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Jakob Augstein und Mahmud Abbas

Es gibt eine bestimmte Art von Linken, deren Haltung man etwa wie folgt umschreiben kann: sie sind für die muslimische Einwanderung in Deutschland und gegen die jüdische Einwanderung in Palästina.

Auch wenn die meisten Linken, auf die jene Zuschreibung zutrifft, sie weit von sich weisen würden, äußert sie sich etwa darin, dass der Antisemitismus muslimischer Zuwanderer – also ein Angriff auf die politischen Grundfesten unserer Gesellschaft – mit dem Hinweis auf die Folgen der jüdischen Zuwanderung in Palästina entschuldigt wird.

Womit wir bei Jakob Augstein wären.

Rinks und Lechts

Bevor ich mich Augstein zuwende, möchte ich nur darauf hinweisen, dass dieser linken Haltung eine Einstellung auf der Rechten fast spiegelbildlich entspricht: Man ist gegen die muslimische Zuwanderung und macht die Juden indirekt dafür verantwortlich, weil sie ja den Deutschen wegen Auschwitz ein schlechtes Gewissen gemacht haben, so dass sich die Deutschen nicht zu wehren trauen. Dieses Ideologem – dass der „Judenknax“ (Dieter Kunzelmann) die Deutschen enteiert hätte – ist nicht das einzige, das inzwischen von links nach rechts gewandert ist, so wie der Israelhass nach 1967 von rechts nach links gewandert ist.

Den Juden kann das relativ egal sein. Nur ein sehr dummer Jude würde sich bei solchen inner-arischen Grabenkämpfen auf die eine oder andere Seite schlagen.

Nun aber doch wie versprochen zu Jakob Augstein.

In einer seiner Kolumnen für „Spiegel Online“ schreibt Augstein anlässlich des Söder’schen Kreuz-Erlasses über „die Macht der (religiösen) Symbole“. Dabei vermengt er die Anordnung des Bayrischen Kabinetts, also der Staatsmacht, in allen staatlichen Einrichtungen Kreuze aufzuhängen mit dem Aufruf der Jüdischen Gemeinde Berlin, aus Solidarität mit den nicht nur in der Hauptstadt bedrängten Juden, mit Kippa zu einer Demonstration vor dem Gemeindehaus zu erscheinen. Anlass war der Angriff eines syrischen Arabers auf einen israelischen Araber, der, um die Berichte seiner jüdischen Freunde über antisemitische Angriffe einer praktischen Probe zu unterstellen, seinerseits sich eine Kippa aufgesetzt hatte. Augstein dazu: „Groß war der Wunsch, Wiedergutmachung zu leisten. Also trafen sich etwa in Berlin zweitausend und paar Wohlmeinende vor einer jüdischen Einrichtung. Und ganz viele hatten sich dafür extra eine Kippa aufgesetzt.“

Man darf annehmen, dass der aufgeladene Begriff „Wiedergutmachung“ mit Bedacht gewählt wurde, entweder von Augstein selbst oder seinem inneren Antisemiten. Bekanntlich war die „Wiedergutmachung“ – also die Entschädigung für Enteignung, Vertreibung, Deportation und Mord – lange Zeit für die äußerste Rechte in Deutschland ein ähnliches Reizthema wie heute die Zahlungen an Flüchtlinge. Es ging aber bei der Demonstration, wie ausgeführt, nicht um „Wiedergutmachung“, sondern um Solidarität. Und es „trafen sich“ nicht „Wohlmeinende“ (also „Gutmenschen“) vor einer „jüdischen Einrichtung“, sondern sie folgten eben dem Aufruf der Jüdischen Gemeinde.

Dazu schreibt Augstein: „Was war das: Todtraurig oder zum Totlachen? In der Hauptstadt des Holocausts bemächtigen sich die Nachkommen der Täter inbrünstig eines religiösen Symbols ihrer früheren Opfer, und schlüpfen dadurch – für kurze Zeit – selbst in die Rolle des Opfers. Der jüdische Publizist Armin Langer schrieb, diese Demonstration sei, bei allem guten Willen, ein klassisches Beispiel für das hinlänglich bekannte Phänomen der kulturellen Aneignung, die darin besteht, ‚sich die kulturellen Merkmale von früher unterdrückten Minderheiten und sie ihrer originären Bedeutung zu berauben‘. Langer empfahl: „Wer nicht jüdisch ist und die jüdische Religion achten will, trägt keine Kippa.“

Nun ja, ich war da, und ich bin nicht eigentlich Nachkomme der Täter. Ich sah unter den Zweitausend auch etliche mir bekannte religiöse und nichtreligiöse Juden. Was die „kulturelle Aneignung“ angeht, so mag sie „hinlänglich bekannt“ sein, ich denke da etwa an den Blues und bekenne mich als Blues-Sänger dieser schrecklichen Sünde schuldig, doch besteht die Kultur des Judentums keineswegs darin, sich als Opfer zu fühlen. Wer also eine Kippa trug, fühlte sich nicht plötzlich als Opfer. Das ist alles so unsäglich doof, dass man eigentlich ganz schnell aufhören will, darüber zu schreiben. Nur eines noch: Wer Armin Langer als Autorität in Sachen Judentum zitiert, will die tatsächlichen Autoritäten und Vertreter des Judentums und der Juden in Deutschland bewusst (oder sein innerer Antisemit will das) delegitimieren.

So weit, so abgeschmackt.

Begründeter Judenhass ist OK

Nun aber zu dem, was wirklich interessant ist an Augsteins Kolumne. Über den Angriff auf den Israeli schreibt er: „Auch der Angriff auf den Kippaträger in Berlin hatte mit Religion wohl nichts zu tun und wurde sofort zum Politikum. Den genauen Grund des Angriffs kennt man nicht. War der Angreifer ein rassistischer Antisemit, der Juden hasst, weil sie Juden sind? Oder galt die Wut, die sich da Bahn brach, dem Nahostkonflikt, dem Schicksal der Palästinenser, der israelischen Besatzungspolitik?“

Mhm. Halten wir fest: Wer Juden grundlos hasst, ist Antisemit. Wer Gründe für seinen Judenhass vorbringen kann, ist kein Antisemit. So sieht es Jakob Augstein. Doch er ist „Nachkomme“ von Leuten, die durchaus „Gründe“ für ihren Judenhass zu nennen gewusst haben: den Gottesmord, den Hostienfrevel, die Zinsknechtschaft, die Protokolle der Weisen von Zion, die Russische Revolution, die Wall Street, ganz zu schweigen von der sexuellen Zersetzung des Abendlands und der Schwächung der männlichen Abwehrkräfte der Nation usw. usf. Ich empfehle dazu die Reden Philip Jenningers  und Martin Hohmanns

Augstein mag einwenden, dass all diese Gründe, die Millionen in ihren Bann zogen und Millionen das Leben kosteten, vorgeschoben seien, wir hätten es seitdem so herrlich weit gebracht, dass wir dafür nicht anfällig wären; die Wut gegen „die israelische Besatzungspolitik“ hingegen sei berechtigt. Doch erstens: Rechtfertigt eine wie immer gerechtfertigte Wut auf die Politik Israels den Angriff auf jemanden, der nicht als Israeli kenntlich war, sondern nur als Jude? Gibt es eine Kollektivhaftung der Juden in der ganzen Welt für die Politik Israels? Und inwiefern ist das besser oder auch nur anders als die Kollektivhaftung der Juden für die angeblichen Taten und Untaten der Rothschilds oder des Judas aus Karioth?

Der kollektive Hass auf alle Juden, egal wie er motiviert ist, hat einen Namen: Antisemitismus. Es wäre weiß Gott eher verständlich, würde Jakob Augstein als Deutscher in Israel vom Nachfahren eines Holocaust-Opfers zusammengeschlagen, weil er Deutscher ist; aber das wäre dennoch falsch, und es passiert übrigens nicht und ist niemals passiert. Weil in Israel alle verantwortlichen Politiker, die Schulen und Institutionen gelehrt haben, wie es Rabbiner und jüdische Vertreter weltweit gelehrt haben, dass die Juden Recht nicht Rache wollen, und dass sie von den Nachkommen Verantwortung erwarten, nicht Schuldeingeständnisse.

Abbas lässt die Katze aus dem Sack

Wie aber handeln die arabischen Führer? Augstein möchte einen sauberen Trennungsstrich ziehen zwischen dem Judenhass, der sich auf Israel bezieht, und dem alten Judenhass der Europäer. Darin ähnelt er mehr, als ihm lieb sein kann, den Politikern auf der Rechten, die von einem „importierten“ Antisemitismus reden, dem sie oft als „muslimisch“ bezeichnen. Dieser Tage hat Mahmud Abbas, „gemäßigter“ – sprich vollends korrumpierter – Führer der PLO und der Palästinensischen Autorität, gezeigt, was davon zu halten ist.

Wie schon in seiner Moskauer Doktorarbeit hat Abbas kürzlich in einer antisemitischen Rede eben jene klassischen Vorurteile gegen die Juden vorgebracht, die man von Europa her kennt, ergänzt um die „antiimperialistischen“ antisemitischen Verschwörungstheorien, die in der Linken ebenso umgehen wie in der arabischen Welt, denen zufolge, die Juden in Israel nichts weiter seien als Agenten der Imperialisten, als da wären Balfour, Hitler und die Amerikaner.

Die Tatsache ist, wie Jeffrey Herf vor Jahren nachgewiesen hat, dass die Nazis von 1933 bis 1945 und die Kommunisten von 1945 bis 1989 die Region mit antisemitischer und antizionistischer Propaganda geflutet und die Beziehungen zwischen Arabern und Juden vergiftet haben. Nicht, dass es vor 1933 keine Konflikte – auch blutige antijüdische Pogrome – gegeben hätte, wie das vom späteren Hitler-Freund, dem von den Briten eingesetzten Großmufti von Jerusalem angestiftete Pogrom in Hebron; aber der Hass gegen die Juden als angebliche Weltmacht, die Verbindung der Vorgänge in Palästina mit der angeblichen weltweiten Funktion der Juden im Rahmen des Imperialismus: das ist eine Errungenschaft des Westens, der in die muslimische Welt exportiert wurde.

Es ist intellektuell unterkomplex und moralisch unredlich, einen Unterschied zu machen zwischen Judenhass aus Antizionismus, Judenhass aus Antikapitalismus, Judenhass aus Antiimperialismus, Judenhass aus Rassentheorien, Judenhass aus Antibolschewismus, Judenhass aus Islamismus, Judenhass aus christlichem Fundamentalismus, Judenhass, weil die Juden die Götter Roms nicht anerkennen, und einer Obsession mit Juden, die dazu führt, dass man nicht gegen einen Kreuzerlass schreiben kann, ohne sich zugleich über Kippa-Träger zu mokieren. Es ist alles  Ausdruck ein und derselben Krankheit, deren Viren freilich, wie jene der Grippe, ständig ihre Form ändern. Wer nicht alle Formen im Blick hat und bekämpft, wird früher oder später der Krankheit zum Opfer fallen. Die Leidtragenden sind freilich dann andere.

179 thoughts on “Jakob Augstein und Mahmud Abbas

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    Mal so nebenbei:

    Ein SPD-Mitglied des Stadtrats von Otterndorf sagte laut:
    „Broder ist ein Brandstifter und er spaltet die Gesellschaft. Und das ist nicht im Sinne von Johann Heinrich Voß. Er lässt nahezu an keinem Menschen etwas Gutes. Das ist dermaßen verletzend! Er entblößt Menschen und verletzt sie. Das kann ich nicht gutheißen. Das hat auch nichts mit einem Voß-Preis zu tun.“
    https://www.welt.de/kultur/article176469350/Henryk-M-Broder-verzichtet-nach-Kritik-auf-Voss-Preis.html

    Ich finde das mehr als unverschämt. Hier ergeht sich jemand in einer maßlosen Diffamierung mit antisemitischem Unterton (Spalter).
    Zudem ist es nicht korrekt. Ich habe Broder kennengelernt. Er ist einer der liebenswürdigsten und humorvollsten Menschen, die ich im Leben getroffen habe. Unter nichtjüdischen Deutschen habe ich mit niemanden dieser Art zu tun gehabt. Broder ist eine gute Seele. Es passt nur einer Reihe von Individuen nicht, dass er, mit etwas höherer Intelligenz als der Durchschnitt ausgestattet, den Finger punktgenau in die Wunde legen kann.
    Was für ein armseliges Volk das hier doch oft ist!

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      „Unter nichtjüdischen Deutschen habe ich mit niemanden dieser Art zu tun gehabt. Broder ist eine gute Seele. Es passt nur einer Reihe von Individuen nicht, dass er, mit etwas höherer Intelligenz als der Durchschnitt ausgestattet, den Finger punktgenau in die Wunde legen kann.
      Was für ein armseliges Volk das hier doch oft ist!“ Es gibt, lieber Oleander, einen Philosemitismus, der an Rassismus grenzt. Sarrazin leidet auch daran.

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        Ja, das stimmt. Aber Spalter läd geradezu dazu ein, das so zu formulieren und nicht anders. Es ist unverschämt.
        Andererseits ist es falsch, denn auch unter Juden habe ich niemanden mit einer so angenehmen Persönlichkeit getroffen. Aufgeschlossen, immer für einen Witz gut, gnadenlos ehrlich im Urtei l – das muss man vertragen können -, angenehmst proamerikanisch mit Liebe für amerikanische Unarten – das müssen manche auch vertragen können .

        Vielleicht hat Sarrazin ja auch gute Erfahrungen gemacht. Das Problem mancher Leute ist, dass sie gar keine Juden kennen mangels Masse, dabei aber des öfteren behaupten, ach so viele Freunde unter ihnen zu haben. Ich frag mich dann immer, wo die alle herkommen.
        Aber etwas anderes: Ich kenne einen jüdischen Mann, Agnostiker, der durch Eigenschuld ein wenig ins Abseits geraten ist. Jedes Problem, mit dem ich bei ihm ankam, hat er versucht, zu lösen. Extrem hilfsbereit. Apropos Immobilien kannte ich jemanden über Dritte, der bei der Miete wirklich nicht zulangt, Dann kaufte ich mal ein Judaicum bei jemandem, der das schicken musste. Bezahlen könne ich später, wenn es angekommen sei. Jedes, aber auch jedes Klischee wird von entsprechenden Individuen, die ich treffe, widerlegt. Dann kenne ich ein reizendes Ehepaar und eine ebenso reizende Freundin von ihnen aus D.C. usw. Das sind gute Erfahrungen, nicht Philosemitismus. Philosemitismus ist, wie wenn man sagt: Die Franzosen sind nett, aber die Briten nicht. Er ist in der Tat blanker Unsinn. Ich habe gute Erfahrungen gemacht.

        Und der Unterschied zu Muslimen liegt darin, dass man mit Juden über alles reden kann, ganz einfach. Kontakte sind schwer, wenn man „sensible“ Themen wie zum Beispiel Juden, Israel, Frauenrechte, die USA, Erdogan und Religionsfreiheit ausklammern muss, das ist doch evident. Muss man ja auch nicht bei allen. Aber die, bei denen man es nicht muss, haben entweder Patrick Bahners oder Lamya Kaddor im Nacken oder gleich Polizeischutz. Und das finde ich angemessen böse gesagt.

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        Dass man „mit Juden über alles reden kann“, mit Muslimen aber nicht, halte ich für ein genauso dummes Klischee wie „Franzosen sind nett, Briten aber nicht.“ Versuchen Sie mal in Mea Shearim darüber zu diskutieren, dass Frauen eine gute Ausbildung haben und einen Beruf erlernen sollten. Viel Spaß dabei. Und mit meinem muslimischen Nachbarn kann ich über alles reden.

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        Sie haben ja meine Antwort darauf noch nicht gebracht, aber sie wird schon noch kommen. Zu Preisen:

        Gerade Preise sollten doch an Personen vergeben werden, die Debatten auslösen, nicht an Personen, die beispielsweise der SPD rundum gefallen. Wozu hat man denn sonst Preise? Broder hat den Börne-Preis, und der ist wichtiger, zumal Ludwig Börne auch den Mund aufgemacht hat. Auf das läppische Preisgeld kann ein etablierter Weltautor, der, wohlgemerkt, nicht mit 65 in Rente ging und vermutlich eine Stange Steuern zahlt, wohl verzichten. Es ist mir unverständlich, wie man jemanden derartig beleidigen kann und überhaupt, wie man gute 85 Jahre nach Beginn der nationalsozialistischen Unzeit wieder inflationär mit dem Begriff Spalter umgehen kann. Gerade links ist das nicht nachvollziehbar. Wie so einiges.

        Man muss Broder nicht verteidigen, er kann das locker allein. Aber manchmal geht einem etwas so gegen den Strich, dass man es tun muss. Dafür heißt es hier schließlich Starke Meinungen.

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        So einen Nachbarn – sort of – kenne ich auch. Darum geht es nicht. Und der Vergleich passt micht, und das wissen Sie auch.

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        Nein, Oleander, der Vergleich passt sehr gut. In Beit Shemesh etwa versuchen die Orthodoxen, getrennte Bürgersteige für Frauen und Männer durchzusetzen und das Bedecken des Kopfes für Frauen zur Pflicht zu machen. Die Hand würden sie einer Frau sowieso nicht geben. In Izmir gibt es so etwas nicht. Mit einem Wort: Das Problem ist nicht die Religion, sondern der Fanatismus. Es gibt auch atheistische Fanatiker, die mir zuwider sind.

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        APo: ‘Das Problem ist nicht die Religion, sondern der Fanatismus. Es gibt auch atheistische Fanatiker, die mir zuwider sind.‘

        Fanatismus begründet sich auf/aus Ideologie. Die Evangelien sind keine Ideologie.

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        Ach, blonderhans, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, gab es weder die die Judenpogrome des Mittelalters noch die Kreuzzüge gegen die Albigenser und andere Häretiker noch die Inquisition noch Jan Hus noch die Wiedertäufer noch die Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten, denen ein Drittel der Bevölkerung Europas zum Opfer fiel noch den Bürgerkrieg in Irland … ich Dümmerchen.

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        Das wird sicherlich von vielen Israeli kritisiert, und darum geht es ja.
        Es gibt ja auch Kritiker orthodoxer, fundamentaler oder schlicht integrationsfeindlicher Strömungen im Islam, aber diese werden nicht genug unterstützt.
        Außerdem Zahlen, Zahlen, Zahlen, numbers of people.
        Wen interessieren denn ein paar Orthoxe in Mea Sharim? Und welcher Orthoxe schickt einem israelischen kritiker eine Morddrohung?

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        Machen Sie sich es doch etwas leichter. Sie nehmen nicht „die Juden von Mea Sharim“, die ich zuerst aus einem Broder-Buch kennenlernte vor vielen Jahren. Und Sie stellen sie mal nicht einem Einzelfall, Ihrem muslimischen Nachbarn, gegenüber, von dessen reeducation vermutlich jeder Islamist träumt.

        Nehmen Sie ein starres System der 30er bis 50er Jahre, und stellen Sie es einem anderen starren System gegenüber. Aktuell.
        Nehmen Sie einfach mal den Rücktritt des britischen Thronfolgers als Folge seiner geplanten Heirat mit einer geschiedenen Amerikanerin, bedenken Sie, dass gestern dessen Nichte, die später Königin wurde, in ihrem eigenen Schloss einer Hochzeit eines allerdings weiter hinten rangierenden britischen Thronfolgers mit einer geschiedenen Amerikanerin beiwohnte aus einem einfachen Hause (bezaubernde Mutter). Denken Sie an die unglückliche Princess Margaret, die den Mann ihres Herzens nicht ehelichen durfte oder an Prince Charles und seine unglückliche erste Frau, und dann sehen Sie am 19. Mai 2018, dass sich in diesem starren System etwas geändert hat.

        In dem anderen starren System hat sich weder etwas geändert, noch ist es gleich geblieben. Nein, es ist schlimmer geworden. Holen Sie sich Bilder von Frauen in Afghanistan, Persien oder Ägypten aus den 50er Jahren in Ihren Kopf.

        Und da reden Sie dran vorbei bzw. schreiben, und das wissen Sie auch. Und was Kultur betrifft (oben): Selbstverständlich ist deutsche Kultur von jeher auch Teil einer europäischen und stand mit dieser im Austausch, und Martin Behaim und Maghalaes sind ein Paar der Geschichte. Aber Kultur kann nur entstehen, wo Musik erlaubt ist und das meiste gesagt werden darf ohne nachfolgende Gefahr. Kunst kann nur entstehen, wenn das meiste gezeigt werden darf, nicht, wenn Statuen verhüllt werden oder Karikaturisten bedroht. Und Literatur kann nur mit Bildung gelesen werden. Das wissen Sie.

        Die Juden von Mea Sharim leben hier nicht, und wenn sie aus Not jemals hier leben müssten, würden sie wohl niemanden angreifen, der sie kritisiert.
        Für wen schreiben Sie denn? Den Schmarrn kauft doch niemand. Anders herum gesagt: Warum hat Henryk Broder mehr Freunde als Sie? Ganz einfach: Weil er auf einer geteerten Straße fährt, Sie aber auf dem Schotter von Illusionen und unpassenden Vergleichen. Bei allem Respekt, wohlgemerkt. Respekt auch dafür, dass Sie den lesern antworten.
        Frohe Pfingsten!

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        Lieber Oleander, ich brauch mich wirklich nicht von Ihnen belehren zu lassen über den Unterschied zwischen dem liberalen Westen und dem illiberalen Islam. dieser Artikel aus dem Jahre 2005 kann für buchstäblich Hunderte stehen:
        https://www.welt.de/print-wams/article135733/Osama-bin-Laden-Der-Massenmoerder-als-Moralist.html

        Henryk Broder hat mehr Freunde als ich, weil er ein viel besserer Schreiber ist, weniger zu gedanklichen Kompromissen neigt, viel länger dabei ist (er war schon als aktiver 68er journalistisch tätig, als ich an der Basis Betriebsarbeit machte), und als Jude für die Medien im guten wie im Bösen viel interessanter ist als ein Anglikaner wie ich. Sie haben vollkommen Recht damit, dass er jetzt auf einer „geteerten Straße“ fährt, ich – weiterhin – auf dem Schotterweg, den er früher bevorzugte. Ob ihm das auf Dauer gut tut, wird man sehen.

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        Dieser rekurrierende Philosemitismus-Vorwurf von Ihnen macht mir doch etwas zu schaffen, aber nur etwas. Ich glaube, das ist bei mir etwas anderes. Ich las gerade in der britischen Presse, dass Roman Abramovich nicht zum Spiel seines Clubs gegen ManU anreisen konnte, weil die Briten „Schwierigkeiten“ haben, dem Mann, dem der FC Chelsea gehört, und der außerdem ein 125-Mio Wohnhaus in London besitzt und wohl nicht nur eins, sein Visum rechtzeitig zu verlängern wegen diesem fetten, schmierigen Doppelagenten, um den so profus geweint wird.
        Abramovich sieht gut aus. Und eine überragende Schönheit ist Dasha Zhukova, von der er sich gerade trennt. Ich betrachtete die beiden und fand sie schön. Es ist etwas Ästhetisches in mir. Ich finde Juden schön, besonders oft Ostjuden.
        Und ich finde Bar Rafaeli bedeutend attraktiver als sagen wir, Heidi Klum oder Giselle Bündchen. Oder Chagall: Er sah hinteißend aus. Es ist _Ästhetizismus. Etwas sehr Persönliches, letztlich. Geschmack.. Guter. Der beste. Bedruckte Kindersitze kamen mir nicht in mein Auto. Sie mussten wenigstens unifarben sein. Das dürfen Sie mir nicht vorwerfen, bitte. Dasha Zhukova hat hinreißende Augen. Unglaublich. Und der lockige Sohn. Die Ex-Frau von Strauß-Kahn, jung mit kurzen Haaren.
        Das hat jetzt ganz und gar nichts mit dem Konflikt unten in NO zu tun, denn die können auch so aussehen. Spontan fällt mir da diese blutjunge, rotlockige Aktivistin ein, Name entfallen.

        Es ist einer der Gründe, warum ich die NS-Motive überhaupt nicht nachvollziehen kann. Die taten doch immer so ästhetisch, und dann zerstörten sie schöne Menschen und wundervolle Synagogen. Oh, Alexander Granach. Auf „Broders Spiegel“ ist er oben rechts im Regal zu sehen. Die Augen. Da steht ein Mensch.
        Tolle Leistung von Frau Recher, das Buch (Hier geht ein Mensch), eines meiner favorites.
        Die Nazis hatten einfach einen unterirdischen Geschmack und haben es nicht gemerkt. Das kommt davon, wenn man einen Postkartenmaler wählt, den die Akademie in Wien nicht wollte.
        Jetzt werden Sie wieder sagen, das sei genau dasselbe, ob man Arier ästhetisch vorzieht oder Ashkenazi. Da kann ich kaum widersprechen. Aber immerhin hab ich die Aktivistin mit drin. Und da sehen Sie, bei jemandem wie mir ist die Burka absolut kontraproduktiv. Die als letzte entstandene monotheistische Religion hat ein Problem mit Schönheit.

        Ich mag die Bilder in Ihrem Buch Maria, das gehört auch zu dem Sektor. Damit kriege ich Sie vielleicht still. Feministinnen würden jetzt vielleicht sagen, dass ich die alle damit zu Objekten mache. Oh, Gott. Bei manchen Feministinnen muss alles hässlich und grau sein und nur keine avenidas und keine flores (und keine ochos) und keine Admiration und keine Werbung mit Schönen. Am besten lässt man sie nur nachts raus. Da sind alle Katzen grau. Und alles sieht ein bisschen gleicher aus. Und Bar Rafaeli sitzt in einer Bar, wo andere nicht reinkommen und ist unsichtbar. Life is a cabaret, my friend……

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        „Es ist etwas Ästhetisches in mir. Ich finde Juden schön, besonders oft Ostjuden.“ Seufz. Sagen wir es so: inzwischen haben Ostjuden aus den bekannten Gründen Seltenheitswert. Aber wenn ich durch Mea Shearim oder Teile Brooklyns schlendere, stelle ich fest, dass es dort mindestens genauso viele hässliche Menschen gibt wie in Halle-Neustadt. Na, vielleicht nicht ganz so viele, aber doch fast.

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        Da muss ich Ihnen entschieden widersprechen. Sie schreiben exakt genauso gut wie Henryk Broder, nur anders und für andere Leser, teilweise auch überlappend wie bei mir. Broder ist ein scharfer, pointierter Autor, ein richtiger Journalist, der Recherche gelernt hat von der Pike auf und den Nagel so gut wie immer auf den Kopf trifft und dabei Humor einflicht.

        Sie dagegen haben ganz anders studiert und sind daher ein Geisteswissenschaftler, der die Dinge lange analysiert und hinterfragt. Sie haben einen anderen Ansatz und eine von Broder verschiedene politische Einstellung. Daher schreiben Sie anders. Aber man kann nicht sagen, dass er besser schreibt.

        Die „Welt“ zeichnet sich heute dadurch aus, dass sie ganz verschiedenen Autoren Raum gibt, die alle unterschiedlich schreiben. Ich muss ihr ein Kompliment dafür machen. Sie hat einen ansehnlichen Reigen von Autoren und Historikern angestellt, die ich gern lese. Ob ich mich dann freue oder ärgere, ist meine Sache.

        Ich meine nur abschließend, dass Broder realistischer ist und besser gegen das europäische, insbesondere deutsche, Stockholm-Syndrom vorgeht, auch zusammen mit achgut. Und ich meine, dass die moderneren Menschen im Islam und sehr viele Frauen sowie ein paar Schwule, nichts davon haben, wenn man der Rückwärtsgewandheit und abstrusen Gewohnheiten von deren Unterschichtlern und Bildungsunwilligen nachgibt. Ich habe an einem Ausflugsort eine bildschöne Muslima mit einem reizenden Ehemann und drei bezaubernden, gut erzogenen Kindern gesehen. Sie trug ein langes gegürtetes Gewand in einer attraktiven Farbe und lose einen Schleier passend dazu. Er hatte einen gepflegten! Bart. Die KInder trugen Matrosenlook. Alle lächelten. Keiner hier hätte Probleme mit diesen Menschen. Am gleichen Ort sahen wir eine Burkaträgerin mit bäuchigem Mann und fünf KIndern, die schreiend herumliefen und von denen zwei nur Windeln anhatten. Jeder hätte ein Problem mit ihnen, auch in Saudiarabien, das auch keine Flüchtlinge aufnehmen wollte, angeblich aus ideologischen Gründen (passe nicht). Mit was wir uns jetzt seit Jahren beschäftigen, sind die Befindlichkeiten der muslimischen Unterschichten und unteren Mittelschichten. Deswegen sind selten Perser dabei. Wir sind hier als Doktoren für Anatolier, Bauern aus Syrien und Afghanistan und Leute aus dem Rifh angestellt. Die anderen wandern, wenn, dann aus in die USA. Das kann nicht gutgehen. Und jeder hat genug davon. Clans und so.

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        APo: ‘Ach, blonderhans, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, … ich Dümmerchen.‘

        … kein Widerspruch. Und doch, Ihre Aufzählung …, die Täter sind ausschließlich ideologisch verbrämte A-Theisten! Macht! Macht! Macht!

        Das hatten ‚wir‘ schon 2012 geklärt.

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        Heute wieder so ein Gesicht, wenn ich „Die Welt“ aufmache. Er sah Chagall ähnlich, hat aber nicht an Geiger auf Dächern oder Flüsse ohne Ufer gedacht, sondern an Leberficken. Herrlich beschrieben von Hannes Stein. Ich muss Portnoy nochmal aufnehmen. Damals fand ich das eklig.
        Hannes Stein über Philip Roth, gest. 22.5.18:
        https://www.welt.de/kultur/article176597078/US-Autor-Philip-Roth-Der-Heimatdichter-des-juedischen-Mittelstands-Newark.html

        Er hat keinen Nobelpreis und ist zu früh gestorben. Nachdem sie den Laden in Stockholm aufräumen müssen, wäre das vielleicht noch was geworden.

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        Wenn wir über Physiognomien reden, lieber Oleander, wie wäre es hiermit: Über die „Handwerker, Arbeiter, kleinen Ladenbesitzer“ aus Osteuropa schreibt ein deutscher Jude aus Palästina: „Ihre Grobheit zeigt sich besonders in der Form ihrer Münder. Ich habe noch nirgends in der Welt so viele völlig unmenschliche Münder gesehen. Das sind keine Lippen: das sind dicke Wülste oder Striche, ungeformt, meist mit einem Ausdruck offenstehend, der andeutet, sie haben alle Probleme gelöst (vermittels der jiddischen oder der brutalen neuhebräischen Sprache). (…) Wenn mir die Frommen Schauder einjagen, so sind mir diese Burschen schlichtweg unangenehm und ich habe Lust, ihnen stundenlang in die Fresse zu hauen.“
        Das schrieb mein Vater Julius Posener Ende der 1930er Jahre. Mir ist das, so unangenehm es ist, lieber als Ihre ästhetische Schwärmerei, die den Kontakt mit der Wirklichkeit nicht aushalten wird.

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        Na ja. sagen wir mal so: Ihr Herr Vater war anders als ich das bin. vermutlich würde ich nicht mit ihm zurechtkommen.
        Er mochte wie Sie wohl auch Bauhaus?
        Ich mag Romanik, Gotik und !!! Barock. Meine Ansichten sind entsprechend romanische Gewölbe mit gotischen Wasserspeiern und barockem Kitsch, an dem Sie anecken. Die Hommage an Stein gehört aber in die Wasserspeierecke.
        Eine solche Person kann natürlich auch die Alhambra lieben, nicht aber schwarz verhüllte Frauen. Da würde ich mich möglicherweise mit late Julius überschneiden.

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        Nochmals abschließend dazu lassen Sie mich eins bemerken: Es schadet keinem Juden, wenn jemand anmerkt, dass er sie schön findet, wenn er ihnen quasi eine Kathedrale baut. Es ist exakt das Gegenteil von dem, was vor über 80 Jahren und davor gasagt wurde, und die Bemerkungen Ihres Herrn Vaters mögen andeuten, dass das tief saß. Aber die Psychologie wollen wir mal weglassen. Nur den Rorschach-Test vielleicht: Bei dem würde ich gesünder abschneiden. Schönere Assoziationen. Aber da kann er nichts dazu.

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    Off topic: Es fehlt mir etwas der Glaube, dass diejenigen (Israel, USA, der Westen), die nicht in der Lage sind, in einem kleinem Landstrich wie Gaza den Bau von Raketen zu verhindern oder einen Regime Change herbeizuführen (im Vergleich zu normalen Sanktionen ist es immerhin eine komplette Blockade/ Kontrolle) , auf der anderen Seite in der Lage sein sollen, in einem Flächenstaat wie dem Iran (mit im Vergleich zur Hamas wirklich professionellen Akteuren), ein Projekt aufzuhalten, dass ein Hungerland wie Nord-Korea (Bruttosozialprodukt kleiner als Frankfurt) erfolgreich umgesetzt hat. Wie Hannes Stein fragte: Was machen wir am Nachmittag? Da sehe ich außer klassisch Rechter Argumentation (Immer in die Eier, Oi!Oi!Oi!) nicht allzu viel. In Jerusalem wurde ein Schild an die Wand geschraubt (von Leuten, mit denen ich nicht im Fahrstuhl stehen möchte). Unsere „Freunde“, die netten Isalmofaschisten mit dem vielen Geld und Goldkrone, haben (zumindest in Europa) weitaus mehr Schaden angerichtet, als der Iran. In Bosnien gibt es islamische Fundamentalisten und verschleierte Frauen, hat es dort noch nie gegeben. Der Euro-Islam ist dort auf dem Rückzug. Die ultra-säkularen Albaner finden zu Gott wahabitischer Prägung (bis heute dort vollkommen unbekannt) und in Brüssel sind die radikalisierten Jungs, die hier Leute umlegen, anscheinend prächtig ausgestattet. Mit dem Iran wäre es das dritte muslimnische Land, gegen das wir in den Krieg ziehen, aus dem nicht ein Attentäter von 9/11 gekommen ist. Die einzige schwache Hoffnung ist, dass die Monarchen die sunnitische Welt (von der sie als Despoten verachtet werden), zu einem Friedenvertrag mit Israel zwingen, der das Papier nicht wert ist, weil keine der Gruppen, die Israel aktiv bedrohen, sich von denen beeinflussen lassen. Dafür rüsten wir unsere Freunde zu einer militärischen Großmacht auf, sie lassen (ihre) Frauen dafür Auto fahren. Jippi! Man muss kein Mullahversteher sein, um an diesem Plan zu zweifeln.

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      Lieber Stevanovic, immer in die Eier ist keine „rechte“ Strategie, sondern eine gute Art, mit Rüpeln umzugehen, egal welcher Provenienz. Und am ende sind Atombomben gefährlicher als Burkas.

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        Wenn ich mir die pakistanische Atombombe ansehe, weiß ich nicht, ob man das so generalisieren kann. Nun ist das in der levantischen Ecke ein anderes Kapitel, denn der Judenstaatt wäre weg, von der Landkarte radiert, wie ja, glaube ich, zuerst von Ahmadinejad gesagt wurde. Allerdings spricht etwas dagegen: Diese goldene Kuppel, die man in Jerusalem oft sieht. die wäre nämlich auch dann weg. Und obwohl ich mir nicht vorstellen kann, warum ihnen allen der Felsendom soviel bedeutet, ist es doch so.
        Was Stevanovic in Bosnien untertreibend beschreibt, ist ernsthaft bedrohlich, denn er hat ausgelassen, dass sich dort diverse Terrororganisationen breitgemacht haben. Die Burka ist meistens nur symbolisch bedrohlich. Man sieht an ihrer Ausbreitung, was so abgeht.

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      Oh, so meinte ich das gar nicht. Der Iran hat eine Drohne in den israelischen Luftraum geschickt und Israel hat adäquat geantwortet. Iranische Träume, von Syrien aus aktiv Israel anzugreifen haben sich in Asche verwandelt. Klasse! Assads Pate, Putin, greift nicht ein, weil der iranische Irrsinn nicht sein cup of tea ist. Einen Schiitischen Bogen möchte selbst er nicht. Israel entwickelt unglaubliche Technik, ein Krieg wie am Jom Kippur ist unmöglich. Der Iran hat nur die Fähigkeit, unglaublich viele Menschen im sinnlosen Versuchen zu verheizen. Dafür verelendet das Land selbst unter freiem Handel. Bleibt eben die Atombombe. Das Programm kostete bis jetzt ein Vielfaches, weil auf geheimdienstlicher Ebene unglaublich erfolgreich gearbeitet wurde. Styxnet, Liquidierung von Wissenschaftlern, Sabotage. Prima!
      Ich glaube wir sind uns einig, dass Sanktionen die Bombe nicht stoppen können (siehe Nord-Korea), d.h. wir reden von Krieg gegen den Iran, der so lange dauern und so intensiv sein muss, bis wir uns sicher sind, dass es keine Möglichkeit gibt, eine zu bauen. Wir nutzen die 10 Jahre nicht, um Abwehrmaßnahmen zu ergreifen, wir gehen davon aus, dass irgendwo eine Bombe gebastelt wird. Na gut, ich kann das Szenario nicht ausschließen. Also gehen wir all-in. Was für Karten haben wir auf der Hand? Iran besetzen? Uj, wird schwer. Luftschläge gegen Forschungsanlagen? Na, ja, wer sagt, dass es nicht noch eine übersehene Höhle gibt? Oder dass überhaupt im Iran und nicht in Pakistan oder Nord-Korea geforscht wird? Oder dass sich die Iraner nicht einfach eine kaufen? Ich Hamlete jetzt einfach mal etwas herum. Militärisch konnte die IDF den Raketenbeschuss aus Gaza technisch sinnlos machen, kann ihn aber nicht verhindert, vom Regime Change ganz zu schweigen. Die Aufbereitung von yellow cake im Irak konnte verhindert werden (…), aber die irakische Armee wurde erst jetzt mit der letzten IS-Hochburg wirklich besiegt. Die barfüßigen Taliban…sie verstehen worauf ich hinauswill. Kurz: Ich verstehe die Pointe nicht. Und sollte die Pointe das sein, was Trump mit Mini-Nukes meint (er plappert ja alles so sympathisch unbedarft aus), fragt sich die dunkel-serbische Seite in mir, was mit der Atomanlage ist, die Russland in der Türkei baut. Wenn schon Oi!Oi!, naja sie wissen schon, wir wollen doch alle ruhig schlafen. Der Westen hätte von Mossul bis Peschawar auf 3000km Truppen in feindlicher Umgebung stehen, da würden ein paar Kilometer in Anatolien…wenn ich mir das so überlege, scheint mir die Variante mit Styxnet und den Luftschlägen in Syrien doch gar nicht mehr so die schlechteste aller Welten zu sein. Sollte es wirklich zu einem massiven US-Schlag kommen, der die Atombombe wirklich unmöglich macht und nicht nur PR für Netanjahu und Trump ist, freue ich mich auf Netanjahus Power-Point Präsentation, wenn er der Welt erklärt, dass das notwendig war. Das wird Israels Stellung in der Welt bestimmt festigen. Es tut mir echt leid, es ist und bleibt in der Form eine Schnapsidee.

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    @ A. Posener
    Das von Posener empfohlene Buch von Robin Alexander besitze ich schon seit seinem Erscheinen und legte es wegen der anstrengenden, aber lobenswerten Faktenfülle erstmal weg. Jetzt erneut:
    Aus den ersten Kapiteln entnehme ich hauptsächlich, dass Frau Merkel in Wirklichkeit emotional ist, was sie vor der Öffentlichkeit verbirgt. Richtig oder falsch? Dies führte zum Umwerfen von schon heimlich fertig verhandelten Entscheidungen.
    Zweitens entnehme ich, dass die Medien einen entscheidenden Fehler gemacht haben, indem sie sie als kalt beschrieben, was einerseits verletzend ist, andererseits Wählerstimmen kosten kann.
    Somit komme ich zu ungefähr dem gleichen Schluss wie PEGIDA: Nicht Frau Merkel ist an dem Chaos schuld, allenfalls indirekt, sondern die Medien, wenn sie sie in eine Ecke treiben, wissend, dass sie auf Medienberichte über sich, Umfragewerte und Stimmungen achtet.
    Nun hat sich aber die Stimmung, in den Schriftmedien zumindest, etwas geändert, der Wind leicht gedreht, so dass man auf bessere Politik hoffen muss. Die Gründe für die veränderte Windrichtung muss ich nicht anführen. Fakt ist, dass die Medien, vor allem die Bildmedien, hier vor allem die ÖR, mir mitverantwortlich erscheinen für ein Chaos mit nachfolgender Insuffizienz, die teils aus moralischen Gründen, teils wegen Überbelastung zustande kommt.
    Sollte das stimmen, kann man der Politik nur empfehlen, auf ihre eigenen Kompetenzen zu achten wie auch auf Wünsche und Sorgen in der Bevölkerung, die Medien hintanzustellen und Umfragewerte, die sich schnell ändern können (siehe Schulz) zu ignorieren.
    Die Medien, einst als Vierte Macht im Staate bezeichnet, haben in dieser Geschichte für mich die Rolle der Ersten Macht eingenommen, und das mag an der Medienhörigkeit der meisten Politiker liegen. Nun ist aber ein brutaler Vergewaltigungsmord, der die Folge von Kontrollverlust auf vielen Ebenen ist, anscheinend doch etwas wichtiger, als was in den ÖR so kolportiert (oder auch ausgelassen) wird, denn Freiburgs Salomon ist sicherlich auch deswegen abgewählt worden.

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    ot: Für naive Christen – die meisten – kam auf dem Katholikentag der Knüller des Monats:

    Sie dozierte auf der Bühne über den Zusammenhang, der nach ihrer Meinung zwischen der Austrocknung des Tschadsees und der Formierung der islamistischen Terrororganisation Boko Haram besteht.
    „Schaun Sie sich einfach mal, wenn Sie’s nicht schon gemacht ham, vielleicht haben’s hier ja auch alle gemacht, die Karte vom Tschadsee vor 40 Jahren an, vor 20 Jahren an, von heute an. Da kommen Ihnen die Tränen. Da ist ein ganzer See nicht mehr da. Da haben 100 Millionen Menschen gelebt. Und es hat sich die Welt und niemand (…) richtig drum gekümmert. Und in der Situation ist Boko Haram entstanden.“

    Wie schon bei Ex-President Malediven-Obama fallen die fehlenden Geographiekenntnisse als erstes auf. Und nicht nur deswegen wurde BER nicht fertig, schätze ich.
    http://www.achgut.com/artikel/merkels_toter_see

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    … also echt jetzt, die ‚BRD‘ verlegt ihre Botschaft nach Jerusalem oder Merkels Gequake und Geschwätz von Solidarität und Staatsraison gegenüber Israel, ist keinen Pfifferling wert. Andernfalls gehört die Ex gefeuert. Sofort.

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      Dafür wäre ich ja auch seit langem – Jerusalem ist nun mal die Hauptstadt des Staates Israel; außerdem könnte man dadurch, Sie sagten es schon richtig, ein starkes Zeichen der Solidarität mit Israel setzen.
      Und wenn dadurch den Islamisten und ihren Sympathisanten klargemacht würde, daß man sich durch sie nicht in der Unterstützung Israels beirren ließe, würden sie sich selbst endlich „einen Stups geben“ und vielleicht endlich ernsthafte Friedensverhandlungen mit dem jüdischen Staat erwägen.

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    … ooops? Korrektur

    Hr. Broder, zum deutschen Euphemismus: die Frau verprügeln geht anders.

    Verprügeln? Schon lange nicht mehr, mal mit dem Knie in den Magen oder mal mit dem Kopf gegen das Waschbecken, nun ja … herrjeh.

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      Ja, klar, die Quantifizierung bzw. die ‚Zahlen’ sollen suggerieren, daß das ganze rational erfasst, also im Griff wäre. Außer bei Feinstaub, Stickoxiden und Klimawandel.
      Ich frage mich seit längerem schon, warum die Politiker nicht einfach sagen: Wir wollen das so oder so. Z.b. wir wollen mehr arabische oder afrikanische Einwanderung oder daß ihr jetzt chinesische Batterieautos fahrt, usw. Oder: Wir haben dieses oder jenes einfach vergeigt, nicht auf dem Schirm gehabt usw. Ich glaube das würde akzeptiert. Statt dessen immer diese Vorgaukelung einer Rationalität, von sog. Sachzwängen, Alternativlosigkeit. Eigentlich die gleiche Argumentation, wie die sich auf Gott berufenden, alternativlosen Fürsten des Mittelalters.

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    Hr. Broder, zum deutschen Euphemismus: die Frau verprügeln geht anders.

    Verprügeln? Schon lange nicht mehr, mit mit dem Knie in den Magen oder mit dem Kopf gegen das Waschbecken.

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    Lieber Alan Posener,
    es ist sinnlos mit Ihnen dieses Thema zu diskutieren, weil Sie nur pro und contra kennen und jede vermittelnde Position in Ihr Schema pressen, sie böswillig missverstehen und die Argumente in Freund oder Feind einteilen. Ich habe zu so etwas keine Lust.

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      Sie haben zu Pro und Contra keine Lust, liebe Monika Frommel? Aber das ist der Weg parlamentarisch-demokratischer Auseinandersetzung. Wie wäre es denn, nur an EINEM Punkt (z.B. „amerikanische jüdische Organisationen sind gegen Trumps Iran-Entscheidung“) meine Argumente zu entkräften und ihre zu belegen? Wieso unterstellen Sie IHRER Position, eine „vermittelnde“ zu sein? Vermittelnd zwischen wem und wem?

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      Europäaer sollten gar nicht mit dem Iran verhandeln. Das war schon zu Zeiten von Fischer/Straw/de Villepin eine ganz schwache Nummer. Europäer sind zu nachgiebig, und der Iran weiß das. Er kriegt auch prominente Besucherinnen aus der deutschen Politik unter ein Kopftuch.
      Alles für die Wirtschaft, vergessen Sie das nicht, selbst bei Grünen.

      Wenn die Sicherheit Israels als „deutsche Staatsräson“ keine Worthülse bleiben soll, muss das strategische Denken im Vordergrund stehen. Und hier steht fest: Der Deal war nicht gut genug. Trump sagte, füe einen besseren wäre er u.U. aufgeschlossen.

      Die Palästinenser haben indes ein besonderes Problem: Keine wirklich funktionierende Regierung. Dabei wird alles Versagen auf Israel gelenkt. Nur wenn Israel nicht da wäre, wäre das Regierungsversagen vermutlich exakt dasselbe. Was erwarten Sie von Leuten, die nach Räumung des Gazastreifens durch Sharon Gewächshäuser zerstören, weil Juden die gebaut haben?

      Was ficht Sie an, die Gemengelage derartig antiisraelisch und einseitig zu betrachten und sich, in einem Vernunftberuf ausgebildet, auf die undemokratische Seite zu stellen? Mir ein Rätsel. Würde Sie sofort als Anwältin nehmen, wenn ich einen Juden verklagen müsste. Aber das möge nicht passieren (Gott verhindern).

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        Man kann es nie wissen, Oleander. Statistisch ist es aufgrund der kleinen Zahl von Juden in Deutschland eher unwahrscheinlich, dass Sie einen verklagen müssten, aber da sie prominent im Immobiliengeschäft tätig sind … Also, es kommt vor. Meine Nachbarin klagte gegen die Jewish Claims Conference, die Anspruch erhob auf das von der Nachbarin im guten Glauben im Osten gekaufte Haus erhob. Die Nachbarin unterlag.
        Ansonsten weise ich Ihre Unterstellung zurück, dass Monika Frommel „die Gemengelage derartig antiisraelisch und einseitig“ betrachtet. Es ist ja gerade ihr Versuch, NICHT einseitig zu sein, der sie auf gedankliche Abwege führt.

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    … meno, noch ’ne Korrektur …

    Apo: ‘Ansonsten gebe ich Ihnen gern Recht, dass der christliche Antisemitismus eine internationale Erscheinung war (ist).‘

    A-Theisten sind Anti. Das beißt die Maus keinen Faden ab.

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    … ooops? Korrektur

    Apo: ‘Ansonsten gebe ich Ihnen gern Recht, dass der christliche Antisemitismus eine internationale Erscheinung war (ist).

    A-Theisten sind Anti. Das beißt die Maus keinen Faden ab.

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    Apo: ‘Ansonsten gebe ich Ihnen gern Recht, dass der christliche Antisemitismus eine internationale Erscheinung war (ist).

    A-Theisten sind Anti. Das beißt die Maus keinen Faden ab.

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    Außerdem ist heute Vatertag. Daher wünsche ich Roland Ziegler, dessen Meinung ich selten teile, den ich aber nach seinen Schilderungen für einen brillanten Vater und Hundevater halte, einen guten Verwöhntag.
    Ihnen Alan Posener einen schönen Opa- und Vatertag, obwohl ich mich über Ihren Erguss über Palmer ärgere.
    Leuten, die heute Audi fahren müssen, weil die Gören nicht in den Porsche passen zusammen mit Gepäck, auch einen Verwöhntag und Broder, dessen Montagsspiegel ich ernst nahm, was mich heiterer stimmt, dass er trotz allem und Golan mal an seine Tochter denkt.

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      Danke, Ihnen auch. Der Hund ist aber schon seit längerem gestorben. Derzeit gibts hier außer uns Menschen nur vier kleine Farbmäuse.

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    Apropos Christentum:
    Nun verstehe ich zwar, dass die Welt aufmacht mit Iran-Golan-Israel, dass aber der Kulturteil so beginnt, ist für mich nicht nachvollziehbar:

    „Der perfekte Rahmen für perfekte menschliche Körper“

    Ich wollt nur mal sagen, dass heute Himmelfahrt von dem ist, dessen Körper da schon weg war, perfekt verschwunden aus seinem Grab.

    Apropos Palmer, APo: Der ist ein Realist. Ich glaube nicht, dass der jemals dachte, in einer Gruppe gäbe es nicht das Böse. Aber er hat dort in Tü auch schon einige Sachen erlebt.
    Posener, Welt heute.

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    https://www.welt.de/politik/ausland/article176222546/Beschuss-der-Golanhoehen-Israel-wirft-Iran-Raketenangriff-vor-und-reagiert-mit-Gegenschlag.html

    Arbeitsteilung. Trump tritt noch einen weiteren Handelskrieg los (Sanktionen, wenn Firmen mit dem Iran Geschäfte machen und Nachteile bei ihren amerikanischen Partnern) und Israel macht Ernst mit militärischen Operationen. Beide wollen den Iran isolieren und ggf. zerstören. aber die Folgen sind unübersehbar. Wenn ich ein Land an den Rand des Abgrundes drücke, ist jedes Gespräch beendet. Das ist der zynische Pakt.

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      Liebe Monika Frommel:
      1. Der Iran hast Israel angegriffen, nicht umgekehrt. Warum kritisieren Sie also Israel?
      2. israel will ganz bestimmt nicht „den Iran zerstören“. Es sind die Mullahs, die seit jeher „Tod dem kleinen Satan!“ rufen. Warum kehren Sie den Sachverhalt um?
      3. Wer drückt welches Land „an den Rand des Abgrunds“? Was ist denn in Syrien los? Im Jemen? Im Libanon? Wieso wird der Iran „an den Rand des Abgrunds“ gedrückt, wenn man verlangt, das Regime solle aufhören, die Region zu destabilisieren und Raketen zu bauen, die nur Sinn machen, wen sie nuklear bestückt werden?
      4. Wer ist „zynisch“? diejenigen, die das Ende der Sanktionen benutzt haben, um ihre Expansion zu finanzieren, oder diejenigen, die dem ein Ende setzen wollen? Diejenigen, die mit den Mullahs Geschäfte machen wollen, oder diejenigen, die auf den zynischen Charakter solcher Geschäfte verweisen?

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    Jüdische, amerikanische Organisationen sehen das – soweit sie sich offen äußern – so wie ich; denn ich stütze mich auf diese. Obama sieht es ebenfalls als schweren Fehler. Alle Europäer sehen es wie Obama. Welche internationalen Organisationen haben denn den Schulterschluss von Israel und Trump positiv bewertet? Eine Debatte, bei der nur noch auf Verteidigung des ursprünglichen Standpunktes geschaltet wird, ist sinnlos. Eine gewisse kognitive Offenheit ist strukturell nötig, wenn mehr als ein Glaubenskrieg ausgefochten wird.Wobei Trump nicht einmal an irgendetwas glaubt, sondern nur ökonomische Macht ausspielt. .

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    So durchschaubar Söders Vorgehen, so lachhaft Augsteins Pietät. Seit wann ist es unschicklich, sich religiöse Symbole anzueignen? Ich glaube, der Drops sollte seit der Madonna der 80er doch gelutscht sein und dürfte nach dem Jahrgang Augsteins zu urteilen, auch ihm nicht fremd sein (ich hoffe, er hatte keine Kindheit ohne TV). Die Zivilgesellschaft besteht aus ganz vielen Leuten, die das Bedürfnis haben, sich zu Punkten zu äußern, von denen sie nur am Rand Ahnung haben. Das ist ihr Wesen und Grundlage der Demokratie, die halbgebildeten mit Meinung. Genau deswegen besteht Bedarf, äußerst plakativ vorzugehen. Wenn ich nur einen Nachmittag Zeit habe, dann zeigt eine Kippa eigentlich alles, was ich zu dem Thema, in dem Moment, sagen will. In Dresden sagt eine Wirmer-Flagge, worum es geht, auf der 1.Mai Demo ein T-Shirt mit Che. Alles so banal wie praktisch, zumindest für die, die nicht zu Platons Philosophenjunta gehören könnten.
    „Der Streit um Kreuz und Kippa passt zu einer religionsentwöhnten Gesellschaft, die alle Religionen, die eigene und die anderen, missverstehen muss. Das alles hat mit einer Rückkehr der Religionen nichts zu tun. Sondern mit ihrer Politisierung.“ – Ja, stimmt. Und das ist seit Monty Python auch gut so. Wie ein „Linker“ die Zuschaustellung religiöser Symbole nicht politisch auffassen kann, ist mir ein Rätsel. Wo das Feingefühl für das Sakrale herkommt, verstehe ich nicht. Immerhin hat er auch Muslimen immer wieder gute Ratschläge gegeben, wie der Islam zu reformieren sei, natürlich den Glauben politisch auffassend, so ganz ohne Pietät. Das tragen der Kippa ist natürlich politisch gemeint, warum ich das Judentum verstehen muss, um die Aussage zu treffen, dass ich nicht will, das Juden auf der Straße geschlagen werden (und genau das ist Politik), bleibt sein Geheimnis. Oder eben nicht, was uns zum Judenknacks führt. Die Muslima, die auf dem Kopftuch noch die Kippa anhatte, hat mehr von Zivilgesellschaft verstanden, als er, denn nur eines muss niemand verstehen: die Religion an sich. Außer, genau da drückt der Schuh.

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      Das sehen alle internationalen und amerikanischen jüdischen Organisationen anders. Aber die haben natürlich keine Ahnung.

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      Das Motto „“Angriff ist die beste Verteidigung“ gehört wirklich in die Mottenkiste und hat in der modernen Welt absolut nichts mehr verloren. Lieber später die Konfrontation als jetzt, möglicherweise lässt sich bis später ja ein anderer Weg finden. Der Iran wird früher oder später ein Atomarsenal bekommen, egal was die anderen tun (außer vielleicht sie machen einen Weltkrieg). Mir scheint das die logische und fatale Konsequenz aus einer einmal entwickelten, produzierten und erprobten Techologie zu sein.

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        Nach Ihrer Logik, lieber Roland Ziegler, müsste Deutschland längst die Bombe besitzen, ebenso Japan und gar Taiwan oder Südkorea. Diese Nationen verzichten aber auf die Bombe, weil sie sich einbetten in verlässliche internationale Verteidigungs- und Sicherheitsnetwerke. Die Option steht dem Iran offen. Die Führung will das nicht, weil sie um ihre Herrschaft fürchtet. Also ist diese Herrschaft das Problem.

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        Natürlich ist die iranische Herrschaft das Problem. Die bekommen Sie aber nicht weg (unterhalb des Preises eines Weltkriegs). Man muss lernen, mit so einer Herrschaft zu leben und umzugehen und – natürlich – die Preise zu erhöhen bzw. die Zeitdauer zu verlängern.
        Dies ist der Sinn solcher „Atomdeals“, nicht, das Arsenal wirklich langfristig und grundsätzlich zu verhindern. Das geht nicht.
        Nordkorea könnte zeigen, wies geht. Der Raketenmann hat jetzt sein Atomarsenal, hat damit ein bisschen gepokert und nun nähert er sich an (hoffentlich).

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        Ich bin nicht sicher, lieber Roland Ziegler, dass ein „Weltkrieg“ der Preis für einen Regimewechsel in Teheran sein muss. Der wäre natürlich zu hoch. Obamas Hoffnung war, das Regime zu ändern: „Wandel durch Annäherung“, wir kennen das, und in der Ostpolitik hat das auch nicht funktioniert, hat freilich einige der SPD nahe stehende Großfirmen sehr reich gemacht. Ich hätte dennoch gewünscht, dass Obamas Hoffnung sich erfüllt. Allein es kam anders, wie wir mittlerweile wissen, und nun stehen wir vor einem Iran, der reicher und mächtiger (dank dem Wegfall der Sanktionen) und aggressiver ist als je zuvor. Das kann niemand ernsthaft bestreiten. Und inzwischen bitten uns unsere Freunde in der Region, von Saudi Arabien über Ägypten, die syrische Opposition, die Sunniten im Irak bis hin zu Israel, etwas zu tun, um diesen Staat einzudämmen. (Und ja, nicht alle diese Akteure sind „lupenreine Demokraten“, um den Einwand gleich vorwegzunehmen.) Wir können die Sache weiterlaufen lassen wie die letzten acht Jahre, die für die Region desaströs waren, mit dem Ergebnis, dass sich Teile der o.g. Freunde selbst nuklear bewaffnen, oder wir können versuchen, die Lage zu unseren Gunsten zu verändern und das Regime, das sich durch Obamas „ausgestreckte Hand“ nicht beeindrucken ließ, durch die Faust zu beeindrucken.

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        Der Plan ist unrealistisch. Das Vorhaben, die Lage zu unseren Gunsten zu verändern, ist zwar soweit prima, aber das mit der beeindruckenden Faust funktioniert nicht, solange diese Faust nicht alles kurz und klein schlägt, und das darf sie nicht.
        Iran hat ebenfalls beeindruckende Fäuste und ist insg. ein ganz anderes Kaliber als Irak und Syrien. Trotzdem sitzt Herr Assad immer noch in Damaskus, obwohl mehrere Fäuste nach Kräften geschlagen haben. Die Mullahs werden sich nicht aus der Regierung bomben lassen, und solange sie an der Regierung sitzen, werden sie im Geheimen oder ganz offen an der atomaren Bewaffnung arbeiten. Weil sie aber genauso wenig verrückt sind wie der Raketenmann in Nordkorea, werden sie damit nicht gleich auf Israel schießen, denn das wäre Selbstmord. Das ist also eine irreale Angst und keine wirkliche Bedrohung.

        Wa ssoll man tun? Man soll den Preis der atomaren Bewaffnung in die Höhe trieben, international an einem Strang ziehen (wenigstens EU + USA) und sonst nichts tun: beobachten und abwarten. Die Iraner müssen ein geheimes Arsenal irgendwann mal testen. Dann kann man sie massiv anprangern und sanktionieren. Aber vorher soll man nicht einseitig die Verträge kündigen. Die Vertragstreue ist sehr wichtig. Kein Herrscher wird sich in der Zukunft noch um irgendwelche Verträge kümmern. Jeder wird sich irgendeine Schutzmacht suchen und nach Gutdünken agieren. Das war zwar auch früher nicht anders, aber früher war das technologische Level wenigstens niedriger. So schliddert man mit Ansage in die Katastrophe.

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        Lieber Roland Ziegler, Ihre Einwände sind berechtigt. Aber wir haben in den letzten acht Jahren gesehen, was eine zurückhaltende US-Politik bewirkt hat: Syrien wurde zerstört, die Flüchtlingswelle destabilisierte die EU, der IS konnte zeitweilig große Teile des Irak beherrschen, Nordkorea testete ungestraft eine A-Bombe, und die lieben Deutschen demonstrierten in bisher nie dagewesener Zahl gegen TTIP, Obamas Versuch, den Westen zu einer gemeinsamen Wirtschaftsmacht zusammenzuschweißen, also auf Soft Power zu setzen. Von dem Mäuseaufstand gegen die NSA abgesehen, während man völlig übersah, was die Russen machen. Das Ergebnis dieser andauernden Demütigung ist Trump und Make America Great Again. Kurzum, wir sind schon in die Katastrophe geschliddert – der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Absichten gepflastert.

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      @ Fr. Prof. M.F.

      … nun ja, werte Fr. Prof. M.F., Harakiri? Ganz so einfach ist es wohl nicht. Ich meine Netanjahu nimmt ’sein‘ Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch. Ich stimme ihn zu, ich würde die Mullahs, die die Herrschaft über Massenvernichtungswaffen anstreben, die mich von der Landkarte tilgen wollen, auch nicht als Nachbar haben. (… ahem, die Ideologie des Mohammedanismus nicht einmal in meiner Heimat haben wollen.)

      Der Krieg der Hisbollah in Syrien, ist kein Kampf für Assad, sondern für den Schiismus.

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      Das Problem ist auch weniger, ob der Iran Nuklearwaffen hat, sondern daß er über Mittelstreckenraketen verfügt.
      Einen nuklearen Sprengkopf zu entwickeln, von seinen Maßen her in einen Raketenkopf paßt, dauert Zeit; dagegen kann eine funktionierende chemische Industrie binnen kurzer Zeit dazu umgebaut werden, chemische Kampfstoffe in großer Menge zu produzieren.

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    Am 8.5.2018 wurde klar: Europa muss den politischen Geisterfahrer Trump ausgrenzen, Israel bremsen und dafür sorgen, dass der Iran in die Weltwirtschaft eingebunden bleibt. Nur wenn in dieser Region mehr Wohlstand entsteht, gibt es einen Funken Hoffnung. Hier liegen die Probleme, die zu lösen sind, das sind die Themen, über die künftig zu reden ist.

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      Wie soll „in der Region Wohlstand entstehen“, wenn der Iran überall Staaten zerstört (Syrien, Libanon, Jemen)? Die Deutschen haben eine Antwort auf alle Probleme der Welt, eine Antwort, die rein zufällig ihnen selbst nutzt: Handel treiben. Dazu erfinden sie immer eine „Reformer-Fraktion“ , die man „stärkt“, indem man den Hardlinern alles Mögliche verkauft. Die intellektuelle Ödnis dieser Apologie für Skrupellosigkeit hat noch keinen deutschen Intellektuellen davon abghelten, sie zu wiederholen, ob damals in Sachen Kommunismus (man erinnert sich an die Männerfreundschaft zwischen Brandt und Breschnew, ob jetzt in Sachen Putin (siehe Schröder und Nordstream 2) oder Iran (Airbus hat sich verzockt). Merkwürdigerweise wird innerhalb der EU nie auf eine „Reformer-Fraktion“ gesetzt, wenn es gilt, die Wirtschaft der Süd-Staaten per Austeritäts-Diktat fit für den Euro zu machen. Da zeigen wir Härte, jedenfalls sobald unsere Banken ihre faulen kredite wieder haben und durch Steuergelder ersetz haben. Etwas weniger Selbstgerechtigkeit würde uns gut zu Gesichte stehen.

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      „Europa muss“…

      Europa ist zu aufgeblasen, und Mogherini, die Gute, verteidigt ihren gescheiterten „Deal“, eine Idee von ihr selbst und Mr. Obama, die zu nichts weiter geführt hat als einer Ausbreitung des Iran in der Region. Was für ein toller Deal das doch ist, oder wie erklären Sie sich, dass iranische Einheiten hinter den Golanhöhen stehen und der Yemen kaputt ist?

      Mr. Trump können Sie hassen – es dürfte ihn kaum interessieren – doch nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis, dass er bislang keinen failed state wie Libyen und keinen toten Botschafter auf der Hucke hat.
      Und zur Erinnerung: Vor Netanyahu gab es vermutlich mehr Terroropfer, wenn ich an manchen grauslichen Terrorakt in Israel denke. Das muss ich aber selbst mal überprüfen. Aber eins brauche ich nicht zu überprüfen: Ich weiß, dass ausgerechnet der Hawk Sharon den Gazastreifen gegen den Willen mancher seiner jüdischen Bewohner geräumt hat mit Bulldozern und dass nichts, aber auch nichts, danach besser geworden ist. Im Gegenteil.

      Wohlstand, den Sie einfordern, kommt auch von einer überschaubaren Anzahl von Kindern, die man bildungsmäßig voranbringt. Das kann man haben, aber nicht durch versickernde Transfers. Da müssten die entsprechenden Staaten sich mal um ihre Landbevölkerung kümmern und diese in die richtige Richtung steuern. Wenn Ahmadinejad, wie es geschehen ist, triumphierend ein kleines Kind hochhält und behauptet, man brauche keine A-Bombe, man habe doch reichlich von diesen hier, kann kein Wohlstand entstehen. Kinder als Kanonenfutter und Triebabfuhr machen den nicht, auch nicht, wenn man sie später in Minenfelder gegen den Irak jagt. Oder wussten Sie das nicht? Iran-Irak-Krieg. Mal googeln.
      Sie waren etwa vierzehn, fünfzehn Jahre.

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    Lieber Alan Posener, ich fühle mich nicht ernst genommen. Na klar ist der Zionismus eine Identitätspolitik. Was denn sonst? Man muss nicht Zionist sein, um dafür einzutreten, dass Juden nicht verfolgt werden. Auch bestreitet niemand, der nachdenkt, dass die Juden nach dem Ende des 2. Weltkriegs einen Staat gebraucht haben, in dem sie nicht bedroht werden. Aber das ist 70 Jahre her und die damit verbundenen Probleme, was die Palästinenser betrifft, das sind zwei völlig verschiedene Themen. Wie sich die Konflikte historisch und aktuell entwickelt haben und was man heute tun kann, das ist das zu lösende Problem. Ich habe dazu keine Vorschläge, da es nicht mein Thema ist und nicht meine Kompetenz berührt. Aber ich sehe große Gefahren bereits in der Gegenwart: Stichwort Iran.
    Wieso ist die Situation in dieser Region derartig verfahren? Das interessiert mich. Ob „die Linke“ und speziell der eine oder andere Vertreter antisemitisch ist oder gegen Israel, das ist sekundär. „Die Linke“, das ist eine Chimäre (lechts und rinks). Vorurteile gegen Israel – klar, das gibt es. Aber wie könnte die israelische Politik heute das Problem lösen. Wieso leben die Menschen in Israel heute, in einer so feindlichen Umgebung, die immer gefährlicher wird. Welchen Anteil hat die israelische Politik und wie könnte man das verbessern? Das interessiert mich und nicht die offenkundige Frage, dass Zionismus ein klarer Fall von Identitätspolitik war und noch ist. Auch Islamisten sind grauenhafte Identitäts-Politiker. Kommt noch Nationalismus hinzu, dann haben wir die dritte toxische Zutat.
    Demgegenüber sind die Fragen, ob „der Islam“ (was bitte soll das sein angesichts des Fehlens jeder Institutionalisierung aller diesen vielfältigen Religionen und deren Angehörigen?)
    antisemitisch ist oder ob „das Christentum“ antisemitisch ist, so zu fragen, das ist mE sinnlos. Man kann die Phänomene des Antisemitismus historisch klären. Aber die Feindseligkeit in den Nachbarländer von Israel heute und die hasserfüllten Gefühle der Menschen aus diesen Regionen, die nun hier leben, das ist etwas Neues. Dieser Zorn ist politisch und richtet sich gegen die Politik Israels und wird geschürt von den Gegnern Israels. Werden hingegen Juden als Juden angegriffen, dann müssen sie sich auch als Juden wehren, das ist klar. So hat sich auch Hannah Arendt ausgedrückt. Ihre Mutter hat sie beschützt, als sie ein Kind war, und als die systematische Judenverfolgung in Deutschland nach 1933 begonnen hatte, da hat sie begriffen, dass so etwas etwas Neues ist und von einem totalitärem Regime ausgeht, das verbrecherisch ist und das ein Feindbild benötigt, um seine Ziele zu verschleiern.
    Die hässlichen antisemitischen Einzelfälle in Deutschland und anderswo, welche heute stattfinden, die sind anders strukturiert als die systematische Politik der Vernichtung nach 1933.
    Nun zu Israel. Der Iran benötigt wieder ein Feindbild – nämlich Israel. Das ist das Problem. Diese gefährliche Dynamik muss gesehen werden, will man ernsthaft über Lösungen diskutieren. Der Iran ist heute das Land, das exzessiv Todesstrafen androht und verhängt. Wie können wir auf diese Gefahr reagieren?

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      Liebe Monika Frommel, würde ich Sie nicht ernst nehmen, würde ich nicht antworten. Aber wenn ich Ihren Kommentar lesen, weiß ich nicht, worauf ich antworten soll. Sie erklären sich für nicht kompetent, sich zur Sache zu äußern, stellen aber lauter Fragen, die Behauptungen enthalten und die Kompetenz suggerieren, zum Beispiel:
      1. „Wieso ist die Situation in dieser Region derartig verfahren? Das interessiert mich. Ob „die Linke“ und speziell der eine oder andere Vertreter antisemitisch ist oder gegen Israel, das ist sekundär. „Die Linke“, das ist eine Chimäre (lechts und rinks). Vorurteile gegen Israel – klar, das gibt es. Aber wie könnte die israelische Politik heute das Problem lösen. Wieso leben die Menschen in Israel heute, in einer so feindlichen Umgebung, die immer gefährlicher wird. Welchen Anteil hat die israelische Politik und wie könnte man das verbessern?“
      Wenn aber die „Umgebung“ feindlich ist, weil die Führer der gegen Israel gerichteten Kräfte antisemitisch eingestellt sind, dann wird Israel nichts tun können, um das zu „verbessern“. Im übrigen aber ist die „Umgebung“ nicht durchweg „feindlich“. Jordanien und Ägypten haben einen Friedensvertrag mit Israel, Saudi-Arabien kooperiert mit Israel, sunnitische Kräfte in Syrien kooperieren mit Israel, die PLO hat immerhin Israels Existenzrect anerkannt. Es sind Hamas und Hisbollah, Klienten des Iran, und die Mullahs in Teheran, die Israels gefährlichste Feinde sind, und dagegen hat Israel eine Strategie entwickelt, die – siehe Trumps Entscheidung – nun auch Früchte trägt.
      2. „Man kann die Phänomene des Antisemitismus historisch klären. Aber die Feindseligkeit in den Nachbarländer von Israel heute und die hasserfüllten Gefühle der Menschen aus diesen Regionen, die nun hier leben, das ist etwas Neues. Dieser Zorn ist politisch und richtet sich gegen die Politik Israels und wird geschürt von den Gegnern Israels.“ Woher wissen Sie das alles? Hass ist niemals politisch. Menschen, die hassen, denken nicht politisch. Das ist ja das Problem. Zu leugnen, dass Hass auf Juden in Israel etwas anderes sei als Hass auf Juden in Deutschland, bedeutet, die Juden aufspalten und sie ihrer wichtigsten Waffe zu berauben: der Solidarität. Ganz davon abgesehen, dass diese Aufspaltung die geschichtliche Tatsache des fortgesetzten deutschen und europäischen Einflusses in der arabischen Welt leugnet, wo „Die Protokolle der Weisen von Zion“ und „Mein Kampf“ bis heute Bestseller sind.
      3. „Die hässlichen antisemitischen Einzelfälle in Deutschland und anderswo, welche heute stattfinden, die sind anders strukturiert als die systematische Politik der Vernichtung nach 1933.“ Natürlich ist der Antisemitismus heute „anders strukturiert“ als damals. Aber wieso meinen Sie, dass es sich um „Einzelfälle“ handelt, und nicht um die Spitze eines Eisbergs? Welche Tatsachen können Sie dafür anführen?

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    Bei allem Respekt der Versuch, den Islam reinzuwaschen, überzeugt nicht.
    Die Intoleranz gegenüber anderen Religion ist dem Islam inhärent. Die Unterscheidung zwischen Gläubigen und Ungläubigen spricht dem Anderen doch jedes Existenzrecht ab.

    Es mag sein, dass die Moslem erst in den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts eine „modernen“ Form des Antisemitismus entwickelten. Die Geschwindigkeit, wie Sie selber bestätigen, in der dies jedoch passierte, bestätigt doch eher die These, dass Antisemitismus im Islam immanent ist.

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      Wie im Christentum, PP, das sich (bis heute, siehe Russland, Serbien, Ungarn, Polen, Griechenland …) ebenso schnell dem modernen Antisemitismus ergab. Zweifelsohne. Nichts darf reingewaschen werden.

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    Meines Erachtens machen die Achguten das goldrichtig, indem sie das Staatsversagen beschreiben und meistens nur dieses:
    http://www.achgut.com/artikel/.....abgebrannt

    Die antisemitischen Attacken sind in der Tat eine Folge davon, und nicht nur diese, auch der Fall in Freiburg wäre bei Grenzkontrollen und Altersbestimmung eher nicht passiert. Und bei einer Einwanderungspolitik und andererseits Asylpolitik, die diesen Titel verdienen, denn was hier abgeht, ist nicht Politik, sondern Laissez-Faire.

    Aus meinem Leben:
    1. Ich gehe mit meinem liebenswerten, aber leicht erratischen Hund, der jeden anschnüffelt, in der Stadt immer innen an der Hauswand. Einmal kommt mir ein Hüne entgegen, der nach Arabien oder Ägypten aussieht und verlangt indirekt und unübersehbar, dass ich dort verschwinde, weil er dort geht. Ich verschwinde nicht. Er rammt mich fast und bedenkt mich mit einem vernichtenden Blick. Kein Messer, immerhin.

    2. Ich kenne einen fleißigen Afghanen, der in Ausbildung ist und das Telefon beantworten kann, soll heißen, er hat brillant Deutsch gelernt, wird von seinen Ausbildern gelobt und ist freundlich. Er hat einen Abschiebebescheid in der Tasche.

    Diese beiden Beispiele belegen Dushan Wegener.

    Wenn man das alles zusammenzählt, kommt man tatsächlich auf den Gedanken, dass wir hier allesamt vernichtet werden sollen, und so entstehen diese dunklen Theorien. Juden sind immer – das war in jedem einzelnen arabischen Staat so – das erste Opfer. Wenn keine mehr das sind, kommen die anderen dran. Das kann man nur ändern, indem man einen pragmatischen Patriotismus zivilisiert und eine Einwanderungs- wie auch Abschiebepolitik auf die Beine stellt, die sich sehen lassen kann. Außerdem, indem man seine Sicherheitspolitik der von Israel anpasst und nicht der von Djibouti. Und indem man Kirchenleute schreien lässt und ignoriert.

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      Nichts ist abgebrannt, lieber Oleander, und dass sich ausgerechnet 80 Millionen Deutsche plötzlich als die potenziellen „zu vernichtenden“ Opfer einer kleinen Gruppe von Semiten fühlen sollen, erfüllt so offensichtlich eine Entlastungsfunktion, dass Henryk Broder und ich uns oft kopfschüttelnd fragen, wieso das den Vertretern dieser lustvollen Maso-Fantasie nicht selbst auffällt.

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        Aha, „kleine Gruppe von Semiten“. Aha, das ist jetzt der kurze Weg, „die Juden unserer Zeit“ und die „Antisemiten unserer Zeit“ zu definieren.

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        80 Millionen Persos vielleicht, aber Deutsche gibts höchtens 70 Millionen, Altenheime und Dörfer mitgerechnet. Und dass die Blockpolitiker nichts Gutes mit uns vorhaben, ist bestimmt keine Fantasie.

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    Lieber Alan Posener,
    mir liegt es fern von einem „Narrativ einer autochthonen arabischen Bevölkerung, dessen Land von Juden „geflutet“ wurde“ zu reden. Dieses ideologische Konstrukt benötigen nur diejenigen, welche ihr eigenes Narrativ dagegen setzen. Überzeugt haben mich Ihre Hinweise nicht, aber da ich keine Spezialistin auf diesem Gebiet bin und auch nicht werden will, belasse ich es bei meinem emotionalen Unbehagen. Identitätspolitik ist eben eine Politik welche keine Lösungen findet: auf beiden Seiten!

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      Liebe Monika Frommel, frau muss keine Spezialistin sein, um zu begreifen, dass es absurd ist, den Zionismus als „Identitätspolitik“ zu bezeichnen. Die Vorstellung, dass die Juden angesichts ihrer singulären Unterdrückungserfahrung in Europa einen eigenen Staat haben müssen, wurde leider durch die Geschichte bestätigt. Wurde – und wird. Man hört in Tel Aviv heute viel Französisch.

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      Natürlich, lieber Posener, ist der Zionismus eine Reaktion auf den Antisemitismus und die Bedrohung der Juden seiner Zeit. Daraus jedoch abzuleiten, dass es „absurd ist, den Zionismus als „Identitätspolitik“ zu bezeichnen“, da betätigen Sie sich als Nebelkerzenwerfer, wenn nicht gar als Zionismusleugner. Dass Sie glauben, damit den Belangen Israels zu dienen, ist eine Selbsttäuschung; in Israel würden 9 von 10 Gesprächspartner die Augenbraue heben, wenn Sie diese These vertreten würden. Aufgrund Ihres komplexen psychologischen Hintergrunds, die hier schon einmal angesprochen wurde, sind Sie jeder Identitätspolitik, insbesondere der deutschen, abhold bis spinnefeind, da müssen Sie auch behaupten, dass der Zionismus keine Identitätspolitik sei. In Israel wären Sie mit Ihrer Position ein kleiner Exzentriker, hier in Deutschland dürfen Sie sich noch als praeceptor Germaniae fühlen, auch wenn Sie auch hier ein Exzentriker in einem großen Verlagshaus sind und Ihnen die Felle davon schwimmen.
      Dabei ist Identitätspolitik nicht per se etwas schlechtes. Ich lese, auch in Vorbereitung eines alsbaldigen Besuches Israels mit meiner Tochter, mit hohem Interesse und Gewinn Tom Segevs Ben Gurion. Ein Staat um jeden Preis. Imponierend zu lesen, mit welcher Energie die jüdische Heimstatt Dorf für Dorf, Dunam für Dunam, Ziege für Ziege etc. abgerungen, aufgebaut und organisiert wurde. Ben Gurion war von vorherein klar, dass die nationalen Ambitionen der Juden und der Araber unvereinbar und unlösbar sind.
      „… weil wir glauben, dass Eretz Israel durch Zusammenarbeit aller jüdischen Kräfte erbaut werden wird. Die Demokratie ist keine hohle Phrase, aber wir haben einen Grundsatz, der uns heiliger ist als die Demokratie, und das ist der Aufbau des Landes Israel durch Juden.“ erklärte Ben Gurion 1929. Und Tom Segev führt aus: „Und so erging es der Demokratie wie dem Sozialismus und dem Frieden: In Ben Gurions Geisteswelt rangieren sie alle drei nach den den Zielen des Zionismus“. (S. 234) Den Staat und das historisch singuläre Wunder Israel hätte es nie gegeben, wenn er und seine Mitstreiter vorrangig für die Demokratie, den Sozialismus oder den Frieden gekämpft hätten. Mit Jabotinsky war er „sich der Tatsache bewusst, dass die meisten Juden keine Zionisten waren und nicht in Palästina wohnen wollten, und das war Grundlage für einen gemeinsamen Kampf.“ Die Unterschiede, schreibt Segev, waren vor allem taktischer, zuweilen strategischer Art. „Das Gemeinsame überwog.“: Unabhängiger jüdischer Staat mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit beidseits des Jordan, die „Eroberung der Arbeit“, „jüdische Arbeit“, jüdische Arbeiter als „Kern der Nation“ (S. 257).
      Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie auch schon die identitäten Faktoren in der über dreitausend Jahre alten Geschichte des Judentums , des Am Israel, bestritten. In meinen Augen ist das Volk Israel das längstdauernde und erfolgreichste Identitätsprogramm der Geschichte. Hier haben Sie einen großen blinden Flecken, den Sie wohl noch in Ihr Grab mitnehmen werden.

      Ich glaube nicht an eine einvernehmliche Lösung des Nahostkonfliktes, des Konfliktes um das Heilige Land. Der Konflikt wird zur Ruhe kommen, wenn die „Feinde Israels“ anerkennen, dass ihr Widerstand und Kampf zwecklos ist, dass sie ihre Ambitionen nicht verwirklichen können.

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    Ist es nicht so, dass die massenweise Zuwanderung von Arabern nach Deutschland eine späte Rache der Deutschen an den Juden wegen Auschwitz ist?

    Was die rechten Antisemiten intellektuell noch nicht erfasst haben ist, dass die politisch motivierten Muslime ausgewiesene Fachkräfte sind, wenn es darum geht Regionen „judenrein“ zu machen. Besser und gründlicher als die Nazis es je waren. Denn auch nach 70 Jahren kehren die Juden nicht mehr zurück in ihre arabische Heimat.

    Perfide, aber wahr. Die linken Antizionisten verteidigen die massenweise Zuwanderung als moralischen Akt, die keine Obergrenze duldet. Mit Erfolg, denn viele Juden sitzen bereits auf gepackten Koffern.

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      Dass die rechten Antisemiten intellektuell den Beitrag der Araber zu einer Endlösung der Judenfrage nicht begriffen hätten, lieber Medibibi, kann ich nicht nachvollziehen. Lange bevor es in linken kreisen zum guten Ton gehörte, gegen Israel zu sein, waren Rechte ganz praktisch und effizient am Werk, nicht dilettantisch wie die Linksterroristen der RAF. Denken Sie an die deutschen Raketentechniker in Ägypten und an Eichmanns rechte Hand Alois Brunner, der für den syrischen Geheimdienst ein „Judenreferat“ aufbaute:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Aff%C3%A4re_um_deutsche_Raketenexperten_in_%C3%84gypten
      https://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Brunner

      Sie unterstellen allerdings den „linken Antizionisten“ einen Einfluss auf die Politik, den sie nicht haben. Die Araber hat die Groko nach Deutschland geholt, nicht die Antifa. In Frankreich ist die arabische Zuwanderung ebenfalls nicht ein linkes Projekt gewesen. Wenn Sie sich partout in Verschwörungstheorien ergehen wollen, wie wäre es mit dieser: Putin und der Iran haben Syrien in ein Schlachthaus verwandelt, um Millionen auf den Weg nach Europa zu schicken und die EU (und besonders Deutschland) zu destabilisieren und prorussischen Populisten wie LePen und Gauland den Aufstieg zu ermöglichen.

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        Die Kombi Putin und Iran halte ich für verwegen, denn Putin war doch im Verlauf dieses Krieges immer wieder in der Lage, sich mit den Amerikanern auf ein einheitliches Vorgehen zu einigen. Putin bräuchte keine Marionetten, wenn er sich Europa unter den Nagel reißen wollte. Er würde es einfach angreifen.

        Der Iran aber, aus dem schon diverse Individuen in Europa sind und auch weiterhin im Strom mitwandern, kann definitiv mit dem Influx von Massen an Syrern Deutschland in ein proiranisches antisemitisches Land verwandeln, zumal Linke das nicht kapieren, und hat sicherlich Interesse daran. Außerdem dürfte er Interesse an einer Entvölkerung der Kurdenregionen haben und hat hierfür einen feinen Statthalter im Nordwesten.

        Dann gibt es ja noch die Saudis mit den von ihnen finanzierten Moscheen und die MB. Inzwischen tragen sie auch alle ihre Konflikte bei uns und, siehe Türken vs. Kurden. Broders Spiegel gestern fand ich ganz prima. Wir reden nicht über Giotto, Caspar David Friedrich oder Gustav Mahler, sondern über deren ganzen Scheißkram, ihren Judenhass, ihre „Ehrenmorde“, siehe zuletzt Hamburg. Manche von denen, die schon etwas länger hier sind, Perser zum Beispiel, die vor Khomeini weggelaufen sind, müssen sich inzwischen fragen, ob sie einen Fehler gemacht haben. Hamed lebt seit über fünf Jahren unter Polizeischutz.

        Und bitte, wenn ich an Otto Schily denke oder an Helmut Schmidt: Ich sehe niemanden in der deutschen Politik, der auch nur ansatzweise sowas wie Muckis hat.

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        Möglich wäre eher, daß Merkel den Befehl, die sog. Flüchtlinge aufzunehmen, aus Washington bekommen hat, wo das Hauptquartier jener Nation liegt, die ich als Deutschlands größten Feind betrachte.
        Der alte Feind Europas und Deutschlands, die islamische Welt, deren Vernichtungswille sich zuerst in den Araber-Invasionen und später in den Aggressionen des osmanischen Reiches zeigte, und der neue Todfeind auf der anderen Seite des Atlantiks in einem Boot…

        Das ist das verrückteste, was man sich ausdenken könnte? Oder…sollte es – zumindest teilweise – Wahrheit sein? 😉

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        Nicht zu vergessen, Linkenhasser, wer die USA kontrolliert. Sie wissen schon. Viktor Orbán hat ja den Schuldigen an den offenen Grenzen benannt, und er gehört nicht zufällig … na, Sie wissen schon. Darf man hier nicht laut sagen, im geknechteten Deutschland. Aber wer hätte das größte Interesse daran, erstens Deutschland völkisch zu vernichten, endlich also im Sinne des Gebots Aug und Auge den Holocaust zu rüchen, und zweitens alle europäischen Juden zu bewegen, nach Israel auszuwandern? Zwei Fliegen mit einer Klappe. Eben. Eben. Sie müssen endlich anfangen, sich konsequent Ihren Vorurteilen hinzugeben, Linkenhasser, dann erst spricht die Stimme des Blutes laut genug, dass man sie auch deutlich vernimmt.

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        Nun, wenn die Organe dieses sog. Staates auf der Seite der potentiellen Völkermörder und ihrer Erfüllungsgehilfen stehen, ist durchaus Grund zur Besorgnis gegeben. Auf die Zahl kommt es nicht an, auch unter Stalin dürfte die Mehrheit der Sowjetbürger nicht aus NKWD-Agenten oder sonstigen Angestellten des Staatssystems bestanden haben 🙂

        Und: Broder steht wohl den Antideutschen nahe, umgedrehten Nazis, also Kreaturen, die vom Völkermord an Deutschen träumen – mit Hilfe der Amerikaner, aus deren Giftküche die A. wohl auch herausgekrochen sind?

        Nun, mit diesen Leute wäre mir die mutmaßliche iranische Art, mit so etwas umzugehen, doch sympathischer, vor allem würde sie Nachahmungstäter sicher abschrecken. Die A. sind nämlich, wie alle Linken, im Herzen feige Lumpen.

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        Wer soll das sein? Die Linken. Punkt, aus.

        Im übrigen sind und bleiben Sie ein Deutschenhasser aus Leidenschaft (ich habe Ihren weibisch-hasserfüllten Gefühlsausbruch in einer dieser TV-Shows aus YT gesehen und nur entsetzt den Kopf schütteln können); verglichen mit Ihnen hat jeder noch so ordinäre Verbrecher noch mehr moralische Prinzipien.

        Aber bei Journos und anderen Tintenpi$$ern, äh, Vertretern der schreibenden Zunft, ist das nun mal die Regel. Irgend so eine beknackte Journo-Tusse (typisch Weib) schrieb mal – aber meine Landsleute meinend, da säße ein Gen locker. Bei uns Deutschen dürfte das nicht zutreffen – aber bei den sog. Intellektuellen eher 🙂

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        Und noch was: was die von Ihnen sogenannte Stimme des Blutes sein soll, wissen auch nur Sie. Vielleicht wenden Sie sich mal an einen Psychologen? Der kann Ihnen sicher helfen 🙂

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    Um wieder zurückzukommen auf Ihr Stück und die Passage, an der ich Anstoß nehme:
    „mit antisemitischer und antizionistischer Propaganda geflutet und die Beziehungen zwischen Arabern und Juden vergiftet haben“,

    auch auf Ihre durchaus begründete Intention, den Antisemitismus des NO, besonders Syriens, auf den Baathismus zu schieben, so darf man dennoch nicht vergessen, dass er uralt ist, und, wie folgende Passage beweist, immer mit „Rothschild“, also letztlich Blut und Boden zu tun hatte und im Mantel der gruppenbezogenen Feindlichkeit (früher Stämme, heute Religionen), ausgelebt wurde.

    „Wie die Banū Nadīr besaßen die Banū Quraiza die landwirtschaftlich ergiebigsten Teile der Oase (vor allem Dattelpalmen), und hatten damit, aber auch durch Geldverleih, ihr Einkommen gesichert. Die Männer der Quraiza wurden im Jahr 627 auf Verordnung Sa’d ibn Mu’adhs und mit Zustimmung und unter der Aufsicht Mohammeds getötet und ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft. “
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ban%C5%AB_Quraiza

    Damit ist bewiesen, dass der Antisemitismus von Anfang an im Islam intrinsic ist, und solange sich kein arabischer Staat dafür entschuldigt, wird er intrinsic bleiben und ist nicht nur eine Folge der Propagande von Nationalsozialisten oder Russen, zumal die Briten, die in der Region damals das sagen hatten, mit dem Dritten Reich bekanntlich im Krieg standen.

    Etwa so schlimm finde ich, was der IS mit den Yeziden angestellt hat in einer Art und Weise, die an das Ereignis von Banū Quraiza vor geschlagenen 1400 Jahren erinnert. Da gibt es also Individuen dort und nicht zu knapp, die geschlagene 1400 stehen geblieben sind und eine ähnliche Brutalität an den Tag legen. Letzteres hat mit Antisemitismus nichts zu tun, sondern mit Bodengewinn unter dem Vorwand gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
    Und das hat dort keiner importiert, sondern das ist Kennzeichen des Salaaf. Oder?

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      Ja, der Islam kennt die Judenfeindschaft ebenso wie das Christentum, Oleander, obwohl ich es schon bemerkenswert finde, wenn ein Nachkomme des Volkes, das die Juden am Oberrhein während der Kreuzzüge massakrierte, wenig später aus dem ganzen Reich vertrieb, den modernen Rassen-Antisemitismus erfand und schließlich …. na, Sie wissen schon, Schwamm drüber, sich ereifert wegen der Auseinandersetzung zwischen zwei Clans um ein paar Dattelpalmen, 200 Jahre, bevor Karl der Große, Begründer der abendländischen Tradition, die Sachsen abschlachtete.

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        Ecoutez, Alain, mes origines sont francais des deux côtés, mais je dois admettre qu’il sont immigrés il y a à peu près deux cents ans. Tanti anni fa, comme les Italiens diraient.

        Mais de l’autre côté je suis une personne qui a effectivement de la chance, parce que mes parents étaient trop jeunes pour être dans une position de se salir les mains, soit par choix, soit par force.

        Comme vous êtes né seulement comme conséquence de bonne choix de votre père, je suis là à cause de „Gnade der späten Geburt“. Vous oubliez trop souvent la force brutale du NS. Regardez les journalistes en prison pas loin de nous. Merci.

        Ich bin also definitiv kein Nachfahr von den Leuten am Oberrhein. Was die anderen Leute betrifft, hatte meine Familie nur Glück. Aber Täter sind ohne Zweifel die Eliten und zugegebenermaßen Teile des Volks. Mit solchen Sprüchen können Sie andere Gemüter zur AfD treiben.

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        Alors, cher Oléander, j’ai bien écouté. Um mein Schulfranzösisch nicht weiter zu strapazieren: Klar, es gibt die Gnade der späten Geburt, die Gnade der anderen Geburt – für seine Eltern kann man nichts. Ich denke aber, Sie überstrapazieren die Gewalt als Erklärung. Christopher Browning zeigte, wie „ganz normale Männer“ zu willigen Vollstreckern wurde, und Daniel Goldhagen versuchte, dafür eine Erklärung zu finden. Ich finde, man sollte zuallererst vor der eigenen Tür kehren, den Balken im eigenen Auge sehen. Das ist alles.

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        Herr Posener, Sie können sich einfach nicht entscheiden, wen Sie weniger mögen, die Deutschen oder die Muslime. Immer dieses „Ja, aber“.

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        Lieber Gert Weller, ich habe weder etwas gegen „die Deutschen“ noch gegen „die Muslime“. Wenn’s hart auf hart kommt, bin ich für eine Beschränkung der muslimischen Zuwanderung, um den deutschen Charakter Deutschlands zu erhalten, daraus habe ich nie einen Hehl gemacht. Das ist aber eine rein statistische Frage. Unter meinen Freunden, Bekannten, Schülern, Kollegen waren und sind Muslime, die ich in Deutschland nicht vermissen mag. Ihr Versuch, mich in die rassistische Ecke zu stellen, wird nicht gelingen. Außer gegenüber Iren, Schotten, Walisern und Ossis ist mir gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit fremd.

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        Goldhagen? Da kommt es heraus. Der Mann ist nichts als ein Deutschenhasser, der Quellen und Sekundärliteratur verfälschte und selektiv verwendete und mit einer infamen rassistischen Lüge berühmt wurde. Es spricht für Harvard, daß man später seinen Arbeitsvertrag als wissenschaftlicher Assistent (wohl mehr Assistent als wissenschaftlich 🙂 ) nicht verlängerte.

        Er stellte eine These auf und führte nur diejenigen Sachverhalte an, die diese untermauerten – Beweise für das Gegenteil seiner Behauptung unterschlug er. Er ist ein Geistes-Handwerker, der aus Argumenten, die ihm gelegen kommen ein „Werkstück“ zusammenfügt, aber von einem Wissenschaftler trennen ihn Welten. Seine späteren Ergüsse unterstreichen dies eindrucksvoll.

        Aber…als Stichwortgeber für die A…deutschen ist er ohne Zweifel sehr gut, zumal sein Elaborat nicht im mindesten den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit genügt, wie zahlreiche Kritiker bereits bestätigen konnten. Da Linke ja dumm sind, hätten sie ein wissenschaftlich ausgefeiltes Werk sicherlich auch gar nicht verstanden. 🙂

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        Ich gebe Ihnen Recht, Linkenhasser, dass Goldhagens Polemik nicht wissenschaftlich fundiert ist. Er hat übertrieben, um eine einfache Wahrheit aufzudecken, die allzu oft verschwiegen wurde: der verbreitete Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft war eine Voraussetzung für das Gelingen des Holocaust. Inzwischen klingt das so banal, dass man zögert, es auszusprechen, aber es war damals neu.

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        Außerdem dürfte Goldhagen an Größenwahn leiden, wenn er sich damit brüstet, als einziger das Motiv hinter der Shoah entdeckt zu haben – ähnlich wie Karl Marx glaubte, das Geheimnis der gesamten menschlichen Geschichte entdeckt zu haben…der IYIs werden nicht alle.

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        Und was die Geschichte der Deutschen angeht: der Mord an den Sachsen ist in der Forschung äußerst umstritten, und der Rassenantisemitismus ging eher auf Darwin als auf Marr zurück, auch wenn der den Begriff des Antisemitismus erfand.

        Und ich muß Sie enttäuschen: aus dem Alten Reich wurden die Juden niemals vollständig vertrieben. Das geschah in Ihrem Vaterland England im Jahre 1290; erst unter Oliver Cromwell durften sich wieder Juden in England niederlassen. Auch in Frankreich gab es während des ersten Kreuzzugs Massaker an Juden.

        Aber einem Journo wie Ihnen verzeihe ich auch den größten sachlichen Fehler, da Ihresgleichen sich generell die Fakten zurechtbiegt, wie er will; ich kann gar nicht anders.
        die Pippi-Langstrumpf-Schule der Geschichtsschreibung läßt grüßen („Ich mach‘ mir die Welt, widdewidde, wie sie mir gefällt“). 😆

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        Der Rassenantisemitismus kann nicht auf Darwin zurückgehen, Linkenhasser, denn Darwin postulierte nie einen Kampf der Arten unter- und gegeneinander, sondern die natürliche Auslese von Individuen innerhalb der Arten. Hitler hatte von alledem gar keine Ahnung. Darüber können Sie hier nachlesen:
        http://www.darwin-jahr.de/evo-.....z-maennern

        Ansonsten gebe ich Ihnen gern Recht, dass der christliche Antisemitismus eine internationale Erscheinung war (ist).

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        Ich bitte auch noch darum, im Nachklapp zu Goldhagen die Kritik an seiner Methodik durch die kanadische Historikerin Ruth Bettina Birn erwähnen zu dürfen. 🙂

        Max Frankel beschreibt den Artikel Birns, der als ein Teil des Buches „A Nation on Trial (deutsch: Eine Nation auf dem Prüfstand)“, New York 1998 (deutsch: Hildesheim 1998) erschien, in einem Artikel in der NYT.
        Der zweite Teil des Buches besteht aus einer polemischen Widerlegung von Goldhagens Ergebnissen durch den zugegebenermaßen umstrittenen Historiker Norman Finkelstein.

        Max Frankel faßt jedoch beide Teile des Buches anschaulich zusammen, und sein Artikel ist auch sonst äußerst lesenswert: https://archive.nytimes.com/www.nytimes.com/books/98/06/28/reviews/980628.28fran.html?mcubz=3

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        Nun…ich hatte auch sehr viel mehr auf Frau Dr. Birn und auf die Worte Max Frankels verweisen wollen. Beider Artikel finde ich sehr lesenswert… 🙂

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        Und noch eine kleine Anmerkung zu G. und seinem Postulat: und es tut mir leid, aber bezüglich des sog. Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft stellt sich mir die Frage, warum die NS-Propaganda diesen mit gewaltiger Anstrengung noch weiter ins Unermeßliche steigern mußte, wenn er doch (angeblich) ohnehin schon vorhanden war. Für mich spricht dieses Handeln der Machthaber eher dafür, daß ihnen der Antisemitismus der durchschnittlichen gentilen Deutschen nicht stark genug, nicht rabiat genug war.

        Und eine weitere Frage: wie war das mit Ihrer „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (ein scheußlicher Ausdruck)? Hat der werte Mitforist Sie da bei irgendwas heimlich Verbotenem ertappt? 😉

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        Ja, die Deutschen waren nicht antisemitisch genug für die Nazis. Das sagt doch Himmler in seiner „Posener (!) Rede“.

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        Danke für den Hinweis, Herr Posener.
        Ich muß diese Rede einmal lesen.
        Wenn es so ist, dann wäre das für mich eine kleine Sensation – nur Herrn G.s Argumentation dürfte dieses Eingeständnis jemandes, der es genau gewußt haben dürfte, so gar nicht ins Konzept seiner Argumentation passen…

        🙁 Seufz…

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        Verzeihung, könnten Sie sich bitte die beiden Worte „…seiner Argumentation…“ in der dritt- und zweitletzten Zeile wegdenken? Da habe ich geschludert 🙂

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      Das Gerede vom „intellektuellen Geschwafel“ halte ich für protofaschistisch. Siehe „LTI“.

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        Interessant. Demnach sollte man den Ausdruck nicht benutzen?
        Ich habe ihn auch verwendet, meinte aber einen emotionalen statt eines intellektuellen Ansatzes für Schüler.
        Selbst bin ich in der Schule von einem sehr gut ausgebildeten Lehrer etwa Ihrer intellektuellen Größe damit in Geschichte, Deutsch und Philosophie konfrontiert worden, doch was mich emotional erreicht hat, war der Vierteiler Holocaust über die fiktive Identifikationsfigur Dr. Weiss und ein Besuch in Dachau mit einem armenischen Freund aus den USA, der dort weinte. Und das Emotional halte ich erstmal (vor intellektueller Vertiefung) für wichtiger.

        Und damit nochmal zu Augstein: Der Weinende schlüpft natürlich in die Rolle des Opfers, und das darf er, der Demonstrierende zeigt lediglich Loyalität.

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    Auschwitz wird in großen Teilen der Bevölkerung als negativer Gründungsmythos der Bundesrepublik, als Bestandteil unserer Identität, wahrgenommen.
    Quelle z.B. hier
    http://www.spiegel.de/spiegel/.....28214.html (aus dem Jahre 2005)

    „Doch erst Mitte der achtziger Jahre erreichte Auschwitz den Status eines negativen Gründungsmythos der Bundesrepublik, wurde Bestandteil unserer Identität, wie Bundespräsident Köhler zu Jahresbeginn in Israel bekräftigte.“

    Der Angriff auf den Kippaträger kein singuläres Ereignis sondern steht in einer Reihe ähnlicher Vorkommnisse speziell seit der Grenzöffnung 2015.
    („Hamas, Hamas – Juden in’s Gas“ – Rufe, Mobbing jüdischer Kinder in der Schule,der unsäglich Text der Rapper Kollegah und Kollege)

    Bis vor Kurzem bestand freiliech eine friedliche Koexistenz zwischen moslemischem Antisemitismus und dem „Gründungsmythos Ausschwitz“. Solange der moslemische Antisemitismus noch irgendwie als Antizionismus oder Israelkritik durchgehen konnte, drückten die linken BRD-Eliten alle Augen zu. Der erwähnte Augstein ist ein besonders abstossender Vertreter dieser Heuchelei, die Henryk M. Broder schon im Jahre 2006 heftig kritisierte (Quelle http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/1743)

    „Nun haben tote Juden nicht erst seit gestern in Deutschland Konjunktur, die Deutschen lieben tote Juden, je toter sie sind, umso mehr mehr werden sie geliebt: am 27. Januar, am 9. November und auch mal zwischendurch bei der Woche der Brüderlichkeit. Mit den lebenden Juden ist es eine andere Sache, die werden ermahnt, nicht zu unfairen Mitteln zu greifen und sich nicht allzu heftig zu wehren, wenn sie angegriffen werden.“

    In seinem Buch „Vergesst Auschwitz!“ spitzt er weiter zu:

    „Nur ein toter Jude ist ein guter Jude.“

    Doch solche Zwischenrufe störten nicht weiter. Man ließ die moslemischem Antisemiten gewähren, solange sie nur nicht am „Mythos Auschwitz“ kratzen.

    Dieser Kompromiss wird nun seitens der moslemischen Unterschicht aufgekündigt. Diese hat weniger zu verlieren und verfügt über einen archaischen Machtinstinkt.
    Die besser integrierten Moslems schweigen natürlich noch und halten mit ihren antisemitischen Überzeugungen, so sie welche haben, noch hinter dem Berg, und warten ab, wie die BRD-Eliten reagieren.

    Gelingt es den alten, linken BRD-Eliten die moslemischen antisemitischen Ausfälle zu unterbinden, oder werden sie irgendwann mal hingenommen wie der Drogenhandel in Berliner Parks? Oder werden die linken BRD-Eliten gar auf Distanz zu Israel gehen um den moslemischen Anteil der Bevölkerung zu beschwichtigen und um dort Wählerstimmen zu gewinnen?
    Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Linke einer Bundestagsresolution bezüglich des Existenzrechts Israels, nicht zugestimmt hat.

    Der Grund, warum nun der Kompromiss gekündigt wird ist, dass der politische Islam durch die Zuwanderung in Kombination mit dem archaischen Machtwillen der Unterschicht, sich nun stark genug fühlt, mehr zu fordern als nur Duldung und Mitreden. Sie wollen die Agenda bestimmen und sie greifen frontal an, dort wo der heftigste Widerstand der linken BRD-Eliten zu erwarten ist, dort wo der Verteidiger seine Truppen zusammengezogen hat.

    Für die deutsche Rechte tut sich hier ein Dilemma auf. Sie kann kaum den „Gründungsmythos Auschwitz“ (im obigen Sinne zu verstehen!) verteidigen. Noch weniger kann sich sie dem politischen Islam als Hilfstruppe andienen, in dem sie die islamische Kultur preist und in die islamische Israelkritik einstimmt, in der Hoffnung, dass der Islam in Deutschland erreicht, woran sie selbst seit Jahrzehnten scheitert. Der Lohn für Verräter im Lager der besiegten Feinde war stets im besten Falle die privilegierte Knechtschaft.

    Doch dieses Dilemma ist die gerade große Chance der deutschen Rechten.

    Sie kann eine mittlere, rationale Position vertreten, in dem sie Auschwitz, den Holocaust, historisiert.
    Etwa so:

    1) Israel als Teil der abendländischen Kultur, als Vorposten des Westens im Nahen Osten braucht unsere besondere Unterstützung.
    2) Die hier lebenden Juden müssen natürlich geschützt werden.
    3) Auschwitz, der Holocaust waren schreckliche Verbrechen, keine Zweifel. Aber unsere aktuelle Politik, z.B. in der Einwanderungsfrage dürfen wir nicht danach ausrichten.
    4) Selbstverständlich dürfen wir auf unsere Kultur stolz sein und unsere Identität verteidigen.

    Damit kann die deutsche Rechte in die bürgerliche Mitte der Gesellschaft vorstoßen.
    Jetzt!

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      Seit wann sind die deutschen Eliten „links“, Waldgänger? Hätten Sie geschrieben: „Liberale Globalisten“, hätte ich Ihnen zustimmen können, aber „links“?
      Ansonsten scheint Ihr Problem zu sein: „Für die deutsche Rechte tut sich hier ein Dilemma auf. Sie kann kaum den „Gründungsmythos Auschwitz“ verteidigen.“ Ich danke für diese Offenherzigkeit. Und was Israel als „Teil der abendländischen Kultur“ angeht, so empfehle ich eine Reise nach Jerusalem. Dann reden Sie anders. Ehrlicher.

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        Die sog. Eliten in der BRD sind keine Elite, sondern eine Machtelite. Mehr nicht.
        Zur wahren Elite gehört wesentlich mehr…

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        Klar doch. Am besten die Abstammung aus einer Lebensborn-Zuchtanstalt.

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        Interessante Definition. Aber Ihre, nicht meine… 🙂

        Im übrigen waren die Lebensbornheime keine „Zuchtanstalten“, sondern Fürsorgeheime für junge Mütter, die ihre Kinder ansonsten abgetrieben hätten.

        Es sind später ein paar (mehr oder weniger gute) moderne Märchenfilme, äh, Spielfilme gedreht worden, in denen der Lebensborn ale eine Art „Menschen-Zuchtanstalt“ von Gott weiß welcher Sittenlosigkeit dargestellt wurde.

        Die Tatsache, daß Mitarbeiter des Lebensborns in den letzten Kriegstagen viele an sich archivwürdige Unterlagen dieser Organisation zerstört haben, hatte natürlich diese und ähnlich gelagerte Spekulationen in den Nachkriegs-Medien über das Wesen der Organisation Lebensborn ins Kraut schießen lassen…und die Filmemacher haben dann ins gleiche Hörnchen getutet. 🙂

        Die Wahrheit wäre wohl zu prosaisch gewesen. Wie heißt es so schön: Sex sells. Journos bleiben halt Journos 🙂

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        Im übrigen reich auch deutsche Abstammung nicht für eine Zugehör zur Elite aus. Im wesentlichen zeichnet sich jemand, der der Elite angehört, durch Intelligenz, Bildung in formaler Hinsicht wie der des Herzens, sowie Ethik im Denken und vor allem im Handeln.

        Es ist also ganz wesentlich eine Charaktersache, zur Elite zu gehören.

        Keine Sorge, ein Linker kann daher qua definitonem nicht zu einer Elite gehören, es sei denn zu einer Negativelite. 😉

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    Ein ot, was den einen oder anderen interessieren mag:

    Da wir uns in der Zukunft möglicherweise alle etwas umstellen müsse, auch wenn wir nicht wollen, habe ich den Lexus IS 300 h probegefahren und kann das unbedingt empfehlen.
    Es handelt sich um ein nicht unschönes, innen elegantes und sehr übersichtliches Fahrzeug mit Hybridmotor, das als Alltagsfahrzeug für Mittelklassewagenfahrer durchaus zur Diskussion stehen sollte aufgrund des geringen Verbrauchs. Facelift war 2017. In PS-Motorwelt anscheinend nur ein irrelevanter Artikel von 2013 (sähe schön aus).

    Negativ aufgefallen bei rasanter Bergauf-Fahrt ist ein Wegrutschen des Hinterteils bei Heckantrieb, das ich so bei den mir gewohnten Vergleichsmodellen von BMW noch nie erlebt habe und auch nicht bei einem probegefahrenen A3. Das mag aber an den Reifen gelegen haben und erfordert die Lektüre von Testberichten von Profis.

    Innen ein sehr schönes Armaturenbrett mit mechanischer Uhr von edlem Aussehen. Preise zwischen 38.500 und 52.900, gute Leasingangebote. Probefahrt unbedingt empfohlen.
    (Vermerk: Nicht bei Lexus angestellt).

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        Ich habe den nicht gekauft, dbh. Wenn ich von denen einen kaufe, kann es nur der LC mit Sechszylinder-Hybrid werden. In ca. zwei Jahren werde ich sehen, ob ich das hinkriegen würde mit einem guten Leasingangebot. Allerdings würde ich dann den Achtzylinder gegenfahren und dann die Giulia, und nach der Giulia Quadrifoglio werde ich vermutlich wie ein Rohrspatz auf die Motorenhasser in diesem sauberen Land schimpfen.

        Tolles Auto von McLaren. Aston Martin ist auch wunderbar.

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    Die Gründung de Staates Israel war das Ergebnis einer Entscheidung der ehemaligen Kolonialmächte, die ganz zu Lasten der Palästinenser ging. Es war keine „Einwanderung“, wie Alan Posender schriebt. Ben Gurion wollte ein Israel ohne Palästinenser. Kein Wunder, dass eine Zwei-Staatenlösung oder eine angemessene Lösung für alle Beteiligten nicht zustande kam. Es ist schlicht tragisch, wie blind für die drohenden Folgen das Ganze ablief. Dass die militanten Palästinenser dann eine schauderhafte Ideologie der Leugnung des Existenzrechtes der Israelis pflegten und dass sie in dieser Haltung unterstützt wurden und noch werden, macht die Sache nicht leichter. Aber von einer „Einwanderung“ zu reden, lieber Alan Posender, das geht einfach nicht.

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      Liebe Monika Frommel:
      1. Ich heiße „Posener“.
      2. Die Gründung de Staates Israel war NICHT „das Ergebnis einer Entscheidung der ehemaligen Kolonialmächte, die ganz zu Lasten der Palästinenser ging“. sie war Ergebnis einer Entscheidung der Vereinten Nationen, die zugleich die Schaffung eines arabischen Staates vorsah. Die Araber, nicht die Juden, haben das abgelehnt und tragen bis heute die Folgen.
      3. Sie schreiben: „Aber von einer „Einwanderung“ zu reden, lieber Alan Posender, das geht einfach nicht.“ Warum nicht? Unter den Osmanen lebten sowohl Juden als auch christliche und muslimische Araber in der Provinz Palästina. Unter dem britischen Mandat wanderten sowohl Juden als auch Araber ein:
      https://www.meforum.org/articles/other/the-smoking-gun-arab-immigration-into-palestine,
      Hier finden Sie eine ganz gute Übersicht über den Stand der Forschung und der Kontroversen innerhalb der Forschung:
      https://en.wikipedia.org/wiki/Demographic_history_of_Palestine_(region)
      Wie Sie sehen, liebe Monika Frommel: Was „nicht geht“ ist das Narrativ einer autochthonen arabischen Bevölkerung, dessen Land von Juden „geflutet“ wurde.

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    Nun, lieber Alan Posener, ich habe keineswegs nicht postuliert, dass die Ausführungen des SPIEGEL „Gottes Wort“ sind, ganz im Gegenteil, sie sind eher, um auf Ihrer Höhe zuj formulieren, ein Beitrag des Teufel, der ja, wie die Griechen wußten, der Diabolos ist, d.h. der, der alles durcheinander bringt, durcheinanderwirft, falsche Vergleiche, Analogien, Äquivalenzen. Genießen wir nochmals das Teufelswerk im SPIEGEL:

    „Weil vor mehr als 70 Jahren Deutschland die Juden in Zügen in den Tod geschickt hatte, holte die Bundesrepublik 2015 syrische Flüchtlinge in Zügen (sic!) in die Freiheit. Dir Willkommenskultur hatte viele Ursachen, sie war auch der Versuch der Nachfahren der NS-Täter, endgültig (sic!) Buße abzulegen, der Versuch einer Wiedergutmachung, die nun allerdings das produziert, was nicht mehr sein darf, weder in Berlin noch sonst irgendwo in Deutschland : Antisemitismus“.

    Ich habe darin die deutsche Pathologie in der Nußschale gesehen. Wenn das so ist, wie der SPIEGEL schreibt, die Psychodynamik hinter der Willkommenskultur, dann hat das „Auschwitzsyndrom“ die Deutschen schlicht und einfach blöde gemacht. Ich sehe nun jedoch nicht, dass der SPIEGEL die Juden dafür verantwortlich gemacht hat, das gibt die reine Textanalyse nicht her; aber vielleicht haben Sie den richtigen Riecher, dass der SPIEGEL unausgesprochen die Juden verantwortlich machen will.

    Dass die Linken a lá Augstein die muslimische Einwanderung nach Deutschland begrüßen, die „jüdische Einwanderung in Palästina“ ablehnen, scheint mir gar nicht so schwer ableitbar zu sein: Letzteres ist in den Augen der universalistischen katholischen Linken ein starrsinniges völkisches Unternehmen, während ersteres dem Ziele dient, im Namen von one world one people das Völkische in Deutschland auzulösen und aufzuheben in ein ungetrenntes, alle Menschen inkludierendes Gottesvolk als wahren Erben des partikularen und reaktionären jüdischen Gottesvolkes. Die deutschen Linken wollen nicht wenig, da stehen ihnen neben den „Deutschen“ auch die Juden im Wege.

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    Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt beim Iran. Dort sind die Menschen sehr arm. Jeder Protest und selbst harmlose Formen des Widerstandes sind sehr riskant. Iran macht von der angedrohten Todesstrafe ausgiebig Gebrauch und vollstreckt weltweit am häufigsten diese barbarische Strafe. Wie kann man den Unmut im Iran unterstützen und eine Friedenspolitik stärken. Der nächste Kriegsverursacher ist Putin. Aber bei diesem Menschen fällt mir nichts ein: ich hoffe auf die Biologie. Auch er wird altern.
    Kommt noch die Türkei hinzu, tja – auch da fällt uns gerade nichts ein.
    Es sieht finster aus. Aber mit Antisemitismus hat das nichts zu tun. Die Gründung Israels vor 70 Jahre hatte einen grundlegenden Fehler. In der Folgezeit wurde er vertieft und nicht gemildert. Nun stehen wir vor einer sehr schwierigen Aufgabe. Un die betroffenen Menschen leiden und sterben. Nicht zu vergessen: der Jemen. Auch dort wird ein Stellvertreterkrieg Saudi-gegen Iran geführt, und zwar so furchtbar, dass wir beim Zuschauen innerlich erfrieren.

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    Mache der hier getroffenen Aussagen sind wirklich bedenklich und schon auf Augsteins Niveau.
    „Nicht, dass es vor 1933 keine Konflikte – auch blutige antijüdische Pogrome – “ um dann im gleichen Atemzug zu behaupten „der in die muslimische Welt exportiert wurde“.

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      Noch einmal und langsam, PP: Es gab in Palästina seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch gewaltsamen Widerstand gegen die jüdische Ansiedlung. In der Regel hatte das mit Antisemitismus wenig zu tun. Fellachen zum Beispiel, deren Land vom Scheich an einen Kibbutz verkauft wurde, griffen die Kibbutzniks an. Der mit dem Panarabismus einhergehende Antisemitismus wiederum hatte wenig mit dem Islam zu tun. Beim Pogrom von Hebron 1929, angestiftet vom Großmufti al-Husseini, kommen diese drei Elemente erstmals zusammen.
      Ich empfehle die Lektüre von Amos Elons Werk über die Gründergeneration Israels. Viele Zionisten der ersten Stunde waren überzeugt, nicht ohne Grund, dass hinter den ersten antijüdischen Ausschreitungen vor allem christliche Araber steckten.

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    Lieber Alan Posener:
    Jakob Augstein ist in der Tat eine problematische Figur, weil er nicht denkt, sondern redet und schreibt, bevor er sich klar gemacht hat,, worum es vor aller Polemik geht. Er verkennt deshalb die Bedeutung der Worte. Er übersieht die Naivität der rein moralischen Empörung und er bagatellisiert die Ziele aktivistischer Palästinenser. Wenn sie und manche ihrer Unterstützer in der sog. internationalen Gemeinschaft – auch in Europa – sagen, sie wollten ein Ende der „Besatzung“, dann heisst das, sie wollen ein Ende der Existenz Israels, und zwar zu 100%. Wäre es nicht so, hätten sich beide Seiten längst geeinigt.
    Da aber diese Bedrohung seit 50 Jahren ziemlich stabil geblieben ist und weil Israel keine Politik macht, die das ändern könnte, ist die Lage kritisch. Auch die völlig zerstrittene internationalen Gemeinschaft kann daran nichts ändern. Das Problem ist also zu groß, um sich solche Sprüche leisten zu können, wie sie eben nicht nur von Jakob Augstein, sondern von manchen der sich zur „Linken“ rechnenden Menschen gemacht werden. Es wäre zu wünschen, dass die Neue Rechte (auch wieder weltweit) wenigstens diese Debatte in Deutschland verändern würde; denn eigentlich müsste es der Dümmste merken, dass die Sprüche nur noch veraltete und falsche Polemiken transportieren. Jedenfalls das sollten wir lernen zu unterlassen und konstruktiv zu denken üben. Was könnte die Lage verbessern. Stattdessen führen die Medien und Politiker Stellvertreterdebatten.

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    Großartig! Ich finde Ihre ruhige, akkurate Argumentation und Ihr elegantes Deutsch sehr wohltuend. Danke!

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    „jüdische Einwanderung in Palästina“

    Wow. An zynischer Verlogenheit ist diese Formulierung nicht zu überbieten.
    Nach so einem Hammer spare ich mir den Rest des Artikels.

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    Hervorragend (und ich lobe sonst nie uneingeschränkt)!
    Vor allem der letzte Absatz mit dem überaus plastischen Bild vom ständig formwandelnden Virus trifft den Kern des Phänomens Antisemitismus. Wer ihn greifbar machen, irgendwo befestigen will, Motive sucht, seien sie psychologisch, politisch, sozial, historisch, theologisch oder sonst wie, wird immer nur auf Variablen stoßen. In diesem System scheint es nur eine einzige Konstante zu geben: Den Antisemitismus selbst.

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    1. jemanden gewalt anzutun, weil er an einen anderen gott glaubt als man selbst und gewalt die als kritik gegenüber einer regierung gemeint war, kann man schon voneinander unterscheiden. das eine ist im falle eines jüdischen opfers ganz klar als antisemtismus zu verordnen, als als hass gegen eine bestimmte religion (eher rechtsextreme motive) und das zweite wäre als hass gegenüber einem staat (eher links-extremistische motive) einzuordnen.

    2. israelkritik ist nicht immer judenhass

    3. der spiegel ist ein ganz klar und ausdrücklich pro-jüdisches medium.

    4. zu meinen, das der deutsch-hitlersche selbsthass maßgeblich teil an dem aktuellen rechtsruck in deutschland ist, ist nicht falsch. diese aussage als „also sind die juden wieder an allem schuld“ zu deuten und das als linken antisemtismus zu bezeichnen, ist einfach nur lächerlich, traurig und ein vollkommen selbst-abwertendes zeugnis eines bis zum platzen aufgeblasenem egos.

    chapeau.

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      Pinky, bei Ihnen geht so viel durcheinander, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll. Aber da Sie ja schon Bescheid wissen und meinen Beitrag als „lächerlich, traurig und ein vollkommen selbst-abwertendes zeugnis eines bis zum platzen aufgeblasenem egos“ abtun, gehe ich davon aus, dass Sie kein Interesse daran haben schlauer zu werden. Schade eigentlich.

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    Meine Aussage gilt übrigens auch für AP.
    Argumentativ zweifelhaft bleibt die Gleichsetzung von Augstein und Abbas.

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      Ähm, pp, wo werden Abbas und Augstein von mir gleichgesetzt? In der Überschrift steht „und“, nicht „gleich“. Wie bei der Überschrift „Klonovsky und Himmler“.

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    Interessant, wenn die Annahmen nicht stimmen, kann man so ziemlich alles ableiten.

    Ich frage mich, ob Augstein sich seiner fehlerhaften Annahmen bewusst ist oder nur einfach nur irrt.

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    Zur Balfour-Erklärung Gudrun Eussner: ‚Die Balfour-Erklärung ist das Papier nicht wert, auf der sie geschrieben steht. Das religiöse Recht der Muslime besagt, wie die britischen Orientalisten ihrem König mitgeteilt haben werden, daß einmal islamisches Gebiet bis zum Jüngsten Gericht islamisch ist und nicht abgegeben werden darf. An Ungläubige verlorene Gebiete müssen von jedem Muslim zurück erobert werden. Entsprechend enthielten sich die Briten bei der Abstimmung über die UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, zur Gründung Israels, die arabischen Staaten stimmten geschlossen dagegen, und der britische General Sir John Bagot Glubb, genannt Glubb Pascha, leitete, ab dem 15. Mai 1948, den Überfall der Arabischen Legion auf den eben gegründeten Staat Israel, ihn zu vernichten.‘

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        APo: ‚… die in der Linken ebenso umgehen wie in der arabischen Welt, denen zufolge, die Juden in Israel nichts weiter seien als Agenten der Imperialisten, als da wären Balfour, Hitler und die Amerikaner.‘

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    Heinrich York-Steiner: Die Kunst, als Jude zu leben – Minderheit verpflichtet, Wien 1928, S. 209 ff.: ‚Die Juden wurden nicht mehr und nicht gehässiger verfolgt als andere Minderheiten … Wo immer andere religiöse Minderheiten lebten, wurden sie härter behandelt als die Kinder Israels.‘

    Bei York-Steiner kann so vieles nachgelesen werden, was ‚wir‘ hier in mehreren Jahren diskutiert haben. Es gibt einen download als PDF.

    Und was ’33 bis ’45 betrifft: Im Prozess gegen den Holocaustleugner Ernst Zündel … ‚Zuletzt lehnte das Gericht alle Anträge mit der lapidaren – und für einige Antifaschisten im Publikum schockierenden – Begründung ab, dass es völlig unerheblich sei, ob der Holocaust stattgefunden habe oder nicht. Seine Leugnung stehe in Deutschland unter Strafe. Und nur das zähle vor Gericht. „Die Demokratie muss das aushalten können“, dozierte ein Jurastudent später im Foyer des Gerichtsgebäudes.‘

    … und Augstein? … den ignoriere ick nich‘ mal.

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      „Die Juden wurden nicht mehr und nicht gehässiger verfolgt als andere Minderheiten … Wo immer andere religiöse Minderheiten lebten, wurden sie härter behandelt als die Kinder Israels.“ Das stimmte nicht einmal 1928. Das Zitat aber jetzt anzuführen, grenzt an bewusste Beleidigung des Verstandes. Blonderhans, Sie sollten mal ein wenig Geschichte studieren.

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        Nein. Ich weiß nur ziemlich gut über die Geschichte der Verfolgung der Juden in Europa Bescheid.

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    Die Attacke beweist ja sehr schön, dass es Antisemitismus ist, weil, wie Sie beschreiben, der Mann als Israeli nicht erkennbar war, sondern als (scheinbarer) Jude. Für den entsprechend gepolten Araber müssen also alle Juden büßen, genau wie unter den Nazis alle Juden für Rothschild oder Bolschwewiken büßen mussten. Wie Sie sagen.

    Es ist dieses grundsätzlich Dumme in der menschlichen Verfassung, das alle büßen lässt und schon zu wahren Auslöschungsorgien wie dem Holocaust geführt hat. Aber solitär ist es nicht, denn ließ nicht Pol Pot alle Brillenträger büßen? Haben nicht die Deutschen vor einigen Jahren kollektiv auf den „faulen Griechen“ geschimpft und die Griechen auf den Deutschen, der angeblich !!! vom Euro so profitiert? Büßen nicht leider die Völker in einer Tour für die massiven Fehler der Eliten? Sind wir hier nicht in ganz besonders prägnanter und fast komischer Art und Weise konfrontiert mit der grassierenden Dummheit des Volks generell? Komisch, weil das Opfer kein Jude war.
    Nur fällt auf, dass Juden immer mehr zu leiden haben. Ein Christ mit einem Salamibrötchen würde vielleicht beschimpft oder bespuckt, ein Mann mit einer Kippa wird gleich geschlagen.

    Und dann haben wir noch das Thema Vatermord. Die Christen hatten einen Groll gegen die ältere Religion, der Islam hat einen Groll gegen beide, und nur deswegen, weil die Substanz immer dünner wurde.

    Aber bitte, etwas am Thema vorbei. Es geht an sich eher um Augsteins Denkfigur. Vielleicht auch um Genetik.

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      Die einzige Lösung wird sein: weg mit den Muslimen und Afrikanern aus Europa.
      Linke, die ich kenne, haben auch die Vertreibung der Deutschen nach 1945 aus dem östlichen Mitteleuropa beklatscht – was die typisch linke Doppelmoral (ein Völkermord schlecht, der andere gut) noch untermauern dürfte, aber ich habe Linke sowieso vom ethisch-moralischen Standpunkt nie als Menschen betrachtet – aber winden sich beim Vorschlag einer Rassentrennung in Europa.

      Dabei hat diese immer besser funktioniert als das, was wir heute haben – ob in den USA oder in Südafrika. Gut, ich sage dies als absoluter Ethnopluralist, aber ich glaube, recht zu haben. Genauso denke ich, daß aus dem Ausland für Deutschland immer nur Böses kam. Die Chinesen hatten eben doch recht, als sie die große Mauer bauten…

      Bezüglich auf das von mir oben Festgestellte bzgl. der Vertreibung schrieb jemand in einem anderen Forum (ich habe einige Modifikationen vorgenommen):

      „Linke pflegen ihre genozidalen Absichten immer hinter edlen Motiven zu verstecken. Diese Klientel tarnt sich als Menschenfreunde, deren Vorgehensweise angeblich ausschließlich humanitären Zielen dient. So ist es leicht, alle Gegner in die Nazi-Ecke zu stellen.

      Ob Melonen, Pro Asyl und sonstige Verfechter einer angeblich besseren Welt; es handelt sich bei derlei „Aktivisten“ um menschenverachtende Teufel, deren gigantische kriminelle Energie deutlich ausgeprägter ist als diese bei den Nazis je war.

      Auf die BRD bezogen geht es den Menschenfreunden von eigenen Gnaden um die Vernichtung des deutschen Volkes und seiner Nation.

      Die Linken hätten kein Problem damit, 62 Mio. autochthone Deutsche in die Gaskammern zu schicken, schon der Gedanke daran lässt die Brillen- und Hipsterbärte und ihre Weibsbilder säfteln, nur ist das technisch schlecht machbar und macht im Rest der Welt einen schlechten Eindruck.
      Da pumpt man dann eben fremdvölkische Subjekte in das Land, um den Bestand der ursprünglichen Deutschen zu verdünnen und schwallt obendrein was von „humanitärer Hilfe“.

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        P. S.: starke Worte, gewiß…aber…gänzlich unrealistisch?

        Ich weiß es nicht, um Abaelard zu zitieren…

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        LH. ich mag die meisten Linken und Grünen auch nicht besonders, aber das sehe ich anders.
        Die wandern dort los, und irgendwann sind sie in Italien. Dann sehen sie in Italien, dass sie keinerlei Perspektive dort haben außer Callboy, Täschchenverkäufer und Fensterputzer. Wenn zwei von ihnen an einem Parkplatz zu sehen sind, fährt der Tourist lieber zum nächsten.
        Dann verklickert ihnen jemand, dass Deutschland anständig mit ihnen umgeht und die Sozialhilfe prächtig ist. Dann laufen sie weiter oder klemmen sich irgendwo unter einen Zug. Manche sprechen flie0end Italienisch.

        Ich bin nicht der Meinung, dass Linke und Grüne das so bestellt haben. Und solche Theorien wie „Mischvölker“ aus der Ecke der UNO sollte man nicht glauben, denn wenn man in der Tat Mischvölker wollte, würde man doch logischerweise selektiv Frauen einwandern lassen.
        Die wandern los und versuchen, hier zu landen, und die Politik ist damit überfordert, das ist alles.

        Im Niger haben die Männer mehrere Frauen, und eine hohe Kinderzahl gilt als Statussymbol.
        In Europa gilt schon lange als Statussymbol, dass man seine Kinder ernähren und weiterbringen kann.
        Wenn man linksgrün für irgendetwas anklagen kann, dann für eine völlig versemmelte Entwicklungshilfe.

        Aber Thema ist hier nicht der wandernde Afrikaner, sondern der nahöstliche Export-Antisemitismus.

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        Danke, Oleander. Ihre Worte werde ich mir gerne zu Herzen nehmen…

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        Doch es hat durchaus mit dem Thema zu tun: hätte unsere hochverehrliche Staatsführung die Migration von Muslimen usw. nach Mitteleuropa verhindert, hätten wir das angesprochene Problem des muslimischen Antisemitismus jetzt nicht hier (und 90% unserer anderen Probleme auch nicht, aber dies ist, wie Sie sagten, ein anderes Thema 🙂 ).

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        LH, wir haben hier einen Mix:

        1. Wir haben einen amtierenden Papst, der das unterstützt. Dieser ist Jesuit, andererseits warfen ihm zwei Jesuitenbrüder vor, sie in Argentinien der Militärdiktatur ausgeliefert zu haben, Verdacht auf Terrorismus. Angeblich ist er Anwalt der Pauperi, siehe die Namenswahl, wobei kaum jemand weiß, dass der originäre Franziskus sich in erster Linie um Kranke und Lepröse gekümmert hat und daran vermutlich jung gestorben ist mit Blindheit und Lebererkrankung mit Mitte 40. Diesem wurde daher eher von Camus in „Die Pest“ ein Denkmal gesetzt.

        2. Wir hatten einen Präsidentenvorgänger in den USA, der bei einem radikalen christlichen Pfaffen, Jeremiah Wright, einem in der Wolle gefärbten Antisemiten, in die Lehre/Leere gegangen ist und die Franzosen bei einem Waffengang in Libyen, den sonst fast nur muslimische nicht ständige Ratsmitglieder mitgetragen haben, unterstützte und der die Flüchtlingspolitik mitträgt.

        3. Wir haben eine BuKa, die Pastorentochter ist und meint, wir sollten mehr in die Kirche gehen und die am liebsten koaliert hätte mit ihrer Busenfreundin, einer Fasttheologin, die vor einigen Jahren im Spiegel am Sinn von Wirtschaftswachstum zweifelte und Leute als Weihnachtsgeschenke betrachtet. Für sie büßt gerade Salomon in Freiburg.

        Ob das jetzt links oder rechts alles ist, weiß ich nicht. Ich finde nur, dass das nach Kirchenpolitik odelt wie fünf Tage alter toter Fisch und wundere mich, dass Posener, der sich mit Kirche auskennt, sich noch nie damit beschäftigt hat.
        Diesen Leuten inklusive Papst Franzikus (über 200 Missbrauchsfälle unter Jesuiten, vor allem in Oregon und Nachbarstaaten) ist doch völlig egal, wenn Frauen missbraucht werden, Bürger verarmen oder Frauen unter dem Kopftuch hausen. Da können sie reden, was sie wollen, wenn sie nach guten 200 Jahren Demütigung Macht wittern, machen sie mit. Und Kirchen leben von Armut und Leid.

        Ich mag ja Unrecht haben, aber über eins bin ich in diesem Zusammenhang froh: Dass Alice Weidel lesbisch ist, also weit weg von jeder Kirche. Undmeine Theorie würde auch manche Ähnlichkeit mit Sahra Wagenknecht in Ansichten erklären. Schneeweißchen und Rosenrot gemeinsam gegen den Wolf im Schafsfell. Ein Bär ist nirgends zu sehen, sorry.

        Sollte ich Recht haben, sähen sie auch den Antisemitismus nicht ungern – waren doch auch zwei ihrer Capiti in Jerusalem und legten ostentativ ihr Kreuz ab, was bei der Regierung von Israel niemand erbeten hatte – denn, wie Posener richtig sagt, ist der Antisemitismus auch im Christentum intrinsic, siehe Benzion Netanyahus Werk über die Inquisition. Daher kommt er auch so schnell auf Worms.

        Aber Kirchenpolitik war noch nie links, sondern eher janusköpfig.

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        Lieber Oleander, dass ich zur Kirche (zu den Kirchen) und ihrem Antisemitismus, ihrer Frauenfeindlichkeit usw. nie etwas geschrieben hätte, kann man nun wirklich nicht behaupten. Ich verweise auf meine Streitschrift gegen Benedikt, meine „Thesen“ gegen Luther und meine Kritik an der ersten Franziskus-Enzyklika, alles leicht zu ergoogeln.
        Auf der anderen Seite fürchte ich, dass bloße Kirchenfeindlichkeit nicht mehr Menschlichkeit bedeutet, und meine, das wir Europäer uns zu unseren christlichen Wurzeln bekennen müssen. Dafür steht mein Buch über Maria und mein Beitrag über die entschristlichte DDR. Ich halte es für keinen Zufall, dass Pegida und Co. im Osten entstanden, wo ein kruder Materialismus von der Staatsmacht gepredigt wurde.

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        Ihre Aussage:
        Auf der anderen Seite fürchte ich, dass bloße Kirchenfeindlichkeit nicht mehr Menschlichkeit bedeutet,….
        Ich halte es für keinen Zufall, dass Pegida und Co. im Osten entstanden, wo ein kruder Materialismus von der Staatsmacht gepredigt wurde……

        Deswegen ist PEGIDA wichtig. Niemand kann an Macht der Kirchen, schon gar nicht in Zusammenschluss mit dem Islam, interessiert sein.
        Ich habe noch selten einen Pfarrer getroffen, der Frauen wirklich als gleichwertig ansieht oder sich mit ihnen auskennt, auch nicht auf der protestantischen Seite. Und der latente bis manifeste Antisemitismus, entweder im Antiisrael-Nachthemd oder nach wie vor im Rothschildunterstellungsmodus, ist unübersehbar und zwar schon lange. Vorn trägt man wie Monstranzen Bonhoeffer oder Pater Rupert Mayer, hinten kritisiert man Israel. Oben hui, unten pfui. Stinkender toter Fisch. Homosexuelle werden in der grüngefärbten evangelischen Anstalt notgedrungen in Kauf genommen, damit man noch Kunden hat.
        Flüchtlinge zu unterstützen ist nobel, wenn sie echt sind. Es wird aber alles unterstützt nur für Gewinn, siehe Dobrindt. Dobrindt hat da Recht.

        Für unsere christlichen Wurzeln brauchen wir ein wenig Kirche, aber möglichst machtlos. Kriegen sie Macht, unterstützen sie Kreuzzüge, Worms und Hitler. Es ist ihnen ohne weiteres zuzutrauen, dass sie Kopftuchzwang per Gese,tz unterstützen würden, fordern sie die Frauen doch heute noch in den meisten romanischen Kirchen über Lautsprecher auf, die Schultern zu bedecken. „Ach, ich hätt‘ sie so gern auf die Schulter geküsst“ scheint ihnen solches zu befehlen. Über ein Eintreten gegen weibliche Genitalverstümmelung habe ich auch noch wenig von ihnen vernommen, aber vielleicht ist mir das ja entgangen. Was mir nicht entgangen ist, ist die Tatsache, dass eine jüdische Geistesgröße wie Lord Weidenfeld sich mehr für verfolgte Christen in NO eingesetzt hat als jede Kirche. Und das nehme ich ihnen übel.
        Und den Summus Papa Emeritus fand ich bekanntlich trotz allem klarer und reeller.

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        Der Summus Papa Emeritus war der größte Fürsprecher eines Bündnisses von katholischer Kirche und Islam gegen die gottlose Moderne, lieber Oleander. Lesen Sie mein Papst-Buch, wo ich das genau dokumentiere.

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      Wie kürzlich in einer Renzension in der FAZ zu lesen war, hat David Ranan 70 junge Moslems interviewt; seltsamerweise zeigte sich: Sie projizieren ihren Haß gegen Israel auf die Juden; in Europa ist es bekanntermaßen umgekehrt. Der Kippaträger wurde nach dieser Interpretation nicht deswegen attackiert, weil er für einen Juden gehalten wurde, sondern für einen Anhänger Israels.
      Wenn man jetzt meint, das sollte durch eine andere Politik Israels zu beheben sein, dürfte man aber auch enttäuscht sein, denn die Mehrheit der Befragten hatte offenbar keine Kenntnisse von der Geschichte.

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    Das ist alles gut, alles richtig und, wie immer bei Ihnen, gut begründet und analysiert, aber hiermit habe ich Probleme:

    „dass die Nazis von 1933 bis 1945 und die Kommunisten von 1945 bis 1989 die Region mit antisemitischer und antizionistischer Propaganda geflutet und die Beziehungen zwischen Arabern und Juden vergiftet haben.“

    Das klingt doch so, als wären daran allein die Nazis (die wohl am meisten daran schuld sind) und die Kommunisten aus Ostdeutschland oder dem Warschauer Pakt schuld.
    So, als gäbe es keinen Eigenanteil und keinerlei Mündigkeit, sondern lediglich den unmündigen Menschen unter der Propagandaknute.
    Hinzu kommt, dass sowohl der Mufti von Jerusalem als auch Saddam Hussein glühende Verehrer Hitlers waren, und sicher nicht nur diese beiden.

    Wesentlich finde ich auch noch, dass bis heute außer zwei Staaten in der Region kein anderer Israel anerkannt hat. Und da das eine alte Geschichte ist (auch wenn sie immer wieder neu ist), dürften die Hauptverantwortung dafür der Mufti neben Hitler und, nicht zu vergessen, die notorisch antisemitische Muslimbruderschaft tragen. Und El-Manar. Und das Netz, in dem alles mögliche Irrelevante gelöscht wird, nicht aber Antisemitismus in seinen Verkleidungen.

    Und in dem Jakob denkt es halt so, würde Ihr Freund Broder sagen.

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      Lieber Oleander, wenn auch der Propagandist eine besondere Verantwortung trägt, so bin ich vollkommen mit Ihnen einer Meinung, dass derjenige, der die Propaganda übernimmt und danach handelt, nicht einfach als Opfer hingestellt werden kann. Das gilt für Deutsche wie für Araber.
      Was nun den Großmufti Amin al-Husseini betrifft, so bekenne ich mit schamrotem Gesicht, dass die Briten – genauer: der jüdische Hochkommissar Herbert Samuel – ihn ernannt haben, obwohl er als Mufti nicht qualifiziert und vielmehr Anhänger des panarabischen Nationalismus war. Sein Vorgänger als Großmufti, Kamil al-Husseini, hatte auf Verständigung mit den Zionisten gesetzt.
      Das Gerede vom „muslimischen Antisemitismus“, oft untermauert mit zwei, drei Suren aus dem Koran, unterschlägt, dass in Syrien etwa – und der Flüchtling, der den arabischen Kippa-Träger angriff, kam aus Syrien – der sunnitische Islam nicht die herrschende Ideologie ist, sondern der Baathistische National-Sozialismus, dem ja auch Saddam Hussein anhing. Der arabische Nationalismus war bis zum Fall der Sowjetunion die herrschende Ideologie in der ganzen Region, und der bezog seine Kritik des Zionismus und seinen Antisemitismus aus internationalen Quellen. Mir geht es nicht darum, den Islam schönzureden, als Atheist und Anglikaner habe ich dazu nicht den geringsten Anlass. Aber gerade Europas Neue Rechte täuscht sich und ihre Anhänger, wenn sie leugnet, dass es sich beim Judenhass der Flüchtlinge (Übrigens auch der christlichen, was vornehm verschwiegen wird) um einen Re-Import handelt.

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        APo: ‚Aber gerade Europas Neue Rechte täuscht sich und ihre Anhänger, wenn sie leugnet, dass es sich beim Judenhass der Flüchtlinge (Übrigens auch der christlichen, was vornehm verschwiegen wird) um einen Re-Import handelt.‘

        Judenfeindlichkeit ist kein Randproblem von Radikalen. Sie lässt sich anhand der islamischen Literatur im Mainstream-Islam der vergangenen 14 Jahrhunderte in unterschiedlichen Dosierungen durchgängig nachweisen. Selbstverständlich sind nicht alle Muslime antisemitisch.

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        Das ist nicht der Punkt, Blonderhans. sie müssen schon genau lesen. Es geht um den Judenhass der Flüchtlinge, die vornehmlich aus Syrien stammen, wo die Baath-Partei sich vornehmlich auf Ideologen aus Deutschland (Nazis und DDR-Kommunisten) bezog.
        Christliche Flüchtlinge aus Afrika bringen einen anderen Antisemitismus mit sich, aber darum geht es mir hier nicht.

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    Das sollte ich ausnahmsweise mal ohne zu meckern unterschreiben, Herr Posener. Die Ausführungen von Herrn Augstein zu dieser Demo sind wirklich ein Armutszeugnis. Ich war nicht da, wollte aber dran teilnehmen, nicht um in irgendeine Opferrolle zu schlüpfen (was für ein Blödsinn), sondern eben um Solidarität zu demonstieren und der Selbstüberschätzung des Gürtelprüglers (der noch dazu die Dreistigkeit besessen hat in „meiner “ alten Straße zu prügeln) irgendwas entgegenzusetzen. Traurig, dass dieser einfache Impuls von dem Herrn Augstein direkt und wirklich dümmlich zerredet wird.

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    Einiges Bedenkenswertes und einiges Fragwürdiges in den Ausführungen von Alan Posener.
    Der SPIEGEL, bei dem der Augstein-Epigone ein Wort mitzureden hat, ließ in der vorletzten Ausgaben in der Titelgeschichte „Ach Gott, Ach Gott, Ach Gott“ ausführen:
    „Weil vor mehr als 70 Jahren Deutschland die Juden in Zügen in den Tod geschickt hatte, holte die Bundesrepublik 2015 syrische Flüchtlinge in Zügen (sic!) in die Freiheit. Dir Willkommenskultur hatte viele Ursachen, sie war auch der Versuch der Nachfahren der NS-Täter, endgültig (sic!) Buße abzulegen, der Versuch einer Wiedergutmachung, die nun allerdings das produziert, was nicht mehr sein darf, weder in Berlin noch sonst irgendwo in Deutschland : Antisemitismus“.
    Ich habe darin die deutsche Pathologie in der Nußschale gesehen. Bevor ich zu einzelnen von Alan Poseners Ausführungen Stellungnahme beziehe, würde ich jedoch gerne noch von Klaus J. Nick lesen, was denn seiner Meinung bzw. Überlegung nach eine wirkliche Aufarbeitung von Auschwitz sein könnte/hätte sein können. Tief unten im thread der Post „Klonowsky und Himmler“ schrieb er „… könnte es nicht sein, daß die „deutsche Pathologie“ Folge einer nicht wirklich erfolgten Aufarbeitung von Auschwitz ist?“
    Lieber Klaus J. Nick, ich gehe davon aus, dass Sie nichts dagegen haben, den Austausch hier fortzusetzen.

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      Der Spiegel, Othmar Kaufmann, ist nicht Gottes Wort. Wenn der Spiegel also meint, die Juden seien an der Flüchtlingskrise mitverantwortlich, weil die Deutschen an einem Auschwitzsyndrom leiden, dann zeigt das, wie manche Spiegel-Autoren ticken. Wie es wirklich dazu kam, hat Robin Alexander aufgeschrieben, und in seinem Buch kommt Auschwitz gar nicht vor, wohl aber das „palästinensische Flüchtlingsmädchen Reem“.

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      Er, KJN, wird sich wohl noch dazu äußern. Ich bitte, mir nachzusehen, dass ich auch etwas dazu sage: Ich finde, diese ganze intellektuelle Aufarbeitung, auch mit Daten und Fakten in Schulen, bringt herzlich wenig. Auch KZ-Besuche mit einer ganzen undisziplinierten Schulklasse, die dann dort auch noch – oh, Graus – zumindest in Dachau zu Mittag essen kann, erfüllt nicht den tieferen Zweck.

      Was vielleicht sinnvoll wäre, wären Besuche dort in kleinen Gruppen, selbstverständlich Ess-, Trink- und Kaugummiverbot und dabei Silentium, wie Mönche es in Klöstern verlangen, also Konzentration. Der Lehrer müsste sich vorbereiten auf einzelne Individuen, auch Widerstandskämpfer, bis der Schüler weint und sagt: Das hätte auch ich sein können. Man muss den Schüler so zum Weinen bringen, dass das Entsetzliche über seine Emotionen in ihn eindringt. Schließlich versteht jeder Schüler einen Horrorfilm. Und das war Horror pur für die Betroffenen.

      Ich meine, dass das intellektuelle Geschwafel nichts bringt, und ganz besonders schädlich ist eine Klassenarbeit darüber, denn Schüler hassen Klassenarbeiten. Im Studium später und in den hochwertigeren Zeitungen darf dann die Vertiefung stattfinden.

      Was den Influx von Syrern und Trittbrettfahrern betrifft, vermute ich die totale Überforderung mit der Situation. Da man den Holocaust nicht wieder gutmachen kann, niemals, er also ewig da sein wird, kann man ihn auch nicht relativieren, indem man ca. 75-80 Jahre später einfach zu lange passiv bleibt, zumal eine Grenzschließung nicht dasselbe darstellt wie eine Einlieferung in ein KZ mit geplanter Auslöschung. Alexanders Buch muss ich endlich mal kaufen.
      Hoffe, ich habe das angehängt.

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        Lieber Klaus J. Nick, ich denke an Ihrer Hypothese ist einiges dran. Aber ich will Ihren Überlegungen nicht vorgreifen.

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        Die Crux, lieber Oleander, scheint mir hauptsächlich darin zu liegen, dass aus Betrachtung und Aufarbeitung Indoktrination geworden ist. Was bleibt bei den armen Schülern hängen, was wissen die überhaupt? Der Kampf gegen Rechts und die Inflationierung von „Nazi“.

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      @Friedrich Rabe
      Ich werde Ihnen in den nächsten Tagen noch ausführlicher antworten, wenn ich wieder einen normalen Internet – Zugang habe. Bis dahin ein erster Hinweis: Was würden Sie unter einer therapeutisch sinnvollen ‚Aufarbeitung‘ verstehen? Ausschließlich Konfrontation oder auch anschließend Analyse? Ich denke, die Analyse wurde verhindert. Und zwar durch deutsche 68er.

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      @Fritz Rabe
      Wie eine Aufarbeitung besser nicht erfolgen sollte, ist bereits einer kürzlich gesendeten Talkshow menschlich beeindruckend und nachvollziehbar von der Überlebenden Esther Bejerano beantwortet worden..

      https://www.tagesspiegel.de/medien/tv-talk-anne-will-zum-holocaust-gedenken-mit-pflicht-kann-man-das-nicht-machen/20901716.html

      ..also eine Absage an eine Zwangspädagogik für nachfolgende Generationen.
      Genau die wird die tiefere Analyse verhindert haben. Ja, und ich meine, daß von dieser Nachfolgegeneration etwas erwartet wird oder zumindest die Erwartung empfunden wird, daß sie nicht leisten kann, nämlich die Annahme des absoluten Gräuels als Teil der genetischen oder nationalen Identität.
      Das kann nur zu Verwirrung und Unsinn führen =>
      (1) „..andere Völker beneiden uns um dieses Denkmal..“ (das tun sie bestimmt nicht)
      zu Scheinheiligkeit =>
      (2) „ich bin wegen Auschwitz Politiker geworden“ (nun, wir werden sehen wo sich Heiko Maas positionieren wird)
      und
      (3) zu einem immer wiederkehrenden persönlichen Schuldgefühl mit oft anderen, persönlicheren Ursachen (? ..bin schließlich kein Psychologe).
      Über das Bedürfnis zur
      (4) Schuldumkehr (wir sind jetzt Opfer oder stehen zumindest immer auf der Seite der Opfer)
      ist ja schon viel Erhellendes geschrieben worden.

      Keine Frage, es war richtig, die Bürger Weimars zwangsweise nach Buchenwald zu führen, um sie damit zu konfrontieren, was das System, das sie mit unterstützt haben, angerichtet hat. Was aber die Amerikaner verstanden haben, unsere Linken, wie z.B. die vom Schlage der Damen Rosh oder jetzt Chebli, jedoch nicht, ist, daß jeder Nachfahre natürlich, menschlicherweise ein sehr großes Problem damit hat, wenn die Eltern, die Großeltern Nazi-Täter gewesen sein sollen. Es ist ein Angriff auf die persönliche Integrität, die ein gesunder Mensch abwehrt und es bedarf schon besonderen Fähigkeit zur Selbstverleugnung, o.a. Satz mit dem Denkmal vor Publikum auszusprechen. Dieser Sündenstolz ist zumindest für mich nicht nachvollziehbar. Die Aussage „Opa war kein Nazi“ allerdings schon, auch wenn sie möglicherweise falsch ist.

      Nicht verarbeitete Schuldgefühle, so viel kann ich auch als Nicht-Psychologe erahnen, bewirken oft Emotionen und Handlungen an falscher Stelle (sei es ‚Israelkritik‘ als eigenes Genre in Deutschland oder Teddybärenwerfen am HBf).
      Und es sind Deutsche, die diese ausschließliche Konfrontationspädagogik wollen (‚Schuldkult‘ sagen andere), keineswegs Juden oder noch viele Israelis, die allen Grund dazu hätten.
      Eine Konfrontationspädagogik, die gerade junge Leute belastet, weil sie noch nicht gelernt haben damit umzugehen, um sich dann in (1-4) zu flüchten.

      Oft ist gefragt worden, warum gerade Deutschland, wo keineswegs der Antisemitismus am meisten verbreitet war und wo auch kein Zwangsregime herrschte. Und genau das führt zu der Aufarbeitung, die noch aussteht. Nämlich der Blick auf das, was die Deutschen dieser Zeit hat so handeln lassen, wie sie nun mal freiwillig gehandelt haben. Sicher, andere Völker sind auch beflissen, gehorsam, perfektionistisch, opportunistisch, kennen ihre Nachbarn nicht und haben auf der Arbeit wenig Zivilcourage – aber was hat uns Deutsche so sozialisiert, daß wir so ängstlich-skrupellos sind? Welche Kultur ist das? Wahrscheinlich eine, die auch der Organisation des Wiederaufbaus nicht abträglich war. Würde Frau Cheblis Vorschlag, der Zwangsbesuch in Auschwitz, uns Deutsche wirklich zu Widerstandskämpfern erziehen? So nachträglich irgendwie? Ich denke dieser Vorschlag, bzw. der Geist aus dem solche Vorschläge erwachsen sind Teil des Problems und harren, ja, der Aufarbeitung.
      Wir Deutschen haben vorwiegend ein Problem mit uns selber – und nicht mit Juden, Zionisten oder mit Israel. (Nethanyahu wies irgendwann mal – ganz Realist wie meistens – beim Thema ‚Israelkritiker‘ auf „innerdeutsche Befindlichkeiten, die aber unser gutes Verhältnis nicht belasten sollen“ hin.)
      Ich weiß daß sich viele gegen derartige ‚Pathologisierung‘ wehren werden (ich meine eher die Pathologie von Teilen unserer politischen Kultur), aber wäre dem nicht so, wären die Kommentare zu der, wie ich finde tollen ‚Dr. Orit‘ humorvoller. Hier:

      http://www.achgut.com/artikel/.....res_psyche

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        Nun, lieber Klaus J. Nick, wir befinden uns tief unten in diesem thread in einem stillen Winkel; das muss kein Nachteil sein.
        Ich stimme Ihren Ausführungen über Zwangspädagogik, Konfrontationspädagogik, Induktion von Schuld und „Schuldkult“ zu. Wieweit das die Jugendlichen noch affiziert, kann ich nicht genau einschätzen; viele scheinen erstaunlich resilient, dafür spricht auch der Erfolg von Netta, auch wenn ich alter Esel, und ich habe mir die Eurovision ganz reingezogen, das für den Untergang des Abendlandes halte; Jude oder nicht Jude scheint für viele kein Kriterium zu sein; die Megaparty, die wir nächstes Jahr in Jerusalem oder Tel Aviv erwarten dürfen, dürfte noch mehr für Israel begeistern. Andererseits gibt es die Antifanten; dass die wahllos „Nazi“ krähen, „Deutschland, du mieses Stück Scheisse“, „Bomber Harris, do it again“, spricht für Ihre Theorie unverarbeiteter Schuld und Schuldprojektion. Diese armen (im Geiste) Säue sind die willigen Helfer und Täter unserer Zeit und werden von unseren alternativlosen „Demokraten“ instrumentalisiert und finanziert. (Und dann gibt es das juste milieu, Opportunisten und Konformisten, die wie die prinzipienlose und ungestalte Figur Merkel oder der fundamentalistische Maas, der ausschaut wie Eichmann, in jedem System funktionieren würden.)
        Wenn ich hier zuhause auf meine Bücherwand schaue, da sehe ich Jaspers, Kogon, Hilberg, Fest, Nolte, Wiesel, Lanzmann, Goldhagen, Finkelstein und und und; da steht auch „Mein Kampf“, den mein Vater zum Schulabschluss an der Handelschule „für Fleiß und gute Leistungen“ als Ehrengabe 1938 erhalten hat (ich habe das vor 50 Jahren in einer verstaubten Kiste auf dem Speicher gefunden); ich habe mich – wie viele in meiner Generation – sehr intensiv und zuweilen auch obsessiv mit Hitler, Deutschland und den Juden auseinandergesetzt. Ich hatte meine Irrfahrten, bin mäandert, wollte wissen, was denn nun meine Schuld und meine kollektive Schuld ist. Um die Sache abzukürzen, mir sind im Laufe der Zeit immer mehr Tabuisierung, Sprachregelung, Singularisierung, Sakralisierung, Ritualisierung und Exorzismus zuwider geworden (wenn Höcke intelligenter gewesen wäre, hätte er diese Manipulationen angegriffen). Die Frage der kollektiven Schuld will ich für die Generation meines Vaters und Großvaters, aber auch für meine Generation noch gelten lassen, nicht jedoch für die Generation unserer Kinder und Kindeskinder; nicht akzeptieren kann ich – das würde mich zutiefst empören – die säkularisierte Façon des biblischen „…die Missetat der Väter heimsuchest auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied“ in Pädagogik und politischer Manipulation. Die Lehre, der die Kinder unterworfen werden, ist der schuldprojezierende „Kampf gegen Rechts“; versuchsweise formuliere ich ein Gebot „Du sollst den Namen des Holocaust nicht mißbrauchen, Du sollst ihn nicht instrumentalisieren und aus ihm eine Waffe gegen Deinen Nächsten schmieden.“
        Ich fahre nun diese Woche mit meiner Tochter, die ihr Bachelor Studium abgeschlossen hat, die wahrhaft zu den globalen kids gehört, für zwei Wochen nach Israel. Gewiss werden wir einen kurzen Abstecher nach Yad Vashem von der Endhaltestelle der Tram am Har Hetzel machen; der Focus wird jedoch das Erleben und das Erfahren einer mehrtausendjährigen Geschichte und des modernen lebendigen und überlebenswilligen Israel sein; wir werden auch über Airbnb bei einer palästinensischen Familie zu Gast sein. Wir werden in Israel auch erleben, was Heimstatt in dieser Welt ist.
        Auch wenn man die versuchte Endlösung der Judenfrage nur begreifen kann, wenn man einen geschliffenen funktionierenden Apparat mit konformistischen Apparatschiks voraussetzt, scheint mir eine Begründung in der Psychologisierung eines spezifisch deutschen Zwangscharakters oder autoritären Charakters zu kurz zu greifen. Ich trage mich schon seit Jahren mit dem Gedanken, eine geschichtsphilosophische Idee auszuarbeiten; daran hat mich bisher meine Prokrustination abgehalten, dass ich dafür noch genügend Zeit hätte, bis ich das Zeitliche segne. Wenn ich mich nur nicht täusche. Nämlich: Christentum und Judentum, das war der Antagonismus zwischen dem Universalismus der Auserwählung und dem Partikularismus der Auserwählung; den Juden hat man übelgenommen, dass sie sich nicht inkludierten, sondern exkludierten. Exterminatorisch wurde die Sache zu dem geschichtlichen Zeitpunkt, als ein rivalisierender suprematistischer Partikularismus das Privileg eines alten Partikularismus usurpieren wollte. „Es kann keine zwei auserwählten Völker geben“, ich weiß nicht mehr, ob ich das in „Mein Kampf“ oder in Aufzeichnungen von Tischgesprächen mit Hitler glesen habe; ich vermute letzteres.
        Geschichtsphilosophisch wird Israel immer eine exzeptionistische Position einnehmen.

        Noch zwei Empfehlungen:
        Tom Segev, Ben Gurion. Ein Staat um jeden Preis. Grandioses Geschichtswerk, nichts für Idealisten.
        Bei Netflix die Dokumentation: East Jerusalem West Jerusalem. Großartig.

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        Den Begriff „Prokrustination“ werde ich klauen. Bedeutung: Wenn einen die eigene Untätigkeit quält.

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        Weit unten, aber von mir mit Interesse gelesen. Sündenstolz der Eliten ist ein wichtiger Punkt. Ich frage mich, ob man nichts anderes hat. Patriotismus verpönt, siehe das schnöde Wegnehmen des kleinen Deutschlandwimpels (of the beloved inviter). Technologisch verfangen in vergangener Größe. im IT-Bereich ohnehin, aber auch BER ist ein Markenzeichen von Insuffizienz, während die Russen innerhalb von vier Jahren eine 18 oder 19 km lange Brücke von der Krim nach Russland fertiggestellt haben.

        Ersatzhandlung vielleicht? Vor allem von einer einzigen, farblos wirkenden Person? Zumindest existiert alles nebeneinander, der Sündenstolz, die Unfähigkeit, einflutende Migranten über Europa zu verteilen oder zurück zu senden, der marode Zustand vieler Brücken, BER, die Pleite von Air Berlin, das Nachhinken im IT-Bereich, die absolute Unfähigkeit, den Diesel zu verteidigen und statt dessen zu mogeln, der miserable Zustand von Schulen und Krankenhäusern, die, wie achgut heute schreibt, zudem von Scheinärzten heimgesucht werden. Fazit ist, wir haben nur das:
        Wir sind die Nation, die sich von allen Nationen am besten gekleidet hat. Mit dem Büßerhemd als Monstranz. Da die Israeli das nur am Rande interessiert, mussten dann die Roma herhalten und außerdem die Herrero. Das geht noch so lange, bis die Forschung bei den Deutschen ein Gen für spezifisch deutsche Schlechtigkeit findet. Hierbei wird vergessen, was Mao oder Stalin auf dem Gewissen haben, und fragen Sie mal Leute auf der Straße nach dem Holodomor. Sie werden blanco-Gesichter erzeugen.
        Und das ist gefährlich, weil man andere Völker dadurch für besser hält, was eine Realitätsverkennung ist und dadurch Gefährdung.

        Trotzdem meine ich, dass es für Jüngere wichtig ist, mal ein paar Tränen zu vergießen, um spezifisch jüdisches, jahrhundertealtes Leid nachvollziehen zu können, das in D kulminierte. Mich hat, noch in der Schulzeit, erschüttert ein Besuch des menschenleeren ehemaligen Ghettos von Cannareggio, Venezia. Ich stellte mir das einstige Leben dort vor. Ebenso erschütternd finde ich die Veränderungen in der Stimmung im vierten Arrondissement von Paris, dem Marais. Aus dem lebhaften Viertel mit den kleinen Gassen, in dem man weniger Kippaträger sah denn Orthodoxe mit Hut und Schläfenlocken, einem Viertel mit reihenweise jüdischen Geschäften, ist ein steriler Touristenanziehungspunkt geworden, gentrifiziert und mit den immer gleichen Modeläden. Vereinzelt gibt es noch jüdische Geschäfte, die Orthoxen sieht man kaum noch.

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        @Friedrich Rabe
        Das freut mich, daß sich mit Ihrer Tochter in das moderne Israel eintauchen wollen, nehmen Sie noch den Bus nach Eilat für ein paar Tage, laufen mal an der kurzen Küste bis zur jordanischen Grenze und fahren von Eilat aus über einen Stop am Toten Meer durch das Jordantal, ich glaube an der Masada, der Reste der jüdischen Festung gegen die Römer vorbei, wieder nach Norden nach Jerusalem. Ich finde das öffentliche Leben ist im Vergleich zu Deutschland gut organisiert und wenig kompliziert.. ähnlich wie in Kanada – Einwanderungsländer eben. Wir hatten vor 2 Jahren unseren Hund, den wir von Freunden aus Beth Said bei Jerusalem übernommen haben, weil sie schon 3 Hunde haben und er ihnen zugelaufen ist, nach D ausgeführt. Das ging trotz unserer chaotischen Planung auf den letzten Drücker mit viel Hilfsbereitschaft bei den Veterinärinstituten der Behörde und vor allem am Flughafen (das Flugzeug musste noch warten, wir wurden bei der Sicherheit vorgezogen usw.), ziemlich glatt, dennoch, wie mir schien, veterinärhygienisch absolut korrekt. Ich habe das Vertrauen verloren, dass sowas in D ähnlich glatt verlaufen könnte, womit ich erstmal zu

        @Oleander
        ..kommen möchte: Ja, D ist technologisch verfangen in vergangener Größe. In mittlerweile völlig überzogenen Vorstellungen von technischer Sicherheit in Kombination mit der um sich greifenden absoluten Unfähigkeit physikalische und chemische Vorgänge selbst zu beurteilen. Da wird eher der künstlichen Intelligenz selbstfahrender Autos vertraut, als ein Joghurt gegessen, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Eine solche Gesellschaft braucht natürlich ein entmündigendes System an Lebensmittelampeln in Supermärkten, Anschnallpflicht, Fahrradhelm und Helikopter-Eltern. Und nichts hat mit nichts etwas zu tun – Biologie nicht mit Medizin oder Chemie, Physik nichts mit Ingenieurwissenschaften und der Islam nichts mit dem Islamismus. Selber denken ist verantwortungslos, Expertenwissen Religion, ‚Stiftung Warentest‘ dazu der Katechismus.
        Wir haben schlechtes Internet, weil wir alles für 1000 Jahre Dauer konzipieren und die Glasfaserkabel nicht einfach über Strommasten hängen, die es ja offensichtlich auch nicht mehr geben darf; wir haben schlechte Straßen, weil man ja mindestens 200 drauf fahren können muss und BER wird nie fertig, weil die Brandschutzmaßnahmen nicht dem Brandschutz dienen, sondern der Absicherung der Planer..
        Was die Tränen angeht, meinte ich nicht, daß es schecht wäre, zu weinen – es wird sowieso zuwenig wirklich getrauert in der Moderne – aber ich kann es nur zulassen, vielleicht dazu ermuntern, aber nicht einfordern. Es ist intrinsisch – ein Wort das linke und rechte Dogmatiker mal googeln sollten.
        Was die „Ersatzhandlungen“ betrifft, möchte ich nochmal auf..

        @Friedrich Rabe
        ..kommen, mit
        Geschichtsphilosophisch wird Israel immer eine exzeptionistische Position einnehmen.
        Also wenn Philosophie zu Aussagen gelangt, die nichts erklären und die daher niemand brauchen kann, dann ist sie wohl eine reine Ersatzhandlung. Ich verstehe zu wenig von Philosophie, um da wirklich mitreden zu können, aber was soll diese Aussage nach Ihrer mir gar nicht unplausibel erscheinenden Analyse? „Christentum und Judentum, das war der Antagonismus zwischen dem Universalismus der Auserwählung und dem Partikularismus der Auserwählung; den Juden hat man übelgenommen, dass sie sich nicht inkludierten, sondern exkludierten.“, was wohl sagen will, daß die Christen den Juden vorgeworfen haben, störrisch und verstockt zu sein (was ja hier in D noch immer ein ’no go‘ ist..).
        Mag sein, daß Geschichtsphilosophen ähnlich an „exzeptionistischen“ Positionen hängen, wie derzeitige Klimaforscher, aber Israel entwickelt sich weiter und der Rest der Welt hoffentlich auch, weswegen die Philosophie, wie andere ernstzunehmende Wissenschaften auch, mal ihre alten Zöpfe abschneiden sollte.
        Womit ich auch noch zu Netta komme: Was mich da wirklich gefreut hat ist, daß das dicke georgische Mädchen aus Israel (Selbstbezeichnung „Ich bin ein fettes Mädchen“) mit einem gut gemachten Song, Talent und Willen zu unterhalten, jeckem Gegacker an den ganzen bombastisch und klischeehaft inszenierten aber weniger originellen Beiträgen von wesentlich attraktiveren und sicher mindesens genauso hoch talentierten Teilnehmern vorbei gezogen ist. Und das mit den Stimmen des Publikums. Da scheint sich was zu ändern und das ist gut so. Ein sehr verdienter Sieg für die tolle Netta und eine wunderbare Emanzipationsgeschichte.

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        ..nochmal gelesen: Ich meinte das „störrisch und verstockt sein“ ist leider ein ’no go‘. Das sollte man mehr sein, finde ich.

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        Wissen Sie, bezüglich des angeblichen Gens für „deutsche Schlechtigkeit“ können sie die sog. Antideutschen, eine/n umerzogene/n schwache/n Frau/Mann oder sonst irgend einen deutschfeindlichen Menschenmüll (pardon) befragen. Einer solchen psychopathischen Kohlenstoffeinheit namens Frittenfettmatte-Blumenschitt (oder so ähnlich) wird auf dieser Seite doch ein Forum geboten.

        Das Ziel dieser Wesen ist: die Vernichtung der Deutschen. Punkt, aus.

        Dies wirft einen interessantes Licht auf die groteske Aussage der Linken, das Rasen nicht existierten…

        Man muß schon Linker sein, um einen Doppeldenk in Form einer derartigen Groteske behaupten und glauben zu können. Ich empfehle dazu den folgenden Artikel von Jürgen Fritz: https://juergenfritz.com/2017/02/23/warum-sie-mit-psychopathologisch-gestoerten-gutmenschen-nicht-diskutieren-sollten/comment-page-1/

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