Es regnet. Es stürmt. Es ist Juli. Während Meteorologen Regenradare studieren und Urlauber sich fragen, ob sie nicht lieber Heizkissen statt Badelatschen einpacken sollen, liegt eine unbequeme Frage in der Luft: Wenn das die „globale Erwärmung“ ist, wie kalt wäre der Sommer 2025 ohne sie? Ein Versuch, in einer aufgeheizten Stimmung einen kühlen Kopf zu bewahren.
Author: Till Becker
Nicht auf dem Rücken unserer Kinder sparen! Familien kritisieren Ostholsteins Umgang mit Schulbegleitungen für Autisten
Der Start ins neue Schuljahr rückt näher, doch für einige Familien im Kreis Ostholstein wird der Gedanke daran von wachsender Sorge begleitet. Drei Mütter schildern übereinstimmend, dass ihre autistischen Kinder dringend eine individuelle
Schulbegleitung brauchen – und dass der Kreis Ostholstein diese Unterstützung offenbar nicht in ausreichendem Maß sicherstellen will. Sie befürchten massive Nachteile für ihre Kinder, wenn die Verwaltung ihre Praxis nicht rasch ändert. Nur wenige Meter weiter in Lübeck, so berichten sie, sei eine individuelle Unterstützung hingegen möglich.
„Ohne Bauern kein Brot“ – Die Proteste sind vorbei, die Sorgen bleiben
Eineinhalb Jahre nach den großen Bauernprotesten in Deutschland ist es ruhiger geworden auf den Straßen – aber auf den Höfen ist die Lage nach wie vor angespannt, vielleicht sogar schwieriger als zuvor. Ein Blick auf eine Branche, die viel leistet, wenig verdient und immer wieder um Verständnis kämpfen muss – in der Politik, aber auch in der Bevölkerung.
Im Land der Klemmfurzer
Irgendwo und irgendwann in den vergangenen Jahrzehnten ist es passiert, heimlich, still und leise: Das erlebnisorientierte Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll wurde ersetzt durch Spießigkeit, durch eine vorgebliche Vernunft. Was für den Einzelnen durchaus eine erstrebenswerte Einstellung sein mag, ist gesamtgesellschaftlich eine Katastrophe. Wir haben die Freiheit, das Recht auf Rausch, gegen ein Sicherheitsdenken eingetauscht, das uns lähmt. An die Stelle von Kreativität und situationsbedingter Spontaneität sind Vorschriften und Überwachungen getreten. Willkommen im Land der Klemmfurzer! Eine Polemik
Volkswagen: Sparen ja – aber doch nicht beim Luxus!
Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Bis 2030 sollen 35.000 Stellen abgebaut werden, davon sind bereits 20.000 Austritte vertraglich fixiert. Der Konzern kämpft mit sinkenden Gewinnen, insbesondere im E-Auto-Segment, und sieht sich gezwungen, Kosten zu senken. Aber bitte nicht dort, wo es kaum jemanden stören würde: beim Luxus.
Presseanfragen? Bitte nicht stören!
Journalismus ist im Grunde ein unglaublich spannendes Berufsfeld. Grob gesagt hinterfragt man, stellvertretend für seine Leser, Hörer, Zuschauer Dinge, deckt Widersprüche auf und holt Informationen dort ein, wo sie zu finden sein sollten: bei denen, die sie haben. Das wird allerdings immer schwieriger. Nicht etwa, weil es keine Informationen mehr gäbe. Sondern weil man in den Pressestellen vieler Unternehmen und Institutionen offenbar glaubt, dass „Öffentlichkeitsarbeit“ vor allem bedeutet, möglichst wenig Öffentlichkeit zuzulassen.
Zirkus ohne Tiere – begeisternd und einfach nur magisch!
Gestern war ich zum ersten Mal seit 34 Jahren wieder in einem Zirkus. 34 Jahre! Das letzte Mal war 1991, in Moskau, im legendären Staatszirkus. Was hätte das für ein Erlebnis sein können – die Geschichte, die Kulisse, die Größe! Doch was geblieben ist, ist keine glanzvolle Erinnerung, sondern ein bitterer Nachgeschmack. Tanzbären mit blutverkrusteten Nasenringen, das Fell stumpf, die Bewegungen apathisch oder abgerichtet-aggressiv. Ich habe die Vorstellung vorzeitig verlassen. Weiterlesen
Der Sound des moralischen Bankrotts: Das Deichbrand lädt den Hass ein
Von allen Werten, die auf dem Altar der Popkultur geopfert werden, ist Anstand offenbar der erste. Und Vernunft der zweite. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein deutsches Festival – wohlgemerkt in einem Land mit historischer Verantwortung – ausgerechnet den us-amerikanischen Rapper Macklemore als Headliner feiert? Jenen Macklemore, der Israel zum Apartheidstaat erklärt, den 7. Oktober aus dem Gedächtnis radiert und sich in einem Song wie „Hinds Hall“ als moralisierender Freiheitskämpfer inszeniert, während er jüdisches Leben zur Zielscheibe macht.
Was wäre, wenn es 1938 Facebook gegeben hätte?
Es ist ein düsteres Gedankenexperiment – und doch ein aufschlussreiches: Was wäre gewesen, wenn es 1938 Facebook, TikTok, Telegram und YouTube gegeben hätte? Wenn der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich live als patriotisch unterlegte Story auf dem Reichs-Instagram-Kanal erschienen wäre, mit jubelnden Massen, dramatischer Musik und Kommentaren wie „Endlich wieder vereint!“ versehen? Wenn Hashtags wie #HeimInsReich oder #EinVolkEinReich getrendet hätten – verstärkt durch Bots, Algorithmen und staatlich orchestrierte „Influencer“, die sich für Klicks und Reichweite in den Dienst der Propaganda gestellt hätten?
Israel – ein Land zwischen Alltag und Ausnahmezustand
Knapp eineinhalb Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas befindet sich Israel, obwohl noch immer im Schockzustand, auf der Suche nach der Normalität.
Seit dem 7. Oktober 2023 ist in Israel nichts mehr, wie es vorher war. Der brutale Terrorangriff der Hamas hat nicht nur unzählige Leben gefordert, hauptsächlich Zivilisten, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Menschen erschüttert. Und doch geht das Leben weiter – weil es weitergehen muss.
Was hat ein Apfelstrudel mit Israel zu tun? Eine Rezension
Der Dresdner Autor Michael G. Fritz schildert in seinem Buch persönliche Geschichten von Menschen, die ihm in Israel begegnet sind und die sich selbst wohl als eher gewöhnlich oder unwichtig ansehen, durch ihre Erzählungen aber genau das Gegenteil darstellen. Höchst lesenswert.