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Vom Einnehmen und Ausgeben

Übers Wochenende ging mir ein Satz nicht aus dem Kopf, der in den letzten Wochen und Monaten wie ein Mantra immer wieder aufgesagt wird, ob es um die deutschen Sozialausgaben oder um die Hilfe für Griechenland geht: „Man kann nur ausgeben, was man vorher erwirtschaftet hat“.

Dies sei angeblich eine Grundweisheit des deutschen Mittelsstands, von dem wir alle die Grundsätze soliden Wirtschaftens lernen sollten. Nur die verantwortungslosen Politiker würden das nicht begreifen und dem dummen Volk dieses Einmaleins der Wirtschaft verschweigen.

Natürlich weiß jeder Mittelständler, dass diese Politiker- und Publizistenweisheit Blödsinn ist. Das Gegenteil ist wahr: man kann nichts erwirtschaften, ohne vorher etwas auszugeben. Deshalb gibt es Banken. Ohne Kredit kein Geschäft. Und das gilt auch für größere private Anschaffungen: Häuser, Autos, Küchen, Flachbildfernseher. Ohne Konsumentenkredit würden die Hersteller dieser Gegenstände auf Warenbergen sitzen bleiben.

Die Frage, die sich der Kreditgeber bei solchen Geschäften macht, ist also nicht: hat der Kreditnehmer das Geld vorher „erwirtschaftet“? Hätte er das getan, bräuchte er den Kredit nicht. Sondern: kann er den Kredit bedienen? Das heißt: stimmt sein Geschäftsmodell? Oder: hat er seine Einnahmen- und Ausgabensituation halbwegs richtig eingeschätzt?

Natürlich – so läuft die Marktwirtschaft – verschätzen sich manche Leute. 2009 zum Beispiel gab es in Deutschland 32.687 Insolvenzen von Unternehmen, davon etwa 99 Prozent mittelständische. Das entsprach einer Quote von 10,1 Insolvenzen pro 1000 Unternehmen (Zahlen: Institut für Mittelstandsforschung Bonn). Deutschland stand damit in absoluten Zahlen an zweiter Stelle in Westeuropa – hinter Frankreich und vor Großbritannien.

Was allerdings den prozentualen Anstieg der Insolvenzen anging, steht Deutschland im Westeuropa-Vergleich gut da. Die Insolvenzrate ist hierzulande ziemlich gleich geblieben. (Den kleinsten Anstieg der Insolvenzen hatte in den letzten fünf Jahren übrigens Griechenland zu verzeichnen.)

Zu den Kosten dieser Insolvenzen habe ich kein aktuelles Zahlenmaterial, aber in einem Artikel aus dem „manager-magazin“ vom Februar 2003, in dem darauf hingewiesen wurde, dass Deutschland in Sachen Pleiten mit einer damaligen Quote von 10,6 Insolvenzen auf 1000 Unternehmen „Europameister“ sei, wird errechnet, dass die damals etwa 40.000 Firmeninsolvenzen an die 590.000 Arbeitsplätze kosteten. Hinzu kamen an die 22.900 Verbraucherinsolvenzen und 21.800 „sonstige“ Insolvenzen. Der „Gesamtschaden“ wird auf 38,4 Milliarden Euro geschätzt. Einen nicht unwesentlichen Teil dieses Schadens –man denke an das Arbeitslosengeld – trägt der Staat, sprich der Steuer- und Abgabenzahler.

Dagegen habe ich auch nichts einzuwenden. Ich habe nur etwas dagegen, wenn Demagogen so tun,  als würde der Mittelstand – oder die Privatwirtschaft allgemein – solide wirtschaften, der Staat aber das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen. Von BP und Banken habe ich mit Absicht nicht gesprochen.

Eine Variante der neuen Sparsamkeits-Rhetorik lautet: „Kein Staat kann auf Dauer mehr ausgeben, als er einnimmt“. Das wisse schließlich jeder Kaufmann. Nun ja, es kommt doch sehr darauf an, was man unter „auf Dauer“, und was man unter „Staat“ versteht. Gerade Staaten können sehr lange immer neue Kredite aufnehmen, solange sie sie bedienen können.

In föderalen Staaten wird zudem anerkannt, dass manche Untergliederungen – Bundesstaaten in den USA, Bundesländer in Deutschland – strukturelle Probleme haben, die „auf Dauer“, sprich auf absehbare Zeit verhindern, dass sie mehr einnehmen als ausgeben. Dann wird aus Solidarität ein Finanzausgleich geschaffen. Das reiche Nordrhein-Westfalen hat jahrelang das arme Bayern durchgefüttert.

Apropos Bayern, und dann soll es gut sein: der ehemalige Israel-Korrespondent der in diesem schönen Bundesland beheimateten „Süddeutschen“, Thorsten Schmitz, zog Ende 2009  unter heftigem Geschimpfe auf seinen bisherigen Wohnort Tel Aviv nach Berlin.

Kaum ein halbes Jahr in der Hauptstadt genügte ihm, um festzustellen, dass auch hier der Wurm drin ist. In Tel Aviv litt Schmitz an der ungehemmten freien Marktwirtschaft, die ihm die Wohnung ins  Unerträgliche verteuerte. In Berlin, Stadt des immer noch halbwegs billigen Wohnraums dank schwieriger Sozialstruktur (die Leute können halt nicht mehr zahlen) und jahrzehntelang subventionierten Wohnungsbaus (mehr ausgegeben als eingenommen), leidet Schmitz am Sozialstaat: „Als Hauptstadt der Stütze ist man es gewohnt, die Hand aufzuhalten“, so der Journalist kürzlich in einem Beitrag auf der Seite Drei der „SZ: „Berlin, Berlin, wir zahlen nach Berlin“.

Schmitz empört sich auch über die 775 Millionen Euro, die Berlin jährlich für die Kultur ausgibt, und hält den Stütze und Opernaufführungen verprassenden Hauptstädtern als Vorbild die 11.000-Seelen-Gemeinde Burgkirchen an der Alz in Bayern hin, die nun in Zeiten klammer Kassen ihre Eissporthalle „Keltenhalle“ schließen muss.

Wir nehmen interessiert zur Kenntnis, dass es in Burgkirchen auf 11.000 Einwohner eine Eissporthalle gibt. Wollte Berlin eine ähnlich großzügige Versorgung seiner Einwohner mit Eissporthallen erreichen, müsste es in der Hauptstadt 31 solche Einrichtungen geben. Ich zähle zehn. Viele werden privat bewirtschaftet, wie künftig wohl auch die Keltenhalle, wie ich der Homepage der Gemeinde Burgkirchen entnehme. Ihr entnehme ich auch, dass die Schuldenlast der Gemeinde 28,4 Millionen Euro beträgt.

Lächerlich im Vergleich zu den 60 Milliarden, die Berlin, Hauptstadt der aufgehaltenen Hand, angehäuft hat. Bis man das herunter bricht auf Schulden pro Kopf: in Burgkirchen 25.818,18 Euro, in Berlin 17.493,17 Euro.

Alles nicht so leicht, wie man sieht.

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32 Gedanken zu “Vom Einnehmen und Ausgeben;”

  1. avatar

    Liebe Frau Groda,

    auch in dem Land mit der Kehrwoche gibt es einen florierenden Gebrauchtmarkt (nicht nur für Elfenbein)

    Ein guter Indikator für second hand Produkte ist z.B. die Ebay-Kleinanzeigen-Seite:

    http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-stuttgart/staubsauger/k0l9280r50

    Es gibt sogar bei den Schwaben einen Verschenkemarkt!

    http://www.stuttgart.abfallspiegel.de

    Soviel zu meinem gebrauchten Elfenbeinturm 🙂

    Was Ihr persönliches Engagement in der Politik betrifft:

    Ich hatte mich lediglich an Ihrer oftmals auftretenden Kritik an den Politiker geärgert:

    Etwa in dem Sinne, die machen doch immer was sie wollen….

    Ohne Bürger-Controlling, soll heißen nicht nur einmal alle 4 Jahre unsere Oberbuchhalter zu überprüfen ist m.E. nicht ausreichend und da stimmen wir doch sicherlich über ein.

    @EJ

    Was Herrn Posener und seine Hinwendung zu Keynes betrifft…

    oftmals wird unterschlagen, dass Keynes nur nur das deficit-spending vorgeschlagen hat, sondern auch auf den Schuldenabbau eingegangen ist.

    Aber dieses wird von Ökonomie-Experten oftmals unterschlagen.

    Und wenn Herr Posener doch auch einmal das Zitat von Milton Friedman aus seiner neoliberalen Schublade herausgebracht hätte:

    There is no free lunch

    Aber diese heilige Kuh wollte er doch wohl nicht schlachten !!

    P.S. Was meine Kritik am Beitrag von Herrn Posener betrifft:

    Ich bin nicht empört, sondern wundere ich mich immer wieder, wie ökonomische Zusammenhänge dargestellt werden.

    Aber jeder ist heute Experte…:-) 🙂

  2. avatar

    @Moritz Berger: Wenn Sie bei anderen Diskutanten von fehlender Bodenhaftung reden, dann muß ich diese bei Ihnen jetzt doch leider ebenfalls konstatieren.
    Auf Ihre simple Frage, warum sich der Konsument, der keine 79,– Euro für einen neuen Staubsauger überflüssig hat, keinen gebrauchten kauft, folgende Antwort. In meiner sehr reichen Region finden Sie seltenst einen gebrauchten Staubsauger, da werfen die Leute einen alten einfach weg. Die Reparatur eines alten ist beinahe unmöglich, weil es niemand mehr gibt, der repariert.
    Und die Märkte,wie z.B. in Polen und Tschechien und Russland, wo man Gebrauchtteile aller Art findet, für ein paar Cent, gibt es leider auch nicht. Sollten Sie etwas auch in einem akademischen Elfenbeinturm leben???

    Ich schreibe zwar hier unter meinem Echtnamen, aber es ist sicher nicht in meinem Sinne, hier meine privatesten Verhältnisse aufzudröseln.
    Trotzdem kann ich Ihnen ernsthaft versichern, daß ich meinem Volksvertreter sehr regelmäßig in die Augen schaue und ihm noch regelmäßiger auf die Zehen trete.
    Was er mir aber nicht mit dem Ausspruch quittiert”Ich schau die in die Augen Kleines”, sondern eher damit” jetzt geht die einem schon wieder auf die Nerven, diese ewige Landplage”. Und das schon seit meinem 16. Lebensjahr.
    Grüße Sie herzlich, und – es kommt nicht auf die Orthografie an, der Inhalt ist wichtig.
    In the heat of the day, Ihre Rita E. Groda

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    @ Moritz Berger

    Poseners Hymne auf den Kredit habe ich ein bisschen anders gelesen als Sie: In meinen Augen hat sich der – Gier ist gut! – extremliberale Erzkapitalist Posener plötzlich und überraschender Weise auf die Seite der zahlreichen, vor allem ausländischen, Kritiker des (angekündigten) deutschen rigorosen Sparkurses geschlagen. Seine Ausführungen zum Konsumkredit, in der er, zu Ihrer Empörung, den Unterschied zwischen Investition und Konsum vernachlässigt, habe ich nicht nur als (in Ihrem Sinne falsche) verdeutlichende Analogie, sondern als ausdrücklichen Hinweis darauf gelesen, dass er sich radikal auf die Seite von Keynes bzw. des deficit spending und der Nachfrageorientierung schlägt.

    Dass Posener einen, ich sage mal: immer auch überaus leicht-sinnigen und subversiven Ton gerade im Umgang mit Heiligen Kühen den Tag legt – mir gefällt das. Dass das „didaktisch“ auch immer zielführend in dem Sinne ist, dass er den Heiligen Kühen tatsächlich die Aura nimmt, kann man allerdings bezweifeln. Vielfach erreicht er wohl gerade das Gegenteil.

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    Ich weiß nicht, ob man prinzipiell keine Kredite aufnehmen sollte. Aber jedenfalls sollte sich niemand von einem fremden Kreditgeber so weit abhängig machen, dass er am Schluss sein Haus oder sein Betriebsvermögen verliert.

    Genau das passierte aber vielen Kleinbauern und Kleinbürgern, die Kredite bei (damals meist jüdischen) Kreditgebern aufnahmen. Für den Kreditgeber war das “So funktioniert Marktwirtschaft”. Für den Kleinbauern/Kleinbürger war es eine Tragödie.

    So ist die von Posener kritisierte Lebensweisheit historisch entstanden – und auch nachvollziehbar, oder?

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    @EJ

    Ist ging mir nicht um die Frage ob Herr Posener blöd ist oder nicht, sondern lediglich darum, dass ich mit Erschrecken tagtäglich feststellen muß, dass unsere Nomenclatura oftmals keine ” Bodenhaftung ” mehr hat und leichtfertig etwas herausblubbert, dass letztlich zu Fehlentwicklungen führt.

    Nehmen das Beispiel von Mr. Alan Greenspan….

    Über welche riesige Mengen Klee wurde er gelobt bis er dann vor einem Jahr selbst schamhaft eingestand, dass er mit seiner wirtschaftlichen Einschätzung daneben lag.

    Der von Herrn Posener kritisierte Satz:

    Man kann nur etwas ausgeben was man vorher erwirtschaftet hat, trifft letztlich auch auf die Immobilienkrise zu die uns in das finanzielle Chaos geführt hat.

    Der Begriff Eigenkapital ist für Herr Posener ein Fremdwort.

    Aber als ausgewiesener Germanist, als Nichtselbständiger, als Journalist hat er eben Lücken in seiner ” Ökonomie “.

    Und da selbst die Ökonomen, siehe Greenspan, auch für Fehler nicht zur Verantwortung gezogen werden….

    Und da wären wir nach Frau Groda wieder bei dem so oft zitierten Königsberger und seinem Verantwortungsbegriff 🙂

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    @ Moritz Berger

    Hm … schwierig! Schwierig!

    Tatsächlich wollte ich sagen, dass Sie ihm hätten glauben sollen, dass er nicht blöd ist. Das hätte Ihnen viele mühsame Erklärungen erspart.

    Aber jetzt meinen Sie, dass Sie von ihm doch besser keinen Gebrauchtwagen kaufen sollten. Und diese (APO-)Nagelprobe zu machen, habe ich bisher tatsächlich versäumt. Wie APO verschiedentlich erwähnt hat, ist er Fo-Fo-Fahrer (Ford-Focus-Fahrer) … So gesehen, muss ich Ihnen dann leider doch wohl zustimmen.

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    @Rita Groda

    Liebe Frau Groda,

    auf der einen Seite appellieren Sie an die Selbstverantwortung jedes Bürgers und dann werfen Sie mir letztlich vor dass ich in Bezug auf den Konsumenten eine etwas andere Position einnehme.

    Ganz banal, wenn ich als Arbeitnehmer (nicht Hartz IV, mit oder ohne Aufstockung)mir nicht einen Staubsauger bar bezahlen kann, dann sollte ich doch überlegen, ob ich mir einen Staubsauger gebraucht kaufen.

    Und noch eine kleine Frage am Rande:

    Sie sprechen soviel von Eigenverantwortung. Gehört es nicht auch zu den Aufgaben und den Pflichten eines jeden Bürgers seinen politischen Vertretern auf die Finger zu schauen, sprich letztlich zu kontrollieren.

    Wenn Sie letztlich nur alle 4 Jahre Ihre Stimme abgeben, glauben Sie tatsächlich, das dies ausreicht?

    Da die Ökonomie Ihr Arbeitsgebiet ist, dürften Sie doch auch wissen dass Sie Ihrer Controller nicht nur alle 4 Jahre kontrollieren!

    Eine sicherlich etwas provaktive Frage:

    Wann haben Sie zuletzt Ihren Bundestagsabgeordneten/ Ihren Landtagsabgeordneten, Ihren Kreistagsabgeordneten kontaktiert und Ihnen Kritik und Verbesserungen vorgeschlagen??

    @Alan Posener

    Lieber Herr Posener,

    haben Sie sich bereits in die interne Zinsfußmethode eingearbeitet?

    @EJ

    herzlichen Dank für den Hinweis auf Ihre Aneinandervorbeireden Komödie

    Nur wenn ich in einem Kommentat von unseren Chefkommentator lese, dass er nicht blöd ist..
    dann frage ich mich schon manchesmal ob seine Urteilskraft auf die sogenannten ” großen Zusammenhänge ” in der Ökonomie nicht etwas getrübt ist, wenn er sich bereits in den Banalitäten des Alltags verstrickt.

    Soll heißen, wer hier einen Hauskauf mit dem Kauf eines Flachbildschirms vergleicht, von dem sollte ich doch besser keinen Gebrauchtwagen kaufen..

    Da gab es doch einmal einen US Präsidenten namens Nixon 🙂

  8. avatar

    Lieber EJ: Ich bin doch gar nicht so streng mit Herrn Posener, im Gegenteil. Mit meinem größeren Abstecher zum alten Königsberger , wollte ich doch gerade wieder den großen Bogen schlagen und das große Ganze, bzw. die Dinge im Zusammenhang betrachten, ganz gemäß meinem erlernten Metier.
    Das Wunderwort unseres Jahrzehnt kann nämlich weder Moral und law and order sein, noch Sparsamkeit und Geiz.
    Zwangsweise muß es sein Verantwortung, zuerst Eigenverantwortung und dann Verantwortung für andere.
    Dazu gehört auch sich schrittweise von freiwilliger, staatlicher Bevormundung und frei zu machen.Langsam muss sich die Bevölkerung unserer Republik wieder daran gewöhnen, daß es tatsächlich ein Lebensrestrisiko gibt., das jeder selbst zu tragen hat.
    Der Staat ist lediglich dazu verpflichtet vernünftige und gerechte Rahmenbedinungen zu schaffen, wie Chancengleichheit in der Bildung, wie die menschliche Würde zu schützen, wozu auch gehört, daß keiner hungern, frieren oder ohne Obdach sein muß. Mehr aber auch nicht.

    Daß einzelne Gruppen in unserer Gesellschaft hemmungslos und ungebremst sich bereichern können, liegt auch daran, daß es für viele Gruppierungen keine Lobby gibt – keiner fühlt sich nämlich mehr für irgendetwas verantwortlich.
    Wenn wir das nicht hurtig ändern, wird es noch teurer für uns, zukünftig.

  9. avatar

    David schrieb: “die Deutschen kennen nur Extremen, entweder extrem euphorisch (wie jetzt bei der WM) oder extrem deprimiert (wie beim Thema Arbeitslosigkeit oder Steuern)”

    Ich denke nicht, daß völkisches Pauschaldenken bei der Thematik “Einnehmen und Ausgeben” weiterhilft. Überhaupt haben völkische Pauschalurteile nur Unglück in die Welt gebracht ;).

  10. avatar

    Moritz Berger: zu Ihrem besseren Verständnis …

    Als ich jung war (und noch eine Mission hatte), habe ich mal einen Text/ Buch über das Aneinander-vorbei-Reden als Tragödie bzw. Komödie unseres Lebens (an allen möglichen Verlagen vorbei) geschrieben. Wie recht ich hatte!

  11. avatar

    @ Moritz Berger: Vielen Dank für die vielen Hinweise. Saturn ist laut Eigenwerbung bereit, den billigsten Vergleichspreis, den man auftreiben kann, zu unterbieten. Mal sehen, wie das dann aussieht. Ich halte Sie ggf. auf dem Laufenden.
    @ Rita Groda: Vollkommen d’accord. Zu jener von Kant geforderten Eigenverantwortung tragen Tipps wie jene von M. Berger – und das Internet als Mittel, sie zu verbreiten – entschieden bei. So gehe ich davon aus, dass sich die Situation im ewigen Kampf zwischen Produzenten und Händlern einerseits, Verbrauchern andererseits, sich gegenwärtig zugunsten des Verbrauchers ändert. Was nicht bedeutet, dass sich der Verbraucher immer richtig oder auch nur rational verhält.

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    “Ausgeben nur soviel, wie man eingenommen hat..”, sagt die (abhängige) schwäbische Hausfrau und der deutsche Mittelständler in dritter Generation. Vom Schlage des „Unternehmers“ im Sinne des Wortes sind solche Leute nicht. Eher Controller, Angestellter oder Transferleistungs-Empfänger, also mit geregeltem Einkommen.
    Ich habe nichts gegen diese Einstellung, wer Schulden hat und keine Idee (um Missverständnissen vorzubeugen: in diese Situation kann jeder kommen), sollte so handeln – das ist vernünftig.

    Im Moment haben wir aber Umbruch. Die klassischen Industrien mit hoher Fertigungstiefe sind in den 90ern verkauft worden, mit hohen Gewinnen, die an den Finanzmärkten verbraten oder vervielfacht wurden – ohne nennenswerten Beitrag zur Volkswirtschaft.
    Daher brauchen wir wieder Leute, die Geld ausgeben, für innovative Gründungen bzw. Produktionsmittel UND Konsum.

    Der Staat, bzw. unsere Volksvertreter – tja die müssten mal mutig sein, Prioritäten setzen und sich trauen, die Lobbyisten zu vergrätzen. Stattdessen lässt man den ach so wichtigen Nachwuchs im Prekariat vergammeln und optimiert stattdessen die Überholspuren für die, die man man für „Elite“ hält.

    Investieren – das wäre jetzt mal eine mutige, kluge und unternehmerische Entscheidung – liebe Betriebswirte, die ihr immer das Land mit einem Unternehmen verwechselt:
    Nein Deutschland ist dennoch kein Unternehmen, dessen Erfolg ausschließlich von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit abhängt – es hat nämlich noch einen Binnenmarkt. Sowas nennt man – richtig, lieber Prof. Hans Werner Sinn: Eine Volkswirtschaft. (Gibt’s das gleichnamige Studienfach eigentlich noch?)

    Ich glaube langsam, wir Deutschen können „Kapitalismus“ nur bei staatlich garantiertem Wachstum von > 5% /a.

    @Rita E. Groda: Richtg. Gut. Danke! Aber sind Sie doch nicht so streng mit Alan Posener. Verbraucherberatung scheint nicht sein Metier zu sein. Er sieht eher die größeren Zusammenhänge. Wie ich. Deswegen lautet auch meine Verbraucherempfehlung für dieses Jahr: Lasst den Flachbildfernseher und fahrt stattdessen nach Griechenland in Urlaub (gesünder ist’s allemal..)

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    Deutsche Schwarzmalerei. Oder wie der deutsche Historiker Berliner und jüdischer Abstammung Veit Valentin (Karriere-Ende in US Library of Congress nach der Emigration in die USA)sagte: die Deutschen kennen nur Extremen, entweder extrem euphorisch (wie jetzt bei der WM) oder extrem deprimiert (wie beim Thema Arbeitslosigkeit oder Steuern)…
    Zu empfehlen sein Buch, das nicht mehr zu finden ist: Geschichte der Deutschen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Valentin

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    “Ich habe mir ein Haus gekauft und denke über den Kauf eines Flachbildschirms nach. Einen wesentlichen Unterschied sehe ich nicht. Klar, das Haus ist (etwas) größer und (hoffentlich) langlebiger, auf jeden Fall teuerer.”

    Der Unterschied ist in dem Fall doch eigentlich klar. Ein Haus ist eine längerfristige Investition, die im Falle guter Instandhaltung, Ausbau und vielleicht guter Lage am Ende sogar gewinnbringend sein kann. Durch Vermietung oder Verkauf und damit auch Investitionsgeschäft ist. Außerdem kann es selbst im Falle eines verfrühten Ablebens des Kreditnehmers oder einer Zwangsversteigerung durch die Bank noch von anderen genutzt werden.
    Ein Fernseher veraltet bei der rasanten Entwicklung der modernen Technik schnell und verliert mit 100 prozentiger Sicherheit seinen Ursprungswert. So kann eine kreditgebende Bank den Kauf eines Hauses wohl als sinnvoller erachten als den eines Fernsehers.

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    @Rita Groda

    der Kreditnehmer muß neue Kredite aufnehmen um seinen Konsum weiter zu befriedigen.

    Da der Kreditnehmer in .de in einer freien Marktwirtschaft lebt.. m u ß er doch nicht neue Kredite aufnehmen??

    Sorry Frau Groda aber Sie vergessen bei Ihrer Betrachtung, dass der Kreditnehmer in .de seit der Finanzkrise eher spart als konsumiert !!

    http://tinyurl.com/2wp6she

    Aber vielleicht meinen Sie andere EU-Länder oder die USA ?

  16. avatar

    Sehr verehrter Herr Berger,
    gegen Ihr Beispiel ist nicht das geringste einzuwenden.
    Sie scheinen nur von anderen Voraussetzungen auszugehen, als ich.
    Kürzlich erlebte ich in einem Supermarkt eine andere Situation. Dort wolle ich selber einen superangebotenen Staubsauger erwerben. War jedoch ein zeitlich größeres Event, da der Fachberater gerade eine Finanzierung eines anderen Kunden erledigte. Es ging bei der Finanzierung dieses Kunden ebenfalls um einen Staubsauger für Euro 79,–.
    Während der langen Wartezeit auf den Verkäufer stelle ich gleichartige Überlegungen an, wie Sie beim Autokauf.
    Die ich dann, nach entprechender Selbstbeschau, gleich wieder als überheblich verwarf. Wenn ein normaler Arbeitnehmer (ein Hatz-Empfänger würde gar keinen Konsumkredit bekommen) schon einen Gegenstand in Höhe von 79,– Euro finanzieren muß, wie knapp muß dann langsam das Geld in den Deutschen Haushalten sein? Und das im reichsten Bundesland der Republik.
    Nach der Krankheitsreform wird sich dieser Kreditnehmer garantiert die Raten für den Staubsauger auch nicht mehr leisten können.
    Übrigens habe ich heute schon Stimmen von”Bedürftigen” gehört, die meinten, sie würden sich schämen, als “bedürtig” zu gelten und zum Staat zu gehen. Gut spekuliert, Herr Rössler!!

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    @Alan Posener: Erinnern Sie sich noch?

    In einem Aufsatz der Berlinischen Monatszeitschrift, dem führenden Organ der deutschen Aufklärung, beantwortet Immanuel Kant 1784 die Frage “Was ist Aufklärung?”:
    “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu
    bedienen. ‘Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen
    Verstandes zu bedienen!’ ist also der Wahlspruch der Aufklärung.”
    Darum dreht sich tatsächlich nicht nur unsere Debatte
    hier, darum dreht sich auch die Spardebatte unseres Staates.
    Hätten unsere sehr verehrten Volksvertreter A. Smith, oder den alten Charly Marx gelesen, wäre ihnen bekannt gewesen, daß man in Zeiten der Hochkonjunktur (an)sparen muß und in den schlechten Zeiten investieren und konsumieren. Unsere Volksvertreter haben beharrlich am unbegrenzten Wachstumsgedanken festgehalten und das, m.E. in durchaus volkstäuschender Absicht. Dafür müßen wir jetzt doppelt bezahlen, nur damit wir zukünftig überhaupt noch etwas zu verdienen und zum Konsum haben.
    Ökonomische Realität, umumkehrbar.
    Konsumentenkredite sind eine grundsätzlich gute und nicht zu verdammende Angelegenheit – aber nur, wenn die Optionen und Vertragsbedinungen stimmen. Steigen die Lebenshaltungskosten, Sozialabgaben usw. extrem, so wie momentan (Krankheitsreform), bleibt dem Kreditnehmer weniger Geld zum Konsum, die Binnenwirtschaft leidet weiter, bzw. der Kreditnehmer muß neue Kredite aufnehmen um seinen Konsum weiter zu befriedigen. Wohin das führt hat uns die Finanzwelt erst kürzlich dramatisch vor Augen geführt.
    Kant sprach von der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Für mich würde das heißen, mich weder auf die Empfehlungen und Versprechungen eines Staates, noch von Finanzexperten zu verlassen, sondern eigenverantwortlich, wie auch gesellschaftspolitisch zu handeln, ob es dabei um das Sparen geht, oder die Kindererziehung.

  18. avatar

    Lieber Herr Posener,

    da ich vermute, dass Sie zur Generation 50plus gehören trifft auf Sie die PISA Studie nicht zu.

    Aber ich gestehe:

    Auch ich habe Schwierigkeiten mit der Prozent-, der Zins,- und der Zinseszinsrechnung.

    Und wenn ich den internen Zinsfußberrechnen soll ogottogott 🙂

    Aber es gibt ja mittlerweile hervorragende Webseiten zur Nachhilfe:

    http://www.mathepower.com/

  19. avatar

    @Alan Posener

    Lieber Herr Posener,

    Ratenzahlung auf Null Prozent Zinsen….

    Sind Sie denn tatsächlich so naiv zu glauben Saturn gibt Ihnen etwas zu Null:-9

    Man merkt, dass Sie etwas nicht so sehr mit der praktischen Ökonomie haben…

    Geiz ist geil und verklärt die normale Intelligenz.

    Denn Saturn hat in Ihrer Kalkulation die Null Prozent mit einkalkuliert.

    Machen Sie es doch einmal anders herum und sagen Sie möchten gerne bar bezahlen. Wie dann der Preis wäre?

    Bei Ihrer Handlungsweise fällt mir nur der berühmte Us Ökonom Milton Friedman ein, der einmal sagte:

    There is no free lunch

    Und ein praktischer Tipp am Rande:

    Googeln Sie einfach das angebotene Modell von Saturn

    z.B.

    http://tinyurl.com/32k9mpb

    mit einer Preisvergleichwebseite:

    http://tinyurl.com/363dpnj

    Falls Sie noch die Prozentrechnung, bzw. die Zinsberechnung kennen sollten 8alles in Wikpedia zu finden)würde es sich vielleicht sogar noch lohnen Ihren Flachbildschirm über Ihren Kontokorrentkredit bei Ihrer Bank zu finanzieren.

    Ich darf Sie zusätzlich noch beruhigen auch Geschäftspartner von mit haben sich ein Auto gekauft…zu Null Prozent Zinsen denn ich bin doch nicht blöd 🙂

    Vielleicht zu Ihrer Unterstützung dieser Wikipediaeintrag:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Skonto

    Sorry sonst schätze ich Ihr know-how aber mit Ihrer ” Kalkulation ” hätte Sie in meinem Unternehmen einen Bock geschossen 🙂

    P.S. Saturn verlangt für das Modell

    Sony KDL-32BX400 499 €

    der von mir auf die Schnelle ermittelter niedrigster Preis im www liegt bei ca. 429 €

    Bei Karstadt lag das Modell Ende Mai bei 379€ !!

    http://www.mydealz.de/13442/sony-kdl-32-bx-400-fuer-379e/

    Nun rechnen Sie doch bitte einmal Ihrer Frau vor wer hier blöd ist….:-)

  20. avatar

    @ Drumhead: Nomen est omen. Dass Ausgaben für die Sozialpolitik keine Investitionen seien, würden Sie nicht sagen, wenn Sie Kidn aus einer armen Familie wären, das dadurch erst Zugang zu Bildung – und damit zu späterer produktiver Tätigkeit – erhält. Hier muss man wohl differenzieren. Am Ende kann eine solche Investition mehr bringen als – sagen wir – eine Autobahn.
    @ Moritz Berger: Und ob ich meinen Flachbildschirm auf Kredit kaufe! Bei Saturn gibt’s nämlich Ratenzahlung mit Null Prozent Zinsen. Ich bin doch nicht blöd!

  21. avatar

    Moritz Berger Hinweis für den unterbezahlten 🙂 Chefkorrespondenten bei der Welt

    Der Mann ist Journalist. Der will natürlich möglichst großformatig flach gucken.

  22. avatar

    Lieber Herr Posener: Jetzt dachte ich doch tatsächlich ich hätte genau und deutlich gemacht, warum die kleineren Gemeinden sparen können. Weil sie z.B. keine solchen Infrastrukturen schaffen müssen, wie Großstädte, wie Berlin und Bremen.
    IN BW kommt beispielweise noch “erschwerend” hinzu, daß bei kleineren Gemeinden mit gesundem Mittelstand die Gewerbesteuereinnahmen nicht so extremen Schwankungen unterliegen, wie Großstädte und Industriestandorte, wie z.B. Untertürkheim, oder Sindelfingen, wo Großkonzerne
    Verlustvorträge machen können.
    Sie haben das schon recht ordentlich gemacht, mit Ihrem Kommentar. Die Materie ist aber tatsächlich inzwischen so kompliziert, daß selbst die Fachidioten keine konkreten Vorausplanungen mehr abgeben können. In einem normalen Artikel schafft es selbst der kompetenteste Journalist nicht, alle relevanten Faktoren auch nur zu streifen.
    War nicht als Kritik gemeint, mehr als Anregung.

  23. avatar

    @Alan Posener
    “Ohne Kredit kein Geschäft. Und das gilt auch für größere private Anschaffungen: Häuser, Autos, Küchen, Flachbildfernseher. Ohne Konsumentenkredit würden die Hersteller dieser Gegenstände auf Warenbergen sitzen bleiben.”

    Zu dieser Aussage noch ein kleiner Kommentar.

    Ohne Konsumentenkredit würde es keine Warenberge gäben.

    Denn welcher Unternehmer produziert Warenberge ohne eine Chance auf einen Absatz zu haben!

    Das ist im übrigen auch das kleine Einmaleins der BWL.

  24. avatar

    Hier der Hinweis für den unterbezahlten :-)Chefkorrespondenten bei der Welt:

    http://tinyurl.com/344kf59

    Den Satz verstehe ich allerdings nicht:

    “Das heißt, man spart, während man bereits genießt.”

    Zwischen einem Hauskauf >300.000 € und einem Flachbildschirm mit < 500 € besteht doch wohl ein kleiner Unterschied.

    Aber die vielen Nullen in diesen Monaten führen letztlich wohl auch dazu, dass man diese beiden Investitionen gleichsetzt. 🙂

    Wie war das noch mit den Äpfel und den Birnen :-)??

    Und was Röpke betrifft:

    Ich habe nicht geschrieben , dass er mit seiner Aussage Recht hat!

    Nur aufschlußreich ist es letztlich für mich dass auch neoliberale Ökonomen wie Röpke solche Betrachtungen zu Konsumkrediten angestellt haben.

    Das Zitat findet sich auf Seite 123 der erwähnten Publikation und stammt aus der Veröffentlichung:

    Röpke,W. Borgkauf im Lichte sozialethischer Kritik,Köln/Berlin 1954 S.12 ff

    Natürlich haben Sie Recht mit Ihrer Aussage, dass letztlich der Konsumentenkredit den Konsum erhöht hat.

    Aber ob dies tatsächlich immer so gut ist, darüber können wir sicherlich hier noch diskutieren.

    Die Immobilienblasen in Spanien und Portugal und auch in Großbritannien und den USA haben letztlich auch zu dem Finanzchaos geführt, dass wir heute vorfinden.

    Im übrigen, wollen Sie uns hier weismachen, dass Sie Ihren Flachbildschirm hier auf Kredit kaufen ???

    Es erinnert mich an Geschäftsfreunde, die mir auch erzählten, dass Sie ihr Auto mit einem 0% Kredit beim Autohändler gekauft haben !!!

    Und was den Hauskauf betrifft:

    Wieviel % Eigenkapital haben Sie wohl für Ihr Haus bereitstellen müssen???

  25. avatar

    Der Unterschied zwischen Bundeshaushalt und Mittelstand ist allerdings, dass Mittelständler in der Regel 100prozentig haften für ihre Kredite und mit ihrem Privatvermögen dran sind, wenn sie sie nicht bedienen können. Der Satz mit dem Erwirtschaften ist auch deshalb nicht falsch, weil gerade Ausgaben in der Sozialpolitik keine Investitionen sind, sondern konsumiert werden. Und schließlich muss der Staat das Geld für Sozial-Garantien in der Tat erst einnehmen, erwirtschaften. Das hierzulande gängige Prinzip ist ja, wir beschließen, dass es allen Menschen gut gehen soll, und dann muss auch das Geld dafür da sein. Leider ist es das mitunter nicht. Es ist ein wenig so, als würde bei den Steinzeit-Jägern einer erklären, dass er erst essen muss, um zur Jagd gehen zu können. Und da sind wir dann wieder beim Erwirtschaften…

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    @ Rita E. Groda: Hochinteressant. Man würde gern wissen, wie die kleinen Gemeinnden das schaffen. Wahrscheinlich, indem sie so gut wie keine kommunalen und vor allem sozialen Aufgaben übernehmen müssen, anders als größere Gemeinden und Städte. Der Vergleich zwischen Burgkirchen und Berlin (zu Ungunsten Berlins) stammt nicht von mir, sondern von Schmitz. Ich habe nur einiges von dem, was der Kollege schrieb, zurecht oder ins richtige Licht – rücken wollen.
    @ Milchmädchen: Finden Sie das doch heraus und posten Sie das hier. Vergessen Sie nicht hinzuzufügen, was Sie daraud für Schlussfolgerungen ziehen!
    @ Moritz Berger: Ich habe mir ein Haus gekauft und denke über den Kauf eines Flachbildschirms nach. Einen wesentlichen Unterschied sehe ich nicht. Klar, das Haus ist (etwas) größer und (hoffentlich) langlebiger, auf jeden Fall teuerer. (Wenn Sie übrigens eine Quelle haben, wo es Flachbildschirme für 500 Euro gibt, posten Sie das bitte hier!) Aber im Prinzip gilt: beides wird nach dem Kauf abbezahlt. Das heißt, man spart, während man bereits genießt. Was ist dagegen zu sagen? Sollte Röpke das gesagt haben, spricht das gegen ihn, nicht gegen den Konsumentenkredit. Denn wie gesagt: ohne die Bereitschaft der Konsumenten, auszugeben, was sie nicht erwirtschaftet haben, würden die Produzenten und der Handel erheblich weniger erwirtschaften. Demnächst mehr zu diesem Thema.

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    Wie kann man Investitionen für Häuser mit investitionen für Flachbildschirme vergleichen 🙂

    Soll heißen, wenn ich eine Summe von 500 Euro nicht erwirtschaften kann, soll heißen sparen, nun ja …..

    Konsumentenkredite wurden in Deutschland erst in den 50iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingeführt.

    http://tinyurl.com/3a3s5ml

    Interessant ist das Zitat von Wilhelm Röpke zu Konsumentenkrediten:

    Der Kreditnehmer sei unordentlich, leichtfertig und mit dem Makel des auf Kosten der Übrigen Schmarotzenden behaftet.

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    Alan Posener schrieb: “Bis man das herunter bricht auf Schulden pro Kopf: in Burgkirchen 25.818,18 Euro, in Berlin 17.493,17 Euro.”

    Interessant wäre es allerdings noch das in Relation zum Steueraufkommen pro Kopf und Jahr zu setzen.

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    @Alan Posener: Da Sie sich nun gerade auch auf meinem Fachgebiet breit machen (nicht böse gemeint), möchte ich ein paar andere Daten hier zur Diskussion stellen.
    Außer z.B. der Stadt Düsseldorf, gibt es auch in BW immer mehr schuldenfreie Gemeinden.
    Wenn Sie einmal die Statistiken richtig lesen, werden Sie feststellen, daß die meisten Gemeinden, zumindest in BW, unter 5.000 EW, schuldenfrei sind. Bei den relativ hoch verschuldeten Gemeinden in BW handelt es sich beinahe ausschließlich um Industriestandorte, Gemeinden mit mehr als 10.000 EW, die total andere Voraussetzungen und Infrastrukturen schaffen müssen, als z.B. kleinere Orte in BW die schuldenfrei sind, seit 2009, wie die Stadt Weinsberg, Engen, Bietigheim-Bissingen usw.
    Hingegen die Hauptstadt zwischen Hängen und Würgen, Pardon, zwischen Hängen und Reben, Stuttgart, hat die höchste Verschuldung im Land, was wiederum auf meine vorigen Ausführungen zurückzuführen ist.
    Ihre Zahlen sind zwar korrekt, lieber Posener, einige Zusammenhänge, was Bund und Länder betrifft, haben Sie aber unterschlagen.

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