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Die Stasi wars !!!

20 % aller 65-Jährigen entwickeln eine Altersdepression. In Pflegeheimen steigt die Quote auf 40 %.

Neurologen und Psychiater nennen die Ursachen: Verluste und weitere Verlustängste. Und die Aussicht, sterben zu müssen, ist nicht die rosigste Zukunftsperspektive.

Allerdings:

Das Bundesjustizministerium bastelt gerade an einer Verordnung:

War der depressive alte Mensch vor 35 oder mehr Jahren in der DDR auch nur 30 Tage zu Unrecht in Haft, war’s die Stasi, die das verbrochen hat.

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Über Bodo Walther

Bodo Walther, geboren 1960 in Weißenfels im heutigen Sachsen-Anhalt, studierte 1985 bis 1991 Rechtswissenschaften in Tübingen und Bonn. Er war aktiver Landes- und Kommunalbeamter in Sachsen-Anhalt, ist heute im Ruhestand und Anwalt in der Nähe von Leipzig.

9 Gedanken zu “Die Stasi wars !!!;”

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    Opferrente 400 Euro monatlich für 30 Jahre: 144.000 Euro

    Zum Vergleich:

    90.000 EUR – Schmerzensgeld

    • Schlüsselbeinbruch,
    • mehrere Armbrüche (beidseits),
    • Verdickung des Nervus radialis,
    • Rippenserienbruch,
    • Beckenringbruch,
    • Oberschenkelschaftfraktur links,
    • Tibiaschaftfraktur, Lungenprellung,
    • Schädelhirntraume II. Grades mit Hirnödem,
    • Nasenbeinbruch, großflächige Ablederungsverletzungen mit Hauttransplantationen.

    Folgen: zahlreiche entstellende Narben. Beide Arme nur eingeschränkt nutzbar. Laufen zeitlich eingeschränkt, Kopfschmerzen, Wetterfühligkeit

    Insges. 230 Tage (davon zunächst 183 Tage ununterbrochen nach dem Unfall) stationäre Behandlung (5 Einzelaufenthalte), mehrere Operationen, zunächst Rollstuhl erforderlich, insges. ca. 3 Jahre Behandlungsdauer

    Beim Unfall 41 jährige Mutter dreier erwachsener Kinder, die alle noch im Haushalt lebten. 100% Eintrittpflicht des Unfallgegners Schweres Verschulden des Unfallgegners (Alkohol),
    Geschädigte kann Darmausgang nicht mehr selbst reinigen, ist in Pflegestufe 2 eingestuft. 14 U 175/07

    Entsch. v.
    12. 03. 2008

    http://app.olg-ce.niedersachse.....ort=betrag

    Zu diesen politischen Gefangenen in der Alt-BRD gibt es keine Opferrente, kein Schmerzensgeld:

    Aus Amnesty International Jahresberichten:

    1978
    Bundesrepublik Deutschland
    Im März 1978 entsandte amnesty international Professor J. P. Tack von der Universität Nimwegen in den Niederlanden zur Beobachtung eines Prozesses gegen vier Studenten in Göttingen. Die Angeklagten wurden der »Volksverhetzung« und der »Verunglimpfung des Andenkens eines Toten« beschuldigt, weil sie einen Artikel über die Ermordung des Bundesanwaltes Siegfried Buback veröffentlicht hatten.Zu Beginn des Prozesses brachte die Anklage überraschend zwei neue Anklagepunkte vor, unter anderem »Staatsverleumdung«.

    1978
    Es gab eine Reihe von Beschuldigungen, daß Gefangene, die politisch motiviertet Straftaten beschuldigt oder überführt sind, unter gesundheitsschädigenden Bedingungen gefangengchalten würden. Es wurde behauptet, daß Isolation und Kontaktsperre bewußt angewendet werden, um »ihren Willen zu brechen«. Keiner von ihnen wurde als politischer Gefangener betreut.Die Klage, in welchem Maße die Bedingungen der politisch motivierten Gefangenen unter das Mandat von amnesty international zum Komplex grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung– fallen, ist kompliziert, und gegen Ende 1977 gab das Internationale Exekutivkomitee eine Untersuchung in Auftrag, die die Haftbedingungen von Personen, die politisch motivierter Straftaten verdächtigt oder überführt sind, die Anschuldigungen über Kontaktsperre und Isolation sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheit einzelner Gefangener klären soll.

    1985
    Bundesrepublik Deutschland
    …. sowie der angeblichen Mißhandlung von Gefangenen, die in Nürnberg in Beruhigungszellen inhaftiert waren. amnesty international forderte die Freilassung von acht Personen, die wegen Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen in Haft waren. Im Juni 1984 wandte sich amnesty international in einem Schreiben an den bayerischen Justizministcr mit der Bitte um Stellungnahme zu Beruhigungszellen in einem Nürnberger Gefängnis. Berichten zufolge waren Untersuchungsgefangene in einzelnen Fällen bei Temperaturen von bis zu 35°C bis zu drei Tagen nackt in Einzelhaft gehalten worden. Der Minister antwortete, die Situation habe sich seit April 1984, als amnesty international die ersten entsprechenden Hinweise erhalten hatte, geändert. Gefährliche Gefangene oder solche, bei denen die Gefahr einer Selbstverletzung bestehe, würden nicht mehr nackt, sondern in nicht zerreißbarer Kleidung gehalten. Für Gefangene, denen man die Kleider weggenommen habe, sei die Zellentemperatur auf 30 °C festgesetzt worden. Der Minister rechtfertigte jedoch die Einzelhaft, die Wegnahme der Kleider und andere restriktive Maßnahmen mit Hinweis auf die bundesweit geltenden Bestimmungen für den Strafvollzug.

    „Die Zeit“ vom 9. August 1985:
    Der jährlich veröffentlichte „Human Rights Report“ des amerikanischen Außenministeriums kommt über die DDR zu folgenden Ergebnissen:
    Es gebe keine politischen Exekutionen, kein Verschwinden von Personen und keine organisierte Folter; kritisiert werden jedoch der Schießbefehl an der Grenze und Verhöre unter Verweigerung von Essen und Schlaf.
    http://www.zeit.de/1985/33/kei.....r-eigenlob

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      „Opferrente 400 Euro monatlich für 30 Jahre: 144.000 Euro“

      Also gerechnet vom vergangenen Jahr an, als ich diese Zahlungen erhielt und 64 war, müßte ich dann 94 werden. Wollte der Herr, dass es so käme.

      Ich kann es durchaus nachvollziehen, warum die DDR-Diktatur die 1976er Anordnung über „Ehrenpensionen für Verfolgte des Faschismus“, warum die das als Vertrauliche Verschlussache händelte. Diese 1.400 DDR-Mark im Jahr 1989, die mehr als der Arbeitsverdienst eines Durchschnitts-Arbeiters betrugen und etwa das Vierfache einer DDR-Altersrente, also die hatte natürlich ihre Neider.

      Das hatte ich schon geschrieben hier …

      Übrigens: Die drei Jahre, die ich in der DDR in Haft war, sind mit § 250 Absatz I Nr. 5 und 5a eine „Ersatzzeit“: Also für diese Zeit wird der Durchschnitts-Rentenwert meines Berufslebens genommen und in diese Zeit fiktiv hineingefüllt. Das sind diese „versicherungsfremden Leistungen“.

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      … werter W.J., es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen einer ‚politisch motivierten Straftat‘ und strafrechtliche Entscheidungen, die politscher Verfolgung dienten/dienen oder die mit wesentlichen Grundsätzen eines freiheitlichen Rechtsstaates unvereinbar waren/sind. Merken Sie den Unterschied?

      Foltermethoden der ‚DDR‘-Kommunisten:

      Weiße Folter: Gezielte psychische Zersetzung durch völlige Isolation, Schlafentzug, extreme Kälte oder Hitze, Essensentzug und ständiges grelles Licht oder Dunkelheit.

      Sensorische Deprivation: Vollständige Desorientierung und der völlige Entzug von sozialen Kontakten.

      Psychischer Druck: Verhöre über viele Stunden, bei denen die Häftlinge starr auf Hockern sitzen mussten, sowie perfide Drohungen gegen die eigene Familie oder Kinder.

      Physische Gewalt: In den 1950er Jahren und vereinzelt bis in die späte DDR-Zeit wurden auch Schläge, Essensentzug und grausame Haftbedingungen (wie die sogenannte ‚Tigerzelle‘ oder Dunkelhaft) eingesetzt.

      Übrigens, im Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetz (VwRehaG) sowie im Beruflichen Rehabilitierungsgesetz (BerRehabG) gibt ’s noch mal 293,00€/Monat drauf.

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    „Opfer“ hatte immer den Klang, den es hat, werte Kerstin,

    die offizielle Sprachregelung der DDR war „VERFOLGTE des Faschismus“. Sicher auch auf Drängen der Betroffenen. Auch in der 1976er Anordnung über Ehrenpensionen für „Verfolgte des Faschismus“.

    Diese wurde in der DDR, wie Sie wissen oder nicht wissen an Frauen ab 55, an Männer ab 60 gezahlt. Als durchaus üppige (Zusatz-) Altersversorgung.

    Ohne das Etikett, einen Grad der Schädigung des Denkvermögens davongetragen zu haben. Verfolgte hoben ja hervor, durch die Verfolgung politisch besonders helle geworden zu sein.

    Der Begriff „Opfer“ ist aber das Gegenteil davon.

    Eine „Anerkennung als Opfer“ heute meint zur DDR in der Regel die „Anerkennung“ eines Versorgungsamtes, mindestens einen Grad der Schädigung der geistigen Leistungskraft von 30 % als Diktaturfolge „anerkannt“ bekommen zu haben.

    Was ist das für eine „Anerkennung“? So eine „Anerkennung“ will ich doch gar nicht haben!

    Was wollen eigentlich Sie als „Anerkennung“ der NS-Verfolgung in Ihrer Familie haben? So was? Dann gar noch in „transgenerativer Weitergabe“?

    Ich alter Graukopf von 65 Jahren habe vorige Woche die erste Lateinklausur bestanden (Fragen Sie nicht wie). So was ist Anerkennung. Aber doch nicht irgendeine Bescheinigung darüber, dass ich infolge übler Stasiverfolgung dazu nicht in der Lage sei.

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      Meine Anerkennung für Ihre bestandene Lateinprüfung. Sie wollen also lieber eine Ehrenpension, wie in der DDR, um das Etikett der „Schädigung der geistigen Leistungskraft“ nicht angehängt zu bekommen? Das ist Ihr Problem? Das erscheint mir als Luxusproblem. Ich hatte mich schon gefragt, was Sie mit diesem Beitrag „Die Stasi wars!!!“ eigentlich sagen wollten. Das schreibe ich als jemand, die die Resilienz nicht hatte (dabei ging es nicht um Stasi), die weiß, was eine PTBS ist, die Jahre brauchte, sich an den Auslöser zu erinnern und noch mehr Jahre um aus den Erinnerungen wieder herauszukommen. Nicht jeder konnte nach einem Ereignis von Gewalt noch studieren und anschließend eine Beamtenlaufbahn durchhalten. Sie haben es geschafft und schaffen es immer noch, darauf können Sie stolz sein.

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        „Sie wollen also lieber eine Ehrenpension, wie in der DDR, um das Etikett der „Schädigung der geistigen Leistungskraft“ nicht angehängt zu bekommen? Das ist Ihr Problem?“

        Werte Kerstin,

        Als „DDR – Haftopfer“ erhalte ich jeden Monat derzeit 400 Euro. Ohne das Etikett.

        Mehr will ich gar nicht. Und schon diese Summe hat ihre Neider. Also Menschen, die sagen, dass sie dies viel nötiger bräuchten.

        Manches kann ich sogar nachvollziehen. Mental ist es meines Erachtens nach wirklich leichter, einer Gefahr in einem Vernehmungsraum Auge in Auge gegenüber zu sitzen, als dieselbe irgendwie im Rücken zu erahnen.

        Auch Vaclav Havel beschreibt das in den Briefen aus dem Gefängnis an seine Frau so.

        Und im Übrigen ist es über 40 Jahre her.

        M.f.G.

        Bodo Walther

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    Lieber Bodo Walther, ich versuche mal die Kurve zu kriegen: Juristische Aufarbeitung von Schuld und Haftung und Psychoanalyse haben wohl i.d.R. nur eine geringe Schnittmenge, es sei denn es wird nachgewiesen, daß das Leben der Opfer nach der Tat nachweislich durch die Tat bestimmt ist. Schwierig, weil, wie immer ‚multikausal‘..
    Wer mal in verantwortlicher Position (Personalverantwortung) gearbeitet hat, kennt wohl die Abwägung von Verantwortung, Kausalität und Schuldzuweisung aus seiner Alltagspraxis und ist entsprechend daran gewöhnt, in eigener Verantwortung Entscheidungen zu treffen. Und kann sich vor diesen immer speziellen Entscheidungen am allermeisten nicht mit Handbüchern, dem Arbeitsrecht oder dem BGb absichern.
    Unserer stets wohlinformierten Gesellschaft ist erstaunlicherweise die erforderliche Menschenkenntnis soweit abhanden gekommen, daß so hilflos gewordene moderne Mensch eher einen politischen Irrweg nach dem anderen sucht, als noch Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
    Es wird also eher nach der individuellen oder politischen Schuld bei anderen gesucht, als sich vielleicht selber auch als überlebt habendes Opfer den Umgang mit den Ereignissen zu erarbeiten.
    Das heißt aber ja nicht, daß Politik (als angewandte Gruppendynamik, wo jeder sich den bequemsten Weg sucht) da keine Verantwortung hätte, aber genau da müssten sich aber die klügeren Leute mit beschäftigen. Tun sie aber nicht. Herausragendes Beispiel ist die unsägliche Frau Merkel, aber auch so einige andere. Stattdessen wird immer nur über die ‚richtige‘ Ideologie gestritten – leider auch hier – und so ist es nur logisch, daß kein (!) Lernprozess stattfindet. Im Gegenteil, so pflanzt sich Dummheit fort, denn das Gegenteil von Dummheiten können auch immer nur Dummheiten sein. Wie z.B. das von Ihnen zitierte Gesetzesvorhaben. Oder derzeit der Position von AfD, ‚Grünen‘, Linken, SPD und Teilen der CDU beim Thema Iran. Alles das Gleiche in anderen Farben. Naja, und so entsteht auch immer die neue Bürokratie in einer wohlorganisierten Verantwortungslosigkeit.
    Natürlich fällt das irgendwann krachend in sich zusammen, i.d.R. durch einen Krieg (nein nicht Ukraine, Iran.., sondern hier, wahrscheinlich infolge an eine KI deligierte Verantwortung..).
    Tut mir leid, das macht nicht gerade Hoffnung, aber wir hatten nach WK II in Europa viele gute Chancen, haben sie aber nicht genutzt und werden sie jetzt nicht mehr nutzen, weil die Charakterköpfe mittlerweile fehlen. Vielleicht hilft ja noch mal Amerika..
    Jedenfalls halte die Reaktion der Forumsteilnehmer hier auf die Fragen, die sie berechtigterweise hier stellen, unübertroffen billig und intellektuell unterirdisch und es wird hier erkennbar und exemplarisch eine weitere Chance verspielt, aus den Fehlern aus der Vergangenheit zu lernen. Therapieresistent sozusagen. Und.. ’nach mir die Sintflut‘.

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      Ja, des Menschen Resilienzen, seine psychischen (Gegen-)Kräfte gegen die Unbill des Lebens, lieber KJN,

      als junger Assessor hatte ich 1994/95 eine „SED-Unrechtsbereinigungsbehörde“ in Leipzig, die Behörde zum Vollzug des Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes, VwRehaG (mit) aufgebaut.

      Und stehe bei dem anderen Verordnungsvorhaben noch ratloser da:
      https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/RefE/RefE_VwRehaGSch%C3%A4V.pdf?__blob=publicationFile&v=2

      Eine „Zersetzungsmaßnahme“ vor 40 Jahren, also ein DDR-Staatsmobbing soll Ursache heutigere Depressionen sein?

      Was ist eigentlich als eine solche Maßnahme zu qualifizieren?

      Wieso ist der Betroffene da noch immer nicht „drüber weg“ ?

      Wo sind seine Resilienzen? Wieso konnte er sie nicht aufbauen?

      Und daraus folgend: Was ist hier überhaupt „Ursache“?

      P.S.:
      Weder die, welche das Konzentrationslager überlebt hatten, noch die, welche aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimkehrten, hatten in den 1950er Jahren Zeit oder Willen, sich „mit so was“ auseinanderzusaetzen. Dieser Nabelschau.

      Sie haben wohl Recht: Krieg gebiert dann ganz andere Sorgen.

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        Warum lassen Sie nicht einfach mal die Opfer des NS (KZ-Überlebende) als inzwischen weitestgehende stumme Zeugen beiseite? Wir sind nicht mehr in den 1950igern und ob Sie solche näher kennen, weiß ich nicht. Dass es Mitglieder der AfD waren, die mit dem NS provozieren und damit auch NS-Opfer und deren Nachkommen triggerten, dürften auch Sie wissen. Bereits in der DDR – damals mit der Arroganz einer gut ausgebildeten jungen Frau – äußerte ich mich hinterfragend über Opferrenten. Es gab in meiner Familie Verfolgte des NS. Dies, die Diskussionen um den Begriff »Opfer« und die Frage, wie eine Demokratie mit dem Thema umgeht, ließen mich dann auch zum Buch »Opfer – Die Wahrnehmung von Krieg und Gewalt in der Moderne« von Svenja Goltermann greifen. Darin kann mensch auch lesen: „Wer jedoch als Opfer überhaupt benannt und anerkannt wird, war und ist eine Frage von Hierarchien und Macht – und damit ein eminent politisches Problem.“ In einer Demokratie wird darüber gestritten. Sie dagegen unterstellten mir bei Facebook sofort, dass ich einem Totalitarismus das Wort reden würde. Wie der Begriff »Opfer« umgangssprachlich verwendet und interpretiert wird, ist vom jeweiligen Sprecher und Hörer abhängig. Das Ziel in der Propaganda war »Opfer« zu delegitimieren. Walter Rothschild, um doch noch einmal auf NS-Opfer zurückzukommen, schrieb, soweit ich mich erinnere, in seinem Buch »Auf das Leben!« über einen Juden, der den Holocaust überlebte, sein Leben lang arbeitete und der als er Rentner wurde, sich mit seinen Erinnerungen konfrontiert sah. Mensch kann sein erfahrenes Leiden (verdrängen) aufschieben, das hebt es nicht auf. Ich habe viele ähnliche Geschichten gelesen, da ich wissen wollte, wie andere Familien mit der Vergangenheit umgehen, denn ich wollte meine Kinder unbedingt vor der transgenerativen Weitergabe schützen.

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