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Ups, Europa kaputtgespart. Sorry. Der IWF übt Selbstkritik.

Von der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) eine politische Bombe gezündet. In einem Bericht an die Direktorin hat die Unabhängige Evaluierungsbehörde des IWF die Politik der IWF-Leitung in der so genannten europäischen Währungskrise scharf kritisiert. In einer Stellungnahme hat die Direktorin, Christine Lagarde, diese Kritik akzeptiert.


Die entscheidende Passage lautet (meine Übersetzung): „Was die Zeit nach der Krise [von 2008, A.P.] betrifft, so stimmt der Bericht der Einschätzung zu, dass die Ratschläge des IWF in großen Teilen richtig waren, insbesondere der Ruf nach fiskalischen Anreizen 2008-9 und die Unterstützung expansiver Geldpolitik in den entwickelten Volkswirtschaften. Die Befürwortung einer fiskalischen Konsolidierung in einigen entwickelten Volkswirtschaften durch die IWF 2010 wird als voreilig eingeschätzt, da sich die dadurch einsetzende Erholung als kurlebig erwiesen hat. Freilich hat diese Einschätzung, wie der Bericht anerkennt, den Vorteil des Rückblicks.“
Und jetzt noch einmal in Alltagsdeutsch:
„Es war richtig, unmittelbar nach der Krise Konjunkturprogramme zu fordern, und es war auch richtig, Geld in die Volkswirtschaft zu pumpen, wie es die Amerikaner und Briten getan haben. Nicht richtig war es, in Europa auf Sparprogramme zu setzen, um die Defizite zu reduzieren, weil dadurch die bereits einsetzende Erholung abgewürgt wurde. Aber nachher ist man immer klüger.“
Richtig. Nachher ist man immer klüger. Aber einige Leute haben beizeiten darauf hingewiesen, dass es absurd war, zuerst die europäischen Regierungen aufzufordern, Geld ins System zu pumpen, Banken zu retten, Abwrackprämien zu zahlen usw., und unmittelbar danach ihnen vorzuwerfen, sie seien überschuldet. Unter diesen Warnern befanden sich auch Leute, die nicht den Anspruch erheben, Ökonomen zu sein. Zum Beispiel ich.
Ende 2011 schrieb ich diesen Artikel für die „Internationale Politik“, die am 1.1.2012 erschien.

Zuerst beschrieb ich die – völlig richtige, nun auch vom IWF als richtig bestätigte – Reaktion der Europäischen Kommission unter Barroso auf die Krise 2008: „Sie forderte ein ‚europäisches Konjunkturprogramm’ gegen die Bankenkrise. 200 Milliarden Euro – mindestens 1,5 Prozent des BIP – sollten sofort die Nachfrage ankurbeln. Weiters sollten die Steuern gesenkt, die Sozialausgaben erhöht, öffentliche Investitionen in Umwelttechnik und Infrastruktur getätigt und private Investoren gefördert werden. Das ging nur auf Pump. Erst nach der Krise sollte das Geld zurückgezahlt werden.“
Doch dann kam die Griechenland-Krise und mit ihr die so genannte Schuldenkrise im Euro-Raum; eine Krise, die im wesentlichen eine Spätfolge der Bankenkrise war:
„Noch steckt Europa in der Krise. Deshalb sind die Staaten klamm. Doch die Banken wollen ihren Rettern kein Geld mehr leihen. Nun sind dieselben europäischen Politiker, die vor der Pleite von Lehman Bro¬thers blind auf die Marktkräfte vertrauten und 2008 alle Keynesianer wurden, zu Konservativen mutiert, die Austerität predigen. (…) Damals Geld ausgeben, heute sparen. Hü und hott.“
Schließlich schrieb ich:
„Die Euro-Zone wird sich wegen dieser Fehlanalyse entweder in die Rezession hineinsparen (Rezept Merkel) oder aus der Rezession hinausinflationieren (Rezept Sarkozy).“
So kam es auch.
Die Eurozone hat sich in die Rezession hineingespart, und nun versucht sie – genauer: versucht EZB-Präsident Draghi – verzweifelt Geld ins System zu fluten, um eine Deflation zu vermeiden.
Wenn auch Angela Merkel als Initiatorin des so genannten „Fiskalpakts“ (gegen den David Cameron zu Recht opponierte, unter dem Wutgeheul der hiesigen Presse) die Hauptverantwortung für die gegenwärtige Misere der Eurozone trägt, so kann sich Christine Lagarde nicht mit einem bloßen „Ups, sorry“ aus der Affäre ziehen. Schließlich war und ist sie als Mitglied der „Troika“ wesentlich mitverantwortlich für die desaströse deflationäre Politik, die den Euroländern verordnet wurde.
Lagarde sollte nun darauf drängen, dass nicht nur die Europäische Zentralbank durch monetäre Anreize, sondern die Regierungen durch die Fiskalpolitik die Rezession in der Eurozone bekämpfen. Dafür muss der IWF auch finanziell gerade stehen.
Ob es aber den Deutschen gefällt oder nicht: Sie werden Hauptmotor und Hauptgeldgeber des Euro-Rettungsprogramms sein müssen. Wolfgang Schäubles „schwarze Null“ ist eine Totgeburt, ebenso wie Merkels Fiskalpakt. Und das hätte man wissen können, auch ohne den „Vorteil des Rückblicks“.

Postskriptum:
Der letzte Satz meiner Glosse lautete: „Von Wachstum aber, dem einzigen wirksamen Mittel gegen Überschuldung, redet keiner mehr. Darin besteht die eigentliche Krise Europas.“ Nun ist Wachstum leicht zu fordern, schwieriger zu fördern. Wenn Thomas Piketty Recht hat, so stellen Wachstumsraten um die zwei Prozent in entwickelten kapitalistischen Gesellschaften die Norm dar. Mittlerweile redet auch „The Economist“ von jener „secular Stagnation“, die der frühere US-Finanzminister Larry Summers im Februar dieses Jahres an die Wand malte.

Wie unter diesen Bedingungen Wachstum überhaupt erzeugt werden kann, ist eine keineswegs triviale Frage. In Europa kann es weder vom Bevölkerungswachstum herkommen (und sollte es auch nicht), noch von der Erweiterung der Massenproduktion von Billiggütern. Neben der Ausweitung des Dienstleistungssektors ist vor allem die wissenschaftlich-technische Innovation gefragt. Und hier kann offensichtlich der Staat eine entscheidende Rolle spielen, wie Mariana Mazzucato in ihrem Buch „Das Kapital des Staates“ darlegt, das ich gerade lese.
Dazu freilich müssen die Staaten die Lizenz bekommen, Geld in die Hand zu nehmen. Der IWF hat Selbstkritik geübt; nun ist Frau Merkel dran.

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70 Gedanken zu “Ups, Europa kaputtgespart. Sorry. Der IWF übt Selbstkritik.;”

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    Ich habe kürzlich etwas gelesen, APo, das hat mir mehr zu denken gegeben, ein Stück mit der Überschrift: Wenn Worte töten können. Das las ich gerade, nach dem ich selbst etwas zuviel zu etwas geschrieben hatte, und es berührte mich indirekt. Das war subtil. Sie müssen nicht einfach wie ein Vater oder der Sch…-Lehrer meines Sohnes (einer unter sonst guten) eine Entschuldigung verlangen, oder ist Kaiser Wilhelm Zwo wiederauferstanden? Ich habe seinen Geist schon öfter in deutschen Schulen in diesen öden, nach pubertärem Schweiß und muffigem Lehrerzimmer riechenden Gängen gesehen.
    Das ist mir zu einfach. Sie glauben, ich wüsste nicht, wenn die Novembertristesse mir eingibt, etwas falsch zu formulieren, was anders formuliert gehört hätte. Das ist Ihr Problem: Sie wissen nicht, wer unter Ihren Kollegen oder unter Ihren Kommentatoren weiß, wenn ihm etwas misslungen ist. Ob Sie da ein Opfer von Hybris oder ein Internet-victim sind, weiß ich nicht.
    Weder Ihre Bemerkung über Polinnen, noch Ihre wilhelminische Entschuldigungseinforderung waren sonderlich subtil.
    Das Internet ist aber subtil, google&Co. Sie sollten mindestens genauso sein.

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    @ Alan Posener
    Ich habe nur gute Polen kennengelernt, ohne Ausnahme. Die beste hieß Alicia; sie war bezaubernd. Kellnerin.
    Die haben, wie ich schon erwähnte, etwas Besseres verdient. Auch etwas Besseres, als Ihre imaginierte Altenpflegerin zu sein. Ihre Ärztin würde schon eher passen.
    Den Polen ist, wie Sie ja wissen, übel mitgespielt worden bis 1989, davor für Unzeiten.
    Sie merken gar nicht, wie herablassend Ihre Bemerkung war und dass meine Provokation die richtige Reaktion darauf war. Es war Ihr Problem, nicht meins. Filipina wollten Sie erst sagen. Sie outen sich zum ersten Mal als Chauvinisten.
    Wenn Ihnen meine Kritik nicht passt, schmeißen Sie mich doch ‚raus, so wie M&M es damals mit Ihnen gemacht haben. Oder denken Sie darüber nach, wie herablassend Sie sein können. Ihr Claqueur EJ, der das in der Marshmallow-Diskussion erfahren musste, hat sich offenbar erholt.

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      Lieber Marseillais, aber das ist ja der Unterschied zwischen mir und den Achsenbetreibern. ich ertrage Kritik. Von Ihnen, von EJ, vom blonden Herrn Faust.

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    Vorspeise: Lauwarmer Karpfen, gedünstet
    Okay, ich wusste schon, als ich sie schrieb, dass sie daneben war. Sorry.
    Hauptspeise: Chili con carne
    Aber dass Sie nicht merken und darauf zurückkommen und das noch betonen, dass inspirierte Einlassungen sehr wenige sind und nur die in der Materie selbst, die sich Religion nennt, spricht Bände.
    Dessert: Millefeuille mit Senffüllung
    Selbstverständlich ist die Bemerkung über Henryk Broder nicht dieser Natur. Sie beruht lediglich auf der Beobachtung, dass es auch Persönlichkeiten gibt, die austeilen, aber auch einstecken können.

    @ EJ
    Morgens eher Weißbier. Abends Vodka

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    @ Marseillais: diese nuttenhaften Slawinnen

    Dem einen geht das Starkbier an die Leber, dem anderen an’s Hirn. – Immer rein damit! Wohl bekomm’s!

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    @ Alan Posener
    Es gibt sicher Leute, bei denen ich mich entschuldigen würde, aber Sie dürfen nicht dazu gehören, denn Sie teilen selbst gehörig aus; außerdem neigen Sie zu Unterstellungen, z.B. dieser hier:
    „Sie tun oft so, als wären Sie Christ.“
    Das ist eine massive Unterstellung der böseren Art. Ich habe niemals so getan. Wenn ich etwas geschrieben haben sollte, das in sich christlich wirkt, würde ich sagen, dass mir in genau diesem Moment Gott vorübergehend die Hand führte. Das ist alles. Das kommt vor. Immerhin erkenne ich an, dass das besonders Gute nicht von mir kommt. Sie können daraus auf eine weitgehende Abwesenheit von Ichverliebtheit schließen und auf einen gewissen Glauben, ja. Soll heißen, ich ziehe mir das nicht an, wenn ich mal etwas inspirierter wirke.
    Was ich mir eher anziehe, ist eine Ablehnung einer immer roher und in physischen Dingen einerseits permissiver, andererseits egoistischer und auch bildhafter werdenden Welt, die seelenlos das eigene Bedürfnis über das des wirklich Nächsten stellt. Mit den Jahren wird man da genauer. Manche Tendenz hätte man früher übersehen. War ja klar, dass sich ihr Zizi-Freund aus Framerika dazu meldet.
    Ich würde mich übrigens jederzeit bei Henryk Broder entschuldigen. Und wissen Sie, warum? Keinen Schimmer, oder? Ich sage es Ihnen: Weil es so gut wie unmöglich ist, dass der jemals von jemandem eine Entschuldigung verlangen würde. Man dürfte das also freiwillig tun. Und es wäre ihm so egal, wie wenn gerade im Atlantik ein Hai einen Fisch frisst.
    Sie dagegen, der schon mal gelegentlich Kommentatoren hier, die Ihnen zuwider laufen, etwas unterstellt, verlangen eine Entschuldigung, und dann noch für Dritte, von denen Einzelne zu solchen zugegebenermaßen etwas unseligen Vorwürfen beitragen. Und das am heiligen Sonntag. Oder war’s der Sabbath-Tag? Jedenfalls war’s zu generalisiert, sicher. Andererseits braucht man Generalisierungen, denn sonst müsste man Einzelne ‚rauspicken. Wir kommen ohne Generalisierungen nicht aus. Auf diesen entbrennt dann manch Streit.

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      Sie irren sich, Marseillais. Ich verlangte keine Entschuldigung im Namen der Polinnen. Sondern in meinem eigenen. Denn dass so etwas auf diesem Blog erscheint, das verletzt mich persönlich. ich dachte, wir wären weiter. Ansonsten. Sie haben nie für sich in anspruch genommen, Christ zu sein, aber gelegentlich führt Ihnen Gott die Hand. Bei der Abfassung dieser Replik bestimmt nicht. Seien Sie mal nicht so selbstgerecht, lassen Sie Henryk Broder aus dem Spiel, und geben Sie einfach zu, dass die Bemerkung daneben war. Und dann Schwamm drüber.

  6. avatar

    @ Alan Posener,
    Ihre Frau Gem. liest hier nicht, oder?
    Ich habe nie gesagt, dass ich ein Christ bin, sondern, glaube ich, einst, dass ich, aus kirchlicher Sicht betrachtet, eher keiner bin. Aber christliche Werte, die nicht nur Nächstenliebe, bei Fremden also Rücksichtnahme, lauten, sind Ihnen auch bekannt? Wir können gern bei den beiden Slawinnen weitermachen, die mir bekannte Familien zerstört haben, sollten das aber vielleicht lassen.

    Mariana Mazzucato, die auf dem Photo erscheint wie eine ältere Julia Roberts, finde ich sehr sympathisch in ihrer Dynamik. Aber diesen Satz z.B. halte ich für verkehrt:
    „Je mehr wir den Staat bashen, desto eher schrecken wir die guten Leute von einer Karriere beim Staat ab.“
    Vor dem Bashing steht, dass der Staat immer mehr wird und den Bürgern zu sehr auf die Pelle rückt. Nicht mit Erfindungen oder dem Unterstützen von start-ups, sondern mir Bürokratie.
    Außerdem ist dieses Konzept, das sie vortägt, für Deutschland gefährlich. Mit der zweimaligen deutschen Erfahrung eines entgleisten Staates, die tief sitzen, und der Mentalität der Deutschen, die zweifellos zu staatlicher Übergriffigkeit einläd, scheint mir dieses Konzept für Deutschland nicht geeignet zu sein, sondern eher für Nationen wie Indien, also BRICS, wo zu wenig privates Geld bei breiteren Schichten vorhanden ist. Außerdem würde sich der Staat als Großunternehmer das Startkapital erstmal besorgen und zwar vermutlich bei seinen Bürgern. Und dabei ist er schon, wenn man den Energiemarkt anschaut.
    Der momentane deutsche Staat behagt in seiner Übergriffigkeit bis in die Früherziehung und die Schlafzimmer kaum jemandem.

    1. avatar

      Lieber Marseillais, Sie tun oft so, als wären Sie Christ. Da könnten Sie, glaube ich, Ihre Frage selbst beantworten.

  7. avatar

    …dass diese Partei endlich beginnt, erwachsen zu werden…

    Cher Alan,

    werden wir jemals erwachsen??

    Dennoch kann man Galilei sagen:

    And yet it moves

    und auch:

    You cannot teach a man anything, you can only help him find it within himself

  8. avatar

    o.t.

    http://www.economist.com/news/.....needs-love

    zur Ergänzung des Beitrags von Alan Posener.

    http://starke-meinungen.de/blo.....zerstoren/

    Es stellt sich für mich allerdings die Frage, ob wir noch Veränderungen herbeiführen können:

    “Fortschritt” scheint in der Fantasie vieler Menschen zu bedeuten: “Immer mehr Waren”.

    Und wenn ich dann noch in der heutigen Welt lese:

    >G 20 versprechen Extra-Wachstum von zwei Billionen Dollar<
    aus:http://www.welt.de/wirtschaft/.....ollar.html

    dann verstärken sich die Zweifel!!!

    P.S. Lieber Alan Posener:

    Was verstehen Sie unter besserer Vernetzung?

    Und unter besserer Dienstleistung?

    Und unter besserer Kommunikation?

  9. avatar

    Was mich an meinem Land stört, mehr als alles andere, was sonst noch stören könnte:
    „Wenn „Juden ins Gas“ oder „Juden raus“ gerufen wird, bringt es die deutsche Justiz trotzdem fertig, darin „Kritik an einem ausländischen Staat“ zu sehen. Juden sehen das nicht so und, was noch entscheidender ist, die Judenhasser auch nicht. Die meinen es ernst mit ihrem Antisemitismus, was ein Blick auf die Zahl der antisemitischen Übergriffe in diesem Jahr zeigt. Laut der Bundesregierung verdoppelten diese sich im Zuge der Demonstrationen im Sommer.“
    http://boess.welt.de/2014/11/1.....her-staat/

    Das ist kein Land mehr, in dem man unbefangen glücklich sein kann.

  10. avatar

    Ich sehe es genauso.
    Aber dachte sie würden es vielleicht anders sehen, weil sie „Antideutsche“ als stalinistisch bezeichneten.

  11. avatar

    „Her mit den schönen polnischen Pflegerinnen!“ So auch mein Plan, lieber Alan Posener. Warum soll ich denn meine Familie vom Leben abhalten, wenn es solche Alternativen gibt?!

  12. avatar

    Lieber Alan Posener,
    George Clooney setzt garantiert keinen Fuß außer Hauses, wenn er alt ist und Niall Ferguson auch nicht.
    Wenn die Einwanderung femininer wäre, soll heißen, verfolgte Frauen bevorzugt würden, gäbe es überhaupt keine Probleme. Der viel imaginierte Rassismus richtet sich gegen Boote voller muskelbepackter Afrikaner und gegen Bärtige, und das war’s.
    Nur die deutschen Frauen, viele davon, müssten dann einpacken.
    Mit der Behandlung von Hirsi Ali haben die Niederländer ihren Schönheitsfaktor deutlich gesenkt.
    Diese Politikerinnen von SPD und Grünen, die uns diese Muskelpakete und Bärtigen und Probleme mit deren Religion und auch mit Drogenhandel auf’s Auge drücken, sind gaanz weit weg von der Frau. Das war aber auch von Anfang an klar, denn wenn Frauen für Abtreibung plädieren, haben sie schon einen Teil der Frau gekappt. Arme Seelen, von Anfang an. Und jetzt muss ihr leergebliebener Bauch, der ihnen gehört, für Pflegeheime sorgen, die ihnen dann auch gehören sollen.
    Und wenn sie dann das letzte Hemd anziehen müssen, haben sie keinerlei Zukunft in der Hoffnung. Das hat der Atheismus aus ihnen gemacht.

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    Lieber Alan Posener,
    für diese Aussage werden Sie später gewiss belohnt mit einem männlichen Pfleger aus Nigeria oder Ghana etc.

    Ich will gar keine Pflegerin. Aus meinem Haus wird man mich nur mit den Füßen zuerst ‚raustragen. Falls das so nicht klappt, gibt es hoffentlich noch einige Brücken, die nicht so abgedichtet sind wie Golden Gate. Und vielleicht gibt es ja bis dahin freiwillige Euthanasie, sonst muss ich wohl in die NL ziehen. Auf jeden Fall ist es völlig klar, welche industrielle Gruppierung im Dienstleistungsbereich gegen den Freitod älterer Menschen ist. Werden sie zum Wirtschaftsfaktor, muss man sie mit Unwürde und Schmerzen an der aufgebauten „Wohltat“ anketten. Die Wohlhabenden können sich retten, die Ärmeren ziehen dann Andere in Mitleidenschaft, denn einen Zug oder ein vorbeifahrendes Auto gibt es immer. Wie man an den aus Heimen Weglaufenden sieht, ist der Wille, dort das Leben auszuhauchen, nicht sehr groß.

    Ich wette, am Ende landen Sie dort dann doch nicht. Ihr Intellekt passt einfach nicht zu diesem Umfeld. Aber die Pflegeindustrie dürfte Ihnen danken für diese Aussage.
    Im Übrigen wundert mich, dass Sie doch manchmal wenig mit Ihrer Kindheit verbunden zu sein scheinen, denn sonst würden Sie sich doch eher eine junge Dame aus Malaysia vorstellen. Die schlagen diese nuttenhaften Slawinnen allemal. Ach so, ich vergaß, Sie fühlen sich manchmal wie Napoleon und dachten mehr an diese Kategorie. Monsieur, diese Kaste arbeitet nicht im Pflegedienst und ist meistens vergeben, manchmal doppelt wie in Anna Karenina. Und das, ob es Ihnen behagt oder nicht, ist eine Tatsache: Die Russinnen sind die schönsten Frauen in Europa. In Asien müssen sie mit den Japanerinnen streiten.

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      „Nuttenhafte Slawinnen“ – Lieber Marseillais, ich möchte Sie bitten, sich für diesen Ausdruck zu entschuldigen. Und ja, Sie haben Recht: Zuerst wollte ich tatsächlich „Phillipnina“ schreiben, wusste aber erstens nicht, ob das der richtige Ausdruck und die richtige Schreibweise war, und da ich in Eile war, habe ich mich für die Polin entschieden. Und nochmals: „Nuttenhafte Slawinnen“: Das geht GAR nicht.

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    @ Alan Posener: wenn sie sich weiters dagegen verwehrt, von einigen Antizionisten …

    Weil hier die Linke zur Vernunft zu kommen scheint, sehen Sie Ihre publizistische Mission – „weiters“ – (gegen die Rechte) in Österreich?

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      Wenn sich die Mehrheit einer demokratischen Partei von Leuten distanziert, die einem jüdischen Mitglied jener Partei auflauern und ihm Gewalt androhen; wenn sie sich weiters dagegen verwehrt, von einigen Antizionisten in den eigenen Reihen stets in Verlegenheit gebracht zu werden – dann finde ich das ein Beispiel dafür, dass diese Partei endlich beginnt, erwachsen zu werden. Oder?

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    Marseillais:
    „In Deutschland scheint man nicht mehr viel zu kennen außer Industrie.“

    Deswegen können wir auch ‚Fortschritt‘ nur so denken: Neues Smartphone, neues Auto, neue Einbauküche usw.. Und daher wird auch diese – gleichfalls überzogene – Gegenbewegung (‚Bio‘, ‚Landleben‘, ‚früher war alles aus Holz, besser‘ usw.) verständlich. Daß Fortschritt z.B.auch bedeuten könnte, daß es Familien wieder schaffen könnten, ihre Alten zuhause zu pflegen usw. kommt erstmal dabei niemandem in den Sinn.
    Es gibt ja die These, die Deutschen wären analfixiert (Mülltrennung), ich habe diese These nicht wirklich ganz verstanden, aber das mit dem ‚fixiert‘ ist wohl schon eine Eigenschaft, die man bei der Diskussion über Fortschritt und was man darunter versteht, berücksichtigen sollte, oder?

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      „Fortschritt“ scheint in der Fantasie vieler Menschen zu bedeuten: „Immer mehr Waren“. Er kann aber bedeuten: bessere Vernetzung, Dienstleistung, Kommunikation, Gesundheit, Erziehung und uja, Klaus J. Nick, auch Altenpflege, obwohl ich nicht um alles in der Welt von meiner Familie gepflegt werden will. Her mit den schönen polnischen Pflegerinnen!

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    @Marseillais
    Alan Posener hat nicht gesagt, sie würden wie Marx klingen, Marx war eben Marx und Kommunist und kein wahrer oder deutscher Sozialist (so klingen sie).
    Und schon damals war es klar, dass die Produktion mechanisiert wird.

    Einerseits sollen Frauen also zum KKK, und andererseits kann für Sie nur Lohnarbeit Lebensinhalt sein?

    „dass das AT eben nicht zu Gewalt aufruft, sondern zu Mäßigung, aber auch Verteidigung gegen Feinde. Die Personen, die das AT versuchen ‘runterzureißen, sind häufig völlig kenntnisfreie Atheisten.“ Die die ich kenne waren evangelische Christen, was mich wunderte, weil ich als Atheist das Alte Testament schätze.

    „Man kauft dann wirklich nur Fleisch/Gemüse/Obst.“ Man kann auch so bewusst im Onlinesupermarkt einkaufen. Und ich wollte als Kind auch im Bioladen Süßigkeiten haben.

    „Und wer Bücher bei Firmen kauft, die Autoren erpressen, schadet den Autoren.“ Die Autoren schaden sich selbst.
    Wenn X>Y und das Ebook X kostet, können es sich weniger Leute leisten, als für den Preis von Y, insgesamt werden bei gleichbleibenden Produktionskosten (das Buch muss nur einmal geschrieben werden, der Verlag muss nur einmal drüberschauen, Kosten für den Vertrieb sind bei Ebooks vernachlässigbar klein) zu einem zwar hohen Preis weniger Bücher verkauft, wobei der Gesamterlös sinkt. Da Amazon anteilig mitverdienen wird, haben sie gleichzeitig ein Interesse daran, den Buchpreis so hoch wie möglich zu halten.

    Die Aufgabe eines Buchhändlers ist es doch im Interesse der Kunden die Preise zu beeinflussen und nicht die „Polung auf maximalen Gewinn“ der Verlage zu fördern, oder?
    Dann kann auch was anderes als booze Lebensinhalt sein…

  17. avatar

    Was wohl Marx hierzu gesagt hätte? http://jungle-world.com/artikel/2009/13/33606.html

    Rechtsextreme Horden jeglicher Couleur (Salafisten, Nazis, Querfrontler) verprügeln Leute und/oder skandieren ihren Wahn. Der NRW-Innenminister verkauft Polizeieinsätze zuerst als Erfolg. In Dortmund will Die Rechte wissen wo Juden wohnen. „#StadtDortmund freut sich, dass Juden wieder wichtiger Teil der Gesellschaft sind. Nazi kriegen juristisch mögliche Minimalantwort.“ Wenn das überhaupt möglich ist, sollte das juristisch geändert werden, denn geht das den Staat irgendetwas an?

    Ich möchte weil ich Atheist bin nicht irgendwann jemand Ungebetenen im Wohnzimmer haben.
    Uns wurden schon mal Böller von Jugendlichen ans Fenster geworfen, weil ihnen nicht gefiel was meine Eltern beruflich machen. Das hat mir gereicht.

    Ich fühle mich unsicher.

    Trennung von Staat und Kirche gibt es nicht ohne Grund.

    Keine Toleranz für Intoleranz!

  18. avatar

    @ Alan Posener
    Gucken Sie mal das an. Haben Sie schon, aha. Ist nicht Ihre Tochter? Dann isses ja gut. Ist eh Absicht mit Schauspielern.
    Das Hauptproblem an solchen Sachen sehe ich so: Man sieht eine großartige Natur. In dieser Natur ist der Mensch, der an sich auch grandios sein kann, von weit weg zu sehen bei einer banalen Tätigkeit, so dass er wirkt wie zwei kopulierende Insekten an Ihrem Fenster. Das ist die Gefahr allenthalben: Die Entmenschlichung des Menschen, seine Reduzierung auf Banalität. Die letzten von uns könnten in Zoos leben. Das Video wirkt schon wie eine Zooszene, nicht im Geringsten pornografisch, sondern exhibitionistisch und einfältig. Wer diesen „Künstler“ wohl bezahlt hat?
    http://www.welt.de/kultur/arti.....n-auf.html

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    In Deutschland, nebenbei bemerkt, wird alles zu einer Industrie gemacht,auch BIO. In Deutschland scheint man nicht mehr viel zu kennen außer Industrie. In anderen Ländern, Italien, Frankreich und England z.B., gab es immer nebenbei kleine Geschäfte mit lokalen Produkten.
    Außerdem gibt es bei Verdrängungsmechanismen durch wieder einen neuen Lidl/Tesco/Intermarché/Heini wachsende Unterstützung für diese Kleineren, die unter dem Strich billiger sind, denn: Man kauft dann wirklich nur Fleisch/Gemüse/Obst. Kein Kind schreit an der Kasse nach Süßigkeiten, keine Frau nimmt schnell mal ein Päckchen Haarbänder mit, kein Mann einen neuen Rasierer. Das Geheimnis der Großen liegt in ihrem gemischten Angebot aus langweiligen Essprodukten und Extras. Die erzeugte Konsumentenmentalität – noch schnell mal das und Geiz ist geil – lässt vergessen, dass man mit weniger Handy und weniger neuem PC auch schon mal in ein paar Jehren ein Auto, und wenn auch nur ein gebrauchtes, zusammensparen kann. Schlanker bleibt man auch, wenn man gezielt einkauft. Und eins ist sicher: Die Kleinen und Mittleren bezahlen prozentual gesehen (auf ihren Umsatz) mehr Steuern, denn die Großen haben so entsetzliche Angst vor Steuern, dass sie lieber im nächsten Dorf eine Neuverschuldung eröffnen. Wie viele Steuern die in Wirklichkeit zahlen, hat man in den letzten Jahren an einschlägigen Beispielen bei den ganz Großen sehen können. Wir supportieren also mit Steuern (die Bürger) den Bau eine-s(r) neuen Supermarkts/Coffeeshops/Lagerhalle/noch schnellerer Verbindungen für ewig neue Produkte und zahlen die dann noch dafür, dass sie Steuern sparen, indem wir ihnen ihr Geraffel abkaufen. Jeder weiß, dass der Wurm da drin ist, und trotzdem macht es jeder. Und wer Bücher bei Firmen kauft, die Autoren erpressen, schadet den Autoren. Als Marx lebte, gab es solche Eigenheiten gar nicht. Sie würden heute vermutlich einen ganz anderen Marx bekommen.

  20. avatar

    @ Alan Posener
    Ein „Programm“ ist es eher nicht, sondern Erlebtes. Und sozialistisch war ich nie. Ich empfand mein Aufwachsen, die frühe Erwachsenenzeit als angenehm, und mittelgroße und auch größere Firmen dominierten gemeinsam. Wir hatten soziale Marktwirtschaft, keine Frage. Der Zustand erscheint mir ideal. Dann wurden Firmen immer größer, es gab Fusionen, Kartellgesetze wurden wenig beachtet, Arbeitsplätze wegrationalisiert bei jeder Fusion, gleichzeitig ging die Qualität zurück, made in Germany war kein Gütesiegel mehr hierfür ein Beispiel unten. Wenn ich ausgebildeter wäre, würde ich vielleicht wie Schirrmacher klingen, aber eher nicht wie Marx und Engels. Aber wenn ich wie Marx klingen sollte, war er auf keinen Fall ein Kommunist.
    Es war auch zu Marx‘ Zeiten nicht klar, dass der Mensch bzw. sein Lebensinhalt, sein Arbeitsplatz, wegrationalisiert werden würde. Und darum geht es mir, um den unglücklichen Menschen ohne Lebensinhalt und Perspektive, der vom Staat mit bedingungslosem Grundgehalt oder heute schon Hartz IV unterhalten wird und oft unglücklich ist. Wenn er dann die Kohle für booze ausgibt, muss sich doch keiner wundern. Wieso hat Sarrazin sich darüber echauffiert?
    Das Beispiel: Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger war offenbar Ende mit deutscher Qualität, wie Schirrmacher beschreibt. Zwei Bosch-Küchenmaschinen hintereinander kaputtgegangen unmittelbar nach Ablauf der Garantie Motorschaden. Andere berichteten Ähnliches. Daraufhin ließen wir das Geld springen für eine amerikanische Kitchen-Aid, und die wurde damals noch in den USA hergestellt. Sie steht jetzt seit 20 Jahren in unserer Küche. Es gibt aber noch eine Alternative: Selber rühren und kneten. Die Firmen sollten sich mal bewusst werden, dass Konsumentengeduld Grenzen kennt und man von finanziell höheren Einsätzen etwas anderes erwartet als von Plastikspielzeug von LIDL.
    Mit Autos gibt es auch ein paar einschlägige Erfahrungen. Eins ist sicher: Bis zum ersten TÜV nach drei Jahren funktioniert die Elektronik. Bis dahin ist man schon bei der Hälfte des Neuwertes, schätze ich. Das ist also eher nostalgisch, und das Beispiel Island nach seiner Krise hat mir gezeigt, dass wir, die wir noch Grips und zwei Hände haben, alles wieder auf die Beine stellen können. Die Konstrukte sind einfach zu groß, und Aktiengesellschaften zerstören jede Verantwortung für Angestellte und auch für Qualität. AG’s sind nur auf maximalen Gewinn gepolt.

    Aber, was mir wichtiger ist als den Kram, an dem ich ohnehin nichts ändern kann außer mit einem Nischenleben jenseits des Consumer-Mainstreams, in dem ich konsequent Kleinbusiness unterstütze und lieber weniger kaufe: Dass Sie noch meine Passage aus Salomos Sprüche, 1, 8-16, hierher setzen, es sei denn Sie hätten die schon unter Ihrem vorigen post. Viel wichtiger als kleine Nadelstiche gegen Großunternehmen, die diese gar nicht spüren, ist doch, zu beweisen, dass das AT eben nicht zu Gewalt aufruft, sondern zu Mäßigung, aber auch Verteidigung gegen Feinde. Die Personen, die das AT versuchen ‚runterzureißen, sind häufig völlig kenntnisfreie Atheisten. Antisemiten könnten auch dabei sein, denn das AT ist unser Bindeglied zu den Juden.

  21. avatar

    @ Moritz Berger
    Als ich die headline las, dachte ich, das wäre ein Witz:
    Why footballers should really get more money
    http://babb.telegraph.co.uk/20.....more-15810
    Völlige Schieflage beim Vergleich. Fußballer werden nicht mit Schauspielern oder Leichtathleten verglichen, sondern mit Top-Managern. Was es alles gibt. Vielleicht könnten ja die Top-Manager, die in den Logen sitzen, den armen Kickern was abgeben.

  22. avatar

    @ Moritz Berger
    Genau: Sverker uses a software bot called Lsjbot to scan databases and other sources and automatically upload new articles onto the site.

    Das Problem ist nicht nur, dass white collar work hierdurch reduziert wird, sondern auch, dass Fehler weiter getragen werden. Nur ein kritischer Verstand bzw. mehrere in Diskussionen können Fehler bemerken und korrigieren. Die Fehler aus Wikipedia schleichen sich in Referate in den Schulen, nach dem Motto des heutigen Lernens: Schwach anfangen und dann stark nachlassen.
    Aber Roboter für so was fände ich sinnvoll:
    http://www.spiegel.de/panorama.....02608.html

    @ Alan Posener
    Wieso achgut? Andere Meinungen. Je mehr Vielfalt, desto besser. Broder hat eine starke Persönlichkeit und dadurch eine Sogwirkung.
    Außerdem ist er der Schlüssel zu einem Bereich, der ohne ihn weniger wäre: Jüdische Komik. Hier entgeht ihm nichts. Es war mir klar, dass er einen großen post mit allen links zu dem verfolgten Gysi machen würde, weil die Komik allein hinreißend ist. Er hat uns allen einen Gefallen getan wie auch Paul Spiegel, bzw. dessen Töchter mit dem Witzebuch. Wir dürfen alle mal lachen, es wird uns gestattet. Wir sind nicht dazu verdonnert, nur an den Holocaust zu denken. Wir müssen nicht immer nur das Opfer sehen, sondern dürfen an etwas Wesentlichem Anteil nehmen: An jüdischem Humor. Das ist erholsam. Man lernt Menschen besser kennen und achten, wenn man sie nicht nur als Opfer betrachtet, sondern auch als Winner mit ihren spezifischen Eigenschaften. Man kann den Humor genießen, entspannt dann. Wenn man nur die Opfer sieht, muss man sich an sich verachten, und das wäre ungesund. Wir laufen also ‚rum wie Kain mit dem Kainsmal, und Abel ist wieder aufgestanden, so wie Hilde Domin ihm befohlen hat, und er unterhält uns und macht dasselbe wie immer: gute Erfindungen und Witze über sich.

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    Das ist ja interessant. Im Grunde beweist das, was Jesus sagte: Die Sucht nach dem Mammon und Gott (hier zu ersetzen durch Kreativität – am Anfang war logos, im Alten Adama = Ton, Lehm, jederzeit zu besichtigen in Disneys/Stokowskys Fantasia, wo das in der Mitte steht) passen nicht durch ein Nadelöhr.
    Zu besichtigen auch jederzeit in der Bildung, wo eine größere Masse an Abiturienten und geringere Menge an Lehrern zu einer Abnahme der Gesamtbildung führt. Eine Aufwertung der Realschule bei gleichzeitigem Reservieren des dualen Ausbildungsweges für Realschüler würde Abhilfe bringen, doch eine hohe Menge an Abiturienten dürfte mehr Geld ins Bildungsministerium schwappen. So Schäuble gibt.

    @ Moritz Berger
    Den Einwand habe ich Ihnen überlassen, habe schon darauf gewartet. Es hat schon Chuzpe, das unter „Ökosteuer“ abzuhandeln. Ich sehe den einzigen Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft in einer Stärkung des Mittelstandes in jedem einzelnen Land nach seiner jeweiligen Facon. Die Großen werden Federn lassen, weil man ihren Schrott, der in jeweils neuer Verkleidung kommt, nicht mehr sehen kann, auch nicht ihre billigen Werbeaktion, die am Telefon beginnen mit: „Sie haben gewonnen“. Irgendwann hat das auch die letzte Oma kapiert. Deswegen hat man sich auf Jugendliche verlegt. Wenn Anna das neue phone hat, will Tim das auch und irgendwann die ganze Klasse dieser Junguniformierten und Informationsarmen.

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      Lieber Marseillais, Ihr Programm deckt sich ziemlich mit dem, was Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest als „wahren oder deutschen Sozialismus“ beschreiben. Nichts Neues unter der Sonne, wie der Prediger die Chuzpe hatte zu sagen.

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    A.P., die setzen Kritik selten auf ihren blog und begreifen daher nicht, dass sie so langweilig wirken können. Jemand hat mir erzählt, dass Sie alles setzen und sich als punching ball hergäben, dabei aber stur bei Ihren Prinzipien blieben. Das erscheint mir durchaus interessant. Ich wusste, dass Sie das setzen und die, die ein paar Buntstifte benötigen bzw. mit einer Robespierre-Visage die Leser verschrecken, eher nicht.

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      Na, „punching ball“ eher nicht, Nervensäge, und ALLES wird nicht veröffentlicht. Sonst werden die Kommentar-threads zum tummelplatz von Wichtigtuern und anderen eher unangenehmen Leuten. Aber ich zensiere eher ungern und selten, und meist auch verbunden mit einer Offenlegung meiner Motive.

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    Bisschen Unterhaltung. Der größte deutsche blog, las ich mal. Vielleicht auch Politblog. Nur das Problem ist: Gehst du in die Masse, geht Quali in die Asse. Angefangen hat das vor zehn Jahren mit damals noch Spiegelautor und Dauerwüterich Broder (gutes Bild), Intello und Witzbold Hannes Stein (nicht mehr dabei), Tobias Kaufmann (immer gut, nicht mehr dabei), Witzbold Nr.2 Miersch und Nr.3 Maxeiner (dieses Bild kann jeden neuen Spender vertreiben) und, glaube ich, Intelligenzbestie Cora Stephan. Was ist daraus geworden? Ein Sammelsurium. Drei sind nicht mehr dabei oder nur gelegentlich, dafür haben sie aber den hochhumorigen Röhl (Saboteur), eine gute Sache. Ulli Kulke lese ich so gut wie immer, was bei mir etwas bedeutet. Sein letztes Stück zum Aralsee zeigt auf, wo die Probleme in Wirklichkeit liegen, und dass die Klimaerwärmung das Ei ist, nicht etwa die Henne. Die Henne ist wohl auch nicht so eindeutig CO2, aber die Landwirtschaft und Flussbegradigungen haben schon Nebenwirkungen. Lesenswert. Frankenstein schreibt selten, aber immer brillant. Irrgläubige ist witzig und sieht brillant aus. Lengsfeld will nicht witzig sein, das steht ihr zu. Und dann noch drei weitere Quotenfrauen, die witzig sein wollen, wovon das Sievers zuweilen gelingt. Die anderen zwei gehören in die Küche, worüber ja eine schreibt. Für so was soll man Pate machen? Ohne Hannes? Ohne das Dauerärgernis Posener? Und der, der die Kollekte nimmt, sieht aus wie Robespierre? Nee, Leute, das ist Euch misslungen. Weniger und dafür echte Asse und bei allen gute Bilder. Neocon. Oh je. Humor ja, aber Bilder sind mächtiger. Das Bild von Wendt, der an sich gut ist, oh je. Böss sieht aus wie frisch von der Schulbank.
    Aber Traumtänzer ist großartig, läuft sowieso für jeden Maus-Fan bzw. von Käpt’n Blaubär lebenslang auf Freifahrkarte. So misslingen die Dinge, wenn man sich in Richtung Bunte bewegt oder wenigstens Stern. „Die Welt“ ist inzwischen besser als dieser blog, soll heißen, die MSM übernehmen wieder?
    Vielleicht bin ich ja zu streng. Die Presse langweilt mich unsäglich, bin ihr entwachsen, oder sie ist verseichtet und zwar alle miteinander. Angepasst an Muttis Kuschelecke Deutschland. Röhl nehme ich ausdrücklich aus wie vielleicht Broder.
    Ich habe immer Patenkinder aus Südamerika. Die können oft nicht schreiben. Manchmal ist das auch besser. Vielleicht wollt Ihr auch ein paar Buntstifte?
    https://paten.achgut.com/

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      Ähm, Nervensäge, haben Sie aus Versehen auf dem falschen Blog gepostet, oder wollten Sie uns nur mitteilen, dass auch Sie inzwischen auch bemerkt haben, wie schwach „AchGut“ ist?

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    Lieber Alan Posener:

    >Ihre Maschinensteuer gibt es übrigens schon<

    Das Thema Maschinensteuer haben wir bereits schon einmal hier abgefrühstückt.

    Wie Sie daraufkommen, dass die Ökosteuer eine Maschinensteuer sei ??? Nur weil sie in die Rentenversicherung fließt???

    de.wikipedia.org/wiki/Wertschöpfungsabgabe
    wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/maschinensteuer.html

    http://www.xpolitics.de/….....ensteuern/

    Da die Arbeit abgeschafft wird, nicht nur im blue Bereich, sondern auch im white collar Bereich. (z.B. Sport´und Finanzartikel in Zeitungen wird zunehmend von PC´s geschrieben) sollten wir uns zukünftig überlegen ob wir eine Maschinensteier auf die Roboter oder die bots umlegen!!

    Aber das Thema wäre ein seperates Kapitel!

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    Geht uns möglicherweise am A…. vorbei, wenn man die Resonanz hier sieht. Ist aber nicht das schlechteste Herbststück. Mein favorite für das unterirdischte Herbststück ist hier: Eine Frau ist sich nicht zu blöd, darzustellen, wie sie ihren Mann als schatzrufenden Arbeitssklaven benutzt, während sie eine Schleimspur verfasst:
    http://www.achgut.com/dadgdx/i.....iebe_achse

    Wie kann man nur! In solchen Fällen muss ich dann doch an Alice Schwarzer denken und empfehle Fleischhauers erstaunlich milde Kolumne zu Alice.

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    APo: … nun ist Frau Merkel dran.

    …hi, hi, hi … wer Netto vom Brutto nicht unterscheiden kann, eine Milchpreiserhöhung in Deutschland damit begründet, dass die Inder nun auf einmal 2x am Tag essen, Stichwort: Second Meal, … und der Mindestlohn, obwohl erst ab 2015 eingeführt, schon jetzt, wie die Wirtschaftsweisen nachweisen, Auswirkung auf das Wirtschaftwaxxxxtum hat, mit wichtig vorgetragenem Gesicht, ‚trivial nicht versteht‘ (O-Ton Ex) – ist für Ihre Bitte? – trivial – überfordert.

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    Passend zum Absägen der Wirtschaftsweisen: “Ökonomen wissen nicht mit Dynamischen Systemen umzugehen. Höchste Zeit, sie zu ersetzen.”
    Find ich auch, sie sollten durch den Markt und die Demokratie ersetzt werden. Futarchy?
    Oder soll hier nur ein Primat der Politik statt Sachverstand die Ökonomen ersetzen und Entscheidungen beeinflussen?
    Herrmann Adam sagt laut Wikipedia, dass den Primat der Politik in der kapitalistischen Planwirtschaft des Nationalsozialismus gab.

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    Passend zum Thema innovativer Staaten: Wer möchte Este werden? http://netzwertig.com/2014/11/.....gerschaft/

    Flugzeugkreuzfahrten von ihrer Verteidigungsforschungsprojekteagentur? 😀

    Und noch ein Beispiel wie Geheimdienste/Staaten Innovationen antreiben. Wer braucht schließlich eine Abhörungserschwerung, wenn (vermeintlich) niemand abhört? 😉

    Die Ökosteuer mindert den Anreiz zur Substitution von Arbeit durch Kapital. Schön, aber das ist doch das Problem.
    „Ist [der Antisemitismus] in einem Lande möglich, so ist das ein Beweis, daß dort noch nicht genug Kapital existiert. Kapital und Lohnarbeit sind heute untrennbar. Je stärker das Kapital, desto stärker auch die Lohnarbeiterklasse, desto näher also das Ende der Kapitalistenherrschaft. Uns Deutschen, wozu ich auch die Wiener rechne, wünsche ich also recht flotte Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft, keineswegs deren Versumpfen im Stillstand.“ https://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1890/04/19-ansem.htm
    Stärkt oder schwächt die Ökosteuer nun langfristig das Wachstum durch Verhinderung oder Verstärkung (möglich im Falle von Standortverlagerungen) von Umweltkapitalzerstörung?

    Und lässt sich die Ökosteuer verbessern?
    Ist planwirtschaftliche Preisbindung bei Umweltschäden sinnvoller als bei Brot, oder doch eher Zertifikatehandel?

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    Gesundheitswesen + Keynesianismus + rassistische Horden = „Polizeikonzept hat funktioniert“ 🙂

    @Alan Posener
    Kann ich denn so gut arbeiten, wenn die Energie teuer ist oder muss ich nicht nur noch mehr arbeiten um mir Energie leisten zu können, oder zahlt sich die Ökosteuer mystisch von selbst?

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      Lieber lucas, vielleicht schauen Sie bei Wikipedia nach, um sich die Ökosteuer erklären zu lassen. Der Gedanke war, bei gleichbleibendem Steueraufkommen, also ohne Zusatzbelastung der Firmen und der Bürger, die Abgaben auf Arbeit zu reduzieren und die auf Energie zu verteuern, um dadurch für Firmen einen Anreiz zur Beschäftigung zu schaffen und für alle einen Anreiz zur Energieeinsparung. Ich weiß nicht, ob man die Wirkung des Gesetzes evaluiert hat, aber der Grundgedanke scheint mir richtig.

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    Die Idee in Europa Strukturreformen durchzuführen, bevor weiter Geld in Systeme geschüttet wird, war 2008/2009 nicht abwegig. Immerhin war das Bankensystem kollabiert und viele Volkswirtschaften nicht Wettbewerbsfähig (ist ja nicht so, dass alle nur mit Deutschland konkurrieren, gegenüber Schwellenländern waren EU-Schwellenländer ja auch unter Druck). Durch die Unabhängigkeit von Kapitalmärkten sollte ja sogar ein Demokratisierungsschub erfolgen. Wer sich kein Geld leiht, kann selbst entscheiden was er macht. Also alles nicht jenseits von Sinnen.
    Die Messlatte sollte also a) Strukturreformen in Europa und b) Restrukturierung des Bankensektors und c) deren Rückzug aus der Staatsfinanzierung sein. Da dies alles schwer umsetzbar war, sollte dieser Weg durch die Austeritätspolitik durchgesetzt werden. Nicht, weil Schuldenmachen unmoralisch ist, sondern weil auch über Staatsschulden ganze Volkswirtschaften eben nicht von realer Wirtschaft abhängig sind, sondern von Finanzmärkten (und damit auch von Klientelpolitik). Solange Geld von außen in die Systeme floss, wurden diese Systeme nicht hinterfragt. Wir müssen nicht nach Südeuropa, da können wir in der Deutschen Kommunalpolitik bleiben. In vielen Ländern/Strukturen galt Wettbewerb und Globalisierung ja als böses Gerücht. Systematik bei Steuererhebung war dadurch auch nicht dringend.
    Die Krise in Südeuropa, teilweise auch das Kaputtsparen, waren ja also durchaus gewollt. Strukturen, die sinnfrei Geld abzapften, sollten in jedem Land unter rechtfertigungsdruck geraten. Griechenland sollte zum Beispiel entscheiden, ob es Geld für die Kirche, oder Geld für Schulen ausgibt. Von einer bewussten Eskalation zu sprechen geht vielleicht zu weit, aber der Gedanke stand ohne Frage im Raum. Ja, es sollte Streit und Verteilungskämpfe geben. Und so ganz daneben war es ja eben nicht, in Europa sind viele Dinge passiert, die als unmöglich galten. Aber, zugegeben, muss nach 5 Jahren gefragt werden, wie weit wir damit gekommen sind und wie effektiv das war. Die Austeritätspolitik hatte einen starken politischen Akzent – wenn der nicht ausreichend wirkt, dann kann man schon über den Sinn des Konzeptes nachdenken. Wenn nach 5 Jahren Innovationszyklen ausgesetzt werden, wiederspricht das dem Gedanken von Strukturreformen. Austeritätspolitik war ja immer mehr, als nur ein ausgeglichener Haushalt (zumindest hatte ich es so verstanden), ein ausgeglichener Haushalt sollte geradezu katalytische Wirkung haben. Von gewohnten Subventionen ohne Gegenleistung bis wegen Steuerhinterziehung unterfinanzierten Haushalten.

    Kann sein, dass das alles ein Irrtum war, mir hat das damals eingeleuchtet und, was gerade die gesellschaftliche Komponente angeht, sehe ich immer noch keine wirkliche Alternative. Außer wir lassen das Projekt einer gesamteuropäischen Entwicklung bleiben, was durch Abschaffung des Euro möglich wäre. Ein japanisches Jahrzehnt oder gar Jahrzehnte, wird die EU nicht überleben.

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      Ja, Stevanovic, das ist schon richtig. Schon der Euro sollte – da nicht abwertbar – die Wirkungen zeitigen, die Sie skizzieren. Das hat er nicht getan, im Gegenteil. Und nachdem also die Welt-Ökonomen in Berlin und Frankfurt mit dem Scherbenhaufen der Einheitswährung konfrontiert waren, die Deutschland stärker, den Rest der Euro-Zone schwächer gemacht hat, beschlossen sie einen Fiskalpakt, der (zunächst einmal) Deutschland noch stärker vis-à-vis den anderen Euro-Ländern machte. Go figure. Auf Dauer konnte das nicht gut gehen, nun stehen wir am Rande einer Deflation, die Deutschland mit in ein „japanisches jahrzehnt“ reißen könnte. Und, wie gesagt, es gab genügend Leute, die davor warnten.

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    Mir will das alles nicht so recht einleuchten. Es ist doch eigentlich logisch, dass untersättigte Märkte und weniger entwickelte Gesellschaften mehr wachsen als gesättigte Märkte.
    So betrachtet, wird der Wachstumsmotor China uns weiterhin Probleme als Folge von höherer Kompetitivität bereiten. Und nachfolgen werden die übrigen BRICS. Wenn diese eines schönen Tages gesättigt sind, wird sich möglicherweise die gesamte Energie auf Afrika konzentrieren.
    Was immer Europa macht, ist meiner Ansicht nach daher zu einer Schrumpfung verurteilt, zumal höhere Renditen nur in untersättigten Systemen erreicht werden können.
    Kaputtsparen kann man nur, wenn man schwächer werdende Abnehmer (Spanien, Griechenland etc.)nicht durch Abnehmer in anderen Ländern ersetzt. Wenn dort aber schon die Chinesen früher aktiv waren, ist das schwierig, oder?
    Beiseite gelassen wird auch, dass die Sanktionen gegen Russland Europa massiven Schaden zufügen. Gleichermaßen dürften Märkte in Nordafrika weggebrochen sein.
    Also muss man sich m.E. mit einer vorübergehenden Schrumpfung abfinden und darauf reagieren im Sinne von ‚von allem weniger‘. Weniger Immigration, weniger Sozialausgaben, weniger Geld für Ministerien, teilprivate Finanzierung des Straßenbaus über Maut (wird aber sehr kritisiert – wieso?), mehr Geld in Bildung (ja!), aber weniger in Schulgebäude, sondern dafür mehr in sinnvolle Lehrmittel, hier vor allem Lehrer. Weniger Geld für Bürokratie, und hier hat der IWF gespart. Dann noch meine geliebte Maschinensteuer, um mehr Menschen anzustellen und vor allem mehr Teilzeitstellen. Das passiert aber alles nicht, sondern die Zustände bleiben wie gehabt.
    Immer mehr Bürokratie, von Alan P. lieblich „Dienstleistung“ genannt (oder meint er Nutten?), immer mehr Regelwerk, statt massiv den Mittelstand sowie den Bildungssektor über Lehrerstellen und den Jungunternehmer über Kredite zu stützen.
    Oder ist das alles grundsätzlich falsch?

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      Ja, Marseillais, das ist grundsätzlich falsch. China ist nicht nur ein Wettbewerber, sondern selbst ein Markt. Das Gleiche gilt für die BRICS, Afrika usw. Außerdem ist Europa unser wichtigster Markt. Und den haben wir kaputt gespart, mit den bekannten Folgen für deutsche Exporteure, die nun auf uns zurückschlagen. Das Gejammere der Industrie über die Russland-Sanktionen ist scheinheilig. Weder ist bisher die Energie teuerer geworden, noch ist Russland ein wichtiger Absatzmarkt. Die Industrie jammert einfach immer. Das gehört dazu, und man sollte das nicht so ernst nehmen.
      Dass Sie bei „Dienstleistungen“ an Prostituierte denken, ist bezeichnend. Ich meine etwa: Banken, Versicherungen, das Gesundheitswesen (DIE Wachstumsbranche schlechthin!), Fitness (OK, da mögen Prostutierte eine Rolle spielen), alle möglichen Aspekte des Tourismus und des Gastgewerbes (da sind wieder Ihre Nutten dabei), TÜV usw. usf.
      Das Gerede über „immer mehr Bürokratie und immer mehr Regelwerk“ gehört auch hinterfragt. Vieles ist vereinfacht worden, auf allen Sektoren.
      Ihre Maschinensteuer gibt es übrigens schon. Rot-Grün hat sie eingeführt, sie heißt Ökosteuer. Ich weiß nicht, ob Sie damals dafür waren, oder aus habituellem Widerstand das als Quatsch abgetan haben, weshalb Ihnen bis heute nicht klar ist, was diese Steuer bewirkt (nämlich Arbeit billiger, Energie teurer machen).

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    „vor den Managern und schlechten Innovatoren retten“
    Wobei die Manager dafür entlohnt werden.

    Statt über Icahn könnte Apple, wie es Google mit Google Ventures macht, natürlich auch direkt mit seinem Geld riskante Projekte finanzieren.

    Zugegeben weiß ich nicht, ob Icahn wirklich Venturecapital hat.

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    Wichtig wäre Futurologie um Innovationen besser vorhersehen und Planung erleichtern oder sogar erst ermöglichen zu können. Schließlich ist es nicht für jeden immer sinnvoll jede Innovationphase mitzumachen. Mein Vater hat mir davon erzählt wie manche Unternehmen sehr früh fröhlich „innovativ“ Computer gekauft haben, die genau so gut ein halbes Jahr später für ein zehntel des Preises zu haben waren. Anführungszeichen, weil ich sowas einfach nicht für innovativ, sondern schlichtweg dumm halte. Innovativ ist es eben, wie gesagt, auch Kapital nicht willkürlich zu verpulvern, sondern in die Entwicklung neuer Innovationen zu investieren… Von Apple über Icahn zu Venturecapitalfonds.

    Stimmt, sagt Mariana Mazzucato auch im von Moritz Berger verlinkten und von mir gestern schon auf der Suche nach ihr entdeckten TED-Talk.
    Ich empfehle den anderen, zum besseren Verständis diesen unbedingt anzuschauen, auch wenn Marshmallowschlachten interessant sind. 😀

    Andererseits sind es nicht die Manager, sondern die Investoren, die, das Geld vor den Managern und schlechten Innovatoren retten.
    Von Apple über Icahn zu Venturecapitalfonds.

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    @Roland Ziegler
    Leapfrogging? Ich kauf z.B. nicht alle zwei, sondern nur noch alle drei bis vier Jahre ein neues Smartphone und überspringe so manches.
    Meine Eltern haben nach dem kaputtgehen einen neuen Küchenherd gekauft, aber noch etwas länger auf einen neueren ihnen besser gefallenden gewartet.
    Staaten können wenn es sich lohnt Telekommunikationsinfratrukturgenerationen überspringen.
    „geringe Innovationsbereitschaft“ würde ich Leapfroggern aber gerade nicht nachsagen, eher Nachhaltigkeit, schließlich können mit dem so gesparten Geld Forschung und Entwicklung finanziert werden, anstatt es willkürlich zu verpulvern.

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    @Alan Posener: Der Chefarzt soll lieber Hightech benutzen, statt in mir herumzusäbeln. Aber davon wird die Wirtschaft nicht wachsen. Und ich, soll ich lieber Hightech benutzen? Davon könnte sie wachsen. Aber ich glaube, nein, lieber nicht, ich mache lieber was anderes.

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    Lieber Roland Ziegler, dass man Wirtschaftswachstum gegen Zinswachstum setzen müsse, habe ich, glaube ich, nicht gesagt; aber es ist eine schöne Formulierung, die ich Ihnen klauen werde, und fasst in etwa zusammen, was Thomas Piketty meint.
    Es tut mir Leid, dass Sie die permanente Innovation stresst. Wenn Sie das nächste Mal eine minimalinvasive Operation über sich ergehen lassen, sagen Sie dem Chefarzt, er solle Sie bitte wie früher aufsäbeln und in ihren Eingeweiden rummachen, wie in der guten alten Zeit. Will sagen, es muss nicht immer das iPhone sein.
    Lieber lucas, guter Einwand. Aber die Manager sind es, die seit langem die Überschüsse der von ihnen kontrollierten Firmen einsetzen, um Aktien zurückzukaufen,um damit den Marktwert dieser Aktien – und damit den Geldwert ihrer in Aktien gezahlten Boni – zu erhöhen. Damit fehlt das Geld für R&D.

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    Vielleicht hat der Staat dann endlich sein legitimes Tätigkeitsfeld gefunden: Innovation, Entwicklung der Produktivkräfte, Innovation 🙂 Besteht aber nicht auch hier die Gefahr der Fortsetzung von „Wie die Manager den Kapitalismus zerstören“?

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    Ihre Analyse (des Kaputtsparens) ist ja richtig (und wird auch von vielen anderen geäußert), nur die Schlussfolgerung erscheint mir denkwürdig. Wirtschaftswachstum, sagen Sie, müssen wir gegen das Zinswachstum stellen. Die Zinsen sorgen für ein völlig müheloses, automatisches Anwachsen der Schulden=Vermögen, und um das zu kompensieren, müssen wir permanent und bis in die Ewigkeit all unsere Kraft mobilisieren und investieren. Wie soll das gehen? Was ist, wenn man mal ein bisschen schlappmacht, keine Idee oder keine Lust mehr hat auf „technische Innovation“? Dann fällt man doch sofort einen Schritt zurück, den man nie mehr aufholen kann?

    Mir hängen die ganzen i- und Smartphones, Tablets und alles Gerät, was damit verbunden ist, seit langem zum Hals raus. Der allgegenwärtige Hype ödet mich an. Wenn das Schule machen sollte, ist es vorbei mit dem Wachstum aus technischer Innovation.

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