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“PoC”, PC usw.: Wie Begriffe ihre Unschuld verlieren

Auf Facebook und Twitter entspann sich eine etwas surreale Diskussion um die Frage, ob ich die AfD als „fremdenfeindlich“ bezeichnen dĂŒrfe. Eine solche Bezeichnung, die andersaussehende Menschen als „fremd“ bezeichne, mache blind fĂŒr den Rassismus, wenn sie ihn nicht sogar fördere. Eine tĂŒrkischstĂ€mmige Diskutantin – wenn man bei der Beschimpfung, um die es meistens ging, wirklich von Diskussion reden kann, meinte, damit wĂŒrde ich „alles negieren, wofĂŒr PoC seit Jahren in Deutschland kĂ€mpfen“. „PoC“ ist die AbkĂŒrzung fĂŒr „People of Colour“, wofĂŒr es anscheinend keinen deutschen Begriff gibt. Jedoch bloß weil er nicht deutsch ist, ist die Bezeichnung „PoC“ nicht besser als „Farbige“; sie ist rassistisch, faschistisch und antisemitisch.

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Bruce Gilley und die AfD

Jeder kennt die Szene aus „Leben des Brian“, wo die „Volksfront von JudĂ€a“ (VVJ – nicht zu verwechseln mit der „JudĂ€ischen Volksfront“ oder der „Volksfront zur Befreiung JudĂ€as“) einen Anschlag auf die römischen Imperialisten plant:

„Sie haben uns weiß geblutet, die Schweine“, sagt ihr AnfĂŒhrer. „Was haben sie je als Gegenleistung erbracht, frage ich?“ Da hagelt es aus den Reihen der RevolutionĂ€re Antworten: Wasserversorgung, sanitĂ€re Einrichtungen, Straßen, medizinische Versorgung, öffentliche BĂ€der, Schulen, Sicherheit und Ordnung, Frieden.

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Unheimliche BrĂŒder

Die Muslimbruderschaft ist wie eine Schattenarmee. Niemand bestreitet ihren Einfluss auf die Vertreter des politischen Islam in ganz Europa. Und doch bekennen sich nur sehr wenige Muslime offen zur Bruderschaft. Das ist angesichts der Tatsache, dass die Organisation in Deutschland wie in den meisten anderen europÀischen LÀndern als antidemokratisch eingestuft wird, die offene Mitgliedschaft also nicht karriereförderlich ist, auch nicht verwunderlich.

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Jakob Augstein und Mahmud Abbas

Es gibt eine bestimmte Art von Linken, deren Haltung man etwa wie folgt umschreiben kann: sie sind fĂŒr die muslimische Einwanderung in Deutschland und gegen die jĂŒdische Einwanderung in PalĂ€stina.

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Warum ich ein Linker bin

Mein Freund, Ex-Genosse und Ex-Kollege Rainer Werner hat an dieser Stelle geschrieben, warum er kein Linker sei. Er begrĂŒndet das mit seinen Schul-Erfahrungen. Ich habe – kommend aus derselben maoistischen Organisation – die gleichen Schul-Erfahrungen gemacht. Sie reichen jedoch nicht aus, um eine absage an das Links-Sein zu begrĂŒnden. Sie reichen nur aus, um bestimmten Spielarten der linken PĂ€dagogik eine Absage zu erteilen.

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Ernst Nolte, JĂŒrgen Zimmerer, Jakob Augstein: Relativierer des Holocausts

Lange Zeit galt die Relativierung und „Historisierung“ des Holocausts als PhĂ€nomen der Rechten. DafĂŒr mag die Debatte um Ernst Nolte als Beispiel dienen. Innerhalb des „KyffhĂ€user“-FlĂŒgels der AfD um Björn Höcke ist dieses Denken noch – oder wieder – virulent. Gleichzeitig aber ist seit Jahrzehnten innerhalb der „antiimperialistischen“ Linken eine Ă€hnliche Historisierung und Relativierung im Gange. DafĂŒr haben JĂŒrgen Zimmerer – den ich hier wiederholt kritisiert habe – und Jakob Augstein wieder einmal ein Beispiel geliefert.

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Nein, JĂŒrgen Zimmerer, der Holocaust ist nicht eine Folge des Kolonialismus

In einem Beitrag fĂŒr „Starke Meinungen“ hatte ich dem Hamburger Historiker JĂŒrgen Zimmerer „GeschcihtsfĂ€lschung in exkulpatorischer Absicht“ vorgeworfen, weil er eine „Genealogie des Genozidgedankens“ vom Massaker an den Herero und Nama zum Holocaust konstruiert. Zimmerer fĂŒhlt sich von mir missverstanden. Zur KlĂ€rung seiner Ansichten verweist er in einem Tweet auf ein Interview, das mein Kollege Sven-Felix Kellerhoff mit ihm vor nicht ganz einem Jahr gefĂŒhrt hat. Jedoch wird in diesem Interview erst recht klar, dass Zimmerer den Holocaust lediglich als Fortsetzung der Kolonialverbrechen ansieht und sich die elementare Frage nicht stellt, die Götz Aly so formulierte: „Warum die Deutschen? Warum die Juden?“

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JĂŒrgen Zimmerer relativiert den Holocaust

Der Historiker JĂŒrgen Zimmerer stellt die Auslöschung des europĂ€ischen Judentums in die Tradition des europĂ€ischen Kolonialismus. Dadurch missversteht er den Holocaust und relativiert ihn; und das alles nur deshalb, weil er den Kolonialismus im Sinne der modischen Ideologie des Antiimperialismus – der „postkolonialen Studien“, wie man sich akademisch ausdrĂŒckt – verteufeln will.

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Die autoritÀre Revolte

Bei einem Vortrag in Schnellroda vor anderthalb Jahren erinnerte sich Björn Höcke an den 9. November 1989. Er und sein Vater hĂ€tten die Bilder aus Berlin im Fernsehen angeschaut und seien einander weinend in die Arme gefallen. „Als wir uns voneinander lösten, sagte mein Vater einen Satz, den ich nie vergessen werde. Er sagte: ‚Das ist das Ende des deutschen Volkes.‘“

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Der Papst entschuldigt sich

Papst Franziskus hat sich in Bolivien fĂŒr die SĂŒnden der Kirche bei der Eroberung SĂŒdamerikas entschuldigt: Gut so. Freilich hat er diese Entschuldigung im Rahmen einer Rede vorgebracht, die vor antiimperialistischer – also antiamerikanischer – und antikapitalistischer Rhetorik nur so troff und eher nach Che Guevara als nach Ave Maria klang. Ich frage mich: Wo bleiben die Proteste deutscher Katholiken? Noch vor wenigen Jahren jubelten sie alle Benedikt zu, der ganz anders sprach und dachte. Nun feiern sie Franziskus. Wo ist die „Generation Benedikt“? Wo sind die Salon-Katholiken, die ĂŒber die „benedittinische Wende“ in VerzĂŒckung gerieten? Der geistige Opportunismus der katholischen Publizistik scheint grenzenlos.

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