Transparenzhinweis: Der Urheber dieser Zeilen ist Aktivist, kein Journalist. „Aktionspoet und Kommunikationsartist“ nannte ihn, aufgrund seines unvergleichlichen Tanzstils, ein damals führender Kulturchef. Der ist heute rechts. Ich bin es nicht. Ich bin auf der Suche nach den Zusammenhängen und ich ringe um Verständnis für alles mögliche und Mögliche…
Auf offener Bühne, das teuerste Filmfestival der Welt verabschiedet sich bis ins kommende Jahr, droht ein Filmregisseur allen, oder „nur“ den Anwesenden? An jeden erinnern will er sich im Pluralis Majestatis: Diejenigen, die auf seiner Seite stehen und diejenigen auf der anderen.
Das folkloristische Geschirrtuch, aka. Palituch das er an diesem Abend nicht als einziger trägt, liegt so sorgfältig im Dreieck auf seiner rechten Schulter, dass es die Silhouette seiner Heimat suggeriert: Ein Land, eines nicht zwei, in dem es kein Israel mehr gibt – from the river to the sea..!
Über diesen Mann muss gesprochen werden: Abdallah Alkhatib
Empörung einerseits. Diejenigen, die sich gemeint fühlen und es wohl auch sein sollen, finden das nicht lustig. Deutschlands weltbedeutendster Filmproduzent soll sich aus dem Urlaub heraus beklagt haben, dass dieser Mann uneingeladen seither in seinem Kopf spukt, und, umgangssprachlich: „keine Miete zahlt“. Wegdenken lässt sich das Ereignis nicht. Selbst wenn nun 2186 (Stand Sonntag) Filmleutchen, darunter große Namen, zu anscheinend denken, dass sich diese eindeutige Drohung „nur“ auf die Jüdinnen und deren Allies bezogen habe. Es ist ja „nur“ in Berlin gewesen, bloß ein paar hundert Meter von der Wilhelmstraße.
Andererseits: Die Jüdische Gemeinde Berlin stellte tagsdrauf Strafanzeige gegen einen deutschsprachigen Kommentar, der verlangt, dass alle Juden, in Deutschland sich „entweder vom Zionismus distanzieren“- oder ausreisen müssen! Nicht Remigration, sondern Deportation also?
Das, was der Pali-Protagonist mit Penunzen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz und angeeignetem Bürgerrecht an jenem Samstagabend verlautbart hat, kommt offenbar gut an.
Bei mir nicht. Ich habe meinerseits Strafanzeige gestellt. Hier nachzulesen:
Antisemitismus inzwischen salonfähig
Seit Monaten frage ich mich, ob Antisemitismus mittlerweile tatsächlich und buchstäblich SALONFÄHIG sein kann. Bei der Opening Night der diesjährigen 76. Berlinale hat mir ein geladener Gast, seinerseits Salonlöwe, deutlich gemacht, dass Anti-Antisemitismus jedenfalls nicht mehr salonfähig sei. Deswegen werde ich ihm zufolge mittlerweile „ausgeladen“. Gut, ich habe versucht, das stoisch-rational zu betrachten: Wer nicht eingeladen ist, ist ja in der Regel nicht tatsächlich ausgeladen, sondern stand in den meisten Fällen einfach auf den allerwenigsten Gästelisten. Niemand muss mich einladen, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, dass in den Köpfen längst wieder Frühjahr ´35 – kurz vor den Nürnberger Gesetzen – sei. Aber die Offenheit, in der nunmehr der eigene Widerwille gegen Juden und deren Freunde (letzteres bin ich) keinen Maulkorb mehr bekommt, stimmt nachdenklich.
Und nun zurück zur offenen Bühne: Tricia Tuttle soll ihren Fünfjahresvertrag – hohe sechsstellige Dotierung anzunehmen – nicht erfüllen, wenn es dem Kulturstaatsminister nach gehe, hieß es zeitweilig noch im Blätterwald. Ob dem so ist, weiß ich nicht. Ein IInterview mit Wolfram Weimer rückt die knifflige Situation erneut zurecht.
Der ranghöchste Kulturförderer des Landes, gibt sich inspirierend konziliant, vermeidet das Unwort vom „Kulturkampf“, steht aber mittendrin in dessen Live-Übertragung, nicht „nur“ aus Berlin!
Tricia Tuttle, Ein soziales Chamäleon?
Wer Tricia Tuttle nicht kennt: Sie ist seit zwei Jahren Berlinale-Direktorin. Die Berlinale ist maßgeblich staatlich finanziert. 2025 tat es ihr dem Bekunden nach leid, dass im Vorjahr ein Hauptdarsteller des israelischen Spielfilms „Youth“ von Regisseur Tom Shoval, produziert u.a. von Nancy Spielberg (ja, die Schwester!), in Hamas´ Geiselfolter beinahe verreckt ist (excuse my french!). Nicht nur das: Die Berlinale 2024 hatte den im Jahr 2013 noch auf der großen Bühne Ausgezeichneten unter Claudia Roths Ägide und Mitwisserschaft 2024 glatt vergessen oder verleugnet. Claudia Roth musste nicht zurücktreten, weil sie bald darauf demokratisch abgewählt wurde.
Tricia Tuttle soll nun gehen müssen, laut der Zeitung „WELT“ „wegen eines Satzes“ (siehe oben), der nicht von ihr, sondern von dem syrisch-palästinensischen Filmemacher mit Tuch und vollalimentiertem Flüchtlingsstatus im Land der Holocaust-Verantwortung stammt. Tuttle wusste es nicht zu verhindern. Sie hatte aber immerhin im letzten Jahr noch geistesgegenwärtig auf eine Initiative einiger Aufrechter (ich war nicht eingeladen, aber Mit-Impulsgeber) auf dem Red Carpet reagiert, indem sie sich zu denjenigen stellte, die „Bring Him Home!“ in die Kameras hielten. Tricia hat sich zu uns gestellt. So rum! Diese Bilder gingen um die Welt, mit Tricia. Schöne Bilder! Nützlich.
Die wohl schönste Geschichte
David Cunio – die wohl schönste Geschichte aller Berlinalen, aller Zeiten – kam dieses Jahr zurück zur Berlinale. Fast heimlich leise, leise mit seinem ebenfalls entführten Bruder Ariel, (35) den tapferen Eltern und dem über die gemeinsame Agonie sichtlich ergrauten Zwillingsbruder Eitan. Das war ganz am Rande der Berlinale. Presse war nicht da. Aber Tuttle. Immerhin! Auch deshalb wohl hat Nancy Spielberg nun bei den deutschen Mitläufern unterschrieben, die Tuttle im Amt halten wollen, weil sonst die Kunstfreiheit untergehe.
Was jedoch zu beachten ist? Dass Tricia Tuttle offenbar gezielt auf beiden Hochzeiten tanzte: Kurz und außerhalb, unbeachtet bei der Off-Berlinale-Premiere von „A Letter to David – the Complete Version“, einem israelischen Film. Viel Applaus dafür dort, ja!
Aber ein paar Tage zuvor auch bei „Chronicles from A Siege“, einem antiisraelischen Film, den man nicht unbedingt hätte einladen müssen -und auch nicht unbedingt in einem flaggentauglichen Grün plus merkwürdig gewollt wirkenden schwarzen Ärmeln und fünf Kufiyah-Trägern auf einem Foto posieren, das die BILD-Zeitung für den eigentlichen Grund des designierten Rausschmisses hält. Auf dem Foto, den entsprechenden Videos (siehe unten) sind ihre ´lower parts´ verdeckt. Ich weiß, dass Tricia rote Schuhe besitzt, aber nicht, ob sie diese auch noch zum Willkommensgruß für diejenigen, die sich in ihren Reden von einem „Freien Palästina“ nicht einen Millimeter von der amtierend-regierenden Hamas distanziert haben, angezogen hatte. Man könnte also meinen, dass die Berlinale-Chefin ein soziales Chamäleon sei. Das steht vielleicht sogar in der Job-Beschreibung. Oder nennt man so jemanden Heuchlerin?
Dieser Verdacht der Heuchelei fällt dem Mainstream der Kulturschaffenden und Petitionen-gegen-Israel-, Kanzler- oder Kulturstaatsminister-Schreibern längst nicht mehr ein.
Wer war noch dabei auf der jüngsten Liste? Erstmal erstaunlich: lauter Schauspiel- und PR-Agenten. Die doch sonst immer erklären, warum sich ihre Schützlinge weder aus dem Fenster lehnen, noch outen, noch irgendwo engagieren sollen, wo echter Mut – nicht die Billigversion davon – erforderlich bleibt.
Außerdem zum Beispiel: İlker Çatak, der Hauptpreisträger (korrekte Schreibweise https://de.wikipedia.org/wiki/İlker_Çatak) der 76. Berlinale. Glückwunsch an dieser Stelle!
An anderer Stelle, in der „Berliner Zeitung“, habe ich ihm vor zwei Jahren noch beigepflichtet.
Da hatte er, Oscar®nominiert, beklagt, dass die Deutschen seinen Namen nicht richtig aussprechen und schreiben können. Die Berliner Zeitung hatte die passenden Buchstaben übrigens auch nicht im Druckstock. Und ich überlegte mir damals, ob ich einen Euro einfordern solle, von jedem, der meinen Nachnamen nicht aussprechen kann oder will.
Film-Deutschlandin zwei Sätzen
Apropos „Euro“: Wer übrigens die hiesige Filmbranche nicht versteht, so wie eine mittelhohe Staatsfrau, die mich jüngst darauf ansprach,dem kann ich weiterhelfen:
Die einen werden gefördert (mit Ihrem Geld!), die anderen bleiben draußen.
Geliefert wie bestellt!
Fehlt Weimer, dem höchsten Kulturförderer Deutschlands, der Wille-, die Traute- oder der Rückhalt (auch von Merz?) daran einiges noch entschiedener zu ändern, tanzen ihm die Palis, Links-Antisemiten und erklärten Widersacher seiner Mission und Person, weiterhin auf der Nase herum. Sonst werden nämlich dieselben Leute, die ihm kaum, dass er für das Amt annonciert war, die Daseinsberechtigung absprachen, werden ab sofort seinen verdoppelten sechsstelligen Millionentopf (aus Ihren Steuern!) einstreichen und sich selber dafür feiern. Jede Form der Antisemitismusklausel würde dabei nur stören…
BRANDBESCHLEUNIGER*INNEN
Apropos: Ebenfalls Brandbeschleuniger, selbst ernannte „Journalisten“, wie Thilo Jung, die mit ihren vergifteten Fragen impertinent den Film-Gipfel zu einem Hochfest der Doppelstandards gegen Israel machen mussten. Zwanghaft oder embedded? Jung, der unter „Jung & Naiv“ firmiert, keinen Verlag hat, aber selbst in der Bundespressekonferenz irgendwie akkreditiert regelmäßig als Scharfmacher sein Unwesen treibt, ist weder jung noch, noch naiv. Gezielt hat er jede einzelne PK der Berlinale gekapert, um selbst eindeutig apolitische Komödianten noch zu drängen, ausgerechnet zum Gaza-Krieg, der ja längst vorbei ist, Israel-bashend Stellung zu beziehen. Neil Patrick Harris, der Typ aus „How I met your mother“ – genialer Schauspieler, aber anderes Genre! – und Channing Tatum, der Tänzer aus Ricky Martins Musikvideo „She Bangs“ – Pepsi-Model und anschließende Filmkarriere auf der Basis, der beste Athlet seiner Highschool gewesen zu sein – wurden von Jung an die Wand gestellt. Wenders parierte. Tilda Swinton – Intimfreundin von Berlin sowie Tuttle -, Psychopathen-Geniedarsteller Javier Bardem und Alt-Bösewicht Brian Cox (Signature-Catchphrase: F*** off!“) wedelten mit der Kuffiyah und 80 Unterschriften dagegen. Und perfekt war eine toxische Mischung aus Empörung, Spaltung und Hass gegen Israel. Während die Berlinale zu meiner „Talent Campus“-Zeit noch gegen den drohenden, echten Krieg am Golf (Murmeltierstag: 2003) pazifiziert hatte!
Auch nicht hilfreich: Recherchefaulheit, Überblicksverlorenheit, Abwesenheit bei den maßgeblichen Ereignissen oder Falschinformation einer der wirkmächtigsten Filmkritikerinnen des Landes. In „DIE ZEIT“ behauptet Katja Nicodemus weiterhin, dass die problematische Aufnahme Tuttles mit dem Kuffiyah-Squad von Abdallah Alkhatib NICHT von der Berlinale verbreitet worden sei. Das stimmt nachweislich nicht: Auf dem Berlinale-eigenen (wiederum von Ihnen finanzierten!) Kanal wurde die Abschlussgala gestreamt und findet sich noch immer dort, samt Zwischenschnitten, einem „Best of 76th“ sozusagen. Da steht sie: Tricia & the Pali-Boys… Ganz amtlich!! Diese Einspieler wurde auch dem Publikum der nicht weniger als höchstoffiziellen Abschlussgala der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin (12,8 Millionen Euro von Ihnen dafür!) von niemand geringerem als der Vorzeige-Desirée Nosbusch als „Highlight“ anmoderiert.
Unglücklicherweise ausgerechnet direkt nach der Skandalrede des mutmaßlichen Volksverhetzers. Eine Minute nachdem Nosbusch, sonst nie verlegen, in keiner der mindestens sieben Sprachen, die sie beherrscht, noch um Worte ringen musste. Wie ein vollkommen fehlgeleiteter, von höchster Stelle abgesegneter und freigeschalteter Kommentar sozusagen.
Ein Gruppenbild mit den Ex-Geiseln Ariel und David Cunio kommt in den gesamten dreieinhalb Stunden nicht vor. Palis klar bevorzugt!
Nachzuschauen hier ab 2.18 (2.18:48)
Der Ball tanzt
Ich frage mich: Ist die Berlinale überhaupt noch zu retten und mit ihr Deutschlands Kulturbühne 2026? Besteht der Wille? Gibt es einen Plan? Und das notwendige Personal? Oder warten wir auf die Künstliche Intelligenz?
Die werde ich nun stündlich fragen, wie der aktuelle Stand im Netz ist. Eines hat mir Grok schon verraten: Tricia Tuttle hat nie zuvor und nie danach dieses Grün (des Propheten) getragen. Alhamdulillah!
Wir werden sehen, wie es weitergeht.
Aber ich werde die Hände auch nicht in den Schoß legen, sondern zumindest in die Tasten hauen – oder eben tanzen! Ob mit oder ohne Einladung dazu!!
Ein brillant formulierter Weckruf! Besonders die Entlarvung der ‚Jung & Naiv‘-Methodik trifft ins Schwarze: Es ist eben kein kritischer Journalismus, wenn internationale Künstler in Geiselhaft für eine einseitige Agenda genommen werden, nur um das nächste ‚Highlight‘ für die eigene Bubble zu produzieren.
Dass Sie diesen Hochfesten der Doppelstandards die schlichte, aber schmerzhafte Wahrheit über die vergessenen Opfer und Geiseln entgegensetzen, ist die Tiefe, die dem aktuellen Berlinale-Zirkus so dringend fehlt. Danke für diesen Mut zur Unbequemlichkeit – und dafür, dass Sie sich weigern, im Takt derer zu tanzen, die Lautstärke mit Rückgrat verwechseln.
Heute am Bahnhof die Jüdische Allgemeine gekauft. Dann vor mir ein junges Paar. Bewaffnet mit dem Mörderlappen (Palituch) und einer Einkaufstasche mit der Mörder-Melone. Kurz überlegt, ob ich die Jüdische Allgemeine als Waffe für eine Teufelsaustreibung benutze. By the way fiel mir ein: Ene jüdische Freundin empfahl mir, die Jüdische Allgemeine nie offen mit mir zu tragen. Könnte mich in Lebensgefahr bringen. Deutschland 2026