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Wenn Angela neue Mitbewohner fürs Kanzleramt sucht

Nach dem heißesten Schlagabtausch aller Fernsehzeiten ist Angela Merkel am Sonntag früh ins Bett gegangen. Gute Nacht Deutschland, die Chefin muss eben auch mal durchschlafen. Das heißt erstens: sie war in der Tat so müde, wie sie im Duell wirkte und  zweitens: die Kanzlerin hat ein Zuhause. Ein richtiges, so wie wir Wähler auch! Mit Küche, Bad, Wohnzimmer und  korrekter Mülltrennung, falls der Trittin plötzlich auf einen Kaffee vorbei kommt.

Die Vorstellung, dass die Kanzlerin, genau wie wir, nach einem langen Arbeitstag müde ihre Haustür aufschließt, die Aktentasche in die Ecke wirft, mit dem Ehemann beim Abendbrot über die Kollegen lästert  und sich das Fernseh-Make-up abschminkt, macht sie beinahe menschlich.

Augenblicklich entsteht ja eher der Eindruck, sie besitze gar keine eigenen vier Wände mehr, sondern lebt bundesweit auf Wahlplakaten. Nord-Süd-Ost-West Angela Merkel und Frank- Walter Steinmeier sind schon da. Von Autobahnabfahrten,  Innenstadtringen, Häuserwänden und Baumrinden blicken sie uns herab. Eigentlich könnte sie die politische Balzphase doch nutzen, um ihre Privatwohnung unterzuvermieten. Hier ein Vorschlag zum möglichen Anzeigentext: Ideale Lage im Herzen Berlins, Nachmieter  und mein Mann müssten sich allerdings verstehen, daher gerne Naturwissenschaftler. Mit der Abgabe der zusätzlichen Mieteinnahmen könnte Angela Merkel dem Staatshaushalt finanziell sogar noch unter die Arme greifen. Aber wahrscheinlich lebt sie privat doch lieber alleine mit ihrem Herrn Sauer und politisch wäre Angela Merkel wohl mit der absoluten Mehrheit im Bundestag so happy, wie wir Wähler mit einer Penthousewohnung inklusive Dachterrasse.

Träumen ist ja noch erlaubt, oder? 

Die nackte Wahrheit sieht nach dem 27.September aber so aus, das die Miete im Bundeskanzleramt ganz schön teuer ist, es muss daher ein politischer Mitbewohner bei Frau Merkel mit einziehen. Die dortigen Räume und Sitze würde sie sehr gerne mit Guido Westerwelle teilen, hat aber auch nichts gegen Frank-Walter Steinmeier, den mag sie. Da ist die Chefin momentan noch sehr elastisch und flexibel. Aber Achtung Angela, allzu beliebig sollte man mit neuen Mitbewohnern nicht sein, wenn man nicht gut alleine leben kann. Hat man sie erst mal im Haus, kann es bis zu vier Jahren dauern, bis man sie wieder los wird.  Daher ist eine Prüfung der Bewerber im Vorfeld äußerst ratsam! Ansonsten schnüffelt einer später heimlich in Gutenbergs AC/DC-Sammlung, isst nachts den Kühlschrank leer, oder bedient sich womöglich noch an der gemeinsamen Haushaltskasse.

Der Bewerber der FDP, Guido Westerwelle,  verspricht der jetzigen Hausherrin  Steuersenkungen und niedrigere Strompreise. Kein schlechtes Angebot, das mag jede Hausfrau. Mehr Geld in der Haushaltskasse,  mehr netto vom brutto, cool Guido! Kleiner Wermutstropfen, allerdings nur bei Verlängerung der AKW-Laufzeiten.

Frank-Walter Steinmeier hätte am liebsten seinen Namen alleine auf dem Klingelschild am Bundeskanzleramt und lockt den Wähler mit dem Mindestlohn. Den verdient die Merkel aber schon. Da sie aber so viel in Deutschland unterwegs ist, könnte sie sich zwischen Juist und München von jedem Friseur entspannt die Haarpracht stylen lassen, wenn der Steinmeier das durchsetzt. Ein Grund für Spannungen  könnte beim Einzug von Frank-Walter, in die Merkel-Steinmeier-WG, sein Argument der höheren Besteuerung der Reichen  sein. Dann darf sie bestimmt keine Partys mehr im Haus, für ihren guten Freund Ackermann, schmeißen.

 Beinahe hätte ich sie vergessen, die ungeliebte Schwester von CDU-Merkel, die CSU! Die will ja auch regelmäßig in Berlin übernachten, für die muss die Merkel unbedingt ein Zimmer frei halten, sie gehört zur Familie, wenn auch zum nervigeren Teil der Verwandtschaft.

Sie merken es schon, liebe Wähler, den Einzug ins Kanzleramt muss man sich leisten können. Allzu beliebig sollte man dennoch nicht bei der Wahl der Mitbewohner sein, nur um Hausherrin bleiben zu können.

Mehr von Bärbel Schäfer auf Ihrer Webseite: www.baerbel-schaefer.de

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