
Der Musikinteressierte, der mehr als reiner Konsument ist oder sein will und demnach (wenn auch nur gelegentlicher) Leser von theoretischen Schriften ist, kam und kommt an Adorno nicht vorbei. Mit Gewinn oder Verlust. Oder Kopfschütteln. Wie dem auch sei.
Adorno schrieb hunderte Seiten Abhandlungen über Musik. Final verabscheute er alles Tonale, das sich als rabenschwarze Reaktion in akustischer Form darböte. Jazz verabscheute er geradezu und brachte ihn mit aufs Pflaster schlagenden SS-Stiefeln in Verbindung. Popmusik: Schund. Ach ja: wer Strawinsky schätzt, wie ich dies tue, sei verloren. Ich beneide ja immer Menschen mit einer glasklaren Weltsicht.


In ihrem Buch „Anti-Fascist Economics: In Defense of Affordability, Dignity, and Democracy“ favorisiert die US-Ökonomin Isabelle Weber einen Staat, der die Wirtschaft mit Preiskontrollen und anderen Mitteln steuert – als Antwort auf die globale Misere der liberalen Wirtschaftsordnung. Vor wenigen Wochen, folgert die FAZ, war ein solches wirtschaftspolitisches Programm noch linke Träumerei. Inzwischen ist es jedoch nicht mehr so utopisch.




