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Antwort an die Kritiker – Eine Replik auf Alan Poseners und Patrick Bahners‘ Besprechungen von „GefĂ€hrliche BĂŒrger“

Was könnten sich Autoren eines Buchs, das wie „GefĂ€hrliche BĂŒrger – Die neue Rechte greift nach der Mitte“ als Debattenbeitrag gedacht ist, mehr wĂŒnschen als eine schnell einsetzende und kontroverse Rezeption, die das eigene Anliegen in den Fokus der Öffentlichkeit rĂŒckt? So gesehen ist jede Besprechung in den Leitmedien ein Gewinn, und zwar auch dann, wenn sich darunter ein Verriss befindet. Ein solcher kann sich vor allem dann als besonders wertvoll herausstellen, wenn er bzw. sein Autor im Jargon und Inhalt zum Teil genau die Thesen bestĂ€tigt, die die Streitschrift aufstellt. Aber der Reihe nach. Weiterlesen

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Sarrazin sells

Eines muss man Thilo Sarrazin einfach lassen: Er versteht das Verkaufshandwerk. Sein neues Werk „Europa braucht den Euro nicht“ war schon vor dem Erscheinen ein Bestseller. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen.

Wahrscheinlich liegt das zum einen daran, dass sich der Mann als ehemaliger Banker und einstiger Berliner Finanzsenator offenkundig mit Geld auskennt. Sarrazin weiß also, was zu tun ist, um aus wenig Substanziellem das Optimale herauszuholen. Da wird mit Zahlen und Statistiken hantiert, bis dem lesenden BĂŒrger der Kopf raucht und das Ergebnis fĂŒr den Verfasser stimmt.  Weiterlesen

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Ernst Nolte, Thilo Sarrazin und die Struktur des Vorurteils

Aus GrĂŒnden, die hier zunĂ€chst nicht interessieren, habe ich mir wieder Ernst Noltes „Der Faschismus in seiner Epoche“ hervorgekramt; das Buch begrĂŒndete bei seinem Erscheinen 1963 Noltes Ruf als Ausnahmehistoriker und ist nach wie vor lesenswert.  Verstörend freilich ist das Vorwort zur Ausgabe von 1995, in dem Nolte den Versuch macht, das Werk sozusagen in eine Gesamtschau seines Schaffens einzuordnen. Insbesondere versucht er hier noch einmal, die Genese jener Thesen vom „kausalen Nexus“ zwischen Gulag und Auschwitz und von der Nachvollziehbarkeit der eliminatorischen Juden-Phobie der Nazis nachvollziehbar zu machen, die im Zentrum des „Historikerstreits“ standen. Weiterlesen

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Hau den Yussuf

Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen. Und wie. GenĂŒgten dem ehemaligen Berliner Finanzsenator und heutigen Bundesbanker bis vor Kurzem noch Interviews, um seine deutschtĂŒmelnden Thesen vom Untergang des Abendlandes unters Volk zu bringen, prĂ€sentiert er nun seine VorschlĂ€ge zur Rettung vor den Muslimhorden in Buchform.

Herausgekommen ist bei „Deutschland schafft sich ab“ eine populistische Provokation Ă  la Möllemann. „Hau-den-Yussuf“ lautet das Motto. Beispiel gefĂ€llig? Weiterlesen

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Fördern durch Fordern: Warum die bisherige Integrationspolitik gescheitert ist

Der ehemalige Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbankvorstand Sarrazin hat eine wichtige – wenn nicht die zentrale – Frage mit seinem Lettre-Interview angestoßen: Spielt die Politik in der Integrationsfrage eigentlich eine Rolle? Die empört-erregten Reaktionen auf seine stellenweise beleidigende Analyse der bisherigen Politik sagen klar Nein. „Integration“ in Deutschland ist, wenn der Staat Geld fĂŒr Sprachkurse ausgibt, die „MigrationshintergrĂŒndler“ von Hartz IV leben und eine große Anzahl von SchĂŒlern ihre Einrichtung ohne Abschluss verlassen.

„Fordern und Fördern“ hieß zuletzt jahrelang das Mantra in Politik und Gesellschaft. Die zu Integrierenden fordern (mehr Geld, mehr Lehrer, mehr Quoten) und der Staat hat es zu fördern, das heißt: zu finanzieren. In Stadtteilen wie Berlin-Neukölln leben heute rund 75 Prozent der Kinder von Hartz IV. Eine Befreiung aus dieser materiellen Armutsspirale muss mit der Bildung beginnen. Weiterlesen

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Rufmord als Volkssport: Der Fall Sarrazin und die Empörungskommunikation

Empörend fand es der PrĂ€sident der Bundesbank Axel Weber. An die Nazis Göring und Goebbels fĂŒhlte sich eilfertig der GeneralsekretĂ€r des Zentralrates der Juden in Deutschland erinnert. Peter Gauweiler von der CSU sind die KopftuchmĂ€dchen lieber als die ArschgeweihmĂ€dchen, sagte er mit diesen Worten.

Kulturkampf, Rufmord als Volkssport. Braunes Gesindel grinste Zustimmung. Und die schweigende Mehrheit wurde vom Boulevard angetestet. Entweder hĂ€tte man es jetzt mal wieder den TĂŒrken und Arabern in Deutschland geben können. Oder dem ungeliebten Sozi Sarrazin. Oder beiden.

In einen solchen Sumpf darf ein vornehmer Bundesbanker aber nicht geraten, auch wenn er in der Sache recht hat. Weiterlesen

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Radikal, einfĂ€ltig, eindimensional – Warum Thilo Sarrazins Äußerungen so sehr schaden

Thilo Sarrazin, der ehemalige Finanzsenator Berlins und jetzige Bundesbank-Vorstand hat sich um seinen eigenen Kopf geredet. Schade! Zu Recht wird er von allen Seiten kritisiert. Zu Recht wird sein RĂŒcktritt gefordert. Nimmt man alle seine Äußerungen zusammen, und wĂŒsste man nicht, wer der Urheber ist, mĂŒsste man denken, ein Rechtsradikaler, ein Rassist hĂ€tte diese Worte gesprochen. Das ĂŒbliche Argument „Ich bin mißverstanden worden“ ist hier schwer als EntlastungsbegrĂŒndung heranzuziehen.

Zu radikal, zu einfĂ€ltig und eindimensional sind zu viele dieser Bemerkungen angehĂ€uft worden. Auch die Schutzbehauptung, man dĂŒrfe solche Gedanken nicht mehr aussprechen, weil sie nicht „politically correct“ seien, ist falsch, hilf- und sinnlos. Erstens kann in Deutschland jeder sagen, was er denkt. Zweitens muss er dafĂŒr die Konsequenzen tragen. Weiterlesen

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