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Burka-Verbot: French Angst

Jede Nation hat, so scheint es, ihre eigenen Ängste. Gegen die Atomkraft geht kein Franzose auf die Straße. Aber wegen des „französischen Klempners“ ließen unsere Nachbarn die EU-Verfassung beim Referendum durchfallen; wegen des Versprechens „mit dem Kärcher“ gegen die randalierende arabische Vorstadtjugend vorzugehen, gewann Nicolas Sarkozy die Präsidentschaft; und nun wird, in einem dritten Akt französischer Symbolpolitik, Frauen das Tragen einer Gesichtsverhüllung verboten.

Natürlich nicht allen Frauen und nicht jeder Verhüllung: kommen Japanerinnen nach Paris, die aufgrund der dort seit jeher vorherrschenden Mikroben-Phobie eine jener absurden Chirurgenmasken tragen, die wegen der Japanese Angst vor Mikroben in Tokio zum guten Ton gehören, werden sie vermutlich nicht zwecks Feststellung der Personalien und Bestrafung von den Flics festgenommen.

Während Frankreichs seine Rafale-Jets, die es eben noch an Ghaddafi verkaufen wollte, nun einsetzt, um Ghaddafi zu stürzen und die Macht in Libyen an Leute zu übergeben, unter denen sich nicht wenige muslimische Fundamentalisten befinden, gefällt sich das französische Parlament in einem Akt dümmlicher Diskriminierung gegen muslimische Frauen, der allenfalls dazu führen wird, dass die frömmsten und am meisten unterdrückten Frauen gar nicht mehr das Haus verlassen. Ralph Giordano, der sich über „Pinguine“ im Kölner Straßenbild aufregt, kann sich Hoffnungen auf Abhilfe machen: Frankreichs Straßen sind bald pinguinrein.

Zwar gibt es, wie das Beispiel Giordanao zeigt, auch in Deutschland jede Menge Panikmacher, die – so sehr viele von ihnen die deutsche Ablehnung der Kernkraft als „German Angst“ zu diskreditieren versuchen – eben diese Angst gegen Fremde zu mobilisieren versuchen. Wie hieß doch gleich jenes Buch, mit dem der rassistische Diskurs salonfähig wurde? „Ein paar Vorschläge zur Verbesserung unserer Integrationspolitik“? Ach, nein: „Deutschland schafft sich ab“.

Hier wurde eine Ur-Angst mobilisiert: die Existenzangst. Gegen einen solchen Titel, der von klugen Köpfen als „wichtigen Diskussionsbeitrag“ gewürdigt wurde, wirken die Parolen selbst der zornigeren Atomkraft-Aktivisten noch gemäßigt. Jedoch ist die von Thilo Sarrazin und seinen medialen Helfershelfern geschürte Xenophobie eine Stammtisch-Erscheinung geblieben. Den Arsch zum Demonstrieren hoch kriegen die wenigsten Muslimfeinde, und wenn ja, waren die Anhänger der demokratischen Tugend der Toleranz – hier und da als „Gutmenschen“ verspottet – in der Mehrzahl.

Die politische Klasse hat alles in allem besonnen reagiert, hier ist insbesondere Christian Wulff hervorzuheben, und trotz des verbreiteten Stammtisch-Gezeters gegen die politische Korrektheit haben rechtspopulistische Parteien nirgendwo einen solchen Zulauf bekommen wie in Holland oder eben in Frankreich.

Im Gegenteil. In Hamburg, Sachsen-Anhalt, NRW und Baden-Württemberg rückten die politischen Koordinaten leicht nach links, und im nationalen Maßstab führt Rot-Grün vor Schwarz-Gelb. Die FDP hat auf ihren beispiellosen Absturz bisher ebenfalls mit einem Kurskorrektur Richtung links geantwortet, obwohl es rein rechnerisch gesehen durchaus die Option auf die von keiner Partei besetzte nationalliberale Position gibt. Allein, es fehlt der FDP ein Jörg Haider, und das ist erstens gut so und zweitens kein Zufall.

Vielleicht stimmt es nämlich, dass es in Deutschland so etwas wie eine frei flottierende Angst gibt. Doch sollten wir erstens zur Kenntnis nehmen, dass es ähnliche Erscheinungen offensichtlich auch in anderen Ländern gibt. Und zweitens froh sein, dass sie sich an der Atomenergie festmacht. Atomkraftwerke lassen sich nämlich ausschalten, ohne dass die Menschenrechte unserer Mitbürger verletzt werden, anders als beim Ausschalten vermummter Frauen aus dem Straßenbild, wie es von der French Angst nun verlangt wird.

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68 Gedanken zu “Burka-Verbot: French Angst;”

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    Fällt mir schwer, dieses Gesichtsgitter mit Freiheit zu assoziieren. Da stirbt keine Freiheit, wenn es verboten wird.

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    @derblondehans: Kleine Geschichtchen erhalten die Erinnerung.
    Und hier so passend platziert. Oder?

    Wann war das noch mal? 1683

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    Das ist eine bizarre Debatte hier! Bezeichnend vielleicht auch, dass niemand auf die differenzierende Stimme [i]aus Iran[/i] eingegangen ist. Es ist immer einfacher über “den” Islam und “die” Muslime zu reden als mit ihnen. So wie jan z. volens mal eben für “eine halbe Milliarde” Lateinamerikaner spricht. Lach! Und @derblondeHans: dass Sie für Ihre krausen Thesen auch noch Goethe bemühen, ist ja wohl voll daneben!
    Um noch was Eigenes beizutragen: Neulich saß ich mit meinem Söhnchen im Wartezimmer einer Logopädin zusammen mit einer Frau, die eine Burka trug und sich höchst angeregt, fröhlich und in gutem Deutsch mit einer modernen jungen Deutschen über die Vor- und Nachteile des Lebens in Köln und Münster austauschte und stolz von den schulischen und beruflichen Erfolgen ihrer Söhne und (!) Töchter erzählte.
    Ich gebe zu, dass in mir die Burka spontan Assoziationen an den terroristischen Überfall auf das Theater in Moskau vor einigen Jahren auslöst, aber die kleine Wartezimmerszene zeigt doch, dass die Wirklichkeit unsere Klischees immer wieder auf die Probe stellt. (Nein, ich glaube jetzt nicht, dass alle Burkaträgerinnen so sind wie diese hier, aber ich glaube auch nicht, dass alle Rechtspopulisten blond sind und Hans heißen)

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    Wo sind die Belege, dass es um Angst geht in Frankreich? Spricht aus dem Verbot nicht einfach das zivilisatorische Sendungsbewusstsein der franzöischen Nation? Frankreich hat sich schon in der Kolonialzeit in seinen Kolonien mehr um Franzisierung bemüht als die liberalen Briten um Anglisierung und die Deutschen um Germanisierung.

    Übrigens ist Poseners Verteidigung der liberalen Demokratie nicht durchgängig. Zwar streitet er gegen die Verdrängung von Schleiern aus dem Straßenbild, befürwortet aber die Verdrängung von Männern aus Vorstandspositionen. Friede den Hütten, Geschlechterkrieg den Palästen mag die dahinterstehende Logik sein.

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    Ich mag Croissants. Sehr.
    .
    Das Croissant ist ein Symbol für französische Lebensart. Aber kommt es überhaupt aus Frankreich? Ranga Yogeshwar hat die Antwort.
    .
    Ein klares nein! Das Croissant stammt ursprünglich aus Österreich. Es gibt dazu eine Reihe von Geschichten. Die spannendste geht zurück auf das Jahr 1683: Die Türken belagern Wien. Durch einen Tunnel unter der Stadtmauer will der Feind Wien einnehmen. Doch eines Nachts hört ein Bäcker während seiner Arbeit die Grabgeräusche der Türken. Er schlägt Alarm und die Belagerer ziehen ab. Zur Erinnerung entsteht ein mondsichelförmiges Gebäck: das Türken-Kipferl. Noch heute erinnert die Form des Croissants an den türkischen Halbmond.
    .
    Quelle.

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    @derblondehans
    “egal ob sozialistisch, kommunistisch, national-sozialistisch oder mohammedanisch, zusammengefasst die der Neo-Sozialisten und Klerikal-Faschisten also,”

    Das ist ein weiter Faschismusbegriff. Ich bin nicht der Auffassung, dass diese Systeme verblöden, aber sie machen extrem unselbstständig. Die Verantwortung des Individuums für sich selbst wird beschnitten und damit nicht genügend gefördert. Nischen der Bildung kann man trotzdem finden. Die Utopie des neuen Menschen hat sich nicht erfüllt.

    Ich sehe vor allem die Religionsfreiheit gefährdet, wenn Panikmacher sich durchsetzen.

    Bassam Tipi, Die neue Weltunordnung: “Eine sachlich begründete und aufklärerische Diskussion ist über den anstehenden Gegenstand nur möglich, wenn zwischen Islam als Religion und Gottesglauben und dem Islamismus als politische Ideologie mit dem Anspruch auf eine Weltmachtstellung unterschieden wird.”

    Der Westen muss sein demokratisches Konzept verteidigen. Dazu gehört auch, dass er sein Verhältnis zu islamischen Staaten überdenkt, z. B. Saudi-Arabien und Libyen. Demokratieexport mit Waffengewalt und Bevormundung führt zu immer neuen Gräben und spielt den Extremisten in die Hände.

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    Frau Groda wo haben sie diese Erkenntnis her:

    Zuhause buckeln Sie (die Franzosen)untertänigst vor jedem”Patron”

    ???

    Sie kennen sicher keine Arbeitskaempfe in Frankreich oder?

    Und was Apo betrifft:

    Was wuerde er wohl machen, wenn er die Legitimation einer Burka tragenden Frau überprüfen muesste?

    Pas de visage, pas d’arrrgent

    sagte der algerische Bankangestellte…

    siehe:

    http://tinyurl.com/3kwsq7u

    🙂 🙂 🙂

    Dass M. Bling Bling immer mehr an Stimmen in Frankreich verliert fuehrt leider zu solchen unsinnigen Gesetzen.

    Aber da man in Frankreich auch bei rot über die Ampel geht, wird das Gesetz nicht so heiss gegessen wie es gekocht wird 🙂

    Und Apos Analyse des populistischen Waehlerpotentials unterschlaegt leider die Tatsache, dass Frankreich schon immer einen Anteil von 20% Rechtswaehlern hatte.

    Ob Sarko die naechste Wahl mit solchen populistischen Massnahmen gewinnen wird ??

    Hier etwas zu M. Bling Bling:

    http://tinyurl.com/4y58vyx

    Noch ein Kommentar zu dem blonden Hans:

    Fuer mich ist immer wieder ueberraschend festzustellen, dass in Deutschland (sicherlich auch in den US und France) die Rechtspopulisten leider nie blond sind und auch keine blauen Augen haben. Sind diese Personen wirklich Arier ???

    AH war auch ein typischer Arier oder 🙂 🙂

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    @derblondehans: War mein Fehler. Hatte mich zu kurz gefasst. Wo von denn? Offensichtlich hat er wenig Kenntnis vom Islam, der Gen- und der Intelligenzforschung.

    Soll auch heißen: Er läuft zu Veranstaltungen und macht Islamkritik und sagt dann:
    “Ich weiß gar nicht genau, was der Islam ist.”

    Was ich ihm glaube: Das er vom orthodoxen Judentum viel Zustimmung erhalten hat. Ob das gut ist, bezweifle ich.

    Ansonsten gebe ich ihnen, derblondehans, in Bezug auf die Gene und die Intelligenz soweit Recht. Ich habe noch nie so viel über Intelligenz und Gene gelernt, wie in der Zeit der Auseinandersetzung mit dem Erscheinen des Buches “Deutschland schafft sich ab”.
    Das Problem der Inzucht wurde bereits früher erkannt, sicher auch von den Türken. Das ist einfach Stimmungsmache. Sollte für mich heißen: Gesundheitskosten sind zu hoch.

    “..egal ob sozialistisch, kommunistisch, national-sozialistisch oder mohammedanisch, zusammengefasst die der Neo-Sozialisten und Klerikal-Faschisten also, verblödet Menschen total. Trotz ‘guter’ Gene, sprich ererbter positiver Veranlagungen – die nun mal jeder Mensch hat.”

    Woher nehmen sie die Behauptung, dass mohammedanisch, dazu schrieb bereits etwas, verblödet? Es war einmal eine Hochkultur, die Krankenhäuser, Sozialsysteme, Medizin u. v. m. entwickelt hat. Die Moslems konnten Lesen, Schreiben und Rechnen, da war Europa… Sie hatten eine hochentwickelte Kultur.

    Es ist nicht nur die Gleichmacherei, die den Menschen verblödet, sondern auch das Desinteresse an den Menschen. Mit der Technisierung der Arbeitsprozesse und Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland sind viele Arbeitsplätze weggefallen. Es wird nach Höherqualifizierten gerufen.

    Wo bleiben die Anderen? Kinder nur in Kitas oder Ganztagsschulen zu stecken ist zu wenig, vor allem wenn die Qualität der Einrichtungen nicht stimmt.
    Die Vorbildwirkung im häuslichen Bereich stimmt dann noch lange nicht. Das zeitige Sortieren ins dreigliedrige System, das schafft Fakten. Da will aber niemand ran. Warum wohl nicht?
    Mit der Eigenverantwortung klappt es eben wirklich nicht bei jedem Menschen.

    Offensichtlich gelingt es der Gesellschaft immer weniger die Menschen zu Teilhabe an der Gesellschaft zu ermuntern. Zu viele haben aufgegeben und sich eine eigene >heile< Welt geschaffen. ‘die Gesellschaft ist nix, das Individuum alles’ funktioniert auch nicht. Höherqualifizierte gehen immer mehr ins Ausland und kommen nicht zurück.

    Wo sind die Visionen? Aufzählen kann ich auch viel.

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    Wenn ich es schon mal geschrieben habe, macht nix. Passt hier her.

    “Sarrazin bekräftigte seine Aussagen zur genetischen Vererbung von Intelligenz. Es sei in der Wissenschaft eine unbestrittene Tatsache, dass Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich sei. Sarrazin wies den Vorwurf zurück, er sei ein Antisemit. Für seine Aussage, dass alle Juden ein bestimmtes Gen teilten, habe er im orthodoxen Judentum viel Zustimmung erhalten. ”

    Der Quark der Gene.
    .
    Die Intelligenz eines Steinzeitmenschen war nicht geringer, als die des heutigen Menschen. Lediglich der Wissensumfang, der im Übrigen immer wieder neu, von jedem Menschen neu, erlernt werden muss, hat sich vergrößert. Das heißt aber auch, dass Wissen sich beim Individuum nicht vererbt. Einzig die Kultur einer Gemeinschaft als ganzes, eines Volkes also, kann auf nachfolgende Generationen ‘vererbt’ werden und sich ändern. Und das gar zum Schlechten, bis zur Auflösung dieser Kultur, wenn man nicht aufpasst.
    .
    Auch sollte zunächst geklärt werden, wie Intelligenz überhaupt (eindeutig) beschrieben werden kann. Nämlich gar nicht. Und so lange Menschen dieses eben nicht können, und wie es aussieht werden sie es auch niemals nicht können, sind alle Menschen – mehr oder weniger – doof. 😉
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    Übrigens unabhängig von der Ethnie.
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    Natürlich formt die Umgebung und ein entsprechendes Bildungsangebot (hauptsächlich) einen Menschen.
    .
    Wenn ein Kleinkind, egal welchen ‘IQ’ die Eltern ‘besitzen’, im afrikanischen Busch ausgesetzt wird, würde es nicht als Dottore, sondern auf allen ‘Vieren’ aus dem den Busch kriechen.
    .
    Gene eines Menschen können sich auch nicht ‘höher’ entwickeln, dafür aber eher zum schlechteren. Durch Inzucht beispielsweise. Das ist nachgewiesen.
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    Der Mensch ist das was er ist – in seiner Art (neben anderen Arten). Goethe hat es so beschrieben.
    .
    Parabase
    .
    Freudig war, vor vielen Jahren,
    Eifrig so der Geist bestrebt,
    Zu erforschen, zu erfahren,
    Wie Natur im Schaffen lebt.
    .
    Und es ist das ewig Eine,
    Das sich vielfach offenbart;
    Klein das Große, groß das Kleine,
    Alles nach der eignen Art.
    .
    Immer wechselnd, fest sich haltend;
    Nah und fern und fern und nah;
    So gestaltend, umgestaltend –
    Zum Erstaunen bin ich da.
    .
    Aber zum Wichtigsten: Gleichmacherei, dass heißt konkret die Unterdrückung des Individuums Mensch, zu Gunsten kollektiver Machtansprüche, mit oder ohne Führer, nach dem Motto: ‘der Mensch ist nix, die Gemeinschaft alles’, das, egal ob sozialistisch, kommunistisch, national-sozialistisch oder mohammedanisch, zusammengefasst die der Neo-Sozialisten und Klerikal-Faschisten also, verblödet Menschen total. Trotz ‘guter’ Gene, sprich ererbter positiver Veranlagungen – die nun mal jeder Mensch hat.
    .
    … wenn Sarazzin recht hat, dann nur in der Hinsicht, das ähnliche Gene eben nur durch eine über jahrhundertelang erfolgte Inzucht innerhalb einer Menschengruppe nachweisbar sind. Dann liegt er mit einem ‘jüdischen und/oder mohammedanischen’ Gen nicht verkehrt. Das ist aber nix neues.

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    Hab ich gerade gefunden.

    Sarrazin hatte zuvor erwartungsgemäß bekundet, “historisch und kulturell” sei der muslimische Glaube natürlich kein Teil Deutschlands. Zugleich bekundete er offenherzig: “Ich weiß gar nicht genau, was der Islam ist.”

    http://www.evangelisch.de/themen/politik/tutzinger-konferenz-thilo-sarrazin-und-otto-normalmuslim37089

    Wovon dann? Genetik? Intelligenz?

    “Sarrazin bekräftigte seine Aussagen zur genetischen Vererbung von Intelligenz. Es sei in der Wissenschaft eine unbestrittene Tatsache, dass Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich sei. Sarrazin wies den Vorwurf zurück, er sei ein Antisemit. Für seine Aussage, dass alle Juden ein bestimmtes Gen teilten, habe er im orthodoxen Judentum viel Zustimmung erhalten. ”

    http://www.kath.net/detail.php?id=31056

    Das glaube ich ihm.

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    @Posener: Sie können Deutschland und Frankreich nicht vergleichen. In Deutschland sind die meisten Muslime Türken oder Perser. In Frankreich gibt es doppelt so viele Muslime wie in Deutschland. Ein Teil davon sind Salafisten, und um die geht es. Das Burkaverbot ist berechtigt. Es geht nicht an, dass man militantem Fundamentalismus den Weg ebnet.
    Die normalen Muslime, meistens Algerier oder Tunesier, haben mit dem Burkaverbot kein Problem und unterstützen es sogar oft.
    Grundsätzlich hasse ich diese Vergleichsphilie von Journalisten. Frankreich ist ein völlig anderes Land.

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    Habe da eine Antwort gefunden, weiß nicht, ob Sie die schon kennen:

    “Frankreich sieht sich als laizistischen Staat, in dem jeder Mensch öffentlich als Individuum in Erscheinung tritt; in dem Mann und Frau gleichberechtigt sind und in dem sich die Menschen eine gewisse Grundwertschätzung dadurch erweisen, dass sie sich gegenseitig in die Augen sehen lassen.

    Das Burkaverbot ist ein Symbol dafür, dass das öffentliche Zeigen klar gegen das französische Staatsverständnis und seine Verfassung gerichteter menschenverachtender Symbole in Frankreich indiskutabel und vom Rest der Gesellschaft unerwünscht ist.

    Menschen, die anderer Ansicht sind, können zwar in Frankreich leben, stehen aber gemäß des französischen Selbstverständnisses außerhalb der französischen Gesellschaft.”

    http://korrektheiten.com/2011/04/13/dialektiken-eines-linksliberalen/

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    @derblondehans

    Woher ist die Wut auf den Islam?

    “Mohammedaner, von den Bekennern des Islam abgelehnte Bezeichnung für -> Muslim. ” Der Jugend Brockhaus

    “.. die Vorschriften, die das Verhalten und die Behandlung der Juden (und Christen) regelten, ..,auf leicht identifizierbaren, relativ begrenzten Gesetzen, die in die Scharia, das heilige Recht des Islam, eingegangen waren und von einer Autorität, sei es dem Kalifen, einem Sultan .., mittels ernannter Richter ausgeführt wurden.”*

    *Mark R. Cohen “Unter Kreuz und Halbmond Die Juden im Mittelalter”

    Wie es im Christentum zuging, kann man auch in diesem Buch lesen.

    Zu Fragen des Heiligen Krieges habe ich folgende Buchempfehlung:

    Dag Tessore “Der Heilige Krieg im Christentum und Islam”

    Der Umgang mit >dem Islam< ist beängstigend. Um heutige Prozesse zu verstehen, habe ich noch eine weitere Buchempfehlung.

    Bassam Tibi: Die neue Weltunordnung

    Dort kann man auch einiges über das Verhältnis Scharia und Kalifat zum Koran lesen.

    Es gab auch atheistische Strömungen mit extremem Gewaltpotential.

    Soll nichts relativieren, sondern Horizont erweitern.

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    EJ sagt: 15. April 2011 um 04:48
    @ derblondehans: Sie unterstellen mir und anderen eine ‘Kollektivschuld’, also Mitverantwortung, am Mord an Juden in der Zeit des National-Sozialismus. Obwohl ich mehrfach geschrieben habe, dass ich weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren bin.
    Wenn Sie dem “WIR”, von dem ich gesprochen habe, nicht angehören, weil Sie “weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren” sind, berührt Sie meine Behauptung gar nicht.

    … doch, doch werter EJott. Unter anderen werde ich finanziell zur Verantwortung gezogen. Gern noch mehr, wenn Sie mögen. … kann es aber sein, das Mord, Massenmord in Vergangenheit, Gegenwart und wohl auch in der Zukunft möglich war, respektive ist, weil es Menschen gibt, wie Sie, die Mord, Massenmord, relativieren? Derart zum Beispiel, wenn Katholiken gemordet werden – dass dann von ‘Aufklärung’ geschrieben wird? Beispiel der jakobinischen Krieg gegen die katholische Bevölkerung der Vendée?
    .
    Der Revolutionsgeneral Westermann nach dem Völkermord in der Vendée:
    .
    ‘Die Vendée starb unter unseren Säbeln mit ihren Frauen und Kindern. Ich habe die Kinder unter den Hufen meiner Pferde zertreten und die Frauen niedergemetzelt.
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    Ich muss mir nicht vorwerfen, Gefangene gemacht zu haben. Ich habe sie alle abgeschlachtet.’

    .
    Völkermord an Katholiken – gilt den Neo-Sozialisten, linken wie rechten, der ‘BRD’ als Aufklärung. Pfui Teufel.
    .
    Im Übrigen wurden während der franz. ‘Revolution’ 1789 beim Sturm auf die Bastille vier Urkundenfälscher, zwei Geisteskranke, ein Pornograph und einige Prostituierte, glaub’ ich, aus dem Kerker befreit. Das war eine großartige Leistung der revolutionären Aufklärung! – meint mein Hamster.

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    @ derblondehans: Sie unterstellen mir und anderen eine ‘Kollektivschuld’, also Mitverantwortung, am Mord an Juden in der Zeit des National-Sozialismus. Obwohl ich mehrfach geschrieben habe, dass ich weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren bin.

    Wenn Sie dem “WIR”, von dem ich gesprochen habe, nicht angehören, weil Sie “weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren” sind, berührt Sie meine Behauptung gar nicht.

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