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Wo das Gras grüner scheint: Warum Bürger die Wirtschaftsleistung von Populisten überschätzen

Bild von GoranH auf Pixabay

Sind die wirtschaftspolitische Ziele populistischer Parteien unangreifbar? Ein Forscherteam um den Nobelpreisträger und renommierten MIT-Ökonomen Daron Acemoglu hat in einem jetzt erschienenen Arbeitspapier des National Bureau of Economic Research (NBER) eine These unterfüttert, die vielen Menschen nicht gefallen wird. Von Gastautor Nico Stehr.

Ein wesentlicher Grund für die weltweit schwindende Zustimmung zur Demokratie liegt demnach nicht allein in der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsschwäche demokratischer Systeme, sondern in einer systematischen Fehleinschätzung der Alternativen. Laut den Autoren überschätzen viele Bürger, wie gut populistische oder autoritäre Regime wirtschaftlich abschneiden würden. Diese optimistische Verzerrung nährt wiederum ihre politischen Präferenzen. Weiterlesen

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Heul doch. Dolly Partons „Coat of Many Colors“

Bild: Gemini, nach Prompts von Dolly Parton

Es gibt Songs, da weiß ich, dass sie kitschig sind, aber heulen muss ich doch jedes Mal, wenn ich sie höre. „Green, Green Grass of Home“ von Tom Jones etwa, oder „Halleluja“ von Leonard Cohen. In dieses Genre, sentimental, aber irgendwie doch gut, passen viele Songs von Dolly Parton, zum Beispiel „Eagle When She Flies“, „Deportees“, or „If You Hadn’t Been There“, und es ist natürlich auch diese Stimme, die zwischen schluchzen und jauchzen changiert, zwischen flüstern und verkünden, die immer total kontrolliert ist und dennoch zuweilen den Eindruck vermittelt, als würde sie selbst vom Text überwältigt, die selbst kitschige Songs in etwas verwandeln kann, das den Kitsch mit offenen Armen annimmt und damit transzendiert.

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Gewalt und Frauenhass in Österreich

 

Quo vadis Gesellschaft? Foto: Gener Block

Neue Enthüllungen der österreichischen Zeitung „Standard“ legen Gewaltfantasien bei Identitären und ihrer „Aktion 451“ offen. Jungfunktionäre der FPÖ sind mittendrin.

Zitate aus dem „Standard“: Der identitäre Ideologe ist in Rage. Am liebsten würde er den Fotografen, der sein Eintreffen bei einem Vortragsabend der identitären Tarnorganisation „Aktion 451“ dokumentiert hat, mit einem Samuraischwert angreifen, tönt er vor einer Gruppe von Kameraden – um mit dessen Eingeweiden „Refugees Welcome“ und „Nie wieder“ zu schreiben. „Nie wieder“ war ein Mahnruf befreiter Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Weiterlesen

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Aus dem Wörterbuch des Alltagsmenschen – »Rechte«

KI-generiert

»Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Dazu hier nun in unregelmäßigen Abständen unalphabetisch Gedanken zu einigen deutschen Begriffen und Wörtern. Gelegentlich werden auch Sprichwörter unter die Lupe genommen. Streng unwissenschaftlich, um »auf ernsthafte Weise unernst zu sein« (Mohler).

Starten möchte ich mit dem herrlichen Reizwort/Reizbegriff: »Rechte«

Einstmals im Geschichtsunterricht frug ich mich und meinen Lehrer, wie amüsant es doch sei, wäre zur Französischen Revolution die Parlamentsdichotomie vertauscht gewesen, demnach die Rechten die Progressiven und die Linken die Restaurativen.

Oder dachten Sie, werter Leser (sorry, ich gender nicht, es sind immer alle gemeint), an die Rechte, die Ihnen unveräußerlich zustehen? Soll mir recht sein. Bleiben wir sonach kurz bei der Rechtswissenschaft. Zu den anderen Rechten später. Weiterlesen

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„Frei, endlich frei“

Massenflucht von DDR-Bürgern bei Sopron. Foto: Haus der Geschichte

Am 19. August 1989 war als ich als Reporter dabei, als beim paneuropäischen Grenzpicknick im ungarischen Sopron Hunderte DDR-Bürger in den Westen flohen. Millionen wollten damals die Freiheit. Heute sehnen sich viele im Osten nach einer autoritären Ordnung zurück. Eine persönliche Erinnerung.

Im Frühjahr 1989 wechselte ich als Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters von Hamburg in die Bundeshauptstadt Bonn. Meine Tochter war erst ein paar Monate alt, ich dachte, ich könnte mich den Sommer über, wenn der Politikbetrieb üblicherweise ruht, in Ruhe in der neuen, alten rheinischen Heimat einrichten und auf die neue Aufgabe vorbereiten. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: DDR-Bürger besetzten die westdeutschen Botschaften in Prag und Warschau und campierten vor der in in der ungarischen Hauptstadt, um ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen. Ich wurde nach Budapest geschickt. Weiterlesen

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Politik ist gar nicht so wichtig

Ich möchte, dass Sie weniger Zucker zu sich nehmen und die CDU wählen! Karikatur:

Während alle mit bedeutungsvollen Mienen über die Wahlen im September nachdenken, ja sogar Angst davor haben, geht das Leben weiter. Die Kinder gehen in die Schule, die Erwachsenen zur Arbeit. Man kümmert sich darum, dass das eigene Leben funktioniert. Das ist das Beste für eine funktionierende Demokratie.

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„Für meine Enkel“. Die veschwiegene Geschichte eines Gestapo-Chefs

Der Großvater des Autors, ein ehemaliger Gestapo-Chef, vor einem französischen Militärtribunal

Es ist eine Geschichte, die für den Gastautor, den Schriftsteller Thore D. Hansen, vor 33 Jahren begonnen hat und die er nun endlich zu Ende erzählen will. Als Mahnung für heute.

2017 habe ich in „Ein deutsches Leben“ die Geschichte von Brunhilde Pomsel erzählt, der Sekretärin von Joseph Goebbels, die im direkten Umfeld eines der mächtigsten Männer des NS-Regimes gearbeitet hatte. Die Ironie daran: Ausgerechnet die Geschichte meines eigenen Großvaters kannte ich nicht.

1993 studierte ich Politik und Soziologie in Hamburg und besuchte ein Seminar von Philip Agee, einem ehemaligen CIA-Offizier, der nach seinem Ausscheiden aus dem US-Geheimdienst dessen Arbeitsweise öffentlich gemacht hatte. In einem Seminar über die CIA und den deutschen Rechtsextremismus verteilte Agee Unterlagen mit Namen ehemaliger Nationalsozialisten. Auf einer dieser Listen stand der Name meines Großvaters. Weiterlesen

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Schwarz-Rot braucht eine grüne Stütze. Und einen anderen Kanzler

erstellt mit Chat GPT

Die Wahl in Sachsen-Anhalt wird das Land erschüttern. Der Kanzler und die SPD-Vorsitzenden stehen schon jetzt vor dem Sturz, die Regierung hat jeden Rückhalt verloren. Zeit sie zu erweitern, um zu retten was zu retten ist. Mit Wüst statt Merz.

Deutschland hat seit der Jahrtausendwende schon etliche Turbulenzen durchlebt: die Finanz-, Euro- und die Flüchtlingskrise mit ihren weitreichenden Folgen, Corona, den russischen Angriffskrieg, den Bruch der Ampel und den beispiellosen Absturz der schwarz-roten Regierung binnen Jahresfrist. Aber nun werden womöglich erstmals Rechtsextremisten ein Bundesland regieren – ein Bruch mit dem demokratischen Konsens seit 1949. Das erfordert ein Nachdenken über neue Konstellationen auch auf Bundesebene. Weiterlesen

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German Television Proudly Presents. Die glorreichen „Rockpalast“-Jahre. Eine Hommage

Rockpalast-Moderator Albrecht Metzger

Am 23. Juli 1977 war plötzlich ein Mann im Fernsehen, der kam nachts auf die Bühne und sprach die magischen vier Worte: „Dschörmän Televischn praudii presents…“. Albrecht Metzger hieß er. Die erste „richtige“ Rockpalast-Nacht. Von da an hieß es: Wenn die war, dann war Ausnahmezustand. Das war unser Straßenfeger, nix Star Trek, nix Disco.

Das bedurfte umfänglicher Vorbereitungen. Schon Wochen vorher, wenn die ersten Gerüchte schwirrten, wer denn da so spielt, gab’s erregte Diskussionen, ob es denn das war, was wir hören und im Fernsehen sehen wollten. Im Fernsehen natürlich, das ging nicht anders, denn an live gucken war nicht zu denken. Kaum einer hatte ein Auto. Und 400 Kilometer weit zu einem „Gammlertreffen“ mit ungewissem Ausgang zu fahren, das hätten wir Bildungsbürgerkinder uns dann doch nicht getraut. Merkwürdig: Bis heute ist mir keiner begegnet, der je eine dieser legendären ersten Rockpalast-Nächte leibhaftig miterlebt hat. Weiterlesen

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»Tax the rich!« – rien ne va plus

Die deutsche Linke offenbart mittels dieser kulturell angeeigneten Forderung – weshalb die Sprache des Empire und nicht unsere lingua theodisca, werte Genoss*innen? – deren totalitäre Grundstrunzdämlichkeitsideologie: die der Nullsumme.

Plumper Populismus, der insbesonder bei unseren einschlägig vorbelasteten Landsleuten im Osten auf fruchtbaren Boden fällt, gepaart mit Machbarkeitshybris nebst Todessehnsucht. Man ist irgendwie neo-marxistisch halbgebildet oder gar nicht. Man weiß jedoch um die Zauberkraft der 6. Todsünde: Neid. Weiterlesen

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Meinungsfreiheit? Welche Meinungsfreiheit?

erstellt mit Chat GPT

Der Spiegel hat mal wieder eine Debatte um Meinungsfreiheit losgetreten. Allerdings krankt sie wie die Texte in dem Magazin aus der Sicht des Juristen an einem klassischen Problem.

Die Rechtswissenschaften bedienen sich nicht formaler Sprache sondern natürlicher. Dennoch handelt es sich bem Gebrauch der Umgangssprache in der Juristerei um Fachterminologie. Meinungsfreiheit bedeutet etwas ganz Bestimmtes unter Artikel 5 GG. Wobei das „-freiheit“ darin lediglich die Freiheit vor ungerechtfertigten Eingriffen des Staates bedeutet, nicht mehr. Weiterlesen

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