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Deutschland qualmfrei!

Eine überwältigende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hat sich jüngst per Volksentscheid in Bayern für rauchfreie öffentliche Gaststätten und Restaurants ausgesprochen. Gut so! Andere Bundesländer sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Doch warum soll das Verbot nur in der Gastronomie gelten?

Wer an diesen heißen Tagen in Berlin ein öffentliches Freibad oder einen öffentlich betriebenen Bade-See aufsucht, stolpert über Dutzende von „Kippen“ auf Wiese und Strand. In Gegenwart von (eigenen) spielenden Kindern wird geraucht wie daheim. Der Nichtraucherschutz muss ausgeweitet werden, auch um spielende Kinder vor den Kippen der Erwachsenen zu schützen.

Die Begründung der bisherigen Rauchverbote in der Gastronomie mit der Notwendigkeit des Arbeitsschutzes greift zu kurz. Es geht, gerade in öffentlichen Einrichtungen unter freiem Himmel, vor allem um Umwelt- und Kinderschutz. Rauchende Erwachsene sind negative Vorbilder, verschmutzen die Natur und beeinträchtigen die Gesundheit der (eigenen) Kinder. Vor allem die jüngsten Mitglieder in unserer Gesellschaft sollten uns genauso viel wert sein wie arbeitende Kellnerinnen und Kellner. Ihre Zukunft sollten wir nicht vernebeln. Eine rauchfreie Republik würde nicht zuletzt auch der öffentlichen Ästhetik zugute kommen.

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16 Gedanken zu “Deutschland qualmfrei!;”

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    Ein wichtiger Punkt ist in der Debatte noch gar nicht angesprochen worden – und zwar die eigene Wohnung.

    Als (relativ) militanter Nichtraucher kann ich mit der Niedersachsenregelung ganu gut leben. In Restaurants ist das Rauchen verboten, in Eckkneipen dagegen erlaubt. Das sind klare Regeln, und ein komplettes Rauchverbot in jedem Lokal ist nicht erforderlich.

    Was aber ist, wenn der Nachbar raucht? Dann zieht der Qualm über den Balkon oder das offene Fenster in meine Wohnung. Wir wohnen in einem Reihenhaus, alles wunderbar. Im Winter ist nebenan ein Raucher-Ehepaar eingezogen, die bei Wind und Wetter auf der Terrasse sitzen und Kette rauchen. Der Qualm zieht zu uns rüber, und wir dürfen den Gestank dann auf unserer Terrasse, in unserem Wohnzimmer riechen.

    Hier wären gesetzliche Regelungen viel dringender (zumal ich in der Nachbarschaft weitere „Opfer“ von -anderen- Rauchern kenne). Aber wie sollen die Regelungen aussehen? Schwierig, eine für alle Seiten gangbare Lösung zu finden.

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    @EJ
    Sie sagen: „Selbstverständlich könnte man beispielsweise über eine Gesundheits-/ Risikoabgabe auf jedes Gramm Tabak reden. Ebenso über eine Gesundheits-/ Risikoabgabe auf Alkohol.“

    Ich wollte hier nur darauf aufmerksam machen, daß die Entscheidungsgrundlage für solche Maßnahmen meiner Mainung nach nicht so tragfähig ist, wie allgemein wahrgenommen. Und das wir deswegen eine gewisse Streubreite unvernünftigen menschlichen Verhaltens trotz volkswirtschaftlicher Erwägungen akzeptieren und verteidigen sollten.
    „Vernunft“ ist gut, aber gepachtet hat die keiner.
    Das ist der Teilaspekt, wo ich eher sensibel bin.

    Sie sagen weiterhin:
    „In den – s.o.: irrational willkürlich herausgegriffenen – Rauchern wird nicht ein irgendwie substanziell und/ oder funktional definiertes abweichendes Verhalten geächtet, sondern abweichendes Verhalten schlechthin.“

    Da teile ich durchaus Ihr Unbehagen, wenn abweichendes Verhalten (hier vom Gesundheits-Mainstream) aus ästhetischen Gründen abgelehnt wird.
    Überhaupt: Ästhetik – wer mir davon zuviel redet, ist mir auch suspekt (z.B. -> Leni Riefenstahl, Deutschland sucht das Supermodel usw…)
    Was ist ästhetisch, das naturnahe? Wer definiert das überhaupt?
    Der Jazzkritiker Joachim Ernst Behrendt ist in seinem Buch „Ein Fenster aus Jazz“ auch bereits an der Frage gescheitert, als er die klare und stark an der herkömmlichen Harmonik orientierte Musik der Pianisten Chick Corea und Keith Jarett als „faschistoid“ bezeichnete, was vielleicht gleichzeitig richtig und falsch ist. Aber ich denke, die Absicht, die hinter dem Handeln steckt, zählt. (Ausgrenzung des anderen?)
    Andererseits habe ich mir das Rauchen dadurch abgewöhnen durch ästhetische Betrachtungen (müffelige Kleidung, Wohnung, Atem) abgewöhnen können..
    Demnächst auch ein Knoblauch mehr?…Schwierig, das ganze..
    So, wieder was gelernt und ich glaube Ihren Standpunkt verstanden zu haben – derweil einiges liegen geblieben – trotzdem jetzt 1.Garten dann 2.Schwimmbad mit Sohn (fürs Geschäft ist die Nacht ja auch noch ein Tag..)

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    @EJ: Wie es um positive Gleichschaltung des Liberalismus bestellt ist, sowie der „positiven“ Verwendbarkeit, bzw. Manipulierbarkeit unserer sog. Wissenschaft, ließ sich gestern bei der Veröffentlichung einer Studie über Komasaufen bei Jugendlichen ersehen.

    Ebenso, wie unverantwortlich wissenschaftliche Wertungen unser Gesellschaftgefüge beinträchtigen. Im Grundtenor war es „ein großer Erfolg“, daß Jugendliche, auch unter 16 Jahren, nur noch durchschnittlich 2Mal in der Woche zur Flasche greifen.Von der Wisschschaft wurde ein täglicher Konsum von, glaube ich, 8o g Alkohol, als Schwellenwert des Alkoholikers festgelegt.

    Wie KJN schon erwähnte, diese Kids wachsen tatsächlich ohne negative Vorbilder auf, denn m.E. werden durch die positive Bewertung negativer Auswirkungen, die negativen Vorbilder, nämlich auch Eltern, die social drinking usw. als gesellschaftsfähig vorleben, geschützt und negiert, nicht die Kinder.

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    @ KJN
    Offenbar leben wir in verschiedenen Welten/ Diskussionen. Um Vernunft, Wissenschaft und dergleichen geht es bei dem geforderten Verbot doch gerade nicht.

    Ich gehe mal davon aus, dass das Problem der Fremdgefährdung durchs Rauchen mit dem ersten Schub von Rauchverboten erledigt ist, Nachbesserungen nicht ausgeschlossen. Jetzt geht es um Selbstgefährdung und Selbstschädigung durch Rauchen, ausschließlich.

    Nach welchen gängigen Maßstäben ist „die Allgemeinheit“ von der Selbstgefährdung und Selbstschädigung bestimmter Risikogruppen betroffen?

    Ich kürze ab: Selbstverständlich könnte man beispielsweise über eine Gesundheits-/ Risikoabgabe auf jedes Gramm Tabak reden. Ebenso über eine Gesundheits-/ Risikoabgabe auf Alkohol. Bestimmte Sportarten könnten mit einer Gesundheits- Risikoabgabe belegt werden, ebenso Lebensmittel ab einem festgelegten Zuckergehalt und Gehalt bestimmter Fette usw. usf. Der Fantasie sind in diesem Zusammenhang kaum Grenzen gesetzt.

    Ziel: Die Abdeckung diverser fahrlässig in Kauf genommener Risiken erfolgt durch die Risikogruppen selber. „Die Allgemeinheit“ ist mit der Abdeckung bestimmter selbstgewählter Risiken nicht zu belasten! Prinzipiell. Bei knappen Kassen zumal.

    Sicher, ein solches Verfahren provozierte langwierige politische Auseinandersetzungen, entspräche aber unseren Prinzipien und bereits gängiger Praxis.

    @ KJN @ Rita E. Groda

    Was wir im Augenblick erleben, ist aber etwas ganz
    anderes als das oben skizzierte Verfahren.
    Es ist ja nicht mal so, dass mit dem tendenziell
    generellen Rauchverbot – „Deutschland rauchfrei“ – eine bestimmte Moral (eine Variante des Selbstmordverbots) durchgesetzt werden soll. Auch das wäre schon Übergriff. Aber nicht mal darum geht es, wie das Beispiel Alkohol (etc.) demonstriert.

    In den – s.o.: irrational willkürlich herausgegriffenen – Rauchern wird nicht ein irgendwie substanziell und/ oder funktional definiertes abweichendes Verhalten geächtet, sondern abweichendes Verhalten schlechthin. Tiefes Unbehagen bricht sich da Bahn. Wendet sich gegen Selbstverfügungsrechte, gegen mentale Reserven, Verweigerung und Negation. Die „negativen Vorbilder“ (Dettling) müssen weg. Der Liberalismus – Wir haben die Schnauze voll! – wird „positiv“ gleichgeschaltet.

    Dettlings „öffentliche Ästhetik“ findet nicht zufällig am Badesee statt, in entpolitisierend gereinigter KdF-Fröhlichkeit. Es ist gar nicht nötig, sich Dettlings Kinder als unschuldig planschende blondbezopfte kleine Mädchen vorzustellen. Sie werden – Fanfaren! – in einem Deutschland ohne negative Vorbilder aufwachsen.

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    EJ: Jetzt habe ich mir mal wieder mein tägliches Deputat an Fröhlichkeit bei Ihnen angeholt. Das mit den wertkonservativen Grünen und der Sonnwendfeier war wirklich gutErnst beiseite, Sie haben Recht. Mir ist bei dem kürzloch letzten Kurswechsel der LIBERALEN erst wider aufgefallen, wie schnell man denen Angst machen kann. Und das sollten wir auch konsequent tun.
    Ich überlege mir ganz ernsthaft ob man, gerade bei z.B. der Krankheitsreform den Spieß nicht einmal umdrehen sollte. Es gab, was völlig legal und partiell berechtigt ist, jetzt genug Streiks bei Ärzten, Krankenhäusern usw.
    Was würde passieren, wenn z.B. alle Versicherten, mit Ausnahme chronisch Kranker, einmal 4 Wochen die Ärzte und Apotheken bestreiken?
    Wahrscheinlich kommt mir jetzt gleich ein lobbysierter Jurist mit „Volksverhetzung“. Egal, der Gedanke gefällt mir. Mir geht es nicht nur um das Rauchen, noch mehr um Freiheit und Freiräume.

    KJN: So ist es. Aber nicht nur protestantisch und faschistisch. Ebenso katholisch, denn seit vielen Jahren fühlen sich auch katholische Bischöfe berufen, die katholischen Raucher von der Kanzel herab zu beleidigen, was dann auch bei Nichtrauchern, wie meinem Bruder, zum türenknallenden Verlassen des Doms führt, bei allem Respekt vor dem lieben Gott.

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    @EJ
    das mit „protestantisch“ war jetzt eigentlich gar nicht so ernst gemeint, eher selbstironisch. (Es gibt einen arbeitsam – eifernd – protestatischen Zweig in meiner Familie, aber woher sollen Sie das wissen..)
    Jedoch meine ich, daß der Begriff „Faschismus“ nicht überstrapaziert werden sollte, weil er sonst „stumpf“ wird. Angesichts der Auswirkungen von Faschismus in Deutschland/Europa ist der Gebrauch des Begriffs im Zusammenhang mit Rauchverbot absurd.
    Faschismus ist immer noch so was wie institutionalisierte Ausgrenzung von (oder Gewalt gegen) Menschen aufgrund von Eigenschaften oder Zugehörigkeiten, die sie nicht beeinflussen können. (Es gibt sicher klügere Leute, als mich, die den Faschismus unter Berücksichtigung der genannten Merkmale treffender definieren können, bitte um diesbezügliche Hinweise..)
    Ihr Beispiel mit den Schwulen stimmt also, das mit den Rauchern unter dieser Prämisse nicht, denn sie können ja theoretisch aufhören.
    Aber die Menschen unter dem Diktat einer „Vernunft“, die sich auf kaum vergleichbare und wenig übertragbare Interpretation von Medizinstatistik und Zellbiologie bezieht, in ihrer persönlichen Freiheit zu beschränken, hat etwas religiös-eiferndes. (@die mitlesenden Anti-Raucher-Aktivisten: Bitte keine Links zu Fotos von geöffneten Raucherlungen posten, sonst poste ich Fotos von Helmut Schmidt zurück). Das Sicherheitsbedürfnis des Wohlstandsmenschen führt zu einer Wissenschaftsgläubigkeit die der Tragfähigkeit der wissenschaftlichen Aussagen keineswegs angemessen ist. (Gurtpflicht, Fahrradhelme, BSE, Nervenschädigung durch PCB, Vogelgrippe, Schweinegrippe, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen..)
    Wenn man dann noch etwas Einblick in die Strukturen und Hierarchien des Wissenschaftsbetriebes erhalten hat, kommt man durchaus zu dem Schluss, daß es mit der Ergebnisoffenheit von wissenschaftlichen Untersuchungen nicht so weit her ist, wie wir alle wünschen. Ich behaupte auch, die Aussagekraft von naturwissenschaftlichen Studien ist oft nicht so hoch, wie nach außen dargestellt. Wir haben es – siehe menschengemachter (?) Klimawandel – mit spätscholastischer, also nicht ergebnisoffener Logik zu tun.
    Dies ist durchaus eine ernst zu nehmende Bedrohung der Freiheit außerhalb von Faschismus.
    Ich schrieb es bereits in einem anderen Post in diesem Blog: Wir haben aber nun keine andere Wissenschaft, also müssen wir nolens volens danach handeln.
    Da aber nun die wissenschaftlichen Ergebnisse erhebliche Unsicherheiten bergen, kommt dem Freiheitsbedürfnis des Einzelnen gerade heute besondere Bedeutung in der Gesellschaft zu und muß unbedingt verteidigt werden.
    Inwieweit mir letzteres ein Anliegen ist, inclusive eben auch Ihrer Meinung, können Sie anhand der Länge dieses Beitrages und meines sonstigen freizeitlichen Engagements an dieser Stelle ermessen.

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    laber rhabarber,
    ich kann dieses scheinheilige und verlogene nichtrauchergedöhns schon nicht mehr hören.
    warum knöpfen sie sich eigentlich nicht die autofahrer vor? klar, damit kann man im mainstream nicht punkten! aber wenn ihnen der „gesundheitsschutz“ soooooo wichtig ist, dann können ihnen doch die 4 bis 5000 verkehrstoten jährlich und ca. 400.000 verletzten – vom kratzer bis zur querschnittslähmung – nicht egal sein!?! inklusive der asphaltierten landschaft, zubetonierter städte und der belastung für die umwelt . . . aber mit dem thema kann man hierzulande nicht punkten, beim auto hört die freundschaft und der gesundheitsschutz auf, auch und gerade für alle „taliban“ unter dem gesundheitsfanatikern. verlogenes, heuchlerisches geschwätz. sie palavern vor allem dem zeitgeist hinterher und wo raucher unter sich sind bzw. in freier natur, geht es sie einen feuchten dreck an, was sie rauchen oder nicht rauchen, ob sie ihre gesundheit damit ruinieren oder nicht! übrigens brauchen sie auch keine raucherkneipe mit ihren blagen besuchen oder können ihnen bei gelegenheit, auch einfach die augen zu halten. das erspart den kleinen eine postraumatische persönlichkeitsstörung im späteren gesunden leben.

    ihre ganze argumentation ist einfach nur feige, wenn sie sich nicht auch auf die themen oder bereiche stürzen, die unpopulär und nicht mehrheitsfähig sind. versuchen sie es doch einmal mit dem fußball!?! entgegen allen annahmen ist es besonders dieser massensport, der drastische gesundheitskosten verursacht, weitaus mehr als jede extremsportart. wirklicher „gesundheitsschutz“, wäre er denn ernst gemeint, müsste so was von unpopulär sein und gegen mehrheiten schwimmen. aber da hört des öko- und gesundheitsspiesser zivilcourage auf, da kneift er das schwänzchen ein und grummelt nur leise vor sich hin – bis sich irgendwann einmal die mehrheitsverhältnisse drehen und er sich wieder forsch vortragen kann.

    grüß gott noch

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    @ KJN

    Ob Sie das „protestantisch“ nennen oder ich von „faschistisch“ spreche – es geht beim Verbot von Raucherkneipen darum, dass geächtet wird, was erwachsene Menschen in gegenseitigem Einvernehmen hinter verschlossenen Türen miteinander tun – das ist „Politik“ nach dem Modell der uralten Schwulenhatz.

    Das wendet sich gegen Freiheitsräume, die wir mühsam über Jahrhunderte erobert und eingefriedet haben.

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    @EJ:
    „…wenn man die irrational populistische Gehässigkeit betrachtet…“

    Irrational ist das Denken von Süchtigen. Dieses gaukelt dem Abhängigen vor, seine kontinuierliche Selbstvergiftung mit Blausäure wäre eine Art selbstloser Freiheitskampf. Für nicht wenige Raucher endet dieser Glaube im Dialysezentrum, dreimal wöchentlich Blutwäsche wegen kaputtgerauchter Nieren.
    Andererseits – hätten die 30 Prozent Raucher tatsächlich so eine liberale Staatsauffassung, hätten wir nicht den sozialistischen Versorgungsstaat, den wir haben.
    Es ist halt nur ein zum Himmel stinkender Selbstbetrug…

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    @EJ
    „..um ein bisschen entlastende (faschsistische) Ordnung.“

    Protestantisch, nicht faschistisch – das ganze kommt aus USA..
    Gefährlich wird das Ganze aber, wenn’s mit deutscher Gründlichkeit, inclusive ausgeprägter Sozialkontrolle, umgesetzt wird.

    „Angloamerika“ hat wenigstens noch Autoren, wie Huxley und Orwell hervorgebracht, die die totalitären Tendenzen in modernen Gesellschaften voraussahen..

    Was zur Entlastung: Friedman (n24) führt die Geisteshaltung des selbsternannten Gesundheitsmissionars Sebastian Frankenberger vor. Sowie die durchweg sympathische und integer wirkende Lobbyistin der Zigarettenindustrie!

    http://www.n24.de/news/newsite.....oplay=true

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    Rita E Groda: man braucht gar nicht mehr rein hauen

    Doch, doch. Um’s Reinhauen geht’s. Da kommt noch was!

    Dass das jetzt wieder auf die Tageordnung kommt, ist kein Zufall. Die überforderten, krisengeschüttelten, verbitterten Neoliberalen wenden sich gegen den Liberalismus als unerwünschte – vermeintlich linke – kulturelle und gesellschaftliche Begleiterscheinung des Kapitalismus. Ohnehin schlug das neoliberale Herz schon immer rechts. (Dass es sich mit „wertkonservativen“ grünen Naturanbetern verbünden kann, die bekanntlich auch schon mal Kniebundhosen und Strümpfe mit Rombenmuster trugen und an den Externsteinen die Sommersonnenwende feierten, passt durchaus.)

    Schauen Sie sich an, was unsere neoliberalen Vordenker vor 5 Jahren noch geschreiben haben! Als sie noch Oberwasser hatten. Und wie sie jetzt stumm verbissen unter der Katastrophe über den Boden kriechen, ohne zugeben zu können, welchen Mist sie gebaut haben! Das bleibt nicht ohne Folgen. Über Jahre wie die Gockel rumstolziert, stecken die die Demütigung nicht einfach weg. Dazu fehlt ihnen das Format.

    Das sinnt auf Rache, das will sich schadlos halten.

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    EJ: ….“ist ein erziehungsdiktatorischer Übergriff. Und nur ein harmloser Anfang für viele weitere denkbare Verbote, scheint’s, wenn man die irrational populistische Gehässigkeit betrachtet, mit der das Verbot betrieben wird.“

    Könnte man tatsächlich nicht besser formulieren. Man muß tatsächlich nicht einmal Raucher sein, um Ihre sehr scharfsinnigen Ausführungen zu unterstreichen.

    Wie scheinheilig unser sog. Staat ist, in dieser Angelegenheit, wurde noch gar nicht richtig angesprochen. Da sacken diese scheinheiligen Heiligen unserer Volksvertreter Milliarden an Steuern von den“Volksschädlingen“ den Rauchern ein, um sie im gleichen Atemzug als Kriminelle zu diffamieren.
    Während jeder Alkoholiker ungezählte Male auf Kosten der Versichteren einen Entzug machen kann.
    Alkoholismus ist ebenso eine Krankheit, bzw. Sucht wie Rauchen.
    Nur, um mal so zynisch, wie unsere Politiker zu sein – Raucher haben keine mehrmalige Entwöhnungskur verdient, sie sterben norfalls einfach weg, während Alkoholiker gerne Frauen und Kinder prügeln dürfen, in betrunkenem Zustand Menschenleben vernichten (Straßenverkehr) und einfach arme und bedauernswerte Kranke sind, hingegen Raucher willensschwache Kriminelle.
    Man könnte auch ganz zynisch vermuten, daß mehr Politiker saufen, als rauchen.
    Aber um den Zynismus auf die Spitze zu treiben, man braucht gar nicht mehr rein hauen, in die unreine Deutsche Luft. Nach Beendigung dieser Koalition werden wir uns vermutlich weder rauchen noch saufen mehr leisten können und ein gesunder Staat mit noch gesünderen Krankenkassen werden.
    Aber dann sind bestimmt die Dicken dran, oder die Dünnen, oder arbeitssamen, oder …………….

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    Na, Herr Dettling, Sie schieben Ihre Kinder vor. Ginge es Ihnen um Ihre Kinder, müssten Sie beispielsweise den Alkohol mindestens ebenfalls erwähnen, den Sie an allen von Ihnen genannten Orten und dazu an Schulen überaus reichlich finden können (und, übrigens, rund um den – ach, so sportlichen! – Fussball, den Sie mit Ihren Kindern womöglich in den letzten Wochen verfolgt haben, wohlplaziertest beworben).

    Das Verbot von Raucherkneipen, die kein Nichtraucher zu betreiben oder zu besuchen gezwungen wird, und darum geht es im Augenblick, Herr Dettling, ist ein erziehungsdiktatorischer Übergriff. Und nur ein harmloser Anfang für viele weitere denkbare Verbote, scheint’s, wenn man die irrational populistische Gehässigkeit betrachtet, mit der das Verbot betrieben wird.

    Der unvermeidliche Kapitalismus ist schon stressig genug. Neben dem ökonomischen Liberalismus nicht auch noch kulturellen und gesellschaftlichen! Man möchte endlich mal reinhauen (in die liberale Scheiße). Ordnung schaffen! Wenn’s schon nicht gleich um die reine deutsche Luft geht, dann doch wenigstens um ein bisschen entlastende (faschsistische) Ordnung.

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    NUR FÜR FRAUEN:

    Falls Sie vorhaben, demnächst einen Raucher zu ehelichen, lesen Sie bitte vorher diese Zeilen:

    „…Nikotin ist ein Gefäß-Gift und durch Rauchen bekommt man ganz allmählich eine chronische Nikotin-Vergiftung. Dabei kann es u.a. zu Verschlusskrankheiten der Arterien kommen. Das führt dann unter Umständen zum „Raucherbein“, das oft genug amputiert werden muss. Nun richtet Nikotin seinen Schaden an allen Arterien an, und zwar am stärksten zuerst an den kleinsten, feinsten und empfindlichsten. An denen zum Beispiel, die „Mann“ im Penis für eine gute Erektion braucht. Lange bevor Sie also ein Raucherbein bekommen, werden Sie einen „Raucher-Penis“ haben, der partout seinen Mann nicht mehr stehen kann. Wenn Ihnen Rauchen ein höherer Genuss als lustvoller Sex ist, dann rauchen Sie ruhig weiter…“
    http://www.impotenz-selbsthilf.....uchen.html

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    Da kann ich nur zustimmen. Was die Raucher unter „Freiheit“ verstehen, aber in Wirklichkeit ihre Abhängigkeit und ihren Egoismus verdeckt, ist abartig – und darunter leiden gerade auch die Kinder.

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