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Liebe Mitglieder der UpJ, wieso werde ich in eurem Namen als Antisemit beschimpft?

Sehr geehrte Frau Schames, sehr geehrte Frau Khariakova,

Die UpJ trifft sich an diesem Wochenende in Berlin. Die aktuellen Ereignisse kommentiere ich hier nicht, das tun andere zur Genüge. Mich bewegt folgendes: Nach wie vor hat der Vorstand die am 30. Mai dieses Jahres von Ihnen, Frau Schames und Frau Khariakova, öffentlich gegen mich erhobenen Vorwürfe nicht zurückgenommen. Die Presseerklärung ist hier nachzulesen:

https://www.compass-infodienst.de/Juedische-Welt.19242.0.html

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Rezension zu: Shulamit Volkov, Deutschland aus jüdischer Sicht.

Die Historikerin Shulamit Volkov, eine Expertin für die Geschichte der Juden und des Antisemitismus in den verschiedenen deutschen Gesellschaften des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, legt eine in Zukunft sicher weit diskutierte neue Arbeit vor. Sie blickt auf die deutschen Gesellschaften seit den Tagen des deutsch-jüdischen Philosophen Moses Mendelsohn bis in die Zeit nach der Shoah. Das Buch („Deutschland aus jüdischer Sicht“) legt das lange Zeit für die Geschichtswissenschaften der Bundesrepublik gültige Paradigma eines „Deutschen Sonderwegs“ beiseite, ohne die gegen die Moderne gerichteten Entwicklungen und Tendenzen der deutschen Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert aus dem Blick zu verlieren. Im Gegenteil, sie arbeitet sie stärker heraus. Ihre Kritik des Sonderweg-Paradigmas besteht vor allem darin, dass seine Vertreter in der deutschen Sozialgeschichte, zwar die Entwicklung der demokratischen Institutionen und Ideen verfolgen, aber nicht die Geschichte der deutschen Juden und der deutschen antisemitischen Obsessionen. Weiterlesen

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Auf der Jagd nach den acht fehlenden Leben

Der gestiefelte Kater war einmal ein furchtloser Held, ein feliner Zorro, Rächer der Enterbten, nur lustiger. Doch nun ist er selbst ein Gejagter: Hinter ihm ist der Tod her, Mönchskutte, rote Augen, Wolfsgrinsen, Sichel, und der Kater hat schon acht seiner neun Leben aufgebraucht. Zunächst versteckt er sich in Mama Lunas Katzenpension, wo er seinem Ende entgegendämmert. Doch auch für den Entstiefelten gibt es keine Ruhe.

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„Du fehlst“ – Eva Quistorp schreibt an ihre verstorbene Freundin Petra Kelly

Eva Quistorp gehörte gemeinsam mit Petra Kelly zu den Gründern und Gründerinnen der Grünen. In einem Brief an ihre verstorbene Mitstreiterin und gute Freundin bringt sie zum Ausdruck, wie sehr ihr diese aktuell fehlt.

Liebe Petra,

Du fehlst nicht nur mir sehr, du fehlst vielen in diesem Lande und weltweit, gerade jetzt wo Putins Mafia und Machtapparat einen brutalen Krieg gegen die Ukraine und auch gegen Europas Demokratien führt und seine zynische Staatspropaganda auch in Afrika und Nicaragua verbreitet. Gerade jetzt, wo Putin es wagt, trotz aller Uno und OSZE Verträge und des Budapester Abkommens, mit Atomwaffeneinsatz zu drohen und Europa zu erpressen. Weiterlesen

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Besteht der „globale Süden“ nur aus Judenhassern?

Dieser Tage bekam ich eine Mail vom Goethe-Institut Hamburg, in der ein Kongress angekündigt wurde. Es geht um den 30. Jahrestag des Brandanschlags in Mölln und des „größten und fast vergessenen rassistischen Pogroms der deutschen Nachkriegsgeschichte in Rostock-Lichtenhagen“.

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Gespenstische Ruhe in NRW

Ein Gastbeitrag von Friedrich Broeckelmann

Am 15. Mai wird in Nordrhein-Westfalen gewählt. Und zwar in dramatischen Zeiten. Die Wahlkampagnen werden diesen nicht gerecht, wie unser Gastautor Friedrich Broeckelmann erläutert.

Am 10. März blieb es ruhig in NRW. Für diesen Tag war turnusmäßig ein Probealarm des Bevölkerungsschutzes angesetzt. Innenminister Reuel (CDU) blies diese Übung ab mit der Begründung, 14 Tage nach dem kriegerischen Überfall auf die Ukraine könnten die schrillen Sirenen möglicherweise unbegründete Ängste in der Bevölkerung auslösen.

Wäre es indes nicht viel sinnvoller, angesichts wachsender Kriegsgefahr die Bürger zu sensibilisieren und auf den Umgang mit Katastrophen vorzubereiten? Weiterlesen

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Ausreden, Lügen, Relativierung, Schuldabwehr, schlampige Recherche, sprachliche Tricks: Es reicht

Noch einmal Erwin Wickert? Warum eigentlich? Warum ist es überhaupt wichtig, ob und wie sich Menschen, die dem Naziregime in jungen Jahren zu Diensten waren, in späteren Jahren mit jenem Regime auseinandersetzten? Das ist doch mittlerweile Geschichte. Richtig. Und weil Wickerts Unaufrichtigkeit – Lügen? Selbsttäuschung? Beides? – einigermaßen typisch ist für die Generation, die nach 1945 das Sagen hatte, ist Wickert denn doch wichtig.

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Der Nazi-Diplomat und sein allzu nachsichtiger Biograf

Erwin Wickert (1915 – 2008) war ein deutscher Autor und Diplomat. Der Journalist Ulli Kulke (Jahrgang 1952) hat ein Buch über ihn geschrieben. Vermutlich stammt das Faszinosum der Gestalt Wickerts für Kulke hauptsächlich aus der Tatsache, dass Wickert den Widerstand vieler Diplomaten gegen den „Nachruf-Erlass“ des damaligen Außenministers Joschka Fischer anführte. Denn Kulke, ein ehemaliger Linker – Mitgründer der „taz“, die damals wirklich links war, und Mitarbeiter der Bundesfraktion der Grünen, als sie noch radikal war – hatte irgendwann Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre ein Damaskus-Erlebnis und mutierte im Lauf der nächsten 20 Jahre vom Grünen zum Grünenhasser, vom Linken zum Rechten.

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„Du lass dich nicht verhärten…“ – Der Kampf gegen Corona braucht eine Ermutigung

Fotocredit: IMAGO / Jan Huebner

Ein Gastbeitrag von Friedrich Bockelmann

Seit dem Auftreten des Corona-Virus erleben wir einerseits einen rasanten medizinischen Fortschritt, andererseits in Teilen der Bevölkerung Wissenschaftsfeindlichkeit, Verschwörungsmythen und eine Abkehr von der Demokratie. Wie kann das weitergehen? Friedrich Bockelmann denkt nach.

Ein Blick in die jüngere Medizingeschichte und auf die Dimensionen der Pandemie zeigt: Wir stehen erst am Anfang einer langen Auseinandersetzung mit der Krankheit. Wir können sie aber gewinnen.

2012 wurde noch mit einer originellen Kampagne für die Masernschutzimpfung geworben. Jetzt geht es um den Kampf gegen Corona – und uns fällt nichts mehr ein. Zeit, eine alte Platte auszukramen und auf Wolf Biermann zu hören. Weiterlesen

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Eine Frage des Charakters

Hans Werner Goldlust war zusammen mit Willy Haas Herausgeber der „Literarischen Welt“ in Berlin. Da dem assimilierten Juden sein Name wohl „zu jüdisch“ klang, nannte er sich Golz. 1929 heiratete Golz eine Katholikin aus Wien. Marianne, geboren Maria Agnes Belokosztolszky, war vor ihrer Ehe Operettensängerin gewesen. Kurz nach der Machtübergabe an die Nazis flohen Haas und Golz zusammen mit ihren Ehefrauen nach Prag. Als die Deutschen 1939 einmarschierten, floh Golz nach England. Marianne blieb zurück, um den Schwiegereltern zu helfen und den Haushalt aufzulösen. Obwohl sie die nötigen Papiere für die Auswanderung hatte, saß sie mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in der Falle.

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Taxikrieg am BER

Landung am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER): Kaum sind wir durch die Sperre, werden wir angesprochen: „Brauchen Sie ein Berliner Taxi?“ Klar. Nichts gegen die örtlichen Taxifahrer aus dem Landkreis Dahme-Spree (LDS), aber sie kennen sich in Berlin doch nicht so aus, erstens, und zweitens erzählen sie nicht so interessante Geschichten.

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