avatar

Kehrt der genetische Determinismus zur√ľck?

Genetiker machen immer mehr genomweite Assoziationsstudien und berechnen polygenetische Werte. So wollen sie auch unsere komplexesten Merkmale wie Intelligenz und Bildungserfolg vorhersagen. Die Medien sind begeistert. Doch was ist wirklich dran am Hype?

Eine Titelgeschichte in der ZEIT, ein Aufmacher im Wissen der S√ľddeutschen Zeitung. Ver√∂ffentlichungen des bekannten britischen Verhaltensgenetikers Robert Plomin in Fach- und Publikumszeitschriften und viele weitere Artikel in diesen und anderen popul√§ren Medien lassen keinen Zweifel aufkommen: Die Gen-‚ÄčDeterministen schlagen zur√ľck. Dem aufmerksamen, naturwissenschaftlich interessierten Leser kann in diesem Sommer und Herbst nicht entgangen sein, aus welcher Richtung gerade der biologische Wind weht. Die Gene sind wieder an der Macht. ‚ÄěEine neue Genetik der Intelligenz“ hat Robert Plomin gar versprochen.

Weiterlesen

avatar

Einwanderung kann man nicht erzwingen

Bei der letzten Konferenz der Innenminister der Europ√§ischen Union in Sofia ging es wieder einmal um die Asylpolitik. Dabei kam es zu einem bemerkenswerten Beschluss. Die Entscheidung √ľber die Verteilung der in der EU lebenden Fl√ľchtlinge nach dem 2015 ¬†beschlossenen Fl√ľchtlings-Verteilungsschl√ľssel wurde ‚Äězur√ľckgestellt‚Äú. Die Stellungnahme des gesch√§ftsf√ľhrenden deutschen Innenministers Lothar de Maizi√®re klang wie¬†¬† das Mantra einer Selbstsuggestion: „Der Auftrag der Staats- und Regierungschefs ist klar: Bis zum Juni diesen Jahres soll es eine politische Einigung geben“. Man braucht kein Prophet zu sein, um heute schon zu wissen: Zu dieser Einigung wird es nicht kommen. Die die osteurop√§ischen Regierungen werden ¬†die Verteilungsquoten auch weiterhin ¬†rigoros ablehnen. Sie lehnen sie ab, weil sie wissen, dass die V√∂lker, die sie vertreten, in ihrer Mehrheit die Zuwanderung von Fl√ľchtlingen mit √ľberwiegend muslimischem Background¬† nicht wollen. Die Diskussion in Westeuropa, vor allem auch in Deutschland, wird so gef√ľhrt, als w√§re die Weigerung der Osteurop√§er, Fl√ľchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan aufzunehmen, hinterw√§ldlerisch und zudem unfair, weil sie sich gegen den Geist der Solidarit√§t der EU-Mitgliedsstaaten richtet. Kein Politiker und kein liberaler Kommentator macht sich auch nur im Ansatz die M√ľhe, die Beweggr√ľnde f√ľr diese gro√üe Verweigerung zumindest verstehen zu wollen. Weiterlesen

avatar

Was Merkel in Afrika nicht sagte und forderte

Als Getriebene ihrer Fl√ľchtlingspolitik und der allgemeinen Fl√ľchtlingskrise sei Merkel jetzt drei¬† Tage in den afrikanischen L√§ndern gewesen, schreiben einige Medien.Sie war auch¬† in Niger, dem √§rmsten Land der Welt , das¬† zu einem Drehpunkt der Schlepperindustrie s√ľdlich der Sahara geworden ist , wo Hunderttausende seit Monaten auf ihre Weiterfahrt warten Richtung Deutschland. Ja, es ist Deutschland, auch wenn sie erst in Italien oder Spanien ankommen. Es ist falsch wenn immer wieder in Reden zum Thema gesagt wird, die Fl√ľchtlinge wollten nach Europa. Nur wenige wollen nach Osteuropa oder in Griechenland bleiben. Nur wenige k√∂nnen nach England, was anscheinend im Unterschied zu all den TV und Expertenreden der letzten Monate, die das Mantra wiederholten, man k√∂nne in Zeiten der Globalisierung keine Grenzen mehr abschotten bzw sichern, das doch ganz gut k√∂nnen. Die Reise Merkels sei eine zur Bek√§mpfung der Fluchtursachen gewesen, hei√üt es. Doch warum wurde dann das Thema Bev√∂lkerungspolitik, M√§dchen und Frauenrechte nicht angesprochen? Weiterlesen

avatar

Törichte Worte

Als die franz√∂sische Nationalversammlung am 20. 11. 2015 √ľber die Versch√§rfung der Sicherheitsgesetze und die Verl√§ngerung des Ausnahmezustands abstimmte, gab es daf√ľr eine √ľberw√§ltigende Mehrheit. Bei 551 Ja-Stimmen gab es nur sechs Nein-Stimmen. Eine davon geh√∂rte dem ¬†gr√ľnen Abgeordneten No√™l Mam√®re. Bemerkenswert war seine Begr√ľndung: „Das √úberangebot an Sicherheit passt nicht zur Situation.“ (FAZ vom 21. 11. 2015) – Dem gr√ľnen Herrn ¬†ist anscheinend entgangen, dass das „Unterangebot“ an Sicherheit in Paris zu 130 ermordeten Menschen gef√ľhrt hat.

„Dann h√§tte der Terror gesiegt“

In Deutschland gibt es √§hnliche konfuse Stimmen. Bei den Gr√ľnen werden schon wieder die alten Reflexe bem√ľht: Eine Versch√§rfung der Sicherheitsgesetze sei unn√∂tig, sogar sch√§dlich, weil dies unsere Freiheitsrechte zerst√∂re. Wenn wir jetzt in diesem Sinne „aufr√ľsteten“, „h√§tte der Terror gesiegt“. Viele plappern dieses Wort nach, ohne zu merken, wie t√∂richt es ist. Als ginge es den Terroristen vom Islamischen Staat darum, die europ√§ischen Gesellschaften von Demokratien in autorit√§re Staatsformen umzuwandeln. Weiterlesen

avatar

Deutschlands Hauptstadt – unter Wert regiert

 

  1. Teil

Im Berliner „Tagesspiegel“ war am 16. Oktober 2014¬†¬† ein deprimierender Bericht √ľber den baulichen Zustand an den Gymnasien im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zu lesen. Dreizehn Direktoren schlugen nach der Begehung ihrer Schulen Alarm und forderten das Bezirksamt auf, gemeinsam mit dem Schulsenat auf Abhilfe zu dr√§ngen. Der Baustadtrat des Bezirks beziffert den Sanierungsaufwand auf 410 Millionen Euro. Die Sch√§den betreffen alle baulichen Bereiche: kaputte D√§cher, marode Dachst√ľhle, abbr√∂ckelnde Fassaden, Asbest in den Decken, Schimmelbefall in den Sanit√§rr√§umen usw. In den anderen Berliner Bezirken sieht es nicht besser aus. H√§ufig schlagen Eltern Alarm, weil sich verquollene Fenster nicht mehr √∂ffnen lassen, die Abfl√ľsse in den Toiletten verstopft sind oder der Hausmeister als erste Amtshandlung des Tages Eimer unter tropfende Decken bugsieren muss. Weiterlesen

avatar

Bildungspolitik ratlos

Selten hat man Politiker so ratlos gesehen, wie bei der Vorstellung der von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben Vergleichsstudie zur Leistung der deutschen Grundsch√ľler. Getestet wurden die¬† F√§higkeiten von 27.000¬† Viertkl√§sslern ¬†in Mathematik, Lesen und H√∂rverstehen.

Wie zu erwarten war, schnitten die bayerischen Grundsch√ľler ¬†in allen Disziplinen am besten ab, gefolgt von Sachsen und Sachsen-Anhalt. Schlusslichter sind die Sch√ľler aus den¬† Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin. ¬†Aus nationaler Sicht tr√∂stlich ist der Befund, dass mehr als 70% aller Sch√ľler den Durchschnittswert der verlangten Kompetenzen erreichen. Die ¬†Ergebnisse des Tests¬† scheinen wie zementiert. Weiterlesen

avatar

Wie gerecht ist gerecht?

In Sachen soziale Gerechtigkeit ist Deutschland Mittelmaß. Das attestiert die Bertelsmann-Stiftung der Erfindernation der sozialen Marktwirtschaft. In einer großen Studie unter den 31 Ländern der OECD, das sind die Industrie- und Schwellenländer, ist Deutschland auf Platz 15. Nicht gut und nicht schlecht also Рist das schlimm?

Nein, ist es nicht. Das Ergebnis der Studie spiegelt im Wesentlichen den Weg wider, f√ľr den sich Deutschland selbstbewusst und vern√ľnftig entschieden hat: zwischen den Umverteilungsstaaten Skandinaviens, in denen Einkommen und Verm√∂gen hoch besteuert werden,¬†einerseits¬†¬†– und dem angels√§chsischen Modell, in dem Ungleichheit kaum mehr als Ansporn¬†sein soll,¬†selbst mehr zu leisten. Weiterlesen

avatar

Es heißt nicht mehr konservativ!

Von Alexander G√∂rlach, Herausgeber und Chefredakteur „The European“:

Die Behauptung, es g√§be eine Debatte dar√ľber, was konservativ ist, ist falsch. Es gibt vielmehr eine grunds√§tzliche Debatte √ľber die Richtung, in die unsere Gesellschaft gehen soll. Die Werte, denen sie sich verpflichtet, das Ethos, das sie lebt.

Klassische konservative Themenfelder, sagen wir die Bundeswehr, werden gerade general√ľberholt. Weil es notwendig ist. Mit einem bestimmten Ma√ü an Pragmatismus. Wird die neue Bundeswehr deshalb von den ‚ÄúKonservativen‚ÄĚ nicht mehr oder von den ‚ÄúLinken‚ÄĚ mehr gemocht werden? Die Agenda 2010 der SPD war mutig und pragmatisch. Sie wurde aber von einem Teil der ‚Äúlinken‚ÄĚ SPD auf das Sch√§rfste abgelehnt und bek√§mpft, aber von Teilen der ‚ÄúKonservativen‚ÄĚ begr√ľ√üt. Was jetzt? Und: Ist die SPD eine ‚Äúlinke‚ÄĚ Partei oder eine ‚Äúkonservative‚ÄĚ, weil sie bei der Rente mit 67 in eine Welt zur√ľck will, die es nur noch in der Erinnerung gibt?

Das Konservative als Lebensstil hat sich √ľberlebt. Wertkonservativ sein als Haltung nicht. Nur: Welche Werte w√§ren das? Weiterlesen

avatar

Der letzte Klassenkampf

Der Kampf um das Gymnasium ist ein Klassenkampf. Ein Kampf derjenigen, die haben, gegen diejenigen, die nicht haben. Ein typisch deutscher Kampf, nämlich ein Kampf um Besitzstandswahrung.

So wie die Gewerkschaften die Arbeitsplatzbesitzer gegen diejenigen verteidigen, die keinen Arbeitsplatz haben, so verteidigt der Philologenverband die unverdienten Privilegien der Gymnasiallehrer, so verteidigen b√ľrgerliche Eltern die unverdienten Privilegien ihrer Kinder. Dass dies mit sozialen Phrasen garniert wird, √§ndert nichts am Sachverhalt. Weiterlesen

avatar

Endlich hat Deutschland ein Stipendienprogramm, das den Namen verdient

Es ist fast ausschlie√ülich H√§me, die in den Medien heute √ľber das neue nationale Studienprogramm ausgekippt wird. Sie zeigt die Doppelz√ľngigkeit all derer, die immer mehr Ausgaben f√ľr Bildung fordern – und dann die Kanzlerin und die Bildungsministerin pr√ľgeln, wenn Bildung mehr Geld kostet. In diesem Fall das des Bundes. Er musste die L√§nder bestechen, damit k√ľnftig die besten zehn Prozent eines Jahrgangs 300 Euro Stipendium im Monat bekommen.

Das neue Programm m√ľsste eigentlich ein gro√ües Hurrah ausl√∂sen – bei den potentiellen Stipendiaten, ihren Eltern, den Universit√§ten, die k√ľnftig leistungsstarke Studenten noch besser f√∂rdern k√∂nnen. Zehn Prozent eines Jahrgangs sollen k√ľnftig gef√∂rdert werden. Statt dessen Mi√ümut und Anw√ľrfe, Merkel und Schavan h√§tten sich ihren Erfolg erkauft! Wie schizophren ist dieses Land eigentlich? Weiterlesen

Scroll To Top