avatar

Der Film-Club (1) Night Moves: Halb Hollywood einen geblasen

Filmposter von 1975. Wikipedia / Warner Bros. / Public Domain

Eine Freundin empfahl mir David Gilmours Buch „The Film Club“. Der Plot ist, kurz gesagt: ein Vater erlaubt seinem Sohn, die Schule zu schmeißen, einzige Bedingung: sie müssen zusammen zwei Filme die Woche schauen. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Familienroman und fortlaufender Filmkritik.

Weiterlesen

avatar

There are places I’ll remember … (3). Bruce Springsteen, der Rostgürtel und die Straßen von Minneapolis

Bruce Springsteen erhält von Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille. Foto: Pete Souza, Public Domain

Zu den vielen Vorwürfen, die gegen die so genannte Elite – gemeint ist die akademisch gebildete Mittelschicht, die seit der Bildungsexplosion der 1960er Jahre in den Medien und Erziehungsinstitutionen, den Parlamenten und dem Staatsapparat tonangebend ist – vorgebracht werden, gehört die Behauptung, sie habe nie die Sorgen und Wünsche derjenigen ernst genommen, die sie sozial zurückgelassen haben. Das räche sich nun im Aufstieg der Populisten.

Weiterlesen

avatar

Wie der Faschismus entsteht

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

– Martin Niemöller

Weiterlesen

avatar

Paul McCartneys gut gebaute Songs (1): Honey Pie

McCartney arbeitet an "Honey Pie". Foto von Linda McCartney

McCartney bei der Arbeit an „Honey Pie“. Foto: Linda McCartney

Innerhalb der Beatles galt John Lennon den Fans als der Intellektuelle und zugleich als der Revolutionär und Rocker. Paul McCartney hingegen als der gefällige, kommerziell ausgerichtete, melodieselige, reizende und musikalisch begabte, aber vielleicht etwas spießige Gegenpol. In gewisser Weise wurde so der Gegensatz Rolling Stones – Beatles innerhalb der Fab Four wiederholt. Und wie der Gegensatz zwischen den beiden Gruppen, so ist der Gegensatz zwischen Lennon und McCartney weitestgehend ein mediales Konstrukt; ein Konstrukt, zu dem ich mit meinem Buch über Lennon (erschienen 1987) meinen kleinen Teil beigetragen habe. Leider.

Weiterlesen

avatar

Das Wunder Strom

Foto: Alan Posener

Heute früh erlebte ich ein kleines Wunder. Der Wecker klingelte, ich knipste die Lampe am Bett an – und es ward Licht. Danach ein zweites Wunder: warm duschen. Seit Samstag schlichen wir uns mit Taschenlampen durch ein dunkles, langsam aber sicher auskühlendes Haus. Immer die bange Frage im Hinterkopf: Kommt der Strom wieder, bevor die Rohre einfrieren? Nun brummt die Erdwärmepumpe wieder, es wird langsam wieder wärmer. Man kann Tee kochen. Die Waschmaschine anschmeißen. Das Handy laden. WLAN funktioniert. Lauter Wunder.

Weiterlesen

avatar

Soziale Medien sind Drogen. Sie müssen wie andere Drogen auch reguliert werden

Da ich vor den Feiertagen ein wenig erkältet war, habe ich das getan, was ich in solchen Situationen immer tue: ich zog mich in einen Sessel zurück und las einen Roman. Und da ich dabei war, dann noch einen.

Weiterlesen

avatar

Repression und Toleranz

Herbert Marcuse in West-Berlin 1967. Foto: Wikimedia, Autor Isaactrius CC-BY-SA-4.0

Als wir das von Liane Bednarz und mir geführte Interview mit dem neurechten Möchtegern-Intellektuellen Benedikt Kaiser auf „Starke Meinungen“ veröffentlichten, war ich auf einen Shitstorm in den asozialen Medien gefasst. Dafür sind deren Algorithmen da. Insofern haben mich die Unterstellungen und Beschimpfungen auf X und Bluesky nicht weiter berührt. Interessant waren jedoch einige der vorgetragenen Argumente.

Weiterlesen

avatar

Si tacuisses, FAZ!

Die Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrich-Preises an die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann war, sagen wir es vorsichtig, umstritten. Und das darf in einer Demokratie auch mal sein, ohne dass gleich den Kritikern der Verleihung unterstellt wird, sie seien Teil einer „Kampagne“ und wollten Frau von der Tann persönlich schädigen.

Weiterlesen

avatar

Wie Libertäre zu nützlichen Idioten der Autoritären werden

Ayn Rands Green Card. Foto: Public Domain

Hitler ist wieder Mode, schreibt der amerikanische Libertäre Austin Petersen im konservativ-jüdischen „Tablet“ und fragt, keineswegs rhetorisch: „Ist meine eigene libertäre Bewegung daran schuld?“  Ähm, ja. Es gibt, wie Peterson schreibt, eine „Pipeline zwischen den Libertären und der Neuen Rechten“. Besonders – aber eben nicht nur – in den USA, wo viele Libertäre Donald Trump unterstützen oder im Bunde mit Evangelikalen oder katholischen Fundamentalisten wie J.D. Vance eine „postliberale Ordnung“ befürworten, in der es um den zentralen Wert der Libertären, die individuelle Freiheit, erheblich schlechter stehen würde als jetzt.

Weiterlesen

avatar

Wer will die Arbeit von Ahmad Mansour sabotieren?

Ahmad Mansour auf der Frankfurter Buchmesse 2018 Foto: Ptolusque Lizenz: CC BY-SA 4.0

Warum das Recherchemagazin „Correctiv“ es für nötig hält, Ahmad Mansour zu diskreditieren, ist mir nicht klar. Jedoch liegt die Vermutung nahe, dass sich die Redaktion instrumentalisieren lässt von so genannten „Antisemitismusforschern“, die etwas dagegen haben, dass Mansour den Antisemitismus auch dort verortet, wo diese Leute ihn auf keinen Fall verortet sehen wollen: unter Muslimen. Und dass er jenseits folgenloser „Trialoge“ und verlogener „Dialoge“ etwas dagegen unternimmt.

Weiterlesen

Scroll To Top