
Ausnahmsweise bin ich in Berlin. Und videochatte mit Yulia in Odessa, wo ich eigentlich meistens bin und aktuell sein wollte. Über ihrem Haus hört man die Drohnen. Ab und zu wird im Screen der Himmel taghell, weil die Abwehrflak eine Drohne abgeschossen hat. Sie geht nicht in den Bunker, weil sie vorher auf der App geguckt hat, welche Ziele die Drohnen ansteuern. Ihr Viertel ist nicht dabei. Ob das immer so stimmt, ist zweifelhaft. Sie wartet, bis der Angriff vorbei ist, der laut Flugbahnen den Hafen im Visier und Außenbezirke als Ziel hat.
Das geht fast jede Nacht so. Diese Nacht hat sie Glück, weil es immerhin Strom gibt. Strom, der ihr Handy versorgt. Parallel zu den Schüssen der Abwehrflak quatschen wir über dies und das. Krieg ist für sie Alltag, und wie die meisten Ukrainer und Ukrainerinnen denkt und hofft Yulia: Dieses Mal geht es wieder gut. Weiterlesen




