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Die Philosophie der Songs von Bob Dylan (4): Like A Rolling Stone

Als dieser Song herauskam, waren wir alle schwer beeindruckt, schon allein, weil er so lang war. Bis dahin waren zweieinhalb Minuten für einen Rocksong die Norm. Und das hier war ein Rocksong, mit elektrischer Gitarre, Orgel, Schlagzeug. Die Folk-Puristen waren entsetzt. Aber obwohl er zu den bekanntesten Songs von Bob Dylan gehört und von vielen Kritikern zu seinen besten gezählt wird, besteht er nicht nur harmonisch und melodisch, sondern auch inhaltlich nur aus der steten Wiederholung des Gedankens, der im ersten Vers formuliert wird: Früher warst du oben, jetzt bist du unten, früher warst du stolz, jetzt musst du betteln. Ätsch.

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Die Philosophie der Songs von Bob Dylan (3): It Ain’t Me, Babe

Das hier ist zunächst eines dieser frauenfeindlichen Lieder, die Anfang bis Mitte der 1960er Jahre Mode waren: „Girl“ von den Beatles, „Stupid Girl“ von den Stones, „Semi-Detached Suburban Mr James“ von Manfred Mann, und natürlich „Don’t Think Twice, It’s Alright“ vom Meister selbst. In allen diesen Songs wird mehr oder weniger deutlich eine männliche Aggressivität gegen das angebliche Ansinnen der Frau sichtbar, den Mann festzuhalten, zu zähmen, ja auszubeuten:

„Did she understand it when they said / That a man must break his back to earn his day of leisure / Will she still believe it when he’s dead?“ („Girl“); „I’m not talking about the way she digs for gold / Look at that stupid girl / Well, I’m talking about the way she grabs and holds / Look at that stupid girl“ („Stupid Girl“); „I can see you in the morning time / Washing day, the weather’s fine / Hanging things upon the line / As your life slips away …“ („Mr James“); und natürlich, ganz übel: „I gave her my heart, but she wanted my soul“ (Don’t Think Twice“).

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