avatar

Die Brian-Jones-Legende

Die Rolling Stones 1963. Foto: Public Domain via Wikimedia Commons

Weil ein Freund und Bandkollege den Film lobte, schaute ich mir auf arte „Brian Jones und die Rolling Stones“ an. Na ja.

Nun muss man vorwegsagen, dass vieles, was mir am Film von Nick Broomfield nicht gefällt, auf 99 Prozent aller so genannten Dokumentarfilme zu Popstars zutrifft. Sie werden zusammengestoppelt aus Interviews mit mehr oder weniger bedeutenden Zeitgenossen, die sich meistens für erheblich bedeutender halten, als sie es sind oder waren, und dazwischen gibt es Konzertmitschnitte, die meistens aus Copyrightgründen frustrierend kurz sind oder – wie in diesem Film – zuweilen mit anderer Musik unterlegt sind; oder andere zeitgenössische Aufnahmen, die so manipuliert werden, dass sie scheinbar zur Aussage des Films passen.

Weiterlesen

avatar

Wir sind Timmy. Und das ist gut so.

Pierre-Narcisse Têtu (1836-1878): Ein toter Wal wird von Wölfen gefressen. Bild: Public Domain

Zugegeben, ich komme aus einem Land, das für seine überbordende Tierliebe oft verspottet wird. Als erstes Land der Welt hatten wir eine Gesellschaft zum Schutz der Tiere vor Grausamkeit, sogar mit königlichem Patent. Übrigens noch vor der entsprechenden Gesellschaft zum Schutz der Kinder vor Grausamkeit.

Weiterlesen

avatar

Das Jagger-Richards-Songbuch (21): Dear Doctor

Bild von Perplexity nach Angaben von A.P. generiert.

Herbst 1968. Während die Beatles am „Weißen Album“ arbeiteten, arbeiteten die Rolling Stones an „Beggars Banquet“. Das Doppelalbum der Beatles erschien im November, das Album der Stones – verspätet wegen Auseinandersetzungen über das Cover – im Dezember. Das Weiße Album dokumentierte das musikalische und, wenn man so will, künstlerisch-weltanschauliche Auseinanderdriften der Fab Four. „Beggars Banquet“ dokumentierte die Entschlossenheit von Mick Jagger und Keith Richards, nach dem missglückten Versuch, den Beatles in psychedelische Pop-Gefilde zu folgen, zu ihren R&B-Wurzeln zurückzukehren.

Weiterlesen

avatar

Die Doppelmoral ist der Tribut, den der Antizionismus dem Zionismus zollt

Bild: Polizeistation in Bet Shemesh, Israel. Foto: Alan Posener

In ihren Beiträgen zur Einführung der Todesstrafe für Terrorismus gegen Israelis haben sowohl
Rabbi Dr. Walter Rothschild als auch Rabbi Dr. Moshe Navon (in einem Kommentar zu Rabbi Rothschilds Beitrag) auf die Heuchelei vieler Kritiker des jüdischen Staates hingewiesen.

Weiterlesen

avatar

„Ein Jude tut so etwas nicht!“

Auf der Demo in Tel-Aviv, 25. März 2025. Foto: Alan Posener

Als ich sah, wie der Rassist und Terrorbefürworter Itamar Ben-Gvir mit Champagner auf die Verabschiedung eines Gesetzes in der Knesset anstieß, das die Todesstrafe für arabische Terroristen vorsieht, wurde mr übel. Ich musste an ein Gespräch denken, das ich vor Jahren mit meinem israelischen Cousin Yohanan und seiner Frau Hanna führte.

Weiterlesen

avatar

Habermas oder Ratzinger? Eine Erinnerung aus aktuellem Anlass

Bild (c) Herder Verlag

Jürgen Habermas lebte lange genug, um eine Welt zu erleben, die sein Ideal eines vernunftgeleiteten, herrschaftsfreien Diskurses wie eine Diva ein altmodisches Kleid abgelegt hatte. Mehr als zwanzig Jahre zuvor allerdings hatte er im Dialog mit dem späteren Papst Joseph Ratzinger erlebt, vielleicht sogarzeigen wollen, dass die Vernunft gegen Dogmatiker machtlos ist.

Weiterlesen

avatar

Meron Mendel schenkt den Deutschen eine neue Erinnerungskultur

Tor zum KZ Buchenwald. Foto Andreas Trepte. Creative Commons Lizenz: Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch

Meron Mendel ist der Roberto Blanco der Erinnerungskultur. Man spürt, dass er auch anders könnte, dass er aber niemandem wehtun will. Mendel ist in Israel geboren, aber israelkritisch. Jude, aber mit einer Muslima verheiratet. Leiter einer nach Anne Frank benannten Bildungsstätte, aber nicht volkspädagogisch unterwegs. Man kann sich auf ihn verlassen: Wenn er in eine Talkshow kommt, wird niemand beleidigt herausrennen. Wenn Blanco ein „wunderbarer Neger“ ist, so ist Mendel ein ganz famoser Jude.

Weiterlesen

avatar

Lola versus Viktor von Schmuddelwitz

Bild von Chat-GTP KI- generiert nach Anweisungen von A.P. und Perplexity

Eine einfache Geschichte. Ein junger Mann, sexuell unerfahren, will endlich seine Unschuld verlieren („Unschuld“ ist ein relativer Begriff, schon klar) und gerät in eine schäbige Bar, wo man zu exorbitanten Preisen warmen Sekt verkauft und die Mädchen darauf warten, abgeschleppt zu werden. Und er wird abgeschleppt. Von Lola. Doch wie es sich herausstellt, ist Lola ein Mann.

Weiterlesen

avatar

Kann Bob Dylan singen?

Foto: Rowland Scherman National Archives / Public Domain

Kann Bob Dylan singen? Die Frage mag so altmodisch und irrelevant erscheinen wie die Frage, wer besser sei, die Beatles oder die die Stones, aber sie ist eben erst wieder, und zwar hier auf „Starke Meinungen“ aufgeworfen worden. In einem Stück, das eigentlich Ray Davies gewidmet ist, aber lauter Seitenhiebe gegen Bob Dylan enthält, schreibt Wolfgang Schäfer: „Kommen wir zu den Unterschieden. Ray Davies kann singen – daran besteht kein Zweifel. Dagegen an Bob Dylans Sangeskünsten nicht zu zweifeln, würde ein gewisses Maß an Großzügigkeit verlangen. Seine Stimme ist nasal, oft krächzend, und sein Tonumfang bleibt überschaubar. Dem Irrtum mit einem Crooner verwechselt zu werden, setzt Dylan sich zu keiner Zeit aus.“

Weiterlesen

avatar

Jacques Brel: Notizen zu einer gescheiterten Annäherung

Bild von ChatGTP nach Angaben von AP erstellt.

Also, ich hab’s versucht. Ulf Kubanke hatte mich mit seinem Text über Jacques Brel ein wenig beschämt. Denn ich konnte noch nie mit französischen Chansonniers etwas anfangen, und vielleicht lag das an musikalischer und sprachlicher Faulheit meinerseits. Also habe ich, weil Ulf das empfahl, mir das Live-Album „Olympia 61“ angetan. Es war, das muss ich zugeben, eher Arbeit als Vergnügen, und um mich zu erholen, musste ich mir anschließend das Live-Konzert von Judy Garland im Manhattan Center (1962) anhören.

Weiterlesen

avatar

There are places I’ll remember… (4): Hotel California

Illustration: Von Perplexity KI-generiert nach Anweisungen von Alan Posener

Ein Klassiker. Und wenn Jeff Bridges als der Dude in „The Big Lebowski“ sagt: „I hate the goddam fucking Eagles, man!“ – und daraufhin vom schwarzen Taxifahrer rausgeschmissen wird –, so läuft im selben Film in der großartigen Bowling-Szene mit John Turturro „Hotel California“. Allerdings in der Fassung der Gypsy Kings. Die ihrerseits nur beweisen, dass eigentlich nur die Eagles den Song spielen und singen können.

Weiterlesen

Scroll To Top