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Kanzlersturz? Harakiri der Demokraten

Merz und die Ersatzkandidaten Wüst, Rhein, Söder. Erstellt mit ChatGPT

Die CDU ist nach ihrem Debakel in Sachsen-Anhalt in Panik. Aber alle, die nun die Demontage von Merz betreiben, erledigen das Geschäft der Antidemokraten. Denn eine realistische Alternative zu ihm gibt es nicht. Es sei denn, sie wollen die AfD an die Macht bringen.

„Die Demokratie stirbt im Stillen“, war das Motto der Washington Post, als sie noch ein Trump-kritisches Blatt war. In den USA und jetzt auch bei uns vollzieht sich ihr Tod aber nun auf offener Bühne. Und diejenigen, die sich auf ihre Fahnen schreiben und deren Aufgabe es wäre, sie gegen die Autoritären zu verteidigen, tragen eine gehörige Mitschuld daran.

Panikmodus kannte man bisher nur von der SPD, die darüber zu einer Kleinpartei geworden ist. Doch nun ist die CDU dabei, ihre nachzueifern und nicht nur ihren Kanzler zu stürzen, sondern sich selbst zu verzwergen. Weiterlesen

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Eine Handreichung gegen die AfD?

Bild: Verlag

Kaum ein Buch hat mich in letzter Zeit so aufgewühlt wie Justus Benders „Deutschland 2033“. Bender weist überzeugend nach, dass und warum die AfD keine normale Partei ist, warum also die Strategien „inhaltlich stellen“, „entzaubern“ und „liefern“ nicht funktionieren. Und wie eine AfD-Regierung in Deutschland innerhalb eines Jahres das Land in eine illiberale Demokratie verwandeln könnte. Wer die Gefährlichkeit dieser Partei leugnet, macht sich etwas vor; und dass diese Warnung von jemandem kommt, dem man nicht vorwerfen kann, für ein linksgrün-versifftes Medium zu arbeiten, verleiht ihr eine besondere Eindringlichkeit. Jeder sollte das Buch lesen.

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Alles Blauland?

Stadtbild von Wismar. Foto: Wikimedia

Dass viele im Osten AfD wählen, liegt nicht nur an Groll über die Berliner Politik und die etablieten Parteien, Fremdenfeindlichkeit oder Liebe zu Autoritären, sondern auch an DDR-Erfahrungen und den Verwerfungen seit der Einheit. Viele setzen sich aber auch zur Wehr. Ortsbesuche in Mecklenburg-Vorpommer, wo am nächsten Sonntag gewählt wird.

Für ein Meinungsforschungsinstitut war ich gerade zwei Tage in Wismar und habe dort verschiedenste Menschen interviewt. Eingefleischte Rechtsradikale waren nicht darunter. Eine ältere Frau erzählte mir, dass sie Verfahrenstechnikerin in einem Kombinat war, nach der Privatisierung Mädchen für Alles. Ihr Mann, Schweißer auf der Werft, hat sich vor vier Jahren zu Tode gesoffen. Eine private Tragödie, die sie mehr beschäftigt als die Politik und die Wahl. Weiterlesen

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9/11 und die Befindlichkeitsshow der deutschen Journaille

Ich war am Freitag im Auto unterwegs, mit Kind & Kegel. Dabei höre ich traditionell DLF. Allerdings schalte ich sofort aus, höre ich jenes inkorrekte Ideologiekrüppeldeutsch. In der Sendung »mediasres« blieb man sprachbewusst. Ich weiß jedoch nicht, ob im Verlauf der Sendung doch noch gegendert wurde, denn aus einem ganz anderen Grunde musste ich hurtig wechseln zu WDR 3 (klassische Musik, herrlich, da wird kaum gesprochen):

Das Thema der Sendung lautete »25 Jahre nach 9/11 – Wie der Terrorakt die Live-Berichterstattung verändert hat«. Und der Terrorakt hat offenbar das Seelenleben der damals berichtenden Journalisten mehr getroffen als die Opfer des Terrors selbst. Weiterlesen

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Fremd bin ich eingestiegen: Rabbi Rothschilds Winter-Bahnreise

Wenn ein englischer Rabbiner mit breitem Schlapphut, Rauschebart und leuchtender Union-Jack-Krawatte durch ein sächsisches Dorf spaziert, bleiben die Uhren kurz stehen. Den Leuten fällt sprichwörtlich die Kinnlade herunter. Nicht aus Feindseligkeit, sondern aus spontaner, bodenständiger Fassungslosigkeit. Weiterlesen

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Was kann Israel von britischem Antisemitismus lernen?

Ein Außenminister kann manchmal so außen und realitätsfern sein – und dann stellt sich die Frage, ob er im Namen seiner Regierung spricht, von Innen oder vom Außen. Ich denke, Ed Milliband ist ein typisches Beispiel dafür: ein Jude, der glaubt, dass Nichtjuden ihn lieben werden, wenn er andere Juden kritisiert. Ein sich selbst hassender, selbst verachtender Jude.

Für mich war es nicht nur interessant, wie er Israel und die israelische Regierung im britischen Parlament am Mittwoch kritisierte, sondern auch, wie er dies „als selbst Jude“ tat und dann, als er dazu befragt wurde, sagte: „Ich gehe nicht in die Synagoge.“ Weiterlesen

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Der islamische Schock

Die muslimischen Terroristen hatten die Anschläge in Deutschland vorbereitet. Damaliges Fahndungsplakat des BKA

Bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 ignorierten die demokratischen Strukturen in Deutschland nicht nur die Probleme der Integration der Zugewanderten, sondern auch die Gefahr des islamistischen Terrorismus. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

Durch die Anschläge wurde Deutschland mit der Tatsache konfrontiert, dass die Täter, alles junge Männer aus islamischen Ländern, ihre mörderischen Aktionen auf dem deutschen Boden geplant und vorbereitet hatten. Augenblicklich wurde die deutsche Gesellschaft wach, die Medien stürzten sich auf das Thema. An der Basis aber, dort, wo ich mich bewegte, sowohl seitens der Deutschen als auch der Zugewanderten, nicht selten auch in den akademischen Kreisen, konnte man sogar Schadenfreude spüren: »Die Amis haben es verdient!«. Weiterlesen

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Aus dem Wörterbuch des Alltagsmenschen: »Norm/normal«

KI-generiert

»Farben und Klänge gibt es in der Natur, Worte nicht« (Benn). Dazu hier in unregelmäßigen Abständen Gedanken zu deutschen Begriffen und Wörtern, gelegentlich auch Sprichwörtern. Streng unwissenschaftlich, um »auf ernsthafte Weise unernst zu sein« (Mohler).

Nach dem Begriff »Rechte« möchte ich die Reihe fortsetzen mit »Norm/normal« – sind ja artverwandt. Weiterlesen

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Warum eine Klarnamenspflicht mehr schadet als nutzt

Immer wieder wird behauptet, eine Klarnamenspflicht im Internet würde „Hass und Hetze“ beheben oder wenigstens eindämmen. Alan Posener hat diese Forderung schon vor Jahren in die Formel vom digitalen Vermummungsverbot gegossen: Wer sein Gesicht im Netz verdeckt, führe etwas Übles im Schilde; Pseudonyme seien eine Burka der Feigheit. [1]

Der Gedanke ist rhetorisch wirksam. Er ist trotzdem ein Trugschluss. Eine Klarnamenspflicht würde am Ende genau jene Menschen gefährden, die sich Tyrannen entgegenstellen – und sie würde den Diskurs in offenen Gesellschaften nicht zivilisieren, sondern verengen. Weiterlesen

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Rotschöpfe und Muslime

Bild: Gemini nach Prompts von A.P.

Ich lese mit großem Gewinn Justus Benders Buch „Deutschland 2033“. Der Vizechef der Politikredaktion der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ schildert darin, wie 100 Jahre nach Hitlers Machtantritt eine rechtsextreme Partei die Regierung in Deutschland übernimmt, wie es dazu kommen konnte, und was dann passiert.

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Ein niedersächsischer Landbürgermeister gegen die AfD

Timo Gerke vor dem Rathaus in Lühe, neben einer Holzfigur eines Künstlers, die das Obstanbaugebiet symbolisiert

Timo Gerke, früher Schornsteinfeger, leitet als Unabhängiger eine Samtgemeinde aus sechs Dörfern bei Hamburg. Vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen am Sonntag kämpft er dagegen, dass die AfD in den Gemeinderat einzieht. Und für seine Wiederwahl.

Timo Gerke ist ein Mann der Tat. Wenn ihn etwas lockt oder wenn ihn etwas ärgert, fackelt er nicht lange, wie er selbst sagt. 2001 bekam er das Angebot, einen Kehrbezirk im Alten Land westlich von Hamburg zu übernehmen. Er musste zwar erst mal nachschauen, wo das liegt, zog dann aber kurz entschlossen in das Dorf Hollern-Twielenfleth an der Elbe, mitten in einem großen Obstanbaugebiet. Und kam schnell unter die Leute. „Als Schornsteinfeger bekommt man viel mit, man ist ja überall in den Häusern. Vieles lag da im Argen“, erzählt er. Und weil er sich schon an seinem früheren Wohnort Uelzen bei der Freiwilligen Feuerwehr und im Schützenverein engagiert hatte und er nicht zu den „Meckerpötten“ gehören wollte, beschloss er: „Gehste in die Politik.“ Weiterlesen

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