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Atom-Poker im Casino-Kapitalismus: Die schwarz-gelbe Bundesregierung spielt mit den √Ąngsten der Menschen Roulette

Umweltminister R√∂ttgen ist schlau, vielleicht sogar oberschlau, aber er ist nicht klug. Eine Verl√§ngerung der Laufzeit von Kernkraftwerken soll, so die j√ľngste Idee von Weisen und ¬†Bundesregierung, versteigert werden.

Da k√∂nnen dann die Betreiber der Atomkraftwerke zocken: Wer die meiste Kohle auf den Tisch legt, darf seine profittr√§chtige Nuklearanlage weiterlaufen lassen. Nach einem solchen staatlichen Ebay- Verfahren winkt ¬†dem Zahlungskr√§ftigsten der vier Nukleargiganten eine neue Zukunft f√ľr Anlagen, die er l√§ngst abgeschrieben hatte, in mehr als einem Sinne. Den Kampf-Begriff ‚ÄěSchrottreaktor‚Äú wollen wir nicht wiederholen, sprechen wir von der Lizenz, Geld zu drucken und die Wettbewerbslandschaft f√ľr das Strom-Oligopol zu sichern: Billiger gibt‚Äôs Strom nimmer! Weiterlesen

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Gr√ľ√üe aus der Petrischale – warum PID verboten geh√∂rt

Von Alexander G√∂rlach, Herausgeber und Chefredakteur “The European”:

Wir ver√§ndern die Codierung unserer Kultur. Wir ver√§ndern den Menschen. Pr√§implantationsdiagnostik ist nicht nur eine medizinische Ma√ünahme zur Verhinderung von schweren Erbkrankheiten. Sie √∂ffnet T√ľr und Tor f√ľr eine vorgeburtliche Selektion im Labor. Der Mensch ist dann nicht mehr ein aus der Natur hervorgegangener, sondern ein von anderen Menschen produzierter.

Die Unverf√ľgbarkeit des Menschen, seine Freiheit vor dem Zugriff durch andere ist verbrieftes Grundrecht. Wir behaupten: Dieses Grundrecht gilt universell. Es gilt f√ľr alle Menschen, es gilt an allen Orten. Weiterlesen

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Der letzte Klassenkampf

Der Kampf um das Gymnasium ist ein Klassenkampf. Ein Kampf derjenigen, die haben, gegen diejenigen, die nicht haben. Ein typisch deutscher Kampf, nämlich ein Kampf um Besitzstandswahrung.

So wie die Gewerkschaften die Arbeitsplatzbesitzer gegen diejenigen verteidigen, die keinen Arbeitsplatz haben, so verteidigt der Philologenverband die unverdienten Privilegien der Gymnasiallehrer, so verteidigen b√ľrgerliche Eltern die unverdienten Privilegien ihrer Kinder. Dass dies mit sozialen Phrasen garniert wird, √§ndert nichts am Sachverhalt. Weiterlesen

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Deutschland qualmfrei!

Eine √ľberw√§ltigende Mehrheit der B√ľrgerinnen und B√ľrger hat sich j√ľngst per Volksentscheid in Bayern f√ľr rauchfreie √∂ffentliche Gastst√§tten und Restaurants ausgesprochen. Gut so! Andere Bundesl√§nder sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Doch warum soll das Verbot nur in der Gastronomie gelten?

Wer an diesen hei√üen Tagen in Berlin ein √∂ffentliches Freibad oder einen √∂ffentlich betriebenen Bade-See aufsucht, stolpert √ľber Dutzende von ‚ÄěKippen‚Äú auf Wiese und Strand. In Gegenwart von (eigenen) spielenden Kindern wird geraucht wie daheim. Der Nichtraucherschutz muss ausgeweitet werden, auch um spielende Kinder vor den Kippen der Erwachsenen zu sch√ľtzen. Weiterlesen

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El tango militar – ein Minister auf glattem Parkett

Fr√ľher, und das ist wirklich erst ein paar Jahre her, war es gute gesellschaftliche Konvention, sich mit Eintritt in die Obertertia an einer Tanzschule anzumelden. Unter buntem Lichtgeflacker und Hammondkl√§ngen aus gro√üen Lautsprecherboxen wurden Grundschritte gepaukt. Es gab ersten schamhaften Kontakt mit dem anderen Geschlecht und nach Stundenschluss lie√üen die wilderen Nachwuchst√§nzer Martini Bianco und Pall Mall kreisen.

Ziel aller Anstrengungen war stets der Abschlussball, die ersehnte Gelegenheit, die neu erworbene Kunstfertigkeit im raschen Hin und Her zur Schau zu stellen, Partnerin und (schulinterner) √Ėffentlichkeit die eigene Wendigkeit zu demonstrieren.

Ob und mit welchem Erfolg der amtierende Bundesverteidigungsminister in seiner Jugend das Tanzbein geschwungen hat, ist nicht bekannt. Die adlige Herkunft des fr√§nkischen Freiherrn l√§sst indes vermuten, dass er auf dem Feld der gesellschaftlichen Konventionen recht beschlagen sein d√ľrfte. Eines jedenfalls l√§sst sich auch ohne profundere Kenntnisse der tanzsportlichen Biografie Karl Theodor zu Guttenbergs mit Sicherheit feststellen: Der bekennende AC/DC-Fan, der seit dem vergangenen Oktober das Kommando auf der Hardth√∂he f√ľhrt, ist ein begnadeter politischer Tangot√§nzer. Weiterlesen

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Endlich hat Deutschland ein Stipendienprogramm, das den Namen verdient

Es ist fast ausschlie√ülich H√§me, die in den Medien heute √ľber das neue nationale Studienprogramm ausgekippt wird. Sie zeigt die Doppelz√ľngigkeit all derer, die immer mehr Ausgaben f√ľr Bildung fordern – und dann die Kanzlerin und die Bildungsministerin pr√ľgeln, wenn Bildung mehr Geld kostet. In diesem Fall das des Bundes. Er musste die L√§nder bestechen, damit k√ľnftig die besten zehn Prozent eines Jahrgangs 300 Euro Stipendium im Monat bekommen.

Das neue Programm m√ľsste eigentlich ein gro√ües Hurrah ausl√∂sen – bei den potentiellen Stipendiaten, ihren Eltern, den Universit√§ten, die k√ľnftig leistungsstarke Studenten noch besser f√∂rdern k√∂nnen. Zehn Prozent eines Jahrgangs sollen k√ľnftig gef√∂rdert werden. Statt dessen Mi√ümut und Anw√ľrfe, Merkel und Schavan h√§tten sich ihren Erfolg erkauft! Wie schizophren ist dieses Land eigentlich? Weiterlesen

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Sommermärchen 2.0.: Helden wie wir

Weh dem Land, das Helden braucht. Der Satz von Bert Brecht passt gut in diese Tage. Deutschland braucht Helden wie die Jungs von Jogi L√∂w. Helden, die k√§mpfen und weinen, die f√ľr den anderen arbeiten und gemeinsam gewinnen wollen.

Auch wenn davon im Halbfinale gegen Spanien nicht viel zu sehen war: in dieser Mannschaft steckt enormes Potenzial und die globale Fu√üballwelt ist begeistert von der j√ľngsten Mannschaft seit langem.¬† Jung und fast jeder zweite Spieler mit Migrationshintergrund ‚Äď l√§sst sich das auf den Rest der Gesellschaft √ľbertragen? Weiterlesen

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Geiles Gymnasium

Von Alexander G√∂rlach, Herausgeber und Chefredakteur “The European”:

Bildung ist das einzige ideologische Thema, das weite Teile der Bev√∂lkerung in Aufruhr und Rage versetzen kann. L√§ngere Laufzeiten f√ľr AKWs? Na ja, nicht besonders beliebt. Aber ein Aufstand? Nie! Hotelgewerbe-Entlastung in Zeiten klammer Kassen? Ein laues L√ľftchen. Das Maximum an √∂ffentlicher Gei√üelung hier: Schaut her, die M√∂venpick-Partei. Mehr nicht.

Wenn aber die Grundschule von vier auf sechs Jahre Dauer verl√§ngert werden soll, fegt ein B√ľrgerentscheid √ľber die Stadt Hamburg hinweg, der die CDU bei der n√§chsten Wahl zum Stadtparlament ordentlich Stimmen kosten wird. Wenn das Gymnasium von neun auf acht Jahre verk√ľrzt wird, kostet das die CSU die Alleinherrschaft im Bayernland. So sieht es aus. Weiterlesen

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Warum Frauen weniger verdienen Рund möglicherweise selbst daran schuld sind

Frauen sind mit einem niedrigeren Einkommen zufrieden als M√§nner. Das ist das faszinierende und sehr beunruhigende Ergebnis zweier neuer Studien. Dabei haben die Wissenschaftler10 000 Erwerbst√§tige befragt, ob sie ihr eigenes Einkommen f√ľr gerecht halten. Wenn sie es als unfair erachteten, sollten sie angeben, was ein gerechtes Gehalt sei.

Dabei zeigte sich, dass der bekannte Gehaltsunterschied von rund 20 Prozent zwischen Frauen und M√§nnern auch dem Unterschied der Anspr√ľche entspricht. Schlimmer noch: Das von Frauen als “gerecht” angesehene Wunschgehalt lag in der Regel unter dem realen Gehalt vergleichbar qualifizierter M√§nner. Weiterlesen

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Vom Einnehmen und Ausgeben

√úbers Wochenende ging mir ein Satz nicht aus dem Kopf, der in den letzten Wochen und Monaten wie ein Mantra immer wieder aufgesagt wird, ob es um die deutschen Sozialausgaben oder um die Hilfe f√ľr Griechenland geht: ‚ÄěMan kann nur ausgeben, was man vorher erwirtschaftet hat‚Äú.

Dies sei angeblich eine Grundweisheit des deutschen Mittelsstands, von dem wir alle die Grunds√§tze soliden Wirtschaftens lernen sollten. Nur die verantwortungslosen Politiker w√ľrden das nicht begreifen und dem dummen Volk dieses Einmaleins der Wirtschaft verschweigen.

Nat√ľrlich wei√ü jeder Mittelst√§ndler, dass diese Politiker- und Publizistenweisheit Bl√∂dsinn ist. Das Gegenteil ist wahr: man kann nichts erwirtschaften, ohne vorher etwas auszugeben. Weiterlesen

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