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A. Dirk Moses: Israelhass über alles

Der deutschstämmige Historiker A. Dirk Moses ist hierzulande hauptsächlich bekannt wegen seiner Kritik der deutschen Gedenkkultur. Das Motiv dieser Kritik liegt in seinem Hass gegen Israel. Ich verwende das Wort „Hass“ mit Absicht. Für Moses ist Israel ein koloniales Projekt; und man tut dem Wissenschaftler und Aktivisten keinen Tort an, wenn man unterstellt, dass er den Kolonialismus hasst.

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Loslachen, Dünnhäutigkeit und inhaltliches Schlingern – Armin Laschet wird zum Problem für die CDU

Credit: IMAGO / Future Image

Das Verhalten Armin Laschets sowohl in der Corona- als auch der Flutkrise lässt große Zweifel an seiner Geeignetheit für das Amt des Bundeskanzlers aufkommen. Mit einem (i) Hang zum Unernst sowie Defiziten bei der Konzentrationsfähigkeit, (ii) Dünnhäutigkeit sowie Unmut bei kritischen Fragen von Journalisten, (iii) der fehlenden Stringenz in zentralen politischen Fragen und (iv) dem Hang dazu, sich ohne klare Festlegungen durchzulavieren zeigen sich gleich vier Mängel. Eine Analyse.

Selbst im Ausland wird über Laschets Lachen berichtet. So schreibt die britische BBC: „Armin Laschet, who is the conservative candidate to replace outgoing Chancellor Angela Merkel, was caught on camera apparently joking with colleagues as President Frank-Walter Steinmeier was expressing sympathy to victims.” Weiterlesen

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Aleida Assmanns neuer linker Katechismus

Aleida Assmann kann es nicht lassen. Und dafür muss man ihr dankbar sein. Sie muss sich in alle Diskussionen einmischen, bei denen es um Antisemitismus oder die Relativierung des Holocausts geht. Dabei macht sie durch die Plattheit ihrer Argumentation die Mechanismen deutlich, mit denen einige Deutsche heute sich der Verantwortung entziehen, gegen den real existierenden Antisemitismus zu kämpfen, egal aus welcher Ecke er kommt.

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Greenpeace kann nicht zugleich gemeinnützig und Bürgerschreck sein wollen

Volle Transparenz vorweg: ich war mal Greenpeace-Fördermitglied. Aber die Betonung liegt auf „war“. Denn die Organisation hat sich erstens radikalisiert und dabei zweitens einen ihrer wichtigsten Grundsätze aus den Augen verloren: Immer nur die eigenen Aktivisten in die Schusslinie bringen, nie andere gefährden.

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Carolin Emckes selektive Aufklärung

Die Aufregung um die „Judenpassage“ in Carolin Emckes Rede auf dem Grünen-Parteitag hat die viel bedenklichere Seite der Rede überschattet, ja fast verschwinden lassen: Emckes Auffassung von Aufklärung.

Wie ich in einem Kommentar für WELT schrieb: „Natürlich wollte Emcke, das sei vorweggesagt, die Verfolgung der Juden im Dritten Reich nicht mit heutiger Kritik an Klimaforschern und Aktivistinnen gleichsetzen.“ Eine Klarstellung, die nicht verhinderte, dass mein Artikel im Zuge einer Massenempörung über den angeblichen Vorwurf des Antisemitismus an die Adresse Emckes seitens der „Springer-Presse“ umstandslos in die Ecke der „Diffamierung“ geschoben wurde. Dass ich dummerweise aus Zeitgründen die entsprechende Passage nach Anhörung der Rede aus meinen Notizen rekonstruierte, statt sie noch einmal Wort für Wort mitzuschreiben, und mich dadurch dem Vorwurf aussetzte, Emckes Rede zu verfälschen, ärgert mich fast genauso, wie es hoffentlich Emcke ärgert, dass sie nicht noch einmal über ihre Formulierung nachdachte, bevor sie die Rede hielt.

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Der Möchtegern-Impf-Held: Über die Fassade und die Realität des Agierens von Jens Spahn

Foto-Credit: IMAGO / Political-Moments

Jens Spahn spielt sich bei „Anne Will“ als Deutschlands Impf-Held auf und findet es brillant, die Priorisierung aufgehoben zu haben. Tatsächlich handelt es sich um ein plumpes Wahlkampfmanöver in eigener Sache zu Lasten der Risikogruppe
n.

Es war einmal ein Mann, der trat öffentlich als oberster Impfmeister, ja gar als Deutschlands Impf-Held auf. Jens Spahn ist sein Name. Voller Selbstbewusstsein saß er Sonntag in der Talkshow von Anne Will, lobte sich selbst, weil er die Impfpriorisierung zum 7. Juni, also zum kommenden Montag aufgehoben habe. Bereits am 17. Mai geschah das. Weiterlesen

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Germany After Angela Merkel

I gave this talk at a Zoom meeting of British journalists on May 18. Seems a pity to let it go to waste.

Before talking about Germany after Merkel, we need to talk about her legacy. Now I have been consistently critical of Merkel, but I have to admit that over the course of the past 16 years Germany has become a more pleasant place to live in.

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Die Pandemie und die Genozidforscher

In seinem neuen Buch „Faust oder Mephisto?“ beklagt mein ehemaliger Genosse und alter Freund Willi Jasper die Abwesenheit der Intellektuellen bei den aktuellen Diskussionen. Ich kann ihm da schwer folgen. Manchmal kommt es mir vor, als ob sich allzu viele Intellektuelle in allzu viele Diskussionen einmischen, von deren Grundlagen sie keinen blassen Schimmer haben. So zum Beispiel die „Genozidforscher“, die sich nun mit einem „Manifest“ – darunter tut man es heute nicht – in die Diskussion um den Klimawandel eingeschaltet haben.

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Reifeprüfung oder Abgang … und wohin eigentlich?

Ein  Ritual macht wieder von sich reden ist, fraglich, ob es stattfinden kann: Die Abiturprüfung. Was soll da eigentlich passieren? Es lohnt sich, die Pressefotos der Prüfung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:

Eine Bildinterpretation

Wir blicken ausschnitthaft in einen großen Saal, in dem Einzeltische in acht Kolonnen aufgebaut sind. Jeder Tisch ist mit einem jungen Menschen besetzt, der, ausgestattet mit dem immer gleichen Set an Materialien, vor einer Aufgabe sitzt. Beginn und Ende der Tischreihen lassen sich in dem Ausschnitt nicht ausmachen. Es ist kein Zentrum erkennbar, auf das die Veranstaltung ausgerichtet wäre, kein Administrator oder Referent. Es sind auf jeden Fall sehr viele vereinzelt platzierte Kandidaten und jeder scheint zu wissen, was zu tun ist. Der vorherrschende Eindruck: Jede und jeder sitzt hier als Teil einer Masse, ist aber mit sich und seiner Aufgabe allein. Kollektivität und Vereinzelung gehen Hand in Hand. Weiterlesen

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Mit der Brechstange – Wie Armin Laschet sein Ego über das Wohl seiner Partei stellt

Foto: IMAGO / Political-Moments

Armin Laschet will auf Biegen und Brechen ins Kanzleramt. Die Realität der schlechten Umfragewerte blenden er und sein Lager zum Schaden der Union mit schwachen formalen Argumenten aus.

In diesen Tagen der Sturheit des CDU-Vorsitzenden Armin Laschet kann einem der legendäre Ausspruch des US-Präsidenten John F. Kennedy in den Sinn kommen, freilich in abgewandelter Form: „Frage dich nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“ heißt jener bekanntlich. Um Armin Laschet ins Gewissen zu reden, müsste er wie folgt lauten: „Frage dich nicht, was deine Partei für dich tun kann, sondern was du für deine Partei tun kannst“. Der Aachener Bundeskanzlerkandidaten-Aspirant indes lässt sich anscheinend von dem Gegenteil leiten. Ungeachtet aller desaströsen Umfragewerte und parteiinternen Kritik an seinen Ambitionen wirkt Laschets Verhalten so, als treibe ihn dieser Gedanke an: „Frage dich nicht, was du für deine Partei tun kannst, sondern was deine Partei für dich tun kann.“ Weiterlesen

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Edelbert Richter über Juden, Angelsachsen und Nazis

Der frühere evangelische DDR-Dissident, sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, Beobachter im Europaparlament und das heutiges Parteimitglied von „Die Linke“ befürchtet, er werde sich mit seinen neuen Publikationen den Vorwurf des Antisemitismus einhandeln. Martin Jander widerspricht dieser Befürchtung in seiner Buchrezension nicht. 

Ich kenne kein Buch eines früheren DDR-Dissidenten, das so offen antisemitische und antiamerikanische Stereotypen aufruft, wie Edelbert Richters in der „Edition Sonderwege“ des rechtslastigen Manuscriptum Verlags 2018 erschienene Publikation „Für ein Ende der Halbwahrheiten.“[1] Möglicherweise habe ich aber auch nicht richtig hingeschaut. Für Hinweise auf andere derart gruselige Texte von DDR-Dissidenten wäre ich dankbar. Weiterlesen

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