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Von den falschen Freunden Israels. Oder: eine antisemitische Fratze hinter der proisraelischen Maske?

Europaweit geben sich die Neuen Rechten große MĂŒhe, die zum Teil antisemitischen Tendenzen innerhalb ihrer AnhĂ€ngerschaft und in ihrem politischen Denken zu camouflieren. Weil mit dem politischen Antisemitismus aus dem Land und der Zeit der VĂ€ter und VorvĂ€ter kein Staat mehr zu machen ist, inszenieren Rechtspopulisten und Rechtsextremisten (allerdings anknĂŒpfend an die Vorlagen der „politischen Mitte“) ein jĂŒdisch-europĂ€isches Abendland, das es so nie gegeben hat – man befrage hierzu nicht zuletzt die Nachkriegswerke gerade deutsch-jĂŒdischer Denker wie Leo Baeck oder Gershom Scholem -, pilgern sie nach Israel, um dort ihre Judenfreundschaft in Szene zu setzen oder winken bei allen Gelegenheiten mit Israelfahnen, um SolidaritĂ€t – ja, mit wem eigentlich? – zu demonstrieren. Doch manchmal fĂ€llt die Maske. Über den Zusammenhang von Antisemitismus und Proisraelismus nachzudenken, fĂŒhrt direkt in die AbgrĂŒnde der Inkonsistenzen der Neuen Rechten.

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Das Schwein des Anstoßes. Über die Kulturalisierung von Ressentiments und Hass

Man könnte es kurz machen und fragen, wie armselig es um eine Kultur bestellt sein muss, wenn der Verzehr von Schweinefleisch zu einem ihrer identitĂ€tsbildenden Kerne erklĂ€rt wird. Doch kennen alle Kulturen Speisetabus und alle Religionen Speisegesetze, die mehr oder minder strikt eingehalten werden. Also möchte ich versuchen, die aktuelle Diskussion um Schweinefleischgebote und -verbote ernst zu nehmen. Aus hygienisch-gesundheitlichen, sozio-ökonomischen oder anderen zutiefst profanen GrĂŒnden einmal erlassen, wurden Speisegesetze kulturell bzw. theologisch veredelt und schließlich zu einem verbindlichen Teil der kulturellen Eigenart bzw. des religiösen Bekenntnisses erhoben. Hier reden wir nicht ĂŒber das Fleisch von Babyrobben oder Pferden, von Hunden oder Katzen. Wir reden ĂŒber das Fleisch von Schweinen, dessen Verzehrverbot der Islam vom Judentum ĂŒbernommen hat, so wie umgekehrt der Hellenismus die Verachtung und Verhöhnung schweinefleischfreier ErnĂ€hrungsweisen dem Christentum vererbte, das es wiederum an den radikalen SĂ€kularismus unserer Tage weiterreichte. Weiterlesen

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Viva Colonia? Eine Stadt, ihr Skandal und die Folgen

In wenigen Wochen gilt in Köln wieder der Ausnahmezustand: der Karneval kennt keine Kölner, sondern nur Jecken. Ein Lied wird dann immer in den Kneipen und auf Partys gespielt: „Viva Colonia“. Die Lust auf Spaß wird diesmal vielen vergehen, auch wegen der Liedzeilen „Wir sind multikulinarisch und multikulturell. Mir sind in jeder Hinsicht aktuell – auch sexuell. Da sind wir dabei! Das ist prima!“ Das Lied haben an Silvester viele offenbar falsch verstanden, als Einladung zur eigenmĂ€chtigen Sex-Party gegen den Willen der betroffenen Frauen.

Köln war kein Zufall. Weiterlesen

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Warum es jetzt einen muslimischen Aufstand der AnstÀndigen geben muss

Die MordanschlĂ€ge in Paris sind eine KriegserklĂ€rung des Islamischen Staats (IS) an den Westen. Das GefĂŒhl der Sicherheit im Alltag ist perdu. Rechtspopulisten werden die Attentate gnadenlos fĂŒr ihre Hetze gegen FlĂŒchtlinge und Muslime instrumentaliseren. Genau, aber nicht nur deshalb, muss es nun auch von der ganz großen Mehrheit der friedlichen Muslime eine deutliche Reaktion gegen die Instrumentalisierung ihrer Religion geben.

Man findet kaum ein Wort fĂŒr das, was gestern in Paris geschehen ist. Horror, Terror, Attentate sind zu schwache Begriffe. Europa, der Westen erlebt etwas, was man nicht fĂŒr möglich gehalten hat. Eine konzertierte Aktion islamistischer AttentĂ€ter mitten in Paris, mitten im pulsierenden Leben der Stadt.

An einem Freitagabend, unter anderem am Stade de France, in dem gerade das LĂ€nderspiel zwischen Frankreich und Deutschland stattfand. Das Innere des Stadions blieb nur deshalb verschont, weil die Polizei das Eindringen der Islamisten des IS, der sich inzwischen dazu bekannt hat, verhindern konnte. SchĂŒsse, Tote an Orten, an denen sich typischerweise junge Menschen aufhalten. Ein Gemetzel. So etwas gab es zuletzt 2008 im indischen Mumbai, als islamistische Terroristen an insgesamt zehn Orten 170 Menschen niederschossen und Geiseln nahmen. Weiterlesen

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Narziss und Volksmund

Der Narzissmus, so heißt es jedenfalls, ist zu einem gesellschaftlichen Problem geworden: „Unterm Strich zĂ€hl ich!“ Dabei wird selten zwischen Egoismus und Narzissmus unterschieden. Es kann sein, dass „die Gesellschaft“, also der Kapitalismus, der „Konsumismus“, die „Leistungsgesellschaft“ oder wie man das auch immer nennen will, den Egoismus fördert. Aber der Egoismus, ob man ihn nun gut findet oder nicht, ist noch kein Narzissmus.

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Woher kommen die TĂ€ter?

Ein schwuler Freund wurde vor mittlerweile einem Vierteljahrhundert in Berlin-Wedding von sieben arabischen Jugendlichen ĂŒberfallen und zusammengeschlagen. Die Folgen: zwei gebrochene Rippen, ein Riss in der Milz, und jahrelang eine Angst vor leeren, dunklen Straßen. Die TĂ€ter wurden nie gefasst.
Mittlerweile, sagt der Freund, sei es in Berlin mit den Arabern und TĂŒrken etwas besser geworden; wobei die Betonung auf „etwas“ liegt. Beim Schwulenklatschen hĂ€tten mittlerweile die Russendeutschen eindeutig die Nase vorn.

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Die Verachtung oder: Vera Lengsfeld und die schweigende Mehrheit

Vera Lengsfeld hat auf der „Achse des Guten“ einen lesenswerten Beitrag veröffentlicht. Das Folgende verstehen Sie nur, wenn Sie ihn vorher lesen:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_schweigende_mehrheit_ist_irrelevant

Lesenswert ist dieser Artikel nicht, weil er neue Erkenntnisse formulieren wĂŒrde, sondern vielmehr, weil er die uralte Struktur des Vorurteils offen legt.

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Vorhautkriege

Am Montag bekam ich folgende Mail von einem jungen Blogger, den ich nicht zuletzt wegen seines Eintretens fĂŒr Israel (aber keineswegs nur deshalb) bewundere:

Lieber Alan Posener,
das war ein ganz interessantes Wochenende. Ich habe am Samstag einen Artikel geschrieben, in dem ich gewisse Zweifel daran erkennen lasse, ob es tatsĂ€chlich so selbstverstĂ€ndlich sein muss, dass man kleine Jungs beschneidet. Und schon war es vorbei mit der Entspanntheit in Teilen meines jĂŒdisch-christlichen (was wollen die Christen ĂŒberhaupt?) Bekanntenkreises. Weiterlesen

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Beschneidungen sind kriminell

MĂ€nnlichen Nachkommen wird, bevor diese mĂŒndig sind, die Vorhaut abgetrennt. So beschnitten gelten die Jungen zum Beispiel vielen aus der jeweiligen Gemeinschaft als wahre Juden oder echte Muslime. Es gibt fĂŒr diese VerstĂŒmmelung, die Eltern an ihren Kindern vornehmen lassen, keine medizinischen oder hygienischen oder sexuellen GrĂŒnde. Zu den religiösen Motivationen spĂ€ter, zunĂ€chst die anthropologische, jedenfalls kulturhistorische Wahrheit.

Es handelt sich archetypisch um eine rituelle Kastration, die kulturhistorisch auf einen rituellen Kindesmord zurĂŒckgeht. Weiterlesen

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Die Migrantenkinder ermutigen!

Von Rainer Werner

Wenn die SchĂŒler einer Gesamtschule in Duisburg, Bremen  oder Berlin fĂŒr ein multiethnisches Fest  die Flaggen ihrer HerkunftslĂ€nder malen, kann es vorkommen, dass  anschließend ĂŒber 100 Fahnen vom Dach des SchulgebĂ€udes flattern.

Daran kann man ablesen: Die Schule ist ein außergewöhnlicher Ort multikultureller Begegnung, an dem sich jeden Tag  SchĂŒler unterschiedlicher ethnischer Herkunft versammeln, um gemeinsam zu lernen.  Weiterlesen

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