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Aus einem Reporterleben (1): Anruf um halb Zwölf

Der frühere FDP-Politiker Jürgen Möllemann. Foto: Ingo Kramer. Quelle: Wikimedia

Politiker benutzen die Medien, um die Öffentlichkeit zu manipulieren, heißt es. Der Mechanismus ist allerdings nicht neu. Ich erlebte ihn schon vor mehr als 40 Jahren in meinen journalistischen Anfängen durch einen Vorläufer des künftigen FDP-Chefs Wolfgang Kubicki.

Ich hatte 1983 gerade beim deutschen Dienst der internationalen Nachrichtenagentur Reuters in Bonn begonnen und verrichtete einen meiner ersten Sonntagsdienste, als kurz vor Mittag meine Telefon klingelte. „Jürgen Möllemann“, meldete sich die Stimme am anderen Ende, „haben Sie etwas zu schreiben?“ Ich erstarrte. Möllemann, damals prominenter, umstrittener FDP-Politiker, bald darauf erst Bundesbildungs-, dann Wirtschaftsminister und Vizekanzler, rief mich an! Und wollte mir, dem Anfänger, etwas durchgeben. Aufregend! Weiterlesen

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Herr Lehmann wäre gern Journalist

Immer wieder kontaktieren mich Leute, die gern Journalisten wären. Oft Lehrer. Ich glaube, der Prozentsatz von Leuten, die mit ihrer Existenz unzufrieden sind und lieber etwas Anderes wären, ist von allen Berufen bei Lehrern (ich wähle hier bewusst die männliche Form) am höchsten.

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Wikileaks ist unsere letzte Chance

Von Tom Buschardt, Medientrainer und Kommunikationsberater:

Wikileaks ist überflüssig – und doch unverzichtbar. Unsere deutsche Demokratie braucht Wikileaks – aber anders als wir es auf den ersten Blick meinen.

Wir müssen nicht wissen, welcher Mini-Guillaume aus dem Büro des Außenministers den Amerikanern in Echtzeit den Stand der Koalitionsverhandlungen zuschachert. Es ist  uninteressant, ob ein Botschafter die Kanzlerin für „wenig kreativ“ hält.

Aber Wikileaks ist unsere letzte Chancen, den Qualitätsjournalismus in Deutschland wieder auf das hohe Niveau der 70er und 80er Jahre zu heben. Nicht mit Hilfe von Wikileaks, aber davon inspiriert. Weiterlesen

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Anatomie einer Kampagne

Von Sabine Pamperrien:

Ende September wird der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz in den Ruhestand verabschiedet. Obwohl seine Verdienste unter Fachleuten unumstritten sind, muss der langjährige Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin (ZfA) um seine Reputation bangen.

Seit er Ende 2008 eine Tagung mit dem provokativen Thema „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“ organisierte, sind er und sein Institut Ziel einer Kampagne, die an Rufmord grenzt. Die Kampagne zeigt exemplarisch, wie das Internet instrumentalisiert werden kann, um seriöse Wissenschaft zu diskreditieren. Weiterlesen

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