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Reifeprüfung oder Abgang … und wohin eigentlich?

Ein  Ritual macht wieder von sich reden ist, fraglich, ob es stattfinden kann: Die Abiturprüfung. Was soll da eigentlich passieren? Es lohnt sich, die Pressefotos der Prüfung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:

Eine Bildinterpretation

Wir blicken ausschnitthaft in einen großen Saal, in dem Einzeltische in acht Kolonnen aufgebaut sind. Jeder Tisch ist mit einem jungen Menschen besetzt, der, ausgestattet mit dem immer gleichen Set an Materialien, vor einer Aufgabe sitzt. Beginn und Ende der Tischreihen lassen sich in dem Ausschnitt nicht ausmachen. Es ist kein Zentrum erkennbar, auf das die Veranstaltung ausgerichtet wäre, kein Administrator oder Referent. Es sind auf jeden Fall sehr viele vereinzelt platzierte Kandidaten und jeder scheint zu wissen, was zu tun ist. Der vorherrschende Eindruck: Jede und jeder sitzt hier als Teil einer Masse, ist aber mit sich und seiner Aufgabe allein. Kollektivität und Vereinzelung gehen Hand in Hand. Weiterlesen

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Edelbert Richter über Juden, Angelsachsen und Nazis

Der frühere evangelische DDR-Dissident, sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, Beobachter im Europaparlament und das heutiges Parteimitglied von „Die Linke“ befürchtet, er werde sich mit seinen neuen Publikationen den Vorwurf des Antisemitismus einhandeln. Martin Jander widerspricht dieser Befürchtung in seiner Buchrezension nicht. 

Ich kenne kein Buch eines früheren DDR-Dissidenten, das so offen antisemitische und antiamerikanische Stereotypen aufruft, wie Edelbert Richters in der „Edition Sonderwege“ des rechtslastigen Manuscriptum Verlags 2018 erschienene Publikation „Für ein Ende der Halbwahrheiten.“[1] Möglicherweise habe ich aber auch nicht richtig hingeschaut. Für Hinweise auf andere derart gruselige Texte von DDR-Dissidenten wäre ich dankbar. Weiterlesen

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Holocausterinnerung als Hindernis für den Kampf gegen die Moderne

Aufgrund eines Server-Absturzes musste der Beitrag neu gepostet werden. Die Überschrift weicht  vom Original ab.  A.P.)

Wenn es Streit um die Erinnerungskultur gibt, schalten die meisten Deutschen ab. So schrieb ein Leser im Kommentarteil zu einem Artikel von mir in der WELT zur Kritik der „Jerusalemer Erklärung“: „Unfähig, allen Verästelungen der im Artikel vollzogenen und beschriebenen Gedankengänge und Definitionen bis in die Einzelheiten zu folgen, ziehe ich für mich den Schluss, dass das Thema b.a.w. derart vermintes Gelände ist, dass jede irgendwie entschiedene Stellungnahme in der einen Richtung unausweichlich Polemik in die andere zur Folge haben wird.“

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Ist der Antisemitismus eine Spielart des Rassismus?

Aufgrund eines Server-Absturzes musste der Beitrag neu gepostet werden. In Einzelheiten – Zwischenüberschriften etwa – weicht er vom Original ab.  A.P.)

Ist der Antisemitismus eine Spielart des Rassismus? Die Frage mag abwegig klingen. Schließlich trieben die Nationalsozialisten ihren Rassenantisemitismus so weit, dass sie meinten, faktisch das ganze jüdische Genpool (so haben sie es nicht genannt, aber darauf lief es hinaus) auslöschen zu müssen: Männer, Frauen, Kinder, Säuglinge. Sonst wäre die arische Rasse und damit die gesamte Menschheit nicht sicher vor dem zerstörerischen Wesen des Judentums.

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