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Burka-Verbot: French Angst

Jede Nation hat, so scheint es, ihre eigenen Ängste. Gegen die Atomkraft geht kein Franzose auf die Straße. Aber wegen des „französischen Klempners“ ließen unsere Nachbarn die EU-Verfassung beim Referendum durchfallen; wegen des Versprechens „mit dem Kärcher“ gegen die randalierende arabische Vorstadtjugend vorzugehen, gewann Nicolas Sarkozy die Präsidentschaft; und nun wird, in einem dritten Akt französischer Symbolpolitik, Frauen das Tragen einer Gesichtsverhüllung verboten.

Natürlich nicht allen Frauen und nicht jeder Verhüllung: kommen Japanerinnen nach Paris, die aufgrund der dort seit jeher vorherrschenden Mikroben-Phobie eine jener absurden Chirurgenmasken tragen, die wegen der Japanese Angst vor Mikroben in Tokio zum guten Ton gehören, werden sie vermutlich nicht zwecks Feststellung der Personalien und Bestrafung von den Flics festgenommen.

Während Frankreichs seine Rafale-Jets, die es eben noch an Ghaddafi verkaufen wollte, nun einsetzt, um Ghaddafi zu stürzen und die Macht in Libyen an Leute zu übergeben, unter denen sich nicht wenige muslimische Fundamentalisten befinden, gefällt sich das französische Parlament in einem Akt dümmlicher Diskriminierung gegen muslimische Frauen, der allenfalls dazu führen wird, dass die frömmsten und am meisten unterdrückten Frauen gar nicht mehr das Haus verlassen. Ralph Giordano, der sich über „Pinguine“ im Kölner Straßenbild aufregt, kann sich Hoffnungen auf Abhilfe machen: Frankreichs Straßen sind bald pinguinrein.

Zwar gibt es, wie das Beispiel Giordanao zeigt, auch in Deutschland jede Menge Panikmacher, die – so sehr viele von ihnen die deutsche Ablehnung der Kernkraft als „German Angst“ zu diskreditieren versuchen – eben diese Angst gegen Fremde zu mobilisieren versuchen. Wie hieß doch gleich jenes Buch, mit dem der rassistische Diskurs salonfähig wurde? „Ein paar Vorschläge zur Verbesserung unserer Integrationspolitik“? Ach, nein: „Deutschland schafft sich ab“.

Hier wurde eine Ur-Angst mobilisiert: die Existenzangst. Gegen einen solchen Titel, der von klugen Köpfen als „wichtigen Diskussionsbeitrag“ gewürdigt wurde, wirken die Parolen selbst der zornigeren Atomkraft-Aktivisten noch gemäßigt. Jedoch ist die von Thilo Sarrazin und seinen medialen Helfershelfern geschürte Xenophobie eine Stammtisch-Erscheinung geblieben. Den Arsch zum Demonstrieren hoch kriegen die wenigsten Muslimfeinde, und wenn ja, waren die Anhänger der demokratischen Tugend der Toleranz – hier und da als „Gutmenschen“ verspottet – in der Mehrzahl.

Die politische Klasse hat alles in allem besonnen reagiert, hier ist insbesondere Christian Wulff hervorzuheben, und trotz des verbreiteten Stammtisch-Gezeters gegen die politische Korrektheit haben rechtspopulistische Parteien nirgendwo einen solchen Zulauf bekommen wie in Holland oder eben in Frankreich.

Im Gegenteil. In Hamburg, Sachsen-Anhalt, NRW und Baden-Württemberg rückten die politischen Koordinaten leicht nach links, und im nationalen Maßstab führt Rot-Grün vor Schwarz-Gelb. Die FDP hat auf ihren beispiellosen Absturz bisher ebenfalls mit einem Kurskorrektur Richtung links geantwortet, obwohl es rein rechnerisch gesehen durchaus die Option auf die von keiner Partei besetzte nationalliberale Position gibt. Allein, es fehlt der FDP ein Jörg Haider, und das ist erstens gut so und zweitens kein Zufall.

Vielleicht stimmt es nämlich, dass es in Deutschland so etwas wie eine frei flottierende Angst gibt. Doch sollten wir erstens zur Kenntnis nehmen, dass es ähnliche Erscheinungen offensichtlich auch in anderen Ländern gibt. Und zweitens froh sein, dass sie sich an der Atomenergie festmacht. Atomkraftwerke lassen sich nämlich ausschalten, ohne dass die Menschenrechte unserer Mitbürger verletzt werden, anders als beim Ausschalten vermummter Frauen aus dem Straßenbild, wie es von der French Angst nun verlangt wird.

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44 Gedanken zu “Burka-Verbot: French Angst;”

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    Fällt mir schwer, dieses Gesichtsgitter mit Freiheit zu assoziieren. Da stirbt keine Freiheit, wenn es verboten wird.

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    @derblondehans: Kleine Geschichtchen erhalten die Erinnerung.
    Und hier so passend platziert. Oder?

    Wann war das noch mal? 1683

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    Das ist eine bizarre Debatte hier! Bezeichnend vielleicht auch, dass niemand auf die differenzierende Stimme [i]aus Iran[/i] eingegangen ist. Es ist immer einfacher über „den“ Islam und „die“ Muslime zu reden als mit ihnen. So wie jan z. volens mal eben für „eine halbe Milliarde“ Lateinamerikaner spricht. Lach! Und @derblondeHans: dass Sie für Ihre krausen Thesen auch noch Goethe bemühen, ist ja wohl voll daneben!
    Um noch was Eigenes beizutragen: Neulich saß ich mit meinem Söhnchen im Wartezimmer einer Logopädin zusammen mit einer Frau, die eine Burka trug und sich höchst angeregt, fröhlich und in gutem Deutsch mit einer modernen jungen Deutschen über die Vor- und Nachteile des Lebens in Köln und Münster austauschte und stolz von den schulischen und beruflichen Erfolgen ihrer Söhne und (!) Töchter erzählte.
    Ich gebe zu, dass in mir die Burka spontan Assoziationen an den terroristischen Überfall auf das Theater in Moskau vor einigen Jahren auslöst, aber die kleine Wartezimmerszene zeigt doch, dass die Wirklichkeit unsere Klischees immer wieder auf die Probe stellt. (Nein, ich glaube jetzt nicht, dass alle Burkaträgerinnen so sind wie diese hier, aber ich glaube auch nicht, dass alle Rechtspopulisten blond sind und Hans heißen)

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    Wo sind die Belege, dass es um Angst geht in Frankreich? Spricht aus dem Verbot nicht einfach das zivilisatorische Sendungsbewusstsein der franzöischen Nation? Frankreich hat sich schon in der Kolonialzeit in seinen Kolonien mehr um Franzisierung bemüht als die liberalen Briten um Anglisierung und die Deutschen um Germanisierung.

    Übrigens ist Poseners Verteidigung der liberalen Demokratie nicht durchgängig. Zwar streitet er gegen die Verdrängung von Schleiern aus dem Straßenbild, befürwortet aber die Verdrängung von Männern aus Vorstandspositionen. Friede den Hütten, Geschlechterkrieg den Palästen mag die dahinterstehende Logik sein.

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    @derblondehans
    „egal ob sozialistisch, kommunistisch, national-sozialistisch oder mohammedanisch, zusammengefasst die der Neo-Sozialisten und Klerikal-Faschisten also,“

    Das ist ein weiter Faschismusbegriff. Ich bin nicht der Auffassung, dass diese Systeme verblöden, aber sie machen extrem unselbstständig. Die Verantwortung des Individuums für sich selbst wird beschnitten und damit nicht genügend gefördert. Nischen der Bildung kann man trotzdem finden. Die Utopie des neuen Menschen hat sich nicht erfüllt.

    Ich sehe vor allem die Religionsfreiheit gefährdet, wenn Panikmacher sich durchsetzen.

    Bassam Tipi, Die neue Weltunordnung: „Eine sachlich begründete und aufklärerische Diskussion ist über den anstehenden Gegenstand nur möglich, wenn zwischen Islam als Religion und Gottesglauben und dem Islamismus als politische Ideologie mit dem Anspruch auf eine Weltmachtstellung unterschieden wird.“

    Der Westen muss sein demokratisches Konzept verteidigen. Dazu gehört auch, dass er sein Verhältnis zu islamischen Staaten überdenkt, z. B. Saudi-Arabien und Libyen. Demokratieexport mit Waffengewalt und Bevormundung führt zu immer neuen Gräben und spielt den Extremisten in die Hände.

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    Frau Groda wo haben sie diese Erkenntnis her:

    Zuhause buckeln Sie (die Franzosen)untertänigst vor jedem”Patron”

    ???

    Sie kennen sicher keine Arbeitskaempfe in Frankreich oder?

    Und was Apo betrifft:

    Was wuerde er wohl machen, wenn er die Legitimation einer Burka tragenden Frau überprüfen muesste?

    Pas de visage, pas d’arrrgent

    sagte der algerische Bankangestellte…

    siehe:

    http://tinyurl.com/3kwsq7u

    🙂 🙂 🙂

    Dass M. Bling Bling immer mehr an Stimmen in Frankreich verliert fuehrt leider zu solchen unsinnigen Gesetzen.

    Aber da man in Frankreich auch bei rot über die Ampel geht, wird das Gesetz nicht so heiss gegessen wie es gekocht wird 🙂

    Und Apos Analyse des populistischen Waehlerpotentials unterschlaegt leider die Tatsache, dass Frankreich schon immer einen Anteil von 20% Rechtswaehlern hatte.

    Ob Sarko die naechste Wahl mit solchen populistischen Massnahmen gewinnen wird ??

    Hier etwas zu M. Bling Bling:

    http://tinyurl.com/4y58vyx

    Noch ein Kommentar zu dem blonden Hans:

    Fuer mich ist immer wieder ueberraschend festzustellen, dass in Deutschland (sicherlich auch in den US und France) die Rechtspopulisten leider nie blond sind und auch keine blauen Augen haben. Sind diese Personen wirklich Arier ???

    AH war auch ein typischer Arier oder 🙂 🙂

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    @derblondehans: War mein Fehler. Hatte mich zu kurz gefasst. Wo von denn? Offensichtlich hat er wenig Kenntnis vom Islam, der Gen- und der Intelligenzforschung.

    Soll auch heißen: Er läuft zu Veranstaltungen und macht Islamkritik und sagt dann:
    “Ich weiß gar nicht genau, was der Islam ist.”

    Was ich ihm glaube: Das er vom orthodoxen Judentum viel Zustimmung erhalten hat. Ob das gut ist, bezweifle ich.

    Ansonsten gebe ich ihnen, derblondehans, in Bezug auf die Gene und die Intelligenz soweit Recht. Ich habe noch nie so viel über Intelligenz und Gene gelernt, wie in der Zeit der Auseinandersetzung mit dem Erscheinen des Buches „Deutschland schafft sich ab“.
    Das Problem der Inzucht wurde bereits früher erkannt, sicher auch von den Türken. Das ist einfach Stimmungsmache. Sollte für mich heißen: Gesundheitskosten sind zu hoch.

    „..egal ob sozialistisch, kommunistisch, national-sozialistisch oder mohammedanisch, zusammengefasst die der Neo-Sozialisten und Klerikal-Faschisten also, verblödet Menschen total. Trotz ‘guter’ Gene, sprich ererbter positiver Veranlagungen – die nun mal jeder Mensch hat.“

    Woher nehmen sie die Behauptung, dass mohammedanisch, dazu schrieb bereits etwas, verblödet? Es war einmal eine Hochkultur, die Krankenhäuser, Sozialsysteme, Medizin u. v. m. entwickelt hat. Die Moslems konnten Lesen, Schreiben und Rechnen, da war Europa… Sie hatten eine hochentwickelte Kultur.

    Es ist nicht nur die Gleichmacherei, die den Menschen verblödet, sondern auch das Desinteresse an den Menschen. Mit der Technisierung der Arbeitsprozesse und Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland sind viele Arbeitsplätze weggefallen. Es wird nach Höherqualifizierten gerufen.

    Wo bleiben die Anderen? Kinder nur in Kitas oder Ganztagsschulen zu stecken ist zu wenig, vor allem wenn die Qualität der Einrichtungen nicht stimmt.
    Die Vorbildwirkung im häuslichen Bereich stimmt dann noch lange nicht. Das zeitige Sortieren ins dreigliedrige System, das schafft Fakten. Da will aber niemand ran. Warum wohl nicht?
    Mit der Eigenverantwortung klappt es eben wirklich nicht bei jedem Menschen.

    Offensichtlich gelingt es der Gesellschaft immer weniger die Menschen zu Teilhabe an der Gesellschaft zu ermuntern. Zu viele haben aufgegeben und sich eine eigene >heile< Welt geschaffen. ‘die Gesellschaft ist nix, das Individuum alles’ funktioniert auch nicht. Höherqualifizierte gehen immer mehr ins Ausland und kommen nicht zurück.

    Wo sind die Visionen? Aufzählen kann ich auch viel.

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    Hab ich gerade gefunden.

    Sarrazin hatte zuvor erwartungsgemäß bekundet, „historisch und kulturell“ sei der muslimische Glaube natürlich kein Teil Deutschlands. Zugleich bekundete er offenherzig: „Ich weiß gar nicht genau, was der Islam ist.“

    http://www.evangelisch.de/them.....uslim37089

    Wovon dann? Genetik? Intelligenz?

    „Sarrazin bekräftigte seine Aussagen zur genetischen Vererbung von Intelligenz. Es sei in der Wissenschaft eine unbestrittene Tatsache, dass Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich sei. Sarrazin wies den Vorwurf zurück, er sei ein Antisemit. Für seine Aussage, dass alle Juden ein bestimmtes Gen teilten, habe er im orthodoxen Judentum viel Zustimmung erhalten. “

    http://www.kath.net/detail.php?id=31056

    Das glaube ich ihm.

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    @Posener: Sie können Deutschland und Frankreich nicht vergleichen. In Deutschland sind die meisten Muslime Türken oder Perser. In Frankreich gibt es doppelt so viele Muslime wie in Deutschland. Ein Teil davon sind Salafisten, und um die geht es. Das Burkaverbot ist berechtigt. Es geht nicht an, dass man militantem Fundamentalismus den Weg ebnet.
    Die normalen Muslime, meistens Algerier oder Tunesier, haben mit dem Burkaverbot kein Problem und unterstützen es sogar oft.
    Grundsätzlich hasse ich diese Vergleichsphilie von Journalisten. Frankreich ist ein völlig anderes Land.

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    Habe da eine Antwort gefunden, weiß nicht, ob Sie die schon kennen:

    „Frankreich sieht sich als laizistischen Staat, in dem jeder Mensch öffentlich als Individuum in Erscheinung tritt; in dem Mann und Frau gleichberechtigt sind und in dem sich die Menschen eine gewisse Grundwertschätzung dadurch erweisen, dass sie sich gegenseitig in die Augen sehen lassen.

    Das Burkaverbot ist ein Symbol dafür, dass das öffentliche Zeigen klar gegen das französische Staatsverständnis und seine Verfassung gerichteter menschenverachtender Symbole in Frankreich indiskutabel und vom Rest der Gesellschaft unerwünscht ist.

    Menschen, die anderer Ansicht sind, können zwar in Frankreich leben, stehen aber gemäß des französischen Selbstverständnisses außerhalb der französischen Gesellschaft.“

    http://korrektheiten.com/2011/.....liberalen/

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    @derblondehans

    Woher ist die Wut auf den Islam?

    „Mohammedaner, von den Bekennern des Islam abgelehnte Bezeichnung für -> Muslim. “ Der Jugend Brockhaus

    „.. die Vorschriften, die das Verhalten und die Behandlung der Juden (und Christen) regelten, ..,auf leicht identifizierbaren, relativ begrenzten Gesetzen, die in die Scharia, das heilige Recht des Islam, eingegangen waren und von einer Autorität, sei es dem Kalifen, einem Sultan .., mittels ernannter Richter ausgeführt wurden.“*

    *Mark R. Cohen „Unter Kreuz und Halbmond Die Juden im Mittelalter“

    Wie es im Christentum zuging, kann man auch in diesem Buch lesen.

    Zu Fragen des Heiligen Krieges habe ich folgende Buchempfehlung:

    Dag Tessore „Der Heilige Krieg im Christentum und Islam“

    Der Umgang mit >dem Islam< ist beängstigend. Um heutige Prozesse zu verstehen, habe ich noch eine weitere Buchempfehlung.

    Bassam Tibi: Die neue Weltunordnung

    Dort kann man auch einiges über das Verhältnis Scharia und Kalifat zum Koran lesen.

    Es gab auch atheistische Strömungen mit extremem Gewaltpotential.

    Soll nichts relativieren, sondern Horizont erweitern.

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    @ derblondehans: Sie unterstellen mir und anderen eine ‘Kollektivschuld’, also Mitverantwortung, am Mord an Juden in der Zeit des National-Sozialismus. Obwohl ich mehrfach geschrieben habe, dass ich weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren bin.

    Wenn Sie dem „WIR“, von dem ich gesprochen habe, nicht angehören, weil Sie „weit nach Ende des zweiten Weltkrieges geboren“ sind, berührt Sie meine Behauptung gar nicht.

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    @ Alt 68 er
    Es gibt anscheinend noch ein seriöses, Rezensionen bei Perlentaucher. Matthias Hambrock: Die Etablierung der Aussenseiter: der Verband nationaldeutscher Juden 1921-1935 Auszüge zu finden: Google-Books.

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    Der Hinweis auf Erwin Goldmann sollte man vielleicht einmal genauer nachgehen. Auf die Schnelle habe ich nur recherchieren können, dass der Herr angeblich dem Nationalsozialismus nahe stand. Aber die Quellen im Netz wirken für mich nicht auf den ersten Blick vertrauenswürdig. Es gibt aber ein Buch von Wolfgang Benz,

    Patriot und Paria

    das ich mir vielleicht mal ausleihen werde.

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    Oben ist mir ein blöder Kommafehler passiert, es sollte heißen:

    Dafür ist ein Burka-Verbot, denke ich, nicht geeignet.

    Leider kann ich die Quelle für die Frage der Vermummung nicht mehr finden. Der Artikel steckt irgendwo im Internet. Bin kein Jurist.

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    @ derblondehans, Hänschen klein

    Ich wollte nur sagen, dass ich den Vergleich unangemessen finde. Ich bin auch davon überzeugt, dass man dieses Thema abhandeln kann, ohne auf Juden Bezug zu nehmen. Vielleicht wird Ihr Hinweis mal von Herrn Posener aufgenommen; dann wird man das sicherlich kontrovers und differenziert diskutieren können.

    @ KJN

    Was meinen Sie, wie könnte man da Hilfe leisten? Schutzstaffeln, Wachtrupps? Ich phantasiere immer von Clockwork Orange Therapien für kleine Straftäter. Aber das ist faschistisch.

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    @Alan Posener: Danke für den neuen Beitrag. Bei aller Angst und Sorge, die einen überfällt angesichts des Populismus, der Meinungsmache und Manipulation müssen wir uns immer vergewissern, wie steht es um den Staat dabei, wie kann er mit solchen Meinungen, wie sie in „Deutschland schafft sich ab“ geäußert wurden, umgehen. Kann jede vermeindliche wissenschaftliche Erkenntnis unser Menschenbild derartig beschädigen, dass falsche Schlüsse gezogen werden.

    @ Alt 68 er: Ist das Vermummungsgesetz nicht Teil des Demonstrationsrechtes und damit sonst nicht anzuwenden? Soll heißen, erst wenn die burkatragenden Frauen für ihr Recht auf Nichtverschleierung auf die Straße gehen (demonstrieren), ist es ein
    Fall für die Polizei.

    Für aufgeklärte Mitteleuropäer ist die tiefe Religiosität oft nicht nachvollziehbar. Die Burka ausschließlich der Unterdrückung von Frauen und der Verdeckung von Schlägen zuzuordenen, ist extrem einseitig. Wir haben im 20. Jahrhundert, nicht nur gerechte und ungerechte Kriege, sondern auch unzählige „Befreiungsversuche“ mit großen Verlusten an Menschenleben erlebt. Die entsprechenden Gruppen müssen sich schon selbst befreien, man kann sie dabei nur unterstützen. Dafür ist ein Burka-Verbot, denke ich nicht, geeignet.

    Ich will nicht missverstanden werden, auch mich überkommt ein ungutes Gefühl, wenn ich Burkaträgerinnen sehe. Allerdings muss ich dahinter keinen Terroristen vermuten, sondern kann mir durchaus eine schöne Frau vorstellen. Mein Impuls: So will ich ganz sicher nicht bekleidet sein. Die Gefahr besteht nicht, solange der Staat seinen säkularen Charakter behält. Dazu gehört natürlich auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Islam mit seinen vielen Gruppierungen.

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    Ich zweifle weiterhin, daß ein „Zeichen“, wie ein Burkaverbot sinnvoll ist. Welche Kleiderordnungen werden folgen?
    Allerdings müssen „wir“ (unsere Generation) bald mal auf die Verachtung der Islamisten reagieren:
    Von der Generation der jetzt 19..20-Jährigen weiß ich, daß sie sich seit einiger Zeit polarisieren – in die (keineswegs nur autochton-deutschen) Kartoffeln, die Alkohol, Schweinefleisch nicht ablehnen etc. und die Kanakken, die erstere verachten, gerne in Gruppen von 15, 20 auf Festen etc. auftauchen, um „besoffene, hilflose“ Kartoffeln zu „klatschen“ oder „abzuziehen“. Hier ist Stellungnahme gefordert, anderfalls lassen wir die jungen Leute im Stich. Die werden sich dann irgendwann selber helfen, und ich vermute, das wird nicht so moderat sein, wie uns das jetzt noch(?) möglich sein wird.

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    @ Hänschen Klein

    nun ja, Sie sind mindestens so sophistisch wie ich. Aber Sie können sich vorstellen, was ich meine?

    @ der blonde hans

    können Sie die Quelle angeben?

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    Ihr abqualifizierenden Kommentare zu Frankreich sind kaum von Sachkenntnis getrübt. Z.B. „Gegen die Atomkraft geht kein Franzose auf die Straße.“ Auch wenn die Franzosen weniger demonstrieren als in Deutschland, der Unfall in Japan hat zutiefst erschüttert und brachte z B die traditionell pro-Atom Sozialisten dazu, von einer Abkehr vom Atom zu reden. In den Medien gibt es sehr viel Diskussion. Und: „wegen des „französischen Klempners“ ließen unsere Nachbarn die EU-Verfassung beim Referendum durchfallen“, sie kennen die Diskussion überhaupt nicht, Sie wissen nicht einmal, dass von einem polnischem Klempner die Rede war. Deutschland hätte wohl auch die EU-Verfassung durchrasseln lassen, wenn es die gelegenheit gehabt hätte. Und dann Sarkos Kärcher. Sie machen es sich sehr sehr einfach. Das Burka Gesetz (gibt es übrigens auch in Belgien) entspricht einem Konsens im Land und dem Verständnis von frz Republik, nicht mit verdecktem Gesicht sich in Ämtern zu zeigen. Mit Ängsten hat das nichts zu tun.

    über das frz Nein zur EU-Verfassung empfehle ich Ihnen wärmstens mein Buch „Der lange Marsch der Institutionen“, zu beziehen über http://www.europarloir.de

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    @ Hänschen Klein

    Nun ja, wenn Sie den Judenstern ins Spiel bringen, müßte man doch auch sagen können: Die ersten Opfer der Juden sind die Juden selbst. Sind Ihnen die Regeln der Sprache und der Logik so egal?

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    @ Hänschen Klein

    Wenn man Ihre Analogie (Judenstern) ernst nimmt, müßte das doch heißen, dass die Burka von den schlimmsten Feinden der Muslime aufgezwungen wurde.

    Was sagt Ihnen das?

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    @ Alan Posener

    Sie haben recht. Mit dem Papstvergleich habe ich rhetorisch überzogen. Ich entschuldige mich dafür.

    Die Burka ist das Zeichen eines radikalen Mißtrauens, der Gesellschaft gegenüber und den Frauen gegenüber. Unsere Gesellschaft muß auf einem vorausgesetzten (nicht immer tatsächlich gegebenem) Grundvertrauen basieren. In der psychologischen Entwicklung des Menschen finden Sie die Spiegelphase und das Fremdeln. Das Kind unterscheidet zwischen dem vertrauten Gesicht und den fremden. Erst langsam lernt das Kind auch in fremden Gesichtern zu lesen und zu unterscheiden. Von diesen Erfahrungen sind wir auch als Erwachsene bestimmt. Wenn man diese grundsätzliche psychologische Erfahrung negiert und eine Toleranz gegen das uns Abstoßende verlangt, gehen Hänschenklein, der blonde Hans und andere Phobiker zurecht auf die Palme. Es ist nicht zulässig, von den Ansässigen alle Bringschulden der „Integration“ zu verlangen, von den Ankommenden jedoch keine. Den Frauen die Burka zu nehmen heißt nicht, sie das Gesicht verlieren zu lassen. Im übrigen richtet ein Burkaverbot hauptsächlich gegen die Männer, die das auch in Paris und Rotterdam etc. verlangen. Denen sollte gesagt werden, dass sie besser in Rijadh oder Meknes aufgehoben sind.

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    @Hänschen Klein

    Sie mögen’s deutsch? Ich hab‘ da noch ein paar schöne, alte, gutdeutsche Redewendungen auf Lager.
    Z.b. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    „Es reicht schon, NICHT wegzuschauen. Aber WEGSCHAUEN war ja schon immer eine deutsche Tugend, gelle?“
    Nun, Ihre Fähigkeit, über den eigenen Meinungs-Tellerrand hinausszuschauen scheint auch auf ein Minimum begrenzt. Auch diese selektive Wahrnehmungsform ist „Wegschauen“ und, herzlichen Glückwunsch, Sie damit Ur-Deutsch… nach Ihrem Verständnis für deutsche Tugenden zumindest.
    Da ist die Frage doch eher, wo Sie hingesehen habe und warum? Vielleicht schon mit einer vorgefertigten Meinung, die Sie bestätigt sehen wollten? Ich sehe Anderes, und lebe im selben Land wie Sie.

    Und die German Angst?
    Da ist sie wieder:
    „Mehr. Ich wehre mich gegen eine Zwangsislamisierung Deutschlands und Europas. Das ist mein Recht und meine Pflicht meinen Kindern gegenüber.“
    Noch ein Hans, auch blond, was wichtig scheint.
    Der schon Zwangsislamisierung sieht wo wir darüber streiten, wie viele Rechte WIR gewähren.
    Bei einem Anteil von 4-5 & Prozent, den Moslems in diesem Lande haben. (Zum Vergleich: Israel, dass sich mehr Sorgen wegen konkreterer Gefahren machen muss „19,7% der Gesamtpopulation waren Araber, darunter 83,0% Moslems“)
    Aber so ist das mit der Angst, sie ist abstrakt und durch keine Argumentation der Welt aus eben dieser zu schaffen.
    Ich bin übrigens zivilisierter Mensch, begrüße die meisten herzlich. Die Probleme leugnen, die Multi-Kulti mit sich bringt, will ich nicht. Aber ich weiß auch, dass eine charmante Frau mit Kopftuch mir ein besserer Gesprächpartner und Mitmensch ist, als ein angstgetriebener „Alle raus“- Schreihals.
    Und, liebe Gutdeutsche Hans‘ und Hänschens‘: Sie werden doch einsehen, dass Menschen, die bereits hier in zweiter und dritter Generation geboren wurden kaum auszuweisen sind?
    Es sei denn natürlich, Sie gehen neben diesem Geschrei hier auch noch den nächsten Schritt, der alle Angstgetriebenen im Laufe der Geschichte irgendwann gepackt hat, und holen wieder die Fackeln aus dem Keller.
    Nichts bleibt bestehen, Länder entwickeln sich, Kulturen entwickeln sich, Sprache, Kleidung, Werte.
    Diejenigen, die sich dagegen gestemmt haben (Allzuoft auch die in diesem Lande so gerne gerühmte christliche Kirche) haben zwar Schlachten gewonnen, auf lange Sicht aber immer verloren.
    Sie wollen bewahren? Schließen Sie sich zu Hause ein und warten Sie auf’s Ende. Oder arbeiten Sie konstruktiv an einem Dialog, der Entwicklung in die richtige Richtung ermöglicht.

  25. avatar

    @ derblondehans: Welcher zivilisierte Mensch will die in seinem Land haben?

    Ein Frage, die Sie gar nicht beantworten können.

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    @ stan: So isses zwar, aber mir ist lieber, Hänschen Klein ist hier als bei PI. Eines der schlimmsten Ergebnisse des Internets ist ja, dass es Fangemeinden möglich wird, sich abukapseln und sich nur noch von einer Quelle mit Meinungen versorgen zu lassen, die das bestätigen und verstärken, was man selber denkt. ich habe bei „AchGut“ versucht, dagegenzuhalten und wurde rausgeschmissen.
    @ Alt-68er: Ihre Metapher für meine Auseinandersetzung mit der Politik Joseph Ratzingers – „jeden Pups des Papstes zu einem Tsunami aufblasen“ – finde ich abstoßend. Aber abgesehen davon: ich rege mich eben nicht über Nonnen im Habit auf. Sondern ich setze mich intellektuell mit dem Oberhaupt des Katholizismus auseinander. Ebenso finde ich es falsch, wenn der demokratische Staat ausgerechnet bei den vermutlich schwächsten Elementen der muslimischen Zuwanderergesellschaft Härte zeigt: den Frauen, die entweder tief religiös sind oder von ihren Männern unterdrückt werden oder beides. Stattdessen sollte der Staat jene muslimischen Verbände unterstützen, die für eine liberale Auslegung des Islam kämpfen und die solchen Frauen den Weg aus der Verschleierung weisen. Einen Weg, der freiwillig gegangen werden muss. Eine obrigkeitlich festgesetzte Kleiderordnung ist ein Rückfall ins Mittelalter, der viel schlimmer ist als das, was er bekämpfen soll.

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    @Alan Posener: Gut gebrüllt Löwe, aber man sollte die Franzosen nicht immer allzu ernst nehmen.

    Zuhause buckeln Sie untertänigst vor jedem“Patron“, Madame Le Pen mit der Einführung der Todesstrafe genießt Sympathien und Sarko baute dem Gaddafi ein Nomadenzelt.
    Nomadenzelte ja, aber nicht die passende Bekleidung erlaubt?
    Nun ja, sie haben ja noch Lagerfeld, der sie in Stilfragen beraten kann. Auch so ein Angst-Deutscher, wie wir.

    Daß sie nicht gegen Kernenergie auf die Straße gehen ist nicht mehr ganz aktuell, am Wochenende gab es auch auf Französischer Seite angeblich 5000 Protestanten gegen Fessenheim. Die „German-Angst“ wirkt epidemisch, zieht langsam über den Rhein.

    Seit heute werfen sie uns Deutschen und den USA vor, daß wir in Libyen nicht den 3. Weltkrieg anfangen. Muß uns das jucken? Wohl eher nicht, denn wir haben so viel Erfahrung mit gerechten und ungerechten Kriegen, daß daß wir in den Augen der Franzosen lieber, dumm, unfähig und feige sein wollen. Ist doch besser , daß sie über uns lachen, als daß sie Angst vor uns haben.

    Vielleicht hatte ich eben – jedes blonde Huhn findet auch mal ein Korn – einen Geistesblitz.
    Ist das mit der“German Angst“ womöglich eine Französische Projektion, wo wir doch gerade so ausführlich beim Thema Projektionen waren?
    Interessanter Gedanke, finde ich.

    Saumäßig guter Beitrag von Ihnen, finde ich ebenfalls!!

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    @derblondehans
    „Befreiung’ der Frau von der Burka..“
    Die Burka ist ja wohl das geringere Übel, aber über Symbole lässt sich natürlich trefflich streiten..
    Sie machen es sich zu einfach:
    Warum ist denn das so weit gekommen? In Paris, in Bonn mit seiner berühmten, islamistische Parolen verbreitenden König-Fahd-Akademie, die lange Jahre von einer Schulbehörde ignoriert wurde, die sich doch sonst so gerne um jeden Sch.. kümmert.
    Was das andere von Ihnen angeführte betrifft („Verteidigung, Einmärsche“) soll sich die „BRD“ erst mal darüber klar werden, was sie überhaupt verteidigen will, bevor sie Großmacht spielt.
    Nee, is‘ schon klar: Mit dem Burkaverbot wird ein Zeichen gesetzt.

    @alt 68er
    Ich glaube eher das „Kommentariat“ hat mittlerweile zu 90% mit sich selber zu tun, wird also autark. Naja, bis Frau Heckel den Hahn abdreht..

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    Was denken die fast halbe Millarde in Lateinamerika ueber den Islamstreit in Europa und die Naher-Osten-Sorgen der USA und NATO ? „Das Gefaehrliche fuer UNS waere wenn die USA und NATO vom Nahen Osten ABLASSEN – und sich anstatt auf Suedamerika konzentrieren !“ ( In „Arco de Fronteiras“ 14.3.11 von Oberst a.D. Gelio Fregapani, vorher Direktor des nationalen Nachrichtendienstes und der Militaerintelligenz Brasiliens im Amazonasraum. Ueber den Lybieneinsatz der NATO: „Komisch…“).

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    Ich möchte hier keine von euch widersprechen aber:
    1. das französische Gesetzt verbietet nicht die islamische Bekleidung sondern nur Burka. Also meine Meinung nach, hier handelt es sich nicht um Menschenrechtsverletzung.
    2. Die Burka hat nicht mit Islam zu tun, sondern ist im Laufe der islamische Geschichte und je nach der islamische Gruppen und deren Meinung über die Rolle der Frauen in der Gesellschaft angeordnet wurde, und ich betone auf „angeordnet“. Somit haben islamische Länder, verschiedene Frauen Bekleidung. Also das französische Gesetz verletzt gar nicht der Islam. Und ich kann euch nur raten zwischen Islam und seine Interpretationen durch islamische Gruppen – die manchmal verehrende Folgen für die Menschen haben können – streng unterscheiden.
    3. Ich denke genauso gehört zu Demokratie dass jede Land seine eigene Gesetzte bringt was für diese Länder gerade wichtig ist. Wenn für Deutschland Atomenergie wichtiger ist als Burka dann soll es auch so sein aber kann man auch die Franzosen deren Entscheidungen lassen.
    4. Burka hat in westliche Länder schlicht und einfach nicht zu suchen, weil Kommunikationsverhalten in diese Länder anderes sind. Stelle ich mir als eine Frau vor, zu eine Frauenärztin die Burka trägt gehen!! hmmmm! Muss ich mir sagen dass innere Schönheit oder intellektuelle zählt?!!!! Wie viele Frauen mit Burka sind denn(oder besser gesagt: dürfen) überhaupt Ärztinnen, Ingenieurinnen….. werden? Gibt es Statistik? Ich kann mir vorstellen, wird exotisch wenig!
    5. Als eine Frau ,die aus eine Islamische Land kommt kann ich sagen dass, viele Frauen(natürlich nicht alle) in Frankreich die Burka tragen innerlich und heimlich vor ihre Männer sich freuen dass sie Männerherrschaft los werden können und viele davon können nicht mehr von Ihre Männer geprügelt werden, weil ab Morgen wird es für alle sichtbar.

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    @ Hänschen Klein: Ihre Logik ist bestechend. Weil muslimische Fundamentalisten in islamischen Staaten Freiheitsrechte missachten, müssen wir die Freiheitsrechte aller Muslime in Deutschland beschneiden. Ergo: Burka-Verbot und – wenn es nach Ihnen ginge – wohl auch Minarett-Verbot. Langfristig sicher auch Islam-Verbot.

    Herr Posener hat Ihre Argumentation bereits als das entlarvt, was sie ist: Stammtisch-Geschwätz auf unterstem Niveau dumpfer Rassisten vom Schlage der PI-Kommentatoren. Bleiben Sie doch einfach dort und unterhalten sich mit ihre Gesinnungsgenossen munter weiter über die bevorstehende Islamisierung Europas.

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    @ 68er

    köstlicher Humor!

    @ Alan Posener

    „Kommentariat“ Chapeau! Das ist fast ein Knock-out! Sie sind in Fahrt. Das ist wohl eine Mischung aus Prekariat und Kommissariat. Sie bringen die Juden/Drittes Reich ins Spiel und waschen ihre Hände in Unschuld, wenn Sie „die Früchte des (Ihres) Zorns ernten“. Vielleicht können Sie dort noch der „Rage“
    entgegenhalten. Den Ring wechseln gilt nicht. Das ist unfair – auch im Boxsport.

    Burkaverbot mag gegen die Menschenrechte verstossen, die sich auf Universalität, Egalität und Unteilbarkeit stützen. Toleranz (etwas hinzunehmen, was einem zuwider ist) mag auch die höchste aller zivilisatorischen Errungenschaften sein. Ich wage jedoch zu bezweifeln, ob die Burka die „Freiheit des Anderen“ repräsentiert. Ich bezweifle auch, ob die Sache so irrelevant, nebensächlich ist, wie Sie angeben. Die Sache ist von hohem symbolischen Wert. Es gibt nun mal eine Dynamik der Begegnung zwischen Ansässigen und Ankommenden. Wahrscheinlich ist nicht die freundliche Aufnahme des Fremden primordial, sondern ein Mißtrauen, eine Xenophobie, eine Befremdung. Diese können im historischen Prozess durch Gesetze der Gastfreundschaft, durch Gastrecht, Integration, Heirat zivilisiert werden. Nie und nimmer kann Gastfreundschaft und Aufnahme in unsere Gesellschaft jemanden erwiesen werden, der vor uns (sei es freiwillig oder gezwungermaßen) sein Gesicht verhüllt. Ich möchte auf das Essay von Sami Nair in Lettre International/91 „Europa wird mestizisch – Globale Wanderungsbewegungen und die Verteidigung des Säkularismus“ hinweisen. Sami Nair, der aus dem Maghreb stammt, fordert die Anpassung des Islam an die kulturellen und normativen Bedingungen der europäischen Gesellschaften; Schlüsselfragen sind für ihn die Gleichstellung der Geschlechter und die Trennung von Geistlichem und Weltlichem. Mich wundert etwas, dass Sie jeden Pups des Deutschen Papstes zu einem Tsunami aufblähen, hier jedoch im Namen der „Toleranz“ beide Augen zudrücken. Die Burka perpetuiert die radikale Befremdung. Wir müssen nicht auf das radikalste unsere Befremdung überwinden.

    P.S. Im übrigen gilt hier mit Ausnahme der Karnevalszeit ein Vermummungsverbot. Vermummte Gestalten sind ein Sicherheitsrisiko – es sei denn, ein Broder hat sich darunter versteckt.

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    Ich befürchte zwar, daß es nicht immer richtig ist, liberal zu reagieren, aber, @derblondehans: Unsere Kleiderordnung per Gesetz regeln aufgrund des mittelalterlichen Verhältnisse in Afghanistan?
    Da krieg‘ ich auch Beklemmungen.

    @68er: Ich wette mit Ihnen, auch hier wird es über 50 Kommentare geben – das Thema beinhaltet Religion!

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    @Hänschen Klein

    Nomen est Omen.
    „Ausschalten der Menschenrechte durch Vertreter des Islam läuft unter Multikulti.“

    Wo sehen Sie denn Ihre Menschenrechte eingeschränkt? Nicht mal dummdreistes rausposaunen billiger Ressentiments ist Ihnen verboten. Und Ihr Verweis auf Lichtenberg und „die Wahrheit“:
    Die Wahrheit ist ein subjektiver Begriff. Es war mir schon immer zuwider, dass die Sarraziner meinten, ihrem neuerlichen Lichtbringer „die Wahrheit“ zuzubilligen. Aus reinem Mangel an Verständnis dafür, dass „die Wahrheit“ in diesem (wie den meisten anderen Fällen) der subjektiven Wahrnehmung entspringt und damit auf keinen Fall Anspruch darauf hat, allgemeingültig zu sein. Nicht umsonst streiten die klügsten Köpfe und Philosophen um den Wahrheitsbegriff. Ihre Wahrheit hier ist z.b. schon mal nicht meine. Bevor Sie also glauben, andere mit Ihrer „Wahrheit“, die einer doch sehr eingeschränkten Wahrnehmung entspringt, herabsetzen zu müssen, überdenken Sie doch bitte mal, dass auch Ihr Wahrheitsanspruch an totalitäres Denken grenzt, schließlich grenzen Sie damit andere Erfahrungen aus und werten diese herab. Und damit sind Sie den von Ihnen so verhassten bösen „Islamischen Ideologien“ näher, als Ihnen lieb sein sollte. Ein wenig mehr Toleranz und Weitsicht und ein wenig mehr Verzicht auf Hänschen-Kleingeistigkeit und schon ließe sich das Stammtischniveau überwinden.

    @Alan Posener
    Vielen Dank für den Artikel. Wie Sie wissen, teile ich Ihre Auffassung.
    Es gibt den schönen Spruch: „Niveau sieht nur von unten aus, wie Arroganz“. Ich finde nicht, dass Sie sich hätten rechtfertigen müssen. Jeder weiß, was mit „Stammtisch“ gemeint ist, es sei denn, er möchte es nicht verstehen…

    „In einer freiheitlichen Gesellschaft sind vermummte Gestalten, die ihr Gesicht nicht zeigen mögen geradezu eine Provokation.“
    Wenn wir beginnen zu verbieten, was uns provoziert bitte ich um ein Verbot solcher Äußerungen. Intoleranz und Leitkulturanspruch provoziert mich.
    Oder, wie Herr Posener so schön anmerkte, wie freiheitlich ist die Gesellschaft, die ein solches Verbot nötig hat, weil Menschen wie Sie wollen, dass andere ihnen genehm sind?

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    Die German Angst richtet sich eben gegen die Rechte, sowohl gegen die liberale Rechte (Angst um den Sozialstaat) wie gegen nationale Rechte(Angst vor nationalen Alleingängen, Angst vor Enthemmung von Feindseligkeit gegen Minderheiten).

    Das kann durchaus mit der Geschichte zu tun haben.

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    @ Alle: Ich meine natürlich den polnischen Klempner (danke, Matthias Heine).
    @ 68er: Warum soll ich immer die ganze Arbeit machen? Sie haben ja letzte Woche das Muster bekommen, wenden Sie es selber an. Aber Sie haben natürlich Recht: Ohne Juden / Israel / Drittes Reich kann sich das Kommentariat nicht so richtig in Rage schreiben. Nächstes Mal vielleicht.

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    @ Alan Posener

    Ich habe bei dem Beitrag eine psychologisierende oder erbbiologische Erklärung für die „French Angst“ vermisst.

    Ein Hinweis auf Vercingetorix oder eine angeblich nicht verarbeitete Kolonialschuld, am besten aber noch ein Verbindung zu Petain, hätte dem Artikel einen gewissen posenerschen Pep geben können.

    So, tippe ich, wird der Beitrag auf weniger als 50 Kommentare kommen.

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    @ Hänschenklein: Sie sind genau das, was ich unter „Stammtisch“ verstehe. Weder wissen Sie, was „Multikulturalismus“ bedeutet, noch gehen Sie auf mein Argument ein, dass auch Leute, deren Ansichten mir zuwider sind, Menschenrechte haben.
    @ Wolfgang Schäfer: Wenn Sie wissen wollen, was ich unter „Stammtisch“ verstehe, siehe oben. Der Versuch, die Kritik am dumpfen Ressentiment als intellektuelle Arroganz zu verkaufen, ist unredlich. Nirgends habe ich „Otto Normalverbraucher“ als „kleingeistig“ bezeichnet. Wenn Sie den Normalbürger mit dem Stammtischbesucher identifizieren, ist das Ihr Problem, nicht meins. Ich habe ja im Gegenteil geschrieben, die Menschen in Deutschland könnten offenbar sehr wohl zwischen echten Problemen (Atomkraft) und Scheinproblemen (ein paar Burkatgrägerinnen) unterscheiden und hätten das bei den letzten Wahlen unter Beweis gestellt. Ansonsten schreiben Sie, Burka-Trägerinnen seien eine „Provokation“ für eine „freiheitliche Gesellschaft“. In der Tat. Seit wann reagieren freiheitliche Gesellschaften auf Provokationen mit einem Verbot der Provokation?

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    Der geübte intellektuelle Pyrotechniker Alan Posener gefällt mir an sich, er wird noch am ehesten der Blogbezeichnung gerecht. Störend finde ich aber seine Geringschätzung Otto Normalverbrauchers, die sich hinter der Vokabel „Stammtisch“ versteckt.

    Was will uns das Bild sagen? Auf der einen Seite der scharfsinnige Allesversteher und auf der anderen Seite die kleingeistige Mehrheit, die ihre Ängste im Halbrausch unter ihresgleichen artikuliert ohne die in Theoriedebatten hochgehaltene bedingungslose Toleranz allem und jedem gegenüber zu beachten. Das finde ich einfach nur arrogant.

    Zum Thema Burkaverbot in der französischen Öffentlichkeit meine ich: recht so! In einer freiheitlichen Gesellschaft sind vermummte Gestalten, die ihr Gesicht nicht zeigen mögen geradezu eine Provokation. Dies mit dem Tragen von Atemschutzmasken zu vergleichen ist einfach nur albern.

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