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Burka-Verbot: French Angst

Jede Nation hat, so scheint es, ihre eigenen Ängste. Gegen die Atomkraft geht kein Franzose auf die Straße. Aber wegen des „französischen Klempners“ ließen unsere Nachbarn die EU-Verfassung beim Referendum durchfallen; wegen des Versprechens „mit dem Kärcher“ gegen die randalierende arabische Vorstadtjugend vorzugehen, gewann Nicolas Sarkozy die Präsidentschaft; und nun wird, in einem dritten Akt französischer Symbolpolitik, Frauen das Tragen einer Gesichtsverhüllung verboten.

Natürlich nicht allen Frauen und nicht jeder Verhüllung: kommen Japanerinnen nach Paris, die aufgrund der dort seit jeher vorherrschenden Mikroben-Phobie eine jener absurden Chirurgenmasken tragen, die wegen der Japanese Angst vor Mikroben in Tokio zum guten Ton gehören, werden sie vermutlich nicht zwecks Feststellung der Personalien und Bestrafung von den Flics festgenommen.

Während Frankreichs seine Rafale-Jets, die es eben noch an Ghaddafi verkaufen wollte, nun einsetzt, um Ghaddafi zu stürzen und die Macht in Libyen an Leute zu übergeben, unter denen sich nicht wenige muslimische Fundamentalisten befinden, gefällt sich das französische Parlament in einem Akt dümmlicher Diskriminierung gegen muslimische Frauen, der allenfalls dazu führen wird, dass die frömmsten und am meisten unterdrückten Frauen gar nicht mehr das Haus verlassen. Ralph Giordano, der sich über „Pinguine“ im Kölner Straßenbild aufregt, kann sich Hoffnungen auf Abhilfe machen: Frankreichs Straßen sind bald pinguinrein.

Zwar gibt es, wie das Beispiel Giordanao zeigt, auch in Deutschland jede Menge Panikmacher, die – so sehr viele von ihnen die deutsche Ablehnung der Kernkraft als „German Angst“ zu diskreditieren versuchen – eben diese Angst gegen Fremde zu mobilisieren versuchen. Wie hieß doch gleich jenes Buch, mit dem der rassistische Diskurs salonfähig wurde? „Ein paar Vorschläge zur Verbesserung unserer Integrationspolitik“? Ach, nein: „Deutschland schafft sich ab“.

Hier wurde eine Ur-Angst mobilisiert: die Existenzangst. Gegen einen solchen Titel, der von klugen Köpfen als „wichtigen Diskussionsbeitrag“ gewürdigt wurde, wirken die Parolen selbst der zornigeren Atomkraft-Aktivisten noch gemäßigt. Jedoch ist die von Thilo Sarrazin und seinen medialen Helfershelfern geschürte Xenophobie eine Stammtisch-Erscheinung geblieben. Den Arsch zum Demonstrieren hoch kriegen die wenigsten Muslimfeinde, und wenn ja, waren die Anhänger der demokratischen Tugend der Toleranz – hier und da als „Gutmenschen“ verspottet – in der Mehrzahl.

Die politische Klasse hat alles in allem besonnen reagiert, hier ist insbesondere Christian Wulff hervorzuheben, und trotz des verbreiteten Stammtisch-Gezeters gegen die politische Korrektheit haben rechtspopulistische Parteien nirgendwo einen solchen Zulauf bekommen wie in Holland oder eben in Frankreich.

Im Gegenteil. In Hamburg, Sachsen-Anhalt, NRW und Baden-Württemberg rückten die politischen Koordinaten leicht nach links, und im nationalen Maßstab führt Rot-Grün vor Schwarz-Gelb. Die FDP hat auf ihren beispiellosen Absturz bisher ebenfalls mit einem Kurskorrektur Richtung links geantwortet, obwohl es rein rechnerisch gesehen durchaus die Option auf die von keiner Partei besetzte nationalliberale Position gibt. Allein, es fehlt der FDP ein Jörg Haider, und das ist erstens gut so und zweitens kein Zufall.

Vielleicht stimmt es nämlich, dass es in Deutschland so etwas wie eine frei flottierende Angst gibt. Doch sollten wir erstens zur Kenntnis nehmen, dass es ähnliche Erscheinungen offensichtlich auch in anderen Ländern gibt. Und zweitens froh sein, dass sie sich an der Atomenergie festmacht. Atomkraftwerke lassen sich nämlich ausschalten, ohne dass die Menschenrechte unserer Mitbürger verletzt werden, anders als beim Ausschalten vermummter Frauen aus dem Straßenbild, wie es von der French Angst nun verlangt wird.

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68 Gedanken zu “Burka-Verbot: French Angst;”

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    EJ sagt: 14. April 2011 um 15:47
    @ Alt 68 er
    Es gibt anscheinend noch ein seriöses, Rezensionen bei Perlentaucher. Matthias Hambrock: Die Etablierung der Aussenseiter: der Verband nationaldeutscher Juden 1921-1935 Auszüge zu finden: Google-Books.

    … Schalom .. ich meine es geht nicht um seriöse oder unseriöse Quellen. Beide können gleichen Sachverhalt darlegen. Ich hatte speziell Sie ‚angesprochen‘, deshalb, weil Sie schreiben:

    ‚Warum sollte dieses WIR, wenn es Träger aller möglichen historischen Rechte sein kann, nicht auch historische Schuld tragen können? – Entweder es gibt solche kollektiven Identitäten oder es gibt sie nicht‘.

    Sie unterstellen mir und anderen eine ‚Kollektivschuld‘, also Mitverantwortung, am Mord an Juden in der Zeit des National-Sozialismus. Obwohl ich mehrfach geschrieben habe, dass ich weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren bin.
    .
    Nun habe ich im ‚Netz‘ Hinweise gefunden, zum Beispiel das Buch von Erwin Goldmann, Jude, Christ, Zeitzeuge, der von einer jüdischen Mitschuld schreibt, hier z.B. wenn es um die Einführung des sichtbaren tragen des ‚Gelben Sterns‘ für Juden, als Forderung damaliger Zionisten, ging.
    .
    Wenn Sie können, bitte ich um Aufklärung.
    .
    Noch einmal zum Inhalt des Buches:
    .
    „Buchtitel und Inhalt sagen aus, dass sie zwischen die Mühlsteine zweier Völker geraten sind. Das wirft die provozierende Frage auf: Wollten Sie gegenüber den Deutschen „etwas Besonderes “ sein und in Bezug auf die Juden “ nicht zur Minderheit gehören“ ? Dr. Dr. Erwin Goldmann, ein Mann deutscher Bewährung, christlicher Glaubenstreue und jüdischer Herkunft im Gespräch mit dem Lektor. Kapitelauswahl: Führungsschicht des dritten Reiches, Mitarbeit im SD, Was ist Schuld ? Jüdische Mitschuld, Wo haben wir unser Herz ? Die Kirchen im NS-Staat, Vergangenheitsbewältigung, Immer Haltung bewahren !, Genie und Irrsinn uvm.

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    @ Alt 68 er
    Es gibt anscheinend noch ein seriöses, Rezensionen bei Perlentaucher. Matthias Hambrock: Die Etablierung der Aussenseiter: der Verband nationaldeutscher Juden 1921-1935 Auszüge zu finden: Google-Books.

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    Der Hinweis auf Erwin Goldmann sollte man vielleicht einmal genauer nachgehen. Auf die Schnelle habe ich nur recherchieren können, dass der Herr angeblich dem Nationalsozialismus nahe stand. Aber die Quellen im Netz wirken für mich nicht auf den ersten Blick vertrauenswürdig. Es gibt aber ein Buch von Wolfgang Benz,

    Patriot und Paria

    das ich mir vielleicht mal ausleihen werde.

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    Oben ist mir ein blöder Kommafehler passiert, es sollte heißen:

    Dafür ist ein Burka-Verbot, denke ich, nicht geeignet.

    Leider kann ich die Quelle für die Frage der Vermummung nicht mehr finden. Der Artikel steckt irgendwo im Internet. Bin kein Jurist.

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    @Alt 68
    „Ich wollte nur sagen, dass ich den Vergleich unangemessen finde.“

    Die Zitate vom blonden Hans aus dem Buch von Erwin Goldmann deuten darauf hin, dass der Vergleich möglicherweise angemessener ist, als mir bisher bekannt war.

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    @ derblondehans, Hänschen klein

    Ich wollte nur sagen, dass ich den Vergleich unangemessen finde. Ich bin auch davon überzeugt, dass man dieses Thema abhandeln kann, ohne auf Juden Bezug zu nehmen. Vielleicht wird Ihr Hinweis mal von Herrn Posener aufgenommen; dann wird man das sicherlich kontrovers und differenziert diskutieren können.

    @ KJN

    Was meinen Sie, wie könnte man da Hilfe leisten? Schutzstaffeln, Wachtrupps? Ich phantasiere immer von Clockwork Orange Therapien für kleine Straftäter. Aber das ist faschistisch.

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    @Alan Posener: Danke für den neuen Beitrag. Bei aller Angst und Sorge, die einen überfällt angesichts des Populismus, der Meinungsmache und Manipulation müssen wir uns immer vergewissern, wie steht es um den Staat dabei, wie kann er mit solchen Meinungen, wie sie in „Deutschland schafft sich ab“ geäußert wurden, umgehen. Kann jede vermeindliche wissenschaftliche Erkenntnis unser Menschenbild derartig beschädigen, dass falsche Schlüsse gezogen werden.

    @ Alt 68 er: Ist das Vermummungsgesetz nicht Teil des Demonstrationsrechtes und damit sonst nicht anzuwenden? Soll heißen, erst wenn die burkatragenden Frauen für ihr Recht auf Nichtverschleierung auf die Straße gehen (demonstrieren), ist es ein
    Fall für die Polizei.

    Für aufgeklärte Mitteleuropäer ist die tiefe Religiosität oft nicht nachvollziehbar. Die Burka ausschließlich der Unterdrückung von Frauen und der Verdeckung von Schlägen zuzuordenen, ist extrem einseitig. Wir haben im 20. Jahrhundert, nicht nur gerechte und ungerechte Kriege, sondern auch unzählige „Befreiungsversuche“ mit großen Verlusten an Menschenleben erlebt. Die entsprechenden Gruppen müssen sich schon selbst befreien, man kann sie dabei nur unterstützen. Dafür ist ein Burka-Verbot, denke ich nicht, geeignet.

    Ich will nicht missverstanden werden, auch mich überkommt ein ungutes Gefühl, wenn ich Burkaträgerinnen sehe. Allerdings muss ich dahinter keinen Terroristen vermuten, sondern kann mir durchaus eine schöne Frau vorstellen. Mein Impuls: So will ich ganz sicher nicht bekleidet sein. Die Gefahr besteht nicht, solange der Staat seinen säkularen Charakter behält. Dazu gehört natürlich auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Islam mit seinen vielen Gruppierungen.

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    Ich zweifle weiterhin, daß ein „Zeichen“, wie ein Burkaverbot sinnvoll ist. Welche Kleiderordnungen werden folgen?
    Allerdings müssen „wir“ (unsere Generation) bald mal auf die Verachtung der Islamisten reagieren:
    Von der Generation der jetzt 19..20-Jährigen weiß ich, daß sie sich seit einiger Zeit polarisieren – in die (keineswegs nur autochton-deutschen) Kartoffeln, die Alkohol, Schweinefleisch nicht ablehnen etc. und die Kanakken, die erstere verachten, gerne in Gruppen von 15, 20 auf Festen etc. auftauchen, um „besoffene, hilflose“ Kartoffeln zu „klatschen“ oder „abzuziehen“. Hier ist Stellungnahme gefordert, anderfalls lassen wir die jungen Leute im Stich. Die werden sich dann irgendwann selber helfen, und ich vermute, das wird nicht so moderat sein, wie uns das jetzt noch(?) möglich sein wird.

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    @ Hänschen Klein

    nun ja, Sie sind mindestens so sophistisch wie ich. Aber Sie können sich vorstellen, was ich meine?

    @ der blonde hans

    können Sie die Quelle angeben?

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    Ihr abqualifizierenden Kommentare zu Frankreich sind kaum von Sachkenntnis getrübt. Z.B. „Gegen die Atomkraft geht kein Franzose auf die Straße.“ Auch wenn die Franzosen weniger demonstrieren als in Deutschland, der Unfall in Japan hat zutiefst erschüttert und brachte z B die traditionell pro-Atom Sozialisten dazu, von einer Abkehr vom Atom zu reden. In den Medien gibt es sehr viel Diskussion. Und: „wegen des „französischen Klempners“ ließen unsere Nachbarn die EU-Verfassung beim Referendum durchfallen“, sie kennen die Diskussion überhaupt nicht, Sie wissen nicht einmal, dass von einem polnischem Klempner die Rede war. Deutschland hätte wohl auch die EU-Verfassung durchrasseln lassen, wenn es die gelegenheit gehabt hätte. Und dann Sarkos Kärcher. Sie machen es sich sehr sehr einfach. Das Burka Gesetz (gibt es übrigens auch in Belgien) entspricht einem Konsens im Land und dem Verständnis von frz Republik, nicht mit verdecktem Gesicht sich in Ämtern zu zeigen. Mit Ängsten hat das nichts zu tun.

    über das frz Nein zur EU-Verfassung empfehle ich Ihnen wärmstens mein Buch „Der lange Marsch der Institutionen“, zu beziehen über http://www.europarloir.de

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    @Susannah Winter
    „Da ist die Frage doch eher, wo Sie hingesehen habe und warum?“

    Wenn ich wissen will, was der Islam ist, dann schau ich dahin, wo der Islam das Sagen hat. Wohin sonst?

    Wenn Sie meinen, der deutsche Islam sei ganz anders, dann möchte ich daran erinnern, dass der Angriff auf das World Trade Center in einer deutschen Moschee geplant wurde. Das war deutscher Islam!

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    @Alt 68
    Ihr Satz:
    „Die ersten Opfer der Juden sind die Juden selbst.“

    Mein Satz:
    „Die ersten Opfer des Islam sind die Moslems selbst.“

    Merken Sie den Unterschied? Wenn nicht, dann sollten Sie ein Logiklehrbuch zu lesen (Anfängerniveau reicht).

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    Hänschen Klein sagt: 13. April 2011 um 14:25
    Die Burka ist ein Mittel zu religiöser Diskriminierung, denn sie soll Religionszugehörigkeit nach außen hin ERKENNTLICH machen. (Wie der Judenstern übrigens auch) Wer ja sagt zur Burka, sagt also auch ja zu religiöser Diskriminierung. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?
    .
    Alt 68 er sagt: 13. April 2011 um 15:35
    @ Hänschen Klein
    Wenn man Ihre Analogie (Judenstern) ernst nimmt, müßte das doch heißen, dass die Burka von den schlimmsten Feinden der Muslime aufgezwungen wurde.
    Was sagt Ihnen das?

    … das ist als für mich weit nach dem 2.WK geborener eine interessante Frage. In einem Blog, mit deutscher Registrierung und Impressum, habe ich nachfolgendes gelesen:
    .
    Die Verfügung zum Tragen des gelben Judensterns und die Aufhebung der Sondervergünstigungen für jüdische Weltkriegsteilnehmer werden dem NS-Regime als „antisemitische“, gemeint ist, antijüdische Maßnahme vorgeworfen.
    Tatsächlich gingen sie aber zumindest auf Forderungen zionistischer Kreise und auf Drängen von zu allem (bis zu abscheulichstem mörderischem Landesverrat) entschlossenen Gegnern des NS-Regimes mit umfassenden Kontakten zum Ausland (Schweiz, Spanien) und zu internationalen Organisationen zurück.
    Dr. Dr. Erwin Goldmann, jüdischer Herkunft und im Dritten Reich Betreuer der nichtarischen Christen in Württemberg, dann mit Berufsverbot belegt und später verhaftet, schrieb in seinem Buch „Zwischen den Völkern“(1) auf Seite 129 ff: „Im Jahre 1938 erzählten mir Gestapo-Beamte bei einer der häufigen Rücksprachen wegen der Angelegenheiten meiner Schutzbefohlenen, in Berlin habe bei den zuständigen Stellen ein jüdischer Bank-Direktor, Georg Kareski, als überzeugter Zionist wiederholt den Vorschlag gemacht, das Tragen eines Judensterns einzuführen.
    Da mir klar war, zu welchem Unglück in verschiedener Hinsicht eine solche Maßnahme führen müßte, rief ich ihn sofort in Berlin an.“ Am übernächsten Tag suchte Goldmann den Zionisten auf, und Kareski verteidigte hart seine Meinung: „Kareski hat deshalb auch die Nürnberger Gesetze von 1935 (zur Reinheit des deutschen Blutes) ehrlich bejaht und sah in ihnen Weg zu einer klaren Trennung der beiden Völker – bei Berücksichtigung ihres Eigenlebens (siehe Dokument).

    .
    f.f.
    .
    @EJott – entspricht vorgeschriebenes den Tatsachen? Können Sie da helfen?

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    @ Hänschen Klein

    Nun ja, wenn Sie den Judenstern ins Spiel bringen, müßte man doch auch sagen können: Die ersten Opfer der Juden sind die Juden selbst. Sind Ihnen die Regeln der Sprache und der Logik so egal?

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    @ Hänschen Klein

    Wenn man Ihre Analogie (Judenstern) ernst nimmt, müßte das doch heißen, dass die Burka von den schlimmsten Feinden der Muslime aufgezwungen wurde.

    Was sagt Ihnen das?

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    Die Burka ist ein Mittel zu religiöser Diskriminierung, denn sie soll Religionszugehörigkeit nach außen hin ERKENNTLICH machen. (Wie der Judenstern übrigens auch) Wer ja sagt zur Burka, sagt also auch ja zu religiöser Diskriminierung. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

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    @S.W.: Bei einem Anteil von 4-5 & Prozent, den Moslems in diesem Lande haben. (Zum Vergleich: Israel, dass sich mehr Sorgen wegen konkreterer Gefahren machen muss “19,7% der Gesamtpopulation waren Araber, darunter 83,0% Moslems”)

    … obwohl o.t.… interessante Zahlen, die Sie hier ‚bringen‘.
    .
    Wenn ich für Israel 7,6 Mio Einwohner lt. Wiki unterstelle, komme ich auf etwa 1,24 Mio Mohammedaner.
    .
    Wenn ich für Deutschland 82 Mio unterstelle, komme ich, bei einem Anteil von nur 4%, auf 3,28 Mio Mohammedaner. Tatsächlich dürften es wesentlich mehr sein. Einschließlich der hier illegal ‚Eingewanderten‘.
    .
    Meinen Sie, dass Mohammedaner eben so leicht wie nach Europa, auch in Israel ‚einwandern‘ dürfen? Wenn Sie schon Israel als Beispiel anführen?

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    @ Alan Posener

    Sie haben recht. Mit dem Papstvergleich habe ich rhetorisch überzogen. Ich entschuldige mich dafür.

    Die Burka ist das Zeichen eines radikalen Mißtrauens, der Gesellschaft gegenüber und den Frauen gegenüber. Unsere Gesellschaft muß auf einem vorausgesetzten (nicht immer tatsächlich gegebenem) Grundvertrauen basieren. In der psychologischen Entwicklung des Menschen finden Sie die Spiegelphase und das Fremdeln. Das Kind unterscheidet zwischen dem vertrauten Gesicht und den fremden. Erst langsam lernt das Kind auch in fremden Gesichtern zu lesen und zu unterscheiden. Von diesen Erfahrungen sind wir auch als Erwachsene bestimmt. Wenn man diese grundsätzliche psychologische Erfahrung negiert und eine Toleranz gegen das uns Abstoßende verlangt, gehen Hänschenklein, der blonde Hans und andere Phobiker zurecht auf die Palme. Es ist nicht zulässig, von den Ansässigen alle Bringschulden der „Integration“ zu verlangen, von den Ankommenden jedoch keine. Den Frauen die Burka zu nehmen heißt nicht, sie das Gesicht verlieren zu lassen. Im übrigen richtet ein Burkaverbot hauptsächlich gegen die Männer, die das auch in Paris und Rotterdam etc. verlangen. Denen sollte gesagt werden, dass sie besser in Rijadh oder Meknes aufgehoben sind.

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    @Hänschen Klein

    Sie mögen’s deutsch? Ich hab‘ da noch ein paar schöne, alte, gutdeutsche Redewendungen auf Lager.
    Z.b. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    „Es reicht schon, NICHT wegzuschauen. Aber WEGSCHAUEN war ja schon immer eine deutsche Tugend, gelle?“
    Nun, Ihre Fähigkeit, über den eigenen Meinungs-Tellerrand hinausszuschauen scheint auch auf ein Minimum begrenzt. Auch diese selektive Wahrnehmungsform ist „Wegschauen“ und, herzlichen Glückwunsch, Sie damit Ur-Deutsch… nach Ihrem Verständnis für deutsche Tugenden zumindest.
    Da ist die Frage doch eher, wo Sie hingesehen habe und warum? Vielleicht schon mit einer vorgefertigten Meinung, die Sie bestätigt sehen wollten? Ich sehe Anderes, und lebe im selben Land wie Sie.

    Und die German Angst?
    Da ist sie wieder:
    „Mehr. Ich wehre mich gegen eine Zwangsislamisierung Deutschlands und Europas. Das ist mein Recht und meine Pflicht meinen Kindern gegenüber.“
    Noch ein Hans, auch blond, was wichtig scheint.
    Der schon Zwangsislamisierung sieht wo wir darüber streiten, wie viele Rechte WIR gewähren.
    Bei einem Anteil von 4-5 & Prozent, den Moslems in diesem Lande haben. (Zum Vergleich: Israel, dass sich mehr Sorgen wegen konkreterer Gefahren machen muss „19,7% der Gesamtpopulation waren Araber, darunter 83,0% Moslems“)
    Aber so ist das mit der Angst, sie ist abstrakt und durch keine Argumentation der Welt aus eben dieser zu schaffen.
    Ich bin übrigens zivilisierter Mensch, begrüße die meisten herzlich. Die Probleme leugnen, die Multi-Kulti mit sich bringt, will ich nicht. Aber ich weiß auch, dass eine charmante Frau mit Kopftuch mir ein besserer Gesprächpartner und Mitmensch ist, als ein angstgetriebener „Alle raus“- Schreihals.
    Und, liebe Gutdeutsche Hans‘ und Hänschens‘: Sie werden doch einsehen, dass Menschen, die bereits hier in zweiter und dritter Generation geboren wurden kaum auszuweisen sind?
    Es sei denn natürlich, Sie gehen neben diesem Geschrei hier auch noch den nächsten Schritt, der alle Angstgetriebenen im Laufe der Geschichte irgendwann gepackt hat, und holen wieder die Fackeln aus dem Keller.
    Nichts bleibt bestehen, Länder entwickeln sich, Kulturen entwickeln sich, Sprache, Kleidung, Werte.
    Diejenigen, die sich dagegen gestemmt haben (Allzuoft auch die in diesem Lande so gerne gerühmte christliche Kirche) haben zwar Schlachten gewonnen, auf lange Sicht aber immer verloren.
    Sie wollen bewahren? Schließen Sie sich zu Hause ein und warten Sie auf’s Ende. Oder arbeiten Sie konstruktiv an einem Dialog, der Entwicklung in die richtige Richtung ermöglicht.

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    EJ sagt: 13. April 2011 um 08:40
    @ derblondehans: Welcher zivilisierte Mensch will die in seinem Land haben?
    Ein Frage, die Sie gar nicht beantworten können.

    … Sie irren. Wenn ich zivilisiert streiche, kann ich das sehr wohl. Bleibt allein die Frage – ob ich das (jetzt und hier) beantworten will. Geduld, werter EJott.

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    @ derblondehans: Welcher zivilisierte Mensch will die in seinem Land haben?

    Ein Frage, die Sie gar nicht beantworten können.

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    Ich war nie bei PI und ich brauche auch kein PI, um mir ein Bild vom Islam zu machen. Es reicht schon, NICHT wegzuschauen. Aber WEGSCHAUEN war ja schon immer eine deutsche Tugend, gelle?

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    stan sagt: 12. April 2011 um 22:16
    … müssen wir die Freiheitsrechte aller Muslime in Deutschland beschneiden. Ergo: Burka-Verbot und – wenn es nach Ihnen ginge – wohl auch Minarett-Verbot. Langfristig sicher auch Islam-Verbot..

    .. ja. Ich wäre dafür. Das darf ich auch (laut) sagen und schreiben.
    Ich begründe meine Auffassung und wiederhole ich mich. Wenn es sein muss immer wieder.
    .
    Ich will keine Islamisierung Deutschlands und Europas. Warum?
    .
    Mohammedaner erklären mich, als nicht ihrer Religion zugehörig, zum Menschen zweiter Klasse, zum ‚Dhimmi‘. Gar zum Feind, wenn mir der ‘Dhimmi’-Status missfällt. Und mir missfällt der ‘Dhimmi’-Status.
    .
    Mohammedaner teilen Menschen in drei Klassen ein:
    .
    Die erste Klasse bilden die Mohammedaner selber. Sie allein verfügen über alle Rechte.
    Die zweite Klasse sind die sogenannten ‚Dhimmis‘, Angehörige bestimmter, im Koran benannter ‚Schriftreligionen‘ wie Juden und Christen.
    .
    ‚Dhimmis‘ haben eingeschränkte Rechte und müssen eine spezielle ‚Schutzsteuer‘ entrichten. Die dritte Klasse bilden die ‚Dharbis‘. In diese Kategorie falle alle die nicht Mohammedaner oder ‚Dhimmis‘ sind. ‚Dharbis‘ haben keinerlei Rechte, vor allem besteht für sie kein Schutz auf Leben und Eigentum. Mohammedaner können mit ihnen verfahren, wie sie wollen. Beispiele in Vergangenheit und Gegenwart zuhauf.
    .
    Mehr. Ich wehre mich gegen eine Zwangsislamisierung Deutschlands und Europas. Das ist mein Recht und meine Pflicht meinen Kindern gegenüber.
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    Ich fordere eine Volksabstimmung, einen demokratischen Volksentscheid, zum ‘Beitritt’ oder Nicht-‘Betritt’ der Türkei in die EU und auch zu Fragen der Einwanderung von abermillionen Mohammedaner.
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    Im Übrigen wird in Deutschland niemand benachteiligt. Das Jammern, ausschließlich das der Mohammedaner, angeblicher Benachteiligung wegen, geht auf den Keks.
    Eine Religion die dekretiert, dass Religionsabtrünnige ermordet werden MÜSSEN, ist gar keine Religion – sondern ein erbärmlicher, menschenfeindlicher Abschaumkult.
    .
    Damit ist auch schon alles gesagt über diesen Primitivkult und seine Anhänger. Nur das eine vielleicht noch: Welcher zivilisierte Mensch will die in seinem Land haben?
    .
    Aber zu dem hier oft angeführten Argument der garantierten Religionsfreiheit im GG.
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    Der Islam ist keine ‚Religion‘ im Sinne des Artikel 4 des Grundgesetzes, auch wenn er religiöse Elemente enthält, solange die Gewalt zu seinen Grundlagen und Äußerungsformen gehört.
    .
    Das GG deckt keine Bewegung, die zur Gewalt greift, nur weil sie sich ‚Religion‘ nennt. Zwischen dem Religionsverständnis des Artikel 4 des Grundgesetzes und dem Islam liegen Welten. Das zeigen viele Moslems selbst, indem sie Integration in den demokratischen Staat ablehnen und sich in Parallelgesellschaften organisieren.
    .
    Was unter ‚Religion‘ im Sinne des Grundgesetzes zu verstehen ist, entscheidet allein deutsches Recht.
    .
    Auch rechts- oder linksradikale Organisationen, denen Bereitschaft zur Gewalt nachgewiesen wird, haben ‚friedliche‘ Mitglieder. Gewaltbereite Organisationen werden zu Recht trotzdem verboten und vom Verfassungsschutz kontrolliert.
    .
    Im Falle des Islam kommt die Besonderheit hinzu, dass dieser seinen Mitgliedern erlaubt, die ‚Ungläubigen‘ zum Zwecke der Ausbreitung des Islam zu täuschen. Eine Verpflichtung zur Wahrheit (‚Du sollst nicht lügen‘) gibt es nicht. Nicht jeder ‚Friedliche‘ ist noch friedlich, wenn die Stunde etwa der Mehrheit kommt.
    .
    Vor diesem Hintergrund ist es ein Fehler, mit Hinweis auf ‚friedliche Moslems‘ die Tatsache zu verdrängen, dass Gewalttaten in der Lehre des Islam eine Grundlage haben und sich ‚im Namen Allahs‘ auf Befehl ausgerechnet der Geistlichkeit tagtäglich ereignen.
    .
    Ob der Islam eine ‚Religion‘ im Sinne des Artikel 4 Grundgesetz ist, kann also nicht am Maßstab der ‚friedlichen‘ Mohammedaner, sondern nur an der im Islam lehrmäßig verankerten Gewaltbereitschaft und Praxis gemessen werden.

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    @ stan: So isses zwar, aber mir ist lieber, Hänschen Klein ist hier als bei PI. Eines der schlimmsten Ergebnisse des Internets ist ja, dass es Fangemeinden möglich wird, sich abukapseln und sich nur noch von einer Quelle mit Meinungen versorgen zu lassen, die das bestätigen und verstärken, was man selber denkt. ich habe bei „AchGut“ versucht, dagegenzuhalten und wurde rausgeschmissen.
    @ Alt-68er: Ihre Metapher für meine Auseinandersetzung mit der Politik Joseph Ratzingers – „jeden Pups des Papstes zu einem Tsunami aufblasen“ – finde ich abstoßend. Aber abgesehen davon: ich rege mich eben nicht über Nonnen im Habit auf. Sondern ich setze mich intellektuell mit dem Oberhaupt des Katholizismus auseinander. Ebenso finde ich es falsch, wenn der demokratische Staat ausgerechnet bei den vermutlich schwächsten Elementen der muslimischen Zuwanderergesellschaft Härte zeigt: den Frauen, die entweder tief religiös sind oder von ihren Männern unterdrückt werden oder beides. Stattdessen sollte der Staat jene muslimischen Verbände unterstützen, die für eine liberale Auslegung des Islam kämpfen und die solchen Frauen den Weg aus der Verschleierung weisen. Einen Weg, der freiwillig gegangen werden muss. Eine obrigkeitlich festgesetzte Kleiderordnung ist ein Rückfall ins Mittelalter, der viel schlimmer ist als das, was er bekämpfen soll.

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    @stan
    „weil muslimische Fundamentalisten in islamischen Staaten Freiheitsrechte missachten“

    Nee, NICHT nur in islamischen Staaten.

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    @Alan Posener: Gut gebrüllt Löwe, aber man sollte die Franzosen nicht immer allzu ernst nehmen.

    Zuhause buckeln Sie untertänigst vor jedem“Patron“, Madame Le Pen mit der Einführung der Todesstrafe genießt Sympathien und Sarko baute dem Gaddafi ein Nomadenzelt.
    Nomadenzelte ja, aber nicht die passende Bekleidung erlaubt?
    Nun ja, sie haben ja noch Lagerfeld, der sie in Stilfragen beraten kann. Auch so ein Angst-Deutscher, wie wir.

    Daß sie nicht gegen Kernenergie auf die Straße gehen ist nicht mehr ganz aktuell, am Wochenende gab es auch auf Französischer Seite angeblich 5000 Protestanten gegen Fessenheim. Die „German-Angst“ wirkt epidemisch, zieht langsam über den Rhein.

    Seit heute werfen sie uns Deutschen und den USA vor, daß wir in Libyen nicht den 3. Weltkrieg anfangen. Muß uns das jucken? Wohl eher nicht, denn wir haben so viel Erfahrung mit gerechten und ungerechten Kriegen, daß daß wir in den Augen der Franzosen lieber, dumm, unfähig und feige sein wollen. Ist doch besser , daß sie über uns lachen, als daß sie Angst vor uns haben.

    Vielleicht hatte ich eben – jedes blonde Huhn findet auch mal ein Korn – einen Geistesblitz.
    Ist das mit der“German Angst“ womöglich eine Französische Projektion, wo wir doch gerade so ausführlich beim Thema Projektionen waren?
    Interessanter Gedanke, finde ich.

    Saumäßig guter Beitrag von Ihnen, finde ich ebenfalls!!

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    @derblondehans
    „Befreiung’ der Frau von der Burka..“
    Die Burka ist ja wohl das geringere Übel, aber über Symbole lässt sich natürlich trefflich streiten..
    Sie machen es sich zu einfach:
    Warum ist denn das so weit gekommen? In Paris, in Bonn mit seiner berühmten, islamistische Parolen verbreitenden König-Fahd-Akademie, die lange Jahre von einer Schulbehörde ignoriert wurde, die sich doch sonst so gerne um jeden Sch.. kümmert.
    Was das andere von Ihnen angeführte betrifft („Verteidigung, Einmärsche“) soll sich die „BRD“ erst mal darüber klar werden, was sie überhaupt verteidigen will, bevor sie Großmacht spielt.
    Nee, is‘ schon klar: Mit dem Burkaverbot wird ein Zeichen gesetzt.

    @alt 68er
    Ich glaube eher das „Kommentariat“ hat mittlerweile zu 90% mit sich selber zu tun, wird also autark. Naja, bis Frau Heckel den Hahn abdreht..

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    Was denken die fast halbe Millarde in Lateinamerika ueber den Islamstreit in Europa und die Naher-Osten-Sorgen der USA und NATO ? „Das Gefaehrliche fuer UNS waere wenn die USA und NATO vom Nahen Osten ABLASSEN – und sich anstatt auf Suedamerika konzentrieren !“ ( In „Arco de Fronteiras“ 14.3.11 von Oberst a.D. Gelio Fregapani, vorher Direktor des nationalen Nachrichtendienstes und der Militaerintelligenz Brasiliens im Amazonasraum. Ueber den Lybieneinsatz der NATO: „Komisch…“).

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    Ich möchte hier keine von euch widersprechen aber:
    1. das französische Gesetzt verbietet nicht die islamische Bekleidung sondern nur Burka. Also meine Meinung nach, hier handelt es sich nicht um Menschenrechtsverletzung.
    2. Die Burka hat nicht mit Islam zu tun, sondern ist im Laufe der islamische Geschichte und je nach der islamische Gruppen und deren Meinung über die Rolle der Frauen in der Gesellschaft angeordnet wurde, und ich betone auf „angeordnet“. Somit haben islamische Länder, verschiedene Frauen Bekleidung. Also das französische Gesetz verletzt gar nicht der Islam. Und ich kann euch nur raten zwischen Islam und seine Interpretationen durch islamische Gruppen – die manchmal verehrende Folgen für die Menschen haben können – streng unterscheiden.
    3. Ich denke genauso gehört zu Demokratie dass jede Land seine eigene Gesetzte bringt was für diese Länder gerade wichtig ist. Wenn für Deutschland Atomenergie wichtiger ist als Burka dann soll es auch so sein aber kann man auch die Franzosen deren Entscheidungen lassen.
    4. Burka hat in westliche Länder schlicht und einfach nicht zu suchen, weil Kommunikationsverhalten in diese Länder anderes sind. Stelle ich mir als eine Frau vor, zu eine Frauenärztin die Burka trägt gehen!! hmmmm! Muss ich mir sagen dass innere Schönheit oder intellektuelle zählt?!!!! Wie viele Frauen mit Burka sind denn(oder besser gesagt: dürfen) überhaupt Ärztinnen, Ingenieurinnen….. werden? Gibt es Statistik? Ich kann mir vorstellen, wird exotisch wenig!
    5. Als eine Frau ,die aus eine Islamische Land kommt kann ich sagen dass, viele Frauen(natürlich nicht alle) in Frankreich die Burka tragen innerlich und heimlich vor ihre Männer sich freuen dass sie Männerherrschaft los werden können und viele davon können nicht mehr von Ihre Männer geprügelt werden, weil ab Morgen wird es für alle sichtbar.

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    @ Hänschen Klein: Ihre Logik ist bestechend. Weil muslimische Fundamentalisten in islamischen Staaten Freiheitsrechte missachten, müssen wir die Freiheitsrechte aller Muslime in Deutschland beschneiden. Ergo: Burka-Verbot und – wenn es nach Ihnen ginge – wohl auch Minarett-Verbot. Langfristig sicher auch Islam-Verbot.

    Herr Posener hat Ihre Argumentation bereits als das entlarvt, was sie ist: Stammtisch-Geschwätz auf unterstem Niveau dumpfer Rassisten vom Schlage der PI-Kommentatoren. Bleiben Sie doch einfach dort und unterhalten sich mit ihre Gesinnungsgenossen munter weiter über die bevorstehende Islamisierung Europas.

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    … ooops. Noch einmal
    .
    Hallo Fr. Heckel. Wäre ja fair wenn ich mich ‚wehren‘ dürfte.
    .

    KJN sagt: 12. April 2011 um 17:33 @derblondehans: Unsere Kleiderordnung per Gesetz regeln aufgrund des mittelalterlichen Verhältnisse in Afghanistan? Da krieg’ ich auch Beklemmungen.

    … moin, moin – Sie vergessen, dass für ‚Liberté, Égalité, Fraternité‘, sprich ‚Demokratie‘, die Bundeswehr in Afghanistan einmarschiert ist. Also auch für die ‚Befreiung‘ der Frau von der Burka, u. a.. Oder ist die Burka für Sie ein ‚demokratisches‘ Symbol?
    Jedenfalls wurde der Einmarsch, den zu Hause gebliebenen ‚Angsthasen‘, so begründet. Was denn nun? Und nun haben wir ‚mittelalterlichen Verhältnisse‘, Ihre Worte, in Europa. Fast.
    .
    Ich war, wie die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der ‚DDR‘, gegen den Einmarsch der UdSSR, mit Billigung und Propagierung der Ex, in Afghanistan 1979 und war und bin auch gegen den Einmarsch der Bundeswehr, wieder mit Billigung und Propagierung der Ex und wieder gegen den Willen der Mehrheit der Deutschen.

    Bilder aus Paris. Nicht Afghanistan. Südländer, Fachkräfte, Ingenieure, IT-Spezialisten, Anzugträger – die pure Herzlichkeit, so Fr. Böhmer, – bei der täglichen Vergatterung.
    .
    Vielleicht kann Hr. Friedmann mal die kommentierenden Meinungen der ‚French Angst‘ übersetzen.
    .
    Diese Franzosen aber auch. Ich mag Franzosen.

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    @ 68er

    köstlicher Humor!

    @ Alan Posener

    „Kommentariat“ Chapeau! Das ist fast ein Knock-out! Sie sind in Fahrt. Das ist wohl eine Mischung aus Prekariat und Kommissariat. Sie bringen die Juden/Drittes Reich ins Spiel und waschen ihre Hände in Unschuld, wenn Sie „die Früchte des (Ihres) Zorns ernten“. Vielleicht können Sie dort noch der „Rage“
    entgegenhalten. Den Ring wechseln gilt nicht. Das ist unfair – auch im Boxsport.

    Burkaverbot mag gegen die Menschenrechte verstossen, die sich auf Universalität, Egalität und Unteilbarkeit stützen. Toleranz (etwas hinzunehmen, was einem zuwider ist) mag auch die höchste aller zivilisatorischen Errungenschaften sein. Ich wage jedoch zu bezweifeln, ob die Burka die „Freiheit des Anderen“ repräsentiert. Ich bezweifle auch, ob die Sache so irrelevant, nebensächlich ist, wie Sie angeben. Die Sache ist von hohem symbolischen Wert. Es gibt nun mal eine Dynamik der Begegnung zwischen Ansässigen und Ankommenden. Wahrscheinlich ist nicht die freundliche Aufnahme des Fremden primordial, sondern ein Mißtrauen, eine Xenophobie, eine Befremdung. Diese können im historischen Prozess durch Gesetze der Gastfreundschaft, durch Gastrecht, Integration, Heirat zivilisiert werden. Nie und nimmer kann Gastfreundschaft und Aufnahme in unsere Gesellschaft jemanden erwiesen werden, der vor uns (sei es freiwillig oder gezwungermaßen) sein Gesicht verhüllt. Ich möchte auf das Essay von Sami Nair in Lettre International/91 „Europa wird mestizisch – Globale Wanderungsbewegungen und die Verteidigung des Säkularismus“ hinweisen. Sami Nair, der aus dem Maghreb stammt, fordert die Anpassung des Islam an die kulturellen und normativen Bedingungen der europäischen Gesellschaften; Schlüsselfragen sind für ihn die Gleichstellung der Geschlechter und die Trennung von Geistlichem und Weltlichem. Mich wundert etwas, dass Sie jeden Pups des Deutschen Papstes zu einem Tsunami aufblähen, hier jedoch im Namen der „Toleranz“ beide Augen zudrücken. Die Burka perpetuiert die radikale Befremdung. Wir müssen nicht auf das radikalste unsere Befremdung überwinden.

    P.S. Im übrigen gilt hier mit Ausnahme der Karnevalszeit ein Vermummungsverbot. Vermummte Gestalten sind ein Sicherheitsrisiko – es sei denn, ein Broder hat sich darunter versteckt.

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    Ich befürchte zwar, daß es nicht immer richtig ist, liberal zu reagieren, aber, @derblondehans: Unsere Kleiderordnung per Gesetz regeln aufgrund des mittelalterlichen Verhältnisse in Afghanistan?
    Da krieg‘ ich auch Beklemmungen.

    @68er: Ich wette mit Ihnen, auch hier wird es über 50 Kommentare geben – das Thema beinhaltet Religion!

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    @Hänschen Klein

    Nomen est Omen.
    „Ausschalten der Menschenrechte durch Vertreter des Islam läuft unter Multikulti.“

    Wo sehen Sie denn Ihre Menschenrechte eingeschränkt? Nicht mal dummdreistes rausposaunen billiger Ressentiments ist Ihnen verboten. Und Ihr Verweis auf Lichtenberg und „die Wahrheit“:
    Die Wahrheit ist ein subjektiver Begriff. Es war mir schon immer zuwider, dass die Sarraziner meinten, ihrem neuerlichen Lichtbringer „die Wahrheit“ zuzubilligen. Aus reinem Mangel an Verständnis dafür, dass „die Wahrheit“ in diesem (wie den meisten anderen Fällen) der subjektiven Wahrnehmung entspringt und damit auf keinen Fall Anspruch darauf hat, allgemeingültig zu sein. Nicht umsonst streiten die klügsten Köpfe und Philosophen um den Wahrheitsbegriff. Ihre Wahrheit hier ist z.b. schon mal nicht meine. Bevor Sie also glauben, andere mit Ihrer „Wahrheit“, die einer doch sehr eingeschränkten Wahrnehmung entspringt, herabsetzen zu müssen, überdenken Sie doch bitte mal, dass auch Ihr Wahrheitsanspruch an totalitäres Denken grenzt, schließlich grenzen Sie damit andere Erfahrungen aus und werten diese herab. Und damit sind Sie den von Ihnen so verhassten bösen „Islamischen Ideologien“ näher, als Ihnen lieb sein sollte. Ein wenig mehr Toleranz und Weitsicht und ein wenig mehr Verzicht auf Hänschen-Kleingeistigkeit und schon ließe sich das Stammtischniveau überwinden.

    @Alan Posener
    Vielen Dank für den Artikel. Wie Sie wissen, teile ich Ihre Auffassung.
    Es gibt den schönen Spruch: „Niveau sieht nur von unten aus, wie Arroganz“. Ich finde nicht, dass Sie sich hätten rechtfertigen müssen. Jeder weiß, was mit „Stammtisch“ gemeint ist, es sei denn, er möchte es nicht verstehen…

    „In einer freiheitlichen Gesellschaft sind vermummte Gestalten, die ihr Gesicht nicht zeigen mögen geradezu eine Provokation.“
    Wenn wir beginnen zu verbieten, was uns provoziert bitte ich um ein Verbot solcher Äußerungen. Intoleranz und Leitkulturanspruch provoziert mich.
    Oder, wie Herr Posener so schön anmerkte, wie freiheitlich ist die Gesellschaft, die ein solches Verbot nötig hat, weil Menschen wie Sie wollen, dass andere ihnen genehm sind?

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    Die German Angst richtet sich eben gegen die Rechte, sowohl gegen die liberale Rechte (Angst um den Sozialstaat) wie gegen nationale Rechte(Angst vor nationalen Alleingängen, Angst vor Enthemmung von Feindseligkeit gegen Minderheiten).

    Das kann durchaus mit der Geschichte zu tun haben.

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    @Alan Posener
    „@ Hänschenklein: Sie sind genau das, was ich unter “Stammtisch” verstehe.“

    Damit lebe ich im Zweifelsfalle lieber als mit der Einstufung, die die islamische Ideologie für Atheisten bereit hält.

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    @ Alle: Ich meine natürlich den polnischen Klempner (danke, Matthias Heine).
    @ 68er: Warum soll ich immer die ganze Arbeit machen? Sie haben ja letzte Woche das Muster bekommen, wenden Sie es selber an. Aber Sie haben natürlich Recht: Ohne Juden / Israel / Drittes Reich kann sich das Kommentariat nicht so richtig in Rage schreiben. Nächstes Mal vielleicht.

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    @ Alan Posener

    Ich habe bei dem Beitrag eine psychologisierende oder erbbiologische Erklärung für die „French Angst“ vermisst.

    Ein Hinweis auf Vercingetorix oder eine angeblich nicht verarbeitete Kolonialschuld, am besten aber noch ein Verbindung zu Petain, hätte dem Artikel einen gewissen posenerschen Pep geben können.

    So, tippe ich, wird der Beitrag auf weniger als 50 Kommentare kommen.

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    @ Hänschenklein: Sie sind genau das, was ich unter „Stammtisch“ verstehe. Weder wissen Sie, was „Multikulturalismus“ bedeutet, noch gehen Sie auf mein Argument ein, dass auch Leute, deren Ansichten mir zuwider sind, Menschenrechte haben.
    @ Wolfgang Schäfer: Wenn Sie wissen wollen, was ich unter „Stammtisch“ verstehe, siehe oben. Der Versuch, die Kritik am dumpfen Ressentiment als intellektuelle Arroganz zu verkaufen, ist unredlich. Nirgends habe ich „Otto Normalverbraucher“ als „kleingeistig“ bezeichnet. Wenn Sie den Normalbürger mit dem Stammtischbesucher identifizieren, ist das Ihr Problem, nicht meins. Ich habe ja im Gegenteil geschrieben, die Menschen in Deutschland könnten offenbar sehr wohl zwischen echten Problemen (Atomkraft) und Scheinproblemen (ein paar Burkatgrägerinnen) unterscheiden und hätten das bei den letzten Wahlen unter Beweis gestellt. Ansonsten schreiben Sie, Burka-Trägerinnen seien eine „Provokation“ für eine „freiheitliche Gesellschaft“. In der Tat. Seit wann reagieren freiheitliche Gesellschaften auf Provokationen mit einem Verbot der Provokation?

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    Der geübte intellektuelle Pyrotechniker Alan Posener gefällt mir an sich, er wird noch am ehesten der Blogbezeichnung gerecht. Störend finde ich aber seine Geringschätzung Otto Normalverbrauchers, die sich hinter der Vokabel „Stammtisch“ versteckt.

    Was will uns das Bild sagen? Auf der einen Seite der scharfsinnige Allesversteher und auf der anderen Seite die kleingeistige Mehrheit, die ihre Ängste im Halbrausch unter ihresgleichen artikuliert ohne die in Theoriedebatten hochgehaltene bedingungslose Toleranz allem und jedem gegenüber zu beachten. Das finde ich einfach nur arrogant.

    Zum Thema Burkaverbot in der französischen Öffentlichkeit meine ich: recht so! In einer freiheitlichen Gesellschaft sind vermummte Gestalten, die ihr Gesicht nicht zeigen mögen geradezu eine Provokation. Dies mit dem Tragen von Atemschutzmasken zu vergleichen ist einfach nur albern.

  41. avatar

    „Atomkraftwerke lassen sich nämlich ausschalten, ohne dass die Menschenrechte unserer Mitbürger verletzt werden“

    Und das Ausschalten der Menschenrechte durch Vertreter des Islam läuft unter Multikulti.

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