (Nur zu; Martin Walser hat das ja unter dem Beifall der politischen Klasse freilich schon vor Jahren getan.) Jongen „möchte nicht schweigen müssen, wenn unsere Bundeskanzlerin die Torheit begeht, die Verteidigung des Staates Israel zur Staatsraison Deutschlands zu erklären.“ (Muss er auch nicht: Bundespräsident Joachim Gauck nahm die „Torheit“ umgehend zurück, und zwar passenderweise in Yad Vashem.) Vor allem aber lobt Jongen „die sehr triftigen völkerpsychologischen Überlegungen“ Kubitscheks.

Nun, wenn Völker eine Psychologie haben, dann scheint die deutsche Psyche immer und immer wieder Phantasmagorien über die Weltmacht der Juden zu gebären. Meines Erachtens – aber ich bin natürlich als Liberaler des „jüdischen Denkens“ verdächtig –  ist das aber nicht Produkt einer spezifisch deutschen Geistesverirrung, sondern des Schlafs der Vernunft, der bekanntlich Ungeheuer hervorbringt.  

122 thoughts on “Götz Kubitschek und die Juden

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    Antwort hier wegen der Übersichtlichkeit
    „die „deutsche Identität“ müssten Sie mal definieren.“

    Muss ich nicht und werde ich nicht.
    Sie beginnen ja schon mit der Dekonstruktion des Begriffes bevor ich ihn überhaupt definiert habe.

    Darf ich Ihnen als Antwort ein Zitat von Ihnen selbst entgegen halten:
    „Wir alle wissen, was gemeint ist, “

    Dass die „deutsche Identität“ heterogen ist und dem Wandel der Zeit unterliegt, bedeutet
    nicht dass sie zur Disposition der Obrigkeit, der DAX-Vorstände, der Medien und der Kulturschaffenden steht.

    Eine deutsche Identität kann nicht per Orde de Mufti mit einem „Wir schaffen das!“ dahin gehend verschoben werden, dass plötzlich Millionen von Menschen aus ganz anderen Kulturen integriert werden müssen und die „Vielfalt vielfältiger“ wird. Diesen Schwachsinn hat irgend so eine SPD-Tante von sich gegeben.

    Zu den „5%“ Moslems. Entscheidend sind die Prozentzahlen in den Altergruppen und die Zuwächse.

    In Frankreich sind sie Zahlen für Neugeborene afrikanischer oder arabischer Abstammung:

    • 19,00 Prozent (2000)
    • 28,45 Prozent (2007)
    • 31,50 Prozent (2010)
    • 34,44 Prozent (2012)
    • 35,70 Prozent (2013)
    • 37,20 Prozent (2014)
    • 38,85 Prozent (2015)

    Hintergründe der Erhebung und links zu den Originalquellen:
    https://nixgut.wordpress.com/2017/05/07/die-suizidale-afrikanisierung-frankreichs/

    Einige Jahre noch weiter so und wir stehen auch da.

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      Sehnse, lieber Waldgänger, jetzt reden Sie Tacheles, und plötzlich ist von Muslimen gar nicht die Rede, sondern von den einheimischen Eliten: „Dass die „deutsche Identität“ heterogen ist und dem Wandel der Zeit unterliegt, bedeutet nicht, dass sie zur Disposition der Obrigkeit, der DAX-Vorstände, der Medien und der Kulturschaffenden steht.“ Auf welchem Weg Sie sind, merken Sie selber.

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        „Auf welchem Weg Sie sind, merken Sie selber.“
        Ne. Nix merke isch, Alter.
        Die Regierung öffnete widerrechtlich die Grenzen für Millionen neuer Einwanderer.
        Die „Eliten“ begrüßen und bejubeln das. Schuld an der Fehlentwicklung haben nicht die „Moslems“, die nur ein besseres Leben suchen, sondern die „Eliten“. Gleichwohl ist es die schiere Masse der neuen Einwanderer, die unsere Identität verändern werden.
        Den Begriff „Eliten“ mag ich nicht, weil erstens zu positiv – wir brauchen Eliten, nur andere – und zweitens die gemeinte Gruppe viel zu heterogen ist. Wenn es schon eine Sammelbezeichnung sein muss, dann Nomenklatura.

        Zu den offiziellen Quellen: Im verlinkten Artikel sind pdf Dateien des französischen Gesundheitsministeriums verlinkt. Diese beinhalten Zahlen über durchgeführte Tests auf Sichelzellenanämie, eine Erbkrankheit, die
        ursprünglich fast nur in Afrika und dem Nahen Osten vorkommt. Der Test wird nur an Neugeborenen durchgeführt, von denen mindestens ein Elternteil von dort stammt. Diese Zahl in Relation gesetzt zu den Geburten ergibt die genannten Werte. Statistiken zu erstellen über ethnische Herkunft ist in Frankreich, so viel ich weiß, bei Strafandrohung verboten. Bitte den Artikel lesen.

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    „Wie Sie schreiben: Will man den Moslemhass anschlussfähig machen, muss man den Antisemitismus ablegen. Nicht, weil der Antisemitismus eine Geisteskrankheit ist,
    sondern weil er zurzeit in Deutschland nicht anschlussfähig ist.“

    Dazu:
    Dass mir ständig etwas untergeschoben, das ich so nicht gesagt habe, bin ich als AfD-Anhänger gewöhnt. Nicht jeder, der sich weil es gerade taktisch günstig erscheint
    vom Antisemitismus distanziert (von „ablegen“ schrieb ich nie), ist in Wirklichkeit Antisemit. Viele Rechte, so auch ich, sind es einfach leid ständig mit einem Schild
    um den Hals rum zu laufen:
    „Ich bin kein Antisemit! Der Holocaust hat stattgefunden und er war ein schreckliches Verbrechen!“

    Auch wenn dies unsere innere Überzeugung ist.
    Wenn es aber taktisch günstig erscheint, hängen wir uns halt das Schild um.

    „Man kann nicht selektiv rassistisch sein. Das machen Sie mit Ihrem Kommentar so deutlich klar,…“.

    Darauf habe ich gewartet. Lässt sich der Antisemitismus Vorwurf gegen die Neuen Rechten nicht mehr halten, kommt der Rassismus Vorwurf:
    „Gestern die Juden heute die Moslems. Ohne Rassenhass könnt Ihr Rechten nicht leben!“

    Dumm nur, dass es keine islamische Rasse gibt. Dumm nur dass die Neue Rechte die Vielfalt der Kulturen und Völker begrüßt, jede in Ihrem Land und keine Kultur als überlegen oder minderwertig
    ansehen will In der klügeren Variante des Argumentes gegen Rechts wird deshalb vom „Rassismus ohne Rassen“ oder gleich von „gruppenbezogener Menschfeindlichkeit“ gesprochen.
    Das Letztere hat den Vorteil, dass man Gegner der Homo-Ehe und Frauenquote auch gleich mit in den Sack stecken kann.

    Dieses ständige Rumlavieren was man den Neuen Rechten nun eigentlich vorwerfen will, zeigt worum es im Grunde geht:
    Menschen, denen Werte wie Familie, Heimat, Tradition, Vaterland, Religion noch etwas bedeuten, als Ungeheuer darzustellen. Woher der Hass auf diese Gesinnung kommt, die
    sich sowohl marxistischen als auch globalistischen Welterlösungsphanastien in den Weg stellt, ahne ich. Die Juden spielen in meinen Vermutungen keine Rolle.
    Eine kleine Portion Bösartigkeit, eine größere Portion Intoleranz gegen andere Werte und eine sehr große Portion Dummheit, spielen eine sehr große Rolle.

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      Lieber Waldgänger, ich habe weder Ihnen noch der AfD noch Kubitschek unterstellt, den Holocaust zu leugnen. Ich habe nie „Menschen, denen Werte wie Familie, Heimat, Tradition, Vaterland, Religion noch etwas bedeuten, als Ungeheuer“ dargestellt. Ich gehöre zu diesen Menschen, und es ist schon interessant, dass Sie unterstellen, dem wäre nicht so. Das Argument, wer gegen den Islam ist, könne kein Rassist sein, weil der Islam keine Rasse ist, ist etwa so geistreich wie der Einwand vieler Araber, sie könnten keine Antisemiten sein, weil sie ja selber Semiten sind. Wir alle wissen, was gemeint ist, beim Judenhass und beim Islamhass. Wenn Sie Juden mögen, umso besser. ich verstehe aber nicht, wie sie Juden – auch bei uns, nicht bloß in Israel – mögen können, Muslime aber nicht.

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        Korrektur:
        Wenn Ihnen Werte wie Familie, Heimat, Tradition, Vaterland, Religion noch etwas bedeuten, dann kommen wir uns ja immer näher.
        Moslems hasse ich nicht. Unter meinem facebook Account Hans X. Benzell führte ich einen heftigen Disput, gegen Alice Weidels Forderung das Kopftuch im öffentlichen Raum (auf der Straße) zu verbieten. Dieses Weib wird zur Frauke Petry 2.0.

        Nur ist so wenn über Jahre und Jahrzehnte hinweg Jahr für Jahr weit mehr Moslems einwandern, als Bio-Deutsche hier geboren werden, dann ist die deutsche Identität noch zu meiner Lebenszeit oder derer meiner Kinder für immer verschwunden. Und weder der Merkel Regierung noch jeder anderen Koalition aus den Alt-Parteien wird es gelingen die Schleusen wieder zu schließen. Außer eine starke AfD zwingt sie dazu.
        Deshalb keine weitere Zuwanderung mehr. Deshalb freiwillige Remigration durch finanzielle Anreize.

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        Lieber Waldgänger, die „deutsche Identität“ müssten Sie mal definieren. Sie schließt heute Dinge ein, die noch vor 100 oder 50 Jahren als zutiefst undeutsch empfunden worden wären: Toleranz gegenüber Homosexualität und anderen nicht normgemäßen Formen der Sexualität, Anerkennung der sexuellen, ökonomischen und rechtlichen Selbstbestimmung der Frau, Verbot der körperlichen Züchtigung von Kindern, Intoleranz gegenüber sexueller Ausbeutung von Kindern, die in bäuerlichen Großfamilien gang und gäbe war, u.v.a.m.
        Auch die deutsche Landschaft ist – durch Autobahnen, Strommasten, Kühltürme, Windräder, industrielle Landwirtschaft, Landflucht und Subventionen – eine völlig andere als jene, die Goethe besang. In den Städten tummelt sich ein Volk, das einem Schiller Zornes- und Schamröte ins Gesicht getrieben hätte.
        Luthers Religion gibt es schlicht und einfach nicht mehr, getrieben wie sie war von Todesangst und Hass auf Katholiken, Juden und Kapitalisten; der Katholizismus hat sich aber auch gewandelt und zwar noch zu meinen Lebzeiten. Nicht Kirchtürme, sondern Banktürme bestimmen die Skyline der deutschen Stadt.
        Konsum bestimmt das Leben in einem Maße, wie es selbst ein Karl Marx nicht für vorstellbar gehalten hätte. Kaufhäuser und Malls sind Lieblingsaufenthalte der Jugend, nicht der deutsche Wald. Von Musik, Entertainment – Fernsehen! – und anderen Medien wollen wir gar nicht reden. Volksmusik ist was für Spießer; junge Mädchen stehen auf den pubertären Sex einer Ariana Grande. Halloween ist ein deutsches Fest geworden, an Allerseelen denkt niemand mehr.
        Und so weiter und so fort. Aber Sie machen sich Sorgen um die fünf Prozent Muslime im Land; DIE bedrohen angeblich Familie und Vaterland und Religion und so weiter. Da, muss ich sagen, war der Antisemitismus, der die „seelenlose Moderne“ den Juden anlastete, noch rational im Vergleich zu dieser Blickverengung.

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    „5. August 1942 – Die Marschetappen werden jetzt nach Brunnen festgelegt, die manchmal ohne zugehörige Siedlung einsam aus der Weite ragen. In der Nacht erkennt man ihre Balkenwippen erst spät, aber die richtigen Wege sind nicht zu verfehlen. Einheimische erzählen, daß oft deutsche Truppen und russische Fahrzeuge sich geradezu bei den Brunnen ablösten. Anfangs befürchtete man Brunnenvergiftungen, doch ist das uralte Gesetz der Steppe bisher von keinem übertreten worden: Das Wasser ist tabu.“
    Das schreibt Kubitschek allen Ernstes, um die „Perfidie“ und „verleumderischen Neigungen“ des „Brunnenvergifters“ Posener herauszustreichen. Es ist das „Sahnehäubchen“ eines vor Ignoranz strotzenden, Bedeutungsschwere mehr vorgaukelnden denn tatsächlich enthaltenden Geschwurbels.

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      Die Steppenmetapher spielt auf die deportierten Wolgadeutschen an. Göbbels und die Nazis nutzten die Gelegenheit nun auch die deutschen Juden zu deportieren.

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    @Opa, 5. Juni 2017 at 06:45, der Übersicht wegen, hier oben 😉

    … nix für ungut, Sie bedienen sich der Argumente der Sozialisten und deren mohammedanischen Glaubensbrüder. Die hebräische Bibel, Tanach, wird von den Christen nicht ohne Grund als das ‘Alte Testament’ benannt. Den Missbrauch hatten wir hier auch schon – ff im thread.

    Für Christen gilt das ‘Neue Testament’.

    Die hebräische Bibel, Tanach, sind ‚kulturelle Gedächtnisgeschichten‘, und keine ‘Darstellungen konkreter Ereignisse‘.

    … übrigens, den Mohammed hatten wir hier auch schon, ob der überhaupt auf die Welt kam, darf bezweifelt werden. Guckst du, u.a., Good Bye Mohammed, Autor: N. G. Pressburg

    200 Jahre Abwesenheit: Der historische Muhammad und daraus: ‘Wir haben keinerlei Evidenzen für die Existenz eines Propheten namens Muhamad, der von 570 bis 632 (oder ähnlich) gelebt und den Koran verkündet haben soll. Das Muhamad-Jesus Konzept lässt sich hingegen vielfältig belegen.’

    Wiener Zeitung: ‘Um die Quellenkunde zum Propheten Mohammed, seine Zeit und die heilige Schrift des Koran steht es dramatisch schlecht. Der Autor Norbert G. Pressburg spricht von einer wissenschaftlichen Bankrotterklärung. Je mehr sich der Westen mit dem Islam konfrontiert sieht, wird er sich bemühen müssen das Forschungsdefizit abzubauen.‘ [sic!][sic!][sic!][sic!]

    Soweit zum Argument der garantierten Religionsfreiheit im GG.

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      @dbh: „Für Christen gilt das neue Testament“. Da ist der Vatikan aber anderer Ansicht:
      „Die ganze Heilige Schrift ist ein einziges Buch, und dieses eine Buch ist Christus, denn die ganze göttliche Schrift spricht von Christus, und die ganze göttliche Schrift geht in Christus in Erfüllung. […] Die Heiligen Schriften enthalten das Wort Gottes, und weil inspiriert, sind sie wahrhaft Wort Gottes. […] Die Einheit der beiden Testamente ergibt sich der Einheit des Planes und der Offenbarung Gottes. Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander; beide sind wahres Wort Gottes.“ (Siehe http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_PZ.HTM) – Mich als Protestanten bestärkt das in der seit fünfhundert Jahren währenden Gewißheit, daß das Treiben im Vatikan nicht viel mit Christentum zu tun hat.
      Aber Spaß beiseite: Wenn man die Quellenlage durch unabhängige Autoren (etwa die Behörden des Imperium Romanum oder andere Zeitzeugen, nicht jedoch durch Anhänger der jeweiligen noch als Sekte zu bezeichnenden sich entwickelnden Religionsgemeinschaft) zum Maßstab nimmt, sieht es auch für das Christentum etwas mau aus, zumal es noch ein paar Jahrhunderte mehr Zeit hatte, die Quellenlage zu frisieren den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Religion hat eben in allen Fällen mehr mit Glauben als mit Wissen zu tun.
      Trotzdem noch einen schönen restlichen Pfingstmontag!

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        … Opa, … ‚die ganze Heilige Schrift ist ein einziges Buch, und dieses eine Buch ist Christus, denn die ganze göttliche Schrift spricht von Christus, und die ganze göttliche Schrift geht in Christus in Erfüllung …‘ das ist kein Widerspruch zu dem was ich geschrieben habe. Im Übrigen ist nicht der Papst unfehlbar, die ‚Kirche Christi‘ ist unfehlbar. Merken Sie den Unterschied?

        Oder lesen Sie HMB: ‘Auch die Katholiken missionieren, aber sie bestrafen niemand mit dem Tode, der sich vom Katholizismus abwendet. Es gibt keine katholischen Fatwas und keine Selbstmordattentäter. Man kann als Christ die Unfehlbarkeit des Papstes anzweifeln und als Jude Jesus für den Erlöser halten. Man riskiert den Zorn der Schwiegereltern, aber nicht das eigene Leben. Aber ein Moslem, der nur die Frage stellt, ob der Koran von Gott geschrieben oder nur inspiriert wurde, hört auf ein echter Moslem zu sein.’

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        @Opa, Nachtrag

        … der heilige Aurelius Augustinus: ‚Das Neue Testament liegt im Alten verborgen, das Alte wird im Neuen offenbar.‘

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        Sehen Sie, Hans, das ist der Unterschied zwischen Gegenwart und damals. Zu Luthers Zeiten konnten die Christen noch wie sie wollten. Wer auch nur öffentlich gegen den vom Papst für gut befundenen Ablaßhandel predigte und somit die Autorität des Papstes in Frage stellte, riskierte, wegen Gotteslästerung auf dem Scheiterhaufen zu landen. Wer den orthodoxen christlichen Glauben annahm, ebenso (die Patriarchen von Rom und Konstantinopel exkommunizierten einander regelmäßig). Und wenn der Kaiser starb und somit die Juden nicht mehr unter seinem Schutz standen, waren auch diese Freiwild.
        Der Aufklärung sei dank sind wir über diese Zeit hinweg. Aber die Aufklärung verlief gegen die Kirchen.

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        @Opa

        … Sie schreiben Quark, Opa, Ablasshandel und Scheiterhaufen sind nicht ‚Kirche Christi‘. Was für eine Aufklärung? Kirchen der Reformation? … puuuh. Was die irrgläubigen Lutheraner tun ist Zeitgeist und mir wurscht.

        … die Lutheraner sind auch nicht Kirche, s.h., Ratzinger. Sie nennen sich selber ‚Evangelische‘, weil sie vorgeben, sie hätten ihre Lehren aus dem Evangelium ‚geschöpft‘. Sie bilden keine gemeinsame Kirche, sie sind in mehr als 250 Sekten gespalten und haben ihren Glauben von Anbeginn ständig geändert. Klaus Harms, ‚gelehrter‘ Protestant – ‚ man könne diese Lehren alle zusammen auf einen Fingernagel schreiben.‘ – ‚protestantische Leeren‘ also. Nun ja.

        Opa, … guckst du Chefe in Mattäus 7,13: ‚Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. 14 Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.

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        @dbh: Ich weiß jetzt angesichts Ihres letzten Kommentars nicht genau, welche Variante zutrifft: Ob (a) bei Ihnen das kritische Denken aussetzt, sobald die Rede auf die Religion im allgemeinen und die Katholische Kirche im besonderen kommt oder (b) daß Sie insgeheim doch Lutheraner sind.
        Natürlich sind Ablaßhandel und Scheiterhaufen Teil der Kirche Christi, denn sie wurden von den Päpsten (die immerhin für sich in Anspruch nehmen, Stellvertreter Christi auf Erden zu sein) gefordert bzw. gefördert. Leo X. ließ sich seine Geldnot durch den Ablaßhandel finanzieren (netto strich er über die Hälfte ein), und Innozenz III. rief zu einem Kreuzzug auf, um dem Abfall der Albingeser vom (wie er fand) „rechten Glauben“ mit Gewalt ein Ende zu bereiten. Sie können nun einwenden, daß dies nicht die Kirche Christi sei, aber eben solches hat auch Luther gesagt.

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        @Opa

        … vielleicht liegt ’s ja auch am Nick – ‚OPA‘ 😉 Ablass ‚ist der Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; … … das tut in 2017 jedes Amtsgericht, sogar die Flensburger Punktesammler. Johann Tetzel war ein getarnter Irrgläubiger.

        … und zum Scheiterhaufen haben wir uns hier schon 2012 gefetzt … ff im thread.

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    Hallo Herr Posener,
    Ihre Aversion gegen Kubitschek ist mir rational nicht erklärbar. Der Kreis um Schnellroda und wesentliche Teile der AfD-Führung sind intelligent genug, die taktischen und strategischen Vorteile eines Anti-Antisemitismus der neuen deutschen Rechten zu erkennen. Die causa Gedeon war der Machtgier Petry/Pretzells geschuldet, die intigrierten um Meuthen und Gauland zu schaden und nun verdienterweise eine herbe Niederlage eingefangen haben.

    Die Vorteile des rechten Anti-Antisemitismus sind, dass die neuen Rechte damit die schmuddeligen Alt-Rechten los werden und dem Vorwurf „Nazis“ zu sein effektiv entgegen treten können.
    Deshalb ist die Sezession im Netz schon vor Jahren auf den pi-news Kurs eingeschwenkt.

    Was aktuell immer offensichtlicher wird ist das Zusammenwachsen des linken Antisemitismus, der eine lange unheilvolle Tradition hat („wurzellose Kosmopoliten“) mit dem islamischen Antisemitismus. Die deutsche Linke, erhofft sich mit den „Flüchtlingen“ neue revolutionäre Subjekte, nachdem die deutsche Arbeiterklasse nicht mehr so recht von ihr befreit werden will.
    Der Preis für das Bündnis zwischen islamischen Neubürgern und deutschen alten Linken ist der Antisemitismus, zu dem die Linke sich bekennen muss. Was ihr aber nicht besonders schwer fällt, da der Antisemitismus als Antizionismus getarnt werden kann.

    Steinmeiers Auftritt in Israel war auch, denke ich, dem Schielen nach Wählerstimmen aus dem Lager eingebürgerter Moslems geschuldet.
    Wer dieses Bündnis als Chimäre ansieht, begebe sich auf die nächste Demo gegen Rechts und schwenke dort eine Israel-Fahne. Um der körperlichen Unversehrtheit willen, möge er sich stets in der Nähe der Polizei aufhalten.
    Die Gefahr für die Juden in Deutschland geht zur Zeit bestimmt nicht von der deutschen Rechten aus, sondern von den Moslems. In Frankreich verlassen Juden bereits scharenweise das Land und wandern nach Israel aus, aber nicht wegen dem Front National.

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      Waldgänger, das, was sie da verzapfen, ist eine Exkulpierungsideologie. Statt den Antisemitismus der arischen Linken als das zu bezeichnen, was es ist, machen Sie ihn zum „Preis“ den die – größtenteils nicht wahlberechtigten – Muslime in Deutschland für ihre Wahlstimme fordern. Unsinn. Und ja, es wäre sinnvoll, würde sich die Neue Rechte vom Antisemitismus distanzieren. Aber steckt nun einmal in der DNA der deutschen und europäischen Rechten. Ohne die Juden funktioniert ihre Ideologie nicht.

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        „Verzapfen“ Sind Sie nicht fähig oder nicht willens zu diskutieren ohne die Athmosphäre zu vergiften?

        Natürlich fordern die wahlberechtigten Muslime nicht aktiv einen Antisemitismus ein. Die deutschen Linken biedern sich an. Und es gibt eben auch einen genuin linken Antisemitismus. Und ja die neue deutsche Rechte distanziert sich von Antisemitismus. Lesen Sie mal pi-news. Der Kreis um Schnellroda schmähte lange den Kreis um pi-news als Pi-dioten, nicht wegen dessen Israelfreundlichkeit, sondern ob (sic!) deren intellektuellen Dürftigkeit verbunden mit einem lautstarken Führungsanspruch innerhalb der deutschen Rechten. Inzwischen hat man sich im Zuge der PEGIDA-Bewegung mit einander arrangiert und marschiert Seit‘ an Seit.
        Ich war lange Teil des Kommentariats auf SiN, so nennt man dort die Gruppe regelmässiger Kommentierer. Höchstens 10% des Kommentariats sind antisemitsich eingestellt. Kubitschek gewiss nicht. Die neue deutsche Rechte sieht die deutsche Identität durch den massenhaften Zustrom von Muslimen gefährdet und wollen diesen beenden und eine Remigration einleiten. Der Hinweis auf den Antisemitismus dieser Einwanderer macht diese Position in der Mitte der Gesellschaft anschlussfähig. Dazu muss die neue deutsche Rechte sich selbst vom Antisemitismus distanzieren, und das tut sie!

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        Ja, Waldgänger, das klingt logisch. Wie Genosse Gedeon sinngemäß sagt, zuerst die Muslime, die Juden bleiben uns ja immer noch. Ich habe nun, und damit müssen sie sich inhaltlich auseinandersetzen, nachgewiesen, dass Kubitschek eben nicht nur aus taktischen Gründen gegen den Rauswurf Gedeons argumentiert, sondern von grundsätzlichen, und zwar antisemitischen Positionen her.
        Das geht auch gar nicht anders, denn die Alt-Neue Rechte hat schon immer die „Völkervermischung“ und die „Auslöschung der nationalen Identität“ als Werk des internationalen Judentums ausgemacht. Internationalismus = Judaismus. Man kann die Juden nicht aus dieser Rechnung nehmen und etwa, wie es etwa Glaser von der AfD tut, die Linke (nicht die Partei, sondern die Internationale der Linken) setzen, ohne sich in geschichtliche und logische Widersprüche zu verwickeln.
        Allgemein gilt überdies: Man kann nicht selektiv rassistisch sein. Das machen Sie mit Ihrem Kommentar so deutlich klar, dass ich Ihnen dafür danken muss und das Wort „verzapfen“ mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehme. Wie sie schreiben: Will man den Moslemhass anschlussfähig machen, muss man den Antisemitismus ablegen. Nicht, weil der Antisemitismus eine Geisteskrankheit ist, sondern weil er zurzeit in Deutschland nicht anschlussfähig ist. Dass eine solche Argumentation in sich bereits antisemitisch ist, fällt Ihnen ja nicht einmal auf.

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    Daß der (nationalsozialistische) Volksstaat von der SPD in ihrer Forderung eines solchem im Gothaer Programm vorweggenommen wurde, dem hatte ich ja zugestimmt, allerdings in Anknüpfung an dem Stalinismuskritiker K.Korsch Konsequenzen draus gezogen.

    Alan Posener: „die Sozialfaschismustheorie kenne ich besser als Sie, und sie ist Unsinn. Was die „Antideutschen“ angeht, hier ein etwas älterer Artikel von mir gegen Grigat“

    Die Argumente von Karl Korsch stammen aus Living Marxism, Bd. 5, Nr. 2 (Fall 1940), S. 1–8 und sind in K.Korsch, Politische Texte S.337-348 und sind die Veröffentlichung einer Vorlesung im Mai 1940 am Instutute of German Studies in New York.

    In dem Moment hattee ich zwar nicht (jedenfalls nicht bewußt) an die Sozialfaschismusthese der KPD gedacht, zumal ja Korsch seit 1925 die Stalinisierung von Komintern und KPD kritisierte und sich aus Ämtern zurückzog und zur ultralinken Opposition in der KPD gehörte. Am 3. Mai des Jahres 1926 erfolgte der Parteiausschluss. Schon daher gehört Korsch zu den Kronzeugen, daß die Sozialfaschismusthese (Theorie halte ich für übertrieben) wesentlich einen Wahrheitsgehalt hatte, der über das hinausging, was die KPD vertrat und sogar gegen die KPD gewenden werden kann. Eine Rehabilitation der Sozialfaschismusthese, die sich auch gegen ihre Urheber wendet hat es ja auch gegeben:
    Vgl: http://www.comlink.de/cl-hh/m......agr344.htm
    Dort wird insbesondere das Wahrheitsmoment herausgearbeitet, aber auch die verkürzte Kritik des Nationalsozialismus, die bei Aufgabe der Sozialfaschismusthese mit der Dimitrof-Formel und Verwechslung mit dem italienischen Fascismus und dem Vorschlag einer Volksformt gegen den Faschismus endete, der sich von deutschen Radikalfaschismus (Nazismus) wesentlich unterschied. Vielleicht war es ja keine so gute Idee, wie auch nach 1945 dort wieder zu beginnen, wo das ganze vorbereitet wurde. Die Warnungen vor dem Faschismus IN der Demokratie, der gefährlicher sei als der gegen die Demokratie, gilt heut auch. Wenn man eine Lehre ziehen sollte, auch hinsichtlich der Behandlung der Identitären, dann doch wohl das. (Die Arte-Sendung, die über die Identitäteren, wurde ja von Adrian verlinkt und die Bezüge zum falschen Multikulturalismus oder Multirassismus des Ethnopluralismus sind dort schön aufgewiesen.)
    „Was der KPD … zugutezuhalten ist, ist, daß sie die immanente Nötigung der damaligen kapitalistischen Gesellschaft zum Faschismus klar gesehen hat und daraus den korrekten Schluß zog, daß ein Antifaschismus, als separate Position neben dem oder jenseits des Antikapitalismus, eine Unmöglichkeit darstellt. Wo die Demokratie dabei ist, höchstselbst den Faschismus auszubrüten, weswegen die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie sich zunehmend aufführten, als wären sie Flügel jener Volkspartei, als deren Prototyp die NSDAP dann reüssierte, ist das Abstellen auf die Unterschiede der Parteien ebenso irreführend wie ein „Kampf zur Verteidigung der Demokratie“. Darin besteht die Wahrheit der Sozialfaschismusthese, daß in ihr die Einsicht festgehalten ist, daß von Faschismus nicht erst dort die Rede sein kann, wo man es mit expliziten Faschisten zu tun hat, daß die – auf die damalige Zeit bezogen und nur darauf ist das Wort angebracht – schrittweise Faschisierung von Staat und Gesellschaft gerade von dessen formalem Opponenten, der Sozialdemokratie, maßgeblich vorangetrieben wurde. Gerade gegen diese Sichtweise wurde und wird aber der Vorwurf erhoben, sie habe den Nationalsozialismus verharmlost und den Begriff des Faschismus inflationiert. Dagegen ist zum einen einzuwenden, daß die Gefahr der Verharmlosung bisweilen auch schon innerhalb der KPD benannt und kritisiert wurde. Zum anderen kann die Tatsache, daß die KPD mit allerlei begrifflichen Holprigkeiten und Verrenkungen aufwartete, um die Differenz von der Bürgerblockregierung Wilhelm Marx‘ über Müller, Brüning, Papen und Schleicher zu Hitler noch ausmachen zu können, keinen Einwand gegen die sachliche Angemessenheit der Sozialfaschismusthese begründen. Der Spott darüber ist wohlfeil, solange der entscheidende Grund dafür außen vor bleibt: der unzulängliche Faschismus-Begriff der KPD. Faschismus, das war für die KPD immer nur diktatorischer bürgerlicher Extremismus: exzessive Repression und Ausbeutung der Arbeiterklasse, von demokratischen Zuständen nur quantitativ unterschieden. Demzufolge waren es in der Regel unmittelbar repressive staatliche Aktionen (wie z.B. der Berliner Blutmai) sowie der sukzessive Abbau der sozialstaatlichen Leistungen, in denen die KPD die Indizien der Faschisierung zu erkennen glaubte und die sie in den Mittelpunkt ihrer Agitation rückte. Erklärlich ist dies, wenn man sich in Erinnerung ruft, daß der Faschismus-Begriff der KPD am Modell des italienischen Faschismus gebildet war. Nun unterschied sich das faschistische Regime in Italien vom deutschen Nationalsozialismus dadurch, daß es den Typus des „klassisch“ autoritären Staates verkörpert, eine Diktatur, die die Gesellschaft repressiv-autoritär überwölbt, aber diese nicht, wie die Nazis es dann taten, neu zurichtet und darüber virtuell mit ihr verschmilzt. Diese qualitative Differenz des Nationalsozialismus zu erkennen, hätte es allerdings eines Begriffs von Ideologie als notwendig falschem Bewußtsein und Vorschein praktizierter Barbarei bedurft, über den die KPD freilich mitnichten verfügte. Daß die Linken gerade daran nie Anstoß genommen haben, ist kein Wunder, denn unter Faschismus haben sie selbst nie etwas anderes verstanden als ins Extrem gesteigerte Repression und unter Ideologie nichts anderes als Manipulation, obwohl sie im Unterschied zur KPD heute klüger sein könnten. Deshalb haben Leute, die sich dümmer stellen, als sie sein müßten und mit ihrem Faschisierungsgeschwätz den Faschismusbegriff ungleich ärger inflationiert haben, als es die KPD je vermochte, am allerwenigsten Grund, ihr diesbezügliche Vorwürfe zu machen. “

    Daß die postnazistische Demokratie den Nationalsozialismus aufhob, muß man auch so verstehen, daß die Mehrdeutigungkeit des Begriffs „Aufhebens“ nämlich Negieren, Bewahren und Heraufheben, hierbei zu berücksichtigen ist. Die Transformation der Demokratie vom Klassenstaat zum Volksstaat war wesentlich von NS-Staat vollzogen worden und wurde nicht nur für Deutschland paradigmatisch. Dies hatte Karl Korsch in der begründeten These, daß sich unter dem Druck der Weltwirtschaftskrise, die 1929 begann „das ökonomische und politische Klima veränderte.“ schon 1940 (sic!) gezeigt. Carl Schmitt hatte ja auch das Potential zur Faschisierung der Weimarer Republik im Reichspräsidentenartikel 48 gesehen, das seit 1925 nicht mehr angewandt wurde, vorher eben von den Sozialdemokraten. Wichtig: „Die Kräfte, die den deutschen Staat für die Diktatur der Nationalsozialisten im Jahre 1933 erobert haben, entstanden und wuchsen gleichzeitig mit jenem politischen Systemm vib den gemeinhin angenommen wurde, daß es isch um einen modernen republikanischen und demokratischen Staat gehandelt habe.“(Politische Texte, S. 374)

    Und, wenn ich Clytus Gottwald variieren darf zu guter letzt:
    DIe gegenwärtige Kritik an Antideutschen zeichnet sihc vor allem dadurch aus, daß sie an ihren Gegenstand nicht heranreicht.
    Den Begriff in den Blick zu bekommen wird hier versucht:
    https://www.facebook.com/notes/martin-blumentritt/zur-frage-was-denn-antideutsche-sind/259269317454090/

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      Zu lang, lieber Martin Blumentritt. ich kann und will solche langen Kommentare nicht lesen, da ich aus Erfahrung den Erkenntnisgewinn für mich bezweifle. In der Kürze liegt die Würze.

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    Das Gespräch zwischen Kubitschek und Jongen liest sich im Original doch etwas differenzierter, als es hier aus der Perspektive der selbstgefälligen Herrenmoral dargestellt wird.

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    Klasse Text, Herr Posener! Endlich findet jemand klare Worte für den selbstverliebten, hypersensiblen Möchtegerngroßdenker aus der Zone. Kubitschek und Seinesgleichen sind so intellektuell wie die Besucher einer mecklenburgischen Großraumdisko. Und das ist noch das netteste, was man über diese Typen sagen kann.

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    Kubitschek beklagt sich in der „Sezession“ über „bösartige(n) und kalkulierte(n) Feindmarkierung mit vernichtenden Vokabeln (»Nazi«, »Brandstifter«, »Volksverräter«, »Lügenpresse«).“

    Gestern durfte man ihn, kurz nach 22 Uhr auf ARTE, mit den folgenden Worten bewundern (ab Minute 10:50):

    http://www.arte.tv/de/videos/0.....en-rechten

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    Abstammungsdisziplin ist ein albernes Wort.
    Die Juden sind das einzige Beispiel in der Geschichte, dass die Religion ein Genom am Leben erhalten hat. Dadurch, dass die Juden sich an die Gesetze der Thora gehalten und nur untereinander geheiratet haben, haben sie ihre ‚Jüdischkeit‘ bewahrt. Die Kultur hat die Genetik bewahrt.

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      Natürlich Unsinn, WalterK. Googeln Sie mal. Oder besuchen Sie Israel, wo Sie sechs Millionen (sorry) Juden auf einem Haufen haben. Und dann zeigen Sie mir, wo sich das Gen für „Jüdischkeit“ bemerkbar macht.

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    Das Problem ist, dass ein normal verständiger Mensch nicht in der Lage ist, sich eingehend mit den pseudointellektuellen Elaboraten von Leuten wie Götz Kubitschek und Ellen Kositza zu beschäftigen. Und zwar, weil es eine intellektuelle Tortur ist und man sich unweigerlich nach kürzester Zeit beschmutzt fühlt. Wer würde sich auch freiwillig mit den hanebüchenen Thesen von ignoranten, anmaßenden Typen beschäftigen, die sich selbst als „wahre, gute und schöne Rechte“ bezeichnen? Peinlicher und lächerlicher geht es kaum noch.

    Wenn man sich allerdings die Mühe macht, durch den braunen geistigen Schlamm in Schnellroda zu waten, dann kann man gar übersehen, das Antisemitismus zur DNA dieser Gruppe gehört. Und es gehört zur DNA dieser Gruppe, ihren „intellektuellen“ Mist nach den Prinzipien abzusondern, die sie von amerikanischen Braunen, Rechten, Rassisten und Nazis – ihren Brüdern im kleinen Geiste – abgeschaut haben. Zum Beispiel durch sogenannte dog-whistle-politics, also Formulierungen, die Insider verstehen, Nicht-Insider aber überlesen oder überhören.

    So hat Götz Kubitschek, der stolz auf die strenge Zensur seines Blogs ist, keine Hemmungen, Adepten die dort ihre kruden Thesen verbreiten zu gestatten, Menschen jüdischen Glaubens durch (((3 Klammern))) zu kennzeichnen beziehungsweise zu stigmatisieren. Eine aus den USA kommende Methode, die quasi der Judenstern des Internets ist.

    Die Schnellroda-Konnektion ist im Wortsinn nicht gesellschaftsfähig und eine Schande gerade für unser Land. Das muss die Gesellschaft den „wahren, guten und schönen Rechten“ deutlich klar machen.

    Danke für diesen Artikel!

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    Guten Tag Herr Posener,

    ich habe mich bereits auf Ihrer FB Seite zu Wort gemeldet, worauf Sie mir erst geantwortet und mich dann als angeblichen Troll geblockt haben.

    Ein Troll ist jemand, der trollt, nicht jemand, der darauf verzichtet, alle seine privaten Umstände auf FB veröffentlichen.

    Ich habe aber nicht getrollt, sondern mich sachlich zu Ihrem Text geäußert. Eventuell überdenken Sie meine Blockierung ja noch mal.

    Zu Ihrer Antwort:

    Tatsächlich habe ich die Diaspora so noch nicht betrachtet. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass man ohne Weiteres davon sprechen kann, die Juden hätten viele Staaten gehabt.

    Dagegen spricht nämlich, dass sie innerhalb dieser Staaten oft eine prekäre Existenz führten, also von der nicht-jüdischen Mehrheitsbevölkerung als Außenseiter gesehen wurden und regelmäßig progrommäßig verfolgt wurden.

    Dieser Umstand hat ja wesentlich dazu geführt, dass im 19. Jahrhundert unter Juden der Wunsch aufkam, einen eigenen Staat zu gründen, in dem sie die Mehrheitsbevölkerung stellten und nicht von der Protektion eines nicht-jüdischen Souveräns abhängig waren.

    Also, wie immer man das jetzt sieht, die Rede von der Staatenlosigkeit während der Diaspora als antisemitisch zu bezeichnen, erschließt sich mir nicht; zudem nicht alles was unter Umständen falsch ist, deswegen auch antisemitisch ist.

    1. avatar

      OK, Herr Brandt, Sie sind kein Troll. Ich will trotzdem auf FB nicht mit jemanden zu tun haben, der eine digitale Burka tzrägt. „Wir sehen uns ins Gesicht“, nicht wahr, das gehört zur „deutschen Leitkultur“, meint der Innenminister. Nun zu Ihrem Argument. Es gibt viele „Völker“, die bis ins 19. oder 20. Jahrhundert hinein keinen eigenen Staat hatten, denken Sie nur an die Deutschen. An die Ukrainer. An die baltischen Völker. An Korsen, Basken, Waliser, Bretonen, Iren und so weiter. Oder an die Araber. Von den Kurden, Armeniern, Assyrern, Tscherkessen und so weiter ganz zu schweigen. Der Nationalstaat ist historisch ja nicht die Norm, sondern die Ausnahme.
      Haben die Donauschwaben als deutsche Diaspora zu gelten, oder waren sie schlicht und einfach eine der vielen Minderheiten im österreich-ungarischen Reich, wo sie zuhause waren? Die deutschen Juden hatten (und haben) einen Staat, Deutschland. Ditto die französischen, englischen, spanischen Juden. Und so weiter. Ihnen zu unterstellen, sie hätten keinen, ist eine klassisch antisemitische Unterstellung.
      Ob die Juden überhaupt als „Volk“ gelten konnten, bevor der Zionismus einem Teil von ihnen das Ziel gab, sich als Staatsvolk zu konstituieren, mag übrigens dahingestellt bleiben. Die Juden selbst bezeichnen sich übrigens bis heute als Stamm. (Siehe Joel Kotkin, „Stämme der Macht“.) Juden aber als DAS Volk ohne Staat zu bezeichnen, so, als ob ihre Staatenlosigkeit das Wesentliche an ihnen sei, wie es Kubitschek tut, ist antisemitisch. Das ist nicht so schwer zu verstehen.

      1. avatar

        … nur ein souveräner Staat ermöglicht die Demokratie. ‚Aus liberaler Sicht als notwendiges, wenn auch begrenztes Instrument, um die Freiheit des Einzelnen zu beschützen‘

        Die Historie ist der Beweis.

        Nix anderes haben Sie, werter APo, soeben geschrieben. Chapeau!

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    Überarbeitung, vorherigen Beitrag bitte löschen.

    Ich habe den Versuch unternommen den Text Poseners der seichten Polemik zu entkleiden. Was bleibt von Poseners Argumenten übrig:

    Kubitschek (und mit ihm Jongen) ist Antisemit, weil er

    1. Behauptet es gibt Völker

    2. Völkern unterschiedliche welthistorische Bedeutung zuweist

    3. Die Juden als Volk bezeichnet.
    Damit kommt dann den Juden welthistorische Bedeutung zu., die logischerweise nicht nur positiv ist.

    Zu 1.
    Schätzungsweise 95% der Menschen weltweit werden bejahen, dass es Völker gibt und fast genauso viele werden sich wohl einem Volk zugehörig fühlen.
    Punkt 1 macht noch niemand zum Anitsemiten.

    Zu 2.
    Erkennt man an, dass Völker Subjekte der Weltgeschichte sind, folgt daraus, dass ihnen eine unterschiedliche Bedeutung zukommt.
    Auch Punkt 2 macht noch niemand zum Anitsemiten.

    Zu 3.
    Hier existieren in der Tat unterschiedliche Vorstellung. Aber die Sicht auf die Juden als Volk, die wohl auch viele Juden teilen, macht noch keinen Antisemiten. Die Sicht auf die Juden als Religionsgemeinschaft bewahrt nicht vor einem faktischen Antisemitismus, wie die lange Geschichte religiös motivierter Judenverfolgungen zeigt.

    Mehr als diese drei Argumente liefert Posener nicht. Das Scheitern seiner Beweisführung kaschiert er mit billigster Polemik.

    Um jemanden als Antisemiten überführen, müsste zum Beispiel gezeigt werden, dass obigen Schritten noch zwei Schritte folgen:

    4. Eine ausschliessliche oder überwiegend negative Rolle der Juden in der Weltgeschichte oder Gegenwart wird festgestellt und deshalb

    5. Massnahmen zur Eindämmung jüdischen Einflusses gefordert.

    Kubitschek geht diese Schritte eben gerade nicht.

    1. avatar

      Sie irren, Waldänger aus Schwaben. Ihre Reduktion meines Artikels ist falsch. Sie machen Kubitschek überdies zum Verbreiter von Plattitüden. Das würde er Ihnen übelnehmen.

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    „ernsthaft die Solidargemeinschaft mit der Volksgemeinschaft gleichsetzen, verlassen Sei den Bereich des intellektuell Satisfaktionsfähigen, tut mir Leid. Der Begriff „pluralistischer Einheitsstaat“ ist ein Oxymoron, was ich Ihnen nicht auseinanderzusetzen brauche. Aber als solcher auch demagogisch. Und natürlich unmarxistisch…“
    Dabei läßt das sich doch empirisch leicht zeigen, daß der heutige Staat nicht mehr der Klassenstaat ist, der er im 19. Jahrhundert war. Die Transformation des Klassenstaats in den Volksstaat war in Deutschland wesentlich die „Leistung“ des Nationalsozialismus. Es entstanden in diesem Prozeß die sog. „Volksparteien“, die eine objektives Paradoxon sind, denn deren Namen widerspricht dem, was sie wesentlich sind, denn sie haben sich gerade von den breiten Massen entfremdet. Das geht zwar manchmal zu Protest, wenn „Wir sind das Volk“ schwadroniert wird, aber was dann für neue Parteien zustande kommt, ist dann das Gleiche, sobald sich die Führung die Hörner abgestoßen hat, das war bei den Grünen so, der Schillpartei, bei „der Linken“ und es jetzt schon absehbar, auch bei der AfD. Allesamt ist die Funktion, daß sie die staatliche Funktion der herrschenden gesellschaftlichen Klasse sind. Das Parteiensystem spiegel nicht mehr 19.Jh. mäßig die gesellschaftlichen Antagonismen wieder, weil die Parteien sich von der ökonomisch-gesellschaftlichen Basis getrennt haben, was allerdings nicht alle gesellschaftlichen Gruppen in der selben Weise trifft, diejenigen die potentiell die Verhältnissse ändern wollen, sind ausgeschlossen. Das hat gegenüber einem Faschismus oder dem Nationalsozialismus durchaus auch einen Vorteil, die Notwendigkeit offenen Terrors in Krisenzeiten wird umgangen, das was bloß ist, wird friedlich bewahrt. Daß möglicherweise dadurch in Zukunft der Faschismus oder Nationalsozialismus zuer Erhaltung der Herrschaft des Kapitals überflüssig gemacht ist, ist – ich möchte dieses Potential nicht verharmlosen – m.E. aber nicht völlig ausgeschlossen. Die verschieden Varianten von rechten Extremismus, sei es neonazistisch, faschistisch oder populistisch, werden bekanntlich von den demokratischen Parteien gleichermaßen verachtet, wie als unverzichtbare Hilfe zur politischen Integration des Gemeinwesens genutzt.
    Hierbei wird ein Paradoxon der Politik des Gesamtsystem produziert, auf der einen Seite werden Globalisierung und Transnationalität ökonomisch, partiell auch politisch akzeptiert, auf der anderen Seite werden deren globalen Krisentendenzen über neopopulistische Bewegungen innenpolitisch durch die Wiederbelebung ethnisch gefaßter nationalstaatlicher Gemeinschaft und Gemeinwohlorientierung bewältigt. Vor 25 Jahren hatten Parteien wie die REPS diese Funktion, heute AfD und ähnliche Grupierungen. nämlich Rückwirkungen auf das gesamte politische System zu haben, wie damals schon diagonistiziert wurde: „Die Maxime eines funktionalen Nationalismus und einer auswählend-begrenzten Ausländerpolitik lautet: Universalismus für die Außen- und Wirtschaftspolitik, von der UNO festgestellte Menschenrechtsbedrohungen für die Militärpolitik, nationale, aber ethnisch moderate Besonderungen für die Innenpolitik.“(Eike Henning, Die Rückwirkung der REPs. Bemerkungen zur Ethnisierung des politischen Zentrums, in links Oktober 1993)
    Die Pluralität der Volksparteien funktioniert nur deswegen, weil die Parteien keine Umschlagstelle des ökonomisch-gesellschaftlichen Kampes mehr sind, Herrschaftskonflikte sind aus dem politischen Leben verschwunden.
    Oder will jemand behaupten, es gebe so etwas wie eine marxistische oder anarchistische Arbeiterpartei, die die Kapitalherrschaft und dessen Staat auch nur im geringsten gefährden? Da müßte man doch so eine Art Steinzeitkommunismus, wie die Antikommunisten das nennen, vertreten, wenn man so was vertreten wollte. Nein, die Parteien sind durch Loslösung von der gesellschaftlichen Basis zu staatspolitischen Vereinigungen geworden. Was ich pluralistischen Einheitsstaat genannt habe – in Anklang an Agnolis Redeweise von „plurale Fassung einer Einheitspartei“ – wurde allerdings auch in Schumpeters Demokratietheorie diagnostiziert, die (allerdings nicht kritisch, wie bei mir) behauptet, daß die Demokratie sich darauf reduziere „das Volk die Möglichkeit, die Männer (heute wären die Frauen hinzuzufügen MB), die es beherrschen sollen, zu akzeptieren oder abzulehnen.“(J.A. Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie S. 452) Der Volkswille – der zyklisch immer wieder erzeugt wird – wird Schumpeter zufolge „völlig analog zur Art und Weise der kommerziellen Reklametechnik“ gebildet, ein Trick, der solange funktioniere, als er „rationale Argumente vermeidet und so auch die Gefahr, die kritischen Fähigkeiten des Volkes zu wecken.“(a.a.O.418). Darum darf auch das Mehrheitsprinzip nicht unbeschränkt gelten, sondern bedarf des Korrektivs – inbesondere hinsichtlich der von charismatischen Führern aufgestachelter Massen wie wir das bei Pegida, Frigida, AfD-Aufmärschen kennen – durch Achtung der Rechte von Minderheiten, der Unantastbarkeit des absoluten Werts des Inviduums, mit anderen Worten: der Menschenwürde, in die keine Mehrheit eingreifen darf. Da können auch die Montagswahnmachen gröhlen, sie seien die 99%, wie sie wollen und dürfen.

    Das lasse ich mir nicht als Demagogie anschreiben.

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      P.S. Wer gegen Demagogen wie Götz Kubitschek anschreibt, darf die Entlarvung der objektiveb Bedingungen ihres Erfolgsrezepts nicht als Demagogi denunzieren. Sonst baut er vorne ein großes Gebildet auf, um dann sich umzudrehen und dabei das wundervoll aufgebaute mit dem Allerwertsten wieder umzureißen.

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        Schon wieder die Sache mit dem Arsch, lieber Martin Blumentritt.

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      Lieber Martin Blumentritt, Sie schreiben: „Die Transformation des Klassenstaats in den Volksstaat war in Deutschland wesentlich die „Leistung“ des Nationalsozialismus.“ Das ist Unsinn. Schon im Gothaer Programm forderte die SPD den „freien Volksstaat“, was Marx bekanntlich kritisierte, und LaSalle machte in seinen Geheimgesprächen mit Bismarck den Anfang zu dessen Realisierung in Deutschland. ich könnte jeden einzelnen Ihrer Behauptungen ähnlich zerpflücken, aber das ist nun auch langweilig. Ihren analytischen Fähigkeiten steht Ihre Antideutsche Gesinnung im Wege. Befreien Sie sich davon.

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        Lieber Alan Posener Abgesehen von der unterschiedlichen Terminologie: Die Transformation unterscheidet sich von einer bloßen Forderung. Wenn ich die vernünftige Einrichtung der Menschheit fordere, so ist das zwar zwingend aus der Kritik des Bestehenden folgend, genauso notwendig, wie es temporär unmöglich ist, so daß erst einmal die Aufrechterhaltung und Erweiterung der Bedingungen dafür auf der Tagesordnung stehen, wozu Kritik am Antisemitismus und Antizionismus gehören.
        Als Sonnemann der Sozialdemokratie das Urheberrecht auf nationalen Sozialismus diagnostizierte, ähnlich Karl Korsch (Politische Schriften), der der Sozialdemokratie während ihrer Regierungszeit nicht zu Repressionszwecken, sondern auch für die Wirtschafts- und Finanzgesetzgebung ausgiebig – nicht weniger als 135 mal des Instituts des Notverordnungsartikels 48 sich bediente, dessen exzessive Anwendung man fälschlicherweise erst mit Brüning in Verbindung bringt. Die „rohen Improvisationen“ mit dem Art. 48 Präzedenzfälle für die Notverordnungsregierungen von 1930-33 und schuf für die Praxis der nationalsozialistischen Machtausübung als eines Notstands in Permanenz.
        So gesehen ist der Einwand durchaus produktiv zu wenden.
        So genau weiß ich nicht, was „antideutsche Gesinnung“ ist, „antideutsch“ war eine Fremdzuschreibung gegen diejenigen, die einst sich weigerten die Wohnstätten der Flüchtlinge abzufackeln. Und weil das durchaus in Ordnung geht sich da zu verweigern, haben manche diesen Namen ähnlich für sich genommen, wie mal die Trotzkisen sich ihren Namen gaben. Ideologiekritiker ist allemal die treffende Bezeichnung, wenn man den ausschließlich negativen Ideologiebegriff, wie er seit Lukacs Geschichte und Klassenbewußtsein sich eingebürgert hat, verwendet.

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    Das ist wohl mal wieder so ein klassisch grotesker Kommentar, mit diesem herrlich erfrischenden elitären Ton, völlig am Thema vorbei, weil man nicht versteht worum es geht, aber doch unbedingt etwas schreiben möchte. Aber wer von so einem hohen Ross herunterargumentiert wie Sie, der muss wahrscheinlich verbale Streubomben werfen um überhaupt mal einen Treffer zu landen, was? Denn 1933 emigrierten Vater anzuführen? Echt jetzt? Peinlicher geht es nicht mehr!
    Noch ein Wort, bevor das Gezeter und Gegrunze derer wieder anstimmt, die den Spiegel vor ihrem eigenen Angesicht nicht ertragen können – natürlich seid ihr nichts wert.

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    Lieber Stevanovic, darf ich Ihren etwas ungelenken Ausführungen entnehmen, dass den „Liberalen“ inzwischen der Arsch auf Grundeis geht, dass sie sich nicht sicher sind, wie sich sich gegenüber Muslimen, Islam, Israel, den Juden etc. positionieren, und sich nur noch salvieren können, dass sie ihre Ambivalenzen und Unsicherheiten dadurch eskamotieren, indem sie mit blutunterlaufenen Augen auf die „Rechten“ eindreschen?
    Zwischen echten „Liberalen“ und diesen Freiheitskämpfern von Roth, Kässmann e tutti quanti bis zur Ikone des freien Westens, Merkel, so jetzt eine Schnapsnase im Springerverlag, ist die Distanz so groß wie zwischen Maul und After, aus dem es stinkt. Sie haben recht, gegenüber einer Roth oder Kässmann bedarf es wahrlich keine casa Pound; ich arbeite mich da gar nicht ab, da kommt nur eine Ekellust auf, bei der es mich gruselt. Aber da Sie sich schämen, dass Sie einer Querfront mit diesen Gestalten stehen, wäre es doch an Ihnen, nicht an der casa Pound, sie zur Kenntlichkeit zu enthüllen.

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      Lieber Herr Graetz, wenn Sie schon den After erwähnen, dann muss ich Sie bitten, Ihren Kopf im Interesse des Diskurses aus dem selbigen zu ziehen. Das Waldsterben unserer Tage ist Umvolkung, Islamisierung und die Gefahr von Rechts. Der politische Spielraum bewegt sich nicht zwischen plata o plomo und ich unterstelle durchaus etlichen Akteuren von Rechts, dass es denen nicht um politische Wirkung, sondern um erfolgreiches Scheitern und eine bella figura geht, sozusagen Verlorene Siege, um mir den Kalauer zu erlauben. Nichts für Ungut, in den Kommentarfunktionen werden wir uns nicht wirklich austauschen können, was ich ehrlich bedauere.

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    Ach, der Kubitschek kann nichts dafür, es muss aus ihm sprechen. Dass er für mich unter all den zur Verfügung stehenden Herabsetzungsmöglichkeiten ausgerechnet das Bild des Brunnenvergifters wählt, das sagt mehr aus über diesen armen Wicht als alles, was meine Feder vermochte. Und dafür wiederum muss man ihm in gewisser Weise dankbar sein.

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    @ derblondehans, kein Unfall, sondern Wunschkind der schönsten Frau von MeckPom:

    Das Leben geht weiter. In Zukunft werden Sie von den zweitschönsten Frau von MeckPom regiert. Habe schon Sharon Stone wie auch Eva-Marie Saint in deren Gesicht gesehen. Wenn die Amerikaner uns wirklich retten wollten, hätten sie einen Platz in Hollywood für das Gesicht gefunden. Gratuliere. Kein Bundesland hat eine solch attraktive Leitung, keins. Es wird alles gut.

    Scherz beiseite: Für Sellering sollten Sie beten, denn er hat durchaus Chancen, wieder gesund zu werden, je nach Zelltyp. Man hasst ja Politiker ein wenig, besonders die, die verraten, aber das tut mir dann ernstlich leid.

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      @Oleander

      … Schwesig, kein Vergleich mit Sharon Stone, als Sellerings Nachfolger(in), wäre sein erster polt. ‚Fehltritt‘. Schwesig war schon als ‚Sozialministerin‘ in MV überfordert. Die bekommt es fertig Forderungen zu erheben, für die sie, laut Geschäftsplan, selber verantwortlich ist. Fach- und Sacharbeit ist von der nicht zu erwarten. Ersatzweise, beispielsweise, um ihre Ernennung als ‚Familienminister(in)‘ zu rechtfertigen, alimentiert(e) sie sozialistische Gesinnungsprüfer. Da ist viel Aktionismus in ihr. Gut für die AfD, die in MV mit 20,8 % als zweitstärkste polit. Kraft arbeitet.

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      Glauben Sie echt, dass Sellering dafür verantwortlich ist? Wenn man belastende LeutInnen los werden will, schickt man sie doch ins Land oder nach Brüssel, oder?

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        @Oleander

        … Sellering wird erkannt haben – die SPD ist Mist und wird daher Schwesig als Nachfolgerin bestimmt haben, wie auch immer. 😉

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    Tja, da habe ich mich mich doch geirrt, als ich annahm, dass Ihre Ausführungen in Schnellroda als quantité négliable wahrgenommen werden. Kubitschek hat reagiert: https://sezession.de/57272/ein-vergifteter-brunnen—alan-posener-zugedacht
    Auweia, vergifteter Brunnen. Diesmal werde ich nicht irren, wenn ich vorhersage, dass Posener diesen Knochen gänzlich ablutschen wird. QED.
    „Ansonsten fällt es auf, dass Sie mit Argumenten eher spärlich umgehen.“ Für längere Ausführungen haben Sie soch Martin Blumentritt. Kurzer Hinweis: Einem Parteigänger des ständigen Eskamotierens des Ständigen und Beständigen in Deutschland mag es stinken, wenn da einer sich mit einem Seienden, einer Identität beschäftigt, die lange währt und nicht umzubringen ist, beschäftigt. Nur, lieber Posener, Sie kommen nur weiter, wenn Sie dies als Ihren inneren Konflikt wahrnehmen. Andere als Antisemiten zu diskreditieren , hilft Ihnen gar nicht, wenn Sie mal Denker werden wollen. Für einen Meinungssoldaten reicht es jedoch.

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      Lieber Heinrich Graetz, was Sie mit Knochen und Lutschen haben und dem „Ständigen und Beständigen“, dafür fehlt mir, das gebe ich gern zu, der Sinn. Aber vielleicht helfen Sie mir auf die Sprünge.
      Wenn aber einer das Bild des Brunnenvergifters verwendet, so wird man doch nicht ganz fehlgehen, wenn man annimmt, er meine es so, wie es klingt. Oder?

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        Glaube ich Ihnen, dass Ihnen für „Ständiges und Beständiges“ der Sinn fehlt (Ihnen ist doch klar, dass ich auf das Marx´sche Loblied auf die Bourgoisie angespielt habe, das für Sie ein Glaubensbekenntnis ist). Sie stehen da in einer Querfront mit Madam Özogus, für die es Deutsches jenseits der deutschen Sprache nicht gibt. Sie haben dafür kein musikalisches Gespür.
        Da Sie wieder mit der Antisemitismus-Keule kommen, sei Ihnen in Ihr Poesiealbum geschrieben, dass Kubitschek nicht „den Juden“, sondern Ihnen persönlich Brunnenvergiftung vorwarf, insofern Sie mit einer Sprache der Denunziation den Diskurs vergiften und ihn aus dem Diskurs ausschließen wollen. Oder sind Sie pars pro toto? Soweit ich weiß, kann man Ihnen nicht unterstellen, jüdisch zu sein oder jüdisch zu denken.

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        Lieber Heinrich Graetz, bekanntlich bin ich nicht Jude. Aber was hieße „jüdisch zu denken“?

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        Gewiß gibt es doch jüdisches Denken, wie es u.a. eine französische Denkschule oder erweitert Latinité gibt. Da wird aus einem tiefen Brunnen der Geschichte geschöpft. Denken Sie z.B. an Martin Buber, Gershom Scholem, Elie Wiesel oder, mein Lieblingsbeispiel, Jeshajahu Leibowitz. Eines meiner Lieblingsbücher „Gespräche über Gott und die Welt“ ist immer noch erhältlich (https://www.amazon.de/Gespr%C3%A4che-%C3%BCber-Gott-die-Welt/dp/3458332685). Ich kann Ihnen diesen kleinen Schatz nur ans Herz legen, Sie werden dadurch ein klügerer und besserer Mensch.
        Hier ging es ja darum, ob Ihre Antisemitendenunziererei Denken ist. Ich habe vorgeschlagen, dass es sich hier weniger um Denken als um bedingte Reflexe handelt. Das mag eine jüdische Ideosynkrasie sein, vergleichbar der neudeutschen Ideosynkrasie des Kampfes gegen Rechts und der Netze gegen Nazis, der voll Rohr, in der Regel wenig treffsicher geführt wird. Möglichst viel ballern wie mit einer Stalinorgel und möglichst viel Schmutz aufwirbeln. Nazi-Mentalität sucht Nazis (ein schönes Bonmot von Michael Klonovsky). Ihr Schüßchen scheint mir ein Rohrkrepierer zu sein. Und in Bezug auf die Frage, ist das gut für die Juden oder schadet es, kontraproduktiv. Ihre Freunde Henryk M. Broder und Matthias Matussek haben m.E. einen viel besseren Riecher als Sie dafür, was den Juden bzw. Israel schadet.

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        Ja, Heinrich Graetz, was israel schadet, sollen die Israelis entscheiden, und was den Juden schadet, die Juden, falls sie sich darüber einigen können. Was Sie angeht, so kokettieden Sie wie alle Antisemiten mit Ihrer Faszination für diverse fabelhafte Juden, unterstellen dann aber in einem konkreten Fall, das es sich „weniger um Denken als um bedingte Reflexe handelt. Das mag eine jüdische Ideosynkrasie sein“. QED. Warum ich als Anglikaner eine „jüdische Ideosynkrasie“ haben soll, erschließt sich mir nicht, vermutlich gehen Sie davon aus, diese Krankheit – nicht tiefgründig denken zu können, wie der Arier es tut – vererbe sich irgendwie mit den Genen.

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      Sezession und Co KG gießen 24/7 Gülle auf alles aus, was bei drei nicht auf der deutschen Eiche ist. Es wird so lange gedanklich Gedribbelt, bis Begriffe keine Bedeutung mehr haben. Ein überwältigender Teil der Schriften und Kommentare interpretiert und bewertet die Motivation imaginärer Gesprächspartner, schafft Verbindungen, wo keine sind und kommt immer zum selben Ergebnis. Deswegen sind die verheulten Kinderaugen, es geschehe gerade etwas ungeheuerliches, im besten im besten Fall nur bigott.

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    „Ich habe die Bibel gelesen und verstehe Sie trotzdem nicht“
    So ging es damals Vielen. Ich erinnere mich an eine spätere Kritik Agnolis an den Grünen, in der er sich auf die ältere Schrift bezog ( PROKLA Nr. 62 1986, S. 7-40 Q http://www.prokla.de/wp/wp-con.....okla62.pdf )
    Das spätere Urteil von Hirsch war dann:
    „Angesichts dessen, was aus dieser neuen Linken geworden ist, war dieser Kritik keine allzugroße Wirkung beschieden. Ironischerweise erscheint die politische Entwicklung seit der 68er Protestbewegung wie eine fulminante Bestätigung für das, was Agnoli als die institutionellen ‚Spielregeln‘ parlamentarischer und parteiförmiger Politik so glänzend herausgearbeitet hat. Der Prophet hatte recht, weil er nicht gehört wurde.“
    Genau die Rechten, über die sie schreiben, haben jene Einsichten herumgedreht und umfunktioniert zur neueren Wahlstrategie, d.h. was mal als Kritik gemeint ward, wird nun affirmativ gewendet und so werden die „Volksparteien“ mit ihrer eigenen gesellschaftlichen Grundlage, die Agnoli damals durchschaut hatte, genasführt.
    „es sei denn, Sie wollen tatsächlich wie die Populisten, nur in blumigerer Sprache, sagen: Die da oben machen eh, was sie wollen“. Die da oben, das waren allemal die erfolgreicheren Populisten, die dann Populisten Populisten schimpfen. Die Illusion, daß die staatlichen Charaktermasken, machen was sie wollen, hatte ich noch nie, so wenig wie die, daß sie machen (oder wollen), was die Wähler möchten, daß sie wollen oder machen. Das ist unvereinbar damit, daß die Herrschaft in die Funktionale gerutscht ist. So einfach wie zu A.Smith Zeiten, daß der Staat die sichtbare Hand sei, der Markt die unsichtbare, ist es in der transformierten Demokratie nicht mehr. Daß Staatshandeln wesentlich experimentellen Charakter hat, dessen Erfolg nachträglich belohnt oder bestraft wird, kehrt es um. Ein totaler Staat, zentrale Lenkung kann nicht funktionieren in komplexen Gesellschaften. Die AfD-Rechten werden das Verbrechen nicht halten können, das sie geben. Leere Versprechungen ist die große Gemeinsamkeit mit den Alten.

    „Ihre Verwendung des Begriffs „Gesäßtopographie“ für links-rechts-Mitte gibt einer verbreiteten völkerpsychologischen Kennzeichnung der Deutschen als analfixiert vordergründig recht.“
    Früher hätte ich gefragt, ob das sexuell oder politisch gemeint ist, schon als jemand der zum Ende der Pubertät mit Sigmund Freud Lektüre begann. Aber gemeint ist die Herkunft dieser Einteilung nach der Sitzordnung im französischen Parlament. Im Allgemeinen sitzt man ja auf den Pobacken. Wenn man es nicht politisch, sondern sexuell meint, ist die Mitte ja eh IM Arsch.

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      Immer noch nichts verstanden, Martin Blumentritt. Und verstehen Sie mich bitte nicht falsch: ich könnte mich ja hinsetzen und versuchen, einen Sinn aus Ihrem Geraune herauszuklauben, aber wie bei Heidegger und Adorno sagt mir eine kleine Stimme: Lohnt sich das? Vermutlich nicht. Was gesagt werden muss, kann einfach gesagt werden. Was nicht einfach gesagt werden kann, muss auch nicht gesagt werden. Schön Ihr Freud’scher Verschreiber: „Die AfD-Rechten werden das Verbrechen nicht halten können, das sie geben.“ Ich hoffe, Sie haben wenigstens damit Recht.

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        Ein Freudian slip war das nicht, sondern ein mehr oder weniger bekanntes Wortspiel.
        Daß die Kritik am pluralistischen Einheitstaat nicht eingängig ist, ist wohl auch der produktive Grund, warum solche typischen Deutschen wie Goebbels und Hitler reüssieren konnten und so was wie Solidargemeinschaft, Sozialpartnerschaft nicht als die goebbelsche Idee von Volksgemeinschaft durchschaut wird, damals wie heute.

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        Lieber Martin Blumentritt, wenn Sie ernsthaft die Solidargemeinschaft mit der Volksgemeinschaft gleichsetzen, verlassen Sei den Bereich des intellektuell Satisfaktionsfähigen, tut mir Leid. Der Begriff „pluralistischer Einheitsstaat“ ist ein Oxymoron, was ich Ihnen nicht auseinanderzusetzen brauche. Aber als solcher auch demagogisch. Und natürlich unmarxistisch, aber das ist für Sie vielleicht kein Kriterium. Immerhin werden Ihre Kommentare kürzer, dafür bin ich sehr dankbar.

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        Begriffsverwirrt, überkandidelt, verintellektualisiert, zensiert – da kann man von hermetischen Echo- und Resonanzräumen sprechen. Es scheint als ob sogenante Intellektuelle einander nicht mehr verstehen und mit einer verhängnisvollen Neigung zur Redundanz im nächsten Thread den gleichen Unfug wieder hochkochen, anstatt aus allen Threads zu schlußfolgern und endlich Ordnung herzustellen. Der deutsche „Intellektuelle“ suhlt sich im Chaos – in seinem himmelhohen Wörtermüllhaufen – und vergrößert das Chaos anstatt es zu reduzieren. Die Aufgabe des Intellektuelle/Philosophen ist zu extrahieren und zu vereinfachen um das Wesen der Dinge sichtbar werden zu lassen.

        Also wann wird dieser Blog der Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder auf Facebook verlegt oder will man hier weiter – unintellektuell – im eigenen Saft schmoren? Zur Perfektionierung könnte man noch Heiko Maas als Freizeit-Moderator/Zensor einsetzen.

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        Ich komme bei Facebook weder auf die Seite von Alan Posener noch ist bei Facebook eine Kopie von diesem Thread hier. Man wird vielmehr hierher zurückverwiesen.

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    Missverständnisse entstehen dadurch, dass man die Rechte als neue Rechte bezeichnet.
    Die Sezession, die ich nun seit einiger Zeit lese, macht keinen Hehl aus ihrer Ausrichtung. Ich finde den Artikel nicht, aber aus dem Gedächtnis heraus würde ich behaupten, dass Horst Mahler gegenüber Friedman in der Grundkonstruktion nicht anders argumentierte als Kubitschek heute. Der war eben nur etwas finster, so mit dem Schicksal, das zu erfüllen wäre (lasse mich gerne korrigieren).
    Das Neue an der neuen Rechten ist eine gewisse Entspanntheit in der Judenfrage (vielleicht weil es kaum noch Juden hier gibt). Was abstößt, ist die Hysterie der alten Rechten und ihre Fixierung auf dieses Thema. Das bedeutet aber nicht, dass man die Sache grundlegend anders sehen würde. Idioten wie Mahler und Gedeon könne einfach nicht die Fresse halten und werden deswegen entsorgt, weil sie eben Idioten sind, die die Fresse nicht halten können. Aber bestimmt nicht, weil etwas an der Denke falsch war. Deswegen betont Kubitschek, dass der Mord an den Juden schlimm war, immer mit dem Zusatz: Wenn es denn so gewesen wäre, was wir ja nicht wissen können, da wir ja nicht frei forschen dürfen. Was immer den Gedanken an eine clevere jüdische Geschäftsidee zurücklässt. Intention ist nicht die Wiederbelebung des Konservativen, die Zone dessen, was das Bürgertum schluckt, soll ausgeweitet werden. Nicht Konservativ, Rechts soll es sein. Das kann man so lesen, Ausgabe für Ausgabe, Artikel für Artikel. Was Gedeon geschrieben hat, ist keine Mindermeinung, deswegen diese Entschuldigungen, warum der Ritter die Unschuld nicht verteidigt.
    Kurz: An den Neuen Rechten ist nichts neu und Kibetschek rehabilitiert den Antisemitismus nicht, weil er in seiner Szene nie diskreditiert war (außer das mit dem Gas, wenn es denn jemals wirkliche Beweise geben sollte). Wer was anderes glaubt, hat die Sezession nicht gelesen oder ist eben ein verlaufener Liberaler, der nicht glauben will, in der falschen Mannschaft auf das politische Spielfeld zu laufen.

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    „Ich bezweifle, dass Ihre Ausführungen in Schnellroda zur Kenntnis genommen werden“
    Heinrich Graetz (…im Ernst?)
    Es geht ja auch nicht um Schnellroda, da dürften die Fronten ja klar sein. Es geht um die Leute, die vor lauter leckerer Ziegenbutter (ich liebe diese stilistischen Rückgriffe auf das erdige, ursprüngliche) den alten Wein in neuen Schläuchen nicht schmecken. Freund/Feind Bestimmung, das Konzept dürfte nicht unbekannt sein, da kann man aus der Sezession einiges lernen. Gemeinsame Abneigungen tragen ein Stück des Weges, aber irgendwann muss es zum Schwur kommen und da haben sich einige Geister auf liberaler Seite ohne Frage verlaufen. Klar, Petra Roth finden alle doof, aber macht das eine Casa Pound akzeptabel? Gibt es eine Klammer zwischen denjenigen, die Zuwanderung begrenzen möchten und denen, die an Rassen glauben? Da hat es auf liberaler Seite durchaus einige Unklarheiten gegeben, gerade in der Eurokrise. Die völkische Typologie des Griechen oder Südländers an und für sich, wurde in der liberalen Publizistik ausgearbeitet. Die Kritik am Islam wurde zu einer Islamisierung Europas in der liberalen Publizistik, Eurabia ist ein Kind der Liberalen. Euroa als Monster, das waren auch Liberale. In dem Überschwang, sich an Petra Roth und Frau Käßmann abzuarbeiten, sind Grenzen verwischt. Zum Glück gibt es die Sezession, die weitaus trittsicherer in der Weltanschauung ist. Das ist nicht schlimm, das Wischiwaschi und das Relative sind ja durchaus Kern des Liberalen, es wird Stuhlkreise und viel Blabla geben. Der Liberalismus wird besser werden. Dazu muss die Rechte aber ehrlich sein und das ist die Sezession.

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      Ah, je, knappe Zeit, viele Gedanken, schwer zu sortieren. Ich versuche es: die Renaissance bestimmten Gedankengutes in der Mitte der Gesellschaft kommt nicht durch die Argumentation der Rechten, durch die Brillanz ihrer Gedanken oder durch den Beleg ihrer Ideen. Die Renaissance des Determinismus durch Abstammung und Gene, die Abkehr vom Glauben an die mögliche Selbstbestimmung des Anderen (meist muslimischen Migranten) kommt aus der Auseinandersetzung des Liberalismus mit dem Islam. Ich habe ja einiges gehört, als das Boot 1994 voll war, das waren aber Stereotypen, die leicht der Rechten zuzuordnen waren. Aber ab 9/11 gab es eine Mobilisierung gegen Muslime, die weit darüber hinausging, zum Beispiel der Vorwurf der Taqiyya oder die Gleichsetzung des Islam mit den Wahabiten, die nun wirklich keine gute Figur machen. Und das alles kam ja nicht von dummen Leuten, das waren gestandene Liberale. Muselgrusel war en vouge. Das mündete im Rechtspopulismus, war aber immun gegen jede Kritik, weil Israel das Feigenblatt war – wer für Israel ist, ist frei jeder Verdächtigung Faschist zu sein. Das ganze begleitet von Eurokrise und Volkstypologien (der faule Grieche), naja, die Kollegen der Bild halt. Delegitimierung der offenen Gesellschaft als Multikulti-Chaos. Und dadurch und nur dadurch, war es möglich, dass eine durch Geschichte wiederlegte Gedankenwelt der 20er Jahre wieder da ist und ehrlich gesagt, ist daran so gar nichts Neue Rechte – der Kram ist alt. Zum Glück beherrscht Kubitschek die Taqiyya nicht, denn darum geht es in diesem Briefwechsel mit Jongen. Kubitschek fragt, ob der Deckmantel der Forschungsfreiheit noch lang genug für den expliziten Kram eines Gedeon ist. Jongen stellt klar, dass kein Lavieren oder Dummstellen hier hilft, wenn das nicht als Antisemitisch eingestuft wird, dann hat Antisemitismus als Begriff keinen Sinn (das Gutachten). Tja nun, meint Kubitschek erfrischend ehrlich, der Fehler an Gedeon ist seine Hysterie gegenüber dem Thema Juden, außerdem war er mal Linker und Kubitschek lässt Gedeon fallen. Man nickt sich in den letzten Absätzen nochmal freundlich zu. Kubitschek veröffentlicht den Briefwechsel als Entschuldigung an seine Szene, warum Gedeon geopfert wurde, statt den Spielraum auszuweiten – das ist halt Politik (wichtig: es ist Jongens Partei, wie er betont). Ja, und dieses „das ist halt Politik“ haben Liberale ins Spiel gebracht, als man gegen den Islam wegen Multikulti nicht kämpfen durfte, auswandern wollte und Europa vom Islamofaschismus schon überrannt war.

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        Ja gut, da ist was dran, lieber Stevanovic. Aber als jemand, der unter dem Eindruck von 9/11 Oriana Fallacis „Die Wut und der Stolz“ als „Gründungsdokument eines europäischen Liberalismus“ bezeichnet hat
        https://www.welt.de/print-welt/article406801/Kreuzzug-fuer-die-Freiheit.html
        würde ich sagen: es muss nicht in die Richtung gehen, die Sie aufzeigen. Alles hängt irgendwie mit allem zusammen, aber der Beitrag des Liberalismus zum Populismus ist, meine ich, nicht zentral.

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        Was ich Ihnen sehr hoch anrechne, Herr Posener, ist dass Sie einer der wenigen waren und sind, die auch in solchen Situationen einen klaren Blick behalten haben. Das hat Ihnen auch den Ehren-Titel Döner-Posener eingebracht, auf den Sie im Kontext stolz sein können.
        Als die liberalen Verwirrungen so richtig Fahrt aufnahmen, haben Sie sich dagegen gestellt, und haben es doch geschafft, keinen Zweifel an Ihrer Position gegenüber dem Islam aufkommen zu lassen.
        Chapeau, hätte ich als Publizist nicht geschafft.

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        Stevanovic: ‚Delegitimierung der offenen Gesellschaft als Multikulti-Chaos.‘

        … vielleicht können Sie ja mal eine ‚offene Gesellschaft‘ beschreiben und vorweg wer diese ‚offene Gesellschaft‘ dann – in Deutschland – legitimiert hat, wenn Sie von ‚Delegitimierung der offenen Gesellschaft‘ schreiben. Die Ex schwurbelte unlängst selber noch, dass Multikulti in Deutschland gescheitert ist. Wat denn nun?

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        Stevanovic: ‚Aber ab 9/11 gab es eine Mobilisierung gegen Muslime, die weit darüber hinausging, zum Beispiel der Vorwurf der Taqiyya … ‚

        … die Taqiyya ist so alt wie der Islam, im schiitischen wie im sunnitischen, selber. Und ich unterstelle, dass Sie, werter Stevanovic, das wissen. Beispiel, gern mehr wenn Sie mögen, Sure 3, Vers 28: ‚Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, unter Verschmähung der Gläubigen. Wer solches tut, der findet von Gott in nichts Hilfe – außer ihr fürchtet euch vor ihnen. Beschützen aber wird euch Allah selber, und zu Allah geht die Heimkehr.‘

        … und ganz aktuell.

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        Ja, lieber blonderhans, das warf man früher ja auch den Katholiken vor. Schauen Sie nach unter „Equivokation“.

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        @dbh: Wenn Sie wissen wollen, was eine offene Gesellschaft ist, und wer sie in Deutschland legitimiert hat… – Nun ja, nicht für ganz Deutschland, aber zumindest für sein Königreich war es Friedrich der Große, der die offene Gesellschaft in der griffigen Formel „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ zusammenfaßte. Und Friedrich wiederum war von ganz oben legitimiert, denn er war von Gottes Gnaden König. Das ging übrigens so weit, daß er den lutheranischen Betonköpfen mit Gewalt drohte, sollten sie es wagen, die gerade zu seinen Untertanen gewordenen katholischen Schlesier mit Zwang zum ihrer Ansicht nach richtigen Glauben zu bekehren.

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        @APo, 31. Mai 2017 at 08:11

        … mag sein. Äquivokationen sind/wären ‚Aussagen‘, die, mit Kenntnis oder Unkenntnis, Informationsverlust(e) beinhalten. Auch im Vorhalt. Das ist so alt wie die Menschheit selber.

        Die Taqiyya ist Lügentaktik und Verstellung für Allahs Sache.

        @Opa

        … den ‚Alten Fritz‘ und die Ex auf einer Ebene … puuuh … und mein Hamster ist Tiger von Eschnapur.

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        @dbh: Sorry, Hans, Sie haben gefragt, ich habe geantwortet. Die offene Gesellschaft (dahingehend, daß religiöse Benachteiligungen komplett aufgehoben wurden) wurde übrigens erst im Verlauf der Reichsgründung deutschlandweit durchgesetzt. Wenn man möchte, kann man die Anfänge der offenen Gesellschaft im Kurfürstentum Brandenburg-Preußen auf den großen Kurfürsten zurückführen, der mit seinem Potsdamer Edikt kurzerhand einen ganzen Schwung ausländischer Flüchtlinge ins Land geholt hat, obwohl diese fremde Sitten und andere religiöse Riten hatten und die Landessprache nicht verstanden – und der ihnen noch dazu eine Reihe Privilegien einräumte.
        Und wenn man noch weiter gehen möchte, kann man die germanischen Stämme als Beispiel nehmen. Die Stammeszugehörigkeit richtete sich nicht danach, ob jemand aus ihrer Heimat stammte oder ihre Sprache sprach, sondern ob er bereit war, dem Stammeshäuptling Gefolgschaft zu leisten.

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        @Opa,

        … kein Problem damit, wegen Ihr ’sorry‘ und das Sie auf meine Frage an Stevanovic geantwortet haben. (Fragen, auf die der Gen. übrigens nie antwortet.)

        … 200’000 bis 300’000 Kalvinisten flüchteten unter lebensbedrohlichen Umständen ins protestantische Ausland … wie viel nach Deutschland habe ich noch nicht rausgefunden. Ist mir auch egal. 500 hugenottische Soldaten wurden in das preußische Militär aufgenommen … puuuh. Daher hat Deutschland d’e Misere.

        Interessant finde ich Ihre Argumentation allemal. Sie wollen also eine Germanisierung von der Maas bis an die Memel, vom Atlantik bis an den Ural, ohne demokratische Legitimation … mit IM ERIKA der Ex als absolutistische Selbstkrönung des Blöden. Das kenne ich aus der Historie.

        Ich glaub‘ mein Hamster bohnert.

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        @dbh: Daß ich eine Germanisierung möchte, lesen allenfalls Sie daraus. Ich kann es auch beim nochsovielten Male lesen nicht erkennen, aber ich bin eventuell auch betriebsblind.
        Wie dem auch sei… Wenn die Legitimation des Großen Kurfürsten oder des Alten Fritzen durch Gottes Gnade für Sie nicht ausreicht und Sie tatsächlich nach einer demokratischen Legitimation der Grundsätze einer offenen Gesellschaft suchen, werfen Sie einen Blick in die Weimarer Reichsverfassung.

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        @Opa

        … die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung … gääähn. Wir drehen uns im Kreis. Wer die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit bestreitet, lesen Sie in den Schriften der Mohammedaner. Das hatten wir hier schon oft genug.

        ‚Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen‘

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        @dbh: Wer die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit bestreitet, lesen Sie genausogut im Alten Testament, denn auch dort wird der Abfall vom Glauben unter Strafe gestellt. Aber Worte in den Heiligen Schriften sind eh Schall und Rauch. Darum verwende ich auch jetzt nicht den Spruch „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, sondern die Weisheit Adi Preißlers: „Entscheidend is auf’m Platz“. Entscheidend ist, wie die Religionen sich verhalten, wenn sie können, wie sie wollen. Und da sieht es aus Sicht der Bürgerrechte überall düster aus – nicht nur bei den Moslems, aus deren religiösen Supermarkt Sie zielsicher die gleichen Produkte heraussuchen wie die Jihadisten ( – sind das vielleicht doch Ihre Brüder im Geiste?).
        Die Religionsfreiheit, von der auch Sie als Katholik im lutherisch geprägten Mecklenburg-Vorpommern profitieren, wurde nicht mit der Kirche erkämpft, sondern gegen sie. Zur Zeit vor dem Großen Kurfürsten hätten auch Sie dort nur die Wahl zwischen Flucht, Tod und Verleugnung (Taqiyya) gehabt.

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        Vielleicht ein freudscher Fehler, aber tatsächlich ist Claudia Roth gemeint. Sie ist einer der wenigen Punkte, auf die sich alle lagerübergreifend einigen können.

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        Wie man es nimmt. Zwar dürfte Claudia Roth, Berufsaufgeregte im Ruhestand, eher gemeint sein, aber auch Petra Roth als eine Oberbürgermeisterin, die die Weltoffenheit und Vielfalt Frankfurt gegen die Engstirnigkeit und Einfalt gerade der Kochschen CDU verteidigt hat, taugt allemals als Feindbild.

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        Er wird wohl die andere meinen, Sonne, Mond und Sterne und Wasserstoffperoxid. Ausgelutscht, abgelatscht, Phrasendrescherin. Schließlich bringt er noch eine Phrasendrescherin.
        Es ist problematisch, dass es so wenig intelligente Köpfe an der Spitze gibt.

        Ich mag lieber Eugen Roth. Eins passt zu Merkel:
        M, die sich ein grenzenloses Schnitzel briet,
        Bemerkte, das ihr dies missriet (immerhin).
        Doch da sie selbst es hat gebraten,
        Tut sie, als sei es ihr geraten.
        Und um sich nicht zu strafen Lügen,
        Isst sie’s mit herzlichem Vergnügen
        (mit Selfie-Sauce und allem drum und dran).

        @ St.
        „Muselgrusel war en vogue. “
        Ach wirklich? Nein, war er nicht. Er wurde von Anfang an bekämpft mit Appellen, nicht zu generalisieren, sofort nach 9/11. Es gab viel zu wenig Kritik am Islam, viel zu viel Kopf in den Sand. Ich erinnere an die niederländische Apathie, die zur Emigration von Hirsi-Ali führte.
        Tip an Sie: Sie sollten den Ausdruck „Judenfrage“ nicht verwenden. So was kann man nicht so munter runterschreiben.

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      @Stevanovic
      Hier, leckere ‚Ziegenbutter‘:
      https://ef-magazin.de/webwarum-ef/
      Würde ich mir so, wie es da steht aufs (Abend-)Brot schmieren und herzhaft reinbeißen. Ich tu’s aber nicht (nochmal), weil es eben eine Klammer gibt, wie Sie schreiben, die zwischen denjenigen, die Zuwanderung begrenzen möchten und denen, die an Rassen glauben. Und wer ist verantwortlich für diese Klammer, die vernünftiges Denken und Handeln, ja, ausklammert? Sicher, Gedeon, wahrscheinlich der größte Teil der Sezession in ihrer revisionistischen Ehrlichkeit – aber eben auch all die AktivistInnen, PublizistInnen, PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen, die nicht müde werden, und dies mit durchaus auch mit großer Wirkungsmacht (wie Sie schreiben) Positionen, die ihnen nicht passen oder die sie als ‚gefährlich(!)‘ erachten, als ‚rechtsextrem‘ verunglimpfen. Wer die GEZ abschaffen will ist rechtsextrem, nicht wahr? Stevanovic, hier ist ein Verteilungskampf um moralische Positionen und letztlich Staatsknete im Gange, der sich gewaschen hat. Es geht auch nicht um die exaltierte Frau Roth (sie meinen wahrscheinlich die Claudia), sondern eher um die Frau Käßmann, aber ich glaube noch nichtmal um die. Es geht um die Pfründe der sog. Querschnittsbürokratien (Gleichstellungsbeauftragte, Mainstreaming, etc.), NGOs („Umwelthilfe“, NaBu, usw.), Pressure Groups in Normenausschüssen, sie sich immer neue (Einkommens)Felder mit der Angst der ‚Verbraucher‘ erschließen und die jedem in wirtschaftlichen Kategorien denken müssenden die Luft abschnüren. Ja, und richtig, diesen Unmut haben die Sezessionisten mit ihrer „Ehrlichkeit“ (des neuvölkischen Denkens) okkupiert. Etwas daß möglicherweise für einige nur Provokation des grünroten Establishments war, wird jetzt mit Kubitscheks pseudophilosophischem Geschwurbel salonfähig gemacht. Es geht um Selbstbewusstsein / Selbstwirksamkeit, und hier haben Sie recht mit Ihrem ‚alten Wein in neuen Schläuchen‘: Bedient wir sich hier beim Nationalismus (aber ich muss feststellen, dies nicht nur hierzulande). M.E. müssten hier genau Liberale dagegenhalten, aber eben auch nicht mit altem Wein in neuen Schläuchen, sondern mit einer Analyse des Bestehenden und dem Abschneiden alter (linker) Zöpfe, denn im Moment ist ‚Grün-Rot‘ das neue Konservativ, bzw. will es (mit Merkel) sein.

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        @KJN

        Ja, klar, keine Frage. Es geht nicht um open borders contra 4.Reich. Das sind die Polarisierungen, mit denen gearbeitet wird und die unablässig Bekenntnisse zum Großen und Ganzen fordern. Als ob es nur um die Wahl zwischen zwei Grundsätzen gehen würde. Den Polarisierern geht es um Ragnarök, den Weltenbrand, den Zivilisationsbruch und das Ende der Dinge, wie wir sie kennen. Als ob die Alternativen für Deutschland der Antiimperialisten und Völkischen sich großartig unterscheiden würden – das tun sie nicht. Es geht nicht um die GEZ, es geht um Metapolitik oder Gerechtigkeit. Unter der Last bricht jeder politische Diskurs zusammen.

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    Ein kleines Stück bin ich der Sezession dankbar. Kubitschek hält mit großer Wirkungsmacht das Spektrum in Richtung rassistischer Teile offen. Die Gruppe sind keine honestly concerned Liberale, die gegen jeden Einwand immun sind, weil sie ja für die israelische Rechte sind. Proisraelisch hat so einen schalen Geschmack bekommen, seitdem PI-News und ähnliche offensiv damit werben. Die Islamkritik oder die liberalen Wutbürger steigern sich gerne in Spiralen rein, als ob Rechts eine Erfindung der Grünen sei, auf dem Höhepunkt wurden Parallelen zwischen Rot/Grün und NS herausgearbeitet. Der blondehans ist kein Unfall, er ist ein Produkt dieser liberalen Publizistik. Kubitschek schafft Klarheit.

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      Stevanovic: ‚Die Islamkritik oder die liberalen Wutbürger steigern sich gerne in Spiralen rein, als ob Rechts eine Erfindung der Grünen sei, auf dem Höhepunkt wurden Parallelen zwischen Rot/Grün und NS herausgearbeitet. Der blondehans ist kein Unfall, er ist ein Produkt dieser liberalen Publizistik. Kubitschek schafft Klarheit.‘

      … meno, Gen. Stevanovic, ‚derblondehans‘, klein und in einem Wort geschrieben. Ich bin als Produkt Wunschkind, Klein-Hänschen, der schönsten Frau aus McPomm und einem blonden Ostpreußen auf diese Welt gekommen. Wut ist mir fremd.

      ‚Parallelen zwischen Rot/Grün und NS‘ sind keine Erfindung, von wem auch immer, sondern Tatsache.

      Die NS-Naturschützer begrünten die Autobahn, tarnten den Westwall, pflanzten Bäume in Auschwitz. Sie schrieben auch an der ‚Grünen Charta‘ mit.

      Die Soziaaaldemo …, ich mag das Wort nicht mehr ausschreiben, hatten wir hier schon.

      Ja und den Islam habe ich noch nie kritisiert, den ignorier‘ ick nich‘ mal. Es ist der Islam, der mich als Mensch zweiter Klasse diffamiert. Merken Sie the diff.?

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        „Die meisten Parteien kapitulieren fast widerstandslos. Gegen Adolf Hitler stellt sich nur die SPD.“ – „Otto Wels und den anderen 93 SPD-Abgeordneten, die an jenem 23. März 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz stimmten.“ – „Von der zweistärksten Fraktion sind nur 94 Politiker gekommen. Die 20 übrigen befinden sich bereits in „Schutzhaft“. Gar nicht anwesend sind die Politiker der KPD, deren Mandat die Nazis nach dem Reichstagsbrand annullieren ließen. Die meisten von ihnen sind zu diesem Zeitpunkt ebenfalls verhaftet oder auf der Flucht.“

        http://www.n-tv.de/politik/Die.....49936.html

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        Das katholische Zentrum stimmt für das Ermächtigungsgesetz und löst sich anschließend auf – und zwar auf Anweisung des Vatikans.

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        APo & R.Z.

        … es geht um die soz. Ideologie. Dass es in allen Parteien, neben ‚Begünstigte‘ und ‚Befehlsempfänger‘, auch Widerstand gegen den Sozialismus gab und gibt, bestreite ich doch gar nicht. Im Gegenteil. (ff im Link)

        Selbst ein Maoist kann zum Pfad der Tugend finden. 😉

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    Ich verstehe nicht, was anstößig daran sein soll, wenn der sehr herzige Tuvia eine Baby!ziege auf den Arm nimmt. Das ist eher das Kind in ihm, denn der Mann, der für absolute Meinungsfreiheit eintritt und in diesem Rahmen mit jedem redet und auch konsequent Pirincci verteidigt, lässt sich eher nicht vorschreiben, wenn er mal auf oder in den Arm nimmt und wen nicht. Und letztlich redet der mit Kubitschek, wie er auch mit Linken redet, soll heißen, er geht in jede Ecke, ist neugierig, nimmt kein Blatt vor den Mund und macht den in der Mitte ängstlich bis arrogant verharrenden Deutschen vor, wie es geht, Dialog, offenes Nachforschen. Allerdings wäre er besser bedient, wenn er „Die Welt“ mitnehmen würde statt des Spiegel.

    Die Aussagen von Kubitschek haben Haut Gout, da haben Sie recht.

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    „aber ich bin natürlich als Liberaler des „jüdischen Denkens“ verdächtig “
    Nein, Alan Posener, Sie sind nicht eines „jüdischen Denkens“ verdächtig, und zwar schlicht, weil Ihre Überlegungen nicht des Denkens verdächtig sind; insofern spielt es auch keine Rolle, ob das nun jüdisch oder nichtjüdisch ist. Mehr als ein bedingter intellektueller Reflex, gewürzt mit Ressentiments und Verunglimpfungen ad hominem, liegt hier nicht vor.
    Ich bezweifle, dass Ihre Ausführungen in Schnellroda zur Kenntnis genommen werden; was juckt es eine Eiche, wenn sich eine Sau oder jemand aus dem Dunstkreis einer Liane Bednarz an ihr reibt?

    „Kubitschek-Ziege“ – ist das eine neue Spezies? Tuvia Tenenbom hat nicht nur eine Ziege in den Arm genommen, sondern es sich auch richtig munden lassen: „Götz und Ellen haben zwei Ziegen, erfahre ich, und die schöne Ellen holt wahre Wunder aus dem Paar heraus, ich schwöre. Hier ist eine Ziegenbutter, die ich mir auf eine selbstgebackenes Brot streiche. Oh Gott! Himmlisch! … Nachdem ich mir den Bauch mit Ziegendelikatessen vollgeschlagen habe, setze ich mich mit Götz zusammen.“ Läuft Ihnen da nicht das Wasser im Mund zusammen?

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      Ja, lieber Heinrich Graetz, und das ist es, was ich meinem Freund Tuvia gesagt habe: Am Ende bist du für die nur der Vorzeigejude. QED. Ansonsten fällt es auf, dass Sie mit Argumenten eher spärlich umgehen.

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    Kubitscheck und Sessezion erscheint wie der Riese Turtur aus dem Lummerland. Um so näher man kommt, um so mehr man sie betrachtet, um so (geistig) kleiner werden sie. Was aus der Ferne als bedrohlich intellektuell analytische Strategie für den rechten Wandel scheint, erweisst sich aus der Nähe immer mehr als pennälerhaftes Strebertum, dass sich aufbaut im „gegen Andere!“ ohne selbst wesentliche haltbare argumentative Konstruktionen zu gebären. Analytisch fehlerhaft
    und oberflächlich mit dem Hang zum Protzen und zum zur Schau stellen vermeintlich eigener Leistungen.

    Meine diffuse Beunruhigung „ob“ der intellektuellen Bedrohung vom Rechten Rand hat sich mit dem Studium der Sezession jedenfalls deutlich abgeschwächt, und in ihrem Artikel finde ich erfreut Bestätigung was mir eh ein (mir) meist schwer prüfbarer Verdacht war. Besten Dank dafür,

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    “ …, muss man sich wohl oder übel mit dem Quatsch befassen, den Kubitschek absondert.“ Nein, lieber Herr Posener, MUSS man nicht. Trotzdem danke für Ihre klaren Worte!

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    Na, was soll schon dabei herumkommen, wenn ein Philosemit (Kubitschek) einen Antisemiten (Gedeon) kritisiert. Beide haben die gleichen Vorurteile, bewerten sie nur anders. Die ‚Neue Rechte‘ ist wohl Teil eines sehr deutschen Diskurses, der sich nach wie vor und immer und immer wieder darum dreht, als ‚Volk‘ ‚in der Geschichte‘ nicht ganz versagt zu haben. Statt sich mit Fragen der individuellen Freiheit zu beschäftigen.

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    Vorab, Tuvia Tenenbom macht sich nicht zum Horst, sondern recherchiert und dazu gehört, so zu tun, als ob man in jeder Hinsicht dazugehört. Schließlich ist seine Branche das Theater und so wenig wie Charly Chaplin den Adolf macht, macht er den Horst.
    In jeder Hinsicht wird da auch anschaulich deutlich, daß er bei einem Provinzpseudophilosophen zu Gast war, der selber an das, was er sagen will, gar nicht heranreicht. Kubitschek und Jongen sind schöne Beispiele für Exemplare selbsthassender Linker, die – weil schon von Anfang an nie das begriffen habend, was sie zu sein beanspruchten – dann reumütig im anderen Lager zu sich selbst gekommen sind und bei denen die Fleischwerdung ihrer Verlogenheit praktisch vollzogen ist. Daß dann der Meister deutscher Verlogenheit, der den Führer führen wollte und seine halbseidene Gefolgschaft in etwa so verführte wie er – ja von Heidegger ist die Rede – vom Führer verführt ward, dann auch noch unverstanden in seiner Umlügerei nahezu der gesamten Philosophiegeschichte, als Kamerad dieser Volksgenossen herhalten muß, ist bewußte Strategie. Als ich 1983 den Titel einer Rede Hitlers auf der Automobilausstellung, „Optimist sein mein Herr“, für eine Rezension Sloterdijks „Kritik der zynischen Vernunft“ verwendete, hatte ich im Grunde auch schon diese verlotterten Plagiatoren vorausgeahnt, dieheute so gern den Weltungeist spielen wollten, aber mittlerweile – wie die Lektüre dieses „Gesprächs“ inklusive Leserbriefe ja schon 56 Seiten zeigt – auch schon einige Jahrzehnte Kritik an dem Müll, den sie rezykeln, immerhin aus zweiter bis dritter Hand kennen und zwanghaft antizipieren müssen, so als ob jene damit sich wiederlegen ließe, daß sie bekannt, wenn auch nicht erkannt ist. Das erwähnte Gutachten, das Hitler an Gemlich übermittelte, sollte ja den Antisemitismus des Gefühls durch den der Vernunft ersetzen, womit allerdings gemeint ward, daß so was Unordentliches wie das Pogrom, das noch Juden übriglasse, aufhören sollte, sondern das „stählerndes Gehäuse“ der Hörigkeit, sollte die Juden restlos ausrotten. „Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in – und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“ hieß es in der Reichtstagsrede 30.1.1939, die merkwürdigerweise in der Regel verkürzt zitiert wird. Wenn das heute so gesagt wird – stellvertretend, weil das in Deutschland tabuiert ist, hat man das Ahmadinedjad vom Sinn her sagen lassen im Bezug auf den Juden unter den Staaten – kommt das nicht so gut an, daß das auch der Extremisierung der MItte dienlich sein kann, wie das die Neue Rechte intendiert. Hegel bezieht sich zitierend auf Pascal in seiner Rechtsphilosophie im Zusammenhang mit der Notwendigkeitder Heuchelei, wenn man dem Teufel dienen möchte: „Sie werden alle verdammt, diese Halbsünder, die noch einige Liebe zur Tugend haben. Aber jene offenkundigen Sünder, die verhärteten Sünder, Sünder ohne Beimischung, völlig und vollendet, die hat die Hölle nicht mehr: sie haben den Teufel damit betrogen, daß sie sich ganz hingaben.“
    Sei es Gedeon sei es Höcke die gehören zu diesen „Sündern ohne Beimisch“, die das Werk des Teufels hintertreiben. Um in diesem theologischen Bild zu bleiben, die AfD hat das Problem sich zwischen „Sünder ohne Beimischung“ und „Halbsünder“ zu entscheiden und macht dann den Streit zwischen beiden zur Praxis, aber nicht Parteiprogramm. und so haben wir die eine Fraktion, die immerhin so viel Einsicht zu haben, daß da ein Problem ist:
    „Wir bewegen uns ja fraglos sofort in tabubewehrten Zonen, wenn wir über die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums, des Zionismus oder der Holocaustindustrie nachdenken und
    unsere Gedanken äußern.“ Kubitschek
    Jongen möchte die „Sünder ohne Beimischung“ aus den Blick der Öffentlichkeit ziehen, um dem Verlust der Mitte vorzubeugen, Kubitschek möchte aber diese nicht verlieren für die Partei.
    Eine Ahnung vom Selbstzerströrungspotential solcher praktischen Antinomie für die Partei haben sie, aber keine der Fraktionen will klein beigeben. Auf Dauer wird das die AfD aus den Parlamenten fegen, ob das bei den nächsten Wahl schon ein Ergebnis nicht höher als 4,9% bringt ist unsicher, aber daß das Problem objektiv ist immerhin sicher.

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      Lieber Martin Blumentritt, außer dass Sie meinen, das Foto Tuvias mit Ziege sei ganz OK, und dass Sie schon anno dunnemal das alles haben kommen sehen, habe ich die Aussage Ihres langen Kommentars nicht verstanden. Es kann sein, Sie wollen nicht verstanden werden. D’accord. Aber wenn dem nicht so ist, schreiben Sie bitte etwas kürzer und verständlicher.

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        Das Bild von zwei Fraktionen, die sich so verhalten wie „Sünder ohne Beimischung“ und „Halbsünder“ bei Hegels Interpretation von Blaise Pascal, kann eingentlich nicht so schwer verständlich sein, auch wenn der Bildspender aus der Theologie stammt. Höcke, Gedeon und Co. haben die Rolle so böse zu sein, daß sie aus der Hölle verwiesen werden, weil sie so sehr dem Teufel folgen, daß sie sein Geschäft vernichten.

        So bringt es die Halbsünder auf den Plan, die das viel besser können. Die Einseifer sind die Brücke zu den Sündern ohne Beimischung. 2014 war das ja auch so, daß man darauf verzichtete, Juden als Zionisten zu bezeichnen, um da mehr Zuspruch nicht nur von der Rechten, sondern vor allem auch Linken und Liberalen zu bekommen. Man gröhlte dann gleich „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“. Der Antiimperialismus ist nun unlängst dort angekommen, wo er schon bei Goebbels war, bei der extremen Rechten.

        Die Gesäßtopographie von Rechts. Mittel Links funktioniert in der pluralistischen Einheitspartei, in der sich die homogene Einheitspartei nach 1945 rückverwandelt hat, nur deswegen noch, weil die Parteien keine Umschlagstelle des gesellschaftlichen Kampfes mehr sind, nicht einmal auf der Distributionsbene, d.h. Herrschaftskonflikte verschwanden weitgehend aus dem politischen Leben. Die Strategie des Wahlerfolgs ist: allen Versprechen zu geben, die sich auf die Wünsche einer abstrakten Allgemeinheit richten. Das wußte ja schon Hannah Arendt und sah darin die Ursprünge totaler Herrschaft. Keine Partei bezieht sich auf eine bestimmte gesellschaftliche Basis (Arbeiter oder Unternehmer bspw oder es gibt keine Klassenparteien mehr), sondern sie sind staatspolitische Vereinigungen geworden, ideologisch und organisatorisch sind sie Volksparteien, in der Konflikte schon vor der Wahlentscheidung ausgeglichen und integriert sind. Das hatte schon Max Weber vorausgeahnt mit dem Konzept der plebizitären Führerdemokratie. Vom NS als radikalfaschistischem Einheitstypus von Herrschaft unterscheidet sich das in der Ausübung der Herrschaft, aber nicht in der gesellschaftlichen Funktion.
        Aus dem allgemeinen Populismus ziehen Populisten wie die der AfD ihre Stärke, müssen aber bestimmte Regeln einhalten, denn jeder Partei ist die Intention zur Volkspartei immanent, was ja schon 1928 von Gerhard Leibholz (späterer Verfassungsrichter der BRD) in seiner Habilitation ausgesprochen wurde. Die Nähe der pluralen Volkspartei zum Faschismus kannte er auch schon („Zu den Problemen des faschstischen Verfassungsrechts, Berlin/Leipzig 1928, S. 37) Die Rede von Volksgemeinschaft hatte schon Haiders FPÖ zur Sozialpartnerschaft abgemildert, die Heutigen reden von Solidargemeinschaft, um damit auch noch der (revisionistischen) Sozialdemokratie das Urheberrecht dafür zuzusprechen. Das hätte man eigentlich alles schon aus der Bibel der APO, Transformation der Demokraite, lernen können, aber die wurde wohl so wenig wie die theologische gelesen.

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        Ich habe die Bibel gelesen und verstehe Sie trotzdem nicht, lieber Martin Blumentritt, es sei denn, Sie wollen tatsächlich wie die Populisten, nur in blumigerer Sprache, sagen: Die da oben machen eh, was sie wollen.
        Ihre Verwendung des Begriffs „Gesäßtopographie“ für links-rechts-Mitte gibt einer verbreiteten völkerpsychologischen Kennzeichnung der Deutschen als analfixiert vordergründig recht.

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      Ich habe eben den wiki-artikel zu Kubitschek überflogen und kann nirgends erkennen, inwiefern der ein „selbsthassender Linker“ gewesen war, wie Herr Blumentritt sagt. Der hat brav seinen Wehrdienst geleistet, eine Goethe-Lieder-CD veröffentlicht und ist anscheinend direkt in eine völkisch-nationale, schlagende Burschenschaft gewechselt. Mir sieht das so aus, als sei das kein selbsthassender Linker, sondern diametral entgegengesetzt: ein selbstverliebter Rechter immer gewesen.
      Aber man kann sich vielleicht darauf einigen, dass er ein Depp ist, womit man es dann auch bewenden lassen könnte.

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    Ach ja, der Herr Doktor Marc Jongen: er ist kein Professor, sondern von Sloterdijk an die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe – per Vetternwirtschaft – vermittelt worden. Wenn ich schon höre, dass „Völker eine Psychologie“ haben sollen….. dann erinnert mich das an unverdaut ausgekotztes Zeug, das war vor 80 Jahren schon wiedergekaut worden.

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      Wer sich ausgerechnet mit einer Arbeit über Leopold Ziegler und Sloterdijk promoviert und dann ob der Beziehung zwischen diesem und jenen „Geist“ nicht kuriert ist, hat in der Tat viel nicht verdaut. Wenn man allerdings Aufsätze Marc Jongens wie: http://cicero.de/berliner-repu.....ropa/56894 liest, bekommt man – wenn man sich dabei etwas denkt, so einige Warnungen vor der AfD. Und Johannes Agnoli („Transformation der Demokratie“) hätte wieder einmal genüßlich seine damaligen Einsichten bestätigt gesehen. Und der Begriff Völkerpsychologie, wo er noch keine Rassenkund geworden ist, ging ja mal so:
      Völkerpsychologie
      Définition des Nations
      Un Italien: patriote. Deux Italiens: démonstration. Trois Italiens: défaitisme.
      Un Français: esprit. Deux Français: l’amour. Trois Français: révolution.
      Un Allemand: poète. Deux Allemands: organisation. Trois Allemand: la guerre.
      (Übersetzung) Definition der Nationen:
      Ein Italiener: Patriot. Zwei Italiener: Demonstration. Drei Italiener. Defätismus.
      Ein Franzose: Geist. Zwei Franzosen: Liebe. Drei Franzosen: Revolution.
      ein Deutscher; Dichter. Zwei Deutsche: Organisation. Drei Deutsche: Krieg.

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        Inwieweit warnt Marc Jongen unfreiwilligerweise vor der AfD? Denunziation oder Erkenntnis? Beispiele anführen nicht opportun, da es die eigene Aussage abschwächte?

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    Tuvia Tenenbom hat sich nicht vom SPIEGEL Fotografen zum Horst machen lassen. Tenenbom, wenn man ihn begleitet (und nichts anderes hat Döring gemacht) inszeniert sich permanent selbst. Man muss nur auf den Auslöser drücken. Ich habe ihn selbst mal vor ein paar Jahren einen Tag lang in Hamburg für den SPIEGEL begleitet und er hatte, trotz der allzeit gegenwärtigen Kamera, keine Scheu sich (womöglich) mit der einen oder anderen „Pose“ der Lächerlichkeit preiszugeben. Denn: Tenebom weiß recht gut, wie man Aufmerksamkeit erzeugt.

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      Kann sein, lieber Thomas Grabka, aber ich habe meine eigenen Erfahrungen mit „Spiegel“-Fotografen. Ob Tuvia ohne Ermunterung eine Kubitschek-Ziege in den Arm genommen hätte – nun, ich weiß es nicht. Der dazugehörige Bericht, in dem immer wieder auf Tuvias jiddisch eingefärbtes Deutsch verweisen wird, passt auch zum Foto.

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