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Völkische Beobachtung

Wenn der WĂ€hler anders gewĂ€hlt hat, als dies die Parteien oder die Medien von ihm erwartet haben, beginnt bei den EnttĂ€uschten die Kritik an den Umfragen vor der Wahl, die nichts getaugt hĂ€tten. Die Erfolgsaussichten der AfD seien unterschĂ€tzt worden, wird von der Union verĂ€rgert festgestellt. Die SPD, schimpfen Sozialdemokraten etwa, hĂ€tte in Brandenburg 10 Prozentpunkte mehr erzielt, als ihr das Wahlforschungsinstitut Forsa vorhergesagt habe. ReumĂŒtige Journalisten versprechen nun reflexartig, bei der nĂ€chsten Wahl den Umfragen kein so großes Gewicht mehr einzurĂ€umen. Unser Autor Klaus Kocks, selbst Meinungsforscher, hĂ€lt das fĂŒr KrokodilstrĂ€nen. Je wankelmĂŒtiger der WĂ€hler werde, desto einflussreicher sei die Demoskopie. Die Beobachtung des Volkes wandle sich zu einer Hilfsleistung zu dessen gezielter Beeinflussung.

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Frage nicht nach Fakten, Dummkopf, es sind die Fiktionen

Der Imperialismus ist nicht mehr verschĂ€mt: Amerika zuerst, brĂŒllt er. Der Anspruch auf Vorherrschaft ist ganz bei sich, innen- wie außenpolitisch. Die zeitgenössische Propaganda hat dazu in einem Maße aufgerĂŒstet, dass Kritiker ihre Fragestellung verĂ€ndern mĂŒssen, wollen sie nicht völlig ins Leere laufen. Sogenannte „factfinder“, Tatsachenermittler also, kommen dem nicht mehr bei, was dem Publikum an Allmachtsfiktionen offeriert wird. Die Politik der großen Populisten weitet das gelegentliche LĂŒgen zum MĂ€rchenerzĂ€hlen aus. Heldensagen werden gestrickt, große Mythen bemĂŒht. Unser Autor Klaus Kocks geht dem nach, was er die fiktionale Falle nennt.

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Redest du noch oder pöbelst du schon?

Die Konversation, das Miteinander als Unterhaltung, Ă€ndert sich allerorten. Das Weiße Haus redet als Regierung wie ein zĂŒgelloser Zecher am Stammtisch. Selbst gesetzte WutbĂŒrger schlagen in der Politik einen Ton an, den man frĂŒher eben nicht als bĂŒrgerlich bezeichnet hĂ€tte. Die Hassrede wird Gemeingut. Allenthalben herrscht ein InformalitĂ€ts-Gebot; man muss unbedingt locker sein. Unser Autor Klaus Kocks fragt nach den politischen Konsequenzen der neuen Alltagskultur.

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Clowns an der Macht

Der amerikanische PrĂ€sident gilt als eitel und minderbegabt. Der englische Premierminister als ein Scharlatan. In beiden LĂ€ndern, sagen die Kommentare, sei die LĂŒge an der Macht. FremdschĂ€men allenthalben ĂŒber das miese Niveau der Herrschenden. Unser Autor Klaus Kocks  warnt vor vorschnellem Spott.

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Der nach rechts verrĂŒckte WĂ€hler – Über die große Koalition von Alt und Arm

Das Wahlverhalten Ă€ndert sich grundlegend. Das frĂŒher so berechenbare Wahlvolk ordnet seine Lager nach einem neuen Prinzip. Einst wirkten soziale Zugehörigkeit, religiöses Bekenntnis, landsmannschaftliche Tradition und die Rechts-Liberal-Links-Logik, jetzt sorgt eine Stimmung, ein mentales Paradigma, fĂŒr neue Mehrheiten: Der hoffnungsfrohe und agile Teil der Gesellschaft steht plötzlich gegen allerlei nostalgisch gestimmte Milieus eher deprimierter Menschen, die Wutbereitschaft zeigen. Hier ist der NĂ€hrboden, auf dem am rechten Rand der Rechtspopulismus gedeiht. Unser Autor Klaus Kocks sieht einen wesentlichen Teil des Wahlvolks mental nach rechts verrĂŒckt. 

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NĂ€chtens im Hinterzimmer um Posten schachern: Geht so Politik?

Dem WĂ€hler wurde europaweit versprochen, er habe das Sagen. Er sei der SouverĂ€n. Er allein dĂŒrfe die Regierung Europas wĂ€hlen, indem er fĂŒr das Europaparlament stimmt. Die Erwartung wurde grĂŒndlich enttĂ€uscht. Bekommen hat er eine Kandidatin, die Angela Merkel mit den anderen Regierungschefs ausgekungelt hat. Unser Autor Klaus Kocks grĂŒbelt nun ĂŒber das Wesen von Politik.

Wie naiv kann man sein? Alle europĂ€ischen Völker stimmen ab und ihr gemeinsamer Wille gebiert dann den kĂŒnftigen Chef der vereinten europĂ€ischen Regierung. Demokratie pur. Ach, wie lauter. Aber Honigkuchen. Es wird nĂ€chtens in dubiosen Hinterzimmern zwischen den Regierungschefs um die Posten geschachert und dann holt Angela Merkel unter dem Beifall der anderen Regierungschefs ein Kaninchen aus dem Hut, das gar nicht zur Wahl stand, aber jetzt gewĂ€hlt sein soll. Das ist Machtpolitik pur, nennen wir es Politik nach Merkel & Machiavelli. Die vermeintlichen Spitzenkandidaten schluckt am Ende das Sommerloch. Überrascht? So naiv darf man eigentlich nicht sein. Aber man gewinnt plötzlich zum eigenen Entsetzen rechtspopulistischen Parolen gegen Europa etwas ab, die eigentlich nur den Antisemitismus des 19. Jahrhunderts aufwĂ€rmen. Die Stimmung wird reaktionĂ€r. Weiterlesen

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Freund-Feind-Beziehungen als Wesen der Politik

Politik ist paradox. Sie ist die FĂ€higkeit, das Trennende herauszustellen, obwohl man auf das Gemeinsame hinaus soll. Durch die Betonung des Trennenden schließt man nĂ€mlich die Reihen der AnhĂ€nger, deren Votum dann die Macht verleiht, die man braucht, um beim Gemeinsamen das durchzusetzen, was einem nĂ€her liegt. Wer das kann, der ist dann ein charismatischer Politiker. Weiterlesen

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Schottland: Das war echt knapp

Die schottischen Nationalisten haben ihren Separationskrieg verloren. Europa atmet auf. Doch die BĂŒchse der Pandora ist geöffnet. Beim nĂ€chsten Mal im Baskenland oder in Bayern könnte es klappen. Denn, so sagen die Nationalgestimmten, Blut ist dicker als Pappe. Der Siegeszug des Nationalen scheint nicht aufzuhalten. Wiedergeburt der autochthonen Nationen? Was wirklich nicht mehr zu schließen ist, das ist die Schere von europĂ€ischer Zentralregierung und regionalen Stammeskulturen.

Wer unverbrĂŒchlich weiß, was deutsch ist, hat zugleich einen Stiernacken, Knasttattoos und einen IQ, mit dem man in LĂŒdenscheid in die Nordkurve passt. Weiterlesen

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Die beste Regierung aller Zeiten

Nie waren die Deutschen zufriedener mit ihrer Bundesregierung. Schon immer haben sie Politik, das schmutzige GeschĂ€ft und die ewigen Kontroversen, misstraut. GroKo hieß dagegen das Zauberwort, und das BĂŒndnis von Union und SPD hat gehalten, was wir uns von ihm versprochen haben, business as usual. Dem deutschen Wesen ist Routine und Harmonie wichtig. Weihnachten ist, geht es nach der Volksseele, am liebsten immer. Das hat Mutti geschafft: das Ende von Politik. Jedwedes Regierungshandeln soll alternativlos wirken. Normal, solange dieses Land seine FĂŒĂŸe unter den Familientisch streckt, wird gemacht, was man halt machen muss. Normaaal.

Man muss diese politische Ödnis nicht in den Bildern einer Familienidylle beschreiben; man kann es auch begrifflich fassen. Das Kabinett Merkel perfektioniert in der Politik einen flexiblen Normalismus. In dessen Situationsethik ist immer richtig, was gerade geht. Weiterlesen

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Was bei uns zÀhlt: jeder einzelne, je einzeln, von Angesicht zu Angesicht

Mich befremden diese grölenden Horden. Ich fĂŒrchte sie, wenn sie sich auch noch vermummen. Im Netz werden sie Trolle genannt, die Barbaren mit den anonymisierenden „nick names“. Im wirklichen Leben tarnen sie sich in Uniformen oder mit GangstertĂŒchern. Im Pogrom hat das Opfer ein Gesicht und die TĂ€ter tragen die Kapuzen des Ku-Klux-Klan. Gelegenheit, ĂŒber den ganzen faulen Zauber zu sagen: nicht in meinem Namen.

Der Grundpfeiler des westlichen Begriffs von Freiheit ist der absolute Wert des Individuums. Er wird erst da relativ, wo die anderen absoluten Werte berĂŒhrt sind. Das ist mittels Zivilisation erkĂ€mpftes Terrain. Weiterlesen

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