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Mit Merz gegen die Extremisten

Sieger im Machtkampf: Friedrich Merz. Foto: Wikipedia, CC BY 2.0

Der Kanzler gibt die einzig mögliche Antwort auf den Wahlsieg der Retro-Linkspartei in Berlin und den Erfolg der AfD auch in Mecklenburg-Vorpommern: Er bleibt standhaft und will die Reformen durchsetzen. Mit der Schwesig-SPD wird das jedoch schwer.

Die Hauptstadt, die Stadt von Ernst Reuter, Willy Brandt und Richard von Weizsäcker in der Hand der juden- und wirtschaftsfeindlichen SED-Nachfolgepartei, 37 Jahre nach dem Fall der Mauer: eine Horrorvorstellung. Seit Sonntagabend scheint sie Realität. Die Linke hat die Wahl gewonnen, Elif Eralp kann wahrscheinlich Regierende Bürgermeisterin werden, da die Grünen und die gerupfte SPD sie unterstützen wollen. Im Vergleich dazu fällt das Wahlergebnis im Nordosten ab. Weiterlesen

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Die Kultur als Geisel der Diversitätsideologie

Werbung für Diversität. Bild: Arienne Thuringer auf Pixabay

Lange Zeit hatte ich den Kontakt zu meinen Bekannten in jenen Institutionen verlorenn, in denen man die Kulturpolitik dieses Landes ideologisch kreiert und verbreitet. Ich dachte ich, es wäre sinnvoll, diese Menschen wieder anzusprechen – vielleicht brauchen sie mehr Informationen darüber, wie sich ihre Kulturpolitik an der Basis auswirkt. Ich forschte im Internet auf den Seiten von Akademien, Stiftungen, Kultureinrichtungen und Vereinen, wo meine Mitstreiter von damals angestellt oder freiberuflich engagiert waren.

Schnell konnte ich feststellen, dass sie sich gut angepasst haben – vielleicht aus Überzeugung, vielleicht, um ihre sicheren, gut bezahlten Jobs nicht zu verlieren. Als ein Beispiel nehme ich die Bundesakademie für Kulturelle Bildung, wo eine Bekannte von mir jetzt als Trainerin, Beraterin und Coach für Diversity und Antidiskriminierung fungiert. Vor einigen Jahren teilten wir noch dieselbe Meinung bezüglich der Lage von Mädchen und Frauen, sowohl in der islamischen Tradition als auch zwischen den Kulturen. Weiterlesen

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Versuch einer Neuausrichtung der CDU

Nicht nur der Name Friedrich Merz fehlt in der wohl als Unterstützung für ihn gedachten Erklärung der CDU-Ministerpräsidenten, es fehlen auch die Worte Ukraine und Russland. Die Ministerpräsidenten reden von „Stabilität“, „Tatkraft“ und „Handlungsfähigkeit“. Diese Begriffe wirken in Zeiten von sich häufenden Anschlägen in europäischen Staaten und massiven russischen Drohungen gegen Deutschland und die anderen Unterstützer der Ukraine seltsam wächsern und beinahe unpolitisch.

Einige von ihnen hatten sich selbst am Spiel des Kanzlerwechsel beteiligt oder es sogar betrieben, als sei die Welt nicht im Aufruhr und Deutschland bedroht. Darum ist es gut, dass die Ministerpräsidenten zumindest das eher mühsam gewordene „Erfolgsmodell der deutschen Koalitionsdemokratie“ beschwören. Weiterlesen

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Hilfe, Berlin wählt seinen Untergang!

Eine Parole, mit der man in der deutschen Hauptstadt Wahlen gewinnt.
(Foto: /Flickr)

Enteignung, Israel-Hass, Demobilisierung. Das ist die unselige Koalition, die Berlin droht.

Es klingt so putzig. Irgendwie niedlich. Rot-Rot-Grün! Farben, die zu Berlin passen, oder? Wer will schon Schwarz oder Blau sein? Lange habe ich gedacht: Ach, diese Stadt hat schon so viel überstanden – das wird sie auch noch überstehen. Halten wir es einfach mit den Amerikanern. Es ist mir doch egal, wer unter mir Bürgermeister oder Sonstwas-Senator ist. Wir gehen weiter in unsere Kita, zum Bäcker und auf ein Spaghetti-Eis ins Café. Doch diese letzte Woche vor der Wahl am Sonntag hat meine entspannte Stimmung geändert. Weiterlesen

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Ein Märchenwald im Rathaus

Wie formatF in Rothenburg ob der Tauber historische Räume neu bespielt

Rothenburg ob der Tauber ist eine Stadt, die man glaubt, sehr gut zu kennen. Türme, Mauern, Fachwerk, enge Gassen. Rothenburg, das sind jede Menge wunderschöne Postkartenbilder. Und doch birgt diese Stadt immer wieder Überraschungen. Eine solche Überraschung ist formatF. Das Team um Johannes Keitel entwickelt in Rothenburg seit Jahren eigene Kulturformate – nicht unbedingt dort, wo man Kultur erwarten würde. Das kann ein Festival sein, ein Konzertabend, ein Weihnachtsmarkt – oder ein Märchenwald. Weiterlesen

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Ralf Richter – ein Nachruf

»Is – der – geil!« – »Gib’ Schlüssel!« – »Hätten wa’ auch zu Fuß geh’n könn’n.«

Der aus Essen stammende, in Bochum aufgewachsene Schauspieler Ralf Richter ist  gestorben (1957–2026). Krank war er. Lunge. Herz. Lief alles nich‘ mehr rund. Die Rollen, die er spielte, waren meist keine Rollen. Er spielte sich, das Ruhrgebiet: brutal-rau, derb, gerade raus, klassisches Prolltum, unter oder über Tage, immer ’n Bier am Start, Kippe sowieso – aber ehrlich. Imma ällich.

Als Kind der 80er war ich »Das Boot«-Vielgucker. Auch »Die Katze« (u. a. mit Götz George). Was mit dem Film »Das Boot« vermittelt werden sollte, war mir damals nicht richtig bewusst. Egal. Ralf Richter nebst Konsorten darstellten ein Bild von Mann, das mir offenbar zusagte: hart (aber herzlich), gnadenlos, fokussiert, exzessiv, das Ziel erreichen, Zusammenhalt – echte Kumpels. Blindes Vertrauen. Und Stolz. Ein starkes Ich. Aber auch immer ein Wir. Beinahe amerikanisch. Weiterlesen

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No Exit mit und ohne Merz: Die Selbstblockade der Politik

Kanzler vor dem Sturz? Friedrich Merz

Eine Ablösung des Kanzlers und CDU-Chefs würde wenig bewirken, die Krise vielmehr noch verschärfen. Dass er weiter macht, scheint jedoch auch keine Option. Das Land ruft nach Veränderung, weiß aber nicht wohin. Und das wird wohl so bleiben.

Es ist wie bei einem Abzählreim: Bleibt er? Geht er? Wird er gestürzt? Diese Fragen stellen sich seit dem politischen Erdbeben in Sachsen-Anhalt Journalisten, Parteifreunde und Gegner, genauso viele Bürger. Friedrich Merz hat jeden Rückhalt verloren. Wie er weiter regieren könnte nach erneuten demütigenden Niederlagen der CDU in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, kann man sich kaum vorstellen. Kommt es also am Sonntagabend oder Montag zum Big Bang? Weiterlesen

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Uf d’r Schwäb’sche Eisenbah‘

Dampflok auf der Schwäbischen Alp auf dem Weg nach Stuttgart. Bild: Staatsarchiv

Vor vielen Jahren habe ich ein Lied für meine Kabarettshow geschrieben, in Anlehnung an das bekannte Volkslied über die Langsamkeit der Züge in Schwaben (ähnliche Lieder gibt es auch in anderen Ländern). Ich ging davon aus, dass ich es nach der Eröffnung des brandneuen unterirdischen Hauptbahnhofs „Stuttgart 21“ aus dem Programm nehmen müsste. Was soll ich aber sagen? Er ist nach wie vor im Repertoire. Noch immer hochaktuell.

Der Text hat ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Stuttgart für mich ins „echte Württembergische“ umgeschrieben vor, oh, so vielen Jahren…

„D’r Mehdorn sagt: ‚Ich brauche ein Loch,
wo die Milliarden hinne kroch –
bau einen Bahnhof tief und teuer,
mit Zustimmung von Herrn Ramsauer!‘“
Tunnel, Tunnel, Tunnel hier,
Tunnel, Tunnel, Tunnel da,
Baue ihn tief, das ist der Wahn,
Auf der schwäbischen Eisenbahn……“

und so weiter über viele Strophen hinweg. Weiterlesen

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Blue Marble 2.0: Warum das nächste ikonische Bild der Erde mehr sein muss als eine Fotografie

Bild: Hereon

Als die Astronauten von Apollo 17 im Dezember 1972 die Erde fotografierten, entstand weit mehr als ein spektakuläres Bild. Das als Blue Marble bekannte Foto veränderte den Blick der Erdbevölkerung auf ihren Planeten. Zum ersten Mal sahen Milliarden Menschen die Erde, als das, was sie ist: ein kleiner, fragiler, begrenzter Lebensraum im weiten Dunkel des Alls.

Der Mensch selbst? Musste erkennen, wie winzig er war, frei nach dem Astronomen Carl Sagan: „Wir sind aus Sternenstaub gemacht.“

Besagtes Bild fiel in eine Zeit, in welcher auch der Club of Rome mit seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ die Frage nach der Zukunft unseres Planeten neu stellte. Weiterlesen

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Welche Arbeit erledigt KI?

KI im Arbeitsleben. Bild: BMLEH

Wenn sich eine neue Technologie entwickelt, lassen sich in der Diskussion oft zwei Stränge beobachten: Protagonisten und Skeptiker greifen den anfänglichen Medienhype auf und verstärken den Kontrast zwischen Chancen und Risiken. Die Welle ebbt allmählich ab, wenn sich neuere Versionen des betreffenden Produkts in den Alltag der Nutzer integriert haben. 

Der Verlauf der Diskussion um ChatGPT fällt aus dem skizzierten Muster heraus: Zwar gab es bereits seit den 1970er Jahren eine permanente Diskussion über Gefahren und Risiken Künstlicher Intelligenz und über den Wegfall von Arbeitsplätzen und die schöpferische Zerstörung durch die Digitalisierung. Der Start von ChatGPT im November 2022 war jedoch neu und medial überraschend. Überraschend war dies vor allem aufgrund der unglaublich großen Trainingsmenge dieses lernenden Systems, die eine nicht abschätzbare Leistungsfähigkeit erzeugte. Weiterlesen

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Kanzlersturz? Harakiri der Demokraten

Merz und die Ersatzkandidaten Wüst, Rhein, Söder. Erstellt mit ChatGPT

Die CDU ist nach ihrem Debakel in Sachsen-Anhalt in Panik. Aber alle, die nun die Demontage von Merz betreiben, erledigen das Geschäft der Antidemokraten. Denn eine realistische Alternative zu ihm gibt es nicht. Es sei denn, sie wollen die AfD an die Macht bringen.

„Die Demokratie stirbt im Stillen“, war das Motto der Washington Post, als sie noch ein Trump-kritisches Blatt war. In den USA und jetzt auch bei uns vollzieht sich ihr Tod aber nun auf offener Bühne. Und diejenigen, die sich auf ihre Fahnen schreiben und deren Aufgabe es wäre, sie gegen die Autoritären zu verteidigen, tragen eine gehörige Mitschuld daran.

Panikmodus kannte man bisher nur von der SPD, die darüber zur Kleinpartei geworden ist. Nun ist die CDU dabei, ihr nachzueifern und nicht nur ihren Kanzler zu stürzen, sondern sich ebenfalls selbst zu verzwergen, wie schon die Konservativen in Großbritannien und Frankreich. Weiterlesen

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