avatar

Amazing Grace – Wie Grace Slick mit Jefferson Airplane den Psychedelic Rock erfand

Credit: IMAGO / ZUMA Press Wire

Information: GRACE SLICK with JEFFERSON STARSHIP. – ZUMAg49

Grace Slick. Jefferson Airplane. „Somebody to love“. „White Rabbit“.  Eine Hommage an die Erfinderin des Psychedlic. Rock. 

Grace Slick? Der erste echte weibliche Rockstar, erfand den Psychedelic Rock mit und hätte Präsident Nixon um ein Haar LSD in den Tee geschüttet. Mittlerweile zählt sie knapp 90 Lenze und bleibt so k bringen?

„Mit Bildung erreicht man das Universum; mit Musik alle Menschen. Dazwischen musst du selbst unstopbar stehen!“ (Grace Slick)

„Don’t you want somebody to love?“

„Don’t you want somebody to love?“ Auf der ganzen Welt kennt man diesen Ausruf des gleichnamigen Liedes von Jefferson Airplane seit knapp 60 Jahren. Die zugehörige Stimme gehört Sängerin Grace Slick, ihres Zeichens Symbol der Gegenkultur in den Sixties, simultan der erste echte weibliche Rockstar überhaupt. Slick selbst ist alles andere als ein Typ für sentimentale Rückschau. Weiterlesen

avatar

Deutschland, der Aufarbeitungsweltmeister

„Aufarbeitung“, so erklärt die deutschamerikanische Juristin Inga Markovits ihrem englischsprachigen Publikum, „ist ein äußerst deutsches Wort.“

Aufarbeitung ist nicht Geschichtsschreibung, schon gar nicht Geschichtswissenschaft. Um wieder Inga Markovits zu zitieren:

„Aufarbeitung meint, über die Vergangenheit zu Begriffen zu kommen. Aber zu wessen Begriffen?“

Und sie weist darauf hin, dass „Aufarbeitung“ im Deutschen auch eine Doppelbedeutung habe („Freudian connotation“): Es bedeute auch, ein altes Kleidungsstück so umzunähen, dass es aussieht, als wäre es neu („Ein Kleidungsstück aufarbeiten“).

Nicht ganz wortgetreu übersetze ich das manchmal mit:

„Aufarbeitung ist auch die Wiederverwertung von Lumpen.“ Weiterlesen

avatar

Kherson – die neue Dimension entmenschlichter Kriegsführung

Kherson – nur durch den Fluß von russischen Stellungen getrennt. Im Keller vom Theater sieht man in den Monitoren der Überwachungskameras wie Kamikaze Drohnen unweit einschlagen. Das Gebäude zittert. In der Stadt Drohnenjagd auf Menschen. Die Ausfallstraße eine Falle – Drohen jagen Autos. 78.000 Menschen bleiben. Denn: Aufgeben heißt – die Russen haben gewonnen.

 

NACH DROHENANGRIFF IM WOHNGEBIET

Die Tankstelle liegt vielleicht fünfzig Kilometer vor Kherson. Wir halten an. Acht Personen, zwei Minivans, randvoll mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, ein paar Säcken Hundefutter. Überlebenshilfe für die Bevölkerung, die in der Stadt quasi eingekesselt wird. Jetzt geht es  nicht mehr um die Logistik der Auslieferung, sondern ums eigene Überleben. Wir ziehen schusssichere Westen an, setzen Helme auf. Seit drei Jahren fahre ich regelmäßig in nach Kherson. Jedes Mal dachte ich: Schlimmer kann’s nicht werden. Doch so eine Vorbereitung gab es noch nie. Sichtbarer Gradmesser für die Ausweitung der Kampfzone. 

Kurz hinter der Tankstelle beginnt ein Tunnel. Über Kilometer spannen sich Netze über die Zufahrtsstraße. Es sind ausgemusterte Fischernetze, improvisiert, notdürftig befestigt. Sie sollen Drohnen abfangen – ferngesteuerte Todesroboter aus der Luft. Die Netzte rechts und links der Fahrbahn und teilweise auch als „Dach“ sind anachronistischer Schutz gegen eine hybriden Terrorkrieg. Kein wirklicher Schutz, nur der verzweifelte Versuch, den High-Tech Waffen, die alles angreifen was sich bewegt, etwas entgegenzusetzen. Wir fahren in die rote Zone. Ab jetzt gibt keinen sicheren Raum mehr.  Weiterlesen

avatar

Dreadful Great – Das Gesamtkunstwerk Grateful Dead zum Tode von Bob Weir 

Über 60 Jahre The Grateful Dead. Mit Bob Weir ging nun das vorletzte Gründungsmitglied von Bord. Einzig Bill Kreutzmann ist noch vorhanden. Warum also nicht endlich mal gemeinsam ein wenig über the Grateful Dead sprechen, bevor alle über den Jordan sind. Hier Deadhead Ulf Kubanke mit seiner ganz persönlichen Deutung. 

Über 60 Jahre Grateful Dead! Mittlerweile haben nahezu alle Gründungsmitglieder die Lichtung am Ende ihres Pfades erreicht. Nachdem nunmehr auch Bob Weir das psychedelische Gebäude verließ und ihr Frontman Jerry Garcia bereits 1995 die letzte Tüte rauchte, verbleibt Bill Kreutzmann als Last Man Standing.

Das schreit nach angemessener Würdigung.

Nur wie?

Bzw. wo denn mal andocken?

Dann sind wir ehrlich: trotz dieses großen Namens, ist der musikalische Output der breiten Masse nahezu unbekannt. 

Bei der Frage: nenne doch mal deine drei Grateful Dead Lieblingslieder, achwas, nur eines, bleibt man relativ alleine im Regen stehen.

Dieser Umstand liegt darin begründet, dass sich the Grateful Dead im Grunde nicht an einen Konzept der Hitlisten oder der chart-klopper orientierten, sondern vor allem Stimmungen innerhalb der Songs ausloten, Facetten, welche mitunter psychedelisch komplett ausufern können.

Zunächst einmal benötigen wir mithin eine aussagekräftige Zusammenstellung, die den Begriff „Best of“ repräsentiert.

So richtig taugt von Dutzenden nur eine.

Die vorliegende Sammlung wird der musikhistorischen Bedeutung der Band in jeder Sekunde gerecht.

Grateful Dead – „The Best Of The Grateful Dead“ aus dem Jahr 2015

Der weltweit umfangreichsten Live-Diskografie aller Zeiten stehen nämlich lediglich 13 Studioalben gegenüber, die es gleichwohl in sich haben. Diese Periode von 1967 bis 1989 würdigt die Compilation mit insgesamt 32 Tracks. Heraus kommt ein musikalisches Filetstück der Sonderklasse. Von psychedelischen Pop-Perlen über ausufernden LSD-Rock bis hin zu einer echten Suite reihen sich vielfältige Edelsteine aneinander, die man Novizen wie alten Hasen bedenkenlos ans Herz zu legen vermag.

Ab geht es. Weiterlesen

avatar

Von Schutz und Schutzgebieten

Entgegen dem Rat meiner Frau, auf deren Arbeit Schulausfall angeordnet war, war ich am Freitag an der Uni.  Im Historischen Seminar der Universität Leipzig. Zum Seminar. Es waren ja 20 cm Neuschnee gefallen und erst mal waren wir beide unserer Räumpflicht nachgekommen. Und hatten Schnee geschoben.

Im Gegensatz zur Stadt Leipzig. Aber da will ich nicht rumnörgeln. Dass es in Deutschland immer mehr Rentner gibt, welche eine geräumte Straße befahren wollen und immer weniger Arbeiter, welche auf den Straßen den Schnee wegschieben, das ist ja Deutschlands Grundproblem. Weiterlesen

avatar

Paul McCartneys gut gebaute Songs (1): Honey Pie

Innerhalb der Beatles galt John Lennon den Fans als der Intellektuelle und zugleich als der Revolutionär und Rocker. Paul McCartney hingegen als der gefällige, kommerziell ausgerichtete, melodieselige, reizende und musikalisch begabte, aber vielleicht etwas spießige Gegenpol. In gewisser Weise wurde so der Gegensatz Rolling Stones – Beatles innerhalb der Fab Four wiederholt. Und wie der Gegensatz zwischen den beiden Gruppen, so ist der Gegensatz zwischen Lennon und McCartney weitestgehend ein mediales Konstrukt; ein Konstrukt, zu dem ich mit meinem Buch über Lennon (erschienen 1987) meinen kleinen Teil beigetragen habe. Leider.

Weiterlesen

avatar

Das Wunder Strom

Heute früh erlebte ich ein kleines Wunder. Der Wecker klingelte, ich knipste die Lampe am Bett an – und es ward Licht. Danach ein zweites Wunder: warm duschen. Seit Samstag schlichen wir uns mit Taschenlampen durch ein dunkles, langsam aber sicher auskühlendes Haus. Immer die bange Frage im Hinterkopf: Kommt der Strom wieder, bevor die Rohre einfrieren? Nun brummt die Erdwärmepumpe wieder, es wird langsam wieder wärmer. Man kann Tee kochen. Die Waschmaschine anschmeißen. Das Handy laden. WLAN funktioniert. Lauter Wunder.

Weiterlesen

avatar

Vom offenen Druck in der offenen Gesellschaft

Kürzlich habe ich Andre Poggenburg wiedergetroffen.

Und ich erinnere mich, wie das war vor über zehn Jahren, als wir uns zum ersten Mal trafen:

Es ist im Oktober des Jahres 2015 und in der Zeitung habe ich gelesen:

Auf dem Hof des Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland, AfD Sachsen-Anhalt, bei Andrè Poggenburg, sei eingebrochen worden. Sein Hund habe tot im Hof gelegen, am Montag. Vergiftet. Ein Laptop und ein PKW sei gestohlen.

Was  denkt man, wenn man so etwas liest?

Denkt man: „Geschieht ihm recht, dem alten Nazi!“ ???

Ach hören Sie mir doch auf, so verkommen ticken die allerwenigsten Ihrer Mitbürger. Weiterlesen

avatar

Legal – illegal – scheißegal

Das von Trump verbreitete Foto von Maduro in Handschellen an Bord eines US-Kriegeschiffes

Durch die Militärintervention in Venezuela hat Trump einen weiteren Schritt gemacht zu einer imperialen Weltunordnung der Willkür. Zum Schaden Europas.

Es fällt nicht leicht, das Völkerrecht zu verteidigen, wenn man dabei in einer Linie mit Ländern wie Russland und China und Gestalten wie Sarah Wagenknecht steht, die auf das Völkerrecht spucken, wenn es um die Ukraine geht, aber nun heftigst gegen den US-Angriff auf Venezuela protestieren – eine entsetzliche Diktatur, die die Menschenrechte mit Soldatenstiefeln trat, das ölreiche Land in ein Armenhaus verwandelt hat, Millionen aus dem Land trieb und andere Terrorregime unterstützte. Weiterlesen

Scroll To Top