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„O’naglt is“ – Markus Söder und die Kreuzanbringung

Die CSU ist zu einer nervösen Partei geworden. Statt einen selbstbewussten und fröhlichen Konservativismus an den Tag zu legen, lässt sie sich von der AfD vor sich hertreiben. Ausgerechnet im vielfach frommen Bayernland verzwergt sie nun mit dem Kreuz das zentrale Symbol der Christenheit zu einer Art kulturellen Identitätsplakette.

In der CSU geht ganz offenkundig die Angst um. Wahllos haut das Führungspersonal irgendwelche Sprüche heraus, statt auf Besonnenheit zu setzen, was eigentlich eine Kernkompetenz von Leuten wäre, die sich für konservativ halten. Die Angst hat einen Namen oder genauer: ein Datum: den 14. Oktober 2018. Dann ist Landtagswahl in Bayern.

Wer Bayern gut kennt, weiß, was eine Landtagswahl für die CSU unbedingt und unter allen Umständen sein muss: eine Art Krönungsmesse, eine Zementierung der in einer Demokratie maximal möglichen Macht, profan „absolute Mehrheit“ genannt. Sie muss her, diese absolute Mehrheit, und zwar im Bayerischen Landtag, beherbergt im Maximilianeum, hochthronend über der luxuriösen Maximilianstraße. Wer dort jemals mit absoluter Mehrheit die Sitzplätze gefüllt und mit diesem Gefühl auf die von König Max dem Zweiten so prächtig ausgebaute Stadt geblickt hat, na der wird, – Herrschaftszeiten! – doch nie wieder auch nur im Ansatz die Wiederholung des Desasters von 2008 antizipieren wollen.

Der unverarbeitete Schock: Verlust der absoluten Mehrheit 2008

Jenes tief in Mark und Glied der Partei eingewebte Desaster besteht für die CSU im erstmaligen Verlust ihrer absoluten Mehrheit im Freistaat. Nach einem Einbruch um 17,3 (!) Prozent landete sie am 28. September 2008 bei 43,4 Prozent und musste eine Koalition mit der FDP eingehen. Fünf Jahre später gelang es ihr demgegenüber, bei der Landtagswahl am 15. September 2013 ein Ergebnis von immerhin 47,7 % der Stimmen einzufahren und 101 von 180 Sitzen im Landtag zu ergattern. Das war zwar ebenfalls weit entfernt von früheren, glanzvollen Zeiten, genügte aber mathematisch für eine Alleinregierung. Angesichts dieser nur knappen absoluten Mehrheit ist die Partei jedoch nicht weniger nervös geblieben als sie es in den fünf Jahren zuvor war. Das gilt umso mehr, als rund ein halbes Jahr vor der letzten Landtagswahl eine neue Partei, nämlich die AfD auf den Plan trat. Diese hat, jedenfalls was die Umfragewerte angeht, das Mantra von Franz-Josef Strauß, wonach es rechts von der Union keine demokratisch legitimierte Partei geben dürfe, de facto obsolet gemacht. Seit Anfang des Jahres konnte die CSU nicht über 43 Prozent klettern, während die AfD sich einem Korridor zwischen 10 und 13 Prozent bewegt.

Anbiederei an die AfD-Wählerschaft statt eines selbstbewussten Konservativismus

Mit anderen Worten: es spricht derzeit nichts dafür, dass der CSU der Gewinn der absoluten Mehrheit im kommenden Herbst gelingen könnte, es sei denn, sie lässt sich etwas einfallen. Das versucht sie bereits seit der letzten Bundestagswahl. Statt jedoch einen selbstbewussten Konservativismus bundesrepublikanischer Prägung zu konturieren, in dessen Tradition die Partei namentlich durch den genannten Ahnherr Strauß steht, und der gerade im Bayernland mit seinem gutgelaunten Brauchtum immer noch ziehen würde, bedient sie zunehmend genau jene Ressentiments, die auch von der AfD geschürt werden.

Statt sich differenziert mit der Islamdebatte zu beschäftigen, Integrationsdefizite anzusprechen und die Ausbreitung von Strömungen des politischen Islams zu verhindern, spricht Bundesinnen- und Heimatminister Horst Seehofers einer ganzen Religion lieber gleich ganz ab, zu Deutschland zu gehören. Genau das macht die AfD auch.

Kurz nach der Bundestagswahl 2017 und dem miesen Ergebnis, dass die CSU dabei erzielte, verfasste die Partei ein Strategiepapier mit dem Titel „Konservativ ist wieder sexy“. Darin stand viel Richtiges, auch über Heimat und Tradition, alles klassisch konservative Topoi, aber auch hier fehlte die klare Abgrenzung gegen das rechte Denken, wie Richard Herzinger in der „Welt“ ausführte: „Der Demagogie des Rechtspopulismus zollt das Papier Tribut, wenn es in Deutschland angeblich herrschende ‚Denkverbote‘ und die Existenz einer ‚Meinungspolizei‘ beklagt, der ‚alles, was nicht im Geist der Alt-68er‘ stehe, ‚als rechts und damit schlecht‘ gelte“.

Aufhängung von Kreuzen in allen bayerischen Behörden ab Juni

Nachdem Alexander Dobrindt kurz darauf auf die seltsame Idee kam, gleich ganz die „konservative Revolution“ auszurufen und sich damit jedenfalls begrifflich in die Traditionslinie eines Armin Mohler und der Weimarer Rechtsintellektuellen stellte, findet es Markus Söder, der neue bayerische Ministerpräsident, offenbar famos, ab dem kommenden Juni im Eingangsbereich jeder Behörde unter weiß-blauem Himmel ein Kreuz aufzuhängen. In der zugehörigen Mitteilung der Staatskanzlei heißt es, das Kreuz sei das „grundlegende Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung“. Ein durchschaubares Manöver, dreieinhalb Jahre nachdem in Dresden in Form der Pegida-Bewegung die vermeintliche Verteidigung des Abendlands gegen eine ebenso vermeintliche „Islamisierung“ begann und sich das zugehörige Gedankengut inzwischen weit in bürgerliche Kreise ausgebreitet und die Wählerbasis der AfD entsprechend vergrößert hat. Dazu gehören namentlich gen rechts gedriftete Christen.

Im erwähnten CSU-Strategie-Papier „Konservativ ist wieder sexy“ stand schon im letzten Herbst: „Wer Kreuze abnehmen (…) und Martinsumzüge in Lichterfest umbenennen will, ist nicht tolerant, sondern betreibt gefährliche Selbstverleugnung.“ Abgesehen davon, dass die Anzahl der Umbenennungen von Martinsumzügen in Lichterfeste verschwindend gering ist, was sich via Google leicht herausfinden lässt, geht man nun einen Schritt weiter und will zusätzlich neue Kreuze aufhängen. Um nicht missverstanden zu werden: die Kreuzabnahmedebatte ist aus Sicht eines gläubigen Christen wie der Verfasserin vielschichtig, es war aber nach der entsprechenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 1995 so etwas wie Rechtsfrieden eingetreten.

Verzwergung des Kreuzes Jesu Christi zu einer Art Identitätsplakette

Auf den ersten Blick mag die nun flächendeckend angeordnete  Aufhängung von Kreuzen in bayerischen Behörden auf manche Christen attraktiv wirken. Dann aber sollten sie sich die Begründung der Bayerischen Staatskanzlei nochmals ganz genau vor Augen führen. Das Kreuz ist danach „grundlegendes Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung“. Bereits der Begriff „Prägung“ sollte hellhörig machen, denn er geht in Richtung eines bloßen Kulturchristentums. Im Fokus steht eine „kulturelle Identität“, die christlich-abendländisch geprägt sei. Die gibt es fraglos, man denke nur an die großen Werke der europäischen Malerei oder Musik, etwa die von Johann Sebastian Bach, welche bis heute sehr beliebt sind. Wer selbige mit Genuss rezipiert, muss aber deshalb noch lange nicht fromm sein. Und genau hierin besteht das Ärgernis, das in dem Söder’schen Kreuzanbringen liegt.

Das Kreuz ist das zentrale, das höchste Symbol der Christenheit. Es steht für Jesus Christus, den Gekreuzigten, Gestorbenen und schließlich Auferstandenen. Es ist selbst etwas Heiliges. Wer als tiefgläubiger Christen auf das Kreuz schaut, empfindet Ehrfurcht vor Gott und dem Gekreuzigten, denkt an das Martyrium, nicht nur in der Karwoche. Wer es hingegen zu einem „Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung“ macht, profanisiert es, nimmt ihm das Transzendente und verzwergt es so zu einer Art  Identitätsplakette.

Auf die religiöse Dimension hatte seinerzeit übrigens auch schon das Bundesverfassungsgericht hingewiesen, als es in seiner Urteilsbegründung u.a. schrieb:

Es ist geradezu sein Glaubenssymbol schlechthin. Es versinnbildlicht die im Opfertod Christi vollzogene Erlösung des Menschen von der Erbschuld, zugleich aber auch den Sieg Christi über Satan und Tod und seine Herrschaft über die Welt, Leiden und Triumph in einem (…). Für den gläubigen Christen ist es deswegen in vielfacher Weise Gegenstand der Verehrung und der Frömmigkeitsübung.“

Hinzukommt, dass das Christentum zwar eine missionarische Religion ist, jedoch niemandem den Glauben an Gott und Jesus Christus aufoktroyiert. Ganz im Gegenteil. Kern des Neuen Testaments ist die Entscheidungsfreiheit jedes Menschen für und gegen Gott. Nach biblischer Vorstellung bleibt derjenige, der sich gegen Gott entscheidet, im Zustand der Erbsünde gefangen, während die Überwindung selbiger nur durch den Glauben an die Erlösung durch den Kreuzestod Jesu möglich ist. Dementsprechend glauben Christen an die biblische Aussage Jesu Christi: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Die Bedeutung dieses Satzes erfasst der Fromme durch die persönliche Beziehung zu Gott und Jesus, vor allem auch im Gebet. Genau das würdigt man herab, wenn man aus dem für Christen Immergültigen des Kreuzes einen „kulturellen Identitätsstifter“ macht.

Das Kreuz darf nicht zu einem politischen Kulturkampfsymbol profanisiert werden

Das Kreuz ist biblisch gesehen also das Symbol ewigen Lebens, für die, die sich für den Glauben entscheiden. Das ist das Gegenteil eines zwingend vorgeschriebenen, letztlich weltlichen „Symbols der kulturellen Identität“ in Behörden. Ein solches „Symbol der kulturellen Identität“ ist stattdessen angesichts der aktuellen Debatten nicht viel anderes als Ausweis eines Kulturkampfes, der vom europäischen Osten her immer weiter im Westen Fuß fasst. Denn natürlich muss man die Kreuzaufhängungen in Bayern im Zusammenhang mit den stimmungsmachenden Äußerung von CSU-Oberen gegen den Islam lesen.

Und man muss an Weiteres denken: Etwa daran, dass der ÖVP-Parteivorsitzende Sebastian Kurz und der FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ihren gemeinsamen Koalitionsvertrag im letzten Herbst ausgerechnet auf dem Wiener Kahlenberg vorstellten. Ein Ort mir hoher Symbolkraft. Denn ebendort wurde im Jahre 1683 das Osmanische Heer geschlagen. Ein Ereignis, das auch der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland schon länger fest im Blick hat. Bereits im Juli 2016 hatte er gesagt: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Sieg über die Osmanen vor Wien 1863 nicht durch Zuwanderung und Geburtenrate in sein Gegenteil verkehrt wird.“

Wir müssen die AfD knallhart bekämpfen – und um ihre Wähler kämpfen“ fordert die CSU in ihrem „Konservativ ist wieder sexy“-Strategiepapier. Im Moment tut sie eher alles dafür, diese salonfähig zu machen, in dem sie sich dieser und deren Kulturkampf  teilweise thematisch und sprachlich andient. Das wird nichts bringen, sondern AfD-Anhänger darin bestärken, dass Original zu wählen. Die CSU muss sich stattdessen endlich darum bemühen, einen selbstbewussten Konservativismus zu konturieren, der frei von Ressentiments und Stammtischgehabe ist. Davon ist sie derzeit weit entfernt. Für die Kreuzesanbringung in Behörden fand der Kommunikationsberater und Autor Christopher von Greverode angesichts ihrer durchschaubaren Effektheischerei einen treffenden Ausdruck: „O’naglt is“. Denn nun werden ab Juni überall in bayerischem Amtsstuben Kreuze aus ganz profanen Gründen an die Wand genagelt werden. Für Christen, die auf den Gekreuzigten und die Nägel in seinen Händen und Füßen blicken, sollte eine solche Instrumentalisierung des Glaubens unerträglich sein.

Anmerkung: Zur Vermeidung von Missverständnissen hinsichtlich des Begriffs „O’naglt“ wurden die letzten beiden Sätze kurz nach Erscheinen des Artikels nachträglich hinzugefügt.

Die Autorin hat Anfang April im Droemer Verlag das Buch „Die Angtsprediger – wie rechte Christen Kirchen und Gesellschaft“ unterwandern veröffentlicht.

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18 thoughts on “„O’naglt is“ – Markus Söder und die Kreuzanbringung

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    ‚Ich bin traurig und beschämt, dass in einem Nachbarland, wo Kreuze errichtet werden, ausgerechnet Bischöfe und Priester kritisieren müssen; das ist eine Schande. Das darf man nicht annehmen. Exzellenz Dr. Peter Zurbriggen am 30. April in Heiligenkreuz

    … es ist derselbe Marx, der in Jerusalem auf ‚m Tempelberg und an der Klagemauer das Kreuz ablegte und sich postum seinem Namensvetter in den Allerwertesten drängt … nun ja … ‚ehe der Hahn kräht‘

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    Das Kreuz grenzt nicht aus!
    von Dr. Dr. Joachim Seeger aus Recklinghausen

    Ich möchte den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder voll unterstützen. Das Kreuz ist ein religiöses und christlich-kulturelles Symbol. Warum sollte man seine eigene Religion und Kultur ignorieren? Markus Söder instrumentalisiert das Kreuz auch nicht für Wahlkampfzwecke, sondern er legt ein Bekenntnis für unsere (christlich geprägte) freiheitliche und demokratische Grundordnung ab. Was ist daran falsch? Das Kreuz ist ein Zeichen von Toleranz, Nächstenliebe, Demut und Solidarität. Diese Werte kommen in unserer heutigen Gesellschaft viel zu kurz. Warum sollte Söder das Feld der AfD überlassen?Glaubt Kardinal Marx wirklich, durch seinen politischen Katholizismus wieder mehr Menschen in die Kirche zu bekommen? Seine Kritik an Söder ist völlig überzogen und substanzlos und überflüssig!

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    Ich habe mich von der Kirche verabschiedet, weil sie islam-befürwortend und nicht kritisch reagiert, auf deren ständigen Forderungen und sich devot unterordnet. Das ist der Anfang vom Ende und nicht weil ich nicht mehr glaube. Das wollte ich nicht mittragen. Dennoch bin ich ein gläubiger Christ. Ich will auch nicht kritiklos mit ansehen, wie unser Staat langsam aber sicher islamisiert wird. Das Kopftuch ist nichts anderes als ein Zeichen, daß man den Islam als Religion vertritt. Das sehe ich Tag für Tag und immer mehr. Warum soll dann nicht auch ein Kreuz hängen oder sind wir schon so weit? Ich habe heute eine Überschrift gelesen: „Gehört das Christentum noch zu Deutschland“ – das sagt alles!

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    Mit Interesse gelesen. Extrem gut formuliert.

    Es ist ein etwas zu durchsichtiges Wahlkampfmanöver, und er gewinnt niemanden damit, denn die gläubigen Christen wählen ohnehin CSU in Bayern, die anderen fallen darauf nicht rein.
    Ich wähle ihn nicht, weil er den Verbrennungsmotor im Schnelldurchgang abschaffen will. Ob Kreuze in Ämtern hängen oder nicht, ist mir offen gestanden egal, weil Kreuze in Bayern ohnehin an gefühlt jeder zweiten Weggabelung stehen.

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    Wer im Eingangsbereich einer jeden öffentlichen Einrichtung einen römischen Galgen aus grauer Vorzeit als Ausdruck der bayerischen Kultur installieren lassen will, hat seine Zeit längst hinter sich und lebt nur noch von der Schwäche der Opposition.

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    Im Prinzip bin ich Ihrer Meinung, auch was die Verzwergung des Symbols betrifft. Herr Söder hält sich aber nicht ohne Grund für einen listenreichen Soldaten Gottes, denn im Ergebnis hängen überall Kreuze und niemand erinnert sich in ein paar Jahren an die Begründung, warum sie dort aufgehängt wurden. Die Wähler in Bayern werden es ihm danken.

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      Wenn Kreuze mit so viel Tam Tam wie jetzt aufgehängt werden, dürfte das im kollektiven Gedächtnis schon länger hängenbleiben. Ich glaube übrigens nicht, dass sich die Umfragewerte der CSU aufgrund dieser Aktion bessern werden. AfD-Wähler, und auf die zielt das Ganze ja, werden sich eher bestärkt fühlen, bei dieser zu bleiben und merken, wie sehr die CSU sich ihnen anbiedert. Zugleich könnte diese durchschaubare Aktion aber auch liberale Konservative dazu bewegen, ihre Stimme eher der FDP zu geben.

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        Glaub ich nicht. In der CDU/CSU hat die pragmatische, ergebnisorientierte Haltung – dass es darauf ankommt, was „hinten bei rauskommt“ – Tradition. die Leute denken (oder werden bald denken): Hauptsache das Kreuz hängt wieder.

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    Wenn man das Kreuz aus dem christlichen Zusammenhang nimmt, bleibt ein Hinrichtungsinstrument übrig. Man kann also konstatieren, dass Söder quasi im Eingangsbereich einer jeden öffentlichen Einrichtung einen Galgen als Ausdruck der bayerischen Kultur installieren lassen will.
    Ansonsten ist – wie ich schon erwähnt hatte – Söder recht flexibel in seinen Ansichten:
    „Per Gesetz will die CSU die Deutschen dazu zwingen, nur noch klimafreundliche Pkw zu fahren. „Ab dem Jahr 2020 dürfen nur noch Autos zugelassen werden, die über einen umweltfreundlichen Antrieb verfügen“, so die Forderung von CSU-Generalsekretär Markus Söder. Von diesem Zeitpunkt an müssten herkömmliche Verbrennungsmotoren durch Wasserstoff- und Hybridtechnik abgelöst werden. „Grüne Motoren schaffen neue Arbeitsplätze“, glaubt Söder. Die deutsche Autoindustrie lege beim Thema Umweltschutz aber nicht genügend Erfindergeist an den Tag, durch „ein klares Ultimatum“ müsse daher der „notwendige Innovationsdruck“ erzeugt werden. Der CSU-General arbeitet schon länger daran, den Christsozialen ein Öko- Image zu verpassen – nicht zuletzt, weil die Grünen in den wohlhabenden Regionen Bayerns zu ernstzunehmender Konkurrenz werden.“
    (http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/a-469671.html)

  8. avatar

    „Wir schaffen das.“
    Wer ist wir und was ist das?
    Ohne Not hat die CDU/CSU eine populistische Parole in die Welt gesetzt, und es den Populisten überlassen, das Wir und das Was zu definieren. Im Fußball würde man von einer Steilvorlage sprechen.
    Die AfD hat dies mit Inhalten gefüllt: „Wir, die AfD, schaffen die Integration nicht. “
    Seitdem hechelt die CSU ihrer eigenen Vorlage hinterher und versucht wieder Herr der Stammtische zu werden. Wir werden noch allerlei Volten erleben. Aber es ist wie mit Hase und Igel, die AfD ist immer schon da, weil die CSU sich nicht traut zu sagen, oder schlimmer nicht weiß, was sie schaffen will.

    Ich denke wir müssen uns Wohl oder Übel damit arrangieren, dass die AfD die nächsten Jahre die politischen Themen bestimmen wird, weil CDU/CSU, von der SPD will ich gar nicht reden, ihre eigenen Versprechen nicht mit Leben füllen, da nützen auch noch so viel gutgemeinte Ratschläge nichts.
    Es lebt sich dann einfach besser, weil man doch nichts ändern kann.

  9. avatar

    Wenn Söder sagt, das Kreuz sei „ein Bekenntnis zur Identität und Kultur Bayerns und kein religiöses Symbol“. – Komisch. Als Symbole, an denen ich erkenne, daß es gerade bairisch zugeht, habe ich andere in Erinnerung: Einliterkrüge voller Bier, Weißwurst mit Laugenbrezen, Zwiebeltürme auf den Kirchen (okay, die haben die Russen auch, aber dafür gibt es in Bayern weniger Wodka), Männer in Krachledernern und Frauen im Dirndl. Aber Kreuze sind mir da nur auf den Berggipfeln wirklich aufgefallen.

  10. avatar

    ‚Klares Bekenntnis zu unserer bayerischen Identität und christlichen Werten. Haben heute im Kabinett beschlossen, dass in jeder staatlichen Behörde ab dem 1. Juni ein Kreuz hängen soll. Habe direkt nach der Sitzung ein Kreuz im Eingangsbereich der Staatskanzlei aufgehängt. pic.twitter.com/o99M0dV4Uy

    — Markus Söder (@Markus_Soeder) 24. April 2018‘

    Eine Regierung kann so etwas beschließen. Das Kreuz ist das grundlegende Symbol der kulturellen Identität Europas.

    Mag sein, dass Söder auch die anstehenden Landtagswahlen in Bayern im Kopf hat. Na und?

    Glaubwürdiger wäre allerdings ein deutlicheres Zeichen gegen den Islam, gegen die Islamisierung Europas, etwa ein Baustopp für Moscheen in Bayern, als Anfang. Begründungen gäbe es genügend.

    Der Islam ist keine Religion im Sinn des Artikels 4 Grundgesetz, auch wenn er religiöse Elemente enthält, solange die Gewalt zu seinen Grundlagen und Äußerungsformen gehört. Das GG deckt keine Bewegung, die zur Gewalt greift, nur weil sie sich Religion nennt.

    Ich erinnere allein an die Apostasie, den Glaubensabfall im Islam, bei dem alle Rechtsschulen im Islam die Todesstrafe fordern. Eine Religion die dekretiert, dass Religionsabtrünnige ermordet werden MÜSSEN, ist keine Religion. Welcher zivilisierte Mensch will, warum auch immer, diese ‚Glaubensanhänger‘ in seinem Land haben?

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      Solange die CSU mit der linken Merkel regiert, ist sie vollkommen unglaubwürdig, für interessierte Beobachter. Söder setzt darauf, dass die Wähler nicht so helle sind und schnell vergessen. Mal sehen, ob es klappt im Oktober.

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