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Die Einzigartigkeit des Mittelmaßes – Das neue Konzeptalbum average of the average von Mike Hans Steffl

Die Geschichte moderner Musik, von Richard Wagner und Arnold Schönberg, über Frank Sinatra und die Beatles, bis hin zu Tangerine Dream und Pink Floyd, ist voll von Beispielen für Konzeptalben. Mike Hans Steffl schreibt diese Geschichte konsequent fort. Schon mit früheren Werken wie „SUCCESSFUL FAILUR,“ das die Geschichte der Apollo 12-Mission thematisiert oder „CALABOOSE ISLANDS,“ das ein feines Netz spinnt, dessen End-und Startpunkte Geschichte von Gefängnisinseln sind, hat Steffl die Kunstform „Konzeptalbum“ immer weiter der Perfektion entgegen getrieben. Nun also „avarage of the avarage.“ Weiterlesen

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Das antisemitische Glück der Irländer

Foto: Rebubble

Die Einwohner von Londonderry können sich in fast nichts einigen. Nicht einmal darauf, die Stadt „Londonderry“ zu nennen. Die eine Hälfte nennt sie „Derry“. Sie besteht aus Katholiken, was bedeutet, dass sie an Gott, Jesus, das Neue Testament, christliche Werte, die Kirche und daran glauben, alles zu tun, um in den Himmel zu kommen, während sie gleichzeitig dafür sorgen, dass diejenigen, die es verdienen (alle anderen), in die Hölle kommen.

Die andere Gruppe besteht aus Protestanten, was bedeutet, dass sie an Gott, Jesus, das Neue Testament, christliche Werte, die andere Kirche glauben und alles tun, um in den Himmel zu kommen, während sie dafür sorgen, dass diejenigen, die es verdienen (alle anderen), in die Hölle kommen. Das sind die Leute, die Israel jetzt vorschreiben wollen, wie es friedlich mit anderen Minderheiten innerhalb seiner Grenzen umgehen soll. Weiterlesen

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Ein AfD-Ministerpräsident? „Nie wieder“ schon vergessen?

576.073 Menschen haben am vergangen Sonntag in Sachsen-Anhalt Faschisten gewählt. Das sind nicht viele, wird jetzt wieder verharmlosend abgewinkt. Ach, was ist schon Sachsen-Anhalt. Ein Fliegenschiss auf der Landkarte. Immerhin so wichtig, dass die gefährlichsten Demokratiefeinde der westlichen Welt, Donald Trump und Elon Musk, vor Begeisterung auf dem Tisch tanzen und gratulieren und der Massenmörder im Kreml dazu sicher die Krimsekt-Korken knallen lässt.

Das Wahlergebnis ist eine Katastrophe und eine unmittelbare Bedrohung, für Sachsen-Anhalt, für die Bundesrepublik. Für jeden anständigen Menschen. Weiterlesen

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Über Stehtreppen, Auf- und Abzüge der Bahn

Im Berliner Hauptbahnhof sind häufig mehr als die Hälfte der Rolltreppen außer Betrieb

Laut den neuesten F.E.*.Statistiken gibt es in Deutschland 2.376 Bahnhöfe mit einem oder mehreren Aufzügen – insgesamt 4.221 –, von denen derzeit 2.082 betriebsbereit sind, also weniger als die Hälfte, sowie 5.256 Bahnhöfe und Haltestellen mit insgesamt 9.334 Rolltreppen (sowohl Auf- als auch Abwärtsrolltreppen), einschließlich der S-Bahn; davon sind 4.207 betriebsbereit, ebf. weniger als die Hälfte. Die anderen sind Stehtreppen.

Das bedeutet, dass für alle potenziellen Fahrgäste mit körperlichen Behinderungen, für Personen, die Gehhilfen, Rollstühle, Kinderwagen und Buggys nutzen, sowie für Personen mit schwerem Gepäck etwa die Hälfte der Bahnsteige im deutschen Eisenbahnnetz unzugänglich oder kaum zugänglich ist. Es nützt nichts, wenn die Züge (doch) pünktlich fahren und die Bahnsteighöhe sogar zu den Türen passt, wenn man den Bahnsteig nicht erreichen kann. Weiterlesen

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Lasst Siegmund regieren, auch wenn es schrecklich ist

Wahlsieger Ulrich Siegmund im Wahlkampf. Bild: Wikimedia

Die AfD ist klare Wahlsiegerin in Sachsen-Anhalt – eine historische Zäsur und ein Bruch mit dem demokratischen Konsens in Deutschland. Der Versuch, sie mit Hilfe der Linken und des BSW von der Regierung fernhalten zu wollen, würde der Demokratie jedoch erst recht schaden und die Rechtsextremen nur noch stärker machen.

Ein Ergebnis des mit Hochspannung erwarteten Wahlabends stand um Punkt 18 Uhr fest, als die Prognosen kamen, auch wenn lange unklar blieb, ob die AfD die absolute Mehrheit gewonnen hat, was ihr am Ende nicht gelang: Die Brandmauer ist Geschichte. Sie ist in Sachsen-Anhalt zermalmt worden. Weiterlesen

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Ausgehtipp: Anna Mateur, die komischste Frau Deutschlands.

Kürzlich hatte ich mich hier beschwert, es gebe zu wenig komische Frauen in Deutschland. Dafür entschuldige ich mich in aller Form. Ich hatte Anna Mateur vergessen. „Schreiben Sie das auf!“ hat sie mir – dem Rezensenten – früher mal mehrfach zugerufen.

Aber, zu Hülf: Wie soll man all das mitstenografieren, was sie in diesem Kaleidoskop hochintelligenten Irrsinns auf das Publikum einprasseln lässt? Das ist ein paar Jährchen her, 2022 war es. Jetzt habe ich die Mateur wieder erlebt, diesmal im Zentral-Zelt des schrägen Entertainments, der Berliner „Bar jeder Vernunft“. (Fotos von früheren Auftritten in Karlsruhe)

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Mit dem Wischen wächst der Zerfall

Auf dem Touchscreen swipen. Die apolitischste Bewegung der Gegenwart. Man berührt als Homo tapiens einen Bildschirm mit einem Finger – oder mehreren, je nach Erfordernis, Geschick oder Unbeholfenheit oder in einem Mix aus allem. Sofort passiert dann was. Egal was. Wichtig: sofort. Jetzt. Kein Zögern. Satisfaktionstsunami(s). Verwirklichte Utopie. Alles. Für mich. Auf mich zugeschnitten. 24/7 – jederzeit b(e)reit.

Maschinen erleichtern das Leben. Immens. Großartig. Die Industrielle R/Evolution kompensierte die schwächliche Menschen-Physis eingedenk vorangegangener bärenstarker Menschen-Geistesarbeit, überhaupt Maschine X zu konstruieren. Weiterlesen

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Die vergessenen armen Kinder

Foto: Die Arche

Die Parteien beschäftigen sich im Berliner Wahlkampf mit vielem: queere Aktivitäten, Klima, Palästina, Radwege, Enteignung von Wohnungskonzernen. Nur nicht mit den sozialen Randgruppen.

Seit 25 Jahren lebe ich in Berlin, war lange Zeit Mitglied der Bundespressekonferenz und bin seit fast einem Vierteljahrhundert Sprecher der Kinderstiftung Die Arche. Vorher war ich 20 Jahre als Journalist in Bonn tätig. Der Sprung von Bonn nach Berlin, so denke ich manchmal, war genauso schwer wie der Sprung von der Burka zum Bikini. Diesen Sprung mussten fast alle Geflüchteten in den vergangenen elf Jahren absolvieren. Ein erheblicher Teil von ihnen landete in der Hauptstadt. Dort gibt es wenig Wohnungen für sie, viel zu wenige Jugendeinrichtungen und schlechte Schulen in überfüllten Brennpunkten.

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Der ratlose Rezensent. Selbstzensur in der Musikkritik

Eine Geschichte, die sich um den schwedischen Musiker Christian Kjellvander dreht. Auch. Aber auch um etwas ganz anderes.

„A Village Natural Light is an album about living, loving and dying. When I listen to these songs I think about how important it is to really live your life“. Ja, nun. Das schrieb „ein Freund“ auf der Homepage des schwedischen Musiker Christian Kjellvander über das genannte Album. Es sind zwei Sätze, bei denen man sich unvermittelt fragen sollte: Warum um Gottes willen versenkt der Autor dieser Zeilen unmittelbar nach Abfassung jene nicht mit vor Schamesröte glühendem Gesicht im Papierkorb?

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Deutsch sein heißt verdruckst sein

Vielen Deutschen fällt es schwer, sich selbstbewusst als solche zu empfinden. Andere schreien es wieder nationalistisch heraus. Was fehlt ist ein gelassener Umgang mit den Stärken und Schwächen der eigenen Nation.

Deutsche kennen im Grunde nur zwei Gemütszustände: himmelhoch jauchzend, am Boden zerstört. Eben waren wir noch Exportweltmeister, jetzt geht gefühlt (oder tatsächlich?) alles den Bach runter. 2015 ff. gefeiert als Moral-Champions, geläuterte Demokraten und Willkommensnation, nun angeblich alle Rassisten, auf dem Weg zum Vierten Reich. Von unverbesserlichen Pazifisten zu „Kriegstreibern“. Lange verehrt und verlacht für Ordnung, Pünktlichkeit, Fleiß schämen wir uns heute für die Bahn, die nicht ankommt. Aber gibt es nicht irgendetwas dazwischen? Weiterlesen

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Weil ich dieses Land liebe

 

Gleiche Werte und Prinzipien für alle. Foto: Deutschland.de

Ich will als Sohn von Eingewanderten, dass Deutschland Deutschland bleibt – frei, demokratisch, offen. Durch eine selbstzerstörerische Integrationspolitik darf es nicht beschädigt werden.

In der letzten Phase der Kanzlerschaft von Angela Merkel 2020/2021, nach dem Anschlag von Hanau, wurde ich als Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in den Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus berufen. Schon in der ersten Sitzung habe ich angesprochen, was offenbar nicht in das vorherrschende politische Narrativ passte: Rassismus und Rechtsextremismus sind keine Erscheinungen, die ausschließlich aus der deutschen Mehrheitsgesellschaft heraus entstehen. Sie können auch in Migrantengruppen vorkommen. Gerade in einer Einwanderungsgesellschaft müssen deshalb demokratische Maßstäbe für alle gelten – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund. Weiterlesen

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