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Das Schwein des Anstoßes. Über die Kulturalisierung von Ressentiments und Hass

Man k√∂nnte es kurz machen und fragen, wie armselig es um eine Kultur bestellt sein muss, wenn der Verzehr von Schweinefleisch zu einem ihrer identit√§tsbildenden Kerne erkl√§rt wird. Doch kennen alle Kulturen Speisetabus und alle Religionen Speisegesetze, die mehr oder minder strikt eingehalten werden. Also m√∂chte ich versuchen, die aktuelle Diskussion um Schweinefleischgebote und -verbote ernst zu nehmen. Aus hygienisch-gesundheitlichen, sozio-√∂konomischen oder anderen zutiefst profanen Gr√ľnden einmal erlassen, wurden Speisegesetze kulturell bzw. theologisch veredelt und schlie√ülich zu einem verbindlichen Teil der kulturellen Eigenart bzw. des religi√∂sen Bekenntnisses erhoben. Hier reden wir nicht √ľber das Fleisch von Babyrobben oder Pferden, von Hunden oder Katzen. Wir reden √ľber das Fleisch von Schweinen, dessen Verzehrverbot der Islam vom Judentum √ľbernommen hat, so wie umgekehrt der Hellenismus die Verachtung und Verh√∂hnung schweinefleischfreier Ern√§hrungsweisen dem Christentum vererbte, das es wiederum an den radikalen S√§kularismus unserer Tage weiterreichte. Weiterlesen

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