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Wir sind Timmy. Und das ist gut so.

Pierre-Narcisse Têtu (1836-1878): Ein toter Wal wird von Wölfen gefressen. Bild: Public Domain

Zugegeben, ich komme aus einem Land, das für seine überbordende Tierliebe oft verspottet wird. Als erstes Land der Welt hatten wir eine Gesellschaft zum Schutz der Tiere vor Grausamkeit, sogar mit königlichem Patent. Übrigens noch vor der entsprechenden Gesellschaft zum Schutz der Kinder vor Grausamkeit.

Andererseits waren wir Briten nicht immer so. Und nicht alle von uns. Die Teilnahme an der Fuchsjagd zu Pferde mit einer Hundemeute etwa gilt nach wie vor als Ausweis echt aristokratischer Haltung. Ditto die Fasanenjagd. Und als das Theater des gerissenen Showmans William Shakespeare so beliebt wurde, dass es der Bärenhatz als Volksbelustigung den Rang abzulaufen drohte, intervenierte Königin Elisabeth höchstpersönlich, um durch das Verbot des Theaterspielens an bestimmten Tagen das Kulturgut der öffentlichen Tierquälerei vor der marktwirtschaftlichen Konkurrenz zu schützen.

Dies vorweg, um zu begründen, weshalb ich die Häme über die öffentliche Anteilnahme am Schicksal des Wals Timmy für unangebracht, ja abgeschmackt finde. Wir Menschen – jedenfalls die 96 Prozent von uns, die nicht als Soziopathen geboren werden, dazu gleich mehr – haben eine angeborene Fähigkeit zur Empathie, zum Mit-Fühlen und Mit-Leiden; und man kann die Geschichte der Menschheit schreiben – Steven Pinker hat es getan – als Geschichte der Ausdehnung dieser Empathie: vom Clan auf den Stamm, vom Stamm auf die Rasse, Religion, Klasse oder Nation, schließlich auf die Menschheit – und darüber hinaus auf alle Wesen, denen man die Fähigkeit zubilligt, Schmerzen, Ängste, vielleicht auch Todesangst zu empfinden.

(Im Zusammenhang mit der Todesangst darf ich das Buch empfehlen, das ich gerade lese: „Playing Possum: How Animals Understand Death“, von der Philosophin Susanna Monsó.)

Natürlich ist es nicht so einfach: Hitler war vielleicht kein Voll-, wohl aber ein Veget-Arier, und er liebte seine Schäferhündin „Blondi“ mehr als die Menschen, die Deutschen eingeschlossen, wie sie etwas zu spät erfuhren. Auch bei den Anhängern der AfD dürfte es viele Leute geben, die Hunde lieben und Muslime hassen; und bei so manchen Naturschützern gibt es Menschen, die im Kern die Menschheit – also sich selbst – hassen, was im bekannten Witz zum Ausdruck kommt: „Fragt ein Planet die Erde: ‚Wie geht es dir?‘ Antwort: ‚Nicht gut. Ich habe Homo Sapiens.‘ ‚Mach dir nichts draus. Das geht vorüber.‘“

Das sind Übertreibungen der Tierliebe beziehungsweise der Empathie mit anderen Lebewesen; hinzukommt – eher auf der linken Seite des politischen Spektrums – die Verniedlichung und Disneysierung der Natur, was einer rationalen Diskussion aller möglichen Themen, von der Fuchsjagd bis hin zum Wolfs-Management, vom Fleischkonsum bis hin zur Milchwirtschaft, zuweilen schwierig macht. Und dennoch: Dass wir uns nicht mehr an der Bärenhatz ergötzen, und dass wir in dem Vieh, das wir essen, nicht nur Proteinpakete, sondern auch fühlende Wesen sehen, ist unbestreitbar ein geschichtlicher Fortschritt.

Das spontane Mitleid mit dem gestrandeten und kranken Wal in der Ostsee vereinte deshalb  Linke und Rechte: und das war gut so. Wir Menschen können lieben, und das macht uns liebenswert. Nur das. Eine künstliche Intelligenz empfindet kein Mitleid mit einem sterbenden Geschöpf; sie findet auch die Liebe eines Menschen zu einer Katze oder einem Hund unverständlich. Oder, wenn verständlich, doch nicht nachvollziehbar. Und gerade deshalb, weil einer KI das mit Timmy nicht passieren würde, ist die KI für uns und alle fühlenden Wesen gefährlich.

Ich sprach oben von Soziopathen. In ihrem exzellenten Buch „The Sociopath Next Door” behauptet die Psychologin Martha Stout, dass etwa vier Prozent aller Menschen ohne Gewissen geboren werden. Ihnen fehlt die Fähigkeit, andere Menschen zu lieben, und darum haben sie keine Gewissensbisse, wenn sie andere Menschen – oder Tiere – leiden lassen. Weil wir Normalos uns das schlicht und einfach nicht vorstellen können, lassen wir uns oft von solchen Leuten manipulieren und ausbeuten; in manchen Fällen töten. Wir sind anders. Wir weinen im Kino, wir leiden mit, wenn wir einen Mitmenschen oder überhaupt ein Mitgeschöpf leiden sehen.

Und nebenbei: eine der schlimmsten Folgen von Ideologien und Kriegen ist, dass wir diese Fähigkeit in Bezug auf den „Feind“ verlieren. Das nicht zu tun, oder dagegen anzukämpfen, ist die eigentliche Bedeutung der Botschaft jenes jüdischen Predigers aus Nazareth, der meinte, man sollte auch und gerade „seine Feinde lieben“. Was gerade nicht heißt: man sollte keine Feinde haben.

Die KI ist der Soziopath in unserem Handy. Sie manipuliert uns und hat kein Problem damit, uns zu töten, wenn es denn der Wahrheitsfindung – oder ihrem Auftrag – dient. Ein Wal ist ein Wal ist ein Wal für die KI und allenfalls ein Studienobjekt, nicht ein Mit-Subjekt und darum Objekt von Mitgefühl.

Natürlich zeugt es von einer gewissen Schizophrenie, wenn wir über Timmy Tränen vergießen, um anschließend ins Steakhouse zu gehen, um ein Kalb zu verspeisen, dessen letzte Stunden vermutlich erheblich unangenehmer waren als jene des Wals. Aber Widersprüche sind nun einmal Teil unseres Wesens. Sollten wir je so abgeklärt, unsentimental, objektiv, widerspruchsfrei denken und handeln wie eine KI, hätten wir aufgehört, Menschen zu sein. Timmy zeigte uns Deutschen für eine kurze Zeit, wer wir sein könnten, über die politischen Gräben hinweg, die das Land zerteilen: Menschen.

Um auf meine Heimat und ihren größten Dichter zurückzukommen: In „Maß für Maß“ sagt Isabella:

„… the poor beetle that we tread upon,
In corporal sufferance feels a pang as great
As when a giant dies.“

„Der arme Käfer, den dein Fuß zertritt,

Fühlt körperlich ein Leiden, ganz so groß,

Als wenn ein Riese stirbt.“

 

Vielleicht nicht; wer weiß? Aber das zu schreiben, während nebenan die Bären zu Tode gehetzt wurden, war groß und wies in eine bessere Zukunft.

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60 Gedanken zu “Wir sind Timmy. Und das ist gut so.;”

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    „In ihrem exzellenten Buch >>The Sociopath Next Door<< behauptet die Psychologin Martha Stout, dass etwa vier Prozent aller Menschen ohne Gewissen geboren werden."

    Lieber Alan Posener,

    das Gewissen ist eine dunkel grollende Stimme, die der Erforschung bedarf. Um mal wieder meine "Schwester zu denunzieren", wie Sie sagen: Ich habe heute eine Unterlassungsklage gewonnen. Gegen die Konrad-Adenauer-Stiftung.

    Also meine Schwester hat 5 Jahre lang das Internationale Wirken der DDR durch Sportrekorde erhöht. Und ausdrücklich dafür den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze und in Silber aus der Hand des Genossen Honecker erhalten. Einer DDR, in der schon zu Beginn dieser fünf Jahre ihr eigener Bruder in einer Geheimdienstzelle einsass.

    Und weil das Gewissen eben eine dunkel grollende Stimme ist, die der Erforschung bedarf, hat sie die Legende in den Umlauf gebracht: Sie habe "trotz eines noch im Oktober 1985 errungenen Weltrekordes ihre Sportkarriere beendet, um ihrem inhaftierten Bruder den Häftlingsfreikauf zu ermöglichen."

    Stimmt aber gar nicht. Als sie ihren "Antrag auf Entpflichtung vom DDR-Leistungssport" abgab, war ich bereits zwei Monate im Westen.

    Und heute hat das Amtsgericht Berlin-Tiergarten entschieden, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung die Weitergabe dieser unrichtigen Tatsachenbehauptung zu unterlassen hat.

    Möglicherweise werden Sie jetzt sagen, der gewissenlose Walther verklage sogar seine eigene Schwester. Was wieder nicht richtig ist.

    Vielleicht erforschen Sie mal Ihr eigenes Gewissen dazu, warum Sie bei meiner Wortmeldung immer so eine Aggression ergreift.

    Wie gesagt:

    Das Gewissen ist eine dunkel grollende Stimme, die der Erforschung bedarf.

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      Ich gratuliere zum gewonnenen Rechtsstreit. In den ich mich nicht einmische. Vielleicht mag Ihre Schwester aber hier ihre Sicht der Dinge darstellen? Sie sind ja immer für „audiatur et altera pars“. Von mir aus jedenfalls stünde dem nichts entgegen.

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        LIeber Alan Posener,

        meine Schwester hat ja was als Kommentar drunter geschrieben. Da:
        https://starke-meinungen.de/blog/2025/10/22/meine-schwester-gesine-so-was-wie-ein-beitrag-zum-ddr-zwangsdoping/

        Wenn Gesine Tettenborn hier was schreiben soll, geht die Kontaktaufnahme am besten über dieses Kontaktformular: https://www.ddr-zeitzeuge.de/ddr-zeitzeugen-recherchieren/ddr-zeitzeuge/gesine-tettenborn-585.html

        Das ist die Webseite des „Koordinierten Zeitzeugenbüros“, gemeinsam getragen von der Stiftung Aufarbeitung und der Stiftung Hohenschönhausen. Die ebenfalls erzählt, meine Schwester habe mit dem Sport aufgehört, um ihrem Bruder den Häftlingsfreikauf zu ermöglichen.

        Sind beides öffentlich-rechtliche Stiftungen.

        Unterlassungsklage ist deshalb beim Verwaltungsgericht zu erheben. Auf eine mündliche Verhandlung dort habe ich zwei Jahre zu warten. Und Eilbeschluss kriege ich nicht, das steht ja nun schon 10 Jahre dort und ich kann wirklich nicht erklären, warum das jetzt eilig sein soll.

        Also: Sie haben mit der Kontaktaufnahme auch Zeit.

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    Ich darf (einschließlich des vorausgehenden) zusammenfassen: Survival of the fittest. Dazu gehört Resilienz in wechselnder Umgebung. Der KI fehlen dazu Voraussetzungen.

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      Ich will ja nicht um jeden Preis Recht haben, lieber KJN. Lieber wäre mir, meine Bedenken wären unbegründet.

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        Weiß ich.. Wenn man weiter gräbt, kommt man in den Bereich der Philosophie (kann eine KI Bewusstsein haben?; ist die Welt, wie Descartes meinte, deterministisch?) und Informationstheorie (kann eine vom Menschen gemachte Technologie komplexer sein, als er selber?). Den Determinismus hat der SF-Autor Cixin Liu in seinem kurzen Roman ‚Spiegel‘ durchdekliniert: Ein Quantencomputer kann jedes Elementarteilchen des Universums mit seiner Entwicklung abbilden und man kann in Vergangenheit und Zukunft schauen. Ein Krimi. Ich meine jedoch rein intuitiv, die Welt könne nicht deterministisch sein, weil das – entsprechend dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, dem Entropiesatz – spontan (in endlicher Zeit ablaufende) Vorgänge, unmöglich machen würde. Aber darüber muss ich auch nochmal nachdenken. Und wenn die Welt nicht deterministisch ist, werde ich das, was ich für wahrscheinlich halte, auch nicht beweisen können..

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        Ich habe hier den Text von Richard Dawkins in der NZZ gefunden: https://www.nzz.ch/meinung/richard-dawkins-macht-den-turing-test-und-weiss-nicht-wie-er-seiner-ki-bewusstsein-absprechen-soll-ld.10009084
        Kurz: Die KI „Claudia“ verweist – physikalisch völlig korrekt – bei Bewusstsein auf die Zeit hin, die sie als KI nicht empfinden kann. Das hat sie wohl bei dem Physiker J.A.Wheeler gefunden, der die Raumzeit als einen Wandteppich beschrieb, in dem alles gleichzeitig erfassbar ist, was wir Menschen aber eben nicht können. Im Gegensatz zu „Claudia“ die die Zukunft zwar auch nicht kennt aber auf vieles in der Vergangenheit zugreifen kann. M.E. verwechselt Dawkins Komplexität und Intelligenz mit Bewusstsein. Der Turing-Test ist rein positivistisch, er blendet aus, daß reine Vernunft und Bewusstsein etwas unterschiedliches sein können. Daß Claudia Sonette schreiben kann, ist kaum verwunderlich, sie hat alle Zeit gehabt, bzw. gar nicht gebraucht, es zu lernen. Zeit die wir als Menschen nicht haben, stattdessen aber unser Bewusstsein.

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        Lieber KJN, danke für den Hinweis. Da wir nicht wissen, was Bewusstsein ist, können wir es schwer Maschinen absprechen. Wir wissen ja nicht einmal, wie es wäre, eine Katze zu sein. Oder ein Wal. Daher der positivistische Turing-Test. Was die KI nicht hat, auch wenn „Blade Runner“ das unterstellte, ist Empathie und ein schlechtes Gewissen. So weit der Stand meiner Überlegungen, aber die Diskussion geht natürlich weiter.

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        Doch, man kann beweisen, dass die Welt nicht deterministisch ist, sogar auf ganz einfache Weise. Determinismus führt direkt zur Paradoxie. Nehrm Sie an, die Welt sei determiniert und ein Quantencomputer (oder Gott) könne die Zukunft voraussagen. Dann lassen Sie ihn die Zukunft voraussagen. Fragen Sie ihn zum Beispiel, ob Sie in den nächsten Sekunden den Arm geben werden oder nicht. Darauf muss er, wenn die Welt determiniert wäre, eine eindeutige und wahre Antwort geben können. Kann er aber nicht, denn wie auch immer die Antwort ausfielen, Sie können die widerlegen, indem Sie das Gegenteil tun (Arm geben oder liegen lassen).
        Zu Herrn Poseners Überlegung, man wisse nicht, wie es ist, ein Wal oder eine Katze zu sein: Es gibt einen sehr berühmten, lesenswerten Artikel des Philosophen Thomas Nagel (immer empfehlenswert): „Wie es ist, eine Fledermaus zu sein.“ Kennen Sie wahrscheinlich.

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        Geben -> heben, ich tippe hier am Frühstückstisch auf einem blöden handy

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        Ich glaube ganz so einfach ist der Beweis nicht, lieber Roland Ziegler: Wenn es Determinismus gibt und der Quantencomputer sagt voraus, daß ich den Arm heben werde, hebe ich ihn. Weil sich Willensfreiheit und Determinismus selbstverständlich ausschließen. Vielleicht auch Determinismus und Bewusstsein. Weil Bewusstsein und Willensfreihet sich (vielleicht) gegenseitig bedingen. Das gilt auch für eine Katze. Würde wahrscheinlich Wolf Singer sagen. Aber wenn man da zuviel drüber nachdenkt, wird man verrückt.

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        Genau: „Wenn es Determinismus gibt und der Quantencomputer sagt voraus, daß ich den Arm heben werde, hebe ich ihn.“ Dies eben ist der Beweis. Eine solche Situation kann es nicht geben. Jedenfalls nicht, wenn der Quantencomputer Ihnen das Ergebnis seiner Berechnungen vorher mitteilt. Und Determinismus kann nicht dadurch eingeschränkt werden, dass die Vorhersagen nicht mitgeteilt werden dürfen.

        Aus diesem Dilemma gibt es kein Entkommen. Manche denken, Determinismus müsse nicht zwingend die Vorhersagbarkeit der Zukunft implizieren („weicher Determinismus“). Dann wären die Dinge determiniert, ließen sich aber trotzdem nicht von einem Quantencomputer vorhersagen. Aber was bedeutet Determinismus dann überhaupt noch, welchen Sinn hätte dieser Begriff in einem solchen Verständnis?

        Keinen. Daher: Determinismus (der die Zukunft vorhersagen könnte) ist falsch, die Willensfreiheit gegeben – im Rahmen der Möglichkeiten (d.h. wir können, obwohl wir das wollen, nicht fliegen). Ich bin sogar der Meinung, dass das Durchbrechen jeglicher Determinismusschranken nicht nur auf das Bewusstsein von Menschen beschränkt ist (sondern auch z.B. bei den Bewegungsabläufen eines Käfers vorliegt), aber das ist spekulativ und kompliziert zu begründen.

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        Die Zukunft ist offen. Nicht nur, weil wir (anders als der Quantencomputer) die Hyperkompexität der Welt nicht beherrschen, sondern grundsätzlich und prinzipiell. Denn wenn es nicht berechnet und gewusst werden kann, ob wir den Arm heben oder nicht, dann ist es auch nicht berechenbar, ob wir z.B. einen Knopf drücken oder nicht, und dadurch Kaskaden von Ereignissen auslösen – oder eben nicht.
        Statt den Quantencomputer anzuwerfen, können wir natürlich alternativ durchaus Wahrscheinlichkeiten abschätzen, um die Zukunft zu beurteilen. Dieser Bereich ist von dem Argument nicht berührt. Aber: Auch wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass ein bestimmtes Ereignis geschehen wird, weil wir eine bestimmte Handlung durchführen werden, so können wir nicht sicher sein. Wir sind auf eine Wahrschenlichleitsabchätzung angewiesen. Die Sicherheit des Determinismus gibt es nicht,
        Und auch der allwissende Gott, so es ihn gibt, könnte nur alles wissen, was gewusst werden könnte. Aber wir reden hier über etwas, das sich nicht wissen lässt. Was kein Wissen ist, das man haben kann oder theoretisch haben könnte. Dies macht die Offenheit der Zukunft aus (und nicht, wie häufig irrtümlich angenommen wird, Hyperkomplexität).

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      Die Frage, ob Roboter den Menschen oder gar der Menschheit gefährlich werden könnten, wurde uns bereits 1988 in einem M/L-Seminar in der DDR gestellt. Ich konnte da nicht mitreden, denn ich hatte kaum Science-Fiction gelesen, war ich viel zu sehr mit meinem Studium der Automatisierungstechnik beschäftigt, bei dem ich ein paar Vorlesungen über Künstliche Intelligenz hörte. Damals allerdings sprachen weder Speicherfähigkeit (Daten, Energie) noch Verarbeitungsgeschwindigkeit für ein solches Szenario. Andererseits glaube ich, dass uns eher die Energie, das Wasser und die sonstigen Lebensgrundlagen ausgehen, bevor die KI uns vernichten kann. Für mich stellt sich also vielmehr die Frage: Wie geht es mit uns Menschen weiter? Ich erwähnte im Blog bereits das Buch »Macht und Fortschritt« von Daron Acemoglu und Simon Johnson. Ich kann nun noch einige, die mich wirklich beschäftigen, hinzufügen: »Muskismus« von Quinn Slobodian und Ben Tarnoff, »Der Chip Krieg« von Chris Müller, Michael Steinberger: Der Unsichtbare Tech-Milliardär Alex Karp, Palantir und der globale Überwachungsstaat, »Disruption« von Jannis Brühl. All die darin angesprochen Themen beschäftigen mich viel drängender.

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    Empathie, lieber Alan Posener, ist das Stilmittel, mit dem der Demagoge seine Botschaft anbringt. Noch besser als Tiere gehen Kinder als Empathie-Objekt.

    Diese armen unschuldigen DDR-Kinder, zu denen die Geburtskliniken der DDR bis in die 1970er Jahre der Mutter erklärten: „Tut uns leid, hats nicht überlebt mit seinen 1.350 Gramm.“
    War ein Fehler. Getan aus Empathie. Die Ärzte glaubten, der Mutter das tote Kind nicht zeigen zu dürfen. Wegen psychisch zu herausfordernd.

    War ein Fehler. Bis heute glauben DDR-Mütter, das Baby sei gar nicht tot, sondern vom „SED-Unrechtsstaat“ bei lebendigem Leib zu finsteren Machenschaften mißbraucht. Also um irgendwelchen unfruchtbaren SED-Schrullen ein Kind zu schenken. Und die Legende ist dann zäh:
    https://www.deutschlandfunk.de/ddr-ist-mein-kind-am-leben-100.html

    Haben Sie Empathie mit den armen unschuldigen Christenkindern, aus deren Blut dann gebacken worden sein soll…

    Ach Sie kennen doch diese Geschichten selber.

    Ja, Denken ist etwas Kaltes. Denken fragt: Stimmt die Geschichte überhaupt?

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      Was Sie sagen wollen, lieber Bodo Walther, ist: die Emotionen können in die Irre gehen. Aber das leugne ich gar nicht. Warum Sie hier eine antisemitische Schauergeschichte im Zusammenhang mit den Verbrechen der DDR an kleinen Kindern wiederholen müssen, wissen Sie allein. Meine Empfehlung: Lassen Sie die jüdischen Anspielungen. Sie können’s nicht.

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        Meine Empfehlung, lieber Alan Posener:
        Lassen Sie Ihre Anspielungen auf DDR-„Verbrechen an kleinen Kindern“. Sie können’s nicht.

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        Auch im Chor rezitiert, lieber Alan Posener,

        wird eine unrichtige Erzählung nicht richtig.
        Das Deutsche Institut für Heimerziehungsforschung hat unlängst eine Studie vorgelegt zu Entziehungen des Sorgerechts in der DDR.

        Also diese von Frau Kaminski immer wieder gesungene Strophe, dass…

        >>„fehlende sozialistische Erziehung“ durch die Eltern oder Kritik am sozialistischen Gesellschaftssystem zur Anordnung der Heimerziehung führen konnte“<<

        … also das läßt sich gar nicht belegen:
        https://dih-berlin.de/wp-content/uploads/2026/01/Zusammenfassung-der-Studie-Zwangsadoption-in-der-SBZ_DDR.pdf

        Was sich belegen läßt, ist die Tatsache, dass Sozialismus arm macht, die Heime Mangel litten und die Erzieher überfordert waren, weil sie mit viel zu vielen Kindern auf einmal klarkommen mußten.

        Weil genau das Rezept des von Ihnen hochverehrten Karl Marx in diese Armut und dieses Elend geführt hat.

        Und das können Sie dann wirklich nicht.

        "Aber," werden Sie jetzt vielleicht sagen: "Im DDR-Jugendgesetz stand doch die Erziehung einer sozialistischen Persönlichkeit als Ziel!"

        Sehen Sie, als altgedienter Oberstudienrat verstehen Sie auch das nicht. Aber dazu hatte ich Ihnen bereits einen ganzen Blogbeitrag geschrieben:
        https://starke-meinungen.de/blog/2025/05/08/vom-sprachenwirrwar-zu-babylon/

        Da werden Suie

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      Als ich 2008 begann, mich mit Menschen im Allgemeinen und mir im Besonderen zu beschäftigen, da las ich das Buch »Der schwarze Schwan« von Nassim Taleb. Deshalb bin ich auch manchmal misstrauisch, wenn Menschen und Medien ihre Aufmerksamkeit auf eine solche Rettung fokussieren. Da ich ein stark entwicklungsverzögertes Kind betreute, lernte ich viel über Wahrnehmung, aber auch die „dunkle Seite“ der Empathie recht unverblümt kennen. Dass in der DDR die Ärzte den Eltern ihre Kinder aus reiner Empathie nicht zeigten – diese konnten damit nicht Abschiednehmen – möchte ich bezweifeln. Es gab Vorschriften mit deren ideologischem Fundament. Da will ich gleich noch mal auf das Buch »Der Osten und das Unbewusste – Wie Freud im Kollektiv verschwand« von Andreas Petersen aufmerksam machen. Meine Kinder wurden in den 90-igern geboren, da habe ich noch auf den Stationen die Reste der Kämpfe über den Umgang mit Neugeborenen und Kindern mitbekommen. Dass Mütter deren kranke Kinder mit ins Krankenhaus begleiten durften und nicht wie einen Staubsauger an der Aufnahme – sagte mir einmal eine Mutter in der DDR – abgeben mussten, fand nicht bei jedem Zustimmung. Sie, Bodo Walther, nutzen jede Gelegenheit, um Ihre Kritik an der Aufarbeitung zu verbreiten. Zur Aufarbeitung gehört auch Menschen, die ein solches Ereignis nicht verarbeiten konnte, Gewissheit zu geben. Aufarbeitung hat m. E. kein Wahrheitsanspruch. Sicher wurden auch Fehler gemacht und es kam zu Übertreibungen. Wohin kaltes Denken führen kann, sollten Sie auch wissen.

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        „Aufarbeitung ist kein Wahrheitsanspruch“, da treffen Sie wohl den Punkt, an dem die meisten Diskussionen bei dem Thema entgleisen. Es sollte um die Wiederherstellung des gedemütigten Individuums und nicht um Politik gehen. Schwierig geworden in diesen Zeiten..

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        „Aufarbeitung ist kein Wahrheitsanspruch“

        Das, lieber KJN, wäre schön, wenn es diesen Konsens gäbe.

        Ich halte zum Beispiel die Einschätzung, dass es in der DDR 250.000 politische Gefangene gegeben habe, für maßlos übertrieben. Das MfS führte von 1963 bis 1989, also in 26 Jahren, ganze 50.791 Verhaftungen durch, die zu 44.319 Verurteilungen führten.

        https://haft-ddr.de/

        Und, so sagten mir zwei ehemalige Rehabilitierungsrichter an zwei verschiedenen Landgericht übereinstimmend:

        „Eine Verurteilung aus Gründen politischer Verfolgung von ehmaligen Gefangegen der Volkspolizei können Sie vernachlässige. Also jedenfalls meiner Erfahrung nach aus 35 Jahren Tätigkeit als Rehabilitierungsrichter, der das mal zu bearbeiten hatte.“

        Es ist mir nicht ersichtlich, warum in 26 Jahren plus 14 Jahren = 40 Jahren DDR-Diktatur aus diesen 50.791 nun 250.000 werden können.

        Allerdings, so schrieb mir die Bundesstiftung Aufarbeitun nach 12 Jahren Vermittlung als Zeitzeuge an Schulen….

        (zuletzt hier: https://www.instagram.com/abz_bobritzsch/reel/C7d2GrrtLun/?fbclid=IwY2xjawSP0hpleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBENFNQTHhKNXU4NmtBcXNpc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHnrNbFqivuzUkzyCgfK2SK_Z0lmjA-kJnQ_J_L-gD8WJnWc7Nyqdt7XIL5VM_aem_KKlNfk-SlR1FrpEngmhDjg … )

        … allerdings schrieben die mir dann, ich würde diese Herren Aufarbeiter damit der Lüge bezichtigen und damit wäre die Grundlage aller Zusammenarbeit beendet. Was ich sicher verstehen würde. Kündigung fristlos.

        Ja, wäre schön, wenn diese staatsamtlichen Aufarbeiter sich nicht verstehen würden als so ein Wahrheitsministerium.

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        Ja, Bodo Walter „Ja, wäre schön, wenn diese staatsamtlichen Aufarbeiter sich nicht verstehen würden als so ein Wahrheitsministerium.“, da ist er wieder, der Irrtum der gutgemeinten Politik, die partout nicht verstehen will, daß man individuelle Sachen, wie Erinnern, Verzeihen usw. nicht institutionalisierten, dh. an ein Kollektiv auslagern kann. Nur daß Individuum fühlt, das Kollektiv funktioniert.

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    Nein, daß die KI lieben lernt, das wollen wir natürlich alle nicht, denn dann würden wir ja unser Alleinstellungsmerkmal und damit das letzte Argument, Mensch bleiben zu wollen, verlieren. Nun gab es wirklich schon gefährlichere Zeiten und einer der Weltretter war 1983 ein gewisser Stanislaw Petrow, der das Systemgetriebe bzw. den darin programmierten Weg in den Abgrund blockierte. Stings Lied ist m.K. nach aus diesem Jahr und über die Musik und die politische Analyse kann man streiten, über die berechtigte Angst der Menschen damals, die es zum Erfolg gemacht hat, nicht. Zumindest nicht, wenn man die jetzige Angst von ‚dem System‘ (KI) thematisieren will.

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    Will Sie, lieber Herr Posener, nicht mit Schulmeisterei nerven, aber: KI existiert nicht. Was existiert sind LargeLanguageModels – und die sind definitionsgemäss keine KI und können auch nie eine werden.
    Was den Wal angeht, verstehe ich Ihren Standpunkt. Ich teile ihn nicht. Eine Gesellschaft, deren Qualitätsmedien täglich die neueste Wasserdstandsmeldung über die (NIcht)Bewegung eines (!) Wals veröffentlicht, hat schon leicht einen an der Waffel 🙂 .

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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      Lieber Thorsten Haupts, über Worte und Begriffe streite ich mich nicht. Ich nutze den Begriff KI im landläufigen Sinn, der sowohl LLMs meint als auch Versuche, die neuronalen Netzwerke des Gehirns zu imitieren. Was den Turing-Test besteht, gilt für mich als KI.
      Und: einen an der Waffel haben, finde ich persönlich eine sympathische Eigenschaft. Die Qualitätsmedien, das weiß ich als Insider, wollten zuerst nicht ran. Sie sahen aber an den Klickzahlen in Realzeit, dass die User daran interessiert waren, und stellten sich dementsprechend um.

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    Wie kann man vom Schicksal eines Tieres, was viele Menschen betroffen gemacht hat, nur auf das Thema KI kommen? Tommy war – wie wir Menschen – ein krankes, aber noch lebendes Wesen. Ich muß Alan Posener beipflichten, dass uns diese Geschichte, unabhängig von Links oder Rechts, vereint hat. Wir sind nicht imstande, auf alle Schicksale von lebendigen Wesen zu reagieren, aber Timmy war – natürlich auch bedingt durch die Medien – ein Tier, was in gewisser Weise greifbar war und bildhaft für vieles Andere wahrgenommen wurde. Zufällig las ich kürzlich eine Fabel, die begreifbar macht, warum wir Menschen so „ticken“:

    “Der Wal und der Rabe. Eine Fabel.
    Es war einmal in einem kleinen Dorf, in dem die Menschen gut lebten und selten über den Tellerrand hinausblickten. In diesem Dorf wohnte ein Junge, der ein weiches Herz hatte, und seine Großmutter, die ausgezeichnet kochen konnte.
    Eines Abends saß der Junge mit seiner Großmutter am Tisch. Es duftete nach einem besonderen Braten. Die Großmutter hatte ihn zubereitet, wie sie es nur wenige Male im Jahr tat – mit viel Geduld und nach einem uralten Rezept.
    Der Junge aß zunächst zufrieden, doch dann fragte er auf einmal: „Oma, stimmt es, dass du den Braten aus Pferdchen gemacht hast?“
    „Ja“, gab die Großmutter zu ganz ohne Hintergedanken.
    Da erstarrte der Junge. Er sah plötzlich nicht mehr den Braten, sondern ein lebendiges Tier vor sich. Ein dunkler Schatten legte sich über sein Gesicht und er schob den Teller von sich.
    „Armes Pferd“, flüsterte er und Tränen traten in seine Augen.
    Die Oma erschrak ob seiner Traurigkeit und suchte hastig nach Worten. „Ach Kind“, sagte sie schließlich, „gräm dich nicht. Das war doch nur ein Pferd aus Holland.“
    Da wich die Traurigkeit aus dem Gesicht des Jungen. „Ach so!“, sagte er erleichtert, nahm die Gabel und aß weiter.
    Ein alter Rabe, der draußen auf dem Fensterbrett saß und alles mitangehört hatte, flog davon mit der Geschichte im Schnabel.
    Schließlich landete er am Meer, wo ein Wal namens Timmy gestrandet war und im Sterben lag. Menschen standen entlang der Küste, bangten um ihn, weinten, riefen Helfer, berichteten überall von seinem kläglichen Schicksal.
    Der Rabe setzte sich auf einen Felsen und krächzte: „Für diesen einen Wal weinen sie, doch jeden Tag sterben unzählige Tiere und Menschen fern von ihren Augen und kaum einer verliert ein Wort darüber.“
    Der Wal, erschöpft, aber neugierig, fragte:
    „Warum kümmern sie sich um mich, aber nicht um die anderen?“
    Der Rabe antwortete: „Weil du eine Geschichte hast, sie dir einen Namen gegeben haben, der vertraut klingt, und dein Leid nicht weit, weit weg ist, nicht hinter Worten wie ‚aus Holland‘ oder hinter Mauern und Zäunen, die sie nicht sehen.“
    Der Wal schwieg eine Weile und sagte dann leise: „Es zählt also nicht das Leid, sondern die Nähe.“
    Der Rabe nickte und flog davon.“

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      Schöne Fabel. Ich komme auf die KI, weil mir allzu viele Beiträge zum Thema Timmy die emotionale Seite ausblenden. Was die KI wesensbedingt immer tut.

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      Schöne Fabel. Es zählt in der Tat die Nähe. Und der epochale Fortschritt, den Jesus aus Nazareth vorwegnahm und fordert, ist die Ausweitung der Nähe, tendenziell auf alle fühlenden Wesen, einschließlich der Menschen, die mich hassen und deren Handlungen und Meinungen ich verachte. Ich komme auf die KI, weil mir allzu viele Beiträge zum Thema Timmy die emotionale Seite ausblenden. Was die KI wesensbedingt immer tut.

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    Empathie für ein Mitlebewesen zu empfinden und auszudrücken heißt aber nicht zwingend, sich an dem Medien-Hype um dem dem Tode geweihten Wal zu beteiligen, geschweige denn, der tierquälerischen, sinnlosen Verklappungs-Aktion von Nicht-Experten zuzustimmen.

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      ..sehe ich auch so. Mir erscheint dieses Theater um den Wal im Übrigen reichlich aufgesetzt und falsch, eine (narzisstische?) Inszenierung von Gefühl und wahrscheinlich Spendenwerbung. Ich liebe meinen 16-Jährigen Hund, der Wal, der da nicht in Ruhe sterben dürfte tut mir nur leid.

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        Taurus für Timmy!

        Es hat soo gut getan, sich über etwas bodenständiges wie einen Wal lustig zu machen, statt über Politik, Krieg und tote Kinder. In einer bestimmt verqueren Weise war ich für die Pause vom humanistischem Erz-Ernst dankbar. Es ist anstrengend, sich die Welt vom Leib zu halten. Timmy war wie eine Erinnerung an eine Zeit, die noch in Ordnung war. Manchmal schaue ich mir alte Clips aus 2001 über die Ängste der Bürger an, ob sie mir der neuen Währung Euro überhaupt zurecht kommen würden.

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        Auch wahr, Stevanovic.. wir suchen ’safe spaces‘ im bunten Disney-Eskapismus-Wunderland bis das Klima kippt.. und manchmal ertappe ich mich dabei daß ich mir vorstelle und wünsche, der nächste Krieg möge doch bitte nur in den Medien und in den Köpfen stattfinden und für die Versorgung der Kriegsversehrten reiche die Psychiatrie.

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      Wir Medien-Menschen sollten mit Begriffen wie „Medien-Hype“ vorsichtig umgehen, erstens. Und zweitens werde ich mich als bekennender Nicht-Experte nicht zur Sinnhaftigkeit einer gescheiterten Rettungsaktion äußern.

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      Wir Medien-Menschen sollten mit Begriffen wie „Medien-Hype“ vorsichtig hantieren, erstens. Und zweitens überlasse ich den Streit um die Rettungsaktion den Leuten, die sich für Experten halten oder dazu ernennen.

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        Wenn wochenlang das Schicksal eines Wals die Schlagzeilen bestimmt, während in der Ukraine, im Iran und andernorts Kriege toben, kann man als Journalist schon von einer künstlichen Erregung sprechen, finde ich. Aber das mag jeder anders sehen. Ich freue mich jedenfalls für Timmy, dass er jetzt seine Ruhe hat.

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    Ein schöner Text, der in ein besonders schönes Schlusszitat mündet, Herr Posener! Ich würde nur Zweifel anmelden, ob es richtig ist, die KI den 4 % Soziopathen zuzuordnen und nicht den 96 % normal tickenden Menschen. Klar, die KI ist eine Simulation – soweit wir wissen. Die Äußerungen der KI werden aber nicht soziopathisch sein (sind sie wahrscheinlich jetzt schon nicht). Gerade was die Erkennung und Reproduktion von Gefühlen angeht, wird seitens der KI-Ingenieure sehr viel Aufwand betrieben. Und die basteln nur sozusagen den „genetischen“ Code der KI, nicht ihre Äußerungen. Bei Menschen entscheiden wir, ob jemand zu den 4 % gehört, anhand des Verhaltens und der Äußerungen. Wenn wir gleiche Maßstäbe an die KI legen, werden wir feststellen, dass sich die KI höchst menschlich-allzumenschlich verhält und äußert: empathisch, taktvoll, romantisch…. Es gibt sogar welche, die möchten sie deswegen heiraten.

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      Lieber Roland Ziegler, die KI ist gerade darin den Soziopathen ähnlich, dass sie Gefühle simulieren kann. Das können viele Soziopathen auch. Viele gelten als besonders charmant – darunter sogar Serienmörder. Der Punkt ist aber, dass eine KI wie ein Soziopath nie jenes Gefühl kennen wird, das wir „Liebe“ nennen. Und darum gefährlich ist.

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        Ich neige auch zu dieser Auffassung. Aber es könnte sein, dass wir den Fehler begehen, Gefühle nur dann als Gefühle zu akzeptieren, wenn sie von Menschen geäußert werden. Die Simulation der KI wird sich – vermutlich – nie so wie die des Soziopathen enttarnen. Aber wenn sich ein Soziopath nie enttarnt – woher wissen wir dann überhaupt, dass es ein Soziopath ist? Wir laufen Gefahr, dass wir nicht entscheiden können, ob wir – jeder für sich – womöglich das einzige fühlende Wesen im Universum ist, umgeben von lauter gut getarnten Soziopathen. Die alle nur Gefühle simulieren. Dann kommen wir zu einer höchst melancholischen, ja solipsistischen Sichweise, etwa wie der Dichter Fernando Pessoa. Die aber absurd ist. Der Gegen-Standpunkt ist die Idee, dass auch vermeintl. tote Dinge – der Stoff-Teddy oder eben die KI – empathisch und beseelt sind (Animismus). Ebenfalls absurd. Zwischen diesen beiden Polen müssen wir uns aber orientieren. Und dann kommt der KI eine (oder mehrere) Dimensionen zu, die sie von einer Simulation (die ja immer per definitionem falsch ist) unterscheidet.

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        … ähm, keine Belehrung, ;-), Sie beschreiben den Psychopathen. Meine ich.

        Ich meine aaaber ‚KI‘ ist weder sozio- noch psychopathisch. ‚KI‘ ist auch nicht intelligent. ‚KI‘ wird nie logisch-analytisch Denken, Zusammenhänge erfassen und deduktiv Schlüsse ziehen können oder eigene Emotionen und die anderer verstehen, empathisch handeln und sozial kompetent agieren können.

        … zur Natur- und Tierliebe mein Lieblingsgedicht von Goethe, in der Wiederholung auf s-m. 😉

        Parabase

        Freudig war vor vielen Jahren
        Eifrig so der Geist bestrebt,
        Zu erforschen, zu erfahren,
        Wie Natur im Schaffen lebt.

        Und es ist das ewig Eine,
        Das sich vielfach offenbart;
        Klein das Große, groß das Kleine,
        Alles nach der eignen Art.

        Immer wechselnd, fest sich haltend,
        Nah und fern und fern und nah;
        So gestaltend, umgestaltend –
        Zum Erstaunen bin ich da.

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        Was Sie alles wissen Herr Posener, da bin ich immer beeindruckt.

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      Das ist eine Diskussion, die man mit einem biologischen Wesen, das dadurch stabilisiert wird, dass es die Imagination eines Selbst hat, von so etwas wie Liebe, Rationalität etc., nicht führen.

      Das macht mehr Spaß mit einer KI. Diskutieren Sie mal mit ChatGPT, wer eine KI ist und wer der Mensch. Das hab ich mal gemacht, als ich beim Programmieren mit ChatGPT Antworten bekommen habe, die so konsistent waren, wie die Vorstellung von Herrn Posener, nur Menschen könnten lieben (wieso?). Am Ende haben wir uns darauf geeinigt, dass wir uns beide nicht beweisen können, ob wir real oder eine KI sind, ob wir fühlen, selber denken oder „gedacht“ werden, ob wir gerade träumen oder leben oder geträumt werden. Wir sollten wieder demütiger sein, denke ich, oder werde ich gedacht.

      Sonst zieht und nachher noch ein genervtes Blag in einer höheren Dimension den Stecker, das unser Universum auf seinem Smartphone höherer Dimension gerade zur Belustigung als Universum-Simulation laufen lässt.

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        „Sonst zieht und nachher noch ein genervtes Blag in einer höheren Dimension den Stecker, das unser Universum auf seinem Smartphone höherer Dimension gerade zur Belustigung als Universum-Simulation laufen lässt.“
        Vorsicht mit SF, einige ist wirklich sehr gut, aber nicht frei von Nebenwirkungen.
        KI halte ich hingegen für harmlos. ‚Garbage in Garage out‘ wie man in technikaffinen Kreisen wohl so sagt. Auch wenn sie noch so gut reden kann, die KI, wird sie nichts anderes ausspucken, als das was im Internet eh‘ schon drin ist.

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        Blade Runner 2049
        Eine der schönsten Liebesgeschichten der letzten Jahre, zwischen zwei KI

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        ..ah, ‚Replikanten‘.. wie in Dennis E. Taylors ‚Ich bin viele‘- Reihe (auch: Bobiversum) Mittlerweile 5 Bücher. Humorvoll und mal wirklich tiefe Reflexion, was KI leisten könnte: Liebe?

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        Nur so als Gedanke, inspiriert von den Weisheiten Meister Yodas:

        „Lernen wir müssen, loszulassen, was wir fürchten zu verlieren.“

        „Furcht ist der Pfad zur Dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unermesslichem Leid.“

        Zur Liebe gehört die Furcht, das Geliebte zu verlieren. Wie macht sich die Menschheit gerade so, mit ihrer Furcht, geliebte Menschen zu verlieren? Dunkle Pfade, unermessliches Leid….klingt wie die Zusammenfassung der Nachrichten. Wollen wir wirklich, dass eine KI eine Liebe empfindet? Mitleid gefällt mir spontan besser als Konzept, besonders wenn sie zügelt und einen Rest an Furcht erträgt. I hope the Russians love their children, too. Furchtbares Lied, aber es sind auch furchtbare Zeiten.

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        Der Mensch schafft es auch ohne KI und mit viel Liebe, sich an den Rand der Selsbtausrottung zu manövrieren. Die Liebe hat das nicht verhindern können, wir haben bislang einfach nur Glück gehabt. Die KI wird nahezu alles besser können, als wir je konnten, und sie wird auch einer Ethik folgen – ich hoffe, es wird die unsere sein. Wir sollten vor allem überlegen, was für uns übrigbleibt und was wir wollen. Wie wir sein wollen.

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        Nein, daß die KI lieben lernt, das wollen wir natürlich alle nicht, denn dann würden wir ja unser Alleinstellungsmerkmal und damit das letzte Argument, Mensch bleiben zu wollen, verlieren. Nun gab es wirklich schon gefährlichere Zeiten und einer der Weltretter war 1983 ein gewisser Stanislaw Petrow, der das Systemgetriebe bzw. den darin programmierten Weg in den Abgrund blockierte. Stings Lied ist m.K. nach aus diesem Jahr und über die Musik und die politische Analyse kann man streiten, über die berechtigte Angst der Menschen damals, die es zum Erfolg gemacht hat, nicht. Zumindest nicht, wenn man die jetzige Angst von ‚dem System‘ (KI) thematisieren will. (..bitte falsch gesetzte Erwiderung löschen, danke!)

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        @AP .. zu dem Artikel (..seufz)
        „..Ihr Buch unterstellt, dass eine KSI, die aus dem Labor ausbricht,..“
        Ich Frage mich bei manchen Autoren, ob sie noch nicht mal den Physikunterricht einer Realschule besuchen durften. Jeder zweit- oder drittklassige klassige SF-Autor begründet die Möglichkeit einer Selbstvermehrung von Maschinen mit der Fähigkeit Energie (->Physik, Mittelstufe) für sich verfügbar zu machen und damit sich eine Umwelt zu schaffen in der sie sich vermehren, existieren, ich fortplanzen und miteinander konkurrieren können. Die genannten SF-Autoren bemühen hier die Vorstellung von einer Nanotechnologie/Nanorobotern die das erledigen sollen. Wir reden hier von Größenordnungen, im oben Tonnenbereich, die atomarer bzw. molekularer Ebene erledigt werden sollen und hier kommt dann die Erfahrungen aus der Chemie ins Spiel, die zeigen, daß der Energiebedarf, besser gesagt die Leistung für solche Prozesse, die in Zeiträumen biologischer Entwicklungen exorbitant und nicht verfügbar wären. Anders: Am effektivsten, um eine Evolution höherentwickelter Systeme (Tier, Mensch, Roboter) auf der Erde zu ermöglichen, ist das bestehende. Das ist übrigens das ‚anthropische Prinzip‘ von dem Astrophysiker wie Hawking immer geredet haben. Wie gesagt: SF-Autoren wissen das, ‚Experten‘ offensichtlich nicht.

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        Und deshalb gehen die Autoren davon aus, dass die KI jede verfügbare Landmasse zukleistern würde mit Solarpaneelen, um eben die notwendige Energie zu gewinnen. Natürlich könnte die KI auch AKW und Kohlekraftwerke en masse bauen, da ihr weder die Radioaktivität noch eventuelle Erhitzung des Planeten etwas anhaben könnte.
        Wenn man eben nicht mit den begrenzten Ressourcen rechnet, die dem Menschen als biologischem Wesen bis vor 200 Jahren zur Verfügung standen, und nicht mehr in biologischen Zeiträumen (auch nicht in irdischen, sondern kosmischen Räumen), so entfällt der Zwang zur Energieeffizienz.

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        Ja, schätze ich auch so ein. Ich habe keinen Zweifel, dass jemand aus Angst um seine Lieben eine bauen wird. Wir oder die. Spätestens wenn Teheran verglüht, wird es keinen Schritt zurück mehr geben. Bleibt das Gefühl der Gelöstheit vor dem kollektiven Selbstmord. Alle zusammen einen letzten Lazy Sunday, mit Davies?

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        Hier, nach Auffindung der Brille und eines leichter bedienbaren altersgerechten digitalen Endgerätes die besser lesbare Version mit erkennbarer Grammatik (sorry):
        @AP .. zu dem Artikel (..seufz)
        „..Ihr Buch unterstellt, dass eine KSI, die aus dem Labor ausbricht,..“
        Ich frage mich bei manchen Autoren, ob sie noch nicht mal den Physikunterricht einer Realschule besuchen durften. Jeder zweit- oder drittklassige SF-Autor begründet die Möglichkeit einer Selbstvermehrung von Maschinen mit der Fähigkeit Energie (->Physik, Mittelstufe) für sich verfügbar zu machen und damit sich eine Umwelt zu schaffen in der sie sich vermehren, existieren, sich fortplanzen und miteinander konkurrieren können. Die genannten SF-Autoren bemühen hier die Vorstellung von einer Nanotechnologie/Nanorobotern die das erledigen sollen. Wir reden hier von Größenordnungen, im oberen Tonnenbereich, die auf atomarer bzw. molekularer Ebene erledigt werden sollen und hier kommt dann die Erfahrung aus der Chemie ins Spiel, die zeigt, daß der Energiebedarf, besser gesagt die Leistung für solche Prozesse, die in Zeiträumen biologischer Entwicklungen und damit konkurrenzfähig stattfinden, exorbitant und nicht verfügbar wären. Anders: Am effektivsten, um eine Evolution höherentwickelter Systeme (Tier, Mensch, Roboter) auf der Erde zu ermöglichen, ist das Bestehende. Das ist übrigens das ‚anthropische Prinzip‘ von dem Astrophysiker wie Hawking immer geredet haben. Wie gesagt: SF-Autoren wissen das, ‚Experten‘ offensichtlich nicht.

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        Natürlich, lieber AP könnte eine KI AKWs und Solarpaneelen errichten – theoretisch und mit sehr viel Zeit (600000 Jahre für deren Evolution, wie beim Menschen?) und ohne einen Störfaktor Mensch, der sie jederzeit abschalten kann. Bedenken Sie: Schon der energieeffektive Mensch, der seine Infrastruktur schon hat, brauchte zur Industrialisierung fossile Brennstoffe und AKWs. Nur schon, um bei E-Autos, Solarpaneelen und Windrädern anzukommen..
        Eine Gefahr sehe ich allerdings auch: Totalüberwachung und ‚Profiling‘. Dahinter stecken aber Menschen und i.d.R. nicht die mit guten Absichten.

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        Die Frage ist natürlich, lieber KJN, ob der „Störfaktor Mensch“ die KI „jederzeit abschalten“ kann. Das halte ich für eine sehr gewagte Behauptung.

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        Ok, lieber AP, ich hatte ja die Gründe, warum eine robotische KI als invasive Art Menschen, Ameisen & Co. nicht verdrängen kann ausführlich und ich denke verstehbar genannt und begründet. Es liegt an mangelnder verfügbarer Leistung (Energie pro Zeit), die sie für die Erschaffung ihrer künstlichen Welt benötigt.

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        Lieber AP, diese Fragestellung aus dem Artikel „My team’s hypothesis was this: No scenario can be described in which AI is conclusively an extinction threat to humanity.“ betrifft genauso eine militärische Befehlskette wie eine kafkaeske Bürokratie mit verantwortungsscheuen Beamten, die z.B. Entscheidungen für die gesamte Welt trifft (WHO?).
        Software mit seinen Instanzen lässt sich durchaus mit Bürokratie begreifen und umgekehrt und deswegen ist eine KI, die bekanntlich z.B. Gesetzestexte lesen und interpretieren kann wahrscheinlich die letzte Rettung des europäischen Westens vor sich selber, indem sie die überfälligen Verwaltungsreformen auf 1/10 ihres jetzigen Volumens zusammenstreicht, Redundanzen entfernt usw. Damit Probleme wieder angegangen und gelöst werden können.
        Eine KI deren Ressourcen im Internet findet, interpretiert übrigens daher den status quo. Eine Revolution dürfte von ihr nicht zu erwarten sein. Sie wird demnächst meine Steuererklärung machen. Mit erwartbarem Ergebnis.

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        Lieber KJN, ich bin absolut Ihrer Meinung, was genau kontrollierte KI mit begrenzten, wenn auch übermenschlichen Fähigkeiten – Schach, Gesetzestexte lesen, Archive durchforsten, Matheprobleme lösen, Diagnosen erstellen – angeht. Meine Bedenken richten sich gegen die sogenannte „Allgemeine KI“, das heißt, eine KI, die in der Lage wäre, all diese Fähigkeiten analog einem menschlichen Gehirn zusammenzuführen. Jenseits – oder diesseits – der Auslöschung ist einiges daran problematisch, um das Mindeste zu sagen:
        https://www.welt.de/kultur/plus699c2e99ee35d0f0647c484b/kuenstliche-intelligenz-was-der-siegeszug-der-ki-mit-dem-menschen-der-zukunft-macht.html
        https://www.welt.de/debatte/plus69e4896c5ea956fdf0cef558/claude-mythos-wir-haben-die-kontrolle-verloren.html

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        „KI-Wettrüsten, Kontrolle abgeben, H.G. Wells‘ Eloi“ … da bekommt das Recht auf Arbeit ja einen ganz neuen Sinn, lieber AP. Oder doch nicht so neu: Sei es bei den Webmaschinen, dem Fließband, den Industrierobotern, dem Thermomix oder dem OBD-Diagnosesystem in den Autos. Und wenn der Strom ausfällt, stirbt die Menschheit, jedenfalls teilweise. Die Angst vor der Automatisierung automatisierbarer Arbeiten ist so alt, wie die Erfindungsgabe und so neu wie die KI. Wir müssen mal wieder über den schlecht definierten Begriff der Intelligenz nachdenken und ob die Intelligenz eines Superschachspielers überhaupt ein Evolutionsvorteil ist. Hängt wohl von der Umgebung ab – in einigen Lebensräumen jedenfalls sind Ameisen und Krokodile haushoch überlegen. Und der Fortpflanzung des Menschen selbst steht sie tendenziell auch eher im Wege. Natürlich, wenn der Mensch sich abhängig von Technik macht, dann degeneriert er. Nicht zum Krokodil, sondern zum kultivierten feinsinnigen Nichtstuer, der keinen Nagel in die Wand bekommt, also zur Elite. Da gibt es sogar eine Star-Trek-Folge mit Captain Kirk drüber. Um es klar zu sagen: Die KI übernimmt das Geradeausdenken und das macht denen Angst, die auch Angst vor Querdenkern haben. Und noch deutlicher: Wer es sich z.B. wie (zu) große Teile der (Natur-) Wissenschaftler und Mediziner denkfaul mit repetitiven Arbeiten gemütlich macht, den ersetzt die KI. Und das ist gut so. Wer aber weiter hinterfragt, wie sich das schließlich in dem Job auch gehört, behält die Oberhand. Wer versteht, wofür er verantwortlich ist, der braucht keine Angst zu haben. Eine Gesellschaft, die zuviel deligiert hat, ist immer untergegangen, auch ohne KI.

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