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Kennen Sie James Hawes: „Die kürzeste Geschichte Deutschlands“?

Das habe ich jetzt an der Universität Leipzig sechs Dozenten, auch auf Interesse eines Autors dieses Blogs hin, gefragt. Die Befragten sind alle Magister Artis der Historienwissenschaft. Drei davon promoviert, zwei pinseln gerade an ihrer Doktorarbeit. Also:

„Kennen Sie James Hawes: Die kürzeste Geschichte Deutschlands“ ?

Das Buch (Hier eine Rezension in der WELT…)  kannte … NIEMAND.

„Sind nur 336 Seiten. Leicht zu lesen.“ Sagte ich dem ersten, den ich fragte. Und der erwiderte:

„Was soll da auf 336 Seiten rauskommen? Eine Geschichte Deutschlands muss ein mindestens dutzendbändiges Werk sein. Zu diesem könnte man dann eine Meinung haben.“

„Na ja,“ sagte ich, „Der Osten ist abgehandelt als >>Die DDR, oder die allerkürzeste Geschichte Ostelbiens <<. Zusammengefasst: Ostelbien ist ehemaliges Slawenland. Zwangsgermanisierte Slawen und verängstigte Kolonisten, die seit hunderten von Generationen misstrauisch einander beäugen und die weder einander noch der Obrigkeit vertrauen.  Niemals nicht. Auch heute nicht. Und deshalb AfD wählen.“

Hawes sagt:

„Und bis 1174 gab es auch keine Deutschen hinter der Elbe. Historisch gesehen ist der Osten kein Teil von Deutschland, er hätte es auch nie werden sollen.“

„So ein Quark!“ Sagte der Dozent.

Und ich meinte:

„Die Beschreibung krankt auch daran, dass das Beitrittsgebiet nicht Ostelbien ist. Und das Wissen darum, wo in Neufünfland die Elbe lang fließt, … dass das gegen Null geht.“

„Zum Beispiel.“ Sagte der Dozent.

Ja und zu den anderen fünf reichte mir einfach die Antwort:

„Kenne ich nicht. Lese ich auch nicht.“

Muss ich’s nun lesen?

Zur Entscheidungsfindung, ob ich mir ein Buch kaufe, gehe ich immer zu Thalia oder zu Hugendubel. Dort ziehe ich mir in der Leseecke einen Kaffee und blättere in dem Schriftwerk.

Wichtig ist das Inhaltsverzeichnis.

Ok, „Die DDR, oder die allerkürzeste Geschichte Ostelbiens Seite 285 bis Seite 290“ – das hatten wir ja schon.

Und wichtig ist das gezogene Fazit am Ende eines Buches:

Diese AfD, so der Autor, sei dieses Ostproblem, die Ostelbier halt. Könne man als unerheblich in die Tonne kloppen und sich eher konzentrieren auf das „richtige Deutschland“ in Gelsenkirchen z.B. wo es noch Hoffnung geben könne auf eine auch künftige Einbindung Deutschlands in das westliche Europa.

Da frage ich unwillkürlich: „Hä?“

57 % aller Schüler dort haben dort einen Migrationshintergrund, im Grundschulbereich sind es 62 %. Die Tendenz ist also steigend. Die Hälfte von ihnen stammt aus Familien, die einer der 21 Moschee-Gemeinden der Stadt angehören oder angehörten.

„Westbindung?“ Hat Hawes hier einen Intelligenztest für seine Leser eingebaut?

Oder ist gerade das die „Westbindung“, weil es im Westen, also in Marseille oder Brüssel gar nicht anders aussieht?

Und weiter ist bei James Hawes zu lesen:

 „Deutschland sollte sich also nicht länger Sorgen wegen alleinstehender alternder Männer in Sachsen machen, … die sich niemals werden zufriedenstellen lassen.“

Und nochmals: „Hä?“

Wieso denn alleinstehende alternde Männer? Wieso ist der Mann alleinstehend? Ist ihm seine Frau weggelaufen? Hat er keine gefunden?

In wessen Arm liegt die denn jetzt?

Doch, in den 1990ern war das schon schlimm.

„Wie viele Frauen haben damals ihren ostdeutschen Mann verlassen und sich so einem Schnösel aus dem Westen an den Hals geworfen. In der Hoffnung auf ein leichteres Leben.“ Erzählt mir eine Freundin. „Haben sich PROSTITUIERT.“

Muss man das so ausdrücken? Ich meine, als ich nach 1990 wieder heimkehrte aus dem Westen und beim Regierungspräsidium in Halle anheuerte, da waren wir Juristen am wöchentlichen Stammtisch, …

…  also da waren wir im Verhältnis immer so 10 Männer zu einer Frau. Alle ledig, alle aus dem Westen. Eine Männerrunde. Logisch. Der Aufbruch in ein fremdes Land ist eher ein „Männer-Ding“. Wen hätten meine männlichen Kollegen denn als Lebenspartner finden sollen in Halle an der Saale, wenn nicht eine Hallenserin?

Ja, die 1990er. Ist das nun vorbei?

Keineswegs. Im Osten gibt es einen „Männerüberschuss“. In manchen ländlichen Gegenden Sachsens kämen auf 100 Frauen 110 bis 120 Männer, weiß ein Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

Wo sind die Frauen hin?

Für mich ist die Erklärung ziemlich einfach: Auf der Suche nach der besser bezahlten Arbeit und den größeren Chancen auf den sozialen Aufstieg verschlägt es junge Leute auch in den Westen.

Und das ledige junge Mädchen bleibt häufiger dort als der ledige junge Mann. In zum Beispiel dem oben schon genannten Gelsenkirchen. Findet einen Partner unter den Gelsenkirchener Bio-Deutschen. Was für dessen Eltern kein Problem ist:

„Das Aschenputtel aus dem Osten? Na zum Glück kein Kopftuchmädchen!“

Dass Frauen sozial „nach oben“ heiraten, ist allgemein akzeptiert.

Dass Frauen sozial „nach unten“ heiraten, eher nicht,

Glauben Sie nicht? Sie glauben, dass junge Sächsinnen nichts halten würden von diesen antimuslimischen Schwiegereltern welche der westdeutsche Haltungsjournalist im Osten vermutet? Sie meinen, dass AfD eben auch in der Partnerwahl für Frauen unwählbar sei, wie ein „Deutscher Frauenrat“ weiß?“

Und wovon auch der aktuelle Spiegel auf dem Titel ausgeht?

Na, dann träumen Sie mal weiter!

Bild oben: Der aktuelle Spiegel zieht daraus, dass Frauen tendenziell anders wählen als Männer, einen Partnerschaftskonflikt, der sich auch auf die Partnerwahl auswirke. Hä?

Ja, das Traumbild des westeuropäischen Mannes vom Ossi ist schon differenziert. Dirk Oschmann beschreibt es in seinem Buch „Der Osten – eine westdeutsche Erfindung“ sehr präzise:

Der ostdeutsche Mann gilt beim westdeutschen Superman als unrettbar blöd.

Die ostdeutsche Frau hingegen ist begehrenswert. Und sei gerechterweise auch ihm zugehörig.

Und aus diesem Bild heraus zaubert Hawes das Bild dieser sächsischen von allen Frauen verlassenen „alleinstehenden alternden Männer“. Die dann da in Sachsen dummes Zeugs machten.

Männer mit Hauptschulabschluss aus dem Gelsenkirchner Wertewesten benennen das mit:

„Eh Alder, ich f+cke jetzt Deine Alde, eh!“

James Hawes drückt sich da etwas komplizierter aus, meint aber dasselbe.

 

 

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Notabene: Robert Habeck, der Nahost-Konflikt und der Personenkult

Fangen wir von hinten an. Personenkult als Teil des Konzepts ideologischer Machtausübung existiert und existierte in vielen Spielarten, in allen politischen Systemen und Religionen. Von der Königs- und Kaiserhuldigung, wie sie Heinrich Mann in „Der Untertan“ so bissig dekonstruierte, über die Wucherungen dieses Kults unter Hitler im Nationalsozialismus, unter Stalin, Mao und die Familie Kim in Nordkorea im Kommunismus, über die totalitären Regime von „Papa Doc“ in Haiti, Mobutu in Zaire und Idi Amin in Uganda, bis hin zu den fanatischen Verehrungen amerikanischer Präsidenten und zahlreichen Sektenführerfiguren. Ironischerweise haben Marx und Engels diesen Begriff in scharfer Abgrenzung zur deutschen Sozialdemokratie und dessen Begründer Lasalle geprägt.

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Die Family–App (FApp)

Optimierung ist das Maß aller Dinge. Effizienz über alles. Jeden Zufall ausschließen, falls möglich (obschon Zufall die andere Seite der »Nothwendigkeit« ist, laut Hegel).

Das wahrnehme ich als Vater. Ist das Kind da – oder die Kinder, wie in unserem Falle (zweieinhalb und in Bälde fünf Jahre alt) –, steigt man in eine neue Welt ein, die eigentlich eine alte ist: Kinderwelt und die Eltern. Nur ist es jetzt anders herum: Elternwelt.

Und die gegenwärtigen Miteltern scheinen es kollektiv mit dem Zufallsexklusionswunsch zu übertreiben: Entweder bin ich als recht mittelalter Mann (*1973) punktuell bereits abgestumpft, oder man nenne es abgebrüht, vielleicht auch gelassen. Denn das Verhalten, was kosmologisch-metakonstant Elternliebe lautet, und das ich tagtäglich auf dem Spielplatz oder im Einzugsbereich der KITA, der Schule und auch teils in den eigenen sieben Wänden wahrnehme, scheint nicht Liebe, sondern Wahn zu sein. Weiterlesen

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Juden und Jüdinnen für die Linkspartei

Bild: Creative Commons: https://www.montecruzfoto.org/Montecruz Foto 

150 Jüdinnen und Juden haben am Tag nach der Wahl in Berlin, bei der die Linkspartei mit fast 26 Prozent der Stimmen zur stärksten politischen Kraft wurde, was eher etwas über die Zersplitterung der Wählerschaft aussagt als einen klaren Regierungsauftrag darstellt, einen Offenen Brief veröffentlicht, den ich unten anhänge. Sie widersprechen darin der Behauptung, „Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden.“ Sie rufen zur Bildung einer Regierungskoalition unter Führung von Elif Eralp, der Spitzenkandidatin der Linken, auf: „Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird.“ Ich halte die Argumente der Unterzeichner:innen nicht für einleuchtend.

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Sichtbar unsichtbar – Was es heute heißt, Jude in Deutschland zu sein. Eine Erwiderung.

Die Politikerin und Publizistin Marina Weisband veröffentlichte nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin ein Statement. Frau Weisband wehrt sich als Jüdin dagegen, instrumentalisiert zu werden, um „progressive Politik“ zu verhindern. Sie zeigt auf den Vorwurf an, Die Linke sei eine Partei, in der der Antisemitismus deutlich zum ideologischen Kerngeschäft gehört. Das ist aber nicht die halbe, sondern die ganze Wahrheit. Weiterlesen

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Das Ende meiner politischen Boomer-Welt

Pop & Aufklärung in der Boomergeneration.
(Foto: )

Meine Boomer-Welt geht langsam unter. Es war schön. Schön mit einer starken, konservativen CDU. Mit einer tief in der Arbeiterschaft verwurzelten Sozialdemokratie, die Männer wie Willy Brandt, Helmut Schmidt oder Klaus von Dohnanyi hervorgebracht hat. Mit einer FDP, die als intelligente Stimme für Eigenverantwortung und Freiheit eingetreten ist. Mit Grünen, ohne die unsere Flüsse immer noch Kloaken wären. Lange habe ich darauf gewartet, dass es zu Ende geht mit dieser Welt. Jetzt ist es so weit. Weiterlesen

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Wie Elitenversagen die Extreme stärkt

erstellt mit ChatGPT

Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zeigen, wie sehr politische Lähmung, wirtschaftliche Unsicherheit und eine ideologisch verengte Energiepolitik die Ränder starj macht. Während sich die politische Mitte vor den notwendigen Kurskorrekturen drückt, die CDU nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag in Schwerin in einer fundamentalen Krise ist, profitieren AfD, Linkspartei und BSW von den wachsenden sozialen Spannungen.

Deutschland braucht eine europäisch gedachte Energie-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik, bevor die Energiewende nicht nur die Zeitenwende, sondern auch die Demokratie mitverschlingt. Weiterlesen

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Mit Merz gegen die Extremisten

Sieger im Machtkampf: Friedrich Merz. Foto: Wikipedia, CC BY 2.0

Der Kanzler gibt die einzig mögliche Antwort auf den Wahlsieg der Retro-Linkspartei in Berlin und den Erfolg der AfD auch in Mecklenburg-Vorpommern: Er bleibt standhaft und will die Reformen durchsetzen. Mit der Schwesig-SPD wird das jedoch schwer.

Die Hauptstadt, die Stadt von Ernst Reuter, Willy Brandt und Richard von Weizsäcker in der Hand der juden- und wirtschaftsfeindlichen SED-Nachfolgepartei, 37 Jahre nach dem Fall der Mauer: eine Horrorvorstellung. Seit Sonntagabend scheint sie Realität. Die Linke hat die Wahl gewonnen, Elif Eralp kann wahrscheinlich Regierende Bürgermeisterin werden, da die Grünen und die gerupfte SPD sie unterstützen wollen. Im Vergleich dazu fällt das Wahlergebnis im Nordosten ab. Weiterlesen

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Die Kultur als Geisel der Diversitätsideologie

Werbung für Diversität. Bild: Arienne Thuringer auf Pixabay

Lange Zeit hatte ich den Kontakt zu meinen Bekannten in jenen Institutionen verlorenn, in denen man die Kulturpolitik dieses Landes ideologisch kreiert und verbreitet. Ich dachte ich, es wäre sinnvoll, diese Menschen wieder anzusprechen – vielleicht brauchen sie mehr Informationen darüber, wie sich ihre Kulturpolitik an der Basis auswirkt. Ich forschte im Internet auf den Seiten von Akademien, Stiftungen, Kultureinrichtungen und Vereinen, wo meine Mitstreiter von damals angestellt oder freiberuflich engagiert waren.

Schnell konnte ich feststellen, dass sie sich gut angepasst haben – vielleicht aus Überzeugung, vielleicht, um ihre sicheren, gut bezahlten Jobs nicht zu verlieren. Als ein Beispiel nehme ich die Bundesakademie für Kulturelle Bildung, wo eine Bekannte von mir jetzt als Trainerin, Beraterin und Coach für Diversity und Antidiskriminierung fungiert. Vor einigen Jahren teilten wir noch dieselbe Meinung bezüglich der Lage von Mädchen und Frauen, sowohl in der islamischen Tradition als auch zwischen den Kulturen. Weiterlesen

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Versuch einer Neuausrichtung der CDU

Nicht nur der Name Friedrich Merz fehlt in der wohl als Unterstützung für ihn gedachten Erklärung der CDU-Ministerpräsidenten, es fehlen auch die Worte Ukraine und Russland. Die Ministerpräsidenten reden von „Stabilität“, „Tatkraft“ und „Handlungsfähigkeit“. Diese Begriffe wirken in Zeiten von sich häufenden Anschlägen in europäischen Staaten und massiven russischen Drohungen gegen Deutschland und die anderen Unterstützer der Ukraine seltsam wächsern und beinahe unpolitisch.

Einige von ihnen hatten sich selbst am Spiel des Kanzlerwechsel beteiligt oder es sogar betrieben, als sei die Welt nicht im Aufruhr und Deutschland bedroht. Darum ist es gut, dass die Ministerpräsidenten zumindest das eher mühsam gewordene „Erfolgsmodell der deutschen Koalitionsdemokratie“ beschwören. Weiterlesen

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Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!

Eine Parole, mit der man in der deutschen Hauptstadt Wahlen gewinnt.
(Foto: /Flickr)

Enteignung, Israel-Hass, Demobilisierung. Das ist die unselige Koalition, die Berlin droht.

Es klingt so putzig. Irgendwie niedlich. Rot-Rot-Grün! Farben, die zu Berlin passen, oder? Wer will schon Schwarz oder Blau sein? Lange habe ich gedacht: Ach, diese Stadt hat schon so viel überstanden – das wird sie auch noch überstehen. Halten wir es einfach mit den Amerikanern. Es ist mir doch egal, wer unter mir Bürgermeister oder Sonstwas-Senator ist. Wir gehen weiter in unsere Kita, zum Bäcker und auf ein Spaghetti-Eis ins Café. Doch diese letzte Woche vor der Wahl am Sonntag hat meine entspannte Stimmung geändert. Weiterlesen

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