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Ralf Hutter und die Endlösung der Terrorismusfrage

Deutschland im Jahre 2018. Ein vermeintlich progressiver Journalist analysiert in einem öffentlich-rechtlichen Sender die Motive der Attentäter von Barcelona. Der radikale Islam kann es ja nicht gewesen sein. Das zu behaupten ist heute bei vielen Linken so politisch inkorrekt, wie Kritik am Christentum de rigeur ist. Und natürlich nicht nur am Christentum: Einer der Attentäter „habe mal gesagt, alles sei von den Juden kontrolliert. Vielleicht können wir die Mörderjungs aus Ripoll nur verstehen, wenn wir ihnen einen vermeintlichen Kampf für das Gute unterstellen.“ Genau. Wenn jemand antisemitische Verschwörungstheorien von sich gibt, sollten wir ihm schleunigst unterstellen, „für das Gute“ zu kämpfen. Willkommen in der Welt des Ralf Hutter.

Zugegeben, Hutter ist kein besonders wichtiger Mensch. Er ist „freier Journalist“, sprich niemand will ihn fest anstellen. Aber sein Zeug wird vom „neuen Deutschland“, der „taz“ und von „Deutschlandfunk Kultur“ immer wieder gern genommen, wie ein Blick auf seine Homepage zeigt.

Nun ist es ja richtig, wie Hutter schreibt, dass der „Verschwörungsglaube eines der dominanten politischen Phänomene der europäischen Moderne“ ist. Speziell der Glaube an eine jüdische Weltverschwörung wurde von Europäern in den von ihnen kolonial okkupierten Raum getragen. Doch wie man sich fragen muss, warum der Rassenantisemitismus in Europa auf so fruchtbaren Boden fiel, und da auf den jahrtausendealten Antijudaismus des Christentums verweisen muss, so muss man sich auch fragen, wie der moderne europäische Antisemitismus im Orient Fuß fassen konnte, und muss auf den Antijudaismus des Islam verweisen.

Ohne Religionskritik keine Antisemitismuskritik

Wie der Antisemitismus in den christlichen Kirchen nicht ausgerottet werden kann, wenn sich diese Kirchen nicht der eigenen antijüdischen Tradition stellen (man denke etwa an Martin Luther), so kann der mörderische Antisemitismus der Islamisten nicht bekämpft werden, so lange Vertreter des Mainstream-Islam sich in Schutzbehauptungen ergehen dergestalt, dass Mohammed immer für Toleranz gewesen sei, oder dass man als Araber schon deshalb nicht Antisemit sein könne, weil man selbst Semit sei.

Schon gar nicht kommt man dem Antisemitismus auf die Spur, wenn an ihn, wie Hutter, zu einer Unterordnung der Kategorie Verschwörungstheorien erklärt und schwadroniert: „Seit die Menschen nicht mehr direkte Untertanen sind, sondern die Reichen und andere Mächtige durch die Vermittlungsinstanzen Markt und Staat herrschen, macht sich die Masse der Menschen diverse Wahnvorstellungen über die wahren Hintergründe des politischen Geschehens.“

Mhm. Der Staat ist eine „Vermittlungsinstanz“ für die Herrschaft der Reichen. Demokratie? Rechtsstaat? Alles offenkundig nur Teil dieser „Vermittlung“. Wer so schreibt, kann wohl kaum Verschwörungstheorien kritisieren, weil er selbst Verschwörungstheoretiker ist.

Aber angeblich nicht Antisemit. „Gesellschaftskritik-Anfänger stürzen sich heute gern auf Israel. Der israelische Soldat als Handlanger der Mächtigen gegen die wehrlosen Massen ist nicht nur in muslimischen Kreisen ein beliebtes Feindbild, das Stellvertretercharakter hat.“ OK, Israelkritik ist was für „Anfänger“.  Leute, die „für das Gute kämpfen“ wollen, wie die Ramblas-“Mörderjungs”, aber den Verblendungszusammenhang nicht durchschaut haben. Na, immerhin. Wie sehen also fortgeschrittene Verschwörungstheoretiker die Sache?

Antisemitismus ist was für “Anfänger”; Hutter ist schon weiter

„Diesen Impuls der aufbegehrenden Jugend gegen die Verlogenheit des Establishments müssen wir wahrnehmen, sonst werden wir das Phänomen der sich in Europa radikalisierenden jungen Muslime und des nicht totzukriegenden Antisemitismus nicht begreifen.“ Moment: Muslime werden durch Imame, die Lüge um Lüge verbreiten, beginnend mit der Behauptung, Mohammed sei mit einem fliegenden Pferd von Mekka nach Jerusalem geflogen, und nicht endend mit der Behauptung, Juden seien keine Menschen, zu Terroristen, oder, wie es Hutter so schön sagt: „aufbegehrenden Jugendlichen“ – und schuld daran ist eine angebliche „Verlogenheit“ jenes schattenhaften „Establishments“, für das die Demokratie nur „Vermittlungsinstanz“ seiner Herrschaft ist. O Mann.

Und weiter: „Wer Verschwörungsglauben und den ganzen daraus folgenden Irrationalismus, bis hin zu Attentaten, abschaffen will, der muss sich für ein anderes Gesellschaftssystem einsetzen.“ Klar. Entweder ich richte mein Leben nach den Vorstellungen eines Ralf Hutter ein, oder ich muss halt damit leben, dass ich auf der Promenade von Nizza, auf den Ramblas in Barcelona, in einer Pariser Musikhalle oder auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von Vertretern einer „aufbegehrenden Jugend“ stellvertretend für das “verlogene Establishment” getötet werde.

Überhaupt wäre eine „andere Gesellschaft“ die Lösung für alles: keine AfD zum Beispiel, weil ja auch die nur „Anfänger“ sind in Sachen Verschwörungstheorie, aber doch immerhin um die „Verlogenheit des Establishments“ wissen, siehe „Lügenpresse“ und so weiter. Wenn das Wahre, Schöne und Gute gesiegt haben, haben die Lüge, das Hässliche und Böse nichts zu melden – und wenn sie sich doch melden, wissen wir, wie mit ihnen zu verfahren ist.

Man weiß nicht, was trauriger ist: dass ein erwachsener Mann wie Ralf Hutter solchen Unsinn glaubt, oder dass er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Plattform findet, um seinen Unsinn zu verzapfen.

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39 thoughts on “Ralf Hutter und die Endlösung der Terrorismusfrage

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    „Seit die Menschen nicht mehr direkte Untertanen sind, sondern die Reichen und andere Mächtige durch die Vermittlungsinstanzen Markt und Staat herrschen, macht sich die Masse der Menschen diverse Wahnvorstellungen über die wahren Hintergründe des politischen Geschehens.“
    Mir kommt das gar nicht so abwegig vor, oder anders gesagt, ich kann mir keine Organisation vorstellen, die nicht genau so funktionieren würde. Die Verschwörungstheorie, oder besser, der unpolitische Teil des Schwadronierens beginnt dann, wenn dieser Zustand als etwas Unnormales dargestellt wird und seine Überwindung angemahnt wird. Nach der Revolution wird alles besser…klar. Demokratie und Rechtsstaat sind Instrumente, um aus der Vermittlungsinstanz ein Instrumentarium für den Bürger zu machen, die Vermittlung zu den Reichen und den Mächtigen umzukehren. Durchsetzbare Bürgerrechte, eine wundervolle Erfindung.
    „Wer Verschwörungsglauben und den ganzen daraus folgenden Irrationalismus, bis hin zu Attentaten, abschaffen will, der muss sich für ein anderes Gesellschaftssystem einsetzen.“ Das Heilsversprechen, mit dem man die Politik in luftige Sphären erhebt. Systemkritik ist notwendig, denn nur so kann Verbesserung eintreten, das ist essentiell für eine Demokratie. Wenn man aber das andere Gesellschaftssystem fordert, das, was alles wieder Heile macht, bewegt man sich im halb religiösen Raum, denn bis jetzt wäre kein solches Beispiel bekannt. Terroristen sind wiederrum nur die, die das richtige Gesellschaftssystem nicht erkannt haben, d.h. potentiel die Guten, die das Gute noch nicht durchschaut haben. Das Establishment ist verlogen, das ist das Wesen jedes Establishments, deswegen gibt es ja Meinungsfreiheit, um das anzuprangern. Deswegen gibt es Zeitungen und Parteien, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Die weniger erfolgreichen projizieren gerne ihren Frust auf alle Bereiche und interpretieren nach ihrer Systemkritik: Woher weiß Herr Hutter, wogegen ein Aktivist wirklich aufbegehrt, was sein wirkliches Motiv ist? Er weiß es nicht. Da ist es sehr mutig zu glauben, es gäbe ein Gesellschaftssystem, dass auf alles eine Antwort bietet, wenn man nicht mal die Frage kennt. Wenn alles gut ist, ist alles gut – sehr visionär. Hutter kann und soll gegen das verlogene Establishment sein (aus dem Traum vom Internet wurden eine Handvoll Großunternehmen, Systemkritik scheint mir angebracht), hey, dafür haben wir Politik. Ich habe mit einem Menschen gesprochen, der sehr viel Geld verloren hat, weil er eine Bevölkerungsgruppe schlicht hasst, salopp gesagt, er war bereit in seinen Hass zu investieren. Viel Spaß mit beim gemeinsamen Gesellschaftsaufbau.

    Das öffentlich-rechtliche ist eine Plattform, die garantieren sollte, dass eben genau diese Stimmen auch gehört werden. Eine Plattform für Bürger, auch solche. Dafür sind private Medien nicht da. Augstein muss nicht alles darstellen, die Welt auch nicht. Viel schlimmer ist der stille Konsens, dass es wirklich DAS andere Gesellschaftssystem geben würde (Kalifat, Deutschland der 30er oder sozialistische Selbstverwaltung) und dass unser System einen jungen Mann mechanisch motivieren kann, jemanden umzubringen. Wer den Unterschied zwischen desorientiertem, gesellschaftlichem Strandgut und einem Kampf ums Überleben nicht unterscheiden kann, der sollte im Elfenbeinturm des Wohlstandes nicht tiefsinnig raunen. Wenn jemand seinen Platz nicht gefunden hat, bedeutet es nicht, dass es keinen Platz gäbe.

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    Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, den Originaltext zu analysieren. Irgend wozu muss mein Deutsch-Abitur doch gut sein.

    Hutter kann sich den Grund für die Tat zunächst nicht erklären und stellt die Verschwörungstheorie als These auf. – Warum das einmalige Zeigen eines Videos ein hinreichendes Indiz sein muss, erschließt sich in diesem Kontext nur überzeugten Antisemiten sofort.

    Er stellt dann die Antithese auf, des vermeintlichen Kampfes fürs Gute, um diesen kurz danach mit der Verlogenheit des Establishments zu rechtfertigen.

    Seine Endlösung des Problems liegt dann in einem anderem Gesellschaftssystem.

    Für die Erreichung dieses Ziels liefert er im Text ausreichend Hinweise. Israelkritik ist da nur etwas für Anfänger, des Pudels Kern (Goethe) liegt tiefer. Die von ihm aufgeführten Indizien weisen dann auch auf den wahren Schuldigen hin, hier muss die aufbegehrende Jugend nachsetzen, will sie ihr Problem lösen.

    Es langweilt allmählich, dieser alte Wein in neuen Schläuchen.

    Um ihre ursprüngliche Frage zu beantworten. Es trauriger, dass im Kulturteil des öffentlichen Rundfunks niemand in der Lage ist, einen Text vernünftig zu analysieren, um ihn mit der Hinweis vorsicht Antisemitismus zu versehen.

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    Womöglich ist Ralf Hutter auf sein eigene „bierernste“ Art von antizionistischen Verschwörungstheorien ähnlich irritiert wie Sie, werter Herr Posner.

    So jedenfalls lese ich diesen Bericht über seine Begegnung mit einem in Berlin stadtbekannten Antisemiten:

    http://inrur.net/wiki/Wer_verh.....Sanders%3F

    Leider ist es schwer humorvolle, gelingende Debatten zu führen über die eingebildeten Bedrohungen des Abendlandes durch „Verjudung“ oder „Islamisierung“. Dabei könnte ein Blick auf das Treiben der üblichen Verdächtigen schnell zeigen, wie klein deren Spielraum für finstere Pläne ist.

    Beispielsweise sieht sich die zionistische Rechte in Israel öfters durch allerlei Verschwörungen „globalistischer“, „linker“ Juden wie George Soros bedroht, während die türkische AKP seit Jahren mit aller Macht gegen die „Terrororganisation“ des Islamisten Fethullah Gülen kämpft. Zudem wirken weder die israelische Militärherrschaft über die Palästinenser noch die türkischen Eindämmungsversuche des kurdischen Nationalismus wie überzeugende Gesellenstücke auf dem Weg zu einer meisterhaften Weltherrschaft.

    Da Juden und Islamisten also viel zu viel Ärger haben mit ihren eigenen „Fünften Kolonnen“, fehlen ihnen einfach Zeit und Kompetenz irgendwelche globalen Verschwörungspläne umzusetzen, die ihnen der Rest der Welt so gerne andichtet.

    Beste Grüße

    Ludwig

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      Nix los hier, wann schreibt Bärbel Schäfer ihren nächsten Artikel, der uns alle in den Bann zieht. Herr Posener, Sie müssen Ihren AutorInnen mal Druck machen.

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    @APo

    … ich schreibe nicht, dass ich David Nirenberg nicht lesen möchte. Vorerst aber müssen, für mich, einige im ‘Netz’ verfügbaren Rezensionen ‘genügen’. Der Perlentaucher schreibt, zu ihrer Rezension in der Welt 2015, ‘… von einer christlich-jüdischen Kultur mag Posener spätestens seit dieser Lektüre nicht mehr sprechen.’ … eine Meinung, die Sie, APo, auch schon ‘vor Nirenberg’ vertreten haben. Sie schreiben aber selber: ‘Nirenberg behauptet nicht, dass Kant die wirkliche Euthanasie wirklicher Juden wollte, ebenso wenig wie Marx, Hegel, Voltaire, Augustinus oder gar Paulus – sehr wohl aber Fichte und Luther – eine gewaltsame „Endlösung der Judenfrage“ wollten.’

    David Nirenberg, der übrigens wie ich 😉 , schon vom Antijudaismus BC schreibt, über einen Zeitraum von Jahrtausenden die ‘Geschichte des Antijudaismus’, wobei die Juden selber keine Rolle spielen. ‘Sie erscheinen ganz und gar als die weiße Leinwand, auf die die Nichtjuden ihre Schreckbilder projizieren … realistischer, auch produktiver wäre, Geistes- und Ideengeschichte als Dialog, als Rede und Gegenrede, zu verstehen, als ein Geschehen, an dem immer mehrere beteiligt sind – so dass jede Position viel besser begriffen werden kann, wenn man weiß, auf wen oder was sie wie reagiert.’ Hierzu zitiere ich Prof. Dr. Georg May:

    ‘… ist zu fragen, was es mit dem angeblichen oder wirklichen Antijudaismus von Christen auf sich hat. Daß sich die Masse der Juden von Anfang an der Botschaft Jesu und damit dem Christentum widersetzt hat, ist eine Tatsache. Der Kirche der ersten Jahrhunderte traten nicht nur die Feindschaft der Heiden, sondern auch der Haß der Juden entgegen. In der Folgezeit hat sich die Abneigung der Juden gegen die Christen nicht in Zuneigung verwandelt. Wenn jedes Wort über Jesus (und Maria) im Talmud haßerfüllt ist, wird man Verständnis haben für Christen, die sich von Juden nichts Gutes erwarteten. Ich vermisse, daß überhaupt einmal gefragt wird, wann, wo und wie oft Angehörige des israelitischen Volkes Christen und der Kirche berechtigten Anlaß zu Beschwerden, Klagen und Abwehr gegeben haben; nirgends wird untersucht, was Juden Christen angetan haben … Ich vermisse, … wovon sich das Mißtrauen oder die Feindseligkeit von Christen gegen Juden herleitet. Es könnte sein, daß Juden dazu Anlaß gegeben haben. Immerhin sprach der Papst jüngst in Jerusalem seine Hoffnung aus, daß es „nie mehr antijüdische Gefühle unter Christen oder antichristliche Gefühle unter Juden“ geben möge. Es erscheint auch angebracht, daran zu erinnern, daß nicht nur Antisemitismus Sünde ist, sondern auch Haß und Hetze gegen andere Völker, z. B. gegen das deutsche Volk. (Schuldbekenntnisse und Vergebungsbitten, Prof. Dr. Georg May)

    … meinen Hinweis auf Heinrich York-Steiner, immerhin einer der ersten und treuesten Anhänger Herzls – Die Juden wurden nicht mehr und nicht gehässiger verfolgt als andere Minderheiten … Wo immer andere religiöse Minderheiten lebten, wurden sie härter behandelt als die Kinder Israels. – haben Sie weggetan.

    Und damit Sie, der Beitragslänge wegen, nicht schimpfen, vorerst Schluss. Ohnehin können bei diesem, für mich sehr interessanten Thema, nicht Jahrtausende in eine Meinung beschrieben werden. Paulus habe ich angedeutet. Mehr wird folgen.

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      Lieber Blonderhans, Mayr dreht einfach die Tatsachen auf den Kopf und glaubt, eine neue Perspektive gefunden zu haben. Dass die Juden die christen – mit Grund – gehasst haben, ist eine Tatsache. Dass ihnen dieser Hass bis zurück in die Ursprünge des Christentums angedichtet wurde, ist eben Ausdruck des Antijudaismus. Christus wurde von den Römern hingerichtet, als Aufständischer INRI. Die frühen Christen haben diese unbestreitbare Tatsache umgedichtet und die Römer zu unwilligen Vollstreckern der Rachegelüste der Juden verklärt. Da geht es schon los. Ich schlage vor, Sie lesen Nirenberg statt Mayr.

      1. avatar

        @APo

        … ich werde Nirenberg lesen. Zuvor, bevor Sie ‘meckern’, ich schreibe nie von DEN Juden. Maria und die Apostel waren auch Juden.

        … die hebräische Bibel selber, also vor Saulus/Paulus, verkündete in diversen Prophetenreden Schimpf und Schande über ‘jüdische Kreise’. Allein Amos’ Anklage, 8. Jahrhundert v. Chr., gegen Raffgier jüdischer Händler oder 740 und 701 v. Chr. Jesaja, 30,9 ‘Denn dieses Volk ist störrisch. Seine Söhne sind Lügner, die die Weisungen des Herrn nicht gerne anhören. ist/wäre nach Ihrer oder Nirenbergs Auffassung Antijudaismus.

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        Genau: Juden gegen Juden in Stellung bringen. Das machen Antisemiten bis heute. Wenn Hölderlins Hyperion “die Deutschen” kritisiert, dann ist es etwas anderes, als wenn es ein – sagen wir – Engländer mit den gleichen Worten täte. Das eine ist radikale Selbstkritik, das andere wäre Germanophobie. Sie wandeln am Rande eines Abgrunds, dessen Existenz Sie leugnen.

      3. avatar

        @APo

        … sorry, werter APo, Sie mögen Macht, wie und warum auch immer, bei ‘starke-meinungen’ ausüben. Wahr ist das nicht, was Sie mir gegenüber, zumindest hier im thread, schreiben.

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    Der entscheidende Unterschied zwischen Christentum und Islam liegt in ihren Gründern:
    Judenfeindlichkeit, Haß auf Anderdenkende, Mordaufrufe, Kriegshetze, Kindesmißbrauch, Machtgier, all das wird von Mohammed selbst in den sogenannten “heiligen” Schriften propagiert oder praktiziert.
    Nichts davon findet sich bei Jesus !
    Stattdessen ist von Jesus nichts Eigenes überliefert, selbst die offiziell anerkannten vier Evangelien ergeben ein vielschichtiges und sich manchmal sogar sich widersprechendes
    Bild seiner Persönlichkeit. Dadurch konnte sich jeder seinen Persönlichen Jesus, um mal Depeche Mode zu zitieren, basteln.
    Das machte es allerdings auch den Mächtige leicht, Jesus für eigene Zwecke zu mißbrauchen. Im Grunde genommen wurden seit dem Edikt von Mailand Andersgläubige verfolgt, seit Honorius mit den Machtmitteln einer Staatsreligion auch ausgerottet.
    Das fing an mit den Arianern und endete erst, als die Religion mit der Aufklärung ihre Bedeutung und ihre Macht verlor. Während dieses ganzen Zeitraums waren die Juden genauso Ziel dieser Ausrottungspolitik wie andere Andersgläubige. Eigentlich ist es ein Wunder, das die Juden in Europa sich erhalten konnten.
    Insoweit ist das christliche Abendland nicht besser als die islamische Welt, dort ist man halt noch weit von der Aufklärung entfernt. Allerdings war die islamische Welt schon mal weiter, gestern erst sah ich einen Fernsehbericht, wie Hippies problemlos mit dem Wohnmobil durch Afghanistan und Pakistan fahren konnten und auch freundschaftlichen Kontakt mit den Einheimischen hatte.
    Warum sich das so extrem geändert hat ist allerdings eine andere Geschichte.

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      Vielleicht auch wegen der Hippies? Ich habe einen Freund, der war 67ff Drogendealer, landete in Afghanistan, wo es den besten Haschisch der Welt gab, verführte ein örtliches Mädchen und wollte sie heiraten, bis in der Nacht vor der Hochzeit die Taliban erschienen und ihm klar machten, er sollte das Land verlassen, wenn ihm sein leben lieb wäre. Heute handelt er mit Kunstgewerbe aus dem Morgenland.

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        “Auch dem selbstverliebten Alan Posener („Welt“) fällt ab und an ein Gedanke zu, den die Kollegenherde nicht bereits wiedergekäut hat.”

        Der große Wolfgang Röhl hat sie lobend erwähnt, bei Achgut, dem aktiven Blog. Hier passiert ja selten was, was macht eigentlich Bärbel Schäfer?

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      Sehr geehrter Don Geraldo,

      die Botschaft der Nächstenliebe, die sich auch schon im Alten Testament und auch in talmudischen Bibelkommentaren zuhauf findet, wurde von Jesus Christus noch einmal wiederholt und “universalisiert”, d. h., sich richtete sich explizit an die gesamte Menschheit.

      Was jedoch ganz neu war am Christentum, dürfte die Tatsache gewesen sein, daß Jesus auch von der Liebe Gottes zu den Menschen sprach. Das waren ganz neue Töne, wenn man bedenkt, daß die meisten antiken Götter doch eher grausam und rachsüchtig waren.

      Ja, und leider auch Mohammed ermahnte die Muslime, für ihren Glauben zu töten. Der Gott der Christen bzw. Jesus hingegen starb für die Sünden der Menschheit, die durch dieses Opfer erlöst wurde.

      Ein wunderschöner Choral in Bachs Johannespassion geht wörtlich auf die Erlösung der Menschheit durch Jesu Opfergang ein. Es heißt dort:

      “Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn,
      ist uns die Freiheit kommen.
      Dein Kerker ist der Gnadenthron
      die Freistatt aller Frommen.
      Denn gingst du nicht die Knechtschaft ein,
      müßt’ unsre Knechtschaft ewig sein.”

      Nicht umsonst befindet sich dieser Choral genau in der Mitte des Werkes. 🙂

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    Danke, Alan Posener!
    Ich habe etliche christliche Freunde, auch solche die ein angeschlossenes Theologiestudium hinter sich haben. Sie alle wissen, daß es sich so verhielt (und teils immer noch so verhält) wie Sie es in Ihrer Antwort beschreiben. Schade daß es Menschen gibt, die nicht dazu lernen wollen, die lieber in einer Wunschblase leben.
    Ich kann zwar nachvollziehen, wenn einer sagt “Christentum und Antisemitismus = ein Widerspruch, aber das ändert nicht daran, wie die realen Verhältnisse waren. Es “mußte” anscheinend der Holocaust (Shoah) geschehen, bevor die Kirchen einsahen (noch immer nicht ganz), daß an ihrer Einstellung Juden gegenüber was schwer nicht stimmt.
    lg
    caruso

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      caruso: ‘Ich kann zwar nachvollziehen, wenn einer sagt „Christentum und Antisemitismus = ein Widerspruch, aber das ändert nicht daran, wie die realen Verhältnisse waren.’

      … werter caruso, es fängt immer an mit einer falschen Behauptung, wie und warum auch immer, an, ich habe geschrieben, christlicher Antijudaismus ist ein Widerspruch in sich. Von Antisemitismus habe ich nix geschrieben.

      1. avatar

        Blonderhans, lesen Sie doch den Nirenberg. Sie können davon etwas lernen.

  7. avatar

    Verehrter herr Posener,

    das “Man weiß nicht, was trauriger ist: dass ein erwachsener Mann wie Ralf Hutter solchen Unsinn glaubt, oder dass er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Plattform findet, um seinen Unsinn zu verzapfen.” ist ja wohl nicht Ihr Ernst?

    Zehntausende von Erwachsenen haben alleine in den achtzigern die (im wesentlichen) politik- und sozialwissenschaftichen Fachbereiche westdeutscher Universitäten mit Varianten genau dieses Unsinns verlassen. Und ich könnte Ihnen ohne grössere Mühe dutzende ähnlich gelagerter Beiträge aus ZEIT, SPIEGEL, taz oder aus den Staatsmedien zeigen, die alleine in den letzten 10 Jahren veröffentlicht wurden.

    Das von Ihnen zitierte und zu Recht kritisierte ist mitnichten eine Ausnahmeerscheinung. Es ist integraler Bestandteil des Glaubenssystems eines guten Teils der westdeutschen Linken. Ich war in den späten achtzigern und frühen neunzigern ja als politischer Aktivist der Gegner untwegs, Sie müssten das als ehemals Linksradikaler eigentlich noch viel besser wissen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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      Lieber Herr Haupts, warum habe ich wohl diesen eher unbedeutenden Journalisten kritisiert? Eben. Manchmal geht mir das Bierernste der Deutschen, links wie rechts, mehr auf den Keks als jede dumme Behauptung eines einzelnen Deutschen, links oder rechts.

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        Dann gehen Sie doch ganz einfach nach England zurück, wo Sie hingehören.

        Ach nein, Sie müssen als Journo ja alles Deutsche schlechtreden, um dessen von Ihresgleichen geplanter endgültiger Vernichtung durch die Invasoren und die restlos linksverpestete Politik und Verwaltung des Landes den Weg zu bahnen. Ihre starkpigmentierten Goldstücke, deren Lebensfreude Sie so toll finden, machen zu diesem Zweck munter weiter mit dem, was sie so schön können:

        http://www.badische-zeitung.de.....igewahrsam

        https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/angriff-mit-beil-in-kerpen-zwei-menschen-schwer-verletzt-verdaechtiger-tuerke-kommt-vor-haftrichter-a2604083.html

        Danke sehr.

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        Und noch was: ich hätte Verständnis für jeden Deutschen und jede Deutsche, der/die künftig sofort bei Anbahnung eines Konfliktes mit einem Starkpigmentierten präventiv härteste Register zieht. Putativnotwehr heißt es bei den Juristen.

        Denn inzwischen muss man davon ausgehen, daß diese Leute, die von manchen auch als “Importgesindel” bezeichnet werden (nicht von mir) allesamt tickende Zeitbomben sind, welche wegen Nichtigkeiten ihr mikroskopisch kleines Ego durch Mord und Totschlag aufzuwerten versuchen.

      3. avatar

        Ich hätte Verständnis für jeden anständigen Deutschen, der künftig sofort bei Anbahnung eines Konfliktes mit einem Türken oder ähnlichem sofort härteste Register zieht. Putativnotwehr, wie die Juristen sagen.

        Denn inzwischen muß man davon ausgehen, daß die letzteren allesamt tickende Zeitbomben sind, welche wegen Nichtigkeiten ihr kleines Ego durch Mord und Totschlag aufzuwerten versuchen.

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        Danke für die Antwort. Verstanden :-).
        Mit dem Bierernst stimme ich überein (wir haben in Aachen seit 25 Jahren ein jährliches Treffen von Altfunktionären aus den Studentengruppen MSB Spartakus, SHB, JuSos, verschiedene Unabhängige und RCDS. Das geht nur, wenn man sich menschlich respektiert, ohne seine politischen Unterschiede aufzugeben. Und mit viel Humor).

        Gruss,
        Thorsten Haupts

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        Da wäre ich gern dabei… (Geht Ex-KSV, oder ist das denn doch ZU links?)

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    Ja, diese Denkweise ist leider aber scheinbar ganz “normal” für Menschen zum Beispiel auch in meinem städtischen Umfeld – Denn auch seine Mitgliedschaften laut Webseite spiegeln die Verankerung im Anerkannten (Establishment?): Verdi Pro Asyl Foodwatch Foodcoop Schinke 09 Solidarische Landwirtschaft Spörgelhof Die Partei

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      “Dummerweise kann sich diese Kritik an einer ungerechten, verlogenen Welt nicht nur auf Pseudo-Belege berufen. Leider haben wir uns daran gewöhnt, dass die Regierenden immer wieder lügen.”

      Die “verlogene Welt” des Journalisten Hutter klammert witzigerweise die Medien aus. Da hat er bestimmt selbst gelacht, als er das geschrieben bzw. weggelassen hat.

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    … Sozialisten und Mohammedaner sind sich, von Kumpanei bis hin zum gegenseitigen ‘Fresse polieren und killen’, ähnlich. Wenn Hutter schreibt: „Wer Verschwörungsglauben und den ganzen daraus folgenden Irrationalismus, bis hin zu Attentaten, abschaffen will, der muss sich für ein anderes Gesellschaftssystem einsetzen.“ meint er die Integration der ‘Ungläubigen’ in den Islam … dass Sozialisten im Islam mit als erste am Kran baumeln, s.h. Chomeinis ‘Revolution’ im Iran, scheint die Genossen nicht zu interessieren. Mir fehlt wohl ein Gen, die Gedankengänge von Sozialisten irgendwie sinnvoll einordnen zu können. Nun ja.

    Gudrun Eussner zum islamischen Terroranschlag von Barcelona und Cambrils.

    (… ahem, es gibt keinen christlichen Antijudaismus.)

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      Lieber Blonderhans: “Es gibt keinen christlichen Antijudaismus” ist in etwa so zutreffend wie: “Der Islam hat mit dem Terror nichts zu tun.” Bitte machen Sie sich nicht dümmer als Sie sind. Zum Beispiel, indem Sie David Nirenbergs “Antijudaismus” lesen.

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        … sorry, werter APo, wir haben uns deswegen schon öfter ‘gehabt’. Und werden uns darin wohl, warum auch immer, nicht einig. Antijudaismus ist Antijudaismus. Judenfeindschaft gab ‘s Jahrtausende BC. Christlicher Antijudaismus ist ein Widerspruch in sich. Das ist ein Fakt.

        … und es gibt keinen ‘politischen Islam’, keinen ‘fundamentalistischen Islam’, kein ‘Islamismus’, keinen ‘Islam light’, keine europäischen Islam … Islam ist Islam und eine Ideologie, ‘eine Weltanschauung’, wie es selbst Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, in WELT.de, heute, erklärt. Außerdem sei er „per se ein Schwarzer“. Auch das ist nicht neu!

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        Ich will Ihnen eines sagen, in aller Feindschaft, blonderhans: ich toleriere Sie und Ihren Hamster hier als Clown, und weil mir die Zensur abhold ist. Aber die schlichte Leugnung einer Tatsache, nämlich des christlichen Judenhasses, dem Millionen zum Opfer gefallen sind, überschreitet bei mir die Grenze der Toleranz. Es gibt ein Maß an Renitenz und Mangel an Selbstkritik, das an Böswilligkeit grenzt. Selbstgerechtigkeit ist zu Recht die schlimmste der Todsünden. Sie brauchen einen Beichtvater. Sie mögen denken, was Sie wollen. Gott nur sieht das Herz. Aber unterlassen Sie bitte die Unterstellung, die Juden hätten jahrhundertelang sich nur eingebildet, von ihren christlichen Nachbarn ausgegrenzt, verfolgt und oft genug ermordet worden zu sein. Christlicher Antijudaismus ist begrifflich ein Widerspruch, so wie Ausbeutung im Sozialismus ein Widerspruch ist, gewiss. Allein beides kam nicht nur vor, sondern war endemisch, ja konstitutiv. Wer sich als Christ dem christlichen Antijudaismus nicht stellen will, ist Antisemit und moralisch nicht besser als jemand, der den Unterdrückungscharakter der DDR leugnet. Der hat dann aber auch hier keine Plattform verdient. Bitte: Ihre Wahl. Noch einmal: ich verlange nicht, dass Sie anders denken. ich will nur, dass Sie anders schreiben.

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        … alles klar Alan Posener. Ich kann nicht anders schreiben als wie ich denke. Ich gehe.

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        @APo

        … nix da, wenn Sie sich beruhigt haben, komme ich wieder. Was soll ich bei ‘Achgut’? Mit denen stimme ich zu 95% überein. Die fehlenden 5% sind meine Reserve für einen Widerspruch, wenn Sie dort schreiben sollten.

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        Dass Sie zu 95% mit “AchGut” übereinstimmen, spricht nicht für meine ehemaligen Mitstreiter.

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      95% Übereinstimmung sind eher ein Zeichen für nie erwachsen geworden.

      achgut lebt von der IMHO unbestreitbaren Verengung des deutschen veröffentlichten Meinungsspektrums in der Zeit zwischen 1990 und 2014. Überspitzt ausgedrückt hielten deutsche Journalisten die Frage “Elektroauto jetzt oder in 5 Jahren” für das Maximum aushaltbaren demokratischen Meinungsstreites.

      Ich als alter Reaktionär hatte mich ja ursprünglich über das Erstarken von Publikations-Alternativen wie achgut oder Tichys Einblick gefreut. Und fand nach wenigen Monaten den ewig gleichen Sound aus gespielter Verachtung aller Andersdenkenden, der Einstufung aller ausser den achgutern als wahlweise verblödet, böswillig oder psychisch krank schlicht zum Gähnen langweilig. Öde. Vorhersehbar. Leiernd. Einen achgut Artikel könnte ich mit 15 Minuten Arbeit am Fliessband produzieren. Da gehen dann auch gute Argumente einfach unter …

      Dass sich manche Leute in dem Umfeld trotzdem wohlfühlen, ist vollkommen klar: “Endlich sagt´s mal jemand …” in Kombination mit “Denen haben wir´s jetzt aber so richtig gezeigt. Jawoll.” Na ja. Wenn´s schön macht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

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        Nun, Herr Haupts, Tunnelrealitäten finden sich leider Gottes nicht nur bei der anderen Feldpostnummer – wenngleich sie dort gehäuft auftreten 🙂

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